Schlagwort: Investition und Finanzierung

  • 23-09-28 Einkommen & Verbrauch

    23-09-28 Einkommen & Verbrauch

    Burger King im Südkreuz renoviert. Heute wurden die großen 3D-Buchstaben abmontiert. Es kann nur besser werden. Das Queens Pub Schöneberg (ehemals Geisterbahn) renoviert vielleicht. Auf jeden Fall ist der Eingang abgesperrt und die Fenster mit Papier verklebt. Shawarma One (die fünfte Döner-Inkarnation an diesem Standort in zehn Jahren) renoviert.

    Der Sommer zeigt sich genauso widerborstig wie unsere Brombeere und will einfach nicht gehen. Schwüle 28 Grad am 28. September.

    Madame holte 4000 Gramm Bildungswissenschaften aus dem Späti. Später freute sie sich darüber, wenn etwas eingetöckelt wird.

    Heute besuchte Madame den Roten Adler. Aufgrund besonders guter Führung bekam sie lebenslänglich. Zur Feier des Tages kaufte sie Königsblau.

    Traditionell liegt bei uns im Flur ein Paket des Lidl-Shops. Das haben wir mal für einen „Nachbarn“ angenommen. Den Namen kennen wir nicht – was angesichst des Immobilien-Hallodritums an unserem Haus noch nicht überraschend ist. Aber auch keiner unserer uns bekannten Nachbarn kennt ihn. Und an keinem Namensschild findet sich dieser Name. Nach Rückfrage bei Lidl: Wenn seit Wochen niemand das Paket haben will und der Eigentümer unauffindbar ist, soll man es einfach wegwerfen.

    Der Sozialwissenschaftler in mir findet statistische Erhebungen aller Art hochinteressant. Und so geriet ich in die Studie „Wo bleibt mein Geld?“ Irgendwie überlesend, dass ich jetzt für Monate jede Haushaltsausgabe in der App „Einkommen & Verbrauch“ eingeben soll. Mal schauen, wie wir durchhalten.

    Gute Nachricht: Ich bekam die Info, dass ich die Klausur zum Fernuni-Modul „Investition und Finanzierung“ bestanden habe. Damit belegte ich sechs Module, legte sechs Prüfungen ab und habe sechsmal bestanden. Damit bin ich voll im Regelplan für Teilzeitstudent*innen. Sollte die Algo-Mathe noch was werden, bin ich dem Plan sogar voraus.

    Taschenrechner?

    Letztens unterhielt ich mich mit einer ehemaligen Mathelehrerin, warum sie den Schuldienst verlassen hat. Einer der Gründe „Alles, was ich an Mathe mochte, das kreative Problemlösen, kommt in der Schule nicht vor. Stattdessen geht es um Rechnen und Formeln.“

    Passend dazu, die Discord-Diskussion im Channel zum Fernuni-Modul „Grundlagen der Mathematik.“ Frage: „Welcher Taschenrechner ist in der Prüfung erlaubt?“. Antwort: „Keiner. Aber er würde dir eh nicht helfen.“ Ich sage es ja, Alles findet im Zahlenraum 1,2,n statt.

    Noch spannender: ich bin jetzt im Fernuni-Discord. Zum Studienauftakt im 1. Semester dachte ich: „Der Anfang ist das Schwerste. Keine Ablenkung, Scheuklappen maximal; nur ich und das Skript. Und sonst nichts. Alle anderen Angebote beachte ich nur, wenn ich sonst gar nicht weiter komme.“

    Naja, Ich finde der Anfang ist im 4. Semester vorbei und ich kann mir auch mal das ganze Entertainment-Angebot von Mentoriaten bis hin zu Discord anschauen.

    Und gerade Discord. Micky-Maus-Heft-Leser*innen werden die Geschichten kennen: Die Ducks fahren auf eine Expedition, durchstreifen einsame Wälder, überqueren einsame Gebirge, laufen durch eine dunkle einsame Höhle und am anderen Ende der Höhle findet sich eine blühende Zivilisation mit tausenden Menschen auf der Straße, einer hochentwickelten Kultur und Artefakten zum Staunen. So ähnlich ging es mir, als ich mich auf Fernuni-Discord anmeldete.

    Ich stelle aber schon fest, ich will mich nicht ablenken lassen. Ein zappeliger innerer kleiner Hund in mir will sich ganz dringend auf die theoretische Informatik und die Mathematik stürzen. Aber ein grummeliger Erwachsener hält ihn in Schach und sagt „Mach erstmal das Interne Rechnungswesen fertig.“

    Mehrere Fernuni-Skripte ausgebreitet auf einem Tisch.

    Nachtzugbegleiterin

    Bereits im letzten Post berichtete ich begeistert von der bloggenden Zugbegleiterin in Ausbildung. Jetzt entdeckte ich beim Rückwärtslesen: „Meine erste Nachtschicht.“ – Nachtzug mal von der anderen Seite.

    Fast so begeisternd: Die Kaltmamsell fährt nach Berlin und besichtigt Schafe!

    Ich muss 25 Jahre USA kulinarisch dringend in aller Ausführlichkeit würdigen. Bis dahin erstmal der Hinweis auf das Jubiläums-Kochbuch-zum-Herunterladen.

    In der FAZ ein langer Artikel zu Sarah Wagenknecht und ihrer Politik. Und er war erstaunlich kompetent geschrieben. Kurzes googeln erwies: der Autor ist Profgessor für Sozialstrukturanalyse an der Uni Basel: BRD noir.

    Microsoft arbeitet derzeit an seiner Atomkraftstrategie um die künstliche Intelligenz mit Energie zu versorgen.

    (Ich vertraue darauf, dass sich irgendwo im Internet Menschen über das Missverhältnis Finanzierung-Deutschlandticket und Finanzierung-Solar-Car-Ports aufregen. Dann muss ich das nicht machen.)

  • 23-09-14 Eigenkapitalrendite veganer Hackfleischproduktion

    23-09-14 Eigenkapitalrendite veganer Hackfleischproduktion

    Madame soll melden, ob sie einen Besucherparkplatz benötigt.

    Der Herbst naht. Lidl verkauft Weißwurst. Der Herbst naht. RTL kündigt die nächste Staffel Ninja Warrior Germany an.

    Der Fahrstuhl der Hinterhausbaustelle verschwand. Entweder sie haben jetzt alles Schwere und Sperrige vom Dach entfernt und neues Schweres und Sperriges hinaufverfrachtet. Oder das Geld ging ihnen aus. Oder jemand hat vergessen, den Mietvertrag zu verlängern. Alles ist möglich.

    „Unser“ Fahrtstuhl ist noch da. Und passend zum Klausurtermin hat mal wieder jemand lautstark auf dem Dach gearbeitet.

    Freundlicherweise waren die lauten Bohr-Zeiten immer nur einige Minuten kurz und über einem anderen Abschnitt der Wohnung. Nicht so gut war, dass dann auch noch auf dem Hof eine Mischung aus Laubbläser und Presslufthammer losging. (Keine Ahnung was – konnte ja nicht rausschauen, ich stand unter Klausuraufsicht). Immer sehr passend, wenn die Klausur eine Onlineklausur ist und ein Teil über eine Zoomkonferenz mit zwangsweise offenem Mikro läuft. Ich hoffe, bei den anderen kam der Baustellengeräuschpegel nur gedämpft an.

    r(*) = (e1/-2e0) x ((Wurzel(e1/2e0 – e2/eo)) -1)

    Ich stellte fest: Offensichtlich habe ich keine Blogleser*innen, die hier BWL-Korrektur lesen. Meine Ausführungen zum Cashflow vor ein paar Tagen waren falsch – aber zum Glück merkte ich es noch rechtzeitig. In der Klausur erschien auch prompt eine Frage zum Themenkomplex.

    Vor der Klausur kamen die letzten Tage der Vorbereitung. Wieder in Schöneberg. Wieder ging es mir am letzten halben Tag, vor allem darum, den Kopf frei zu kriegen und mir wieder etwas Flexibiliät in Hirn zu schaffen. Das heißt normalerweise Park + Schwimmbad.

    Diesmal nicht.

    Ich möchte die Chance nutzen, um unaufgefordert Gesundheitstipps zu geben: Falls Ihr vorhabt, Euch einen schwall kochendes Wasser über den Bauch zu kippen: Haltet ein!

    Es fühlt sich nicht so toll an. Das optische Resultat ist meines Erachtens verbesserungsfähig. Und vor allem: Danach habt Ihr länger eine größere nicht-verheilte-Wunde – mit der Schwimmen nicht möglich ist. Und das ist das Schlimmste!

    Irgendwie habe ich Mittwoch überstanden. Die Klausur entsprach im Wesentlichen meinen Erwartungen: (a) Wenn ich scheitere, dann nur an eigener Dämlichkeit. (b) Wie ich mich kenne, liegt das komplett im Bereich des Möglichen.

    K_0 = – 1000 + (200×1,02^-1) + (500×1,03^-2) + (500×1,01^-3)

    Also, einloggen heute um 8.40h, dem Zoom-Meeting beitreten, den Name auf Nachname, Vorname (park, south) ändern und den Bildschirm freigeben. Die Klausuraufsicht spricht Einzelne an, die bei einem der beiden Punkte Probleme haben.

    Um 8.55h werden die Fragen freigeschaltet. Um etwa 9.10h spricht mich eine Aufsicht via Breakout-Session an, lässt sich Personalausweis, Taschenrechner und leere Schmierblätter zeigen.

    Ich folge meinen üblichen Verfahren:

    1. Runde – alles überfliegen, so dass ich eine ungefähres Gefühl habe, für das was kommt.

    2. Runde – alle Fragen beantworten, bei denen ich ohne Überlegen entweder die Antwort weiß (MC) oder weiß was ich rechnen muss.

    3. Runde – Fragen, die mich einige Minuten des Überlegens kosten (Ich weiß, ich weiß die Formel – muss sie mir aber erstmal korrekt ins Gedächtnis rufen. Oder auch: Aufgabe mehrfach lesen, um sicher zu sein, wie ich sie verstehen muss.)

    4. Runde – Fragen, bei denen ich überhaupt mal überlegen muss, was der Ansatz sein könnte.

    Glücklicherweise war ich danach mit allen Fragen durch. Es war kurz nach 10 und ich hatte noch fast eine Stunde Zeit.

    Und dann kam: Gegenrechnen und gegenrechnen. Im Wesentlichen bestanden die Aufgaben aus Berechnungen, die etwas Taschenrechnerartistik verlangten. Auch wenn ich mich überzeugt hatte, dass all‘ meine Ergebnisse zumindest ein plausibles Ergebnis hatten; ich in der richtigen Größenordnung ankam- Verrechner sind bei mir immer möglich.

    Und wenn ich mal irgendwo 1,02 statt 1,03 getippt habe oder einen Term ganz vergaß – dann schreibe ich halt 330,679 statt der korrekten 337,987 – dann sind das Null Punkte bei der Frage.

    Naja, ich fand Verrechner und dann noch einige Verrechner und irgendwann fand ich keine mehr, war aber auch schon so gehirnmatschig, dass mein Rechnen vermutlich nicht mehr besser geworden ist.

    Um 11 Uhr war Schluß. Passend gewürdigt mit einem wilden Bimmeln vieler Handies in Hörweite der Klausurteilnehmer*innen. Und damit war mein 3. Fernuni-Semester beendet. Ich kann raten: Legt Euch wichtige Termine auf 11 Uhr am Alarmtag, das macht Stimmung.

    Nach der Klausur. Mit beschmiertem Schmierpapier und ordnungsgemäßen Taschenrechner.

    1, 2 und 3 – vorbei

    Damit ist Semester 3 des Fernuni-Abenteuers vorbei. Aktueller Stand: Bestes Semester. Sei es die wilde Achterbahnfahrt der Algo-Mathe, sei es Investition und Finanzierung (das ich viel zu lange sträflich ignoriert habe, eigentlich finde ich auch das inhaltlich spannend.)

    Langsam komme ich im ganzen Prozess auch so an, dass ich auf dem Fahrrad das neue Kranzler Eck/den Fernuni-Campus-Berlin ohne Nachdenken finde. Mein Arbeits- und Lernrhythmus wird besser. Meine Klausurvorbereitung zumindest etwas entspannter. Ich bekomme ein besseres Gefühl dafür, wie die Fernuni so tickt und was sie wirklich von mir will.

    (Wie immer half mir Inaugenscheinname: Zum Studientag nach Hagen fahren war trotz 38 Grad und Bahn-Chaos jeden Schweißtropfen wert).

    Morgen stehen vermutlich die Unterlagen für Semester 4 auf dem Briefkasten.

    Da ich immer noch nicht schwimmen durfte, also ausgiebig seufzen. Danach brach ich auf zur nächstbesten Alternative: Mit Ringbahn, U7 und Bus zum Bürgeramt Wasserstadt und meinen neuen Personalausweis abholen.

    Und jetzt bin ich knülle.

    Türkischer Basar

    Noch ein Gesundheitstipp: Nicht vom eigenen Steuerordner erschlagen lassen. Zum Glück sah Madame das ähnlich und wehrte das herabfallende Regalbrett ab.

    Bücher, auch nicht-Krimis, kaufe ich bei Hammett. Und gratuliere herzlich dazu, schon wieder den Deutschen Buchhandelspreis gewonnen zu haben.

    Karen war unterwätigt von Florenz und sah zu wenig von Pisa.

    Nachdem der Silobrand den NDR nach Wesselburen gelockt hatte, entdeckten die Journalisten auch gleich die rumänische Community. Ist auch nicht ganz einfach. Ein 3000-Einwohner-Städtchen (Land, Schleswig-Holstein, starker Rentneranteil), in das in wenigen Jahren mehrere hundert Rumänische Landarbeiter*innen ziehen. Sagen wir mal, die Auffassungen, was „normal“ und „richtig“ ist divergieren stark. Bisher verhalten sich alle Beteiligten vergleichsweise zivil.

    Für einen (Wirtschafts)Informatik-Studenten, dessen Arbeitsplatz sich im Organigramm unter Informationstechnologie->Infrastruktur findet, war mein Verhältnis zum „Programmieren“, immer etwas schwierig. Ich fand und finde es ziemlich umständlich, dem Rechner wirklich buchstabenweise erklären zu müssen, was er tun soll. Meine Neigung zu Tippfehlern ist in dem Kontext nicht hilfreich.

    Aber inzwischen verstehe ich genug vom Thema, um Programmiersprache als Konzept total spannend zu finden und auch, wie verschiedene Sprachen bestimmte Strukturen ähnlich oder halt verschiedenen lösen. Mit Genuß las ich „Python erklärt für Benutzer von R„.

    Ich habe leichte Hoffnung. Hoffnung, dass die Medien-Schul-Universitäts-Deutschen es schaffen, „Gastarbeitergeschichte“ auch als Teil „ihrer“ Geschichte zu begreifen. Vielleicht entwickelt sich eine kollektive deutsch Geschichtserzählung, die die Zeit der 1950 und folgende ebenso aus Sicht der Gastarbeiter*innen erzählt, wie aus Sicht der hier schon ansässigen.

    Auf jeden Fall hörte ich letztens im Deutschlandfunk Kalenderblatt ohne jedes Tamtam einen Rückblick auf den Ford-Streik 1973. Über eine neue Geschichts-Plakette in Schöneberg zum Türkischen Bazar in der Hochbahn stieß ich auf den Film Aşk, Mark ve Ölüm (Liebe, DM und Tod), der immerhin einen Berlinale-Publikumspreis gewann. Auch auf DLF mitten in der Lied und Folksendung spielte der Song Onda Calabra – dessen Video auch Italien-in-Deutschland-unglamouröse-Variante spiegelt.

  • 23-09-12 ANF = r / (1 – (1+r)^-T)

    23-09-12 ANF = r / (1 – (1+r)^-T)

    Der Wasserwart mit Bart fährt FIAT.

    (Fiat 500, Elektro-Version. Ich hoffe ihr habt in der ersten Zeile innerlich den Holperreim mitgesprochen.)

    Wir ernteten Alkmene (fürs Protokoll: Perfekter Zeitpunkt) und Gellerts Butterbirne. Soweit so normal für Mitte September. Außerdem bewässerten wir reichlich. Bei 31 Grad. Am 10. September. Nebenan verloren die Apfelbäume erste Blätter.

    Obwohl die Latifundien fast noch auf Berliner Stadtgebiet liegen, profitierten wir davon, dem großstädtischen Hitzeglockeneffekt zu entkommen. Die Hitzeglocke offenbarte sich Montag Abend: Aufbruch am Bungalow bei 18 Grad Außentemperatur. Ankunft etwas später in Schöneberg bei 25 Grad.

    Während Madame mit RE, S und Bus nach Südwestberlin fuhr, um Hamburger Anglist*innen zu treffen, war mein Plan „Nicht bewegen.“ In statischer Ruhe beobachtete ich überraschend viele Libellen. Der Garten wandelt sich über das Jahr: Vom Hummelgarten des Frühjahrs über Bienen und Feldwespen (Frühsommer) zu Schmetterlingen, Schwebfliegen und Marmeladenwespen (Hochsommer) bis zu den Libellen (Spätsommer).

    „Nicht bewegen“ ließ sich mäßig in Einklang bringen mit Grillen (Burgerpatties, Kürbis, Zucchini; Madame kochte dazu gigantische Artischocken vom Wochenmarkt.) Es lies sich gut in Einklang bringen mit: Für die Klausur lernen.

    Hand am Arm

    Auch wenn mich die frei fließende Mathematik aus der Algo-Mathe mehr reizte. Ich muss zugeben: Bei der sehr viel handfesteren Wirtschaftsmathematik lernt man etwas für’s Leben. Die Formel für den Annuitätenfaktor (ANF) in der Überschrift zum Beispiel berechnet bei einem Darlehen mit festem Zinssatz (r) und einer Laufzeit (T), wie viel man im Jahr zurückzahlen muss.

    Auch handfest: In der Vorbereitung lerne ich den Taschenrechner Casio fx87DE Plus ganz neu kennen. Wenn man die Formeln oft genug durchrechnet, entdeckt man manchmal doch weitere Tasten, die alles erleichtern oder stellt fest, dass das Modell manchmal Eingaben anders interpretiert als gemeint.

    Interner Zinsfuß

    Finanzmathe-Klausur bedeutet: Formeln auswendig lernen. Annuitätenfaktor, Rentbarwertfaktor, Agio/Disagio oder interner Zinsfuß.

    Zu meiner Überraschung gibt es laut Skript keine allgemeine Formel des internen Zinsfußes (r*), sondern nur eine Annäherung und Spezialfälle.

    (Für diejenigen, die sich fragen: Welcher Zinsfuß? Das ist der Zinssatz auf dem freien Markt, bei dem sich eine Investition noch lohnt. Also wenn ich bei der Bank Kredite für 10% Zinsen aufnehmen muss, lohnen sich weit weniger Investments als bei 0,5%.)

    Einer dieser Spezialfälle wird auf jeden Fall in der Klausur ein Thema sein. Und deshalb liste ich sie noch einmal auf.

    Modell Zero-Bond (eine Auszahlung, eine Einzahlung T Jahre später: \(r* = \sqrt[T] {e_T/-e_0} -1 \) . Dabei T = Zahl der Jahre. \(e_T \) = Einzahlungsbetrag am Ende. \(e_0 \) = Auszahlungsbetrag am Anfang.
    Modell Kuponanleihe (Eine Auszahlung am Beginn, zwischenzeitlich Raten, am Ende Rate+Ersteinzahlung zurück). \(r* = z \). Dabei enstpricht \(z \) dem Prozentsatz der jährlichen Rate von der Ursprungseinzahlung, der Endbetrag \(e_t \) ergibt sich aus \(-e_o + z \).
    Modell drei Zahlungen: Ist mit jetzt zu komplex, das hier als Formel zu schreiben. Man muss die diversen Zahlungen dividieren, addieren, exponieren und wurzeln.
    Bei der ewigen Rente gilt \(r* = (e/-e_0) \) Dabei ist \(e \) der jährlich zu erwartende Betrag, \(e_0 \) die Eingangsauszahlung.

    Für eine allgemeine Formel rät das Skript zur Wahl zweier möglicher Zinssätze. Man errechnet aus denen einen besser passenden dritten Zinssatz und tastet sich immer näher heran.

    Ich halte es für möglich, dass in der Welt da draußen auch eine allgemeine Formel existiert. Aber die Klausur wird Skriptwissen abprüfen, nicht Weltwissen. Ich werde mich jetzt nicht mehr mit Zusammengegoogeltem selbstverwirren.

    99 Luftballons

    Gibt es noch Bungee-Jumping auf der Welt? Ich habe schon lange nichts mehr davon gehört.

    An verschiedenen Stellen First-Hand-Horror-Stories über das Elend des Berliner Schulwesens gehört. Wie schnell würde ich diese Stadt verlassen, hätte ich Kinder im entsprechenden Alter.

    Berlin kann nicht Schule. Berlin kann spannende Straßen. Über Madame und den Tagesspiegel-Checkpoint entdeckte ich die Geschichte der South China Morning Post über die Kantstraße: Does Berlin have a Chinatown? No – it has something better: this is Kantstrasse

    In den Märkischen Hamptons ist die Welt noch in Ordnung. Und das bedeutet: Es gibt Feuerwehr/Alarm/Katastrophenschutz-Sirenen, die wöchentlich getestet werden. Ihr Test jeden Samstag um 10 erinnert uns: Klassik, Pop et cetera auf dem Deutschlandfunk beginnt. Eine Ankündigung, die dieser Sendung durchaus würdig ist.

    Diese Woche herausragend: Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy über ein Leben zwischen Italien, Frankreich und Deutschland. Nicht-Parties in Paris und die Gang der Germanstik-Studentinnen.

    Dabei entdeckt: Auf Spotify existiert eine Klassik,-Pop-et-cetera-Playlist

    Frank Rieger über eine mögliche Wagenknecht-Partei: Eine sozial-nationalistische, links-konservative Partei neuen Typs.(SNLKP aka. „Liste Wagenknecht“)

    Frau Novemberregen absolvierte eine Fortbildung. Hotel Mama empfiehlt Kulturkrach nicht weiter.

  • 23-09-10 c0 = ct x (1+r)^-t

    23-09-10 c0 = ct x (1+r)^-t

    Die Wespen verschwanden. Der Sommer tritt nach mit 31 Grad und einer Alternaria-Allergiepilz-Invasion, dass mir Atmen und Sehen vergeht. (Hätte mir heute morgen während der Kaffeegartenrunde jemand eine Antarktis-Kreuzfahrt verkaufen wollen, ich hätte begeistert zugegriffen – wäre aber nicht in der Lage gewesen zu unterschreiben, weil ich mir sofort jeden Stift aus der Hand genießt hätte) Aber das Terrassenfrühstück findet wieder ohne Wespen-Begleitung statt.

    In Kremmen findet das Brandenburger Erntefest statt. Ich hielt einmal an der Tankstelle neben dem Festgelände (Für’s Protokoll: Autogas 1,000€/l) und sah die Vorbereitungen: Prägnante „Parken-Verboten-Schilder“ auf sämtlichen Stellflächen der Tankstelle, dafür im Innenraum ein dreimal so hoher Stapel mit Bierkästen wie normal.

    Mehr reizte mich das Erntefest Bärenklau mit dem traditionellen Dackelrennen (41 Meter Rennstrecke! 50 Dackel. Nacheinander). Aber zwischen mich und das Dackelrennen hat die Fernuni die Klausur in Investition und Finanzierung gesetzt. Ich darf Variablen und Formeln auswendig lernen und meine Überlegungszeit „Welche Formel zu welchem Anlass“ hoffentlich auf Sekunden verkürzen. Gefühlt: Sobald ich Kapitalwert, Annuität und internen Zinsfuß nachts um drei frisch aufgeweckt fehlerfrei rechnen kann, ist das die halbe Klausur.

    Beim Lernen entdeckt: Den lahmsten wissenschaftlichen Witz der Welt.

    Stöpsel ziehen

    Bevor ich mich in die Lern-Ermitage unter dem Apfelbaum begeben konnte, hatte die Welt noch den Rest der Arbeitswoche gesetzt. Die brachte überraschend viel Freizeitstress mit sich. Nach Blutspende (Dienstag) und Tanzen (Mittwoch) folgte noch Fassbrause-Trinken mit Direktor Laser in der Resonanz und dessen Nordkorea- Geschichten (Freitag) und vermutlich Europas größte Versammlung von Bademeister*innen Rettungsschwimmer*innen/FABs – aka dem Sommerfest der Berliner Bäder. Das fand im Wellenbad am Spreewaldplatz statt, wo tags zuvor der Stöpsel gezogen wurde, um zu kernsanieren.

    Seitenwechsel

    Es war gut, dass ich Mittwoch nach dem Tanzen schon so zerschlagen war, sonst wäre ich noch durch die Wohnung gehüpft und die Mieter ein Stockwerk darunter wären unglücklich gewesen.

    Ich kam nach Hause und las:

    In eigener Sache: Seitenwechsel: Ab dem Wintersemester studiere ich wieder, und zwar „Computing in the Humanities“ #CitH an der Uni Bamberg: https://www.uni-bamberg.de/ma-cith/ Ich arbeite weiter in der UB Bamberg, hier ändert sich nur die Stundenzahl. Das Studium geht zum Glück auch in Teilzeit. Und so wird es 25 Jahre, nachdem ich das erste Mal Linux auf meinem Pentium 200 installiert habe (und dann doch so viele andere Dinge interessanter fand), nun doch noch Informatik. #studarisan

    Und warum hier so ausführlich? Weil mich genau solche Berichte zum #Studium neben dem Beruf auf den Gedanken gebracht haben, dass das auch für mich noch mal was sein könnte (looking at you, @southpark, danke!) #studarisan

    Ist das nicht großartig?

    DEFA

    Leider ist die Anreise nach Cannes recht aufwendig. Sonst würde ich sofort zum 4. Deutschen Filmfest in Cannes fahren.

    Herr Mess zeigt sein Arbeitszimmer.

    Herr Rau returns to orbit.

    Karen entdeckte auf ihrer Europatour die Bahn des Vatikanstaats.

    Merken: Auf den Latifundien benötigen wir Wein und Lurex-Schwämme. In B&B Balsamico. Diese Woche Apfel Alkmene und Gellerts Butterbirne ernten, nächste Woche die Köstliche von Charneux.

  • 23-09-07 16 x 0- (14,9)

    23-09-07 16 x 0- (14,9)

    Ungewohntes Gefühl. Ich sitze im Büro und auf dem Handy meldet sich der Staubsaugroboter mit „Hilfe! Ich hänge fest! Rette mich!“ – Es fällt schwer, den Roboter in diesem Moment nicht zu vermenschlichen und zur Hilfe zu eilen.

    Madame kaufte auf dem Wochenmarkt erstaunlich preiswerte Heidelbeeren. Bei erster Inspektion erwiesen diese sich als erstaunlich bitter. Bei noch näherer Inspektion erwiesen sie sich als Aronia – die Apfelbeere. Immerhin gesund.

    An den Südkreuz Offices tauchten neue Schilder auf. Bei uns im Haus residiert nun Tempton, die Zeitarbeitsfirma. Somit büro’en zwei Zeitarbeitsfirmen im Gebäude, ein öffentlich-rechtlicher Schwimmbadbetreiber sowie ein eingetragener Verein, der 2 Millarden Euro öffentlicher Mittel verwaltet

    Auf jeden Fall eine originelle Mischung.

    Nebenan ließ sich netgo ein großes Schild ans Dach schrauben. Anscheinend wollen die Macher nicht nur reich werden, sondern jetzt auch bekannt.

    Im Bus ein Teenie-Pärchen. Beide sahen gesünder aus, hätten in Outfit, Taschen, Make-Up und Frisur aber direkt dem Wir-Kinder-vom-Bahnhof-Zoo-Film entsprungen sein können. Haben wir schon so heftig wieder 80er-Revival?

    Disco-Fox

    Am Mittwoch wollt‘ die Süße mit mir tanzen gehn. Und das war reichlich schön. Erstes ernsthaftes Tanzen im Walzer linksgestrickt – inmitten von Leuten, die wissen was sie machen – seit Corona. Dazu noch anderthalbarmig. Denn das ehemals gebrochene Handgelenk reagiert weiterhin sensibel.

    Passend, dass Tanzlehrer G eine sehr handgelenklastige Disco-Fox-Drehung einführen wollte. Die war weniger schlimm als gedacht – aber mit Herausforderungen: Richtig ausgeführt ging es gut, falsch ausgeführt schmerzte es. Wir gingen eine Stunde vor Ende. Handgelenkschonung und ehrlich gesagt nach knapp 4 Jahren Tanzpause war auch die Kondition nicht mehr die beste.

    Auf dem Rückweg Duolingo. Streak retten und neue Streak-Freezes kaufen. Noch kann ich das aus ehemals angesparten Punkten machen, aber der Punkte-Cashflow ist klar negativ.

    Dabei ist der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im engeren Sinn:

    Betriebliche Einzahlungen – Betriebliche Auszahlungen

    Alternativ lässt sich das auch aus der Bilanz bestimmen:

    Jahresüberschuss + Abschreibungen – Zuschreibungen + Zuführung von Rückstellungen – Auflösung von Rückstellungen

    Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im weiteren Sinn (CabiwS) umfasst auch die Veränderung der Betriebsmittel im Umlaufvermögen. Das heißt in der Bilanz lässt er sich bestimmen als

    Jahresüberschuss + Abschreibungen – Zuschreibungen + Zuführung von Rückstellungen – Auflösung von Rückstellungen – Bestandsveränderungen Forderungen aus Lieferungen & Leistungen + Bestandveränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – Bestandsveränderung Vorräte

    Verkürzt: Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit i.w.S. (CabiwS) entspricht dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit i.e.S. ergänzt um den Betriebsmittelabbau.

    Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (CaInv) entspricht dem

    CabiwS – Bestandsveränderungen Sachanlagevermögen – Abschreibungen – Bestandsveränderung Finanzanlagevermögen

    Und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wiederum errechnet sich aus

    CaInv – Ausschüttungen + Netto-Aufnahme von Krediten und Begehung von Anleihen.

    Wie man sieht: Ich lerne noch für die Klausur Finanzierung und Investition.

    Quengelhipster

    Bisher hatte ich den neuen Automaten an der Kreuzung für klassische Quengelware gehalten: Süßkram, ein paar Getränke, vielleicht Yum Yums. In 50 Meter Nähe von mehreren Spätis ein wagemutiges Konzept.

    Nach dem Tanzen betrachteten wir den Automat genauer. Welch Irrtum! Das ist voll die Hipster-Quengelware! Also er beinhaltet schon Süßkrams, Getränke und Yum Yums. Aber nicht irgendwelche Sachen. Die Hälfte der Packungen ist asiatisch beschriftet, bei der anderen Hälfte sagt mir der Markenname nichts. Und eine Packung Süßbapp kostet sechs Euro. Und dann sind noch die Energy-Drinks.

    Getränk des Eris

    Zum den Energy-Drinks muss ich etwas ausholen:

    Ich schreibe ja ab und an Fernuni-Klausuren in Präsenz. Da trifft man seine Kommiliton*innen. Die sind direkt vor der Klausur angespannt. Menschen, die sehr angespannt sind, teilen sich erfahrungsgemäß in zwei Gruppen auf: In Menschen, die gar nicht mehr reden und in sich versinken und in Menschen, die ununterbrochen reden.

    Eine Mathe/Informatikklausur im Fernstudium betreibt eine doppelte Sozialauswahl in Richtung „redet gar nicht“ und dementsprechend gespannt-ruhig war es vor der Klausur.

    Bis auf die beiden Jungs, ich würde schätzen im besten Erst-Präsenzstudiums-Alter direkt nach dem Abi, die zusammen gelernt hatten, nochmal den Spickzettel durchsprachen, dreimal ihre Sachen umsortieren und überhaupt „normal“ waren. Beide hatten eine identische auffallende Flasche GÖNRGY auf dem Schreibtisch. Sagte mir nichts. Naja, was interessieren mich die Anwandlungen der Jugend.

    Dann tauchte der Drink auch im Quengelhipsterautomaten auf und ich wurde neugierig. Gönrgy ist nicht irgendein Energydrink. Es ist der Energydrink von MontanaBlack, weltberühmt im deutschen Youtube und Twitch. Und damit ziehen von mir unbeachtete Internetecken schon in den Süßwarenautomat um die Ecke ein.

    Vampire

    Madame war bei den kleinen Vampiren.

    Ich war bei den großen Vampiren. Sprich ich furh mit dem Bus zum Zentrum für Transfusionsmedizin und Zelltherapie von DRK und Charité – wobei das DRK sich selbst sehr viel offensiver am Zentrum bewirbt. Aber das DRK wirbt vermutlich auch die Freiwilligen an, welche die Blutspender versorgen und die wahre Geheimwaffe dieser Blutspendeeinrichtung anrichten: Schlesische Häckerle-Häppchen.

    Nachdem der Vorlauf mittlerweile in Rekordzeit durchgeht, zeigten sich die Adern ungewohnt widerspenstig. Am Ende gewann ich eine Piccolo-Flasche Sekt.

    Auf dem Weg vorbei an der weiter vor sich hin lahmenden Querdenkerdemo. Die immerhin versucht die Corona-Protest und Pro-Russland-Bewegung auf einen Nenner zu bringen mit „Deutschland raus aus WHO, NATO und EU.“

    Zentrum für Transfusionsmedizin von DRK und Charité

    Excelsior

    Kellerkind empfiehlt den Lido-Komplex auf Madeira.

    Die Zahl der Nachtzüge von Berlin nach Brüssel und Paris erhöht sich deutlich.

    Via Tagesspiegel-Nachrufe entdeckte ich den schön klingenden Dokumentarfilm Berlin Excelsior. Erhältlich über Filmfriend – das heißt über die Mitgliedschaft in vielen öffentlichen Bibliotheken.

    Im Mai schrieb hier ihr schonmal über das Garten-Kunst-Projekt Pollinator Pathmaker. Ich ahnte nicht, dass es in Berlin bereits umgesetzt wird, auf der Grünfläche vor dem Naturkundemuseum.

    Es gibt finanzielle und ökologische Gründe, um nicht für eine Vorstellung in die USA zu fliegen. Aber wenn die Oper Valis nach Phil K. Dick am MIT uraufgeführt wird – ich bin versucht.

  • 23-09-05 Äquivalente Annuität (Büffelzikade)

    23-09-05 Äquivalente Annuität (Büffelzikade)

    Rombitombi fuhr auf’s Land. Rombitombi wagte sich an Abgründe, aber fiel nicht herunter.

    Frau Fuchs wird nach Weimar ziehen.

    Madame traf auf dem Dachboden einen jungen Mann beim Saubermachen.

    Die Post lieferte Kokos und Kaffee.

    Madame war wieder des zweihändigen Schneidens mächtig.

    Um mir während des Lernens den Kopf freizukriegen, las ich ein wenig in verschiedenen „Ich-studiere-an-der-Fernuni-Blogs“ herum. Was mir auffiel: während nach Fernuni-Zahlen etwa ein Viertel bis ein Drittel der Student*innen bereits einen Uni-Abschluss haben, besteht die Fraktion „Ich beginne ein Blog, um nur über das Studium zu schreiben“ anscheinend zu 100% aus Menschen, die noch nie vorher mit einer Uni zu tun hatten.

    Wieviel Geld würden Sie für einen Lottoschein ausgeben?

    Nach der Klausur ist vor der Klausur. Wunder der Algo-Mathe. Keine anderer Kurs hat mich im Vorfeld so viel Energie gekostet wie dieser, dafür habe ich die Klausur schnell und gut weggesteckt. Nach der Klausur ging es noch ins Insulanerbad, Kopf freischwimmen und dann auf in die Brandenburger Hamptons.

    Den extra freigenommenem Montag konnte ich schon wieder dem Lernen für Modul 31021 Investition und Finanzierung widmen.

    Die gute Nachricht: Die einzige Chance durch diese Klausur zu fallen besteht in eigener Dämlichkeit. Die schlechte Nachricht: Wie ich mich kenne, liegt das komplett im Bereich des Möglichen.

    Inhaltlich ist Nichts überraschend. Ich habe Anno prä-Jahrtausendwende bei Karl-Dietrich Opp Soziologie studiert. Dessen Mikro-Makro-Ansatz mit Betonung auf dem (mehr oder weniger) rational handelnden Individuum lag nah an der wirtschaftswissenschaftlichen Entscheidungstheorie. Inhaltlich lernte ich das alles schon einmal.

    Bisher war meine Vorbereitung rudimentär: Einmal das komplette Script durchlesen und beschließen: „Im Prinzip ergibt das alles Sinn. Ich verstehe was sie wollen. Die verwendete Mathematik ist kein Hexenwerk.“ und einmal mit Hilfe der Script-PDF und Strg+F die Einsendeaufgaben bearbeiten. Wobei mir der Einsendeaufgaben-Erfolg der Methode auch sagt: Inhaltlich habe ich das verstanden.

    Aber ich muss noch viele Formeln, Variablen und deren Zusammenhang auswenig lernen.

    Mathematisch ist es das Gegenteil der Mathe-Klausur: Während die Matheklausur im Wesentlichen mit den Zahlen 1,2,n agierte und dafür die dollsten formalen Zaubertricks aus dem Hut zauberte, bleiben wir hier bodenständig mit Exponentialrechnung, leichter Statistik (Varianz/Standardabweichung) und wenn es Hart-auf-Hart-kommt einer ersten Ableitung im zweidimensionalen Raum. Dafür kommen hier lauter echte Zahlen mit vielen Nachkommastellen in langen Gleichungen. Anders gesagt: Viel Chancen für southpark sich zu verrechnen.

    Und wieder die Basler. Während Leonhard Euler aus Prinzip in jede Mathe-Klausur gehört, wird sein persönlicher Freund Daniel Bernoulli mit dem Bernoulli-Prinzip für Entscheidungen unter Risiko mit Sicherheit einen Auftritt in der Investitions-Klausur bekommen.

    Hornissenbuffet

    Von der Terrasse aus beobachteten wir wilde Kohlweißlingskämpfe. Also für die beteiligten Kohlweißlinge waren diese vermutlich wild, aus Menschenperspektive wirkte das apart.

    Der Montagmorgen fiel über die Brandenburger Hamptons. Das Außenthermometer zeigte 12 Grad. Die Sonne fiel gelb-orange über Feld und Wiese und im leichten Tau zeichneten sich Spinnennetze zwischen dem Sauerampfer ab. Besser wird es nicht mehr.

    Fast ebenso gut: Spätabends auf der Terrasse bei einem Glas Wein das Sommerdreieck betrachten und plötzlich feststellen, dass die ISS vorbeifliegt.

    Auf einer Rose (Eden ’85?) entdeckten wir eine Büffelzikade. Hätte ich nicht zufällig gesehen, wie sie sich bewegt, hätte ich sich für einen Teil des Blattes gehalten. Vermutlich hätte ich sie im Sinne der Obstbäume gleich erschlagen sollen.

    Büffelzikade auf Blatt vor grünem Hintergrund

    Goldruten haben als invasive Arten einen schlechten Ruf. Auch uns flogen sie zu und jedes Wochenende ziehen wir den ein oder anderen Goldrutentrieb aus der Erde. Zwei Pflanzen ließen wir: uns diese sind ein Insektenmagnet erster Güte. So stelle ich mir die Buffeteröffnung auf einem Kreuzfahrtschiff so, so wie Dutzende Bienen, Fliegen und Hummeln sich um die Goldrute tummeln. Nur wenn die Hornisse kommt, schrecken sie auf und stieben kurz davon. Die Hornisse scheint eher am Buffet der Buffetbesucher interessiert. Ich möchte es filmen und mit der Jaws-Melodie unterlegen.

    Töpfern und Termini

    Meine Kommillitonin Sarah Schulze Tenberge hat es auf die Vorstellungsseite der Fernuni geschafft. Was ich noch ergänzen kann: Mathe kann sie auf jeden Fall richtig gut.

    Karen schriebt wieder von ihrer großartigen Europareise, die auf dieser Etappe eher die Fähre als den Zug nutzte: Von Kineta über Patra nach Bari nach Roma Termini.

    Von Pariser öffentlichen Bädern berichtet die New York Times und unterstreicht, was auch ja auch immer sage (und nicht nur über Paris): Swimming in Paris is a full-on cultural experience. Many public pools don’t just feel like historical monuments, they are historical monuments… But after a year of swimming in Paris, it’s the smaller cultural insights I’ve gleaned that I find most precious: the intimate views into the French psyche and style of living that are on near-naked display in the swimming lanes, locker rooms and showers. (Catherine Porter: To Experience Paris Up Close and Personal, Plunge Into a Public Pool)

    Ilfiglio Maultaschenravioli fuhr mit Zug und Bus nach Bosnien.

    In den Hamptons-Hamptons sind Töpfer-Parties der neue Trend.

    Letztens schrieb ich noch, dass Kunstmarkt und Organisierte Kriminalität nicht ohne aneinander zu denken sind. Der Deutschlandfunk geht dem freundlicherweise mit einem Podcast nach: Tatort Kunst.

  • 23-07-23 Bienenwolf an Gartentür (Galeria Sztucki)

    23-07-23 Bienenwolf an Gartentür (Galeria Sztucki)

    Madame telefoniert lieber linksohrig.

    Erstaunlich: Mehr als 10 Kilometer von den Latifundien entfernt findet das Technofestival Nation of Gondwana statt. Und wie hören die Bässe bis ins Schlafzimmer.

    Erfreulich: Es ist Juli, ich sitze auf der Südseiten-Terrasse und benötige keinerlei Sonnenschutz. So darf der Rest des Sommers bleiben.

    Seit Freitag sind wir zurück in Berlin. Ich würde sagen: Zurückfinden in den Alltag. Aber natürlich ist ein (temporär) dreiarmiger Alltag anders als ein vierarmiger und so ruckeln wir zurecht. Ein wenig finden wir zurück, ein wenig finden wir neu.

    Gute Nachrichten von den Einsendeaufgaben: „Investition und Finanzierung“ ist absolviert. Die Klausur darf ich auf jeden Fall schreiben.

    Das Gerüst steht unverändert. Ein Held des Hinterhofs hat das Ventil am Fahrrad demoliert. Dieses muss zum Fahrradmeister, bevor ich das Fahrrad wieder nutzen kann.

    Im Garten sprießte der Sauerampfer. Neu gepflanzte Hortensie und Himbeeren vermissten die Gießkanne. Kugeldistel und Stacheldrahtrose erreichten unangeahnte Höhen.

    Auffallend: Seitdem wir das Mähen im Wiesenteil von „selten“ auf „einmal, höchstens zweimal im Jahr“ umgestellt haben, verschwanden die Wilden Möhren.

    Unsere Zeitungsausträgerin ist auch im Urlaub. Die Vertretung weiß nicht, dass wir ein Fr/Sa-Abo haben und belieferte uns täglich. Wir haben jetzt einen großen Stapel ungelesener Zeitungen.

    Vor einigen Wochen entdeckten wir bereits einen Bienenwolf (Käfer) am Liegestuhl, jetzt gesellte sich ein Bienenwolf (Grabwespe) an der Terrassentür hinzu. Unser Bienenbestand scheint okay, was die Menge der Bienenparasiten schließen lässt. Die Schachbrettfalter sind noch da, werden an Menge aber deutlich von den Kohlweißlingen übertroffen.

    Bienenwolf (Wespe) auf weiß-blauem Stoff.

    Wir unterhielten uns, ob Barbenheimer schon ein Thema in Deutschland ist. Also im engen Sinne, im Kino eine Doppelvorstellung Barbie/Oppenheimer zu sehen, oder halt als kulturellen Topos. Ich allerdings nehme es dem Internet übel, dass es mich in den letzten Christopher-Nolan-Kino-Stuss Inception quatschte und werde mich sicher nicht in Oppenheimer setzen.

    Zu Ende gelesen: Kurt Vonnegut: Slaughterhouse V: Erstaunliches Buch, bewegendes Buch. Aber auch ein sehr männliches Buch. Nicht nur weil die Kernhandlung unter jungen Männern im Krieg spielt, sondern auch im erweiterten Rahmen sind die Frauenfiguren eher schlimm.

    Begonnen: Lutz Raphael: Jenseits von Kohle und Stahl. Die verschriftlichte Adorno-Vorlesung zum Thema „Verschwinden der Industriegesellschaften“. Und nachdem ich im Alltag vielzuviel vehement substanzloses „Meinungswissen“ In Medien und Social Media konsumiere, wirkte das wie ein frischer Wind im Hirn. (Auf der Terrasse liegt es in der Suhrkamp-Ausgabe, aber mich freut, dass es auch die Bundeszentrale entdeckte)

    Polen-Nachträge

    Noch-nicht-gebloggte Notizen aus neun Tagen Polen.

    Oftmals liefen wir an einer Galeria Sztucki oder einer Academie Sztucki vorbei. Nachdem wir herausbekommen hatten, dass es anscheinend kein Eigennahme ist, sind wir weiter: Sztucka bedeutet Kunst. Sztucki wird also eine der sieben möglichen Deklinationen dieses Nomens sein.

    Auffallend: Im Museum der Geschichte der polnischen Juden fanden wir keinen Abschnitt zu Esperanto. Obwohl Ludwik Lejzer Zamenhof die Sprache in Warschau entwickelte. Es gibt in der Stadt eine Straße „Esperanto“, die vor allem Endpunkt diverser Bushaltestellen ist. Aber entweder übersahen wir ihn, oder er ist in der Achterbahnfahrt der polnischen Nation irgendwie herausgefallen.

    Cocktail-Karten-Entdeckung im Restaurant. Der Hinweis bei einigen Cocktails „Good for Instastories!“.

    Während wir in der Notaufnahme der Uniklinik Danzig warteten, lief in einem Fernseher TVP2. Neben diversen Folgen polnischer Jeopardy- Glücksrad- und Familienduell-Adaptionen, lief auch die polnische Eigenproduktion Na sygnale. Es scheint sich um eine Daily Soap zu handeln, die auf einem Ambulanzwagen spielt. Und dann im Fernsehen einen Daily-Soap-Ambulanzwagen und eine Daily-Soap-Notaufnahme zu sehen, während wir in der echten Notaufnahme saßen und die Ambulanzwagen vor der Tür vorbeifahren. War schon eigen.

    Vor dem Insta-Riesen-GDAŃSK-Schild in Danzig ist eine kleine Bühne. Dort tanzten einige Paare, anscheinend nur aus Spaß an der Freud, Tango. Das war schön.

    Nicht-Polen

    Ich glaube, ich sollte bei der Schriftenreihe mal wieder bestellen. Das sieht gut aus.

    Christine Cazon versuchte, nach Berlin zu gelangen. Ich hoffe, es geht besser weiter.

    Als Doppelblogger*innen ein Ferienhaus in Dänemark zu mieten, scheint ein Ding zu sein. Nach wunnibars/rabensalaten fahren nun auch herzbruch/novemberregen. Ich bin von so viel Blogcontent überfordert und kann nicht mehr verlinken.

    Der rbb widmete sich einer der traurigsten Berliner Fast-Ruinen: dem Kathreiner-Hochhaus.