Schlagwort: Berliner Klavierfestival

  • 26-05-07 He reads

    26-05-07 He reads

    Madame las Fernuni im Volkspark. Später filmte sie den Fuchs.

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    Auf der Kreuzung eine Nachtvermessung. Ein oranger Mann mit Messgerät, ein oranger Mann mit Stab, der vom Messgerät anvisiert wurde. Der Stab erhellte die Kreuzung im funky Leuchtdesign.

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    Die erste Rolltreppe am Südkreuz ist repariert. Leider an einer Stelle, die mir nichts nutzt. Aber wenn die Deutsche Bahn in dem Tempo weitermacht, ist sie schon Anfang 2028 mit allen defekten Rolltreppen durch.

    Immerhin ist der Dönerstand jetzt wieder unter 100 Treppenstufen erreichbar.

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    In der S-Bahn. Zwei Jungs, noch in Trainingsjacke vom Rugby-Club, unterhalten sich ob ein Ring eine geometrische Figur sei und ob die eher achteckige Ringbahn nicht falsch benannt ist, und Achteckbahn heißen müsste.

    Ein Pärchen, das mir in Kleidung und Akzent sagte „Wir-sind-british-upper-class-aber-in-cool“ zerstritt sich bis auf Tränen über die Frage, ob sie jetzt in Tempelhof umsteigen oder nicht.

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    Es waren drei Arbeitstage mit Klavier-Hochamt und New-York-Backalleys auf 35mm anamorphic.

    Parkplatz-Garten-Nacht-Goldregen

    Motten in Masken

    Die Verkaufserdbeere am Südkreuz begann Erdbeerverkauf mit famos erdbeerig schmeckenden Erdbeeren für 30 Cent das Stück (= 6,60€ für ein Pfund).

    Madame fuhr in den Süden. Dort kaufte sie ein. Noch müssen wir uns daran gewöhnen, mit der U-Bahn eine Station in die „falsche Richtung“, Richtung Vorstadt zu fahren, und dort BioCompany, Buchhandlung und Fleischerei zu finden. Das funktioniert, fühlt sich aber komisch an.

    Auf den Latifundien sammelte Madame einen weiteren kleinen Erbteppich für Teppichreinigung Abbasi ein. Der Teppichreiniger konnte sich nicht mehr an Wohnung-in-Schwimmbad erinnern. Aber sofort erinnerte er sich an „Ah, der Woll-Kazakh!“. Entgegen unseren Vermutung war der kleine latifundinische Teppich gar nicht aus Polyester, sondern besteht auch aus Wolle, wurde aber maschinengeknüpft, und wird bald sauberer sein.

    Überhaupt besser werden Schals und Handschuhe sein. Im Alt-Corona-Stoff-Masken-Schal-Handschuh-Vorrat entdeckte Madame einen Rückzugsort der Kleidermotte, entsorgte einen Teil der Sachen und ihrer Behältnisse. Der andere Teil darf ein paar Wochen in den Tiefkühler.

    Hochamtlich

    Das erste Berliner-Klavierfestival-Konzert wurde im Radio ausgestrahlt und liegt jetzt in der Mediathek: Rhythmusgötting Sophia Liu. Der Kaptain hörte bereits via Alexa.

    Während des Klavierfestival noch nachklingt, überstürzen sich die Kulturereignisse. Diesmal in besonders schnellem Wechsel. Nach dem Mittwochs-Festival-Hamelin folgte ein Montags-Philharmonie-Sokolov. Mein erster mündlicher Eindruck war „Es war anders“. Was einerseits nichtssagend ist, andererseits untertrieben, aber vor allem vollkommen korrekt. Bei Hamelin und Sokolov handelte es sich theoretisch um dasselbe Genre, Klavierkonzert. Aber alles war anders. Sehr.

    Statt im kleinen Saal im Konzerthaus (300 Plätze), waren wir im großen Saal der Philharmonie (2400 Plätze). Statt Nehru-Jacket (Stephen Hough) oder Flatterhemd (von Eckhardstein) trug Grigori Sokolov Frack. Statt Stücken aus den entlegenen Ecken des Repertoires waren es Hauptwerke von van Beethoven und Schubert. Und das war erst der Anfang.

    Sokolov ist laut diversen Internetseiten, laut Le pianiste und laut Madames Klavierfestival-Freunden der künstlerisch bedeutendste Pianist, der derzeit auf der Erde wandelt. Er gibt keine Konzerte, er zelebriert Klaviermessen. Wo das Festival sich immer ein wenig nach familiären Arbeitstreffen anfühlte, so „kann dieses Stück überhaupt von einem Pianisten dieser Welt gespielt werden“ war das hier reine Zelebration, und ein komplett anderer Stil.

    Hatte ich bei Hamelin immer das Gefühl, er spielt 20 Töne aus drei Takten gleichzeitig und ich kann sie alle einzeln wahrnehmen, erzeugte Sokolov einen Klang; der dann ein wenig in der Luft hängen durfte bevor der nächste Klang kam. Das war auf seine Art eindrucksvoll, aber ich ertappte mich bei dem Gedanken: „Könnte ich vielleicht die Passacaglia von letzter Woche nochmal hören?“

    Bis die Zugabe kam1. War das alles bis dahin sehr schön und sehr gesetzt, drehte Sokolov richtig auf. Der Klang hing nicht mehr nachhallend im Raum, er flog. Aus dem „wir-klatschen-begeistert-weil-wir-hier-sind“ wurden bei Zugabe 2, einem Brahms-Intermezzo, hingerissene Standing Ovations des Publikums2.

    Insgesamt hörten wir sechs Zugaben, ich verstand wie Sokolov zu seinem Ruhm kam.

    Unlimited hier, unlimited dort

    Kaum habe ich ein Kino-Abo, entdecke ich lauter weitere davon. Nach MUBI+Go und der UCI Unlimited Card, entdeckte ich das Cineville-Abo. Wäre ich nicht schon bei Yorck Unlimited wäre das eine Alternative. Ein Abo (20€/Monat) für zahlreiche Indie-Kinos bundesweit, von Braunschweig bis Freiburg, darunter das legendäre Hamburger Abaton oder die Kölner Filmpalette, in der ich noch letzten Freitag war.

    Auch in Berlin sind 14 Kinos dabei. Alles spannende Orte; aber halt ohne die Yorck-Kinos und für mich überwiegend ungünstig gelegen. Ich bleibe wo ich bin und ich nutze Yorck Unlimited.

    Ich war im Kino. Die eklektische Klassiker-Überraschungsreihe Best of Cinema brachte Three Days of the Condor, von 1975 von Sydney Pollack mit Robert Redford und Faye Dunaway ins Kant-Kino3.

    Ein Film von 1975

    Um mit dem Tiefpunkt anzufangen. Der Film ist sehr 1975 und kreist um seinen Hauptdarsteller. Die einzige relevante Frauenrolle (Kate / Faye Dunaway) kreist um diesen Hauptdarsteller. In diesem Film in der ganz besonderen Variante:

    „Irgendein Typ entführt mich mit auf der Straße mit einer Waffe, fesselt mich in meiner eigenen Wohnung und redet ziemlich wirres Zeug. Natürlich habe ich mich sofort in ihn verliebt.“

    Was auch sonst?

    This was the world I was born into.

    Ein Film über die C.I.A.

    Im Film geht es um das zynische Innenleben eines Geheimdienstes.

    Der Plot trägt den Film, sollte aber generell nicht allzu genau betrachtet werden.

    Wichtig ist: Alle Beteiligten auf allen Seiten arbeiten für die CIA, bei steter Unsicherheit wer gerade auf welcher Seite ist. Noch wichtiger: Die Hauptfigur Joe Turner (Redford) ist kein Agent, sondern ein „Reader“ – jemand, der für die CIA Romane in entlegenen Sprachen liest und Plot-Points sowie Verfahren in einen Computer füttert – also ein literarisch interessierter Nerd.

    Auf die konsternierte Frage eines CIA-Chefs hin, wie Turner ihnen immer noch entkommen kann, lautet die Antwort „He reads. He knows things.“

    Ein Film in New York

    Vor allem verkörperte der Film seine Zeit und seine Stadt. Männer tragen noch Krawatten, aber unter Pullundern in wilden Farben mit braunen Ledersackos und Cordhosen. Die Haare sind selbst bei der CIA länger, die Kragen groß. Einige Offiziere der CIA können sich noch an die Zwischenkriegszeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg erinnern.

    Im Büro steht ein großer Desktop-Computer mit winzigem Display in grün-schwarz, daneben Fernschreiber, Bücher, Schreibmaschinen. Die Zeiterfassung läuft über ein Buch.

    Die New Yorker Seitenstraßen sind voller Straßenkreuzer mit gelegentlichen VW Käfern. Joe Turner selbst fährt Fahrrad, Kate einen Geländewagen, der so aussieht als hätte er noch im Koreakrieg gedient.

    Joe ist nicht nur Reader sondern auch Hacker. Mit Spezialgerät flüchtet er sich in einen Leitungskeller, schaltet Telefonleitungen zusammen und kann anhand der Pieptöne ermitteln, welche Nummer angerufen wurde.

    Unterlegt ist es von Dave Grusins funky-souligem Soundtrack, einschließlich des besten aller Songtitels Sing Along with the C.I.A.

    This was the time the modern world as we know it was born.

    Stilistisch durchaus passend: Kant-Kino Saal 1

    Straßenquerungsdresscode

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    Straße überqueren für Anfänger*innen und professionell.

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    Die Kaltmamsell beendete die Ära des Kommentierens in ihrem Blog.

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    Prüfungen in Zeiten von KI und allumfassender Mobildaten: Schülern ist zum ersten Mal zur Prüfung ein gewisser Dresscode vorgeschrieben worden. Alles mit Knöpfen oder Kapuzen ist verboten.

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    Ich lag auf dem Rücken auf einer Decke, schaute in die Äste eines Baumes mit Zapfen dran, dahinter blauer Himmel. Eventuell bin ich kurz eingeschlafen. Ich las im Buch weiter, wir machten ein kleines Picknick, es wurde geschnitzt. Im Grunde wirkt das Gelände wie ein riesiger Krater, oben drüber kreiste ein Raubvogel und einmal flog ein Hubschrauber vorbei. Die Grillen zirpten.

    Anmerkungen

    1. Wie wir im Nachhinein lernten, spielt Sokolov immer ein eher kurzes identisches Programm und immer sechs Zugaben, die sich je nach Auftritt ändern. Vielleicht auch ein Umgang mit seinem Alter, das ihn das gesetzte Programm vorsichtig gestalten lässt und dann die Freiheit lässt je nach Tagesform nochmal richtig aufzudrehen. ↩︎
    2. Ein erheblicher Teil des Publikums war russisch. Was die Frage aufwarf, „wie hältst du es mit dem Krieg, Grigori?“ Wir lernten im Nachhinein: Sokolov gilt als extrem verschlossen und äußerst sich seit Anbeginn aller Zeit zu nichts außer zu Klavierspielen. Aber er spielte Konzerte zugunsten humanitärer Ukraine-Hilfe und zu Ehren eines Anti-War activist Pianisten, hat zudem seit 2022 „aus besonderen Gründen“ die spanische Staatsbürgerschaft. ↩︎
    3. Yorck Unlimited No. 22 – damit 10,82€ pro Karte. ↩︎

  • 26-04-30 Debussy!

    26-04-30 Debussy!

    Eine Krähe knackte die Herausforderung des hängenden Meisenknödels. Sie wickelte das Band mehrfach um einen Ast. Jetzt liegt der Knödel halb auf dem Holz. Sie kann den Knödel, auf dem Ast sitzend, verzehren.

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    Das Piano in der Südkreuz-Eingangshalle scheint Klavierfestival-inspiriert. Das Klavier spielte hörbar ein anspruchsvolles Programm. Auch wenn es die Pianierperson ebenso hörbar an ihre Grenzen brachte.

    Derweil leistete ich IT-Support auf der großen Treppe im Südkreuz. Fast wunderte mich, dass es so lange dauerte, bis die Situation kam. Wenn auch alle Kolleg*innen denselben Anfahrtsweg ins Büro haben.

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    Der Fahrradmeister und ich fanden eine Einigung, welches neues Fahrrad ich bestellen darf. Diskussionsbedürftig war die Farbgebung lichtblau dormant. Ich finde, dass ein Fahrrad, das im Schwimmbad wohnen wird, gerne auch schwimmbadfarbig sein darf.

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    Auf dem Weg zum Fahrradmeister kamen wir an der alten Wohnung vorbei. Es kleben neue Namen auf der Klingel, in der Wohnung hängen Vorhänge. Die Fensterrahmen sehen weiterhin so aus, als wären sie in einem Zustand wie Buckelwal Timmy. Anscheinend fand keine Grundrenovierung statt. Was bei dem Zustand der Wohnung mutig wäre.

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    Es waren drei Arbeitstage mit Wolpe-Rachmaninoff-Intermezzo.

    Von Stadtmitte nach Südwest

    Unsere neue Wohnung liegt nicht weit entfernt von der alten. Dennoch ändern sich die ganzen Wege erstaunlich umfassend. Während die Schöneberger Wohnung exzellent an mehrere Buslinien im 5-Minuten-Takt angeschlossen war, liegt die neue direkt am U-Bahn-Netz. Ich bin vermutlich in den letzten fünf Monaten mehr U-Bahn gefahren als in den 17 Jahren zuvor. Nur die S-Bahn bleibt.

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    Mir gegenüber in der Bahn, aufgereiht auf einer Bank; Fünf Frauen von 18 bis 70, von abgekämpfter Alltagskleidung bis Sektempfang. Alle sind mit dem Handy beschäftigt; swipend, tippend, lesend, Sprachnachrichten sprechend. Ein Bild, gleichzeitig so lebendig und so klischee: mensch hätte die Bank komplettemang auf eine Theaterbühne beamen können und die fünf einen gemeinsamen Song singen lassen können.

    *

    In der S-Bahn höhe Yorckstraße, Stimme aus dem Off:

    Irres Lachen

    (20 Sekunden Pause)

    „Arschgeweih, Dicker“

    (20 Sekunden Pause)

    Irres Lachen

    (2 Minuten Pause)

    „Ich hör dir zu!“

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    Der sehr junge Mann, „Milchbubi“ wäre despektierlich, mit wildem Schnauz und einem Outfit als wäre er direkt dem Easy-Rider-Filmset entstiegen.

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    Am Heidelberger Platz, drei Abiturientinnen über eine Vierte: „Sie wird halt oft missverstanden, weil sie so redet wie Lehrer. Sie kann halt noch nicht richtig deutsch.“

    Was einerseits eine absurde Aussage ist, andererseits total stimmig.


    Hamelin!

    Einer von Madames neuen Klavier-Ultra-Freunden meinte, den Pianisten Cheng Zhang im Publikum gesehen zu haben. Vielleicht war es der Herr mit tief sitzendem Basecap und hochgeschlagener Trainingsjacke tatsächlich.

    Aber angesichts der Sichtung, und angesichts der ziemlich technisch klingenden Pausengesprächsfetzenverwehungen, fiel mir auf, dass vermutlich wirklich der ein oder andere professionelle Musiker im Publikum sitzen wird. Das Berliner Klavierfestival ist schon ein wenig eine Veranstaltung von Pianists-Pianisten, also Pianisten, die von anderen Pianisten gehört werden; und vielleicht bei niemand so sehr wie bei Marc-André Hamelin.

    Denn selbst angesichts der hochkarätigen Besetzung der letzten Tage, hat Hamelin den Ruf noch einen Tick virtuoser und noch müheloser zu spielen. Wenn Hough den Anschein erweckt, das Klavier bald nur mit der Kraft seiner Gedanken spielen zu können, erweckt Hamelin den Anschein, das Klavier würde von alleine anfangen, wenn Hamelin mal kurz gedanklich vorbeihuscht.

    Tatsächlich begann er schon mit dem Spielen als er noch halb dabei war, sich hinzusetzen. „Schwebende Leichtigkeit“ schrieb ich beim letzten Hamelin-Konzert. Ich möchte noch Klarheit ergänzen, so sehr hatte ich immer das Gefühl niemals nur „Klang“ wahrzunehmen, sondern immer jeden einzelnen Ton.

    Sein erstes Wort des Abends kam, wie schon 2024, direkt vor der ersten Zugabe. 2024 sagte er „Prokofiev!“, dieses Jahr „Debussy!“.

    Hough war Perfektion, Hamelin wäre Perfektion in einer Welt, die ein ganzes Stück schräger und entrückter wäre, als sie es gerade ist.

    Schräg und entrückt war auch das Programm. Ich fühlte mich ein wenig wie an einem Bergtag der Tour-de-France. Einrollen mit Haydn, ein leichtes Kopfsteinpflaster mit Frank Zappa, der steile Aufstieg mit Wolpes Passacaglia (Zwölfonmusik!)1, 2,3 auf dem Gipfel mit John Oswalds crazy Stück Tip (ein 10-Minuten-Stück „plunderphonics“-Stück, in dem 40 Jazz- Pop- und Klassik-Klassiker zitiert werden), um dann mit Medtner (Improvisation Nr. 1, Danza festiva) Schwung holend, mit Rachmaninoff mit Tempo den Berg wieder hinunter zu pianieren und mit der Zugabe („Debussy!“ / Judy-and-Punch-Show) mit erhobenen Armen und offenen Haaren ins Ziel rollern.

    Wie auch bei der Tour de France: Der Anstieg ist das Beste.

    Fiebertraum mehr Persönlichkeit

    Poupoulab beim Klavierfestival: Berliner Klavierfestival 2026. Stephen Hough

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    Service: der Fusskiesel kieselt ab jetzt unter https://blog.kieselwiese.de, siehe Neues Blog

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    Anscheinend hat niemand den Post verlinkt. Das geht nicht. Wegen des großen Erfolgs meiner kleinen Antwort auf die Frage, ob kranke Menschen immer über ihre Krankheit sprechen müssen vor ein paar Tagen … schreibe ich diesen kleinen Konzertbericht mal mit allen Widrigkeiten, bei denen ich mir Mühe geben musste.

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    Been there, done that: Zwei Tage nachdem ich den Rasenmäher bestellt hatte, konnte ich 22 Tabs in meinem Browser schließen. Produktvergleiche, Produktdokumentationen, Baumarktseiten, Bewertungen, Fachforen, Fanforen. Der Blick auf die noch offenen Tabs fühlte sich an, wie ein Blick in eine fiebrige Vergangenheit.

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    Das einzige wofür KI gut taugt, ist Entertainment: Curly quotes

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    Passend dazu: Ich habe den Haselanten letztens gefragt, ob ein bestimmter Blog-Text mit KI geschrieben ist. Antwort (im Auszug):

    „Besonders KI-verdächtig sind die Passagen, die generisch klingen wie zum Beispiel: „Mein Weg in der KI-Ära heißt: Mehr Mensch, mehr Persönlichkeit, mehr Wir.“

    Anmerkungen

    1. Wer spontan noch etwas Musikwissenschaft dazu lesen möchte: Bei der Stefan Wolpe Society (nach Passacaglia for Orchestra, op. 23. suchen). ↩︎
    2. Was den Youtube-Kommentaren auffällt: Er spielt mit Noten. Was er den Kommentaren, und auch meiner Beobachtung nach, nie macht. Nicht mal bei dem sonstigesn crazy stuff, den er im Programm hat. ↩︎
    3. Dazu passt der Satz aus der Wolpe-Society: Wolpe dedicated the “Passacaglia” to Edward Steuermann, a student of Busoni. Since no such virtuoso was then available in Palestine, he arranged the work for two pianos. ↩︎

  • 26-04-28 Jubilate Supercalifragilisticexpialidoso

    26-04-28 Jubilate Supercalifragilisticexpialidoso

    Aufwachen mit Sonne im Schlafzimmer; es ist auch in dieser Wohnung möglich. Am Bahnsteig eine sanft wippende Frau mit Überohr-Kopfhörern, die sich mit geschlossenen Augen der Sonne entgegenstreckte. Wo auch immer sie innerlich war, ich wäre auch gern an diesem Ort gewesen.

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    Madame war beim Konzert einer abhebenden Rhythmusgöttin in Tüllwolke. Da das Berliner Klavierfestival gerade Konzerte in einer Frequenz in unser Leben wirft, hinter der ich nicht hinterherbloggen kann, verweise ich auf poupoulab: Berliner Klavierfestival 2026. Sophia Liu

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    Madame brachte vom Osteuropa-Wunderland ein neues Experimentalgetränk mit: Rjaschenka. Eventuell ernähre ich mich in Zukunft nur noch davon.

    Immerhin können wir die Rjaschenka auch im Crocky selber machen: Homemade Slow Cooker Ryazhenka: A Nutritious Fermented Milk Drink

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    Der Puschefluffel fluffelt ab. Als Ausgleich dürfen wir derzeit über einen rosa Blütenteppich das Haus verlassen. Wenn Zugluft und Wind richtig stehen, haben wir ein kleines Blütenblattmeer im Treppenhaus.

    Als Nachfolgerin legt die Strauch-Lonicera los, auch in rosa. So spannend, diesen Parkplatz-Garten das erste Mal durch die Jahreszeiten zu beobachten.

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    Die Fernuni-Klausur Digitale Diversität ist bestanden. Die Note ist spektakulär schlecht. Aber der vorherige Arbeitsaufwand war auch spektakulär gering. Insofern erreichte ich das Semesterziel, das lautete: „Mit minimalem Aufwand bestehen.“ Hätte ich noch weniger Aufwand getrieben, wäre ich durchgefallen.

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    Es war ein theologischer Sonntag und ein erklärbärig-konzertanter Montag.

    Jubilate Deo, omnis terra

    Die Vaterunser-Gemeinde hatte zu, Gottesdienst Jubilate1 einen Jazz-Gottesdienst versprochen. Wir nutzten den unlatifundalen Sonntagmorgen, um in unserer Wilmersdorfer Gemeinde vorbeizuschauen. Angesichts der Ankündigung

    • erwartete Madame etwas Künstlerisches, Freejazziges frei Schwebendes
    • ich erwartete eine nicht-singende Gemeinde ohne Organist*in, bei der dann halt Manni aus dem Gemeindekirchenrat rumtröten muss, damit überhaupt Musik da ist

    Wir lagen beide falsch. Uns erwartete eine vier-Personen-Band aus Bass, Banjo, Posaune und winzigen Sopran-Saxophon, die im Laufe des Gottesdienstes fünf Dixieland-Kracher aufführte. Wie wir später erfuhren, sind die Bandmitglieder alle Ü75, wurden einst von einem schon lange nach Bayern gezogenen Temporärpfarrer in die Gemeinde gebracht, und insbesondere die Saxophonistin war auch musikalisch eine echte Wucht.

    What a show.

    Alle bekannten Anwesenden (= alle außer wir) wurden mit „Moin“ begrüßt, wir nicht ganz so informell, aber ähnlich herzlich, die Stimmung war im besten Sinne familiär, und beim anschließenden Kirchenkaffee wurden wir schon dreiviertel in die Familie integriert, mussten aufpassen uns nicht gleich im Überschwang der Gefühle zur Tanzgruppe Feuer und Flamme zu verpflichten.

    Württemberg ist nicht Berlin

    Der Sekt musste weg. Durch Bewegungen des Lebens fanden sich in unserem Kühlschrank noch fünf Flaschen Sekt. Da wir alleine zu zweit quasi nie Sekt trinken, und wir bei Besuch, der fünf gekühlte Sektflaschen gleichzeitig nötig machen, normalerweise Vorwarnzeit haben, waren die Flaschen fehl.

    Also gab es als Aperitif zum Besuch von Dr. D. und Dr. E. Pseudo-Kir-Royal mit Madames Sloe Gin und Sekt. Danach:

    • Best of Wilmersdorfer Osteuropa-Geschäft: Zweierlei vom Räucherfisch plus eingelegte Tomaten und grünen Salat.
    • Best of Latifundien: Spargelcremesuppe aus Spargel vom Hof und Croutons
    • Rhabarberauflauf

    Die Gespräche nahmen die übliche weite Runde, die mit diesen beiden immer zustande kommt: Vom Spaghetti-Eis 1988 im City Center Langenhagen über Bahnreisen in Marokko (empfehlenswert) und die Frage „Wie relevant ist Homosexualität beim Thema ‚Die-Bibel-zur-Diakonie’“?

    Einst wollte der Bezirk Wedding nicht mit dem Prenzlauer Berg zusammengehen, weil der Prenzlberg zu arm war

    Entdeckung: Pizza Kral in der U-Bahn-Unterführung Osloer Straße ist ein toller Laden für handgemachte orientalische Teigtaschen und Teiggerichte aller Art. Im Hintergrund kneteten, schoben und formten zwei junge Männer Pide, Börek, Lahmacun, Pizza und alles was das Herz begehrt, vorne verkaufte eine Frau, die die Großmutter der beiden sein könnte.

    Leider bin ich viel zu selten im Gesundbrunnen. Aber falls ich wieder dort bin, werde ich mir den erlesenen Ort am unwirtlichen Platz merken.

    Eine Gelegenheit endlich mal wieder in den Wedding zu kommen, bot meine derzeitige Teilzeittätigkeit als Digital-Erklärbär im Kombibad Seestraße2. Das Bad und mit ihm ziemlich viele Auszubildende hatten Fortbildungstag. Im Rahmen eines umfassenden Programms gewann ich den Slot „digitale Dateiablage und andere sexy Themen“ und ich glaube, die live-Evakuierungsübung „Chlorgasalarm“ war nur fast so spannend wie die digitale Dateiablage.

    Ich persönlich habe immerhin viel gelernt.

    Auch gelernt: in 18 Jahren Berlin war ich nie am Ort an dem die Mauer fiel, der Bornholmer Brücke. Auch dies ist jetzt nachgeholt.

    Habe ich es je bei einem Konzert erlebt, dass der Künstler bereits zur Pause mehrfach wieder auf die Bühne geklatscht wurde?

    In der U2, uns gegenüber zwei Frauen im festlichen aber ernsthaften Schwarz. Eine regte sich furchtbar auf, weil jemand anderes sich auf Facebook aufgeregt hatte, weil ein „falsches“ Stück gespielt worden war.

    Wollten sie etwas dahin wo wir auch hinwollten?

    Als sie mit uns die U-Bahn verließen und über den Gendarmenmarkt Richtung Konzerthaus strömten, war es klar: Ja.

    Madame nahm mich zu ihren neuen Freunden vom (räumlich) linken Rand des kleinen Saals im Konzerthaus mit. Noch tauschten sie keine Telefonnummern, aber nach vier Klavierkonzerten in fast identischer Publikumskonstellation waren sie kurz davor.

    Dieses begeistert musik-nerd-hafte beim Festival ist auch dieses Jahr eine große Show. Eine wunderbare Mischung aus wunderbaren Männern, die uns erzählen wie sie während Corona viele Sonaten durchgehört haben und der Frau im gehobenen Business-Dress, die mir entgegenkam, wie sie Bier aus der Flasche trank.

    In der Pause: Professor Transformation.

    Laut dem Economist ein Universalgenie

    Es spielte Stephen Hough, Commander of the British Empire, MacArthur Fellow, Fellow in Oxford und Cambridge, zum Ritter geschlagen. Das Konzert wäre eine Ansage gewesen, hätte Hough es noch nötig, Ansagen zu machen.

    Das war der Standard an dem sich alle anderen abarbeiten können. Ruhig, wo es ruhig gehört, atemberaubend schnell, wo es schnell gehört, immer in einer Lautstärke und zu einem Zeitpunkt, an dem ich dachte: Genauso ist es richtig und nicht anders.

    Andere mögen besonder schnell sein, oder besonders virtuos oder klangmächtig oder rhythmisch. Bei ihm hatte ich den Eindruck, er spielt einfach so wie es richtig ist.

    Dabei spielte er in einer Bewegungsökonomie, die mich denken ließ: „Noch ein paar Jahre, und er muss die Hände gar nicht mehr bewegen, dann reicht reine Gedankenkraft“

    Wo sich für mich alles am richtig richtigsten war: Im ersten Teil seine Brahms-Schönberg-Zusammenziehung3. Im zweiten Teil wurde er verspielter mit Schumanns Carnaval und eigenen Arrangements von Mary Poppins.

    Bei aller Souveränität, die er ausstrahlte, eigentlich scheint Hough ein humorvolles Spielkind zu sein. Hätte er nicht diese Seite in sich, könnte er diese Version von Supercalifragilisticoespialidoso weder komponiert/arrangiert haben und sie auch nicht spielen4.

    Und das war nichtmal die Zugabe.

    Immer etwas schönes vorhaben und ein Klavierarrangement

    Ich bin nicht überrascht, dass Stephen Hough einst bloggte. Zum Beispiel über die Toiletten in Singapur (hier bei Minute 1:48)

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    Ähnlich und auch nicht: Arztbesuche in Japan.

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    Ich muss noch ein wenig bei Hough bleiben, denn Youtube bietet auch sein „My Favoourite Things“ (bekannt aus The Sound of Music) Arrangement.

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    Regenwasserrückhaltebeckenfolienverlegung – als Blogpost noch besser denn als Wort.

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    Vor langer Zeit habe ich mich ja entschieden, dass meine Neigung und berufliche Perspektive nicht darin liegt, Neues zu erschaffen, sondern darin Bestehendes zu erhalten, zu verbessern und zugänglicher zu machen.

    Einerseits sehe ich wie sehr KI gerade in Tech-Berufen Kohorten von Software-Entwicklern in die Arbeitslosigkeit stürzt. Andererseits denke ich: Meine Güte, ich häuft gerade alle so viel technische Schuld und so unübersichtliche Systeme an. Wer in der Lage ist, sich in den AI-Slop hinein zu denken und die echten Fehler zu finden – vor dem liegt in ein paar Jahren eine goldene Zukunft. Beweisstück Nr. ziemlich viele: Do I belong in tech anymore?

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    „Immer etwas Schönes vorhaben und etwas Leckeres zu essen.“

    Anmerkungen

    1. Im Kirchenjahr der dritte Sonntag nach Ostern, benannt nach dem liturgischen Vers des Tages, Psalm 66,1: „Jubilate Deo, omnis terra“. ↩︎
    2. Das zum 1. Mai, also in drei Tagen, die Freibadsaison eröffnet. Hingehtipp, die sind da super. ↩︎
    3. Brahms: Klavierstück es-Moll op. 118 No. 6 Intermezzo & Arnold Schönberg: Sechs kleine Klavierstücke ↩︎
    4. Youtube denkt mit und brachte mir direkt danach Beethovens Waldstein-Sonate, auch Teil des Konzertprogramms, die ich in Teilen direkt bei Supercalifragilisticexpialidoso hören lässt. ↩︎

  • 26-04-25 Das Klappern der Grasmücke

    26-04-25 Das Klappern der Grasmücke

    Madame sah den Parkplatz-Fuchs wieder. Sie sah den Nachbarschaftsfuchs, den wir in der eisigen Eiseszeit im Januar verloren glaubten. Sie lief abends die Treppe zum Parkplatz hinab, der Fuchs verschwand vor ihr ins Gebüsch. Ich jubiliere.

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    Eine U-Bahn-Mitfahrerin in Höhe Blissestraße informierte empathisch ihr Mobiltelefon: „Lukas, darüber werde ich jetzt nicht diskutieren! Es ist mir Scheißegal!“

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    Im BPAF waren Rolltreppen-Handwerker*innen unterwegs. Vermutlich. Zumindest war die Rolltreppe geöffnet. Aus ihrem Inneren klangen Geräusche, die Handwerker*innen für gewöhnlich beim Handwerken machen.

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    Die Fernuni lädt mich zur Alumni-Feier in die Ufa-Fabrik, 300 Meter von meiner Ex-Arbeitgeberin entfernt, die mich zum Fernstudium inspirierte. Es wird das Saxophonquartett Quadrophon begleiten.

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    Es war ein Arbeits-Schwimm-Freitag, ein halblatifundaler Samstag und ein Arthouse-Donnerstagabend.

    Zwei Bücher über eine Stadt im Wald

    Eher unwillig durchblätterte ich einen unerquicklichen Reiseführer für Litauen. Er war dünn, ich war durchgeblättert bevor ich aufgeben konnte. Warum veröffentlichen Menschen Bücher, die keine Lust auf Schreiben haben? Meine Hoffnung hing am nächsten Buch, das Madame mir aus der Bibliothek mitgebracht hatte:

    Tomas Venclovas Vilnius – Eine Stadt in Europa.

    Alleine schon der erste Satz:

    Der Raum, in dem meine Stadt sich angesiedelt hat, hat keine klaren Grenzen.

    Ich atmete ein, breitete innerlich die Arme aus und ließ mich in den Text fallen. Ich bereute es nicht. So viel klassisch osteuropäische Gelehrsamkeit, soviel Wärme trotz kritischem Denkvermögen. Dieses Buch ist ein Traum.

    Ein Bungalow im Feld

    Mein Geist wandert ab und an Richtung Sommer. Mein Herz lebt im Frühling.

    Aus den Augenwinkeln sah ich beim Rasenmähen1 eine Taube elegant einen halben Meter über den benachbarten Acker gleiten. Später rüttelte die Taube über dem Acker. Ich beschloss, dass die Taube wohl ein Turmfalke war.

    Die Sonne schien, letzte Woche hatte es geregnet, und der Frühling kannte kein Halten mehr.

    Schon bei der Ankunft in den märkischen Hamptons begrüsste uns ein wild singender Vogel. Da es kurz vor Mitternacht war, war es wohl eine Nachtigall und keine Amsel.

    Ein ausuferndes Vogelkonzert begleitete unsere Wege bei Sonnenlicht.

    Besonders fiel mir ein Schmettern auf – ich bedankte mich beim Handy, dass mir innerhalb von einer Minute sagte, dass das Schmettern in Fachkreisen als Klappern (wie das einer Mühle) bezeichnet wird, und klares Anzeichen für die Klappergrasmücke ist.

    Später: Ein Schatten zog über mich. Ich schaute hinauf: Ein Storch kreiste keine Zehn Meter über mir. Später: Ein Schatten neben mir. Ein bisher unbekannter Nachbar hatte sich neben dem lauten Rasenmäher angenähert, fragte, ob er WD40 für ein Anhängerkupplungsschloss leihen kann.

    Erstaunlich, wie die Schlüsselblumen nach Jahren des Zögerns, sich doch entschieden, den Garten zu mögen und sich auszubreiten.

    In der Pseudowiese2 nimmt der Löwenzahn das Gelb der Narzissen auf und tupft diese mit gelben Punkten. In der echten Wiese wachsen die Blätterbüschel der Knautien empor und versprechen den Sommer.

    Erstaunlich, dass die eine rote Tulpe unter dem Rotdorn sich im Laufe weniger Tage in drei rote Tulpen verwandelte. Wir beide könnten schwören, dass auch 2025 dort nur eine Tulpe stand.

    Erstaunlich, wie viele Blüten das kleine Bäumchen der Köstlichen von Charneaux tragen kann.

    Während die Mirabelle schon durch ist, beginnen die Äpfel das volle Programm zu fahren. Zurzeit sind sie halb rose Knospe, halb weiße Blüte. Bällebad ist nichts dagegen.

    Yevgeni

    Kulturelles Überangebot führte Donnerstag zum Split. Während ich Richtung Kreuzberg ins Kino verschwand, fuhr Madame nach Mitte-Mitte ins Konzerthaus zum Berliner Klavierfestival.

    Yevgeni Sudbin spielte Bachs Fantasie & Fuge a-Moll BWV 904, Skrjabins Sonate Nr. 10 op. 70, Chopins Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52, Bach-Rachmaninovs Prélude, Gavotte & Gigue aus der Violin-Partita Nr. 3, Scarlattis Sonaten K. 466, K. 208 und K. 455 und Tschaikowski-Sudbins Fantasie-Ouvertüre zu Romeo & Julia.

    Ich will nicht sagen, dass sich Routine einstellte, oder dass Sudbin jetzt nicht von Eckhardstein heranreichte. Aber sie leuchtete nicht ganz so sehr. Während fast ein Zwischenstück, Skrjabins Sonate Nr. 10 op. 70, sie bis in den Kern bewegte, blieb sie beim eigentlichen Hauptstück des Abends, der Ouvertüre zu Romeo & Julia reservierter.

    Beeindruckend, wahrlich beeindruckend, wie Sudbin die Klangbreite eines kompletten Orchesters von den Flöten über die Streicher bis zum schweren Gerät nur mit einem Klavier erzeugen kann (Hier eine ältere Aufnahme von Sudbin mit demselben Stück)

    Trotzdem konnte sie sich des Kommentars nicht erwehren, dass es ja heutzutage schon Tonaufnahmen gibt und es eigentlich nicht mehr nötig ist, komplette Orchestersätze nur für Klavier zu arrangieren.

    Vera

    Nach dem IMAX-Ausflug vom Montag, war ich zurück in meiner Arthouse-Kuschelwelt3. Es ist eine Welt, in der mensch an einem komplett normalen Donnerstag einen großen Kinosaal durch einen Schwarzweißfilm von 1944 ausverkauft bekommt. Wie schön.

    Laura (Regie: Otto Preminger) lief in der Yorck-Reihe Boulevard Noir im großen Saal im Yorck Kino und war ein Highlight dieser an Highlights reichen Reihe.

    Murder is my favorite crime

    Ein Vergleich mit dem kürzlich gesehen Maltese Falcon drängt sich auf. Beides sind Klassiker des Genres, die vor allem zeigen, wie sich schöne, beneidenswert gut angezogene, Menschen in stilvollen Innenräumen Dialoge zum Auswendiglernen an die Ohren werfen.

    Der Falke spielt in San Francisco, Laura in New York. Beim Falken geht es am Ende um einen Schatz aus dem ausklingenden Mittelalter, bei Laura um den klassischen Femizid. Der Falke ist vermutlich der ikonischere, cleverere, gewitztere der beiden Filme mit den besseren Schauspieler*innen; Laura der klügere und meines Erachtens bessere Film.

    I don’t use a pen. I write with a goose quill dipped in venom.

    Dabei möchte ich den Klassiker Maltese Falcon auf gar keinsten Fall schlechtreden – es ist ein großartiger Film. Aber er bietet sich zum Vergleich an. Wo der Falke alles auf Humphrey Bogart zentriert, er ist die schönste Figur im Film, hat die komplette Bildschirmpräsenz, ist der Good Guy und derjenige mit den coolen Sprüchen, kreiert Laura ein Ensemblestück:

    Der Typ mit den großartigen Sprüchen ist jemand anderes als der Detektiv und wieder jemand anderes ist die schönste Person. Wer die höchste Bildschirmpräsenz, ist streitbar. Aus einem Ensemble, das im Falken um die Sonne Bogart kreist wird in Laura ein instabiles System mehrerer Kraftzentren stets zwischen Explosion und Kollaps.

    Wo der Falke schon mit einer reichlich abstrusen Geschichte anfängt, der Schatz des Malteserordens, und sich dann voll in in diese Absurdität hineinwirft, nimmt Laura die allgegenwärtigste aller Mordgeschichten, der Besitzergreifende Ex-Nicht-mal-Liebhaber war’s, und webt darum ein kunstvolles Netz der Irrungen und Wirrungen. Im Falken spielen Figuren, bei Laura sind es Menschen.

    I never have been and I never will be bound by anything I don’t do of my own free will

    Nur halb war ich dann überrascht, dass der Ursprungstext von Laura von Vera stammte. Überrascht, weil ich nicht gedacht hätte, dass Hollywood 1944 eine Frau an derart prominenter Stelle kommen ließ. Nicht überrascht, weil sich der Film weiblich gedacht anfühlte.

    Vera Caspary, die Frau, die das Buch zu Laura schrieb, ist eines Films würdig. Tochter russisch-deutsch-jüdischer Einwanderer verdiente sie ihr erstes Geld, indem sie den fiktiven „Sergei Marinoff School of Classic Dancing“ Fernlehrkurs und andere Fernlehrkurse erfand von deren Themen sie wenig verstand.

    Zeitlebens hielt sie und sich selbst und ihre Mutter durch fragwürdige Copywriting-Jobs am Existenzminimum am Leben haltend bis sie ihren ersten Erfolg hatte, und die Geschichte Thicker Than Water an Paramount verkaufte. Dieselbe Geschichte verkaufte sie mit kleinen Abwandlungen noch achtmal an andere Abnehmer.

    Ihr Leben blieb bewegt, Erfolg mit Laura, Pleite mit Investitionspech, Blacklisting in der McCarthy Ära, und schließlich ein Leben als mäßig erfolgreiche Romanautorin.

    Laura Hunt: But you write about people with such real understanding and sentiment. That’s what makes your column so good.
    Waldo Lydecker: Sentiment comes easily at 50 cents a word.

    Auto Anker Buch Bus

    poupou war beim Berliner Klavierfestival und sah Yevgeni Sudbin: Berliner Klavierfestival 2026. Yevgeny Sudbin

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    Holger und Angela ankern in der Biskaya: AZ13 – Ankern in der Ria de Cedeira

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    Merken für Potsdam: Die Linie 603 wird auch als Cecilienhof-Linie bezeichnet. Unterwegs kann man die Französische Kirche, das Holländische Viertel, die Gotische Bibliothek, den Treffpunkt Freizeit und den neuen Garten sehen, außerdem das 7. Städtchen, das Fontane-Archiv und enorm viele Villen. Und man muss nicht mal aussteigen, das ist ein Rundkurs. Zwischendurch ist allerdings das Pflaster so schlecht, dass es einem fast die Plomben aus dem Zahn haut.

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    Nichts ist mehr Entertainment als Autowaschstraße: Auto waschen.

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    Zum Welttag des Buches. Der Kaffeehaussitzer blickt auf seine detaillierte Prognose aus dem Jahr 2016 „Der Buchmarkt der Zukunft“ zurück: Im März 2016 erschien ein Text von mir in der Zeitschrift »Streifband«, dem Magazin des Studienganges Buchherstellung an der HTWK Leipzig. Er trug den Titel »Kaffeesatzlesen für die nächste Dekade«. Ich war gebeten worden, einen Beitrag über die Zukunft der Buchbranche zu schreiben

    Anmerkungen

    1. Anmähen für 2026 ↩︎
    2. In der echten Wiese – also dort wo wir nur einmal im Jahr mähen, wächst kein Löwenzahn mehr. Dieser wächst nur auf den Mähwegen und -flächen, die regelmäßig kurz gehalten werden. ↩︎
    3. Yorck Unlimited No. 21. Damit 11,33€ pro Besuch und damit auch preiswertertester als die Online-Karte in den B-Kinos. Oder anders gesagt: Preiswerter als jede reguläre Eintrittskarte. ↩︎
  • 26-04-23 Zwanglose Absprachen täglich um 9.00 Uhr im Raum 114

    26-04-23 Zwanglose Absprachen täglich um 9.00 Uhr im Raum 114

    Das Schicksal spülte Freebie-Zahnputztabletten mit Erdbeergeschmack in Madames Wege. Sie reichte sie wenig begeistert an mich weiter. Ich hoffte auf das Aroma „Erdbeerjoghurt – sehr süß“, bekam aber „Pappe, in Erdbeerjoghurt gelagert.“

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    Die Baustelle, von der ich bisher dachte, dass dort die neue Zentrale der Berliner Stadtreinigung BSR entsteht, errichtet laut Baustellenankündigungschild den „S!NN Campus“.

    S!NN Campus. Wie Sinn ergeben.

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    Der Kriegsminister des Fifa-Friedenspreisträgers zitierte in einem Gottesdienst einen gewaltlüsternen falschen Bibelvers auf einem Tarantino-Film. Das sagt natürlich viel über den Friedenspreisträger und seine Bande. Leider sagt es auch etwas über die Anschlussfähigkeit von Tarantino-Filmen. Ich leiste innerlich weiterhin Abbitte, sie je cool gefunden zu haben.

    **

    Staunen über die Nachbarschaft. Nicht nur, dass die benachbarte Auenkirche zum Gottesdienst Mitglieder des RIAS-Kammerchors auftreiben kann; wenn die eigene Kantorei der Auenkirche ein Konzert gibt, dann spielt das Community-Orchester des DSO Berlin. Welcome to hochbürgerliches Westberlin.

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    Gesprächsfetzenverwehung: „48% Durchlassverminderung!!!“. Mir fehlt der Kontext ob das jetzt ein guter oder schlechter Wert ist, auf jeden Fall war er ungewöhnlich.

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    Es waren drei Tage in denen Arbeit zuverlässig gegen den Frühling gewann.

    Hoch und nieder. Manchmal wieder.

    Die Rolltreppe in BPAF rollt wieder.

    Also nicht DIE Rolltreppen, nicht diejenigen, die Mitte Februar von einem Tag auf den anderen gesperrt wurden und seitdem nie wieder in Betrieb gingen. Die einzige Änderung dort ist, dass der Kofferträger durch ein Hinweisschild auf den Fahrstuhl ersetzt wurde.

    Die andere Treppe rollt: Diejenige, die von September bis Dezember geplant ersetzt werden sollte, und die dann von Dezember bis April ungeplant immer noch in restauro war.

    Wahrscheinlich karmisches Gleichgewicht. Wenn ich schon nicht mehr täglich die vier Stockwerke Altbau-Treppenhaus überwinden muss, dann komme ich halt am Bahnhof auf meine Treppenstufen.

    Das Jahr 1994 / 2012 / 2014 / 2025 hat angerufen

    Wenn die Gegenwart im ereignislosen Alltagsmodus läuft, findet die Vergangenheit Wege sich einzuschleichen.

    Das Jahr 1994 mailte. Das war im ersten Moment ebenso überraschend wie erfreulich. Nach ein paar Stunden hatte sich die Überraschung langsam abgekühlt, die Freude blieb.

    Das Jahr 2012 tauchte im Dateiordner auf. Semi-Zufällig stieß ich auf Team-Sitzungs-Protokolle aus einer Welt vor meiner Zeit zwischen 2012 und 2018 und staunte. Während Form der Meetings und Form der Protokolle einem starken Wandel unterlagen, immer stark abhängig von den jeweiligen Personen, blieben die Inhalte oft gleich. Einige Probleme wurden nie gelöst, beschäftigen uns immer noch. Andere Aufgaben kehren zyklisch wieder. Manchmal erkenne ich auch Fortschritte. Am schönsten sind die halb-mysteriösen, halb-menschlichen Vermerke wie: „Zwanglose Absprachen täglich um 9.00 Uhr im Raum 114“

    Die Tasse aus wilden Leiharbeitszeiten von 2014 sehe ich fast wöchentlich. Aber erst nach 12 Jahren viel mir auf, dass tecops und teacup fast dasselbe Wort sind. Falls ich in Pseudo-Plattdeutsch verfiele sogar noch mehr: „Min deern, dit is mijn tecops für mijn Tee“.

    Die E-Mail-Adressvervollständigung schlug mir eine Mail an die alte Haus“verwaltung“ bis 2025 vor. Fast hätte ich ihnen spontan eine Mail geschrieben mit „Ätsch, wir sind gar nicht mehr bei Euch. Und das ist super.“

    Fantasie op. 17

    Madame stellte ein komplettes Klavierkonzert in ihrer Haltung dar. Während ich halb daniedergesunken am Esstisch mit dem Stuhl verschmolzen war, vom Schlaf nur durch die Mühsal getrennt, die der Weg ins Schlafzimmer bedeutet hätte, schwebte sie in die Wohnung, leuchtete mehr als alle Lampen zusammen.

    Das erste Konzert des Berliner KlavierfestivalsSeverin von Eckardstein spielt Mozarts Sonate c-moll KV 457, Schumanns Fantasie op. 17, Brahms‘ Klavierstücke op. 118, Liszt‘ Sonetto 123 del Petrarca sowie die Dante-Sonate – schien lohnend.

    In Minuten verwandelte sie das ganze Wohnzimmer in bewohnten Schumann. Fast so eindrucksvoll wie das Konzert.

    After the rain

    Das Gras es grünt, das Puffelfluschel rosat und die Tulpen roten. Die Mischung aus viel Regen am Wochenende plus dezenter Wärme bei Sonne hat dem Frühling Auftrieb gegeben. Das Gras so saftig wie in der Butterwerbung, die letzten Zwiebenblumen strecken ihre Köpfe selbst aus dem Trockenschatten der Hauswand empor und der große Baum Richtung Ex-Finanzamt entpuppte sich mit Blättern als Linde.

    Falls wir wollen, können wir unter dem Lindenbaum tanzen.

    Stadtbad von 1961 auf sattgrüner Wiese mit Bäumen vor Frühlingssonne.
    Weder Ex-Finanzamt noch die Linde. Aber in der Nähe.

    Severin von Duisburg in Würde

    Poupou war beim Berliner Klavierfestival: Berliner Klavierfestival 2026. Severin von Eckardstein

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    KI aussperren oder auch nicht.

    *

    Respekt: Nach Feierabend starte ich meinen zweiten Versuch, mal von der Arbeit (in der Nähe vom Landtag in Düsseldorf) so weit es geht in Richtung Duisburg zu laufen.

    *

    Ein Konzert von Admin of the ashes würde ich mir jederzeit anschauen.

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    (via Kaltmamsell)

    STANDARD: Wird Altern in Würde überschätzt?

    Rösinger: Was soll denn das auch heißen? Jugendliche sind ja auch nicht in Würde jung. Das dient ja nur wieder dazu, um Leuten vorzuschreiben, wie sie leben sollen.

    Notat

    Erstes Mal dieses Jahr: Zum Lunch draußen gegessen (Di, Rote Insel)

    Erstes Mal: Café Pinjo zum Lunch getestet. (Do)

  • 25-06-03 Dinner mit Aussicht auf Regen

    25-06-03 Dinner mit Aussicht auf Regen

    Madame errang in Säkularisierungstheorie und Facetten und Wahrnehmung religiöser Vielfalt je 100%.

    Nachzutragen ist: Das in diesem Blog bereits erwähnte Klavierkonzert von Severin von Eckardstein hat seinen Weg in die Deutschlandfunk-Audiothek gefunden: Severin von Eckardstein beim Berliner Klavierfestival.

    Emma von Adecco schrieb mir eine Handy-Nachricht. „Hallo! Ich bin Emma von Adecco. Wir haben eine Stelle als Freiberufler zu besetzen. Kann ich Ihnen mehr Einzelheiten geben? Reply STOP Exit.“ Fast wäre ich neugierig genug gewesen, um nachzufragen.

    Nachbarin Polizei hat auf ihrem Gartenparkplatz drei Glasflaschen aufgestellt, kurz bevor der Parkplatz ins Beet übergeht. Die LowTech-Variante eines Einparkpiepsers?

    Gelesen (in Teilen): Tales from the Manuscript of Saragossa. Ein Deutscher las die englische Übersetzung eines französischen Buchs, das ein Pole geschrieben hatte, welches von einem Niederländer in Spanien handelt, der Geschichten aus Italien erzählt. Wilde Angelegenheit. Später kommt mehr dazu.

    Das allererste mal länger in Berlin war ich im Rahmen eines Praktikums. Frau Tampon-Sögel beherbergte mich in ihrer Wohnung in Weissensee. Sechs Wochen lang fuhr ich jeden Tag mit der U8 zum Hermannplatz und stieg dort um in die U7 zum Südstern. Wenn ich aus der richtigen Perspektive in der U-Bahn-Station Hermannplatz unterwegs bin, habe ich manchmal immer noch den Geruch der Ofenheizung aus der damaligen Wohnung in der Nase.

    Kathedrale der Elektrizität

    Neukölln ist das neue Südkreuz. Nein, eigentlich nicht. Aber wie im Südkreuz auch, steht in der Passage zwischen Karl-Marx-Straße und Richardstraße ein Klavier. Dieses gehört zum Restaurant Vorwerck (Iberty: 2023) und begrüßt die Gäste.

    Ich aber wollte nur ein bisschen bummeln zwischen dem migrantisch geprägten Kleingewerbe an der Karl-Marx-Straße und der Richardstraße, die gerade noch so auf dem schmalen Grad zwischen Boheme, Verfall und übler Gentrifizierung balanciert, um sehenswert zu sein. Nicht zu vergessen, dass hier die 1000 Quadratmeter Neukölln liegen, in der der Stadtbild an seine alte Zeit als Böhmisch Rixdorf erinnert und dörflich wirkt.

    Tourist in der eigenen Stadt: Noch auf dem Hinterhof bei Restaurant/ Neuköllner Oper/ Kino wurden aufwendige Blumengestecke zusammengesteckt. Ich lief langsam die aufkommende Schwüle des Wochenendes spürend durch die Passage zur Richardstraße. Dort steht das expressionistische Umspannwerk (siehe: Kathedrale der Elektrizität). Ich fand Musikinstrumentenwerkstätten ebenso wie das auf Biographien spezialisierte Antiquariat. Auf der Rückseite das Ensemble Neuköllner Hochniederkultur mit der Neuköllner Oper, dem Heimathafen Neukölln, dem Vorwerck und eben den Passage-Kinos.

    Dort erwartete mich ein Kinoposter, dass es mir den Rücken kalt herunter laufen lassen lies, zum Glück zu einem anderen Film. In meinem Film traf ich ein Mutter-Tochter-Gespann, Mutter mit osteuropäischem Akzent und ein mittelaltes Männer-Duo, unklar ob Paar oder nicht. Und ein märchenhafter Film: Flow. Ich begab mich in Reihe 4, Platz 3 und lehnte mich im Sessel zurück. Ich war früh, musste aufpassen, in der Wärme des Tages nicht einzuschlafen.

    Schnurchel, schnurf

    Endlich einmal ein Filmheld für mich: Ein Capybara, das den halben Film über schläft und schnarcht und die andere Hälfte über andere Tiere rettet.

    Ich wollte ins Kino. Drei Filme kamen in Frage: Pane, Amore e Fantasia (Italien, 1953), Ghost in the Shell (Japan, 1997) und Flow (Lettland, 2024). Ich warf Würfel befragte den Halluzinator und er riet:

    • Pane, amore e Fantasia: Ja, wenn du Hitze und Lächeln suchst, mit einem kleinen Aperitivo danach.
    • Ghost in the Shell: Ja, aber mit ruhigem Geist und offenen Pupillen, Wenn du dich verlieren willst, tief drinnen.
    • Flow: Ja, Wenn du leise Schönheit willst, wenn du bereit bist zu fühlen, ohne dass jemand spricht.

    Meine Entscheidung fiel dann weniger poetisch aus, richtete sich danach, welcher Film Samstagnachmittag lief in einem mir bisher unbekannten Kino. Und so landete ich im Passage-Kino Neukölln in Saal 4 und sah Flow. (Trailer)

    Der Film war Originalversion angekündigt. Aber das hatte vermutlich keine Auswirkungen, denn es gibt keinen Dialog. Null. Eine Welt ohne Menschen, nur Tiere – die zwar untereinander kommunizieren, aber durch Geräusche, Gesten, Körperlichkeit.

    Eine lettisch-belgisch-französische Koproduktion, in der ich mir einbilde sowohl osteuropäische märchenhafte Poesie zu finden wie auch französischen Willen zum Stil. Eine Welt, in der Menschen einst waren, sie ist voller menschlicher Artefakte. Aber nicht erklört (von wem auch?). Eine Gruppe von Tieren, Katze, Lemur, Sekretärsvogel, Labrador und eben das Capybara retten sich auf ein Floß.

    Es gibt nicht wirklich einen Plot (wie auch ohne formulierte Ziele?), sie erleben, werden getrieben, versuchen im Fluß zu blieben. Geschaffen wurde der Animationsfilm ausschließlich mit der Open-Source-Software Blender und gewann eine Latte Preise.

    Wir waren letzten Sommer im Lettland, wo jede Menge Plakate zum Film hingen, und er der meistgesehene Film der lettischen Geschichte ist. Aber selbst für Nicht-Letter: Er ist sicher einer der speziellsten Filme, die ich in den letzten Jahren sah.

    Schwalben kommen, Schwalben gehen, Schwalben kommen

    Was für ein seltsamer Sonntag. Die Wettervorhersage hatte leichtes Getröpfel (Berlin) bzw. schwere Weltuntergänge (Latifundien) vorhergesagt, und ich war auf den Latifundien.

    Einen halben Tag blieb ich damit beschäftigt, alle fünf Minuten in den Bungalow zu verschwinden, weil es entweder anfing zu regnen oder in der Sonne drückend heiß wurde, oder wieder rauszugehen, weil es gerade wieder angenehm war.

    Terrassenfrühstück und Kaffeegartenrunde gelangen noch. Dann kam ein leichter Regen. Ich packte alles zusammen, und alles ich dann im Bungalow saß, dachte ich, jetzt ist wieder trocken. Das Spiel wiederholte sich. Als der Regen vor war, kam Sonne. Auf der ungeschützten Terrasse in der Sonne merkte ich die Schwüle sofort und ging wieder rein. Dann kam eine Wolke und ich ging wieder raus.

    Außer Lesen und Bachelorarbieren war ich mit dem Wetter-hin-und-her vollauf beschäftigt. Auch die Tiere schienen verwirrt. Ich sah wenige von ihnen. Kurz vor dem eigentlichen Unwetter ein Schwarm Schwalben wild über dem Grundstück. Dann kam das Unwetter gar nicht bzw zog nördlich und südlich an mir vorbei, und wieder der Schwarm Schwalben.

    Ich glaube, ich habe ein- und dieselbe Fliege dreimal durch die Haustür wieder nach Draußen gelassen.

    Mein Plan war es während des für den Abend angekündigten Weltuntergangs zu Essen, und dann nach dessen Ende wieder nach Schöneberg zu fahren? Mangels Weltuntergangs fiel mein Plan in sich zusammen.

    Am Ende saß ich auf der Terrasse, aß Staudensellerie und Paprika, trank Buttermilch und sah die spektakulärsten Gewitterwolken, die alle in der Ferne von mir vorbeizogen.

    Ethik oder Diversität oder Gestaltung?

    Eine andere Entscheidung liegt noch vor mir. Eigentlich wäre es Zeit mich für das Wintersemester 25/26, nach Plan Mastersemester 1, zurückzumelden. Aber es ist sinnvoll, gleich die Module anzugeben, die man nächstes Semester belegen will.

    Dafür muss man wissen, welche Module man belegen will. Und bei einem kann ich mich nicht entscheiden.

    Die Rahmenbedingungen: An sich möchte ich die Masterarbeit Wirtschaftsinformatik irgendwann bei einem Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik schreiben. Dazu empfiehlt es sich, sie alle mal im Modul kennengelernt zu haben. Vier kenne ich schon, der fünfte fehlt mir noch: BIGSI, der Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme. Dieser bietet drei Module an: Digitale Ethik, Digitale Diversität oder Socio-Technical Information Systems Design.

    • Digitale Ethik ist ein Bachelormodul, das sich mit etwas Zähneknirschen für den Master anerkennen lässt. Wäre (hey, Nebenfach-Magister-Philosoph!) natürlich weit in meiner Komfortzone. Andererseits bin ich da auch weit in meinem „Someone is wrong on the Internet!“-Bereich. Also bitte, soll ich mir von BWLern was über Philosophie erzählen lassen?!?
    • Digitale Diversität ist ein Mastermodul. Da gilt das mit der Komfortzone eingeschränkt. Zu meiner Studienzeit war die Identitätspolitik entweder sehr abstrakt (hallo, französische Poststrukturalisten) oder fand in den unwissenschaftlichen Nebenfächern (aka Geisteswissenschaften) statt. Zur Soziologie war sie noch nicht wirklich vorgedrungen. Aber insgesamt liegt das auch nah an dem was ich sonst mache und denke.
    • Socio-Technical Information Systems Design ist ein englischsprachiges Modul (wenn auch erfreulicherweise viel näher an proper English als Knowledge Management..) und liegt im Komfortbereich, weil es sehr meinen derzeitigen Interessen entspricht – auch wenn ich hier vermutlich am wenigsten Vorwissen habe.

    Und so lange ich mich nicht entschieden habe, kann ich mich nicht rückmelden.

    (halber Bürotag klimatisiert, Rückflug mit Schlafen, 8,5 Stunden, 29 Grad auf 19 Grad): Jetzt wird es mega-spannend denn: Konzeptwechsel!

    Herr Mess über KI im Alltagseinsatz. Deckt ungefähr meine Erfahrungen: Mir hilft es beim lateralen Denken, weil es oft genug schräge, unerwartete Ergebnisse liefert und unerwartete aber nicht unpassende Wissensbrocken hervorzaubert. Oder halt frei erfundenes. Wenn ich Inspiration suche ist mir das fast egal. Aber never ever glaubt ohne Kontrolle, was ihr da lest: KI-Krisen. (und ja, sie hat noch das anderes Einsatzgebiet, das in einer seriösen Welt spielt, dass sich als unbezahlter Praktikant zusammenfassen lässt. Braucht Aufsicht und klare Ansagen, Qualität voller Überraschungen, aber sie verschnellert einiges deutlich)

    Julia Pracht übersetzte für das Alpine Museum München und lernte einiges über Sand- und Kalkstein.

    Frau Novemberregen on a run. Oder eher: On a flight. Ich habe jedes Wort gefeiert.

  • 25-04-25 Gleitschirmbrille

    25-04-25 Gleitschirmbrille

    Madame buchte einen Zug nach Versailles und ein Hotel in Bayeux. Erst danach fiel ihr auf, dass in Bayeux nicht nur der Teppich hängt, sondern auch Omaha Beach und die ganzen D-Day-Beaches direkt um die Ecke liegen.

    Der Kaptain landete in Hammamet. Hoffen wir – zumindest so lange wir nichts Gegenteiliges hören: Lella Baya.

    Mir träumte von Überstundenregelungen bei der Arbeit. Sehr realistisch. Und ich frage mich, wo ich mich über Träume beschweren kann. Also war ja schon besser als ein Alptraum. Aber halt auch sehr lahm.

    Die Dachbauarbeiter rissen über unseren Fenstern die Reste der alten Dachrinne weg. Das ist insofern gut, weil wir die Dachrinnenreste im Verdacht hatten, als Mückenzuchtanlage zu fungieren. Allerdings ist währenddessen so viel Geröll aus der Hauswand nach unten gefallen, dass wir uns Sorgen um die Fenster machten.

    Auf Qobuz hörte ich Presque rien No. 1 „Le Lever du jour au bord de la mer“ von Luc Ferrari und bin erstaunt. So beim Normalhören war das eine nette Soundscape. Beim konzentrierten Hören mit dem Kopfhörer, fährt es durch Mark und Bein. Ich erfahre: Das Stück entstand als Stereo neu war und viele Möglichkeiten bot. Das Hörerlebnis bestätigt dies.

    Ein Nachtrag zum Klavierfestival. Severin von Eckardstein spelte als Zugaben die Nocturne von Grieg und etwas aus den Waldszenen von Schumann.

    Das überarbeitete Bachelorarbeitsmodell – Optimierung von Schwimmbadöffnungszeiten – ist beim Lehrstuhl. Ich hoffe, damit sind alle Missverständnisse geklärt. Ich finde das Modell auf jeden Fall ziemlich cool. Nebeneffekt: Ich komme auch langsam wieder in LaTeX rein. Jede Wiederholung hilft.

    Ein Stifteköcher aus Ton

    Im Zuge der Bachelorarbeit ergibt sich auch eine Überarbeitung des Heimarbeitsplatzes. Die neue Tastatur ist aufgebaut: Gute Nachricht: sie ist so toll, ich möchte nie wieder auf etwas Anderem Tippen. Schlechte Nachricht: Ich will nie wieder auf etwas Anderem tippen, tippe aber in den Südkreuz Offices auf einem 0815-Büro-Standardmodell und werde leiden.

    Auch aufgebaut: Neue Maus. Ein kleines Drama. Die Maus ist wahnsinnig schick, teuer, edel, fühlt sich gut an – und passt nicht ganz zur Anatomie meiner Hand. Jetzt muss ich überlegen, wie ich mit ihr weiter verfahre. Eigenlich ist zu gut und schön, um sie wieder wegzugeben. Mittelfristig sehe ich ihren Umzug in das Technik-B-Team vor mir.

    Beim Arbeitsplatzumbau festgestellt: Der Stifteköcher ist überfordert. Ich überlegte, Madame zu tippen, mir einfach einen zu töpfern. Und während ich unschlüssig herumüberlegte, kam sie mit ihrer neuen gefertigten Vase: Rund, aber mit geraden Wänden, genau in der richtigen Höhe und Größe. Manchmal muss ich Glück haben.

    Die wichtigste Änderung aber war die Gleitssichtbrille – familienintern einst nach einem Autokorrektur-Fail auch Gleitschirmbrille genannt. Deren Anschaffung hielt ich schon lange für nötig, hatte aber weder Lust auf den damit verbundenen Sehtest beim Optiker, noch darauf soviel schönes Geld in ein bißchen Glas zu versenken.

    Ich muss sagen: ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich bin auch alltagstauglich ganz ohne Brille, aber so die Welt in scharf und 3D ganz ohne Brillenwechsel und ohne-nur-halb-passende-Lesebrillen ist ein gigantischer Schritt nach vorne. Im Gegensatz zu anderslautenden Gerüchten sah die Welt in Gleitsicht nur 10 Minuten lang ein bisschen nach Spiegelkabinett aus. Spätestens nach 48 Stunden hatte mein Hirn den Switch komplett vollzogen.

    Schustehruspark

    Für die Gleitsichtbrille hatte die Welt den Weg zum Optiker Maske & Maske gelegt. Erst zur Filiale 1: Tiergarten, Potsdamer Straße: zwischen Galerien, Straßenstrich und Dönerständen, direkt daneben eine Edelbäckerei, die meine Vorfahren nicht mehr als Bäckerei erkennen würden.

    Filiale 2: Charlottenburg. Man nehme den Bus direkt zum Schloss, laufe dann ein gutes Stück eine parkartige breite Straße hinunter, umgeben von Villen und Museen, und dort ist ein einsames Ladengeschäft. Dort ist die Werkstatt, und dort wurden die neuen Gläser in das alte Gestell montiert.

    Es folgte ein Gang durch Charlottenburg – so nah und doch so wenig auf meinen normalen Leben.

    Ich in fast jedem Berliner Kiez ein nahe gelegenes Schwimmbad. So führte mich mein Weg zum Alten Stadtbad Charlottenburg. Vorbei an der Villa Oppenheim und dem Schustehruspark. Ich bewunderte die Musikschule, die inmitten der üblichen Berliner Blockrandbebauung in einem alten Hexenhäuschen untergebracht ist, das noch aus dörflichen Zeiten Charlottenburgs stammen muss.

    Durch einen weiteren Park, am Dauersanierungsfall Stadtbad-Charlottenburg-Neue Halle vorbei und dann vor der geschlossenen Alten Halle des Bades stehen: Vereinsschwimmen.

    Man sollte ich meinen, ich von allen Menschen sollte in der Lage sein, die Öffnungszeiten korrekt der BBB-Website zu entnehmen. Aber oh well.

    Mein Weg führte mich weitere: Vorbei am Feinkostgeschäft Rogacki („Rogatzki“), weltberühmt in Westberlin, und zum Hit-Markt Ullrich. Vor der Deutschen Oper warteten überraschend viele Familien. Das Programm, ein Ballett zum Sommernachtstraum – erklärte dies. Spannend die komplett schwarzhaarig-dunkeläugige Schulklasse, die Hälfte der Mädchen mit Kopftuch, und ihre blond-bläuäugige Musiklehrerin.

    Holz hacken

    Im Raps hupt ein Fasan. Die Hummeln belagern die voll aufgeblühten Mohn. Der Marder macht es sich wieder auf dem Subaru bequem.

    Es ist zu trocken. Aber immerhin kam überhaupt etwas Regen hernieder, der Garten atmet sichtbar auf. Der Ginster in Blüte, ebenso wie der Jasmin. In die Wiesen breiten sich Lichtnelken aus (so bezaubernd), und an der Rosenhecke steht zumindest die Südseite in voller Blüte.

    Auch die ersten Blüten sehen wir an Laubola Floratempel. Es wird.

    Damit begann natürlich auch das Gras wieder zu wachsen, was einen Rasenmähereinsatz nötig machte. Die Wege durch die Wiese und am Beet vorbei. Jeweil der Streifen zum Nachbar hin und größere Freiflächen um das Haus herum. Erstmals dieses Jahr: der Freiplatz und mögliche Sitzplatz unter dem Apfelbaum.

    Inzwischen erwies sich auch, dass der sich selbst anpflanzende Borretsch wieder da ist, und ich konnte um ihn herum mähen.

    Dann kam der spannende Teil: Brennholz. Immer davor denke ich: mit der Kettensäge durch Holz, das ist ja wie mit dem Messer durch Butter. Und dann wuchte ich halbe Baumstämme, drehe diese durch die Gegend, und stelle fest, dass diese Kettensäge auch das mit der Butter nicht kann.

    Es fühlt sich gut an. Aber danach konnte ich kaum die Teekanne anheben, meine Arme zitterten.

    Zum Abendessen: Experimental. Schweinenacken (soweit so Standard) mit Pseudo-Memphis-Dry Rub, dazu Minz-Gurken-Wasser, Salat aus geraspelten rohen Süßkartoffeln (könnten auch als Möhren durchgehen) und gegrillte Banane gefüllt mit Erdnussbutter und Schokolade.

    Danach an der Bettkante eine Spätburgunder-Auslese und umkippen.

    Kino am Strand, Döner in der Packung

    Mit Assistenz durch den Flughafen. (Am Dienstag in The week that was)

    Verglichen mit Cannes ist Berlin sehr viel wurstiger. Dementsprechend ist die Berlinale auch wurstiger als das Cannes-Filmfestival. Ein Vorteil der Wurstigkeit: es gibt für Normalsterbliche jede Menge verschiedene Möglichkeiten, Festival-Filme zu sehen. In Cannes gibt es Cinéma de la plage. Natürlich viel schicker. Aber auch viel komplizierter. Weiterhin dank an die Cannes-Korrespondentin der Blogosphäre.

    Geschichts-Student*innen erklären wie LLMs („Künstliche Intelligenz“) technisch funktionieren: Transformer und Self-Attention: Wie LLMs den Kontext verstehen

    Jemand kümmert sich um die wichtigen Fragen: Wer gestaltete das universale Döner-Logo?