Schlagwort: Fernuni

  • 22-11-21 Cinquecento segreti

    22-11-21 Cinquecento segreti

    Eine Korrektur von gestern: Madame schrieb nicht die Adresse eines Bratschenlehrers auf, sondern einer Bratschenlehrerin. Mea culpa. Heute bewachte Madame die Toilette von Messehalle 9c.

    Auch heute kaufte ich keine Zutaten für Gumbo. Aber ich schrieb den Ansatz eines Einkaufszettels mit dem Madame einkaufte. Da es in Berlin-Schöneberg weder gumbo crabs noch gulf shrimps gibt, wird es ein gumbo allemand.

    Unser Hinterhof ist wild. Die Asbestsäcke sind nach Monaten verschwunden. Die weiße Ledercouch und jede Menge Baumaterialien allerdings lungern dort seit Mitte des Jahres herum. Ebenso ist die Parksituation kompliziert.

    Letzte Woche tauchte ein elegant aussehender Fiat 500 auf, der selbst für Hinterhofverhältnisse ausgesprochen bescheuert stand. Soweit wir sahen, gehörte er weder Nachbar*innen noch Bauarbeiter*innen noch sonstigen Hallodris, die hier gerne parken. Nähere Inspektion: der Cinquecento hat einen komplett platten Reifen. Langer Schnitt an der Flanke. Sieht absichtlich aus.

    Und die Frage: wie kommt ein unbekanntes Auto unbekannter Herkunft mit aufgeschnittenem Reifen auf unseren Hinterhof? Wurde es herein geschoben? Nervte jemand das Schrägparken und der platte Reifen entstand auf dem Hof? Fuhr es mit letzter Kraft auf den Hof und sank in sich zusammen? Warum? So viele Fragen. Wir hofften, den/die Besitzer:in zu sehen.

    Aber nein. Während wir beide am Wochenende anwesend waren, immer mal wieder aus dem Fenster auf den Hof schauten, verschwand das nicht-fahrfähige Auto spurlos. Fiat-500-Geheimnisse.

    Kollege D wurde in Nordbrandenburg von sächsischen Polizisten angehalten und fand es sehr irritierend.

    Heute lernte ich: Cranberry-Felder werden nach der Ernte komplett unter Wasser gesetzt, damit das Wasser friert und die Pflanzen in dieser Eismasse vor dem Winter geschützt sind. Eigentlich lernte ich heute, wie passive lantente Steuern zu bilanzieren sind. Aber das habe ich schon wieder vergessen.

    Nach dem Anbraten der Roux, sind Roux, Gemüse (inklusive der Heiligen Dreieinigkeit der Cajun-Küche), Gewürze, Räucherwürste und Shrimps im Slow Cooker gelandet und werden dort über Nacht vor sich hinschmorcheln. Morgen abend wird dann mit frischen Shrimps und Fisch ergänzt.

  • 22-11-20 Boisterous Bourrée

    22-11-20 Boisterous Bourrée

    Madame schrieb die Nummer eines Bratschenlehrers auf.

    Wir begannen mit Sonntagsausschlafen. Die gestrabendige Einladung von Nachbar Z zu Israeli Homefood (Sambusak, Pita und Hummus sowie Falafel „all made from scratch“) hatte Israel-Reise-Erinnerungen und volle Mägen hinterlassen, so dass der Frühstückshunger klein blieb.

    Während im Deutschlandfunk das Interview der Woche lief, begab ich mich zurück zu Einsendeaufgaben und Schreibtisch, mich weiter in die Klausuren mogeln. Aktueller Stand:

    Mathe – Einreichdatum 10. Januar, ich habe bisher nix getan.

    Objektorientierte Programmierung – Einreichdatum alle zwei Wochen von 17.10 bis 23.1. und 5 von 7 Einsendeaufgaben müssen je 1 von 100 möglichen Punkten haben. -> habe bei allen sieben EAs einen Punkt gefunden, den ich bar jedes Wissens sicher erringen kann. Sollte für die Zulassung reichen. Fühlt sich aber an, wie beim Zugfahren außerhalb des Wagens auf dem Puffer stehen.

    Externes Rechnungswesen und Jahresabschluss. Abgabedaten im Dezember und Januar. 1 von EA ist voll durchgearbeitet, die zweite zu 2/3 Nummer 3 und 4 ignorierte ich. Wenn ich bei beiden bearbeiteten 50% der Punkte bekomme, bin ich zugelassen. Das sollte auf jeden Fall etwas werden.

    Heute ging es um Bilanzbuchhaltung, Grubo, Jahresabschluss, Passiv- und Aktivkonten. Schräger shit. Überraschend: von allen bisher belegten Modulen ist dies das am liebevollsten und am besten gemachte.

    Hätte Madame mich nicht zu einem Kirchenkonzert mit Kirchenkreisorchester und Gemeindechor überredet, wäre es wieder ein reiner Wohnungstag geworden. Sie spielten unter ander anderem Vivaldos Magnificat und Brittens Simple Symphony. Besonders das Playful Pizzicato fand großen Anklang im Publikum. So aber hatte ich einen netten Spaziergang durch das bayerische Viertel, konnte von der Brücke auf den Volkspark Schöneberg schauen – und hörte wunderbare Musik. Danach gab es Würstchen im Schlafrock.

    Blick in der Kirche schräg oben Richtung Altar. Zu sehen, Kreuz, Lampen, ein Teil der Decke.

    Um mein Hirn nicht komplett weichzukochen, trötete ich zwischenzeitlich. Da Mastodon/Tröt eine Sammlung von Servern ist, die von unterschiedlichsten Personen und Gruppen betrieben werden, ist da alles sehr spannend. Fast alle dieser Server laufen ehrenamtlich/privat und werden gerade von Twitter-fliehenden Nutzern geflutet. Dementsprechend häufig sind Spendenaufrufe für die Serverbetreiber*innen.

    Bei bei dem von mir benutzten Mini-Server wikis.world ist das zum Glück nicht nötig. Aktueller Stand:

    Since multiple people have asked, we’re fine financially in the short term (1-2 years). Our long-term plan is to get a WMF grant to cover the cost of the domain name and hosting; if people would like to help us with that, please reach out!

    Mehr zum Server auf Meta.

    Also ging ich zu Patreon und spendete 25 Euro an die Menschen hinter Mastodon. Von Gründer und Erfinder Eugen Rochko gibt es ein Interview im Time-Magazine (Achtung, das Magazin geht auf full-scale-Banner-Attacke): Thousands Have Joined Mastodon Since Twitter Changed Hands. Its Founder Has a Vision for Democratizing Social Media

  • 22-11-19 Getter setter go

    22-11-19 Getter setter go

    Da wir das Wochenende in Berlin sind, beschloss ich mein Einsendeaufgabenproblem anzugehen.

    Um für Fernuni-Klausuren zugelassen zu werden, muss ich regelmäßig Einsendeaufgaben abgeben. Im Prinzip handelt es sich dabei meist um ehemalige Klausuraufgaben.

    Ihr Vorteil: unbegrenzte Bearbeitungszeit und Zugriff auf die Skripte. Ihr Nachteil: sie umfassen sämtliche Themen des Semesters. Eigentlich müsste ich mir also sehr schnell alles halbwegs brauchbar anlernen, um die Aufgaben beenden zu können. Es ruft danach, in den ersten Semesterwochen schnell und oberflächlich zu lernen.

    Anderseits weiß ich auch, dass ich diesen Winter unter anderem ein Mathe- und ein Objektorientierte-Programmierung-Modul belege. Und wenn ich dort den Anfang nur oberflächlich verstehe, werde ich den Rest aller Zeiten inhaltlich schwimmen. Denn ich werde mir nicht sicher sein.

    Es hat Ähnlichkeiten mit Tanzen. Wenn man den Grundschritt nicht wirklich sicher drauf hat, bringt es wenig sieben Figuren zu lernen. Denn man wird immer unsicher sein und nicht wirklich wissen was man tut. Es ruft danach, gerade am Beginn langsam und gründlich zu lernen.

    Für Beides zusammen (schnell und oberflächlich sowie langsam und gründlich) habe ich in den wenigen Wochen von Anfang Oktober bis Anfang Dezember weder Zeit noch in der Energie.

    Also beschloss ich, mir Zeit bis in den März zu kaufen, indem ich mich durch die Einsendeaufgaben so unaufwendig wie möglich durchmogle. Ich durchsuchte heute die Einsendeaufgaben. Ich überlegte ein wenig an zu erreichenden Punkten herum. Ich dachte darüber nach, was das absolute Minimum ist, das ich ohne Aufwand beantworten kann, und mich trotzdem für die Klausuren qualifiziere. Ich bin noch nicht durch, aber mit einem anderen Wohnungs-Wochenendtag morgen sollte ich alle in der Hinsicht alle Pflichten bis Mitte Januar hinter mir lassen.

    Nachdem das erledigt war, folgte die Lerneinheit langsam-und-gründlich: southpark gegen die Java-Klassendeklarationen, Teil 2. Alles wie vor ein paar Tagen. Aber in behutsamer. Keine Seite wird verlassen, bis ich nicht alle Wörter und Zeichen auf ihr verstanden habe. Viele meine inneren Fragezeichen klärten sich, viele Punkte in denen der Text wild zwischen Parameter, lokaler Variable, Objekttyp und Klasse springt, erhaben plötzlich Sinn.

    Am Ende des Tages hat mein Gehirn allerdings den Zustand von Cranberry-Götterspeise.

    Ich kaufte keine Zutaten für Gumbo. Madame fror nicht in der Kirche. Der DHL-Paket-Livetracker ging gegen 18:00 Uhr in den Dark Mode und verschwand.

    Screenshot des Java-Hamster-Simulators. Einfaches pac-man-artiges Programm mit Hamstern. Zwei Fenster: eines zeigt den Simulator im Einsatz ein anderen im Hintergrund etwas Code.
    Screenshot eines Java-Hamster-Simulators. Bild: JavaHamsterSimulator von: Dibo63 Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported