Schlagwort: Polen

  • 26-07-12 Chopin mit nasser Hose (Frankfurt(Oder) -> Warschau)

    26-07-12 Chopin mit nasser Hose (Frankfurt(Oder) -> Warschau)

    Am Bahnhof Warszawa Centralna steht ein Chatschapuri,-Automat.

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    Am Bahnsteig in Frankfurt ein Zwillingspärchen im Partnerlook. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten hatten sie beide weiße Sneaker, aber verschiedene Modelle, beide eine marineblaue Hose, aber verschiedener Schnitt, beide weiße Oberteile – einmal Bluse, einmal etwas jackenähnliches, beide weiße Kopfhörer (einmal kabellos, einmal mit Kabel). Das war Partnerlook für Fortgeschrittene.

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    Hallo Berlin. Ich möchte es nur gesagt haben. Wir sind jetzt ziemlich kreuz und quer durch Warschau, seine Metrostationen und Bahnhöfe. Und jede einzelne Rolltreppe funktionierte. WIe auch die komplette sonstige Infrastruktur. Bitte Berlin nimm dir ein Beispiel.

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    Speedblogging die zweite: mal schauen wie weit sich das reisende ich vom bloggenden ich absetzen kann.

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    Es waren anderthalb Reisetage. Glaube ich.

    EC47

    In der Sitzreihe hinter uns in Wagen 267 saß ein deutsches Paar – anscheinend bereits in Alter beginnender Schwerhörigkeit – das anscheinend seinen ersten Warschau-Besuch plante. Auf jeden Fall las er ihr über Stunden aus einem Warschau-Reiseführer vor. Das war manchmal interessant, manchmal anstrengend und für uns beide zwischendurch hilfreich beim Einschlafen in den Zugschlaf.

    Denn, wie zu ahnen, sobald wir die Oder überquert und den Einzugsbereich der Deutschen Bahn hinter uns gelassen hatten1, lief alles reibungslos, selbst die Sitze waren hoch genug, dass ich meinen Kopf anlehnen konnte, und wir konnten entspannt zwischen Posen und Kotnu zwischenschlafen.

    Hola Oder

    Polen ist leer, aber hübsch. Im Zug, zumindest in Wagen 267, waren diesmal überraschend wenige Polen auf Heimreise und überraschend viele Deutsche im Urlaub. Das Paar vor uns holte Pierogi aus dem Speisewagen, das Personal war nett, und wir haben, hallo Deutsche Bahn, zwischendurch auch gesehen, dass Toiletten gereinigt wurden.

    Fancy schmancy wie Komfort Check In oder App-Bestellung am Platz gab es natürlich nicht. Aber auch wenn der Satz für jemand, der selber berufliche „Digitale Transformation“ macht – Züge, die dann abfahren und ankommen wie angekündigt sind am Ende halt geiler als Komfort Check-In.

    Railmap-Screenshot: Einfahrt in Warschau

    Und so schaute ich auf der Railmap wo wir langfuhren und freute mich, dass wir wie geplant um 1704 im Warszawa Centralna einliefen und 200 Meter später im Hotel standen.

    Saturday my feelings alright

    Wo kamen sie her die Menschen? Wo kamen sie her die Kleider? Auf den wenigen Metern von Centralna zum Polonia Palace sahen wir mehr aufgebrezelte junge Menschen, als im letzten Jahr Berlin zusammen. Das war auch nicht mehr polnisch-nightlive-chic, das war Hochzeit / Festlicher-Abiball.

    Wir bekamen es nicht heraus?

    Wir aber waren erst einmal froh das Hotel mit Sicht auf den Kulturpalast zu haben, im vielleicht besten Bett der Reise zu schlafen und anzukommen. Hallo Urlaub!

    So erdbeerig wie pilzig

    Wenn man das zweite mal in zwei Jahren in ein Lokal geht, und vorhat das wieder zu tun, dann ist das ein Stammlokal. Das Browar Warszawskie in der Ex-Brauerei von Haberbusch i Schiele2 ist ein solches. Fancy genug, um etwas besonderes zu sein, bodenständig genug, dass ich mich auch nach einem langen Reisetag im T-Shirt nicht komplett fehl am Platz fühle.

    Das Essen ist vage polnisch, aber in chic, das Publikum bunt gemischt zwischen Warsawa Party People am Shisharauchen und festlich angezogenen Tourist*innen. Und vor allem können sie kochen,

    Wir aßen: Duck Soup (Madame) bzw. kalte Erdbeersuppe (ich) als Vorspeise. Danach Boeuf Stroganoff (ich) bzw. den Filet Mignon Burger (Madame) als Hauptgang und wir teilten uns Chocolate Fondant mit Biersauce und polnischem Blauschimmelkäse als Dessert.

    Die Erdbeersuppe schmechte nach dem Besten was Erdbeeren so können, das Boeuf mit Pilzen nach dem Besten was der Wald bietet, und diese Schoko-(milder)Blauschimmelkombinatiin: So großartig.

    Jederzeit wieder.

    Erdbeerige Erdbeersuppe. Quasi Konzentrat der Erdbeerigkeit mit Scharf.

    Kimchi und Duschmatte

    Einst, 2023, waren wir im Zuge der Polen-Rundreise ein paar Tage in Warschau. Wir hatten dort das mit Abstand schlechteste und teuerste Hotel der Reise, zuckten aber leicht resignierend mit den Schultern: „Warschau halt“. Mit großen Augen liefen wir am Polonia Palace vorbei, das schon von außen versprach ein tolle Erfahrung zu bieten, aber auch nach unbezahlbarem Grand Hotel wirkte.

    Wir hatten halb recht: Grand Hotel stimmt irgendwie. Aber es kostet nicht mehr als das leicht verrotete besseres Hostel zwei Straßen weiter. Der BWLer in mir versteht nicht, wie das funktioniert, aber der hat ja auch gerade Urlaub. Deshalb freue ich mich am gigantischen Zimmer, einem Zimmerservice, der sofort Duschmatten bringt wenn benötigt, einem richtig guten Bett, richtigen guten Möbeln und einer Soundanlage, die Fernseh- und Radioton in das Badezimmer mit der Badewanne überträgt.

    Und ach, das Frühstück, ich war überfordert: Frisches Obst, frisches Gemüse, viel Salat, Ei in gerührt, gespiegelt und hartgekocht, frische Waffeln, Bratäpfel mit Beeren, Käsekuchen, Tapioka-Pudding, überbackene Tomaten, Makrelen, Hering, Kimchi(!), Grünkohl-Smoothies, süße Pierogi.. und irgendwann konnte ich nicht mehr.

    Kurz überlegten wir einfach so ausgiebig zu frühstücken, dass wir den ganzen Tag nichts mehr brauchen, aber das wäre dann später auch schade gewesen,

    An diesem Eingang liefen wir einst vorbei und schmachteten das Hotel an. Nicht ahnend, dass wir 2026 das Zimmer genau darüber im 1. Stock belegen würden.

    Am Klavier Karolina Nadolska

    Wenn wir schon Stammhotel und -restaurant haben, können wir auch Stammbeschäftigungen entwickeln in der Stadt: Das Chopin-Konzert zum Beispiel. Seit 1959 finden jeden Sommer jeden Sonntag Chopin-Klavierkonzerte am Chopin-Denkmal im Łazienki-Park statt.

    2023 hatten wir uns vor der brutalen Hitze in den Park geflüchtet, lagen um 12 reglos irgendwo unter dem Busch im Schatten und stolperten eher zufällig ins Konzert. Wir waren aber angefixt genug, um die zweite Runde um 16 Uhr auch mitzunehmen. Besser vorbereitet, es war auch nicht mehr ganz so brülledn heiß, aus einer Sitzbank außerhalb der Sichtweite des Klaviers aber in Hörweite.

    Diesmal waren wir noch besser vorbereitet: Wir hatten eine Unterlage mitgenommen, um uns auf den Rasen direkt am kleinen Teich am Denkmal zu setzen. Leider war es diesmal aber nicht heiß, sondern vorher war ein Wolkenbruch herniedergegangen: in 10 Minuten waren die Handtücher durch, in 20 Minuten die Hosen und in 30 Minuten die Unterwäsche.

    Was machten wir nicht alles für ein wirklich schönes Konzert von Karolina Nadolska am Klavier.

    Luftwurzelschauen

    Das Konzert war schön aber nass. Danach waren wir nass und leicht durchgefroren. Zurück ins Hotel zu fahren, wäre eine Idee gewesen. Aber ich wollte nicht, wo der Urlaub gerade erst angefangen hatte, gleich mit einer Pause beginnen.

    Glüclklicherweise liegt neben dem Łazienki-Park gleich der Botanische Garten der Universität Warschau, und in diesem ein Subtropenhaus und ein Palamarium.

    Waren wir 2023 noch in den Park geflüchtet um den 37 Grad Außentemperaturen zu entkommen, flüchteten wir uns 2026 ins Palmarium aus der Flucht vor den nasskalten 19 Grad – beides im Juli.

    Wir schauten Orchideen und mehr Orchideen, die Klassiker wie Kaffee, Bananen und Kakao, und mehr Orchideen und eine wirklich schicke Abteilung mit fleischfressenden Pflanzen. Mal ausnahmsweise nicht als Einzelpflanze sondern in größeren Gruppen in einer ganzen Anlage.

    Ebenso spannend wie erwärmend,

    Nachdem wir uns dank Tropenhaus wieder etwas aufgewärmt hatten, ging es in den Freiluftteil des Botanischen Gartens. Danach brachte uns die Metro zur Führung durch die Reste des Warschauer Ghettos und danach zur Weichselpromenade. Aber das soll ein andernmal erzählt werden.

    Verkehrsmittelzählung

    (Stand Botanischer Garten Warschau):

    1 Fernzug, 1 Regio, 2 S-Bahnen (Berlin), 5 Trams (2, Ffo, 3 Warschau), 2 Busse (Warschau); hinzugekommen 2 Trams, 2 Busse (Warschau Essengehen), 1 Tram (Fahrt in den Łazienki-Park)

    Links

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    Karen ist auf ihrer Halbeuropatur durch Deutschland durch: Halbeuropatour ’26 (4): Prag

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    Als Künstlerin mit Kind: [W]enn aufbauten besonders lange dauerten durfte anton auf den fernsehern, die ich in meine arbeiten einbaute, kinderfilme auf vhs-kassetten schauen.

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    Herr Rau über seine Filmgeschichte: Nickelodeon (Peter Bogdanovich 1976) und Filme der 1970er Jahre

    Die Reise

    Anmerkungen

    1. Der Fairness halber sei noch erwähnt, dass die Deutsche Bahn was Streckenlängen und -zahl, Menge der Zugfahrten und Menge der Passagiere in einer ganz anderen Liga spielt als die PKP. Eine gesellschaftliche Diskussion sähe anders aus. Aber die Diskussion „Meine Bedarfe als zugfahrender Urlauber“ ist ein stehender K.O.-Sieg in der ersten Runde für die PKP. ↩︎
    2. Haberbusch i Schiele sollten wir später noch einmal bei der Warschauer-Ghetto-Führung treffen. Aber später, ↩︎
  • 26-07-11 Alle Wege führen über Erkner, Wiege des modernen Kunststoffzeitalters (B-> Frankfurt(Oder))

    26-07-11 Alle Wege führen über Erkner, Wiege des modernen Kunststoffzeitalters (B-> Frankfurt(Oder))

    Taschentücher in Berlin-Ostkreuz gibt es am einfachsten bei Denn’s Bio-Markt.

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    Wenn man an der UEFI rumspielt, weil ein Windows-Rechner kein Wlan mehr findet, birgt das ein Risiko. Wenn er das Wlan danach immer noch nicht findet, möchte Windows die Microsoft-PIN, weil an der UEFI rumgespielt wurde, ohne Internet aber funktioniert die ganze Microsoft-Account-Geschichte nicht mehr. Alles unglücklich.

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    Der Minister samt Tross kam für zwei Minuten zu Madame und schüttelte ihr die Hand.

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    In Deutschland wird’s heiß. Aber wir weichen der Hitzewelle nach Osten aus.

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    Im Urlaubsblogmodus. Mit dem Ziel, halbwegs schreibend dem Reisenden mir hinterherzukommen. Es wird noch unredigierteres Speedblogging als sonst schon. Mal schauen wie es funktioniert. Es war ein Reisetag von Berlin nach Frankfurt (Oder).

    Friday I’m in Love

    Der erste Urlaubstag. Von einem Urlaub, der so lange dauern wird, wie ich es meiner Erinnerung seit zehn Jahren nicht mehr hatte: 17 Tage. Welch Reich der Möglichkeiten.

    WIe es sich gehört, begann ich diesen Ausblick in das Reich der Freiheit, der Grenzenlosigkeit, damit, dass ich ein paar Stunden auf Youtube rumsemmelte und mittelspannende Videos schaute. Immerhin weiß ich jetzt was The Charismatic Voice zu Zombie von den Cranberries denkt oder zu Piano Man von Billy Joel. Oder was irgendein Klavieryoutuber zu Piano Man denkt. Oder was 10 Songs waren, die BazzBuzz Punk beigebracht haben. Etwas, was ich sonst fast nie mache – ehrlich – aber es war so nötig und tat so gut.

    Denn da die Deutsche Bahn unseren Reiseplan durcheinander gewirbelt hatte, wollten wir schon Freitagnachmittag aufbrechen. Und so war der Freitag termingetriebener als ich mir das vorher ausgedacht hatte: Zeug aufräumen, Koffer packen und noch schnell die lange Kette beim Fahrradmeister kaufen.

    Er fragte mich, wie ich mein Fahrrad finde. Ich bin sehr glücklich, Daraufhin war er sehr glücklich, weil es ihn freut ihn dieser Zeit Menschen glücklich zu machen.

    Die Fahrradglückszeit aber musste erstmal enden. Es ging in den Keller, das Fahrrad an Ivar anschließen.

    Madame arbeitete noch, huschte in die Wohnung, packte ihren Koffer und huschte wieder hinaus. Dann kam das vermutlich größte Abenteuer der ganzen Halbeuropa-Reise: Mit der Bahn von Berlin nach Frankfurt (Oder).

    Boys don’t cry

    Viermal nutzte ich in meinem Leben den Warschau-Berlin-Express. Nicht einmal fuhr ich dabei von Warschau nach Berlin durch. Einmal wollten wir nur nach Posen, einmal war er Ergebnis einer obskuren Umleitung zwischen Stettin und Berlin, und zweimal drängte sich Erkner dazwischen.

    Im Sommer dürfen Berliner offenbar nicht nach Frankfurt. Vor zwei Jahren kamen wir in Warschau an, fuhren mit der PKP entspannt bis Frankfurt, und dann drängte sich ein ganzer EC in eine überlastete Regionalbahn nach Erkner (plus Schaffnerin in Begleitung von Sicherheistpersonal), und in Erkner drängte der ganze EC zur armen S-Bahn, die Schwüle der Angelegenheit noch vergrößernd.

    Dieses Jahr dann andersrum. Gebucht hatten wir einst einen durchgehenden EC, Abfahrt 11:45 in Berlin, Ankunft 17:04h in Warschau. Dann beschloss die Bahn zu bauen, und alle Alternativen waren nicht vertrauenserweckend, rechneten Bahn-Leistungen ein, denen ich keine zwei Meter weit trauen würde.

    Also fuhren wir nicht Samstag um 11:45h nach Warschau, sondern Freitag gegen 16:30h nach Frankfurt(Oder), um dann Samstag ab Ffo nach Warschau zu fahren. Die Fahrt war zwar so irr wie antizipiert, aber da wir alle Zeit der Welt hatten, für uns entspannt.

    Wir fuhren mit der S-Bahn zum Ostkreuz. Diese fuhr „nach dem Mond“, aber wir hatten ja alle Zeit der Welt. Dann schauten wir sehr lange auf den Turm am Ostkreuz während wir auf den Regio warteten. Dann wurden 40 Minuten Verspätung für den Regio angesagt. So hübsch war der Turm nun auch nicht, und wir dachten „da war doch vor zwei Jahren was mit Erkner, der Kleinstadt am Südostende des Berliner S-Bahn-Netzes.“

    Dann wechselten wir zur S3 nach Erkner. Und diese war mindestens so voll wie vor zwei Jahren.

    Diesmal wollte aber nicht die Fahrschaft eines kompletten ECs in die S-Bahn, sondern viele schwarz gekleidete Gestalten unseres Alters. Sehr viele. Die erste S-Bahn ließen wir durch. Die zweite wurde sehr kuschlig. An der Wuhlheide stiegen sie aus, wir entdeckten erste Cure-T-Shirts. Ah, das Konzert.

    Dann der Koffersprint durch Erkner vom S-Bahn-Bahnhof zum Regio-Bahnhof. Nicht, ohne mich zwischendurch am Schild „Erkner – Wiege der modernen Kunststoffwelt“ zu erfreuen. Denn wir ich inzwischen erfuhr: In Erkner wurde ab 1909 das weltweit erste Bakelit hergestellt.

    It’s just like a dream

    Als wir in Frankfurt waren, wurde alles gut. Das BB-Hotel lag direkt am Bahnhof, wir hatten ein großes Zimmer und ein luxuriöses Bad. In Frankfurt selber bekamen wir Geld in der ersten Bankfiliale jemals, die ich als cool bezeichnet würde und konnten damit über das HanseStadtFest „Bunter Hering“ bummeln.

    Das war überraschend groß, mit allein vier oder fünf Musikbühnen, überraschend bunt in jeder Hinsicht und überraschend lebensfroh. Obwohl wir beide weit jenseits eines partyartigen Energielevels waren, genossen wir das Herumbummeln, freuten uns an der guten lokalen Coverband (die auch noch Zombie coverte), der Mischung aus afrikanischen und polnischen Essensständen und der angenehmen Menge auf den Straßen.

    Auf der Oderbrücke betraten wir bereits einmal kurz polnischen Grund, zum Abschied sahen wir noch ein wenig 2raumwohnung mit Inga Humpe, die Hauptact dieses Freitags war.

    Gerne wieder.

    Lullaby

    Nach dem gangen Gegehe, dem Stress der letzten Wochen, und der eher abenteuerlichen Fahrt nach Ffo wollten wir nur noch Sitzen.

    Wir fanden einen Griechen direkt am Oder-Ufer, der nicht nur einen stetigen Ouzo-Nachschub lieferte, sondern auch schönes Bifteki und Gyros und guten Zaziki. Just, as wir es gebraucht haben.

    Zum Einschlafen konnten wir durch das geöffnete Hotelzimmerfenster noch „Wir trafen uns in einem Garten“ hören.

    The Lovecats

    Liebe Bahn-Bubble? Wie sieht das eigentlich aus? Wenn eine Bahn-Verbindung komplett zusammenbricht, und so wie gebucht, im Chaos geendet hätte, ich aber proaktiv schon anders gefahren bin (und früher aufgebrochen bin) und am Ende pünktlich ankomme? Gibt es Entschädigung?

    Denn trotz allem, wir kamen um 17:04h wie gewünscht in Warschau an.

    Samstag schliefen wir aus. Vom Bett aus im Halbschlaf betrachtete ich spannend die Updates von DB Navigator im 10-Minuten-Takt, die mir mitteilten warum Verbindungen B->FFO gerade zusammenbrachen oder wieder funktionierten oder sich ändern mussten. Es war anscheinend ein großer Spaß.

    Statt nun aber mit knirschenden Zähnen im Schienenersatzbus zu sitzen oder morgens um 7 in die Hafenstadt mit einem vielleicht fahrenden Regio zu fahren, saßen wir beim Milchkaffee, verließen um 12 das Hotel und schlenderten langsam zum Bahnhof.

    Die Bahn versuchte noch ein letztes Mal mit Gleisänderungen und seltsamen Anzeigen zu verwirren. Aber am Ende saßen wir im EC47 Frankfurt(Oder)->Fahrschau und fuhren Richtung Warschau.

    Aber das ist eine andere Geschichte.

    Reisestand bisher (Ankunft Warschau Hotel): 1 Fernzug, 1 Regio, 1 S-Bahn (Berlin), 2 Trams (Ffo)

    Die Reise

    Links

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    Karen ist schon wieder zurück von der Europatour und bloggt redigiert im Nachhinein: Halbeuropatour ’26 (1): Turku-Rostock

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    Weniger schön: Sabrina auf der Defqon die in letzter Sekunde der Sommerhitze zum Opfer fiel: Zurück in den Alltag – Code Red auf der Defqon.1

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    Der barschlose Supermarkt der Zukunft in Berlin-Lankwitz: Rewes Green-Farming-Konzept in Berlin: Das interessiert doch keinen Barsch

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    Ranch Dressing Mix

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    Bei Youtube-Daddeln gefunden. Eine von vermutlich sehr zahlreichen Filmlisten der besten Filme. Diese reizte mich, weil der Thumbnail offenbar Le Cercle rouge mit Alain Delon zeigte. Er Film, der viel zu wenig bekannt um je in Top-10-Listen zu landen, aber doch total faszinierend. Die anderen Filme kenne ich nicht, will sie aber jetzt alle sehen. Und das Gesamtwerk von Andrzej Żuławski. Die Liste: 10 HIDDEN Masterpieces That Will CHANGE Your LIFE. Ausgehend von den Ausschnitten und Beschreibungen halte ich den Titel eventuell für korrekt.

  • 25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    Im Feldkampf gegen BV Garding unterlag Achtung Wesselburen nach bewegtem Duell knapp mit zwei Metern Kiek ut. Garding hatte bereits zwei Schott erspielt, musste diese jedoch im Lauf des Matches wieder einsetzen. Leider für Wesselburen entglitt dem 20. Boßler die Kugel stark auf den mit hohem Gras bewachsenen Deich, und das war der Sieg für Garding.

    Auf der Straße: ein Schneeräum-Smart. Den Bus überholte ein Zweisitzer-Smart, vorne mit montierte Schneeschaufel, hinten mit Salz/Kies-Streu-Trommel. Es wirkte durchaus professionell. Nur sehr klein.

    Madame bekam ihren Koffer wieder. Der Kofferreparateur lobte das Modell, hadert aber mit seinem Gestänge.

    Die Lörracher demonstrierten.

    Die Manic Street Preachers veröffentlichten ein neues Album, ich bin unterwältigt.

    Nach der Klausurabgabe Betriebliche Informationssysteme habe ich die Notenstatistik des Vorsemesters angeschaut. Oops, Durchschnitt 3,5, gut ein Drittel der Schreibenden ist damals durchgefallen. Irgendwie hatte ich die Klausur als gar nicht so selektiv im Hinterkopf gespeichert.

    Glücklicherweise muss ich hier nichts über Politik schreiben: Rebecca Solnit nimmt mir in ihrem Newsletter die Worte aus dem Mund . Fast möchte ich sagen, sie schreibt wortwörtlich das, was ich auch schreiben würde. Aber natürlich hat sie es tiefer durchdacht als ich gerade und formuliert besser als ich je könnte: No One Knows How This Will End (But I Do Not Think It Will End Well for Them):

    I don’t know where Trump, Musk, and Vance’s story ends, but I know it doesn’t end with them in power, and I don’t think it will end particularly well for them, though my main concern–and yours, I presume–is trying to prevent damage along the way. And I’m convinced that if we take action, we get to write some of the chapters and maybe revise or erase some of what they’re trying to impose.

    Der Hallig-Gröde-Paragraph

    Madame als Briefwahllokalschriftführerin bekam eine persönliche Schulung im Rathaus durch die Leiter der Briefwahlzentren. Ich als Bundestags-Wahlhelfer der Reserve musste mich mit dem Schulungsvideo begnügen. Gegenüber meiner letzten Urnen-Wahlhilfe entdeckte ich zwei Änderungen:

    • Die Wahllokale sind angehalten, ziemlich genau die Länge der Schlange vor dem Lokal zu monitoren. Zweimal am Tag sollen sie die Zahl der Wartenden melden – vermutlich, damit die Wahlleitung einschreiten kann, wenn Schlangen zu lang werden.
    • Überraschend viel Zeit verwendete die Schulung auf den Sonderfall nach §68 Abs. 2 BWO „Ergibt die Feststellung .. dass weniger als 30 Wähler ihre Stimme abgegeben haben“. In diesem Fall wird unter komplexen Regularien und stringenter Dokumentation nach 18 Uhr das Wahllokal aufgelöst und die Stimmen zusammen mit einem anderen Wahllokal ausgezählt.

    Nicht neu hingegen war der ausführliche Tanz, um Briefwähler*innen, die dann doch im Wahllokal auftauchen. Auch das ein hingebungsvoll choreographierter Akt mit vielerlei Durchschlägen.

    Es läge mir fern, Menschen von der Wahl abzuhalten; aber falls ihr Briefwahl beantragt habt, macht ihr das Leben Eurer Wahlhelfer deutlich einfacher, wenn ihr auch wirklich briefwählt. Und falls nicht: Bringt auf jeden Fall den Wahlschein mit. Sonst werdet ihr zurückgewiesen.

    Falls ihr den Stimmzettel mitbringt, den ihr für die Briefwahl bekommen habt, so ist die Anweisung „zerreißen sie den Stimmzettel vor den Augen des Wahlberechtigten und händigen sie einen neuen aus.“

    Die Jakobsbücher

    Nachdem die Klausur vom Tisch war, konnte ich ein weiteres Opus Magnum beenden. Die Jakobsbücher – begonnen im Sommerurlaub – sind fertig. In Bücherregal meines Inneren teilen sich die Jakobsbücher eine winzige Nische mit dem Zauberberg und Don Quijote. Auf der Nische steht „Mühsam, langweilig, aber so großartig, dass jede Stunde es wert war.“

    Olga Tokarczuk erzählt in den Jakobsbüchern auf etwa 1200 Seiten das Leben des Jakob Frank (geb. Jakub Lejbowicz), Wanderer zwischen den religiösen Welten, Jude und Christ, Religionsgründer und fast-Messias sowie seiner Anhänger durch das Polen des 18. Jahrhunderts.

    Das Buch beginnt vor Franks Geburt und endet nach seinem Tod. Dabei hat die Erzählungen Ausschweifungen und ein Erzähltempo, das eher dem 18. Jahrhundert angemessen erscheint als dem 21. Auf Seite 3 hatte ich den Überblick über alle handelnden Personen verloren. Wechselnde Erzähler, Zeitsprünge und erzählerische Kreisbewegungen lassen das Buch im Stil fast wie eine Andacht oder Meditation wirken.

    Passend zum Thema spielt sich das Buch sowohl in einer realen wie in einer geistigen Welt ab. Dabei hat die reale Welt der Zeit genug Veränderung: es beginnt tief auf dem Land im polnischen Shtetl, geht über Warschau, Tschenstochau und den kaiserlichen Palast in Wien und endet in einem Offenbacher Schloss, während sich die Französische Revolution abspielt.

    Europa tritt aus dem Rest-Mittelalter in die Aufklärung hinein, und mittendrin die Gruppe getaufter Kabbalisten auf ihren seltsamen Wegen. Ein erfreulicher Realismus: da das Buch ein ganzes Leben abdeckt, altern die Protagonisten, man erlebt den Wandel unterschiedlicher Charaktere von der stürmischen Jugend hin bis ins hohe Alter.

    Geographisch gar nicht so weit weg, das nächste angefangene Buch: Dmitrij Kapitelman: „Eine Formalie in Kiew“. Kapitelman, 1991 mit acht Jahre als jüdischer Kontingentflüchtling aus Kiew gekommen, will Deutscher Staatsbürger werden. Dafür benötigt er eine Geburtsurkunde, die nur die ukrainischen Behörden vor Ort ausstellen können. Bisherigerer Eindruck: das Buch ist Satire, aber bitterer und trauriger als der Klappentext vermuten lässt.

    Weil ich gut ignorieren kann, wie viele ungelese Bücher ich noch besitze, führte mich mein Weg zur Stadtbibliothek Schöneberg. Dort wartete Lutz J. Heinrichs Geschichte der Wirtschaftsinformatik – Entstehung und Entwicklung einer Wissenschaftsdisziplin auf mich. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt, sie aufzuschlagen, bevor die Leihfrist abläuft.

    Vor der Bibliothek. Im Hintergrund der Vorplatz vor dem Stadtbad Schöneberg. (Leider derzeit Baustelle)

    Klezmer Futura Fediverse

    Wie ein New Yorker Sohn eines Calypsobassisten den Klezmer wiederbelebte: A little thread celebrating one of the great albums of Jewish-American music, DON BYRON PLAYS THE MUSIC OF MICKEY KATZ

    Die Deutschen Bahnhofsschilder seit den 1950ern und wie sie schicker werden. Von Futura nach Arrow., Deutschlands Bahnhofsschilder.

    Herr Rau über den Stand der Demilliardärisierung.

    Der Pixelboomer bastelt derweil daran, eine Instanz im Fediverse aufzusetzen.

    Es ist erstaunlich, wie schlecht Computer (=Rechner) im Wahrheit im Rechnen sind. Wie Hans J- Boehm durch 10 mathematische Theoriekreise stieg, um Android eine funktionierende Taschenrechner-App zu gönnen: „A calculator app? Anyone could make that.“

    Queere Rollatoren gegen Rechts.

  • 24-12-17 Myrrhe, Dill und Weihnachts-Apes (Die Abrechnung)

    24-12-17 Myrrhe, Dill und Weihnachts-Apes (Die Abrechnung)

    Mistviecher elendige! Drei Grad wärmer und die Stechmücken stürzen sich wieder auf mich als wäre Mitte August. Nur fokussieren sie sich eine Woche vor Weihnachten auf Hände und Gesicht. Das erklärt auch die Klimakatastrophe nicht mehr.

    Halal Süßigkeiten gegenüber von Edeka-Kaiser-Richard (Ex Nemo-Feinkost, Ex mediterrane Feinkost) erfindet sich als Wonder Crepes wieder.

    In unserem Schlafzimmer liegt ein neues meterlanges Plastikteil. Madame sammelte dies herabhängend vom Baugerüst durch’s Fenster ein, bevor es auf dem Hof und jemandem auf den Kopf fällt.

    Der Postbote brachte einen Großbrief (zu groß für den Briefkasten) das Treppenhaus hinauf und entschuldigte sich vielfach dass er den gestrigen Brief ähnlicher Art hatte zurückgehen lassen. (naja, wir waren halt nicht da..) Aber das war trotzdem tragisch für ihn. Denn er legte Wert darauf, dass er noch echter Postangestellter ist und keine DHL-Aushilfskraft. Er hat den Ehrgeiz wirklich alle Briefe ans Ziel zu bringen.

    Samstag bereitete Madame vegetarisches Bigos mit Schweinegulasch im Slow Cooker zu. Das Rezept aus Polen vegetarisch sieht ein Bigos mit geräucherten Pflaumen und Pilzen vor. Dies landete im Slowi, nur wanderte eine handvoll Schwein als Aromazutat mit ins Gericht.

    Dazu ein knappes Fuder Dill.

    Es galt etwas Herzhaftes zu kochen, das ebenso timingfreundlich war, denn Dr.D&Dr.E würden irgendwann, vermutlich reichlich erschöpft, aus dem Süden eintreffen.

    Im Gänsemarsch durch Aleppo

    Samstagabend kamen Dr.D&Dr.E – frisch nach einer Woche der Anstrengung aus dem Schwäbischen von der Autobahn in unserer Wohnung. Sie hielten sich tapfer, und wie gewohnt folgte eine weite Tour d’Horizon unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Dachbauarbeiten und der Situation in Syrien. In der guten alten Zeit war Dr.E vielfach in dem Land gewesen, 2007 kam Dr.D mit.

    Dr.E erzählte die Szene, wie er in der Prä-Smartphone-Zeit für einen Bekannten Myrrhe aus Aleppo mitbringen sollte. Sein Händler des Vertrauens konnte zwar deutsch, aber nicht gut genug für solche Begriffe. Es war ein Wort aus der Bibel – also gingen Dr.E, Dr.D und Bekannter über den Basar zu einem weiteren bekannten christlichen Händler.

    Der hatte zwar eine Bibel – aber die war in Hocharabisch, das dortige Wort sagte ihm auch nichts. Also gingen (inzwischen Dr.D, Dr.E, der erste Händler und der zweite Händler) zu einem gebildeten Armenischen Händler. Auch der wusste nicht weiter. Aber er kannte einen Sekretär des Patriarchen1, den er anrufen konnte. Der Sekretär war im Gebet – aber da die Sache in diesem Moment dringlich war, kam der Sekretär des Patriarchen aus dem Gebet. Er wusste weiter. Und der Armenier kannte einen Händler.

    Also gingen Dr.D, Dr.E, der erste Händler, der zweite Händler und der Armenier zum Gewürzhändler. Der war allerdings wenig überrascht und fragte auf deutsch: „Haben Sie Halsweh? Myrrhe hilft.“

    Schiff = 3*Bahn

    Der Rest des Wochenendes. Überfällige Haushaltsbürokratie. Wieder eine Tasche Bücher losgeworden. Eine Haushalts-Excel etwas mehr verformelt, langsam wird die ganze Handausrechnerei peinlich. Beim Aufräumen hatten wir die PIN für den elektronischen Personalausweis wiedergefunden. Ich richtete diesen ein, entdeckte, dass ein WordPress-Plugin zur Anmeldung mit dem Perso bei WordPress existiert.

    Auch Housekeeping: Im Blog testweise WP Armour Honeypot installiert. Mir schmeicheln diese 60 Komplimente auf chinesisch und englisch, die mehrmals die Woche in der Kommentarspalte eingehen. Aber manchmal in schlechten Momenten der Selbstkasteiung zweifle ich an der Ernsthaftigkeit des Lobs. Auch sind sie ein wenig anstrengend im wegmoderieren.2

    Auch zur Haushalts-Bürokratie gehörte die Abrechnung für die Baltikumsreise. WIr bezahlten insgesamt 2800€, davon ungefähr die Hälfte für Transport und ungefähr die Hälfte für Kosten vor Ort. Im Einzelnen für 2 Personen, 12 Tage mit 10 Übernachtungen:

    • Fähre (Travemünde – Helsinki Außenkabine, Helsinki – Tallinn Spontankauf) 1080€
    • Hotels (Helsinki(1), Tallinn (2), Riga (2), Vilnius (2), Warschau (1) – fast alle mit Frühstück) 830€
    • Bahn (Berlin-Travemünde, Tallinn-Riga-Vilnius-Warschau-Berlin, überwiegend 1. Klasse) 330€
    • Essen, Einkäufe etc. 360€

    Damit liegen wir beim Thema Hotels, Bahn, Rest genau in der Preislage wie letztes Jahr in Polen. Die 1000 Euro für die Fähren (samt zwei Übernachtungen auf der Finnland-Fähre) kamen diesmal extra hinzu.

    Viva Viva Nikolausi

    Du merkst, dass du in einer Großstadt lebst, wenn innerhalb von 10 Minuten erst eine fahnenschwenkende Gruppe die Freiheit Palästinas fordert und dich direkt danach 300 Weihnachtsmänner auf Motorrädern passieren.

    Friedlich flanierte ich mit Haferdrink, Äpfeln und Weihnachtskarten entlang des Kaiser-Richard-Platzes als mir die leere Hauptstraße auffiel. Auf den zweiten Blick: Viel Blaulicht Richtung Süd. Auf den dritten Blick: Zwei Polizisten, die den DHL-Boten beknieten die Straße zu räumen, bevor seinem Auto etwas passiert.

    Auf den ersten Hör: klingt nach Palästina-Demo. Da ich einerseits neugierig bin, andererseits die Demo schon mal aus der Ferne und aggro erlebt hatte, ging ich Richtung Heimat ihr entgegen, aber wechselte die Straßenseite. Die Demo klein (100 Menschen? 200?), die Stimmung so aggressiv wie erwartet, die Polizeibegleitung massiv.

    Nur sah ich weiter Blaulicht in der Ferne als die Demo schon vorbei war. Ich lief weiter in die Richtung, und keine zwei Minuten später kam er: der Motorrad-Weihnachtsmann-Korso. Hunderte von Motorrädern, festlich weihnachtlich geschmückt, und gelenkt von lauter Weihnachtsmännern und Engeln auf ihrer jährlichen Tour durch die Stadt. So speziell, so nett. Neu am Ende: der Ape-Block, mit zwei, drei Dutzend Piaggio Apes im blinkenden Weihnachts-Dekor.

    Ich vermute die Polizei wollte den Schöneberger Dorfanger nutzen, um die Weihnachtsmänner die Palästina-Demo überholen zu lassen. Dort befinden sich etwa 20 Meter Grünfläche zwischen beiden Fahrspuren, ein Direktkontakt kann so vermieden werden. Leider war ich schon weiter: den Anblick beider Events gleichzeitig hätte ich gerne gesehen.

    Im original-Disney Film ist Philo eine halbe Ziege

    Der SC Wedding, Abteilung Synchronschwimmen gab uns die Chance, wieder in der Sportschwimmhalle Schöneberg, das Synchron-Weihnachtsmärchen zu sehen. Die gesamte Abteilung von den kleinsten bis zum amtierenden Europameister Frithjof Seidel stürzten sich ins Wasser und spielten Herkules (Version Disney 1997 nicht Version Homer, Pseudo-Homer, Sophokles et al) nach.

    Im Prinzip in der Musicalvariante: Handlung oft an Land oder von den Erzählern vorgetragen, Tanz- und Actionszenen geschwommen im Wasser.

    Die Teams inszenierten selber, so kam es zu einer Mischung aus Laientheater mit dem besten was deutsche Synchronartistik zu bieten hat. Die Aufführung charmant, die Wasserszenen atemberaubend. Wir beide hatten den Eindruck: seit dem letzten Jahr hat das Team die Wasser-Choreographie besser auf die Handlung abgestimmt. Da stimmte fast alles.

    Als die Männer aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrten, wurden für die Amputierten sogenannte Versehrtenbäder eröffnet

    Holger beendet sein Linux-auf-dem-Smartphone-Experiment. „Ist es schon Zeit für ein Fazit? Ich weiss nicht. Aktuell habe ich die Lust verloren, mich damit zu beschäftigen, wie ein verwöhntes Kind einen Tag nach Weihnachten. Wer hauptsächlich telefonieren und solche Basics wie Mail, Office und Webseiten-aufrufen machen will, der ist mit dem Gerät gut bedient.“

    Was ist Multiple Sklerose? „Weil ich hier im Blog bisher vor allem über einzelne Aspekte meines Alltags mit MS geschrieben habe, möchte ich jetzt einen Schritt zurückgehen und erstmal die Grundlagen erklären.“

    Dieses Jahr wird ein Stuttgart-Trip obligatorisch. Im Haus der Geschichte Baden-Württemberg wird eine Ausstellung über das Schwimmbad und das Baden ausgestellt. So lehrt diese Ausstellung am Beispiel des Schwimmbads, dass gesellschaftliche Fragen oft komplex sind und nicht eindeutig zu beantworten.

    Tolles Buch meiner Jugend. Der Weltatlas. Dementsprechend freue ich mich über eine Karte von Fediverse (Mastondon und anderes..)-Aktiven: die Fedikarte

    Frau Rabe mit der Langversion zur Burlesque: Wie sie Striptanz zur Bastel-Mutti machte.

    Anmerkungen

    1. Ich vermute der armenisch-katholische Patriarch. In Frage kämen aber auch die Patriarchen von Aleppo der melkitisch-griechischen-katholischen Kirche, der chaldäisch-kathloschen Kirche, der maronitischen Kirche oder der syrisch-katholischen Kirche. ↩︎
    2. Danke an Pixelboomer für den Hinweis via einem Kommentar im Kommentarpost zu Claudia Klinger. ↩︎
  • 24-08-17 NATURAL JOIN UNDER Schattiernetz

    24-08-17 NATURAL JOIN UNDER Schattiernetz

    The Beauty Bar (Ex-Lauretta) eröffnete.

    Mir Döner arbeitet daran, Influencer-Hip zu werden. Freitagnachmittag bei absurden Temperaturen zog es eine Schlange vor der Dönerausgabe an.

    Beim Kaptain wurde ein Paket abgegeben. Sie fragte, ob es mit Buch kommt.

    Die Deutsche Bahn kündigte an, dass ein Zug nicht zwischen Frankfurt und Fulda fahren wird.

    Ich nutzte die Datenbanklernerei, um mal wieder tiefer in das Datenbankbackend unseres eigenen Ticketsystems zu schauen. Immer wieder nett, dass es dort plötzlich sehr niederländisch wird. Denn die Programmier*innen kommen von dort.

    Oh Zeiten. Zweimal wollte ich diese Woche in einem Blog kommentieren, zweimal war die Kommentarfunktion deaktiviert.

    Bei der UX-Fortbildung diese Woche lernte ich das schöne Wort Affordanz. Im gelernten Sinne: Man erkennt wie etwas zu Nutzen ist, allein aus der Form und Gestaltung. Paradebeispiel mit hoher Affordanz: der Henkel einer Tasse. Oder eine Türklinke. Im Webdesign wird der Begriff vor allem angeführt, wenn es darum geht, dass Buttons als solche erkannt werden sollen.

    Ein Beispiel für furchtbare Affordanz schildert Torsten Kleinz: Ein Weg, der aussieht wie ein Radweg aber keiner ist: Das ist kein Radweg

    Nebenentdeckung: Unser Dauerbeispiel der UX-Schulung war der Carsharing-Anbieter Stadtmobil. Von neun Anwesenden waren zwei Stadtmobil-Kunden plus ich mit meiner Cambio-Karte, die Stadtmobilpartner in Berlin sind.

    Flurgespräche. Mir wird das Leid eines Jungen Vaters geklagt, der auf „Wunsch“ seiner Frau eine große Einschulungsfeier organisiern muss. Wir wundern uns, warum das in den letzten Jahren so eskalierte? Wann wandelte es sich von Kaffee und Kuchen mit Verwandtschaft aus der Nähe zu einem Tagesevent mit vollem Programm? WIr zweifeln beide. Er allerdings benötigt noch Bierbänke und einen Zauberer.

    Gelernt: Zauberer nehmen ähnliche Honorare wie SAP-Berater.

    Madame radelte zum Bäckereiwagen und brachte Kartoffeln mit. Diese bereitete sie zusammen mit der litauischen kalten Rote-Beete-Suppe zu.

    Gießen bis der Regen kommt

    Was für absurdes Wetter. Ich laufe von der Pergola in die Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen. Und nur für den Weg hin- und zurück schwitze ich dieselbe Menge an Flüssigkeit aus, die das Glas nachführt.

    Dann doch lieber Nebelfunktion der Gartendusche. Da gelangt das Wasser gleich von der Leitung auf die Haut ohne Umweg durch den Körper.

    Immerhin hängt das Schattiernetz. Brav schattierte es, brav versorgt es die Pergola mit einem neuen Raumgefühl. Gut kann man darunter ebenso Kuchen essen wie Datenbanken lernen.

    Ebenso kann man auf den Regen warten, der sich über Stunden ankündigte, und dann doch auf sich warten ließ. Madame packet sie Ungeduld. Sie fing an die Beete zu gießen. Wie üblich hatte es Erfolg.

    Das Schattiernetz bewährte sich doppelt. Im Gegensatz zu einer Markise schattet es weniger. Dafür lässt es Wind und Wasser hindurch, man muss es bei Unwetter oder bei Abwesenheit nicht abmontieren. Seinen ersten Regen übrstand es bravorös und machte was wir erwarteten.

    Scarmans Himalayan Musk legte in dieser Woche allerdings auch 25 Zentimeter zu. Es ist absehbar, dass sie in diesem Jahr noch das Dach der Pergola erreichen wird, nächstes Jahr bereits Schatten-durch-Rosen ein Thema wird.

    COUNT (*) AS

    Weiterlernen an den Datenbanken. Vor allem SQL-Befehle schreiben und verstehen und in Relationenalgebra umwandeln beziehungsweise rückwärts. Wenn es Summieren oder Zählen in Verschachtelung geht, wackelt die Sache noch.

    Aber eigentlich bin ich sehr optimistisch bei den Datenbanken.

    Das sollte ich besser sein. Morgen, Montag und Dienstag wird Sicherheit im Internet gelernt. Mittwoch sind Altklausuren dran (beide Themen). Donnerstag ist Klausur und (danach) Chill.

    Ein Ballsaal als Schwimmbad

    Ich bin entsetzt. Vier Nächte meines Lebens verbrachte ich direkt neben dem Warschauer Kulturpalast. Und mir entging, dass er ein Schwimmbad beherbergt. Oder wie Spiegel schreibt: EIn Ballsaal voller Wasser: Wie der Kulturpalast in Warschau zu Europas coolstem Monument wurde

    Hanjo las Olga Tokarczuk Empusion – und ich fürchte ich muss ihr Gesamtwerk lesen. Gelesen. Tokarczuk.

    Karin destillierte Damaszenerrosen.

    Ebenso in Polen, in Kattowitz, fand die Wikimania 2024 statt. Sie nahm etwas schönes der deutschen Wikicon auf: das improvisierte Orchester anwesender Wikipedianer*innen: How a “WikiOrchestra” performed Polish music at Wikimania 2024

  • Zehn Tage um die Ostsee – die Rahmendaten

    Zur Referenz

    Die Blogposts

    Tage

    Sonntag, 21. Juli

    • Anreise: ICE806 B->HH RE 6 HH-> Travemünde
    • Essen: Travemünder-Woche-Buden: Fish & Chips & Porcetta
    • Aktiv: Travemünder Woche, Travemünde-Bummel, Ostseebaden, Einschiffen

    Montag 22. Juli

    • Übernachtung: Finnlady
    • Essen: Finnlady
    • Aktiv: Finnlady

    Dienstag 23. Juli

    • Übernachtung: Finnlady
    • Essen: Finnlady / Proviant / Supermarkteinkauf in Helsinki
    • Aktiv: Ausschiffen, quer durch Helsinki laufen – Freibad im Hafenbecken, Dom, Temppeliaukio-Kirche, Sibelius-Park, Strand

    Mitwoch 24. Juli

    • Übernachtung: Töölö Towers
    • Essen: Proviant / Supermarkteinkauf in Helsinki
    • Aktiv: Tramfahren durch Helsinki
    • Reise: Mit der Megastar nach Tallinn

    Donnerstag 25. Juli

    Freitag 26. Juli

    • Reise: elron 10/330 „Baltic Express“ Tallinn -> Valga und mit Vivi Valga -> Riga
    • Aktiv: Markthallen, Stadt- und Parkbummel durch Valga, Abendspaziergang in Riga
    • Essen Proviant, am Bahnhofskiosk Tallinn gekauft, Lido in Riga (Pilaw, Beefsteak)

    Samstag 27. Juli

    • Übernachtung: Rixwell Old Palace, Riga
    • Essen: Hotel / Restaurant Province (Zeppeline, Kartoffelpuffer)
    • Aktiv: Mit der Tram und zu Fuß durch Riga. Lesen in Parks.

    Sonntag 28. Juli

    • Reise: LTG Link 891 Riga -> Vilnius
    • Essen: Hotel / Lido im Bahnhof Riga (Shashlik, Huhn) / Supermarktproviant
    • Aktiv: Mehr Parks in Riga

    Montag 29. Juli

    Dienstag 30. Juli

    • Reise: LTG Link 23 Vilnius -> Mockava; PKP Intercity 143 Mockava -> Warschau
    • Aktiv: Noch mal Vilnius im trockenen sehen, Markthalle von Innen
    • Essen: Hotel / Proviant / Browary Warszawskie (Roggenbrot + Hering, Fischpierogi, Burger, Gebratener Blumenkohl, Sernik, Pawlowa)

    Mittwoch 31. Juli

    • Übernachtung; Polonia Palace
    • Reise: EC44 Warschau-> Frankfurt/Oder, RE1 Frankfurt/Oder -> Erkner; S-Bahn Berlin
    • Essen: Hotel / Speisewagen (Kotelet schabowy)

    Siehe auch

    Neun Tage in Polen – die Rahmendaten

     

  • 24-08-08 Igel Disrupt

    24-08-08 Igel Disrupt

    Lauretta-italienische-Feinkost bekommt schon einen Nachfolger. Es wurden Schilder für The Beauty Bar angeschraubt.

    Körper und Geist gebärden sich noch störrisch. Sie möchten im Urlaubsmodus verharren. Aber langsam stellt sich ein Alltagsflow wieder ein.

    Unter dem Zeltdach über unseren Köpfen wird das alte Hausdach weiter zerlegt und abgefahren.

    Es ist das Eine zu sehen, dass kein Dach mehr da ist. Es wirkt deutlicher, wenn man sieht wie die Dachziegel im Entsorgungs-Container landen. „Mein Dach!“, da geht es davon.

    Der Geräuschpegel lässt mich daran zweifeln, ob ich nächste Woche die Online-Fortbildung in der Wohnung absolviere. Es hätte natürlich den Vorteil, dass mich Kolleg*innen mit Alltagsgeschäftsfragen nicht fänden. Bei angekündigten 34 Grad Außentemperatur wiederum wäre das Büro vermutlich angenehmer als die Wohnung.

    Immerhin hat die Zeltplane das Unwetter am Mittwochabend tadellos überstanden.

    Madame bewundert im Badischen polnische Kochbücher und buk gleich mal einen Sernik. Ihrem Erfahrungsbericht nach etwas aufwendiger als ein typischer deutscher Käsekuchen.

    Skurrile Technikentdeckung: Mensch kann Outlook-Meetings „Zusagen“, „Akzeptieren“ oder „Annehmen“, je nachdem ob mensch mit Windows-Outlook, Android-Outlook oder iPhone-Outlook bestätigt.

    Wenn ein Großunternehmen auf die Deutsche Sprache trifft entstehen Bezeichnungen zwischen Berechtigungsverwaltungsadministrator und Yammer-Administrator. (Am Ende sind wir alle Such-Administratoren)

    Im Arbeitspostfach ging eine Werbe-E-Mail mit Einladung zur Igel Disrupt ein. Das erzeugt bei mir seltsame Bilder im Kopf.

    Der Haupt-Lidl stellte seine Parkplatzbewirtschaftung auf Automatik um. Keine Kärtchen mehr, die man sich an der Kasse abstempeln lassen muss. Jetzt läuft es sensorgesteuert: Liegen Ein- und Ausfahrt weniger als 90 Minuten auseinander ist alles gut. Liegen sie länger auseinander .. dann passiert vermutlich Schlimmes, aber ich erfuhr nicht was für Schlimmes.

    Kamera an Mast montiert, daneben angedeutet typische Lidl-Beschilderung
    Neuer Park-Sensor im Einsatz

    Jakobsbücher

    Hauptsächliche Abendbeschäftigung, um den störrischen Geist nicht noch mehr aufzuscheuchen: Lesen.

    Olga Tokarczuks Jakobsbücher sind ein großartiger Anschluss an die Reise. Spielen diese doch im Polen-Litauen des 18. Jahrhunderts, vor allem zwischen Podolien und Smyrna. Passend auch als Anschlusslektüre an Gott spricht Jiddisch. Spielen doch verschiedene jüdisch-messianische Gruppen eine wichtige Rolle bei Tokarczuk.

    Ich liebe dieses Buch. Im Stil angelehnt an das 18. Jahrhundert; mit Ausschweifungen und Divertissements, einem allgemein langsamen Erzähltempo. Auch nach einem knappen Viertel bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich einen Plot hat, oder es eher ein Ensemblestück mit verschiedenen vage verbundenen Handlungssträngen wird.

    Wunderbare Sprache, tolle Charaktere, spannende Landschaft.

    Letzibad

    Es gibt eine neue Vergleichs- und Planungsplattform für Nachtzugreisen: Nightride.com.

    In Kattowitz findet die Wikimania statt. Bisher sah ich aber noch keinen spannenden Blogpost dazu. Für Hinweise bin ich dankbar.

    Die Bundeszentrale veranstraltet Game Jams. Das ist sowas wie Hackathons für Computerspiele. Interessierte treffen sich für ein Wochenende und fangen ein Computerspiele zu einem Themenbereich zu entwerfen. Dieses Jahr: Gegenrede im Netz. Stephan Max mit einem Erfahrungsbericht.

    Max Frisch (der Max Frisch) errichtete das Freibad Letzibad in Zürich. Überhaupt sein erster Auftrag. Die NZZ würdigt das ausführlich: Max Frisch soll in Zürich ein Schwimmbad bauen. Dass man ihm das zutraut, darüber staunt selbst der «Dichter-Architekt»:

    Zu denken gibt im Rückblick noch eine andere Sache: Wie ist dem Berufseinsteiger Frisch dieser Triumph gelungen? Er stellt mit seinem Entwurf nicht nur ein ausgeprägtes Gespür für harmonische Raumeinteilungen unter Beweis, sondern auch jenen feinen Sinn für den Zeitgeist, der ihn als Schriftsteller später so erfolgreich macht. Er weiss, dass sich die Bedürfnisse der Menschen gerade in einem radikalen Umbruch befinden.