Schlagwort: Erdbeeren

  • 26-05-07 He reads

    26-05-07 He reads

    Madame las Fernuni im Volkspark. Später filmte sie den Fuchs.

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    Auf der Kreuzung eine Nachtvermessung. Ein oranger Mann mit Messgerät, ein oranger Mann mit Stab, der vom Messgerät anvisiert wurde. Der Stab erhellte die Kreuzung im funky Leuchtdesign.

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    Die erste Rolltreppe am Südkreuz ist repariert. Leider an einer Stelle, die mir nichts nutzt. Aber wenn die Deutsche Bahn in dem Tempo weitermacht, ist sie schon Anfang 2028 mit allen defekten Rolltreppen durch.

    Immerhin ist der Dönerstand jetzt wieder unter 100 Treppenstufen erreichbar.

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    In der S-Bahn. Zwei Jungs, noch in Trainingsjacke vom Rugby-Club, unterhalten sich ob ein Ring eine geometrische Figur sei und ob die eher achteckige Ringbahn nicht falsch benannt ist, und Achteckbahn heißen müsste.

    Ein Pärchen, das mir in Kleidung und Akzent sagte „Wir-sind-british-upper-class-aber-in-cool“ zerstritt sich bis auf Tränen über die Frage, ob sie jetzt in Tempelhof umsteigen oder nicht.

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    Es waren drei Arbeitstage mit Klavier-Hochamt und New-York-Backalleys auf 35mm anamorphic.

    Parkplatz-Garten-Nacht-Goldregen

    Motten in Masken

    Die Verkaufserdbeere am Südkreuz begann Erdbeerverkauf mit famos erdbeerig schmeckenden Erdbeeren für 30 Cent das Stück (= 6,60€ für ein Pfund).

    Madame fuhr in den Süden. Dort kaufte sie ein. Noch müssen wir uns daran gewöhnen, mit der U-Bahn eine Station in die „falsche Richtung“, Richtung Vorstadt zu fahren, und dort BioCompany, Buchhandlung und Fleischerei zu finden. Das funktioniert, fühlt sich aber komisch an.

    Auf den Latifundien sammelte Madame einen weiteren kleinen Erbteppich für Teppichreinigung Abbasi ein. Der Teppichreiniger konnte sich nicht mehr an Wohnung-in-Schwimmbad erinnern. Aber sofort erinnerte er sich an „Ah, der Woll-Kazakh!“. Entgegen unseren Vermutung war der kleine latifundinische Teppich gar nicht aus Polyester, sondern besteht auch aus Wolle, wurde aber maschinengeknüpft, und wird bald sauberer sein.

    Überhaupt besser werden Schals und Handschuhe sein. Im Alt-Corona-Stoff-Masken-Schal-Handschuh-Vorrat entdeckte Madame einen Rückzugsort der Kleidermotte, entsorgte einen Teil der Sachen und ihrer Behältnisse. Der andere Teil darf ein paar Wochen in den Tiefkühler.

    Hochamtlich

    Das erste Berliner-Klavierfestival-Konzert wurde im Radio ausgestrahlt und liegt jetzt in der Mediathek: Rhythmusgötting Sophia Liu. Der Kaptain hörte bereits via Alexa.

    Während des Klavierfestival noch nachklingt, überstürzen sich die Kulturereignisse. Diesmal in besonders schnellem Wechsel. Nach dem Mittwochs-Festival-Hamelin folgte ein Montags-Philharmonie-Sokolov. Mein erster mündlicher Eindruck war „Es war anders“. Was einerseits nichtssagend ist, andererseits untertrieben, aber vor allem vollkommen korrekt. Bei Hamelin und Sokolov handelte es sich theoretisch um dasselbe Genre, Klavierkonzert. Aber alles war anders. Sehr.

    Statt im kleinen Saal im Konzerthaus (300 Plätze), waren wir im großen Saal der Philharmonie (2400 Plätze). Statt Nehru-Jacket (Stephen Hough) oder Flatterhemd (von Eckhardstein) trug Grigori Sokolov Frack. Statt Stücken aus den entlegenen Ecken des Repertoires waren es Hauptwerke von van Beethoven und Schubert. Und das war erst der Anfang.

    Sokolov ist laut diversen Internetseiten, laut Le pianiste und laut Madames Klavierfestival-Freunden der künstlerisch bedeutendste Pianist, der derzeit auf der Erde wandelt. Er gibt keine Konzerte, er zelebriert Klaviermessen. Wo das Festival sich immer ein wenig nach familiären Arbeitstreffen anfühlte, so „kann dieses Stück überhaupt von einem Pianisten dieser Welt gespielt werden“ war das hier reine Zelebration, und ein komplett anderer Stil.

    Hatte ich bei Hamelin immer das Gefühl, er spielt 20 Töne aus drei Takten gleichzeitig und ich kann sie alle einzeln wahrnehmen, erzeugte Sokolov einen Klang; der dann ein wenig in der Luft hängen durfte bevor der nächste Klang kam. Das war auf seine Art eindrucksvoll, aber ich ertappte mich bei dem Gedanken: „Könnte ich vielleicht die Passacaglia von letzter Woche nochmal hören?“

    Bis die Zugabe kam1. War das alles bis dahin sehr schön und sehr gesetzt, drehte Sokolov richtig auf. Der Klang hing nicht mehr nachhallend im Raum, er flog. Aus dem „wir-klatschen-begeistert-weil-wir-hier-sind“ wurden bei Zugabe 2, einem Brahms-Intermezzo, hingerissene Standing Ovations des Publikums2.

    Insgesamt hörten wir sechs Zugaben, ich verstand wie Sokolov zu seinem Ruhm kam.

    Unlimited hier, unlimited dort

    Kaum habe ich ein Kino-Abo, entdecke ich lauter weitere davon. Nach MUBI+Go und der UCI Unlimited Card, entdeckte ich das Cineville-Abo. Wäre ich nicht schon bei Yorck Unlimited wäre das eine Alternative. Ein Abo (20€/Monat) für zahlreiche Indie-Kinos bundesweit, von Braunschweig bis Freiburg, darunter das legendäre Hamburger Abaton oder die Kölner Filmpalette, in der ich noch letzten Freitag war.

    Auch in Berlin sind 14 Kinos dabei. Alles spannende Orte; aber halt ohne die Yorck-Kinos und für mich überwiegend ungünstig gelegen. Ich bleibe wo ich bin und ich nutze Yorck Unlimited.

    Ich war im Kino. Die eklektische Klassiker-Überraschungsreihe Best of Cinema brachte Three Days of the Condor, von 1975 von Sydney Pollack mit Robert Redford und Faye Dunaway ins Kant-Kino3.

    Ein Film von 1975

    Um mit dem Tiefpunkt anzufangen. Der Film ist sehr 1975 und kreist um seinen Hauptdarsteller. Die einzige relevante Frauenrolle (Kate / Faye Dunaway) kreist um diesen Hauptdarsteller. In diesem Film in der ganz besonderen Variante:

    „Irgendein Typ entführt mich mit auf der Straße mit einer Waffe, fesselt mich in meiner eigenen Wohnung und redet ziemlich wirres Zeug. Natürlich habe ich mich sofort in ihn verliebt.“

    Was auch sonst?

    This was the world I was born into.

    Ein Film über die C.I.A.

    Im Film geht es um das zynische Innenleben eines Geheimdienstes.

    Der Plot trägt den Film, sollte aber generell nicht allzu genau betrachtet werden.

    Wichtig ist: Alle Beteiligten auf allen Seiten arbeiten für die CIA, bei steter Unsicherheit wer gerade auf welcher Seite ist. Noch wichtiger: Die Hauptfigur Joe Turner (Redford) ist kein Agent, sondern ein „Reader“ – jemand, der für die CIA Romane in entlegenen Sprachen liest und Plot-Points sowie Verfahren in einen Computer füttert – also ein literarisch interessierter Nerd.

    Auf die konsternierte Frage eines CIA-Chefs hin, wie Turner ihnen immer noch entkommen kann, lautet die Antwort „He reads. He knows things.“

    Ein Film in New York

    Vor allem verkörperte der Film seine Zeit und seine Stadt. Männer tragen noch Krawatten, aber unter Pullundern in wilden Farben mit braunen Ledersackos und Cordhosen. Die Haare sind selbst bei der CIA länger, die Kragen groß. Einige Offiziere der CIA können sich noch an die Zwischenkriegszeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg erinnern.

    Im Büro steht ein großer Desktop-Computer mit winzigem Display in grün-schwarz, daneben Fernschreiber, Bücher, Schreibmaschinen. Die Zeiterfassung läuft über ein Buch.

    Die New Yorker Seitenstraßen sind voller Straßenkreuzer mit gelegentlichen VW Käfern. Joe Turner selbst fährt Fahrrad, Kate einen Geländewagen, der so aussieht als hätte er noch im Koreakrieg gedient.

    Joe ist nicht nur Reader sondern auch Hacker. Mit Spezialgerät flüchtet er sich in einen Leitungskeller, schaltet Telefonleitungen zusammen und kann anhand der Pieptöne ermitteln, welche Nummer angerufen wurde.

    Unterlegt ist es von Dave Grusins funky-souligem Soundtrack, einschließlich des besten aller Songtitels Sing Along with the C.I.A.

    This was the time the modern world as we know it was born.

    Stilistisch durchaus passend: Kant-Kino Saal 1

    Straßenquerungsdresscode

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    Straße überqueren für Anfänger*innen und professionell.

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    Die Kaltmamsell beendete die Ära des Kommentierens in ihrem Blog.

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    Prüfungen in Zeiten von KI und allumfassender Mobildaten: Schülern ist zum ersten Mal zur Prüfung ein gewisser Dresscode vorgeschrieben worden. Alles mit Knöpfen oder Kapuzen ist verboten.

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    Ich lag auf dem Rücken auf einer Decke, schaute in die Äste eines Baumes mit Zapfen dran, dahinter blauer Himmel. Eventuell bin ich kurz eingeschlafen. Ich las im Buch weiter, wir machten ein kleines Picknick, es wurde geschnitzt. Im Grunde wirkt das Gelände wie ein riesiger Krater, oben drüber kreiste ein Raubvogel und einmal flog ein Hubschrauber vorbei. Die Grillen zirpten.

    Anmerkungen

    1. Wie wir im Nachhinein lernten, spielt Sokolov immer ein eher kurzes identisches Programm und immer sechs Zugaben, die sich je nach Auftritt ändern. Vielleicht auch ein Umgang mit seinem Alter, das ihn das gesetzte Programm vorsichtig gestalten lässt und dann die Freiheit lässt je nach Tagesform nochmal richtig aufzudrehen. ↩︎
    2. Ein erheblicher Teil des Publikums war russisch. Was die Frage aufwarf, „wie hältst du es mit dem Krieg, Grigori?“ Wir lernten im Nachhinein: Sokolov gilt als extrem verschlossen und äußerst sich seit Anbeginn aller Zeit zu nichts außer zu Klavierspielen. Aber er spielte Konzerte zugunsten humanitärer Ukraine-Hilfe und zu Ehren eines Anti-War activist Pianisten, hat zudem seit 2022 „aus besonderen Gründen“ die spanische Staatsbürgerschaft. ↩︎
    3. Yorck Unlimited No. 22 – damit 10,82€ pro Karte. ↩︎

  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind

  • 25-05-13 Die Stunde des Gartenfalken

    25-05-13 Die Stunde des Gartenfalken

    Madame brachte ungesponnene Schafwolle auf den Beeten aus. Dabei bestimmte sie einen Wiesenbocksbart.

    Meine Holzhacktechnik verbessert sich. Das Körpergedächtnis kehrt zurück.

    Beim Erholen vom Holzhacken gelesen: Ein Hof und 11 Geschwister. Dolles Buch. Nachdem mich quasi schon die gesamte Familie dazu gedrängt hatte. Später mehr. Ich habe mich extra nach dem ersten Drittel gestoppt, damit ich länger etwas vom Text habe und demnächst weiterlesen kann.

    Es ist zu trocken. Die mittelmärkische Flora legte eine Blühpause ein. Die Äpfel sind endgültig durch. Aber Mohn, Pfingstrosen und andere machen keine Anstalt nachzulegen. Einzig Knautzien und Skabiosen – beide auch wild in der Wiese – zeigen erste Blüten.

    Das Essen blieb saisontypisch: geschälter Spargelbruch direkt vom Spargelhof. Am Samstag mit Rührei, am Sonntag mit Merguez. Madame hatte aus Frankreich noch rosa Kekse mitgebracht, auf deren Packung zwei Gläser Sekt abgebildet waren. Wir griffen die Anregung Samstagabend auf.

    Der Spargelhof weiß wie das mit den Verkaufen funktioniert. Er stellte die duftenden Erdbeeren genau in den schmalen Durchgang. Wir wurden schwach, haben das teure Vergnügen aber nicht bereut: sie schmeckten so herrlich wie sie rochen.

    Berlin-Nachklänge

    Im Berliner Treppenhaus mal wieder ein neuer Briefkasten. Diesmal mit chinesischen Nachnamen. Wir vermuten, dass durch die Hauserwerfungen der letzten Jahre viele Schlüssel der Originalbriefkästen verloren gingen, neue Mietparteien jetzt immer gleich einen neuen Briefkasten statt eines Schlüssels bekommen.

    Ein Nachtrag zu Samstag: Madame war in den 2010ern noch im Baerwaldbad Schwimmen und Aquagymnastiken. In den letzten Jahren seiner Öffnung, als Stadt und Bezirk das marode Bad schon erfolgreich an einen privaten Verein abgeschoben hatten, hatte dieser Hallenzeiten an den Unisport der TU Berlin untervermietet.

    Der Unisport war auch für nicht Uni-Angehörige offen (und ist es immer noch, vielleicht auch ein Tipp für andere Städte) und so landete Madame im besondersten aller damaligen Berliner Bäder – und war nachhaltig beeindruckt.

    Meermoabit sammelt rote Kastanien. Vor dem Baerwaldbad steht eine.

    Das Rätsel des nächtlichen Besuches ist gelöst

    Am Wochenende war Stunde der Gartenvögel. Diese ließen uns etwas hängen. Dafür hätten wir jede Menge Garteninsekten und selbst Säugetiere bieten können.

    Noch auf dem Parkplatz in Berlin: Eine Hornisse.

    Auf der Anfahrt zu den Latifundien: ein Fuchs am hellichten Tag am Straßenrand. Als wir anhielten um zu filmen, ging er faul durch den Grünstreifen auf das nächste Feld, hat sich da erstmal hingesetzt und am Ohr gekratzt.

    Auf der Rückfahrt: ein gigantischer Igel, der vor uns die Straße kreuzte. Bei seinem Anblick konnte ich vollumfänglich den englischen Begriff „hedgehog“ für den Igel nachvollziehen.

    Im Garten viele Bienen aller Art, viele Solitärwespen und besonders zutrauliche Holzbienen. Die eigentlichen Vögel hörten wir eher als dass wir sie sahen: Nachtigall, Rotschwanz, Kuckuck. Wirklich gesehen: eine Kohlmeise, zwei Spatzen, vermutlich Elstern.

    Großer Star unserer Zählung war ein eher ungewöhnlicher Gartenvogel: der Turmfalke. Dieser jagte anderthalb Tage lang über den Nachbaräckern, flog mal tief über den Garten, dann hoch in der Luft rüttelnd. Dann in unruhigen Flug in weiter Entfernung, dann wieder knapp hinter dem Zaun.

    Einen anderen Besucher haben wir immer noch nicht Aug-in-Aug gesehen. Aber seit Jahren haben wir, sobald wir Nachts das Auto abstellen, am nächsten Morgen lehmige Pfotenspuren auf Rückfenster und Dach sowie eine Rutschspur-mit-dem-Arsch auf der Frontscheibe. Unser Verdacht war eine Katze – aber eine recht dreckige.

    Die Wildkamera löste dieses Rätsel: Die Dreckspatz-Katze ist in Wahrheit ein Marder.

    150/180

    Die Note für die letzte Fernuni-Klausur des Wintersemesters kam. Informationsmanagement ist bestanden. Damit ist der aktuelle Stand im Bachelor Wirtschaftsinformatik.

    Pflichtveranstaltungen

    • BWL 35 von 35 nötigen ECTS ✅
    • VWL 5/15
    • Mathematik 20/20 ✅
    • Informatik 30/30 ✅
    • Wirtschaftsinformatik i.e.S. 40/40 ✅

    Wahlpflicht

    • Seminar 10/10 ✅
    • Freies Modul 10/10 ✅
    • Wirtschaftsinformatik-Modul 0/10

    Bachelorarbeit 0/10

    Damit sind 150 von 180 ECTS erworben.

    Nach Plan kommen die letzten 30 ECTS dieses Semester. Subplan: Fast alle Zeit und Energie geht in die Bachelorarbeit. Die beiden „normalen“ Klausuren (Knowledge Management und Mikroökonomie) werden halt Augen zu und knirsch.

    Auch entdeckte ich in den letzten Wochen: Würde ich dieses Semester einfach alle geplanten Sachen lassen und nur das freiwillige Modul „Lineare Algebra“ belegen, würde mir die Bachelorarbeit leichter fallen. Irgendwie schreibe ich nominell im Bereich BWL, ein Großteil meiner Literatur stammt aber aus der Mathematik. Gerade lud ich aus der Bibliothek das PDF zu „Linear Programming – Foundations and Extensions“ herunter.

    Falls die Bachelorarbeit nichts wird, hab ich durch das Buch dennoch einen persönlichen Gewinn. Denn „The latest edition now includes … an application of integer programming to solve Sudoku problems“.

    Sizzle Drizzle und Riz Casimir

    Die Financial Times wirft einen kritischen Blick auf Sam Altmans (OpenAI/ChatGPT) Küche: His kitchen is a catalogue of inefficiency, incomprehension, and waste. If that’s any indication of how he runs the company, insolvency cannot be considered too unrealistic a threat.

    Frau Zimtkringel kocht ein Schweizer Traditionsgericht, und genau das wird es Montag Abend bei uns zum Essen geben: Riz Casimir – Kindheitserinnerungen

    Poupou stellt veganes Pistazieneis her.

    Die Kaltmamsell wandert durch Wolfratshausen und Schäftlarn. Die einzige Gegend im Großraum München, in der ich mich dank elincognito ein wenig auskenne. Die Hälfte der Lektüre erwartete ich halb, dass elincognito hinter einem Busch hervorspringt und „buh!“ ruft.

    south spielt mit dem Großen Halluzinator

    Hallo namenloser Halluzinator. Bitte gib mir eine Illustration und Empfehlungen passend zum oben stehenden Artikel. (Anbei eine kuratierte Auswahl, in Wahrheit laufen etwa 25 Prompts mit einer hohen zweistelligen Anzahl an Empfehlungen. Ich nehme natürlich das, was ich am spannendsten finde.)

    Empfehlungen

    Der Halluzinator hat diesmal heftig halluziniert. Jede Menge nicht vorhandene Bücher, Filme, Schwimmbäder und Seen vorgeschlagen.

    Andererseits: die Verbindung von Song und Duft war auch seine Idee – und die ist ziemlich genius.

    Eine wieder durch mich vorgenommene subjektive Auswahl der Empfehlungen:

    Film

    Le quattro volte“ (2010, Italien)
    Begründung: Vier Lebenskreise in Kalabrien – Baum, Ziege, Mensch, Rauch. Wie ein verlängertes Beobachtungswochenende. Ein leiser, fast wortloser Film über Ziegen, Erde, Zeit und Wandel im ländlichen Kalabrien. Warum: Er spricht mit Turmfalken, nicht mit Erklärungen.

    Essen

    Pfannen-Merguez mit lauwarmem Linsensalat und Senfkräuter-Vinaigrette.
    Begründung: Nährt und wärmt nach dem Holzhacken, würzig wie der Marderbesuch.

    Buch

    Gertrud Kolmar – Lyrik und Prosa (z.B. aus Die Frau und die Tiere)

    Warum:
    Kolmar, die stille Schwester von Walter Benjamin, schreibt in einem Mischton aus Naturbetrachtung und innerem Beben. Ihre Tiere sind keine Metaphern, sondern Gegenüber. In einem ihrer Texte: ein Igel im Garten. Ihre Sprache hat etwas von der Wolle: rau, strukturiert, warm. Und sie kennt den Rand von Berlin besser als jede andere Schriftstellerin ihrer Zeit.

    Essay

    John Berger: Why Look at animals // Kurzer, kluger Essay über Tiere im Kapitalismus, auch geeignet für Turmfalken und Marderanalysen. (Lange Werkbesprechung)

    Songs

    Brìghde Chaimbeul – „Thèid mi lem òn“ (mit Colin Stetson) Begründung: Gälische Pipes & Bassklarinette – archaisch und akademisch zugleich. // Anmerkung: Gibt es gar nicht. Aber es gibt Brìghde Chaimbeul featuring Colin Stetson – Pìobaireachd Nan Eun | The Birds

    Beth Ditto – „I Wrote the Book“ // ?️ Duft: Roter Pfeffer, Lippenstift, heißer Drucker // Notiz: Du denkst: Ich kann alles. Selbst Wirtschaftsinformatik.

    Seu Jorge – „Chatterton“ // Duft: Nasses Gras und Orangenhaut // Notiz: Madame trocknet das Handtuch auf dem Balkon. Du hörst das Schwimmbad in der Ferne. (Ich bin schockverliebt in diese Aufnahme mit Ana Carolina)

    Angèle – „Libre“ // ? Duft: Reife Erdbeere mit Spritzer Champagner // Notiz: Samstagabend, du öffnest die rosa Keksverpackung und fühlst dich überraschend glamourös.

    Computerspiel

    “Mutazione” von Die Gute Fabrik

    Genre: Mutantensoap, Gärtnern, Zwischenmenschliches
    Plattform: PC, Switch, PS4, iOS
    Spielzeit: ca. 6–8 Stunden (perfekt für ein langes Wochenende)
    Warum passt’s zum Text?

    • Garten als Ort der Resonanz: Du pflanzt Dinge an, beobachtest, wie sie reagieren. Es gibt Krankheiten, Wetter, Gespräche – genau wie beim Wiesenbocksbart.
    • Tierhafte Wesen mit Geschichten: Kein Turmfalke, aber viele andere. Und sie reden. Und manchmal schweigen sie besser.
    • Stille, Rhythmus, Textfragmente: Alles ist langsam, seltsam, liebevoll kaputt. Wie eine Hornisse, die sich verflogen hat.

    Beim Spielen:
    – Iss rosa Kekse.
    – Mach dir Notizen auf echten Papierzetteln.
    – Wenn der Marder auftaucht: keine Panik. Der ist Teil des Spiels.