Schlagwort: ADHS

  • 24-12-12 Wannsee 2 – Unter dem Sternenhimmel

    24-12-12 Wannsee 2 – Unter dem Sternenhimmel

    Dunkelbeige ist Pantone-Farbe des Jahres 2025.

    Der Brazilian-Waxing-Shop ist jetzt Laser by.. Der Kampf gegen die Haare bleibt. Die Methoden ändern sich.

    Home Area ist wieder ausgezogen. Letzte Worte „Abverkauf wegen Umbaus 20%, 30%, 40%“. Little did they tell dass der Umbau gleich das ganze Geschäftsmodell betrifft. Wenn jemand einen Laden an einer Stelle mieten möchte, die überhaupt kein Glück bringt.. ich könnte vermitteln.

    Bessere Geschäftslage: der Marheinekeplatz in Kreuzberg. Für mich regelmäßiges Ziel, um Bücher abzuholen. Was ich an Buchhandlung Hammett schätze ist die schöne Beratung „Ich benötige einen Krimi für folgende Person..“ und ich gehe mit einem wunderbar passenden Werk heraus von dem ich vorher noch nie gehört hatte.

    An Madames Nachbarbüro tauchte eine Wichteltür auf. Überall diese Wichtel pötzlich. Daran sind bestimmt die Freizügigkeit und Schengen schuld.

    Wenn an einem Berliner Mittagstisch „Jägersauce mit Hack“ angeboten wird, dann blitzt die deutsche Teilung auf. Wird es süße Tomatensauce geben (Ost) oder Pilz-Rahm-Sauce (West)?

    Als etwas größeres Büro betreibt man Konferenzräume. Wenn man ein Berliner Schwimmbadbetreiber ist, heißen die Räume „Wannsee 1“, „Wannsee 2“ oder [Sommerbad am] „Insulaner“. Wenn man eine IT mit weit gefaßtem Aufgabenspektrum hat, ist diese auch für Konferenztechnik zuständig. Und auf jeden Fall verbrachte ich in den letzten Tagen zu viele Stunden in Wannsee 2.

    Irritierend, die Uni, wo ich inzwischen beim Modul „Betriebliche Informationssysteme“ angekommen bin. (Nicht zu verwecheln mit Modellierung betrieblicher Informationssysteme aus dem vorletzten Semester) Das ist einerseits eine Art „ausgewählte best-of-Inhalte aus verschiedenen anderen Modulen“ und möchte dann plötzlich in den Einsendeaufgaben Programmierkunststücke in C# auf die im gesamten Kurstext nicht hingearbeitet wird. Ich fand aber schon heraus, dass diese in keinster Weise klausurreleant sind. Warum? Warum trainiere ich in einem Kurs Fußball, verlange in den Übungen plötzlich Seiltanz und die Abschlussprüfung geht wieder über Fußball?

    Mittwochabend dachte ich noch, diese Tage sind der Alltag des Alltäglichen. Arbeit (eher viel), auf dem Heimweg vielleicht noch kurz eingekauft. Und in der Wohnung dann essen/kochen, etwas Fernuni oder im Internet rumlesen. Dann früh ins Bett und bis zum Tröten- und Luftschlangenevent donnerstagmorgen vor sich hin alltagen.

    Ich betrat die Wohnung, und es wurde unalltäglich. Auf dem Bett lag Geröll und abgeplatzte Farbe – typische Baustellenfolgen. Hatte Madame vielleicht gelüftet und durch das Fenster – nein, hatte sie nicht. Sie schaute hinauf und entdeckte zwei Löcher in der Zimmerdecke. Da hatten die Dachgeschossausbauer es zu gut mit ihrem Dach gemeint.

    Immerhin waren die Bauarbeiter noch anwesend. Jemand sprach fließend deutsch und versprach überzeugend baldige Reparatur. Darüber hinaus versprach er auch eine neu gedämmte Decke über unseren Köpfen in den nächsten Tagen. Noch aber versuchen wir durch die Bohrlöcher den Sternenhimmel zu sehen.

    Außerdem bat der Dachbauarbeiter darum, dass sie bei uns in Bad müssen, um Wand und Decke aufzubrechen, um an die Regenrinne zu kommen. Hier wird Einem etwas geboten.

    Jule KI-Socke

    Noch zwei Nachträge zur Jule-Stinkesocke-Doku:

    (1) Das erste mal, dass ich in halbwegs seriösem Fernsehen eine Szene sah, die „durch KI erstellt wurde.“ Wenn es darum ging, Blogtexte der fiktiven Jule zu zitieren, las eine „KI-Jule.“ Ich vermute, eine echte junge Frau im Rollstuhl hat vorgelesen, die danach in eine Jule umgewandelt wurde.

    (2) Spannend das Ende. Fazit war so ungefähr: die Mehrheitsgesellschaft möchte von Behinderten immer das große Drama: entweder Leiden und Weltuntergang oder Helden- und Auferstehungsgeschichten. Dabei ist das Leben im Rollstuhl genauso alltäglich und langweilig wie anderes Leben auch, nur mit mehr anstrengenden Hindernissen – Rollstuhlfahrer*innen möchten weder als Held*innen wahrgenommen werden noch als vom Schicksal gestrafte, sondern erstmal nur als sie selber wie sie sind.

    Dann Abmoderation. Moderator Nudelkopf, der außer seiner Frisur offensichtlich sportlich auf zwei Beinen unterwegs war und fernsehmoderatorschön ist, saß plötzlich im Rollstuhl, reflektierte über seine Position als Moderator. Nach Computertrick-Graphik saß dann Lorelei Holtmann in genau demselben Rollstuhl – vorher in der Sendung als rollstuhlfahrende Gesprächspartnerin eingeführt. Ihre letzten Worte „Hättet ihr mir auch so zugehört wie dem Moderator?“ und Abfahrt.

    Beginn Abspann. Zweite Zeile: „Buch: Lorelei Holtmann.“ Wir haben ihr zugehört ohne es zu merken.

    Tastatur und Touch

    Christianes Laptop ist zurück und damit auch Christiane.

    Lebens-ABC: ADHS

    Gelernt: je älter mensch wird, desto trockener die Haut, desto schlechter lassen sich Touch-Monitore bedienen. Ich hatte ja keine Ahnung. (via Kieselblog)

    Auch beim Flusskiesel: Mit KI gegen Edeka.

    Christian jawl hmbl sah die Jule-Doku auch und war wenig begeistert. Teil 1 und Teil 2.

  • 24-06-18 Boeuf Bourgignon („Die 35 bitte an 205“)

    24-06-18 Boeuf Bourgignon („Die 35 bitte an 205“)

    Wir benötigen Holzschrauben 5×40, Grafschafter Goldsaft und türkischen Schwarztee.

    An der Nordsee wurde ein Familievater händchenhaltend mit nicht-der-Familienmutter gesehen.

    Ebendort scheint Buddleia ditmarsi vielleicht doch noch zu leben.

    Mein Fußballtipp-Catencaccio zahlt sich bisher aus: Platz 3 von 45. Team IT liegt auf Platz 1 von 18 Teams. Madame weiß dass schon, weil ich vielleicht das ein oder andere mal davon erzählte.

    An der Wilhelmstraße thront ein weiteres Nike-Werbe-Mural. Hier auf die touristische Kundschaft abgestimmt: In Berlin-Mitte blickt Kylian Mbappé huldvoll auf die Massen unter ihm. Im Gegensatz zu Musiala kannte ich Mbappé sogar schon vor der EM.

    Radfahren einmal quer hin- und her durch Berlin offenbarte erstaunlich viel Kneipen-Public-Viewing selbst bei Belgien gegen die Slowakei.

    Gelesen: Kirmes im Kopf. Licht und Schatten. Ich habe den Eindruck, die Autorin hat sich viel Mühe gegeben, ein viel zu betuliches Buch zu schreiben. Immerhin habe ich einiges gelernt für den Umgang mit dem ein oder anderen Menschen im Umfeld. Die sind nicht ADHS-diagnostiziert und ich würde das auch nicht auf Basis eines Buches machen wollen. But if it walks like a duck and talks like a duck, maybe es ist eine gute Option to treat it like a duck.

    Madame landjoggte und aquajoggte. (SK11 / 7,27€).

    Das Sportbad Britz ist ab 1. Juli für die Öffentlichkeit zugänglich. Und auch wenn dieses Jahr ein Insulanerjahr werden wird – einmal nach Britz muss sein.

    Biking Berlin

    Berlin-Verwunderung: Seit etwa 10 Jahren existiert ein toller Nord-Süd-Radweg durch den Park am Gleisdreick. Der bringt den Süden Berlins auf angenehmer Strecke vom S-Bahn-Ring fünf Kilometer bis zum Potsdamer Platz. Der Radweg ist liebevoll gemacht.

    Seine Einbindung in die Stadt ist nichtexistent.

    Am Südkreuz endet der Radweg irgendwo auf einem Parkplatz. Vom Parkplatz weg gibt es keinen wirklich guten Weg. Will man weiter nach Süden auf den anschließenden wunderbaren Radweg im Park jenseits der Stadtautobahn muss man sich irgendwie an den Mülltonnen vorbeizwängen und hoffen nicht vom Linienbus überfahren zu werden.

    Richtung Norden muss man auf halber Strecke auf die Straße, um einmal Eisenbahnschienen zu überqueren. Weder die Ein- noch die Abfahrt von der Straße sind irgendwie gestaltet oder auch nur mit Schildern versehen. Es werden einfach jede Stunde viele Dutzend Radler quer auf die Straße geworfen, die sie dann irgendwie passieren müssen.

    Ach Berlin, so gut angefangen und beim kleinen bißchen Mühe, das noch erforderlich gewesen wäre, so kläglich versagt.

    Die Wolke

    Das puschelige Gras um den Grillplatz herum ließ sich als Calamagrostis epigejos (L.) Roth / Gemeines Reitgras, auch Landschilf genannt, bestimmen.

    3R ist mature.

    Fürwahr ist es in Brandenburg trockener als in anderen Gebieten Deutschlands. So auch 2024. Wenn uns auch Sturzfluten, Dauerregen und wochenlanges Grau erspart blieb, so hatten wir den ein oder anderen Regen.

    Seit Wochen warten Outdoor-Malerarbeiten, weil jedesmal ein Regen angesagt wird, der schlecht für die Untergrund- und Farbtrocknung wäre.

    Bis auf Sonntag. Die Wettervorhersage versprach einen ganzen Tag des Sonnenscheins.

    Madame strich die Bungalowtür und grundierte die Pergolagitter Süd und Mitte. Und dann kam die Wolke. Die eine, die 15 Minuten alles unter Wasser setzte. Nächster Versuch beim nächsten Latifundienaufenthalt.

    Das ungewohnte Wasser sorgt weiterhin für ungewohnte Farbintensität und Wachstum. Die weiße Eden-Rose scheint sich dieses Jahr für ein kräftiges Rosa zu entscheiden.

    Würde eine Hummel auf der Kugeldistel sitzen und mit mir reden, wäre es ein Gespräch auf Augenhöhe.

    Das Rätsel der vielen Meisen im Garten klärte sich auf. Beim Streichen der Tür entdeckte Madame gleich zwei verlassene Meisennester, die tief in Gehölzhöhlen des Bungalows hineingekrochen waren.

    Währenddessen lag ich auf der Erde und verfluchte die Produzenten von Kunststoff-Beetumrandungen. Immerhin erlaubte mir das einen intensiven Blick auf den Boden – dort war gleich ein Dutzend Löcher, in einige von ihnen gingen Solitärbienen und -Wespen ein und aus.

    Eine hatte anscheinend im Einrichtungshaus ein großes Blatt geschossen und war dabei sich der Innendekoration zu widmen.

    Solitärwespe schleppt einen Teil eines Blatts in ihren Bau. Daneben heruntergefallenes Blatt einer Mohnblüte.

    À la dernière seconde

    Ende Juli schließen nach 30 Jahren die Galeries Lafayettes in Berlin. 30 Jahre ignorierten wir sie – welch Fehler. Sie waren zu Friedrichstraße, zu Mitte, zu Touristen.

    Die Galeries in Berlin sind ein wenig wie das KaDeWe, nur kleiner, übersichtlicher und französischer. Und halt vorbei. Ende Juli werden sie Geschichte sein.

    Im Untergeschoss , wir hätten es ahnen können, befinden sich Restaurants. Wenn Franzosen sich Mühe geben mit Restaurants… ach, zu spät, Blödheit wird bestraft. Professor Transformation schleppte Madame letztes mit. Und diese schleppte nun mich mit.

    Wir aßen in einem kleinen Bistrosetting, umgeben von Baguetterie und in Sichtweise von Käse- und Fischstand. Ab und an erreichtens uns Ansagen („die 35 an die 205 bitte“). Wie aßen zwei plats du jours. Madame eine Aubergine gefüllt mit Hackfleisch, ich Boeuf Bourgignon. Dazu der empfohlene fruchtig-trockene Wein und Wasser.

    Nicht einmal utopisch teuer war es. Gerade in der Gegend kann mensch für sehr viel mehr als 60 Euro sehr viel schlechter essen.

    Wir blöd wir waren, wie schön, dass wir noch gerade eine Kurve bekamen.

    Ironwoman

    Tough: 15 Stunden 27 Minuten einen Ironman mitzumachen. (via Buddenbohm)

    Tougher: Live-Tagebuchbloggen aus dem Kreißsaal.

    Nach dem Konzert im Restaurant:

    Nachdem ich sinnloserweise alle Gäste beobachtet hatte, ob einer von ihnen vor die Tür ginge, wo ich gnadenlos geschnorrt hätte, fragte ich den Barkeeper, ob er wüsste, wo ich eine einzige Zigarette herbekäme. Woraufhin kurze Zeit später jemand aus der Küche kam und mir ein kleines Tellerchen überreichte, auf dem eine gestärkte, gefaltete Serviette lag, darauf eine einzelne Zigarette, daneben ein Streichholzbriefchen mit dem Tantris-Logo. „Ist Camel okay?“ War total okay, kein Light-Scheiß, danke an den unbekannten Koch oder Spüler, der eine Zigarette entbehren konnte.

    Samstag, 15. Juni 2024 – Béla Bartók und Brandy Alexander