Schlagwort: Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek

  • 26-07-04 Schachbrettfalter-Gammaeulen-people

    26-07-04 Schachbrettfalter-Gammaeulen-people

    Hühnerwald in der Hauptstraße hat wieder geschlossen. Miamor Flora ist nie bis zur Eröffnung gekommen, einzig das Schild an der Ladenfront konnten sie anbringen bevor die Projekt schon wieder starb. Unser alter Hinterhof bleibt weiterhin ein magischer Anziehungspunkt für Bauschutt aller Art.

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    Currywurstand Ruhige Tag macht einen Monat Urlaub.

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    23 Grad Außentemperatur plus viel Erholungszeit in den letzten Tagen. Ich bin wieder halbwegs betriebsfähig. Jetzt muss es sich nur noch ändern, dass ich herumhuste wie ein heiserer Seeelefant kurz vor dem Ableben.

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    Beim Fußball-Tippspiel bin ich auf Platz 10 von 46. Das ist zu schlecht um damit anzugeben und zu gut, um darüber eine schöne Geschichte zu erzählen.

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    Es war ein Homeoffice-Pizza-Freitag und ein Regen-Brennessel-Samstag.

    Ecke Berliner/Brandenburger-Straße

    Dazu ein Helm in weiß

    Lastenrad

    Noch zeigen sich die Folgen der Hitze. Als ich den Fahrradmeister verließ, hörten wir lautes Brüllen vom Ende der Straße. Ich musste eh dort entlang und sah einen Mann neben einem liegenden Lastenrad, einen anderen der gerade von seinem parkenden schwarzen Kleinwagen wegging.

    Die Vorgeschichte erschloss sich mir nicht genau. Ich konnte raten und dabei das Wort Dooring in meine imaginierte Geschichte einbauen, beziehungsweise, da meine imaginierten Geschichten eher im vorsprachlichen Raum entstehen, mir Bilder vorstellen wie das Lastenrad knapp der sich öffnenden Tür am Kleinwagen auswich, dabei ins Schlingern kam und der Radfahrer stürzte. Aber es kann auch ganz anders gelaufen sein. Auf jeden Fall stieß der Lastenradfahrer eine Schimpfkanonade in deutsch und arabisch aus, die ich so seit Jahrzehnten nicht mehr hörte; minutenlang. hörbar bemüht den anderen in seinem tiefsten Inneren zu treffen. Es war so verstörend wie beeindruckend.

    Böttcherrad

    Glücklicherweise konnte ich mich von der Situation ablenken, indem ich mein neues himmelblaues Fahrrad anhimmelte. Der Fahrradmeister hatte mein Böttcher Safari – Farbe himmelblau dormant erhalten, mir fertig eingestellt und übergeben. Er selbst war ja skeptisch gewesen ob der Farbwahl (Arbeitstitel: Farbton Schwimmbadkachel), jetzt aber staunte er und ich. Es war gar nicht so pastellig wie gedacht, eher eine Mischung aus schönen Sommerhimmel meets Schwimmbad meets Glaskugel – die Farbe hat eine Tiefe und scheint fast von allein zu leuchten. Ich bin geflasht.

    Die eigentliche Substanz des Rads steht ja ohnehin nicht zur Diskussion. Ich geriet mit einer anderen Fahrradmeisterin-Besucherin ob der Farbe ins Plauschen. Sie fragte nach einiger Zeit verwundert, wieso ich 1500 Euro für ein normalen Fahrrad ohne E ausgebe, und ich konnte einfach sagen, weil ich mit dem Vorgängermodell 26 Jahre lang hervorragend gefahren bin.

    Noch überwiegt die Begeisterung auch den Gedanken, dass ich auch gleich ein großes „Klau Mich!“ Schild am Rad befestigen könnte, statt der auffallenden Farbe. Aber irgendwas ist immer.

    Auf jeden Fall schwang ich mich auf’s Rad und ich war ganz schön aus der Übung es war sehr starker Gegenwind.

    Kein Foto. Gerade dieses Leuchten ist nicht fotografabel. Und wenn es wieder anders aussieht als ich schreibe, denkt ich noch ich würde mir hier vielleicht Sachen ausdenken.

    Ohne Wirtschaft und Gesellschaft

    Beim Mecklenburger-Käse-Toast am Frühstückstisch mit Kornellkirschenaussicht höre ich im Deutschlandfunk vom „Reformpaket“ des „Koalitionsausschusses.“ Es scheint das Opus Magnum der aktuellen Bundesregierung, und ich bin mir unschlüssig, ob ich darüber nachdenken will, aus Furcht, damit dann nicht mehr aufhören zu können.

    Wartezimmerärger

    Wirklich überraschen mich die gewollten Änderungen bei der Krankschreibung. Ich gehe davon aus, dass ich persönlich dank Öffentlichem Dienst mit Tarifvertrag und Personalrat niemals direkt von der Krankschreibung am ersten Tag betroffen sein werde. Und trotzdem bekomme ich auffallend schlechte Laune nur bei dem Gedanken daran.

    Ich gehe davon, dass diese schlechte Laune fast jede Arbeitnehmer*in dieses Landes trifft, und viele die mit diesen zu tun haben, und frage mich, wie genau die Idee zustande kam, sich willentlich und wissentlich einen Shitstorm quasi aller Arbeitenden Deutschlands zu erschaffen? Wer dachte, das sei eine gute Idee?

    Palastfreude

    Zweifeln tue ich an mir selber und der Koalition beim Begriff „Reichensteuer“. Offenbar haben sie und ich einen verschiedenen Begriff von Reichtum.

    Mein Begriff beruht auf dem Vermögen – also der Bestandsgröße, die an Mitteln schon da ist. Reich ist, wer allein Kraft seines Vermögens eine „Distanz zum Notwendigen“ (Bordieu) hat – wer also nie wieder arbeiten muss und dennoch nie im Leben über Geld wird nachdenken müssen. Reichtum bringt unerschütterbare Sicherheit ohne Gefahr.

    Diesen Reichtum, also meines Erachtens, echten Reichtum, lässt die Regierung in Ruhe. Ihr geht es um höhere (Arbeits-)Einkommen. Also hier reden wir von Einkommenshöhen, die Sicherheit bringen – so lange das Einkommen fließt. Dieses aber ist immer gefährdet, kann von einem Tag auf den anderen vorbei sein, wenn das mit der Arbeit nicht mehr geht. Zumal diese Arbeitseinkommen nach oben gedeckelt sind. Jenseits von DAX-Vorständen bewegen sie sich im menschlich vorstellbaren Rahmen.

    Einkommen, die aus Vermögen entstehen können menschlichen Vorstellungsvermögen komplett sprengen, und sind sehr viel sicherer. Diese werden aber zukünftig genauso wenig besteuert wie bisher. „Reichensteuer“ ist bestenfalls missverständlich, schlechtestensfalls der Versuch eine soziale Gerechtigkeit zu simulieren.

    Bibliothekshoffnung

    Mit etwas Suche finde ich online den Text Vermögensforschung: Reichtum und seine philanthropische Verwendung, der meine Gedanken etwas theoretisch nachfundieren kann. Ich aber fühle mich inspiriert wieder mehr zum Thema zu lesen, mal schauen ob die örtliche Bibliothek vielleicht Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft im Regal stehen hat.

    Ich radele mit dem neuen Rad zur Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek in Wilmersdorf City. Ich finde ein Soziologie-Regal, dieses aber scheint mir klassikerarm. Ich sehe ein Buch von Judith Butler, ein Buch über Max Weber (nicht von ihm), eine ganze Menge Stoff, den ich als Talkshow-Begleit-Literatur bezeichnen würde und eine ganze Menge zu aktuellen Themen, dessen Substanz ich auf den ersten Blick nicht einschätzen kann.

    Für eine Bezirksbibliothek – in einer Stadt mit drei großen Universiäten und einer Staatsbibliothek zudem – sinnvoll für die Zielstellung der Bibliothek – für mich in dem Moment aber trotzdem bedauerlich.

    Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek

    Aus dem Lautsprecher: Adriano Celentanos Azzurro. Und es passte.

    Zum Ende der Woche lud mich Madame zur Pizza. Auf halber Strecke zwischen Wohnung und dem Sommerbad Wilmersdorf hatte sie Taormina Tavola Calda entdeckt. Ein kleiner Laden, von dem wir beide dachten, er ließe sich sofort mit Personal, Häuschen, Möbeln und Publikum in eine italienischen Bergdorf beamen könnte und sofort als Dorfimbiss/Trattoria durchginge.

    Bellissima!

    Wir hatten starke Italiengefühle – nicht mare/Roma/grande Piazza sondern Dorfzentrum-am-Wochenende. Und es war so schön. Dazu guter Haus-Weißwein, eine Geburtstagsparty lief, wir hatten ordentliche Pizza1 und Espresso – sahen nebenan durchaus einladenden Salat und Pasta.

    Hinter dem Zaun das Taormina

    Der Sauerampfer schießt, die Clematis eindrucksvoll wie nie, Rosa Goldelse hat plötzlich Volumen

    Ich: Es ist herrlich.

    Madame: Herbstlich.

    Ich: Herrlich herbstlich.

    Im Nachbardorf findet dieses Woche das Dorffest steht. Letzte Woche wäre dieses in der Hitze geschmolzen, vermutlich waren die Veranstalter*innen glücklich über den Termin diese Woche – nur damit es dieses Wochenende in einem Herbststurm untergeht.

    Das mit dem Sommer ist schwierig dieses Jahr. Aber ich liebe den dieswöchigen Herbst. Wir kuscheln uns im Bungalow ein. Abends besucht uns eine Gammaeule.

    Manchmal geht Madame kurz raus, um die abgeblühte Rosenblüten abzuschneiden. Noch manchmaliger gehe ich kurz raus, um große Brennesseln zu rupfen.

    Von der Terrasse aus sehen wir eine schöne Gräser-Trikolore aus Strohgelb (halb hohes verstrohtes Gras) im Westen, dem flauschig-ätherischen rot-grau-braun des Landschilfes in der Mitte und dem kräftigen Gelb des Labkrauts im Osten.

    Auf der Kaffeegartenrunde konnten wir sehen, dass viele Quadratmeter des Labkrauts von rosa-weißen Platterbsen überwachsen sind, bestaunen die Beete, sehen am Dost Dutzende von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln.

    Gelesen

    Paul Robbins: Lawn People – einst mir empfohlen, durch eine Bemerkung in einem Michael Polan Buch. Lawn People ein Buch, das bei amerikanischen Vorgärten startet und schon nach wenigen Seiten bei den Theoretikern Louis Althusse und Antonio Gramsci ist. Noch habe ich erst wenige dieser Seiten gelesen, aber ich vermute, das Gras wird noch als handelnder Akteur hinzukommen.

    Grass, nicht lawn

    Links

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    Manchmal fällt es mir schwer, mit kleinen Kindern umzugehen. Ich ziehe es meist vor, mit Beziehungsaufbau zu beginnen, wenn die Kinder sprechen und mich verstehen können und wenn sie ein wenig Selbstverantwortung auf sich nehmen können. Das war bei meinen Enkeln so. Bei meinen Urenkeln, so meine ich, habe ich dafür zu wenig Zeit (immerhin bin ich 91, da hat man keine Zeit mehr, zu warten).

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    Blogs sind schön, um in komplett andere Leben zu sehen. Der Kaptain liest ja gerne unendlich viele Bücher über Kindle Unlimited. Im Blog kann ich leben, wie diese entstehen: Ein Tag in meinem Leben. anmdere leben:

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    Ich muss jetzt nicht schreiben, warum ich feierte: Die Lichtspielhäuser der Nippon Connection 2026: Historisch Kino gucken

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    Team Durchkopplung feierte auch hier:

    „Keine Kunden

    Toiletten vorhanden“

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    Number Stations are my secret passion. Über die (vermutlich israelische) Station 4XZ: These numbers stations are deliberately low key, so to speak, as they exist in a shadowy world. Sending sloppy CW on top of two of the world’s most recognized shortwaves stations (WWV and WWVH) is not a clandestine action. Is this a deliberate provocation?

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    Die Kaltmamsell war bei solidarischer Landwirtschaft für Fortgeschrittene: Journal Mittwoch, 1. Juli 2026 – Ein sehr lautes Kleid und mehr aus der Kartoffelkombinat-Generalversammlung

    Anmerkungen

    1. Alleine wäre diese kein Grund wiederzukommen. Aber auch kein Grund, nicht zu gehen. ↩︎

  • 26-02-21 Westberlinfahrten

    26-02-21 Westberlinfahrten

    Eine Parfümwolke umhüllte mich in der U-Bahn. Geschmacksrichtung: Kirschbonbon.

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    Das Knirschen von Streusplit begleitet meine Wege. Vor der Autowaschanlage bildete sich eine epische Schlange: 40 Autos? 50 Autos? Samstagvormittag und das Ende von Eis und Schnee kombinierten sich zur höchsten Autowaschanlagenbetreiberbeglückung.

    Endlich kann ich wieder lüften ohne die Wohnung sofort in einen Iglu zu verwandeln.

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    Paten-E liebt Spätzle.

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    An der Bushaltestelle erzählte eine junge Frau in hippiesker Aufmachung ihrer Freundin wie sie anlässlich einer Buchmesse das erste mal in einem Edel-Business-Hotel übernachtete: „Es war crazy aber auch inspirierend.“

    Im Eck-Edeka erzählte mir eine etwas ältere Frau im Brustton tiefer Überzeugung: „Was soll ich mit Wein? Ich brauch Bier!“

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    Kaum hatte ich Donnerstag geschrieben, dass meine Hilfsbereitschaft für den Monat aufgebraucht ist, bekam ich eine Mail von einem der fünf Menschen, die mich jederzeit wegen privaten IT-Problemen kontaktieren dürfen.

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    Das syrische Restaurant Planet Cuisine am Kleistpark bietet ein Ramadan-Menü mit Hauptgericht (2 Speisen nach Wahl), Ayran und Datteln. Das kommt auf die innere Liste.

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    Der steigende Zuzug von Inder*innen nach Berlin zeigt sich an der steigenden Zahl von Lebensmittelläden mit indischen Produkten. Eine begrüßenswerte Erscheinung.

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    Es kommt der Punkt im Arbeitsleben an dem ich mich frage „Können unsere Kassenrechner eigentlich Sound ausgeben?“

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    Am Südkreuz eröffnete Bäcker Dreißig by Wöllhaf. Der Moabiter schleppte mich in der Hoffnung auf Eröffnungsangebote hin. Aber es gab nichts besseres als „Sechs Brötchen für den Preis von fünf.“

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    Beim Kaptain fiel nachts um vier bei Minusgraden und starkem Ostwind die Heizung aus. Der örtliche Sänitär- und Heizungshandwerker verwies auf viele andere ausgefallene Heizungen und erklärte Unpässlichkeit.

    Zum Glück scheint beim Anderen, erfahrungsgemäß schwierigen, Heizungdienst mittlerweile ein Generationswechsel stattgefunden zu haben: der Sohn erwies sich als ungeahnt schnell, freundlich und verbindlich.

    Oh wie schön ist ein warmes Haus.

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    Es war ein Arbeitsfreitag und ein Gruschtelsamstag.

    Am 20. März findet die Klausur statt

    Langsam lerne ich etwas ernsthafter für die Digitale-Diversitäts-Klausur. Dabei lernte ich Neues gelernt: Nicht unbedingt inhaltlich im Kern, aber doch, dass dafür inzwischen feste etablierte Theorieanätze existieren:

    • Die IT-Identität (im Sinne von „Mein Dauergamen / meine Programmierkenntnisse / meine Teilnahme an der eSports-Excel-Weltmeisterschaft sind Teil meiner Identität genau wie Geschlecht, Ethnie, und Überzeugungen)
    • Stereotype threat / Stereotype lift: Wenn Menschen wissen, dass ihre Gruppe bei einer Aufgabe als stereotypisch „schlecht abschneidend“ angesehen wird und sie befürchten durch ihr eigenes ungenügendes Abschneiden dieses Stereotyp in der Situation zu verstärken, führt allein dieses Wissen und die Befürchtung zu schlechteren Leistungen. Im speziellen Fall „Digitale Diversität“ erklärt am alten Klassiker Frauen-und-Mint. Und es führt natürlich auch zur Problemvermeidung, indem sich Mitglieder der entsprechenden Gruppen gar nicht erst in entsprechende Sitiuationen begeben.

    Immer wieder nett, „eigene“ Bücher in der Oxfam-Verkaufsauslage zu sehen

    Ausgelesen: Dashiell Hammetts The Dain Curse. Meine zwischenzeitlich schwindende Liebe zum Buch kehrte zurück. Dazu irgendwann mehr. An sich ging es diese Tage eher darum, Bücher durch die Gegend zu fahren als darum, sie zu lesen.

    Es waren Tage der Buchlogistik. Mein Versuch in Schöneberg ein Büchereibuch abzuholen, scheiterte am Bibliotheksausweis. Dieser war zwischen Bestellung und Abholung abgelaufen. Man könnte denken: „Prima, du warst ja eh gerade in der Bücherei.“ Aber ha! Diese spezielle Zweigstelle wird von Ehrenamtlichen betrieben, die keine Stammdaten bearbeiten dürfen. Nicht einmal, um profan Ausweise zu verlängern.

    Also begab ich mich nach Wilmersdorf für ein Miniabenteuer: Meinem Erstbesuch in der eigentlich örtlich für uns zuständigen Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek. Die war freundlich und höflich, aber diese Bibliothekar*innen eigene innere Begeisterung und Drang anderen Menschen zum Lesen und Wissen zu verhelfen, fehlte; sowohl am Tresen wie auch in der ganzen Ausstattung. Irgendwie fühlte sich das emotional kalt an. Ich werde weiter beobachten.

    Also dann mit gültigem Ausweis zurück nach Schöneberg, um Exhalation: Stories von Ted Chiang abzuholen. Immerhin ist mein Jahresmotto ja „Einatmen – Ausatmen.“ In der Thomas-Dehler-Bibliothek habe ich wieder Menschen getroffen, die einem am liebsten sofort die ganze Bibliothek zeigen und vorführen würden und ihre Lieblingsbücher präsentieren – wie ich es kenne.

    Am Samstag absolvierte ich den Gang, den wir seit Monaten hinter uns bringen, und wohl auch noch in sinkender Intensität hinter uns bringen: Ich brachte Bücher zu Oxfam. „Guten Tag, ich habe eine Tasche Buch.“

    Der 101er-Bus hält neben dem Schillertheater

    Während ich dies schreibe, sitzt Madame im ICE 278 Basel->Berlin. Überraschenderweise wird dieser am Bahnhof Zoo halten. Noch überraschendererweise ist das für uns von Belang.

    Es ist spannend. Eigentlich sind wir nur zwei Kilometer parallel zum S-Bahn-Ring gezogen. Aber „unser Berlin“ fühlt sich anders an. Nicht nur im Nahbereich, Alt-Wilmersdorf ist deutlich kleinstädtischer als Alt-Schöneberg. Auch im weiteren Verlauf: Wir sind in einer anderen Einfahrtsschneise in die Stadt gelandet.

    Fielen wir bis 2025 in den Bus oder die S-Bahn auf dem Weg „in die Stadt“ landeten wir entweder an der Schloßstraße in Steglitz oder irgendwo zwischen Potsdamer Platz und Friedrichstraße, da wo auch Brandenburger Tor, Unter den Linden und viele Ministerien sind. Eine Gegend, die bis 1990 oft brach lag, sich seit 1990 neu erfunden hat.

    Ab 2026 führt uns der Weg „in die Stadt“ in Richtung Zoo, Wittenbergplatz, Ku’damm. Das klassische Westberlin. Eine Gegend, die sich immernoch neu finden muss und den Verlust der zentralen Berliner Stadtzentrumsrolle verknusen.

    Und auch wir müssen uns noch finden. Festgestellt: Hit Markt Ulrich am Bahnhof Zoo kann ein ganz normaler Supermarkt auf dem Weg nach Hause sein. Einschließlich des sehr selbstvergessenen Menschen, der auf einer kleinen Eisfläche schnelle Umdrehungen um sich selber machte, der Dame, die dem wartenden Ampelpublikum lautstark etwas verworrenes von Menschenrechten erzählte und dem was die Zeitung wohl „Auseinandersetzung im Obdachlosenmilieu“ nennen würde – immerhin ohne Gewalt.

    Langsam lerne ich die Orientierung durch die Labyrinth-U-Bahn-Station Fehrbelliner Platz. Noch nicht lerne ich, dass ich in der U7 von Schöneberg aus meist nach Westen will und nicht nach Osten.

    Nächtlicher Blick von der Kreuzung am Bahnhof Zoo Richtung Ku'damm. Eine Radfahrerin im Vordergrund, Autos, Teile des Bikinis Hauses und des Zoo-Palastes. Im Hintergrund Europa-Center und Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-KIrche

    Das Sakral muss anspringen

    In einem Blog las ich die Formulierung „das Sakral muss anspringen“ führ „es muss sich richtig anfühlen“, und ich möchte die bitte übernehmen, allein schon um meinen Mitmenschen auf den Keks zu gehen.

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    Jens Bemme über die (wikipedistische) Erschließung historischer sächsischer Tanzkarten: Ordnung muss sein. Extra-Touren mit historischen Tanzkarten – und mit GLAM

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    Johannes mit einem Rückblick auf die Kreuzberger Konzertkasse Koka 36.

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    Christiane war in der Mimosen-Forcerie.

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    Angela und Holger auf dem Karneval in A Coruña.

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    Gestern verschlungenes Unterwegssein mit verschiedenen Zielen. Sitze in der U-Bahn auf dem Weg von der Friseurin nachhause und lese in meinem Buch, „Herkunft“ von Saša Stanišic. Ein Mann steht auf und sagt, während er auf dem Weg zur Tür ist, „das ist ein sehr guter Autor“. Bin erstaunt, dass jemand etwas sagt, einmal, und kann nur kurz zustimmen, was ihn freut.

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    In Hamburg hatte ich nur das Bett und den Schreibtisch. Wie im Hotel. Da kann ich auch nicht lesen. Außer ich verreise mit meiner Frau, wenn sie neben mir liegt, dann lese ich bis in die Nacht hinein. Vielleicht liegt es auch an ihr und nicht am Bett.

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    I’m autistic. Don’t panic. […] Some people who know me may be very surprised to read that I’m autistic. Others will be surprised that it took me so long to figure it out. I understand both.