Schlagwort: Fernuni

  • 26-07-07 I don’t believe in Peter Pan, Frankenstein or Superman

    26-07-07 I don’t believe in Peter Pan, Frankenstein or Superman

    Der Kaptain fuhr nach Bad Bramstedt.

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    Wo kommen die ganzen Elektro-Lastenräder her? Einige Monate war ich nicht auf dem Rad, wir zogen von Schöneberger Haupt- in Wilmersdorfer Nebenstraßen und schon schießen beim ersten Wieder-Radpendeln Elektro-Lastenräder links und rechts mit Karacho an mir vorbei. Zufall? Anderes Nutzungsprofil der Wilmersdorfer Nebenstraßen? The Times are changing?

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    Brian May has said that the song [Bicycle Race] was not an autobiographical portrait of [Freddy] Mercury and that Mercury did not particularly enjoy bicycling, also noting that despite the lyric „I don’t like Star Wars“, Mercury was a Star Wars fan.[10]

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    Madame kehrte ins Stadtbad Schöneberg zurück. Als Bad-Abonenntin durfte sie am Wiedereröffnungs-Probebetrieb teilnehmen. Ihr Fazit: Wie immer, nur unglaublich sauber. Und entspannter, weil die Zahl der Besuchenden noch sehr gering ist.

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    Es war ein aglais-ioscher Latifundiensonntag und ein Tag in den Südkreuz Offices ganz ohne am Südkreuz zu sein.

    Lawn derives from Middle English launde, a borrowing from Old French lande (meaning „heath“, „clearing“). The word shares an origin with land

    Unter dem Schattiernetz las ich das Paul Robbins‘ Buch Lawn People – seine Kultur-/Sozial-Geschichte der amerikanischen Rasenflächen als Vorgarten. Wie kam es, dass ein ganzes Land, ein halber Kontinent, eine vergleichsweise uniforme Vorgartengestaltung betreibt, die aus durchgehenden monokulturellen Rasenflächen quer durch ganze Straßenzüge besteht?

    Ich staunte darüber, dass der vergleichsweise schmale Band mit Vorgartenrasen beginnt, dann einen Bogen über die Kulturtheoretiker Bruno Latour und Louis Althusser schlägt, um zur Biologie der Gräser und einer ausführlichen Besprechung aller relevanten Gras-„Pflege“-Chemikalien des 20. Jahrhunderts zu gelangen.

    Das Büchlein ist schmal, und ich habe erst die Hälfte gelesen, bin mittlerweile sehr gespannt wie es weitergeht.

    Robbins zeichnet nach wie der gepflegte Rasen in französischen Fürstengärten der Renaissance entstand, sich über Englische County Houses verbreitete und mit Frederik Law Olmsted (bekannt durch den New York Central Park und den Niagara Falls National Park) schließlich in die USA kam, wo er am Ende die dominierende Kulturpflanze1 des ganzen Landes wurde.2.

    Und welche faszierende Lektüre zum 4. Juli, dem 250. Geburtstag der USA. Derjenige Geburtstag, den am Ende hoffentlich alle in Erinnerung behalten, als „damals als der verrückte Onkel die Party schmiss.“

    Vielleicht war es ein Lawn-people-Geburtstag.

    Ich habe den Eindruck viele der Trump-Wählenden wünschen sich eine USA zurück, wie aus der Rasenpestizid-Werbung der 1960er: Das Gras so grün so unnatürlich, Papa auf dem Aufsitzmäher, Mama kocht, das Mädchen putzt und der Bub spielt kleine Streiche. Eine Welt, die es nie gab, die ich mir aber hervorragend als ausgeschnittene Zeitungsanzeige der Lawn People vorstellen kann.

    Das Tagpfauenauge ist der Junikäfer des Julis

    Junikäfer (Amphimallon solstitiale) gehören zu den Tierarten Brandenburgs, die manchmal arg herausgefordert wirken von den Anforderungen, die Leben und Welt an sie stellen. An einigen Abenden im Juni steigen sie in den Latifundien zu Dutzenden, Hunderten, aus ihren Erdlöchern empor, beginnen zu fliegen und dotzen gegen alles was im Wege liegt. Gegen Bäume, Häuser, Menschen, Autos.. egal.. Hauptsache dagegen, wieder und wieder. Es ist ein Spektakel der Frühsommerdämmerung. Es ist ein Rätsel wie sich jemals zwei dieser Käfer gegenseitig finden, aber wahrscheinlich ist dieses gegen-Alles-Dotzen ihr Erfolgsgeheimnis. Irgendwann dotzen sie auch gegen andere Junikäfer: Und dann Liebe! Familie! Kinder! Kredit!

    Tagpfauenauge (Aglais io) stellen sich besser an. Die Stelle des Hauptdotzers Brandenburgs kann nur einmal vergeben werden. Die Tagpfauenaugen fliegen nicht gegen den Bungalow. Sie fliegen hinein. Einer, den wir hinausbeförderten, zwei, den wir hinausbeförderten, drei, den wir hinausbeförderten.. spätestens wenn wir die Hütte verlassen, alle Türen und Fenster geschlossen sind, ist das keine gute Gegend für Tagfalter dort.

    Denn obwohl das Wetter auf Grau und Regen geschaltet hatte, sind die Schmettis und die Bienis und Hummis nicht mehr aufzuhalten. Neben all‘ den Schachbrettfaltern (wo kommen sie alle her!?), den weiterhin zu hektischen braun-orangen Schmetterlingen, den nicht mehr abschätzbaren Hummeln und Bienen, den Kohlweißlingen und Zitronenfaltern, kommen auch die Tagpfauenaugen. Auf dem Dost, auf der Wiese, und im Bungalow. Hübsch sind sie. Und weil es kühler war, waren sie auch gerne bereit in der spärlichen Sonne ihre Flügel aufzuspannen.

    Wir waren am Sonntag etwas erholter als am Samstag und werkelten dementsprechend mehr. Leider vergaß ich vor dem weiteren Zupfen der Brennesseln, das ich zwar behandschuht, aber mittlerweile kurzärmlig unterwegs war, so dass ich davon noch den Rest des Tages etwas hatte.

    Mit Coffee making facilities (){}

    Die kommenden Wochen rasen heran. Ich versuche gleichzeitig mit wieder an die korrekte Reihenfolge von package main, und import „fmt“ und func main() in Go zu erinnern, herauszufinden, ob mensch von Kaunas mit dem Schiff die Memel hinunter bis zur kurischen Nehrung fahren kann3, mit Madame zusammen das „wie-kommen-wir-rechtzeitig-nach-Frankfurt(Oder)-Problem“ zu lösen und den Spagat zwischen meinem langsam ausklingenden vorurlaublichen Arbeitstempo und dem Das-muss-alles-noch-fertig-werden-in-Q2 der Kolleg*innen zu schaffen.

    Ich möchte eigentlich nur noch die Arme ausbreiten und der mit Restgeschwindigkeit des metaphorischen Fahrrads ins Ziel trudeln, alles um mich herum, möchte noch schnell ein Bicycle Race gewinnen.

    Trotz überraschend vieler Feuerwehreinsätze gelang es mir immerhin heute eine halbe Entscheidung zu treffen, was wir mit den USB-C-auf-USB-C-Adaptern4 machen, die irgendwie den Weg zu uns fanden, ich kann mittlerweile die drei Arten der Variablendeklaration in Go auswendig genug um sie niederzuschreiben, und wir beschlossen das Frankfurt-Problem mit Flexibilität und Geld zu erschlagen.

    Nein, nicht das Taxi. Aber wenn jede Art Vormittags nach dort zu kommen, um den polnischen EC zu kriegen, ungemütliches und unentspannedes Hassle mit Regios und Bussen sein wird, können wir auch Open-End-am-Abend-vorher fahren und ein Hotel beim Bahnhof nehmen.

    Dann haben wir die chillste Anreise zum EC, die wir uns vorstellen können.

    I want to ride

    Es war der Gegenwind und nicht die mangelnde Übung! Meine Schutzbehauptung von letzter Woche erwies sich zu meiner eigenen Überraschung als war. Endlich, endlich, konnte ich wieder mit einem funktionierenden Fahrrad zur Arbeit fahren. Queens Bicycle Race war meine Hymne. I don’t believe in Peter Pan, Frankenstein or Superman / All I wanna do is Bicycle, bicycle, bicycle, I want to ride my bicycle.

    Ich summte.

    (You say black) I say white. (You say bark) I say bite. And I don’t like Star Wars.

    Nur war ich halt langsamer als Queen sang. Aber es war so schön, entlang der Nebenstraßen Wilmersdorf, vorbei am Volkspark und dann durch die alte Hood. Denn bei allem was sich im Leben in den letzten Jahren änderte: es verlagerte sich nur wenige Kilometer nach Westen.

    In Teilen fahre ich immer noch dieselbe Arbeitsstrecke. Nur ist das, was damals der westlichste Teil des Weges war, nahe der Wohnung war, mittlerweile der östlichste Teil, den ich fahre, nahe der Arbeit.

    Noch läuft es unrund: Helm vergessen, starten der DB-Rad-App vergessen, die elegantes Kurvenführungen vergessen. Aber es wird wiederkommen.

    I want to ride my bicycle I want to ride my bike.

    Zu Hause hatte Madame aus den solidarischen Breiten Bohnen eine Coronation Quiche gebacken. Der Geruch der Melone hatte sie von der Kasse zurück in den Supermarkt gelockt – zu meinem Nachtischsglück.

    Links

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    Kurz bevor wir den Pink Soup Train nehmen werden, sendete der Deutschlandfunk einen Beitrag zum Pink Soup Festival. (Sonntagsspaziergang, ab Sekunde 35)

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    Auch ein Fan der Lawn People ist US-Autor Michael Pollan, der selber einige Bücher über Pflanzen-Mensch-Beziehungen schrieb. Hier ein kurzes Video von ihm zum Thema: Why is America Obsessed with Lawns?

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    Die Stuttgarter Wielandshöhe bloggte ihre Serviceregeln (via Kaltmamsell) und natürlich provozierte das sofort Erinnerungen an das wunderbare Essen mit Dr. D und Dr. E dort im letzten Oktober.

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    Mehr zu Liminalen Orten: Liminal Spaces: Wenn anthropogene Orte menschenleer sind (via Kieselblog)

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    Noch jemand, der am Hitzesonntag Glennkill im klimatisierten Kino sah.

    Anmerkungen

    1. Die Rasenfläche ist weit größer als aller Mais in den USA zusammen. Oder alles Soya. ↩︎
    2. Wobei er auslies, dass ausgerechnet die Shaker – gerade wieder bekannter durch den Film The Testament of Ann Lee – die ersten waren, die qualitativ hochwertige Grassamen züchteten. ↩︎
    3. Ja, aber nicht an Tagen wo es uns nutzen würde. ↩︎
    4. Ja, die gibt es. Ja, ich weiß auch nur halb warum. Deshalb lagen sie ja ungeklärt in der Gegend. ↩︎
  • 26-06-23 Taupunkt 22 Grad. Just as once upon a time in Mississippi.

    26-06-23 Taupunkt 22 Grad. Just as once upon a time in Mississippi.

    Schweiß-Salzränder auf dem T-Shirt.

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    Klassenfahrtknäuel am Bahnhof Südkreuz.

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    Der Kaptain beackert mit bewundernswerter Energie das Dithmarscher Gesundheitssystem.

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    Der Fifa-Friedenspreistäger droht wieder einmal, den Iran „in Grund und Boden zu bomben“. Um die Männer-Fußball-WM zu verfolgen, ist dieses Jahr noch mehr intellektuelle und moralische Selbstverleugnung als sonst nötig.

    Im Tippspiel dümpele ich weiter vor mich hin, derzeit auf Platz 16. Guter ITler der ich bin, habe ich auch schon einmal vergessen, auf Speichern zu drücken.

    Nachbar Canineri enttäuschte uns. Am frühen Abend vor dem Deutschlandspiel hatte er anscheinend ein paar Kumpels da und wir hofften aus Live-Geräusch-Berichterstattung von ein paar Gärten weiter. Aber bis zum Anpfiff um 22 Uhr war er anscheinend alleine. Sein einsames „Tor! Nein! Doch nicht!“ wirkte er traurig als fanbegeistert.

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    Es war ein schwül-bratwurstig-pfirsicher Latifundiensonntag und ein prozessionsspinnend-freibadiger Montag.

    As in Berlin, 2023, 2024, 2025

    Das vorletzte Juniwochenende macht in Wiederholung. 2026 las ich ermattet von Hitze, Schwüle und unter dem Wissen um die Unwetter der Gegend in alten Blogposts.

    2025 hatte ich am 24. Juni unter Peak Tageshitze geschrieben: „Berlin gab Klimakrise mit erst 35 Grad und dann sturmgefällten Bäumen“, im Jahr 2024 war es etwas später, da lautet der einschlägige Blogpost vom 2. Juli „Vier Schattierungen der Schwüle„. Im Jahr 2023 schrieb ich am 20. Juni „Die Wettervorhersage sieht für die nächsten Tage Temperatursprünge von knapp zehn Grad nach oben und unten vor, zwischendurch Regen. Welcome to heiße Waschküche.“

    Noch spannender allerdings fand ich den Eintrag vom 24. Juni 2025 zu einem anderen Thema: Spannende Entdeckung zum Schachbrettfalter: Seit drei Jahren blogge ich über ihn und jeweils erscheint der Post am vorletzten Juniwochenende. Anscheinend ein Falter mit einem sehr zuverlässigen Jahresrhythmus.

    Ich dürfte raten, welchen Schmetterling wir dieses vorletzte Juniwochenende ganz besonders oft sahen, so dass er auf jeden Fall im Blogpost vorkommen sollte.

    As in Memphis, 1992, 1993

    Wetter war in Thema. Wir saßen sonnengeschützt aber weichgekocht unter dem Schattiernetz als wir irgendwie auf meine Zeit in Southaven, Mississippi, Vorort von Memphis 1992/1993 zu sprechen kamen.

    Unter anderem mit der Frage: „Wie war dort das Wetter?“, und ich konnte nur antworten: „So wie jetzt.“ Denn die heißesten Sommermonate hatte ich damals ausgelassen, war nur von Elvis‘ Todestag Mitte August bis zum Ende des Schuljahres im Juni vor Ort.

    Aber diese Schwüle, diese entsetztliche Schwüle, blieb mir auch noch aus dem September, Oktober, April und Mai in Erinnerung: Football-Training in stehender Luft. Der ewige Duft feuchter Erde. Der leichte Dauer-Schweißfilm, der in jedem klimatisierten Raum verdunstete und sich sofort neu bildete, sobald sich eine Außentür öffnete; Outside-Aktivitäten, die weit in den Abend hineingezogen wurden. Footballspiele im Dunkeln aber Warmen.

    Tagsüber war das ein Wetter wie jetzt. Ein Wetter für Klimaanlagen oder rollende Ermattung unter intensiver Beobachtung von Wetter-Apps. Ich lernte, dass das Maß für absolute Feuchtigkeit der Taupunkt ist.

    Der Taupunkt sagt objektiv wieviel Wasser in der Luft gelöst ist, unabhängig von der Temperatur, subjektiv ist er ein Anhaltspunkt dafür als wie drückend Wetter empfunden wird. Dabei gilt generell ein Taupunkt bis 15 Grad angenehm. Darüber wird es schwül. So ab 18-19 Grad Taupunkt wird es sehr unangehm und bei 24 Grad Taupunkt beginnen größere Gruppen von Menschen Kreislaufprobleme zu bekommen.

    In Memphis zu meiner Zeit lag er zumindest in den Fast-Sommermonaten Mai/Juni/September/Oktober jenseits der 20 Grad. Auf den Latifundien am Wochenende lag er bei 22.

    Noch blühen die Alten Rosen

    Wir saßen weiter im Insektenobservatorium Pergola. Wildbienen in allen Tönen von schwarz, braun und gelb surrten um uns herum. Wie beruhigend das Surren war. Wie beschaulich das Schwirren und Sirren der Tiere wirkte.

    Wie hektisch es wirkte, wenn ich eine einzige Biene fokussierte, „Blüte – Rein – Check – Raus – Blüte – Rein – Check – Raus“.. bevor ich beschloss doch wieder mehr auf das beschauliche Summen zu achten. Unwetter und Regen hatten einmal alles geputzt. Die Sauerkirschen leuchteten am Baum, die Johannisbeeren versteckten sich, die Schachbrettfalter flatterten.

    Am Tor zum Feld, ein neuer Gast: Der Balkenschröter Dorcus parallelipipedus1, ein Käfer mit einer „weiten Präsenz in naturnahen Gärten und Parks.“ Das nehme ich jetzt als Kompliment.

    Zia sociale und zio machina kamen zur Übergabe des Rennpolos und brachten Kirschplotzer mit. Während Internet und Sirenengeheul aus der Ferne Landunter meldeten, saßen wir im Fast-Trockenen, redeten über dies und das über Kniee und Hüften über Kirschplotzer mit und ohne Stein.

    Madame hatte das Kochbuch gut bei hitze von Katharina Seiser konsultiert, bereitete Tomaten-Pfirsisch-Salat (sah besser aus) und Salsa-Verde-Fenchel-Bohnen-Salat (schmeckte besser), dazu ein gegrilltes Bratwurst-Potpurri von Wildelust.

    Es war schön.

    Func main(){fmt.Println “ „, )}

    Gemischtschöner war die Berliner Rückkehr in den Alltag.

    Das hafenstädtischen Kalendergötter setzten Madame die Woche der Wochen in den Dienstplan, die immerhin Stoff für zwei bis drei normale Wochen abarbeitet.

    Freundlicherweise möchte meine eigene Stelle diese Woche wieder weniger von mir, eine der zu vertretenden Stellen ist wieder besetzt, die zweite wird Mittwoch wieder besetzt und der Sonntagabend offenbarte noch eine weitere Deus-Ex-Machina-Vertretung.

    Ich schaute in meinen Kalender, weitete ungläubig die Augen und begann kurz zu hecheln, als ich merkte, dass es ich nur noch 36 Nicht-Urlaubs-Tage bis zur Imperativen Programmierklausur habe. Bis dahin hatte ich immer noch keine Klammer in Go geschrieben.

    Jetzt schon.

    Wellen. Fast wie im Freiwasser. Nur klarer.

    Die Berliner Großstädter durchlaufen eine unfreiwillige Fortbildung zum Thema „Welcher Baum ist eine Eiche?“ Die Bezirke kennzeichnen diese jeden Tag etwas flächendeckender mit weiß-roten Absperrbändern auf denen „Eichenprozessionsspinner“ steht.

    Wenn ich einen Radwege sehe, neben dem links und rechts ein Dutzend gekennzeichnete Eichen stehen, ich daran denke, dass schon einzelne eingeatmete Härchen Reaktionen erzeugen können und im 20-Sekunden-Takt Radfahrer*innen vorbeifahren, dann zweifle ich an der Situation.

    Die spinnen, die Eichen

    Frei nach Margrit, Wasser erdet mich, hatte ich mich bei 30 Grad Richtung Insulanerbad begeben2.

    Es war voller. Die Schnellschwimmbahn war zur Mäßíg-schnell-Schwimmbahn motiert, die Schwimmbahn war zur Langsamschwimmbahn geworden und der Treibzholzbereich hatte sich in Richtung „versuch es gar nicht erst“ gewandelt. Aber noch was alles sutsche, peacig, die Sonne schien, ein leichtes Lüftchen wehte, und ich konnte im kühlen klaren Wasser schweben.

    Hach, ach, wie schön, schweben erdet.

    Links

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    Gelesen und für gut befunden. Ich freue mich schon auf die Umsetzung: Milchreis-Eiscreme

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    Gelesen und für gut befunden. Umsetzung hier schwierig, weil Mangos im Juni. Mango Gazpacho

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    Für den Freundeskreis Dystopie: Palettenweise wandern Sachbücher und Romane aus europäischen Antiquariaten in die USA. Dahinter stecken mutmasslich KI-Unternehmen: Sie nutzen gedruckte Bücher als Rohdaten für ihre Sprachmodelle – und werfen sie nach dem Scannen in die Tonne.

    Anmerkungen

    1. Heißt der lateinische Name auf deutsch wirklich Parallelfuß? ↩︎
    2. Kabanenbesuch No. 4 – 20 Euro pro Besuch ↩︎
  • 26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    Der Eichenprozessionsspinner rückt näher. Wir verfolgen den Weg der gesicherten Bäume die Straße hinunter vom Dorfzentrum Richtung unserer Wohnung. Jeden Tag rückt er einige Bäume näher. Zum Glück ist die Wohnung durch einen Schutzwall aus Linden umgeben.

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    Ich buchte zwei Tickets im Pink Soup Train. Wir werden in Kaunas einsteigen und nach Vilnius fahren. Proud to be a tourist. Leider werden an Bord nur Sandwiches serviert werden, und keine Šaltibarščiai. Aber einer der Wagen wird in Rosa leuchten.

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    Die Fernuni-Einsendeaufgaben Dienstleistungsmanagement sind bestanden. Das heißt, ich darf an der Klausur teilnehmen. Das freut mich vor allem, weil diese Aufgaben für BWL ungeahnte gedankliche Transferleistungen erforderten, und ich mir nicht sicher war, ob ich diese mit meiner Ex-und-Hopp-Aufgabenbearbeitung korrekt interpretiert hatte. Aber ich hatte.

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    Im Tippspiel änderte ich meine Strategie. Daraufhin stieg ich von Platz 26 auf 12. Meine geänderte Strategie hatte auf den Aufstieg allerdings null Auswirkung. Nicht einer meiner neu in dei Strategie aufgenommenen 3:1-Tipps brachte zusätzliche Punkte. Nur die Teams spielten jetzt mit sinvolleren Ergebnissen. Meine schon immer gegebenen 1:0-Tipps brachten plötzlich Punkte. Soviel zum Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation, soviel zum Glücksspiel-Element solcher Spiele.

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    Es war ein gemeinschaftliches Ende der Woche in heiß.

    Lasst uns über VLANs reden

    Am Südkreuz fuhr ein Bus nach Triest. Kurz stellte ich mir vor, dass ich ein Mensch sein könnte, der jetzt einsteigt und 10 Stunden später kurz eine SMS an die relevanten Stellen schickt: „Sorry, bin grad in den Alpen. Es geht mir gut. Macht euch keine Sorgen.“ Kurz betrachtete ich den Bus, dann lief ich zurück in die Südkreuz Offices,

    Ich bin der Mensch, der ein Meeting absagt mit der Begründung „Sorry, muss auch mal was arbeiten.“ Wobei sich die Intensität der Arbeit zu Ende der Woche auch legte. Aber da pfiff wie ich bereits aus dem letzten Loch wie ein aufblasbarer Pool-Flamingo mit, nun ja, Loch.

    Das Wetter half nicht. Aber wir haben ja einen Serverraum, indem ich die Funktionsfähigkeit der Klimaanlage testen kann.

    Morgens: Handy aus der Hand gefallen, weil ich auf dem Weg zum Frühstück einschlief, nachmittags: Buch aus der Hand gefallen, als ich noch kurz auf dem Sofa in Fische und Drachen weiter lesen wollte. Bei der Arbeit: Wach geblieben.

    Mittags hatten wir zwei aufschlussreiche Besuche im Quartier Bistronomie: für einen Mittagstisch zu teuer für den öffentlichen Dienst, aber für Apfelschorle und Cola gerade richtig.

    Auf den Wegen zwischen Wohnungsbüro, Bürobüro und Bistronomie passierte ich Aufkleber. Einen davon möchte ich hier als Diskussionsanregung hinterlassen:

    Ampelpfahl mit lila Aufkleber "FCK AFD". Dahinter eine Kreuzung,

    Kaffee im Schwimmbad

    Madame telefonierte letztens gar nicht auf alemannisch. Sie nahm an einer zweisprachigen alemannisch/schriftdeutschen Telefonkonferenz teil, dabei jeweils zwischen alemannisch und schriftdeutsch wechselnd.

    Jetzt gab es keine Telefonkonferenzen mehr. Die Reisegruppe Südbaden war eingetroffen. Nachdem wir die Bahn-Abenteuer innerlich überwunden hatten, konnten wir uns herzlich in Familie begeben.

    Wie es sich für Badener gehört, fanden die Erörterungen bei ausführlichen Mahlzeiten statt. Die Nähe Frankreichs färbt.

    Am Donnerstag, dem Tag des Zahnarztabenteuers und des Niemand-ist-nach-den-letzten-Tagen-mehr-in-der-Lage-die-Wohnung-zu-verlassen besorgten Madame und Madame-Madame im ukrainischen Fischparadies Räucherfisch, Forellenkaviar und eingelegte Tomaten. Madame wärmte die Gibanica auf, fertigte den solidarischem Salat. Wir aßen mit Blick auf das Ringeltaubennest.

    Am Freitag, nach Strickcafé und Fahrradbefriedung trafen wir in der Heidelbeere bei Schnitzel aller Art und Kutterscholle. Jedes Schnitzel hat dort eine andere Beilage, es gab „Bratkartoffel“ (Wiener Art) und „Spätzle“ (Jäger-Art).

    Am Samstag hatte das Wochenende in den märkischen Hamptons geführt bei Grillburgern aus Rinderlust-Mett und gemüslichem Mangold und Brokkoli.

    Ich war durchgehend behost und erlangte trotzdem zwei Mückenstiche am Oberschenkel

    Wir entflohen der Berliner Stadthitze in die Landhitze der Latifundien. Die 21-Uhr-Autobahntunnel-Sperrung verschaffte uns einen stadtentdeckerisch wertvollen Umwege durch die besten Industriegebiete Reinckendorfs, bevor wir ankamen.

    Auf der Terrasse im Dunkeln war es erträglich. Der Bungalow allerdings hatte ausreichend Zeit gehabt, um eine veritable Hitzeglocke in seinem Inneren zu entwickeln. Also tranken wir außen Rotwein vom Lausitzer Tagebau, rissen Türen und Fenster auf und krabbelten zu den hitzenpropfenöffnenden Schlafbodenfenstern, um diese zu öffnen. Wie das Wasser schwerkraftgetrieben nach unten abfließen möchte, möchte die heiße Luft schwerkraftgetrieben-in-Rückwärts nach oben abfließen.

    Siesta ist wie den Tag mit Käse überbacken. Nur ohne Backen, hoffentlich.

    Falls ich je daran dachte, dass meine Berufung wäre, Gärtner in Botanischen Garten oder im Leipziger Gondwanaland zu werden: Nein. Das Gute am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass die Sonne nie direkt knallte. Das Schlechte am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass wir permanent durch 30-Grad-Nebel waberten.

    Gartenarbeit bei diesem Wetter muss mensch schon wirklich wollen. Ich wollte nicht. Trotzdem waren die Wege am Ende irgendwie nachgemäht und das Schattiernetz war an der Pergola festgenäht. Madame wurde in der Nähe gesichtet.

    Von unten breiten sich die Katzenminzen in der Pergola aus. Das verschafft uns eine Insekten-Beobachtungs-Station vom Gartenstuhl – Wildbienen und Schwebfliegen lieben Katzenminzen! – und sorgt für athmosphärisches Hintergrundbrummen. Wie Vuvuzelas, nur in angenehm.

    Der große dunkle Schmetterling entzog sich unserer Beobachtung, auf der Suche fanden wir nur Schornsteinfeger.

    Während die Großrosen beweisen wollen, dass dies das üppigste Rosenjahr aller Zeiten ist, sind die kleinen Großrosen noch halb zugewachsen. Aber auch sie blühen: Die Alten Rosen Alba semiplena, Madame Hardy blühen wie noch nie. Gallica versicolor ist ein Traum in Rot-Weiss-gestreift. Die KLetterrosen an der Pergola, die noch nicht klettern, sondern gerade einmal die Köpfchen nach oben strecken, blühen wie noch nie: Rosengarten Zweibrücken und auch Sourire d’Orchidee – wir entdecken vollkommen neue Blüten.

    Links

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    Falls ich je bergsteige dann nur in diesem Outfit. (#1)

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    A Collection of Rare Photos of Men in the 1800s in Intimate Embraces (#5)

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    Herr Rau erzählt Das Märchen vom Zauberfaden

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    Thematisch anschlufähig: Klar kann die KI übersetzen! und Was die KI mit Reliquien zu tun hat

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    Die einen sagen dann auch noch, man solle die Sonnenbrille absetzen, wenn man irgendwo rein geht, also ich muss doch echt sagen, es sind der Zumutungen schon genug im Sommer, auch ohne 30x am Tag die Brille zu wechseln. Sowieso, warum soll man jetzt seine Augen zeigen, anderes aber wieder nicht, niemand soll sich die Hose ausziehen beim Betreten einer Kaffeebar, irgendwo verläuft da eine Grenze und ich weiß, Konventionen, aber was ich nur sagen will: das ist nicht naturgegeben, das ist erfunden und ich werde mich nicht wegen einer erfundenen Konvention noch mehr quälen als sowieso schon. Zum Glück trage ich gerne Hosen.

  • 26-06-16 Schafe werden Wolken, Wolken werden Regenschauer

    26-06-16 Schafe werden Wolken, Wolken werden Regenschauer

    Madame telefonierte alemannisch.

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    Am Südkreuzklavier sah sie nicht nur Menschen mit Noten für Klavierpartien, sondern auch Pianisten, die ihre eigene Geigerin mitbringen. (oder eine Geigerin, die ihren eigenen Pianisten..)

    Später versuchte Madame, zweierlei Latein in ihrem Kopf zu entwirren. Aufgrund ihrer Mehrchorwochen singt sie gleichzeitig das Mozart-Requiem und das Cherubini-Requiem. Beide haben im Prinzip denselben lateinischen Text. Aber bei Mozart sei es bitte in der deutschen Latein-Aussprache gesungen und bei Cherubini in der italienischen Latein-Aussprache.

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    Mein Versuch, litauische Bahnkarten zu kaufen, scheitert an der Meldung „403 forbidden“. Dazu erscheint eine Fehlerseite, die so klassisch technisch aussieht wie das gute alte Internet von ehedem.

    Etwas Recherche erbringt die Info, dass LTG Link gerade aus Cyberabwehrgründen ganz Nicht-Litauen aussperrt. Das Internet empfiehlt die LTG-Link-App oder die Nutzung eines VPNs. Die App zwingt mich, mir einen Account anzulegen und hängt sich dann dabei auf.

    Also werde ich ein VPN suchen müssen, das Litauen kann und trotzdem nicht wie die hinterste dunkle Ecke des Internets wirkt.

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    Am Tag als mein Fahrrad verschwand, Madame auf der Suche zwar kein Fahrrad aber einen Fuchs fand, und das Fahrrad wieder auftauchte. Das war der Tag als Madame im Lochowbad erfuhr „Ihr Schloss ist fehlgeleitet“ und dann ihre Uhr vergaß. Das war ein seltsamer Tag.

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    Es war ein Sonntag zwischen rain and shine und ein Montag zwischen Südkreuz und Schaf.

    Farben schießen Tore

    Ein niedlicher Nachtrag: Der kleine Fußballfan vom Wochenende, der zwar zur Irritation seiner Eltern überhaupt riesiger Fußballfan ist, aber das noch auf einem Niveau, wo er ganz begeistert vom Spiel von Grün gegen Gelb erzählt.

    Im Kreise älterer fußballinteressierter Menschen läuft mein Tippspiel-Masterplan so mäh. The power of statistics bringt mich am Ende von Spieltag 2 auf Platz 22 von 44.

    An einem Montagnachmittag versuchten drei Menschen im öffentlichen Dienst visionär zu sein. Und zwar nicht visionär im frei fliegenden irgendwann-haben-wir-Flugtaxis-Modus sondern visionär im Sinne von „in sechs Monaten solles real existierende Menschen im Alltag benutzen können.“ Das ist eine manchmal recht mühselige Form der Visionarität, erst recht am Montag Nachmittag.

    Friedhof der Fluginsekten

    Wir joggten Garten. Es konnte passieren, dass wir sagten, „Ah, Sonne, lass uns die Gelegenheit nutzen und den Staubsauger wieder in den Schuppen bringen“, und innerhalb der fünf Meter von der Haus- zur Schuppentür wurde schon wieder jemand klatschnass.

    Der spektakuläre Himmel empfahl für den Sonntag Häuslichkeit. Ich und der Staubsauger versuchten sich am niedrigen Schlafboden an einer Aktivität, die zu einem Achtel aus Athletik und zu sieben Achteln aus Herumrollen bestand. Vielleicht sah es aus wie der welt-unbeholfenste Schlangentanz. Die Staubsauger-Rollethik führte mich insbesondere am großen nicht-zu-öffnenden Südfenster zur letzten Stätte toter Bienen und Fliegen. Denn wo viele Insekten, da auch immer wieder Insekten im Haus, die sich auf dem Rückweg verirren und in die Sackgasse geraten.

    Aus dem Fenster konnten wir die immer wieder kreisende Bachstelze sehen, und raten, wo ihr naheliegendes Nest liegen könnte. Die Alten Rosen sind so gewachsen, dass wir sie selbst hinter dem 2-Meter-Gras noch durchscheinen sehen können. Gerade die Pink Moss wirkt wie direkt aus einem Märchen der Brüder Grimm entstiegen bzw. da die Sorte seit 1696 bekannt ist, ist sie vermutlich einem Märchen der Gebrüder Grimm entstiegen.

    Go GoLand

    Der Blick auf meinen Kalender sagt mir, dass ich mich ernsthafter mit den beiden kommenden Fernuni-Klausuren beschäftigten sollte. Ich beschloß für Sonntagabend, erst einmal die ganzen Aufgaben aus der „imperativen Programmierung“ zu lösen.

    Denn nur weil ich glaube prinzipiell verstanden zu haben, wie die Sprache Go funktioniert, heißt dass noch lange nicht, dass ich in der Lage bin, alle geschweiften Klammern, Kommata, leere Klammern und Punkte in einer Reihenfolge zu setzen, die die Sprache erfordert.

    Das kann und werde ich mir nur mit Training (= Testaufgaben lösen) aneignen.

    Wie eigentlich immer in der Informatik liegt die erste Herausforderung kann nicht im Inhalt, sondern in der Form: Wieder einmal eine Sprache auf dem Rechner installieren, wieder einmal eine Studiumslizenz für eine Programmierumgebung beantragen und dann das vom Lehrstuhl empfohlene GoLand auch noch auf meinem Rechner zum Laufen bringen. Danach ist mein Lernslot vorbei, weiterhin ohne eine geschriebene Klammer.

    Saal 5 ist der in Blau und Rot

    Am Hühnchenimbiss ein Loch in der Scheibe. Wir überlegten, ob es einem Unfall entstammte oder den gerade grassierenden rustikalen Schutzgelderpressungen mit Schusswaffenhilfe. Der Qualität des halben Hühnchens schadete es nicht.

    Denn, es ist absurd, dasjenige der Yorck-Kinos, das am ehesten unauffällig, funktional, praktisch und gut ist, das Delphi Lux, liegt in der Ecke Berlins, die alles andere als unauffällig oder funktional ist.

    Der Bahnhof Zoo hat nicht nur mit Breitscheidplatz, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Ku’damm alteingesessene Touriattraktionen um die Ecke, mit Zoo-Palast, Delphi Palast und dem Musicaltheater eine große Strahlkraft, sondern auch die Szene, die seit „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zwar manchmal die Gestalt und die Droge-der-Wahl wechselt, aber zuverlässig zum Zufluchtsort für die Hoffnungslosen wird.

    Und genau dort liegt ein Kino, das mit seinem sieben kleinen bis mittelgroßen Sälen einfach nur praktisch ist. Es liegt direkt an einem Verkehrsknotenpunkt in einer der Berliner Stadtmitten. Das Delphi Lux ist vom Saal her kein Neues Off, kein Filmtheater am Friedrichshain. Das hat genau die Atmosphäre, die nicht vom Film ablenkt. Die Programmauswahl ist bei sieben Sälen groß, Säle und Foyeur unspektakulär einladend. Ein guter Platz für entspanntes After-Work-Kino.

    It was getting orders from a sheep

    Der Montag endete in flauschiger Niedlichkeit. „Glennkill – ein Schafskrimi / The Sheep detectives“1 ist ein Film, der weise auf jeglichen Originalitätsdrang verzichtet, um die Niedlichkeit und ins-Herz-Schließbarkeit der schafischen und menschlichen Charaktere in Szene zu setzen.

    Ein Schäfer wird getötet. Seine Herde, die zwar Menschen verstehen und miteinander sprechen kann, die für Menschen aber nur aus blökenden Schafen besteht, versucht den Fall zu lösen: Im Stil klassischer Whodunits in einer englischen Kleinstadt mit Testamentseröffnung, einem alle-sind-verdächtig-Cast, einer überraschenden Wendung und der großen Verkündungsszene am Ende.

    Da die Schafe ihre Ermittlungsergebnisse nicht selbst präsentieren können, müssen sie den gutmütigen der trotteligen Dorfpolizisten zu den Spuren ziehen, oder diese auch auf den Boden des Polizeireviers malen. Nachts, vor einer unschuldig inhaftierten, die am nächsten Morgen nur erzählen kann „There was a lamb inside. And it was getting orders from a sheep.“

    Hugh Jackman als Schäfer spielte einen perfekten einsam-herzenswarmen Schäfer, Emma Thompson als Anwältin aus der Stadt war genau so schneidig-faszinierend wie mensch sich in einem solchen Setting Anwältinnen aus der Stadt vorstellt, und überhaupt war das alles komplettes wunderbares Flausch-Wohlfühlkino.

    Ein Tag, der mit Fahrrad und Fuchs begann, endete mit Schafen, die zu Wolken wurden.

    Links

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    Von Madame gelesen, während sie unsere dramatisch schwindenden Buttervorräte aufbesserte.

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    Ich hatte ja keine Ahnung! In Bezug auf Partytricks kann ich einäugig Schielen und habe noch eine Merkwürdigkeit in der Hinterhand: die Ohren taub stellen. Nein, das ist nicht nur eine Floskel, das geht wirklich

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    Auch wenn das wahre Basbektball-Team natürlich die Boston Celtics sind, fühle ich mich verbunden: Seit Anfang der 1990er Jahre bin ich Fan der New York Knicks.

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    Wenn Sie also gerade in Richtung Musik etwas lernen, machen Sie es doch bitte in der Außengastro. Es gibt Menschen wie mich, die sie dabei gerne beobachten wollen und die davon auch etwas haben. / ack

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No. 34 – 7,00€ pro Besuch ↩︎
  • 26-06-11 E.T.A.I

    26-06-11 E.T.A.I

    Madame holte gemüslich-prignitzer Salat und Zuckerschoten. Ich aß das Burger-Mix-Menü bei Cebo’s. Beides können wir weiterempfehlen.

    Nicht mehr empfehlen können wir das afghanische Restaurant Bahar an der Ecke neben dem Odeon. Dieses schloss. Sie waren unfassbar nett und sie mühten sich redlich. Aber die professionelle Gastronomie war merklich nicht Ihres. Ich hoffe, sie konnten die Reißleine ziehen, bevor es zu schlimm weh tat.

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    Da arbeiten, wo andere Staatsbesuche machen: Am Dienstag zogen die einschlägigen Kolonnen zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende an mir vorbei. Nachmittags geschmückt mit Schweizer Fahnen. Am Mittwoch traf ich den Polizeimotorräder-Polizeiwagen-Schwarze-Limousinen-Convoy auf dem Weg aus dem Schwimmbad. Diesmal in ungarisch.

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    Bei Edeka Duolingo interviewten zwei Polizist*innen einen älteren Herrn. Diesem war anscheinend die Dramatik der Situation wichtiger als die präzise Faktizität. Im Vorbeigehen flog ein gestisch untermaltes „Und dann DÄNG mit der Faust“ an mir vorbei.

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    Die Rolltreppe der Gegenwart am Südkreuz wird demontiert. Der Boden um sie herum ist zerschlagen, die Handläufe existieren nicht mehr. Seitdem Bauzäune dort stehen, wirkt die übrige Treppe doppelt so schmal wie vorher, obwohl der objektive Platz genau gleich blieb.

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    Es waren vier Arbeitstage gefolgt von Wasser und Außerirdischen.

    50 Meter Freude

    Madame war zweimal im Lochow. Dieses Jahr trennen sich unsere bisherigen Badewege. Madame geht in das örtlich sinnvollste Bad, das Lochowbad; ich gehe in das zeitlich sinnvollste Bad, das Insulanerbad,

    Nach dem vergeblichen Versuch am 1. Juni, folgte am 8. Juni vor dem Kino Versuch Nummer 2 des Insulanerbadbesuchs im Juni. Und auch dieser lief holprig. Den Kabanenschlüssel vergaß ich in der Wohnung1, die S-Bahn hatte Polizeieinsatz und nachdem ich mit Irrungen und Wirrungen ankam, erhielt ich einen EC-Geräte-Vortrag.

    Aber ich hatte die Badehose dabei und konnte baden! Zu Freibadwetter, wie ich es liebe: Sonne, Wind, Wolken, die rasch vorbeiziehen, und insgesamt kalt genug, um Platz im Becken zu lassen. Ich schwamm im Nicht-Totholz-aber-auch-nicht-sportlich-Bereich für meine Verhältnisse zügig, ich wollte ja noch ins Kino, und verließ entspannt das Becken. Der Sommer groovt sich ein.

    Mittwoch hatte ich kinofrei. Lange studierte ich Regenradar, Blitzradar und Wettervorhersage, um mich doch ins Bad zu wagen. Diesmal fuhr die S-Bahn und ich hatte den Kabanenschlüssel2. Meine Lieblings-Badleiterin3 nutzte das schlechte Wetter, um das Tor am Eingang neu zu streichen – und wie beim Tom Sawyer, ich hatte große Probleme, dem Spontansubbotnik zu entfliehen und nur zu Baden.

    Aber welch ein Traum. Wir waren zu dritt im Treibholzbereich. Ich kam kaum zum Schwimmen, weil ich die ganze Zeit den Himmel mit seiner Mischung aus blau, Sonne, schwarzen Wolken, weißen Wolken und grauen Wolken betrachten musste. Es war ein Schweben mit weit aufgerissenen Augen. Fast wie ein Sternenhimmel.

    Der vielfache Spielberg

    Madame durchlebt weiter die Mehrchorwochen. Chor 2 hat zwar keinen Fuchs am See zu bieten. Aber dafür singt er das Cherubini-Requiem. Madame ist hin und weg.

    Ich kontere mit den Mehrsesselwochen. Auf in’s Kino, in’s Kino und in’s Kino.

    Auf dem Arbeitsverlassweg, ausnahmsweise ohne begleitenden Staatsbesuch, traf ich die Hüterin der Outlookkalender. Wir plauschten kurz über wohin und woher, über Begehr, ich erzählte von meinen Plänen, und sie erzählte, dass sie ein Yorck-Unlimited-Abo hat. Gute Kinokette, die Yorcks. Gute Frau die Frau!

    Ich hatte vorher erzählt, dass ich auf dem Weg zu meiner Spielberg-Alien-Immersion war im Odeon war. Nach A.I.4 5am Montag folgten E.T.6 am Dienstag Nachmittag, Close Encounters of the Third Kind7 am Dienstag Abend.

    Am Plan „nicht mehr als zwei Filme“ pro Woche arbeite ich noch. Immerhin kann ich bei diesem Konvulut hinterher ganz gut sortieren, welche Filme mir nach einigen Tagen am eindrücklichsten im Gedächtnis hängen. Sie folgen in aufsteigender Reihenfolge.

    Almost

    Der Begriff Uncanny Valley bezeichnet in der Robotik einen Zustand, in dem Roboter so menschenähnlich werden, dass sie unheimlich sind. Roboter, die klar nach Robotern aussehen – okay. Roboter, die wirklich wie ein mensch wirken – sehr okay. Roboter, die fast nach Menschen aussehen, bei denen aber irgendwas nicht stimmt – unheimlich.

    Wir saßen 146 Minuten im Uncanny Valley. Einerseits ging es im Film A.I. um Roboter, hier einen kleinen Jungen, der fast menschenähnlich ist (unfassbar großartig gespielt von Haley Joel Osment), anderseits galt das auch für den Film an sich. Geschrieben vom Meister der gothischen Kathedralen des Films, immer eindrucksvoll, immer zum Luft anhalten, immer aus einer Distanz, allen Kitsches beraubt so dass nur die nackte Essenz übrig bleibt, immer weht ein kalter Wind durch seine Filme; verfilmt vom Meister der dichten emotionalen Packung, des Gefühlskinos, immer wird mensch umarmt und durchgeschüttelt in seinen Filmen. Es entstand ein Film, der fast Kubrick ist, aber nicht wirklich, ein Film der fast Spielberg ist, aber nicht wirklich.

    Sehr faszinierend, aber beim ersten unvorbereitenden Sehen, überfordernd.

    Noch uncannyer. Diesen Film aus dem Jahr 2001 über Künstliche Intelligenz sehen und danach mit dem LLM ChatGPT darüber reden.

    The Stars, the Music, the Suits

    Die Unheimliche Begegnung der Dritten Art, ein Film, der mich dazu brachte, die Spielberg-Biographie nachzulesen.

    (a) Close Encounters of the Third Kind ist wirklich nach Jaws/ Der Weiße Hai erschienen. Auch wenn es nicht so wirkt, auch wenn die Close Encounters auf mich viel unfertiger, tastender und versuchender wirken als das Hai-Meisterwerk.

    (b) Scottsdale it is! Spielbergs Faszination mit Außerirdischen ist hinlänglich bekannt. Und gerade hier im Film tauchen immer wieder eindrucksvolle dunkle Sternenhimmel auf, die in allen Farben blinken – so wie ich sie nur von extrem guten Tagen an den Latifundien, vor allem aber von dunklen Nächten an der Nordsee kenne. Der Himmel, ist einziger Show-Act.

    So prominent wie diese Sternenhimmel im Film auftauchten, sagte es mir: Spielberg hat die Himmelsglitzershow in Echt gesehen. Oft genug, und mit ihm selbst jung genug, um ihn dauerhaft zu prägen. Das kann nicht in einer hellen Großstadt passiert sein: Cincinatti, New Jersey, Philadelphia – die frühen Stationen von Spielbergs Kindheits sind zu lichtverschmutzt. Aber „zog die Familie im Februar 1957 .. nach Scottsdale, einem exklusiven Vorort von Phoenix Und ja, Phoenix, Arizona, Wüste, 1957 noch kaum besiedelt. Dort schien der Sternenhimmel, der der Menschheit viele Außerirdischen-Filme einbrachte.

    Close Encounters of The Third Kind ist der erste dieser Filme. Seltsame Sichtungen, Phänomene, Erscheinungen, Ufos kommen auf die USA nieder. Ein Raumschiff landet am Fuße des Devil’s Tower in Wyoming, einige fast magisch Angezogene (die Protagonisten des Films) schleichen sich an allen Militärabsperrungen vorbei, um Raumschiff und Außerirdische zu sehen.

    Ich musste mich gewöhnen. Zu sehr sah das immer wieder aus, wie die 1970er-Fernsehserien, die der Kaptain so gerne schaut. Wenn man an Spielberg denkt, den Meister darin, einen durch die Gefühlswaschmaschine zu jagen, jemand der halbe Staaten an Logistik und Technik aufbietet, um die Geschichte eines kleinen Jungen zu erzählen, wirkte das alles sehr unfertig, sehr rumpelhaft, sehr nicht-perfekt.

    Fast alles ist schon da: Der kleine Junge, die fremdartig-niedlichen Alians, die John-Williams-Musik, das Poetische im Alltäglichen, die Utility-Cars die auf Sand bremsen, der abgefahrene Menschen-Außerirdischen-Kommunikations-Jazz, die unglaubliche Fähigkeit gewöhnliche Menschen in ungewöhnlichen Situationen zu schildern – am Ende der Spielberg Woche war es wie ein Blick in Spielbergs Emotionswerkstatt, in der die Fassaden noch nicht richtig sitzen, die Leitungen noch nicht verlegt sind, und man viel mehr von der Maschine sieht als in späteren Filmen.

    Und Sternenhimmel natürlich. Sternenhimmel. Ich sah den Sternenhimmel. Diesen Film würde ich gerne noch mal sehen.

    Phone home

    Nach dem Film sahen wir uns beide an, sagten beide: „Ich dachte, das ist ein harmloser, netter Kinderfilm.“

    Wir beide füllten die Bildungslücke E.T.

    What a movie! Herzlich, niedlich, süß, anrührend, und viel dramatischer, trauriger und unheimlicher als wir vorher gedacht hätten. Der Film hat alles. Großes Kino. 10/10.

    Danach: Der Nachthimmel über Schöneberg.

    phone home

    Links

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    Es gibt jetzt eine Citizen-Science-Karte um Eichenprozessionsspinner einzutragen. Hier in der Berlin-Ansicht. Unbedingt gehört er in meinen dystopischen Roman.

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    Unfreiwilliger Selbstversuch von Andrea: Ein Tag ohne Smartphone

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    Über das Klavierspielen

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    Villeicht doch mal über das Zurück-in-die-Zukunft-Musical nachdenken? Ich lese nur Gutes.

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    Heimatgefühle: Nicht nur die Outdoorjacken der Paare sind gleich aussehend, wie seit Jahren schon, auch die Räder sind jeweils Zwillinge. So häufig, dass man irgendwann annimmt, okay, diese E-Bikes werden vermutlich nur in Zweierpacks verkauft, die gehören einfach so. Es ist ein Für-Zwei-Produkt.“ Wobei ich glaube, viele Auto-Pendel-Strecken haben die Länge, dass sie schlecht mit einem Fahrrad aber ganz hervorragend mit einem E-Bike substituiert werden könnten. Wenn dass die Gesellschaft merken würde, könnten wir einen großen Schritt richtung bessere Welt gehen.

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    Sun-Tsu-Zitate peppen jeden Blogeintrag doppelt auf, wenn man sie auf Englisch bringt.

    Anmerkungen

    ~~ An der Fernuni für die Klausur zur Imperativen Programmierung angemeldet

    ~~ An der Fernuni für das nächste Semester rückgemeldet. Das Programm lautet Datenstrukturen und Algorithmen, sowie Objektorientierte Programmerung sowie Socio Technical Information Systems Design.

    1. Es blieb bei Kabanenbesuch No. 1 – 80€ pro Besuch ↩︎
    2. Damit Kabanenbesuch No. 2 – 40€ pro Besuch. ↩︎
    3. Eine meiner Lieblings-Badleiterinnen. Natürlich schätze ich alle Kolleginnen und Kollegen. ↩︎
    4. Okay, technisch keine Außerirdischen sondern entwickelte Maschinen. Spätestens zum Ende hin, sind sie aber nicht mehr unterscheidbar. ↩︎
    5. Yorck Unlimited No. 30 – 7,93€ pro Besuch ↩︎
    6. Yorck Unlimited No. 31 – 7,68€ pro Besuch ↩︎
    7. Yorck Unlimited No. 32 – 7,44€ pro Besuch ↩︎

  • 26-06-04 Pool’s out for summer

    26-06-04 Pool’s out for summer

    Der Parkplatzjasmin blüht. Duftwolken ziehen bis an diesen Schreibtisch.

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    In der Bahn eine junge Frau, die erst ausgiebig Dehnübungen im Sitz machte und sich danach so schief in diesen hineinfläzte, dass ich allein beim Zusehen Rückenschmerzen bekam.

    *

    MMB sprach über eine gemeinsame Bekannte als „die, die immer aggressiv-pastell bekleidet ist“. Das ist eine Aussage mit innerem Widerspruch, und dennoch wusste ich sofort, wer gemeint ist, und musste zustimmen.

    *

    Madame chorierte vertretungsweise unter einem hauptberuflichen Grundschullehrer als Chorleiter und war mehr als begeistert ob seiner Präsenz und seines methodisches Repertoires. Mehr Grundschullehrer*innen in Führungspositionen!

    *

    Es waren vier Arbeitstage zwischen SERVQUAL, Sternwarte und dem cinealen Versuch, ein Mensch zu bleiben.

    Entscheidungen

    Die Sonne scheint. Die Vögel singen. Das Freibad lockt. Zeit, sich wieder der Fernuni zuzuwenden.

    Unterhaltung / Arousal

    Kunden beobachten andere Kunden auch, weil dies einen gewissen Unterhaltungswert hat. Viele Kunden begeben sich gerne unter andere Menschen und schauen sich das Geschehen in der Öffentlichkeit um sich herum an (Tombs und McColl-Kennedy 2010).

    Das Fernuni-Modul Dienstleistungsmanagement ist mir ein steter Quell der Freude. In seiner inhaltlichen Alltagsnähe, in einer Sprache, die zwischen akademischer Distanz und Business-Bullshit-Bingo schwankt wirkt es mehr als einmal wie die Loriot-Version seiner selbst.

    So zum Beispiel mit der Erkenntnis:

    So zeigen Kaminakis et al. (2019), dass sich die Gestaltung der Dienstleistungsumgebung – im Kontext der Studie ein Restaurant – stärker auf die Erregung (arousal) und die Lust (pleasure) des Kundenkontaktpersonals als auf die Erregung und das Vergnügen des Kunden auswirkt.

    Manchmal denke ich aber auch „Aha“!

    Als ich letztens an der Shell-Tankstelle vorbeilief und an den gescheiterten Versuch dachte als Shell, wieder Tankwarte als Premium-Unterscheidungsmerkmal einzuführen versuchte, da erinnerte ich mich an verwirrte Kund*innen, die nicht recht wussten wie sie mit den Tankwarten umgehen sollten. Dank des Moduls kann ich jetzt denken „Service-Skript“: Jede Dienstleistung erfordert Interaktion und die Kund*in muss jederzeit das Gefühl haben, zu wissen was von ihr gerade erwartet wird. Sonst fühlt sie sich nicht wohl und die Dienstleistung scheitert.

    Bei neuen Dienstleistungen oder Abläufen, die seit Jahrzehnten nicht mehr vorkamen, muss die Anbieterin den Kund*innen beibringen, was diese tun sollen. (Siehe auch: IKEA-Anfänge in Deutschland, McDonalds-Anfänge in Deutschland).

    Programmierung oder Algorithmen?

    Entscheidender als einzelne Inhalte im Fernuni-Kontext bleibt aber das große Ganze und der Ablauf: Der 1. Juni ist an der Fernuni der Tag des kleinen Übergangs. Am 1. Juni öffnet die Rückmeldefrist für das nächste Semester und es öffnet der Zeitraum der Klausuranmeldungen. Langsam sollte ich mich entscheiden, was ich dieses Semester schreiben und daraus folgend, was ich nächstes Semester belegen werden.

    Bisher lernte ich für

    • Dienstleistungsmanagement
    • Einführung in die Imperative Programmierung

    Die Module gibt es nicht geschenkt. Aber sie sind inhaltlich tief in meinem Wohlfühlbereich angesiedelt. Der Lernaufwand scheint mir überschaubar.

    Angedacht hatte ich

    • Datenstrukturen und Algorithmen (D&A)

    This is a whole kind of different beast. Das Modul hatte ich im letzten Semester schon mal begonnen, weil es doppelt einzahlt – auf den Master Wirtschaftsinformatik wie auch auf den möglichen Bachelor Informatik. Aber dann hatte ich schnell wieder aufgehört, weil es gar nicht einverträglich war mit dem letztsemestrigen plan: „Study, relax & chill“. So gar nicht.

    Die Klausur D&A würde bedeuten, dass ich jetzt wirklich intensiv und unter Vernachlässigung diversen anderen Lebens mit Lernen beginnen müsste und dies bis zur Klausur Mitte August durchziehen. Bei Bestehen wäre ein großer Brocken aus dem Weg geräumt.

    Dann erinnerte ich mich des Jahresmottos „Einatmen – Ausatmen“, dachte „Bist du verrückt? Es ist Freibadsaison!“ und verschob das Modul.

    Dieses Semester bleibt es bei Dienstleistungsmanagement und Imperativer Programmierung. Überraschend auftretende Anfälle von Ehrgeiz kanalisiere ich auf die Noten in den beiden Modulen – oder ich lerne schon mal für die Datenstrukturen im Wintersemester vor. Dort findet back to normal mit Datenstrukturen & Algorithmen und Objektorientierte Programmierung und Socio-Technical Information Systems Design statt.

    Well, we got no choice / All the girls and boys / Makin′ all that noise

    Innen out

    Wir verschlafen ungefähr einmal im Jahr. Das schafften wir Mittwoch. Vermutlich hat die Mischung aus schwül-am-Abend – deshalb schlechtes Einschlafkarma – plus Nachtregen – deshalb Tiefenentspannung am frühen Morgen – dazu geführt, dass ich sämtliche Wecker glücklich überhörte. Madame testete, wie schnell sie bei strömenden Regen in der Hafenstadt sein kann.

    Ich hatte mehr Glück, mein erster Termin lag später und fand in der hauseigenen Schwimmhalle statt.

    Diese war ruhig. Denn bis auf das Schulschwimmen ist der Hallenbadbetrieb eingestellt. Wir sind Schwimm-Heimatlos, müssen wieder das Grundstück verlassen, um Schwimmen zu gehen. Sofort habe ich einen Alice-Cooper-Hit im Ohr:

    Pool’s out for summer / Pool’s out forever / Pool’s been blown to pieces.

    Ich hoffe, dass bei Alice Cooper und bei uns die letzten beiden Zeilen literarische Übertreibungen aus emotionalem Überschwang heraus sind.

    Außen out

    Wenn der Pool out ist, ist das ein Grund mehr zum Steglitzer Sommerwohnzimmer zu pilgern. Auf zum Insulanerbad.

    Aber auch dieser Ausflug teilte das Schicksal unserer letzten Exkursionsversuche (siehe Nymphensee überfüllt – und Fahrradtour mit kaputtem Sattel), er scheiterte. „Wegen Team/Fortbildungstag geschlossen“ Und das mir!

    So nutzte ich die Gelegenheit, das erste Mal seit 15 Jahren nicht das Insulanerbad sondern den Insulanerberg zu erklimmen. Ich entdeckte die geheime Liegewiese außerhalb des Freibads (Luftbad!), ich sah Wege, so dicht bewachsen, dass diese auch im schlimmsten Hochsommer noch im Schatten liegen werden. Ich entdeckte die Andeckenplaketten an Insulaner (Trümmerhügel) und Insulaner (Radio-Kabarett). Ich wiederentdeckte die Sternwarte und warf den ein oder anderen Blick auf das am Fuß des Trümmerhügels liegende verlassen wirkende Schwimmbad.

    Bahnhofsgeschichten

    Berechenbarer als das Insulanerbad bleibt der Bahnhof Südkreuz.

    Für die Zukunft

    Die Rolltreppen dort zum Beispiel bleiben unbewegt. Paul’s Bauzaun Service verwandelte die bisherigen Absperrungen in eine größere Ansammlung von Bauzäunen, auf denen Rolltreppen „für die Zukunft“ angekündigt werden. Das sagte mir, dass DB InfraGO die Rolltreppe „für die Gegenwart“ aufgegeben hat.

    Tatsächlich bestätigte mich der Tagesspiegel-Checkpoint mit einem Text zur Südkreuz-Rolltreppensituation: „Zwei weitere [Rolltreppen] im Eingangsbereich machen größere Probleme. Sie müssen altersbedingt komplett erneuert werden. Die Bauarbeiten beginnen in dieser Woche und werden „einige Monate“ dauern. „

    Im selben Checkpoint wurde immerhin ein weiteres Rätsel gelöst. Denn die Personen, die ich als Kofferträger identifizierte, sah ich nun in vielen Monaten noch nie einen Koffer tragen. Meistens lehnen sie an der Treppe, despektierlich könnte ich schreiben, sie lungern herum, vielleicht sind es gar keine Kofferträger, sondern professionelle Lungerer.

    Auch hier gab der Checkpoint Auskunft: „Achtung, neue Berlin-Vokabel: Während der Bauarbeiten sind „Reisendenlenker“ im Einsatz, „um Fahrgäste zu unterstützen“. Heißt konkret, auch mal Kinderwagen und Koffer die Treppe hochzuwuchten.

    Ich las erst „Reisendenker“. Und vielleicht wäre das etwas: Einfach Menschen an den Bahnhof stellen, die über das Reisen nachdenken. Aber vielleicht machen sie das auch schon die ganze Zeit, und kommen deshalb nicht zum Kinderwagentragen.

    Für die Orientierung

    Vor dem Südkreuz taucht ein neuer Wander-Wegweiser mit Bär mit Wanderstab auf: Grüne Hauptwege. Das ist einerseits komplett absurd, denn der Südkreuz-Vorplatz ist ein Ort für den das Wort „unwirtlich“ in den Duden aufgenommen wurde und der sich besser für „Graue Nebenplätze“ als für „Grüne Hauptwege“ qualifiziert.

    Andererseits ist das Schild damit notwendig: Denn wohl jede*r Wander*in auf einem Grünen Hauptweg braucht hier umfangreiche Bestätigung, sich auch wirklich, wirklich nicht verlaufen zu haben.

    Saving Mima Kirigoe

    Ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr als zwei Kinofilme in der Woche zu sehen. Zu sehr verschwimmen die Eindrücke sonst, zu sehr geht mir ein Film aus dem Hirn verloren, noch bevor ich auch nur ansatzweise verstanden habe, was ich erlebte.

    Diese Woche werden es drei Kinofilme werden.

    Montag: Saving Private Ryan (Odeon – USA, 1998)1, Mittwoch Perfect Blue (Babylon Kreuzberg – Japan, 1998)2 und Donnerstag American Gigolo (Yorck – USA, 1980).

    Durch die Häufung ergeben sich interessante Effekte. Kurz nacheinander sah ich den Spielberg-Blockbuster Saving Private Ryan und den triggerwarnungs-intensiven Anime Perfect Blue.

    Beide erschienen 1998. Der eine aus der damaligen Gegenwart mit dem Blick in die Vergangenheit, der eine aus der damaligen Gegenwart mit dem Blick in die Zukunft. Eines ein Mainstream-Blockbuster mit den größten Stars des damaligen Kinos, in handwerklicher Brillianz, die uns von der ersten bis zur letzten Sekunde ihrer Intensität in die Sitze drückte; eines ein Anime, der aus Kostengründen kein Spielfilm wurde, in Japan für ein Nischenpublikum produziert war, ästhetisch Höhen und Tiefen hat, und ein zweites Leben als Arthouse-Moviegoers-Festival-Film bekam.

    Und doch hatten beide dasselbe zentrale Thema: Wie bleibe ich unter mörderischen Umständen Mensch? Als Englischlehrer-wurde-Soldat im Zweiten Weltkrieg oder als junge Darstellerin in den Abgründen der J-Pop-Girlband-early-Internet-Reality-Menschenverbrauchsmaschine.

    Beide Filme ließen mich nicht unbeeindruckt ziehen. Beide würde ich gerne wieder sehen. Bei beiden bin ich versucht, den ultimativen Wikipedia-Artikel über sie oder einen Roman inspiriert von ihnen zu schreiben.

    Links

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    Via Mastodon: Der Sterbende wünscht sich, dass zu seiner Beerdigung alle mit einer „lustigen Kopfbedeckung“ kommen. Man darf gespannt sein. Und ich habe kein neues Lebensziel, aber ein neues Sterbensziel. Falls ihr plant, mich zu überleben, denkt schon mal über den Hut nach.

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    Ein Traum der Post in jeder Hinsicht: Vier Tage im Hinterland, gleich gefolgt vom Ähnlichen Kleine Wanderung im Hinterland

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    Wer Bloggerinnen treffe möchte, kann sich einfach in die Ausstellung „Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen“ begeben. Dort waren Juna („Ich trug meine Ambivalenz mit mir herum und konnte sie zunächst nicht fassen.) und die Pressepfarrerin („später, als sich die Eindrücke gesetzt hatten, ließ sie mich seltsam unbefriedigt zurück“) – wie schon mal verlinkt, waren auch poupou („Auf jeden Fall interessant anzusehen, aber nicht mind blowing.“), die kaltmamsell („Aufmerksam gehängte Ausstellung, gut erklärt und vermittelt,“) und readinginsweden („es gefiel mir außerordentlich„) dort.

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    Japan verstehen: Die “sieben Wunder” sind Gruselgeschichten, die sich Schüler seit Generationen erzählen und die allesamt in der Schule stattfinden. Weil sie im gesamten Land bekannt sind, werden sie oft in verschiedenen Medien erwähnt – Unter dem Verständnis, dass alle die Referenz verstehen.

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    Auch ich beuge mich dem Diktat der großen Wasserstoffbombe am Himmel und trage meinen peinlichen Safarihut. Damit sehe ich zwar aus, als woll ich Velociraptoren jagen, aber immerhin weniger bescheuert als der alte zottelige Mann mit dieser Sonnenbrille in Form des Kölner Doms. – ich weiß nicht. Zottelig werden, eine Sonnebrille in Form des Kölner Doms tragen, und dann als Reisendenker in einem Bahnhof lungern – das klingt für mich wie eine erstrebenswerte Zukunftsversion meiner selbst. Und wenn ich sterbe, müssen alle mit einem komischen Hut kommen.

    Anmerkungen

    ~ Neu im Bestand: Ein T-Shirt (agressiv-pastell blau), ein Polo (Bahamas-Bär)

    1. Yorck Unlimited No. 27 – 8,82€ pro Besuch ↩︎
    2. Yorck Unlimited No. 28 – 8,50€ pro Besuch ↩︎

  • 26-06-02 Mondtäuschung und Mohntäuschung

    26-06-02 Mondtäuschung und Mohntäuschung

    Madame möchte erwähnt haben, wie großartig der Vorgarten dieses Jahr aussieht.

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    Eine Elster verschwand im Totholzstapel, dort wo letzte Woche die Ente verschwunden war.

    *

    Auf dem Feldweg: Ein Fahrrad mit Ballondekoration kam uns entgegen. Auf den Straßen um das Grundstück herum: Eine Oldtimerrallye. Selten sah ich so viele Porsches (911, 924, 928) auf einmal, schon lange nicht mehr so viele klassische Volvos und schon gar nicht sechsziger-Jahre Cadillas.

    *

    Auf dem leeren Acker erspähten wir einen Feldhasen. Nachdem er uns erblickt hatte, legte er die Ohren an und verwandelte sich vor unseren Augen in einen Schlammklumpen.

    *

    Es war ein Latifundienwochenende zwischen Pilzsporen und Brackwespen.

    Nachträge

    Zwei Nachträge zu Posts der letzten Tage.

    Ein kleiner Nachtrag: Raupen und Schmetterlinge

    Die Raupengruppe, die uns im Botanischen Garten vertrieb, gehörte offenbar zum Großen Fuchs. Damit haben wir nicht nur zwei verschiedene Füchse gesehen (den Fuchs-Fuchs und den Raupen-Fuchs) sondern auch ein gefährdetes Tier von der Roten Liste. Im Botanischen Garten herrschen vermutlich bessere Lebensbedingungen als in der üblichen Monokultur-Landwirtschaft auf der Fläche.

    Ein größerer Nachtrag: Psychologie und Wirtschaftsinformatik

    Nachdem mich auf der Fernuni-Alumnifeier die ungefähre 20:1 Ratio von Psycholog*innen zu Wirtschaftsinformatikern erstaunte, wollte ich es doch mal genau wissen, woran es liegt. Mir fielen einige mögliche Gründe ein:

    • Psycholog*innen (P) wohnen in Berlin und kommen dort zum Campus, Wirtschaftsinformatiker*innen (W) irgendwo anders (zB Nürnberg)
    • P gehen eher zu so einer Feier, W bleiben eher zu Hause.
    • P machen eher einen Abschluss, W bleiben im Studium stecken
    • Mehr Menschen studieren P als W.

    Die erste Annahme kann ich mangels Zahlenkenntnis nicht testen und muss davon ausgehen, dass die Absolvent*innen geographisch gleich verteilt sind.

    Der Feier-Bias

    Aber ich kann mit Hilfe der Fernuni-Statistiken sehen, dass P eher zur Feier gehen als W. In Psychologie erlangten 2025 (das relevante Jahr hier) 826 Menschen (614 Bach + 212 Mast) einen Abschluss, in Wirtschaftsinformatik 246 Menschen (98 Bach + 148 Mast). Also kein Verhältnis mehr von 20:1 sondern nur noch von 3,5:1. Oder anders gesagt, die Chance dass ein*e Psycholog*in zur Feier geht, ist fünf – bis sechsmal so hoch, wie ein Winfo.

    Wenn ich dann nicht nach Absolvent*innen gehe, sondern nach Eingeschriebenen, dreht es sich nochmal. Psychologie studierten im letzten Wintersemester 12.920 Menschen (11.351 Bach + 1.569 Mas), Wirtschaftsinformatik 5273 Menschen (3651 Bach + 1622 Mas), also nur noch ein Verhältnis von 1:2,45. Psycholog*innen machen eher einen Abschluss als Winfos.

    Die einen und die anderen

    Fast spannender finde ich aber die auffallenden Unterschiede zwischen Bachelorn- und Mastern in beiden Studiengängen. Denn hier können wir an den Ursachen für anderes Feierverhalten und Abschlüsse herumraten.

    Denn ich glaube, es sind verschiedene Gruppen, die die Fächer studieren: Alle Wirtschaftsinformatikstudis, die ich traf, waren meist jünger als ich, aber in der ähnlichen Situation: Irgendwie sind sie beruflich in das Feld hineingeraten und wollen nun aus verschiedenen Gründen auch einen entsprechenden Uni-Abschluss.

    Dabei traf ich gelernte Fachinformatiker, die einen Uniabschluss und BWL-Grundlagen wollten, oder Kaufleute, die in IT reinrutschten oder ähnliches. Quasi alle hatten schon einen Vollzeitjob und irgendeine Art eines beruflich/universitäten Abschlusses, mussten allerdings das Studium irgendwie mit einem Vollzeitjob zum Ausgleich bringen, bei allen war der Abschluss mehr nice-to-have als dringende Notwendigkeit.

    Psychologie hingegen ist bundesweit ein hartes NC-Fach, außer in Hagen. Die Fernuni bietet die Chance, direkt nach dem Abi Psychologie zu studieren. Deshalb die hohe Zahl der Bachelors, deshalb die größere Notwendigkeit den Abschluss zu machen (in dem Fall ist es ja meist der erste) und deshalb auch waren die ausgezeichneten dort im Schnitt ein Stück jünger als in den anderen Abschlüssen.

    Ein kleines Stück Richtung Hamburg

    Unwetterwetter ohne Unwetter

    Wir frühstückten unter dem Vollmond. Gesehen haben wir ihn nicht, denn eine Hälfte des Himmels war strahlend blau, die andere bewölkt. Aber das Internet hatte gesagt „Vollmond, 31. Mai um 10:45h“. Dann wird es wohl so sein.

    Vielleicht erklärte er das seltsame Klima des Wochenendes.

    Es war ein seltsames Wetter. Sehr schwül, drückend, aber laut Regenradar war das nächste Regengebiet hunderte Kilometer entfernt. Freitag abend schon hatten die Mücken verrückt gespielt. Wir hatten uns schon eingesprüht, noch während wir am Ausladen waren. Selbst das stoppte sie nicht: Durch (leichten) Schuh und Socken entdeckte ich am nächsten Morgen ein halbes Dutzend Mückenstiche an den Füßen.

    Morgens setzte mein Allergie-Pilz ein und sporte und sporte. Zum Glück gibt es solche Tage nur ein oder zweimal im Jahr. Zwischendurch war nicht mehr die Nase komplett zu, sondern ich flüchtete mich auch vor Licht ins Haus, weil es die Augen schmerzte. Verbunden mit den Rückennachwehen war dies ein unerfreulicher Morgen.

    Ein hoch auf die moderne Chemie, die mich bis Mittags wieder halbwegs hergestellt hatte.

    Fast-Vollmond am Abend zuvor. Sah in echt größer aus.

    Nur das Monokol fehlte

    Die Nachtigall hatte uns am Freitagabend begrüßt. Bis zum Aufstehen am Samstag hatte sie sich heiser gesungen. Oder es war ein Fasan, der blökte.

    Seitdem alle Nachbarskatzen alt geworden sind, und es nicht mehr auf unser Grundstück schaffen, hat die Zahl der Vögel deutlich zugenommen. Selbst der Bussard, den wir hörten, und der Milan, den wir sahen, hielt Spatzen, Meisen, Grasmücken und andere nicht ab.

    Gegen Abend kam die Nebelkrähe in ihrem grauen Frack und schritt die gemähten Gartenwege aufmerksam und gravitätisch ein Inspektor aus dem Neunzehnten Jahrhundert ab, schauen, ob auch alles recht ist.

    Unverändert reichlich die Insekten. Die Distelfalter sind auf Nordafrika zurück. Die Hornisse schaute kurz vorbei, bei den ganzen Wildbienen und Schwebfliegen ist jeder Versuch, eine Übersicht behalten zu wollen, sinnlos. Wir entdeckten: In der Holzlege hat sich vermutlich eine Kolonie Brackwespen angesiedelt.

    Nur der Marder ist komplett unbeeindruckt von Wetter und Katzen, kommt weiterhin zum Auto, springt von der rückwärtigen Ladekante aufs Dach, kaut ein bißchen an der Antenne herum und rutscht dann über die Frontscheibe wieder hinunter.

    Sowie Storchschnäbel

    Aus der Wahrnehmung bekannt ist der Begriff der Mondtäuschung – ein tief stehender Mond (oder eine tief stehende Sonne) kommt Menschen deutlich größer vor, als sie „objektiv“ sind. Die lässt sich einfach überprüfen, indem mensch diesen Mond fotografiert und staunt, wie klein er auf dem Foto ist.

    Uns neu war die Mohntäuschung: die Beete sind voller Farben, lauter kleine Blüten, oft schwebend, die dem ganzen den Anblick eines impressionistischen Gemäldes (Madame) bzw. eines bunten Wyschywankas (ich) vermittelten. Auf den Fotos war es überwiegend grün. Die Kamera hat keine Ahnung von Pflanzen. Nur der massiv scheinend Mohn konnte sie nicht täuschen.

    Rotmilan, Feldhase und Großer kleiner Fuchs

    Leicht wehmütig strich ich beim Latifundien-Fahrrad über den guten Brooks-Sattel. Den der Fahrradmeister hatte mich informiert, dass alle deutschen Großhändler diesen aus dem Programm genommen haben – Brexit sei Dank. Jetzt gibt es sie nur noch über das Internet.

    Nachdem unsere Pfingstexkursionen erfolgreich, aber anders als gedacht, waren, wollten wir den nächsten Versuch machen. Wir kamen etwa 100 Meter weit. Dann begann Madames Sattel ihr mitzuteilen, dass er so nicht mehr weitermachen will, und das wir ihn auch nicht mehr feststellen können. Diese Exkursion blieb kurz.

    Erfolgreicher war der Spaziergang um’s Carré, der sich, wie von Madame prognostiziert, hervorragend auf den Rücken auswirkte. Wir trafen Schmetterlinge (eventuell schon wieder der Große Fuchs, vermutlich eher ein großer Kleine Fuchs), Bachstelzen flogen vor uns über die Straße, dicht gefolgt von Schwalben. Als wir in der Einfamilienhaussiedlung den Zustand von Schottergärten zehn Jahre nach der Erstanlage begutachteten und beim modernistischen Haus mit Rasenmähroboter beide den Delphinbrunnen aus Jacque Tatis Mon Oncle vermissten, flog eine Schafstelze minutenlang auf dem Weg vor uns.

    Was wäre es erst für ein Paradies, wenn die Äcker nicht nur Monokulturmais enthielten, sondern echte Lebensräume für Tiere?

    Back to Berlin

    Die FFFW (Frühlings-Frühsommer-Feiertags-Wochen) sind vorbei1. Bis zum Urlaub in sechs Wochen heißt es jetzt erstmal wieder durcharbeiten. Dafür zurück nach Berlin.

    Die Mauersegler sriehten, eine sehr schlecht gelaunte Nebelkrähe rrahte und die Autowaschanlage wuschbrummte.

    Links

    Jemand hat Christa Chorherr als Zeitzeugin interviewt. Und das ist eine ganz vortreffliche Idee; Interview durch ein US-Team als Zeitzeugin (1) und Teil 2

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    Falls ich jemals etwas sammeln werde, dann Keyboards: Neues Keyboard: Athena 1800

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    Rosalias Berghain schlägt Wellen weit über die üblichen Kreise hinaus. Herr Buddenbohm motivierte mich, jetzt doch mal ihren Brit-Awards-Auftritt anzusehen. Viel Lob gibt es anderswo. Mir fielen nur zwei Sachen auf: (1) Bewunderung einen Chor zu finden, der aus lauter Models zusammengesetzt ist. (2) Dieser Trick, Nina Hagen auf die Bühne zu holen und so zu tun als sei sie Björk – marvellous.

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    Wo ich gerade so tue als wäre ich noch im Alter für aktuelle Musik, gleich zwei mal Festivals: Das hier schön erwähnte Wave-Gotik-Treffen in Leipzig bei mesalunita und das Immergut bei loosy.

    Ich dachte, wir würden uns alle gemeinsam ein bisschen in Erinnerungen schwelgen. Aber dann sagte einer meiner Mitarbeiter: „Neunzehn Neunundneunzig! Das war drei Jahre vor meiner Geburt.“

    1. Wäre Berlin katholisch blieben mir diese Wochen noch die FFFbFW (Frühlings-Frühsommer-Feiertags-bis-Fronleichnam-Wochen) ↩︎