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  • 25-08-30 Bin ich Bernd?

    25-08-30 Bin ich Bernd?

    T minus 3. Noch drei Tage bis zur Abgabefrist der Bachelorarbeit.

    Im Bus fragte mich eine Frau: „Entschuldigung, aber heißt Du Bernd?“. Äh, nein. Ich bilde mir ein, diese Frage vor ein paar Jahren schon mal bekommen zu haben. Anscheinend habe ich einen Doppelgänger in Berlin.

    Madame zeigte Fotos aus Halle und berichtete von einem Ministeriumsvorbereitungsgespräch. Später kaufte sie einen italienischen Terrassenvorhang und fuhr damit auf eine Party nach Hamburg.

    Im Motzkiez ist Folsom Europe. Ich fuhr zufällig mit dem Bus vorhin und freute mich sehr an den ganzen Männern in Leder, Latex und anderen phantasievollen Anzügen. Nachdem meine Wahrnehmung entsprechend ausgerichtet war, erfreute ich mich fast noch mehr daran, auch im ganzen weiteren Stadtgebiet Männer in eher kurzen Lederoutfits zu sehen. Meine Lieblinge aber war das Pärchen in Ganzkörperleder mit Hundemasken am Bahnhof Zoo. Mehr Folsom wagen!

    Unabhängig vom Folsom(?) eine Frau mit zerrissene-Strumpfhose-Tattoo am Bein. Spannend.

    Am Steinplatz wunderte ich mich über eine aparte aber am Ort überraschende Statue einer Kröte auf der Rasenfläche. Bis sie sich bewegte und sich als liegender Mops herausstellte.

    Es war ein Freitag und ein Samstag des Bachelurlaubs.

    Das Hygrometer im Wohnzimmer zeigt bei geöffneter Balkontür knapp 80% Luftfeuchtigkeit. Das erklärt das tropische schweißfreundliche Feeling, selbst bei gemäßigten Temperaturen.

    Freitag führte der Weg ins Insulanerbad. Alle Wege waren noch regennass. Aber ich kam trocken ins Becken. Wir teilten uns eine Doppelbahn zu zweit und damit war natürlich alles wunderbar. Sogar ein weiterer Regenschauer war mir vergönnt. Denn es gibt kaum etwas jauchzerinduzierendes als eh schon im Wasser zu sein und dann im Regen zu schwimmen. Nur das Handtuch litt etwas.

    Wann führt Berlin endlich ein Badeschluss-Lied ein? Zu den vielen, vielen Sachen, die Wien besser hinbekommt als jede deutsche Stadt, gehört der Schwimmbadbetrieb eindeutig dazu.

    Samstag ein kleiner Spaziergang wieder auf den Spuren von Carlo Levi und Håkan Nesser.

    10961

    Zum Soundtrack der Arbeitet entwickelt sich deutlich der Song Occhi a Spillo auf Dauerschleife.

    Aktueller Stand: 10961 Worte. Wortvorgabe des Lehrstuhls sind 9000 bis 11000. Für die Zählung von Formeln etc. bin ich gerade zu erschöpft.

    Aber: Die Wörter stimmen. Es gibt ein Fazit und ein echtes Literaturverzeichnis. Ich finde keine Fehlrechnungen mehr. Die Arbeit ist quasi fertig. Ich könnte sie mit gutem Gewissen so einreichen.

    Jetzt habe ich noch drei Tage Zeit, um den Text noch ein wenig schöner machen.

    Das Literaturverzeichnis wurde spannend. Der Lehrstuhl sagt „Hardvard-Stil.“ Menschen, die sich damit auskennen, werden jetzt kurz auflachen. Es gibt ungefähr zwei Dutzend Zitierstile, die sich „Harvard“ nennen. Das vom Lehrstuhl gegebene Paxisbeispiel einer Literaturangabe entsprach keinem dieser zwei Dutzend Stile.

    Zum Glück besitzt eine Suchoption, bei der ich einstellen kann „Namen in Kapitälchen – Check.“, „Jahreszahl in Klammern – Check“, „Keine typographische Auszeichnung des Aufsatztitels – Check“. Und so weiter. Es fanden sich drei ungefähr passende Stile: „Berichte über Landwirtschaft“, „geoLoge“ und „HNI-Berlag“. Ich entschied mich für einen modifizierten geoLoge.

    Erudiendae Artibus Iuventuti

    Es funktioniert recht gut, den Kopf im Wechsel mit Schwimm- und Spaziereinheiten freizubekommen. Nachdem Freitag Swimming in the rain angesagt war, also am Samstag wieder ein längerer Spaziergang. Erstmals im Bachelurlaub hatte ich alle 46 Seiten (35 Text, 11 Seiten Klimbim wie diverse Verzeichnisse) ausgedruckt und wollte diese in anderer Umgebung – einem Café – mit Stift in der Hand korrekturlesen.

    Die Fortsetzung der Levi/Nesser-Tour bot sich an. Denn so grundverschieden deren Bücher „Die doppelte Nacht“ und „Elf Tage in Berlin“ sind – sie spielen in sich überlappenden Teilen Berlins.

    Die Route führte vom Zoo (beide) über die Hardenbergstraße zur Fasanenstraße. Dort die Fasanenstraße hinauf und hinunter, auf den Spuren von Nesser. Mit tiefem Durchatmen und Platz-genießen am Fasanenplatz.

    Zurück in der Hardenbergstraße folgten ein paar Meter zum Steinplatz. Hier hatte Levi 1958 in der Intellektuellenkneipe Volle Pulle so manchen Abend verbracht. Auch dieser Platz war einladend. Ich strich spontan den Korrektur-im-Café-Plan. Immerhin saß ich direkt im Schatten der Hauptgebäudes der Universität der Künste. Über mir der Spruch Erudiendae Artibus Iuventuti/Der in den Künsten zu unterrichtenden Jugend, nahm den einladenden Platz und das gute Karme der UdK als gutes Omen und korrigierte hier.

    Blick entlang eines geplasterten Teils des Steinplatzes hin zum Hauptgebäude der UdK. Ein großer wilhelmischer Prachtbau. Wild bewölkter Himmel.

    Zurück dann über den Savigny-Platz (Levi) und den Ku’damm (auch hier war Levi ein eifriger Bummler). Am Hard-Rock-Café strich ich einen weiteren Punkt von der könnte-ich-mal-Liste. Der Ausblick von dort auf die Ku’damm-Bummelant*innen war nett, der Rest nicht wiederholenswert. Dann weiter Reste des 1950er-Ku’Damm suchen, den Levi beschrieb. Am Europa-Center stieg ich wieder in den Bus zurück an den Rechner.

    Lieber Bücher als Scooter

    Weil ich so tapfer Wörter strich, nehme ich damit an der Blogparade „Weniger ist mehr“ teil. Oder auch nicht. Bildchen und Blogtitelmodifikation überfordert mich.

    Weniger ist mehr gilt auch oft für E-Scooter. Via Mastodon entdeckt: der Melder für unmögliche abgestellte Jeräte: Scooter-Melder.

    Daniel besorgte sich seinen ersten Bibliotheksausweis. Und das ich finde ich töfte!

    Margrit und Wally besuchten das Poet*innenfest Erlangen, das seit einigen Jahren auch in die Heime kommt.

    Campcatatonia sang Strada da Sole in Leipzig.

    Herr Rau trägt Hut.

    Spannender System-Admin-Kram trifft Mastodon: Die Rettung vom Troet.Cafe (via onli blogging)

  • 24-05-11 Eins-Be Eins-Null

    24-05-11 Eins-Be Eins-Null

    Madame versteckte den Wal.

    Dafür kamen die IT-Fischaufkleber zum Einsatz.

    Am Bahnhof Südkreuz saß ein rauchendes Minipli-Pärchen: Identische Frisur, nahezu identische Sonnenbrille, beide in sehr ähnlichem Leopardenhemd. Er wies zusätzlich Schnauzer und Geheimratsecken auf.

    Neubrandenburg eröffnete am Vatertag die Saison der Freibadschlögereien. Der einschlägigen Qualitätspresse entnahm ich, dass 60 Personen beteiligten waren, es drei Stunden dauerte. Es ging um eine Strandbad-Eröffnung.

    Der Brückentag verwirrte das Reisegeschehen. Pendler-Prignitz-Express, S-Bahn und Innsbrucker Platz so leer wie nie zu dieser Zeit. Dafür Menschenmassen, die am Brandenburger Tor in die S-Bahn wollen. Anscheinend fährt jede Jugendsportmannschaft Berlins dieses Wochenende über einen Bahnhof in die Ferne.

    Die Brückentagsruhe nutzte ich, um einen komplexeren No-Code-Workflow zu basteln. An sich ist das gar nicht so schwer. Aber wenn man schon ein Dutzend sehr ähnliche Workflows hat und jedesmal aufpassen muss, nicht Trigger mehrfach und falsch zu belegen, wird es anstrengend. Wahrscheinlich wäre eine Yes-Code-Variante inzwischen übersichtlicher.

    Nach Feierabend dasselbe wie vor Feierabend, aber nach einer Hundertachtziggraddrehung, jetzt als User. Auf ins Gefecht mit der Fernuni-IT. Erst den zweiten Faktor für die neu eingeführte Multi-Faktor-Autorisierung eingerichtet. Dann die Literaturverwaltung Citavi installiert und mit der entsprechenden Lizenz versehen.

    Mir träumte, ich suche in Schöneberg die Kneipe in der Madame gelandet ist. Sie schreibt eine SMS, dass die Kneipe direkt am Hafen sei. Erst nach dem Aufwachen bemerke ich, dass Berlin und Hamburg zwei verschiedene Städte sind.

    „Charlottenburg ist ein blöder Bahnhof“ steht in meinen Notizen. Das ist eine zu starke Aussage. Eigentlich kenne ich vom Bahnhof nichts außer der eilig durchschrittenen Unterführung von einem Gleis zum anderen. Aber diese sparkt keinen Joy. Ich testete die Bahnverbindung aus den Latifundien über Charlottenburg nach Südkreuz – und diese ist in keinerlei Hinsicht ein Gewinn.

    Positiv an der Zugfahrt: Ich erhaschte einen ersten Blick auf das neu gebaute Hallenbad Falkensee. Von Außen gefällt mir das. Originell: der junge Herr, der seine Bringdienst-Pizzakarton samt Pizza auf der Kofferablage zwischenlagerte.

    Graben um den Floratempel

    Am Schuppenfenster hängt ein großer Käfer – tot.

    Im feiertäglichen Sonnenschein lungerte eine Libellengruppe auf den Latifundien herum. Sie glänze in Hellblau. Farbschlag Die-Augen-von-Terence-Hill.

    Unser verschiedenen Zwitscherapps meinen eine Gartengrasmücke zu hören. Da diese klein, braun und scheu sind, werden wir den Vogel eh nicht bewusst sehen können und glauben den Apps. Wir vermuten, dass hinter dem Brennholzstapel eine Amsel nistet. SIcher nistet ein Elsternpaar im Ahorn des Nachbarn und nisten Schwalben im ehemaligen Kremmener Bahnhofsgebäude.

    Der Floratempel steht. Die Nachbarn äußern ein sozial angemessenes Maß an Bewunderung.

    Ich buddelte. An einer Seite kommt das Erdreich sehr nah an die Terrasse, was langfristig zu nasser Erde auf Holz führen wird, was zu verfaulendem Holz führen wird und das ist alles ungut. Also entfernte ich mit dem Spaten reichlich Erde.

    Es sieht schick aus. Stände ich auf Miniaturbau, könnte ich jetzt eine römische Festungsanlage in Spurweite 0 in den Graben bauen. Mein Rücken allerdings fühlt sich an, als hätte ich ein komplettes Heerlager ausgehoben. Nix gewöhnt.

    Die Pfingstrose blüht kräftig wie seit Jahren nicht mehr. Dieses Jahr wurde es früh genug warm, ohne dass sie zum Ende der Blütezeit hin bereits in trockener Hitze verdorrt.

    Der Zierapfel verlor im Frost all seine Fruchtansätze. Die Birne schiebt noch eine handvoll Nachblüten nach, um die Frostverluste auszugleichen.

    Ein kleiner Apfelbaum wirft Schatten auf ein kleines Staudenbeet. Im Hintergrund ein Acker.

    Steve Albini ist tot

    Steve Albini ist tot: Steve Albini, Studio Master of ’90s Rock and Beyond, Dies at 61

    Die MIttelpunktbibliothek Schöneberg wird 60 Jahre alt und feiert Jubiläum.

    Letztens noch saß ich im EC8, entdeckte den Panoramawagen im selben Zug und fragte mich, was ich wohl unternehmen muss, um dort einen Platz zu bekommen. Jetzt lerne ich: es wäre ganz einfach gewesen. Aber es war auch meine letzte Chance: Schöne Aussichten: Im Panoramawagen durch Europa (via Kieselblog)