Schlagwort: Hammett

  • 26-03-08 Wir hörten den Ahorn bevor wir ihn sahen

    26-03-08 Wir hörten den Ahorn bevor wir ihn sahen

    Madame saß mit verschränkten Armen im Pullover auf der Terrasse und sagte „Sommer!“

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    Vorher hatte sie die Woche der Wochen in der Hafenstadt erfolgreich absolviert.

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    Meine Stammbuchhandlung Hammett ist einer der Gewinner des deutschen Buchhandlungspreises. Ja, genau, DIESES Buchhandlungspreises. Wobei ich die vom ebenso närrischen wie kulturlosen Kulturstaatsminister persönlich vom Preis ausgeschlossene Berliner Buchhandlung Die Schwankende Weltkugel auch kenne und empfehlen kann.

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    Mein aktuelles Buch von Dashiel Hammett, the Maltese Falcon weiß mich nicht so recht zu fesseln. Vielleicht weil das Buch im Vergleich zum Film zwangsläufig die halbe Geschwindigkeit hat. Oder weil es im Vergleich zum wild ausufernden von mir geliebten Dain Curse und dem rohen Red Harvest doch irgendwie zu glatt ist.

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    Die Schwimmbadbesatzung teilte Madame mit, sie hätten schon gemerkt, dass sie die schwimmerisch aktivere von uns beiden ist. Das ist einerseits originell, andererseits zur Zeit korrekt. Ich gelobe wieder öfters ins Bad zu gehen.

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    An der Ampel stehend hörte ich wildes Gehupe. Es ging von einem leicht zerbeulten Kleinwagen aus. Ich konnte keinen rechten Grund für die Huperei erkennen und dachte spontan an einen kläffenden Dackel, der Bernhardiner und Schäferhunde angeht.

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    Kurz darauf fuhr ein Subaru Forester1 vorbei. Genauso alt und im selben Waschzustand wie sich unserer normalerweise befindet. An diesem Wagen hing allerdings ein Kennzeichen der US-Botschaft, und ich freute mich: Es gibt sie noch die Guten.

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    Madame stellte fest, dass nicht Daniel Küblböck der Elvis seiner Generation ist, sondern Bill Kaulitz ist der Elvis seiner Generation. Als Kind und Jugendlicher „seltsam“ und stets von Mobbing betroffen, wenig später aufgrund dieser Seltsamkeit Weltstar und Junge-Frauen-in-die-kreischende-Extrase-Treibender.

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    Miss und Mr. Fluffy waren zu Gast. So schön. Gespräche reichten von Versailles zu Nacktschnecken und wieder zurück. Sogar erwachsene Themen kamen vor.

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    Es war ein Freitag mit Arbeit und Kino und ein Samstag auf den Latifundien.

    Die Frage wann Fulbe gesprochen wird und wann französisch

    Ich gewöhne mich daran, dass die Gegend um den Bahnhof Zoo mein neuer Kiez wird. Wenn ich die Strecke Büro->Bücherei beginne, ist der Bahnhof mit den Kinos Delphi Lux und Delphi Palast nebenan ein logischer nächster Wegpunkt.

    Nachdem ich also Madames Buch in der Bibliothek abgeholt hatte, schlug ich erfolglos bei Shoe City die Zeit tot, um endlich zum After-Work-Kino im Delphi Lux zu landen:2 L’histoire de Souleymane / Souleymans Geschichte.

    Zwei Tage

    Zwei Tage im Leben des Asylbewerbers/Fahrrad-Essenslieferanten Souleymane Sangaré (gespielt von Abou Sangare) aus Guinea bis zu seiner Anhörung bei einer namenlosen Sachbearbeiterin (Nina Meurisse) vor dem Office français de protection des réfugiés et apatrides (OFPRA) über seinen Asylantrag.

    Souleymane fährt mit seinem Lieferfahrrad durch Paris, muss sich mit einer ganzen Reihe schlechter Menschen herumschlagen, die seine Situation ausnutzen, um schließlich um 22 Uhr den Bus zur Obdachlosenunterkunft zu erreichen. Dabei versucht er eine Geschichte auswendig zu lernen, die nicht die seine ist, aber im Asylverfahren besser klingt als seine wahre Geschichte.

    Zwischen La Chapelle und Gare du Nord

    Der Film hat zwei deutlich abgegrenzte Teile: 70 Minuten mit dem Fahrrad durch Paris: Hetzen zu Schnellimbissen, Treppen hoch, quer durch den Verkehr; Unfälle vermeiden, überwacht von der Kurier-App. Kurze Diskussionen mit anderen afrikanischen Kurieren und der „Kurier-Nothilfe“ in der App. Längere unerfreuliche Diskussionen mit dem Mensch, der ihm sein Kurierkonto „vermietet“ – denn als Asylbewerber darf Souleymane nicht arbeiten.

    Manchmal dachte ich beim Sehen „zu sehr Sozialreportage, zuwenig Spielfilm, irgendwie wirkt das zu sehr abgefilmt zu wenig gestaltet“ – dafür lernte ich sehr viel über sein Leben und das Leben von Kurierfahrern. Ich werde sie ab jetzt mit anderen Augen sehen.

    Ich lernte Paris aus einer anderen Perspektive sehen – und da ein Großteil des Films in dem Viertel am Gare du Nord/Gare de L’est spielt in dem auch wir in Paris übernachten, war es in Teilen „mein“ Paris. Aus einer Perspektive, die man dort immer spürt, die wir als drei-Tages-Touris aber natürlich nicht sehen. Ich bin von dieser Stadt eh komplett hingerissen, und das hat durch den Film weiter zugenommen.

    Was ist Ihre Geschichte?

    Ganz anders die Anhörung: Ist das Paris-Straßenleben hart, ausbeuterisch, rücksichtlos, aber voller Leben ist es bei der Behörde anders: Neutral. Die Sachbarbeiterin ist freundlich, höflich, ihm durchaus zugewandt.

    Aber beiden, der Sachbearbeiterin und Souleymane, ist bewusst, dass sie den französischen Staat verkörpert, der jetzt in diesem Moment über sein gesamtes weiteres Leben entscheidet. Selten sah ich ein Kammerspiel in dem die Fallhöhe zwischen Form und Inhalt so riesig war. Der Unterschied zwischen dem sehr lebendigem rücksichtlosen Alltag der zwei Tage und dem freundlich-zugewandten Abgrund an dem er in der Behörde entlangwandelt, schmerzt beim Sehen körperlich.

    Besonders schmerzlich wird es, wenn seine auswendig gelernte Geschichte sichtbar zerfällt. Sie fordert ihn mehrfach auf, die Wahrheit zu erzählen. Was er schließlich weinend macht. Eine Geschichte, die menschlich bewegend und nachvollziehbar ist – aber wie wohl die meisten Menschen im Kino wissen, nicht den Anforderungen des Asylrechts genügt.

    Beste schmerzlichste Schlusssätze in Filmen: „Wenn wir den Antrag akzeptieren wird der französische Staat sie mit all‘ seiner Kraft beschützen. Lehnen wir ihn ab, haben sie einen Monat Zeit um in Rekurs zu gehen.“ Wahrscheinlich zerstören wir gerade ihr Leben. Aber höflich und dem Rechtsweg folgend.

    Blick aus dem Delphi Lux Kino. Vor dem Fenster eine abendlich beleuchtete Wand mit Graffitti und ein schmaler Weg. Im Fenster spiegelt sich der Schriftzug "Lux"

    Zitronenfalter: Eins. Taubnessel: Eins.

    Frischluft nach dem Film tat gut. Die Nachtfahrt auf die märkischen Hamptons erfüllte alle Ansprüche: Uns empfing ein Sprung Rehe3. An der üblichen Feldhasenstelle tauchte der Feldhase auf, nur damit danach auf dem Feld ein weiterer Sprung Rehe stand. Und das alles bevor wir den Bungalow auch nur erreicht hatten.

    Bei Rinderstolz & Wildeslust herrschte Sommer. Bis wir den Weg zum Verkaufswagen gelangt waren, waren seine gesamten Bratwurstvorräte aller Sorten bereits ausverkauft. Genau fünf grobe Bratwürste einfacher Art waren übrig. Es ist Grillzeit in Brandenburg.

    Im Garten lässt sich der Frühling Zeit.

    Madame suchte Knospen und Blüten und schnitt Bäume. Drei einsame Krokusse begleiten die Schneeglöckchen. Sie fand eine blühende Taubnessel. Noch herrscht hier Vorfrühlingsansatz, kein Frühling. Für Alkeme benötigt sie trotz Langstreckensäge inzwischen eine Leiter.

    Aber wie letzte Woche auch: Es gab Zitronenfalter.

    Und plötzlich am Kompost hörten wir es summen und brummen. Auditiver Sommer. Nach einiger Orientierung erblickten wir einen blühenden Baum im Niemandsland auf der Ausgleichsfläche hinter dem Nachbargrundstück. Vermutlich ein Silberahorn. Auf den dritten Blick sahen wir in ein paar Metern Höhe Insekten schwirren. Sie sind wieder da.

    Kremšnite, Gurke, Ei

    Holger fährt Bus. Teil 1 und Teil 2 und Teil 3.

    Margrit wurde von Wikipedia enttäuscht.

    Joel war das erste Mal in Ljubljana: „Mein Gott ist die Stadt schön!“ Teil 1 und Teil 2 und Teil 3 (samt Gebäcktipp vom Flusskiesel – spätestens wenn man den ausspricht, merkt man wieder, dass Slowenien K.u.K. war)

    Nicht richtig schön, aber doch eindrucksvoll: Das Ei des Nachbarn.

    Schön und eindrucksvoll: Die Gurke des Juan Sánchez Cotán

    Anmerkungen

    1. An der Markenwahl Subaru hängt in den USA ein großes politisch-kulturelles Universum, das in Deutschland komplett unbekannt ist. Ich gehe davon aus, dass ein US-Botschaftsangehöriger das weiß. Wie wir auch. Als Einstieg: Alex Mayyasi / The Atlantic: How Subarus Came to Be Seen as Cars for Lesbians etwas weiter gefasst: How Subaru Became the Unofficial Car of Vermont … and New Hampshire, and Maine, and Massachusetts, and Washington, and Oregon. ↩︎
    2. Yorck Unlimited No. 14 – damit 17€ pro Besuch. ↩︎
    3. Nicht zu verwechseln mit dem Rehsprung „eine Figur der rhythmischen Sportgymnastik↩︎

  • 2026-01-22 Bis 2032 sind 70% des Software-Stacks auf Open Source Software umgestellt (A-ca-awkward…)

    2026-01-22 Bis 2032 sind 70% des Software-Stacks auf Open Source Software umgestellt (A-ca-awkward…)

    Ein*e Scherzkeks*in trug meine E-Mail-Adresse bei einer DJ-Plattform ein. Jetzt bekommen ich alle zwei, drei Tage Anfragen ob ich nicht bei Familienfesten oder Gemeindefeiern auflegen möchte. Falls jemand am 7. März in einem Restaurant anlässlich einer Familienfeier vor 20 bis 49 Gästen unter 18 Jahren auflegen möchte: Ich könnte einen Kontakt vermitteln. Ihr müsstet allerdings das Soundsystem selber mitbringen. Honorar wären „bis zu 400€“.

    Die Ex-Thoben-Bäckerei ist doch nicht Shisha Shop Cleopatra geworden, sondern firmierte sich in letzter Sekunde in Mazary Shisha Shop um. Vielleicht ist Cleopatra aus dem Grab auferstanden und hat sich gegen die Namensnennung verwehrt. Oder der Markenrechtsinhaber von „Cleopatra“ für die Warengruppe Shisha Shops tauchte auf. Oder jemand anderes, der keine offiziellen Markenrechte besitzt aber doch überzeugend den Eindruck vermittelt, nicht „seinen“ Namen zu benutzen. Oder es war ganz anders.

    Die Gemüslichkeit lud zur Vollversammlung nach Wittenberge in der Prignitz.

    Ich bin jetzt quasi offizieller Alumni-Portal-zertifizierter Alumnus der Fernuniversität in Hagen. Ob das praktisch irgendetwas bedeutet (außer dass sie regelmäßig Geld wollen werden): Ich lasse mich überraschen.

    Mittwoch begann gegen 8 Uhr morgens damit, dass ich Zeuge einer mehr oder weniger versehentlichen Rolltreppenrempelei am Südkreuz wurde, worauf Mann 1 dem Mann 2 die Reste seines Bieres über die Jacke kippte und Mann 2 den Mann 1 aufforderte „Zurück dahin zu gehen wo er herkommt.“

    Ein gar nicht so schlechter Tagesanfang, denn es war klar: Eigentlich kann es nur noch besser werden.

    Madame war schon wieder schwimmen1. Vorher besuchte sie Vattenfall auf der Suche nach unserem aktuellen Stromvertrag. Im weiteren Verlauf des Tages besuchte sie die Bibliothek bei der Gemüslichkeit und brachte mir „The Novels of Dashiell Hammett“ mit. Sollten sie gefallen, werde ich sie wohl auch noch für immer bei der Krimibuchhandlung Hammett bestellen.

    Um nicht komplett hinter Madame zurückzufallen, setzte ich endlich den Plan um, am mobilen Arbeitstag in der Mittagspause schwimmen zu gehen. Bei einer „Reisezeit“ von ungefähr 20 Sekunden zwischen Wohnungstür und Schwimmhallendrehkreuz (inklusive des notwendigen Reinschauens an der Kasse) handelt es sich um vertretbaren Aufwand.

    Es waren drei Arbeitstage mit privatem Adminkram, Kino und Schwimmbad.

    Die Open-Source-Strategie

    Es gelang mir in der Arbeitszeit, mir eine erste Zuständigkeit für die Bearbeitung der neuen Open Source Strategie des Landes Berlin zu sichern.

    Erste Erkenntnis: Direkt sind wir nicht betroffen. Die Strategie bezieht sich nur auf Verwaltung und ITDZ. Soweit ich bisher sah, kommen landeseigene Unternehmen nicht vor.

    Aber natürlich bewegen wir uns auch in einem Umfeld.

    Gerade auch, weil wir mehr Gestaltungsfreiheit haben als die echte Landesverwaltung bietet die Strategie viele Möglichkeiten und wenig Zwang. Es wird spannend werden.

    Ganz generell: Für ein Papier, dass aus der politischen Ebene kommt ist es erfreulich detailreich und wirkt erfreulich kompetent geschrieben. Die Ziele sind zwar alle angesichts der Realität auf dem Boden reichlich ambitioniert, aber meiner von wenig Ahnung getrübten Einschätzung nach, nicht unmöglich zu erreichen.

    Dass bis 2032 immerhin 70% der verwendeten Software an den Arbeitsplätzen der Berliner Verwaltung Open Source sein sollen ist auf jeden Fall eine Ansage.

    Beca und die Bellas

    Im Kino gewesen. Natürlich der letzte Besuch war ja schon zwei Tage her.2 Diesmal wieder bei Fetch, der RomCom/Musical/Teenfilm-Klassiker-Reihe bei den Yorck Kinos im Schöneberger Odeon.

    Falls jemand auf der Suche nach positiven Vibes ist, und das sind derzeit ja Einige, diese Reihe ist empfehlenswert. Egal wie der Film ist, der ganze Saal (wieder fast ausverkauft) lässt einen einfach Zwei Stunden lang in positiven Vibes baden.

    Und nun ja, der Film. Pitch Perfect über ein Wettbewerbs-College-A-capella-Frauenteam, die Barden Bellas, von 2012 war ein Film faszinierend durchgängiger Furchtbarkeit. Ich war hervorragend unterhalten. Aber der Film war schlimm. Richtig schlimm. Es war erstaunlich auf wie vielen Ebenen ein Film eines eigentlich harmlosen Kinogenres furchtbar sein kann.

    Selbst die beiden Moderatoren, die die Einführungsworte sprachen, hatten zwar viel gute Vibes, warnten aber vor, dass der Film ohne Nostalgiegefühle geschaut, schon einen „sehr 2000er Humor“ hat.

    Um bei den positiven Vibes zu bleiben. Es gab im Film etwa acht nicht-furchtbare Minuten. In fünf davon wird gesungen. Die drei restlichen Minuten kommen zusammen, indem man alle Szenen zusammenzählt in denen die Protagnistin Beca diesen „Was mache ich hier? Und wie komme ich wieder raus?“-Blick hat. Das passt zur Rolle, aber auch zur Schauspielerin, der (für andere Rollen natürlich) Tony-, BAFTA und Oscar-nominierten Anna Kendrick3.

    Juwelenreis war das Geheimnis dieses Sommers

    Die Stuttgarter Theater wurden erpresst. Gezahlt wurden 15.000 Dollar Lösegeld, das aber niemand überwiesen hat. Ein Prozess gegen Cyberkriminelle zeigt absurde Szenen.

    Es gibt einen Alan-Rickman-Film in dem dieser barfuss an Friseurwettbewerben teilnimmt. Blow Dry (2001) Und ich wusste davon nichts! Danke an die Kaltmamsell für den Hinweis.

    Markus ist jetzt Deutscher. Herzlichen Glückwunsch! [Di, 20.1.2026 – des Glückes Unterpfand]

    Ich bin Fan des Fünf-Farben-Salats, den wir bei Da Jia Le bestellen können. Vielleicht auch demnächst Fan des selbst gemachten Sechs-Farben-Reis: Morasa Polo – Persischer Juwelenreis

    Wenn schon auf die eigene Jugend zurückblicken, dann wenigstens ordentlich: LSD war das Geheimnis dieses Sommers

    Vielleicht ist das der einzige Rat, den ich aus heutiger Perspektive geben würde: Haltet niemals durch, wenn es sich falsch anfühlt. Lernt aufzugeben. Durchhalten ist scheiße. Brecht ab, was euch schadet.

    Anmerkungen

    1. No. 8 diesen Monat, 4,50€ pro Besuch. Jetzt ist sie auf dem Niveau von Einzelkarten. ↩︎
    2. Also Besuch No. 6 mit Yorck Unlimited. 39,67€ pro Besuch. ↩︎
    3. Andererseits hatte der Film zwei Fortsetzungen in denen sie vermutlich freiwillig wieder mitspielte. Beruflich war die Rolle auf jeden Fall ein guter Move. ↩︎
  • 25-08-03 Bachelurlaub

    25-08-03 Bachelurlaub

    Madame lernte Hillary kennen, Singer-Songwriterin aus New Mexico, später dann ein sächsisches Ehepaar, das Steak tartare essen wollte.

    Ich traf den Bauleiter unserer Dachbaustelle. Gute Nachricht: Wenn sie mit dem Dach fertig sind, ist unsere Wohnung zur Renovierung vorgemerkt – was nötig ist, angesichts der ganzen Schäden, die sich über die letzten zweieinhalb Jahre Baustelle über unseren Köpfen angesammelt haben. Schlechte Nachricht: Wenn sie mit dem Dach fertig sind, ist unsere Wohnung zur Renovierung vorgemerkt – leider stehen Wohnung renovieren und gleichzeitige wohnen in einer Wohnung in einem gewissen inneren Spannungsverhältnis.

    Es war ein letzter dreiviertel Arbeitstag und ein erster Tag der freien Tage zur Vorantreibung der Bachelorarbeit – der Bachelurlaub. Ich machte aber erstmal Urlaub vom Bachelor und verbrachte den Samstag auf den Latifundien.

    Trotz Urlaub, Strohwitwertum und potenzieller Lernverhöhlung gelang es mir bisher, Struktur im Alltag aufrecht zu erhalten. Vier von fünf Abendessen waren ordnungsgemäß gekocht und hatten jeweils drei Gänge. (1 – immer Gemüserohkost, 3 – immer Obst. Ich will auch nicht übertreiben)

    Ausgelesen: Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen. Die letzten drei Texte. Einer (der der Herausgeberin) ein bißchen belanglos, Ljudmila Ulitzkajas Dankesworte an die Antisemiten eindrucksvoll, aber irgendwie mehr Statement als literarischer Text und Was hättest du getan?, der Deutschland 2025 gut und schmerzhaft trift. Erst beim Nachsehen wird mir bewusst, dass der Text von Dana Vowinckel ist, deren Gewässer im Ziplock hier länger von Madame im Bungalow gelesen wurde.

    Ratatouille verpönt

    Wenn wir verreisen, stelle ich fest, vor lauter Reiserei komme ich nicht zum Schreiben und es passiert eh zu viel, um es zu würdigen.

    Dies passiert selbst, wenn ich gar nicht mitfahre. Alleine Madames Telefonerzählungen aus Paris-Versailles-Bayeux sprengen jeden Blograhmen. Allein die Serenade in Versailles bietet genug Stoff für eine ganze Reihe.

    Deshalb nur ein Detail: der Potager du roi – der königlichen Küchengarten. Der ist durch alle Revolutionen und politischen Verwerfungen seit dem 17. Jahrhundert im Betrieb – Obst und Gemüse wollten alle Versailles-Zuständigen.

    Madame bekam eine Führung auf französisch. Sie erfuhr: Aus bürokratischen Gründen fördert der Staat den Garten – Weltkulturerbe seit 1979 und Teil von Versailles – nicht, so dass sie alleine von Eintrittsgeldern leben und dem Verkauf ihrer Erzeugnisse.

    Denn es gibt einen Stand, an dem frisches königliches Obst und Gemüse verkauft wird.

    Der Klimawandel zeigt sich auch hier: der Anbau wechselt weg vom Obst hin zum Gemüse.

    Eine Änderung gegenüber der Geschichte: Ludwig XIV war größer Obst und Gemüsefan. Aber zu seiner Zeit war mediterranes Gemüse (im Wesentlichen alle Zutaten der Ratatouille) verpönt. so dass hier Feigen und Äpfel wuchsen.

    Original Reise Ratatouille

    Der Bachelurlaub begann im 248er Bus vom Südkreuz in den Bergmannkiez. Schon vor vielen Wochen hatte ich Original Sin: President Biden’s Decline, Its Cover-Up, and His Disastrous Choice to Run Again in der Hammett-Buchhandlung bestellt und dann über viele Wochen nicht abgeholt. Endlich Zeit es zu ändern.

    Wie es sich für eine gute Buchhandlung gehört: Ich betrat den Laden. Und während ich noch in der Tür stand, sah Christian mich, drehte sich sofort um, und holte das Buch aus dem Vormerkregal. Beste Buchhandlung.

    Und weil ich nicht anders kann, also in einer Buchhandlung spontan ein Buch zu kaufen, kam ein antiquarisches Exemplar von Rainer Erlers Reise in eine strahlende Zukunft (Verlag das neue Berlin, 1986) hinzu.

    Und weil ich ja Urlaub habe, wandelte ich in die neben gelegene Marheineke-Markthalle. Im Gedenken an Madames Frankreichtour entdeckte ich Le Bretagne, die mir ein vortreffliches Ratatouille-Galette servierten und dazu eine überzeugende französische Konditorei-Auswahl im Tresen stehen hatten.

    Der Schrei des Rotmilans

    Fahren auf die Latifundien in dichtem Bodennebel. Der Regen hinterlässt spuren. An der Raststätte Stolper Heide1 sucht der Kassierer jeden möglichen Rabatt heraus, den er noch finden kann. Dabei ist die Raststätte eh schon die preiswerteste Quelle für Autogas.

    Wöchentliches Mähen im August – das Wetter ist ernstlich kaputt. Der Garten wirkt so üppig wie nie – zumindest was das leuchtende Grün angeht, bewegt er sich überraschend stark in Richtung englischer Landhausgarten. Nur wächst das Gras auf den Wegen auch wie blöde.

    Nach Mäh- und Falläpfelrunde folgte die Besorgungsrunde: Die letzten Bratwürste vor dem Urlaub der Metzgerei, Rasenmäherbenzin, Altglasverbringung, Gemüse und alkoholfreies Bier, ein Stück Erdbeerschnitte am Kremmener Marktplatz. Über dem Marktplatz kreiste ein Storch.

    Nachmittag eine Geräuschkulisse aus dem Schrei des Rotmilans und herüberwehenden Fetzen der Speedwaybahn.

    Fast beinahe lasse ich alle selbstgesteckten Regeln sausen und werde üppig. Der Garten zeigt sich nach all‘ dem Regen in paradiesischer Paradiesheit zudem mit besten Wolken. Meine Regel: 1 Post – 1 Bild wankt. Denn welches nehmen?

    Aber egal. Ich bleibe bei einem Bild. Ich entscheide mich für zwei Mitbewohner*innen, die sich bisher allen halbwegs scharfen Fotos entzogen: Chorthippus brunneus (aka brauner Grashüpfer – sehr häufig, aber halt sprunghaft im Versuch ihn zu fotografieren) und eine Schwebfliege (Ehrlich gesagt, keine Ahnung, wie häufig sie sind – wir haben so viel gelb-schwarze Insekten aller Art, dass ich nur noch selten bestimme)2. Auch habe ich immer keine Lust, sie zu fangen, einzufrieren und dann ihre Geschlechtsteile unter dem Mikroskop zu bestimmen.

    Chorthippus brunneus an Armbanduhr
    Schwebfliege an Wilder Möhre

    Teletext und Blitz nach oben

    Aharoni kann etwas, was vermutlich niemand sonst auf dieser Welt: Wirrwarr-Text, der auf englisch geschrieben wurde, aber auf hebräisch ausgegeben wird, fließend lesen. My Useless Super-Power: Reading Incorrectly Encoded Teletext

    I guess this is BookTok speaking: eine geschlossene Veranstaltung um 23:00h zur Präsentation einer neuen Young Adult Reihe.

    Konstantin freut sich: In einem Raum mit über 3 Meter Höhe und 99 Jahren an Geschichte aufwachen. – und da sagt der Berliner Altbaubewohner: Ha! Das habe ich jeden Morgen!

    Ein Blitz nach oben, fotografiert aus der ISS. (via Das BlaBlog)

    Urlaub in der Normandie scheint im Trend zu liegen: Saint-Valéry-en-Caux: kleines Küstenstädtchen in der Normandie

    Urlaub im Balkan. Karen verlässt ausnahmsweise den Zug: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (9) Split – Dubrovnik

    Mit dem Boot. Über Geld wird eh zu selten geredet: Was kostet ein Bootsurlaub in Friesland?

    Mehr als Urlaub: Holger und Angela geben den Schlüssel zum Liegeplatz ab und steigen für 13 Monate aufs Boot.

    Anmerkungen

    1. Ich glaube eine der wenigen Autobahnraststätten, die nicht zum Tank&Rast-Imperium gehört. ↩︎
    2. Der Halluzinator lässt sich übrigens nur mühsam davon abbringen, dass es sich bei dem Tier um eine Wespe handelt. Selbst wenn ich dazu sage, dass es eine Schwebfliege sein soll. Er verweist dabei jedes Mal auf die Wespentaille als ausschlaggebendes Merkmal. Und was sehen wir auf dem Foto NICHT: Genau, eine Wespentaille. ↩︎
  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind

  • 24-12-12 Wannsee 2 – Unter dem Sternenhimmel

    24-12-12 Wannsee 2 – Unter dem Sternenhimmel

    Dunkelbeige ist Pantone-Farbe des Jahres 2025.

    Der Brazilian-Waxing-Shop ist jetzt Laser by.. Der Kampf gegen die Haare bleibt. Die Methoden ändern sich.

    Home Area ist wieder ausgezogen. Letzte Worte „Abverkauf wegen Umbaus 20%, 30%, 40%“. Little did they tell dass der Umbau gleich das ganze Geschäftsmodell betrifft. Wenn jemand einen Laden an einer Stelle mieten möchte, die überhaupt kein Glück bringt.. ich könnte vermitteln.

    Bessere Geschäftslage: der Marheinekeplatz in Kreuzberg. Für mich regelmäßiges Ziel, um Bücher abzuholen. Was ich an Buchhandlung Hammett schätze ist die schöne Beratung „Ich benötige einen Krimi für folgende Person..“ und ich gehe mit einem wunderbar passenden Werk heraus von dem ich vorher noch nie gehört hatte.

    An Madames Nachbarbüro tauchte eine Wichteltür auf. Überall diese Wichtel pötzlich. Daran sind bestimmt die Freizügigkeit und Schengen schuld.

    Wenn an einem Berliner Mittagstisch „Jägersauce mit Hack“ angeboten wird, dann blitzt die deutsche Teilung auf. Wird es süße Tomatensauce geben (Ost) oder Pilz-Rahm-Sauce (West)?

    Als etwas größeres Büro betreibt man Konferenzräume. Wenn man ein Berliner Schwimmbadbetreiber ist, heißen die Räume „Wannsee 1“, „Wannsee 2“ oder [Sommerbad am] „Insulaner“. Wenn man eine IT mit weit gefaßtem Aufgabenspektrum hat, ist diese auch für Konferenztechnik zuständig. Und auf jeden Fall verbrachte ich in den letzten Tagen zu viele Stunden in Wannsee 2.

    Irritierend, die Uni, wo ich inzwischen beim Modul „Betriebliche Informationssysteme“ angekommen bin. (Nicht zu verwecheln mit Modellierung betrieblicher Informationssysteme aus dem vorletzten Semester) Das ist einerseits eine Art „ausgewählte best-of-Inhalte aus verschiedenen anderen Modulen“ und möchte dann plötzlich in den Einsendeaufgaben Programmierkunststücke in C# auf die im gesamten Kurstext nicht hingearbeitet wird. Ich fand aber schon heraus, dass diese in keinster Weise klausurreleant sind. Warum? Warum trainiere ich in einem Kurs Fußball, verlange in den Übungen plötzlich Seiltanz und die Abschlussprüfung geht wieder über Fußball?

    Mittwochabend dachte ich noch, diese Tage sind der Alltag des Alltäglichen. Arbeit (eher viel), auf dem Heimweg vielleicht noch kurz eingekauft. Und in der Wohnung dann essen/kochen, etwas Fernuni oder im Internet rumlesen. Dann früh ins Bett und bis zum Tröten- und Luftschlangenevent donnerstagmorgen vor sich hin alltagen.

    Ich betrat die Wohnung, und es wurde unalltäglich. Auf dem Bett lag Geröll und abgeplatzte Farbe – typische Baustellenfolgen. Hatte Madame vielleicht gelüftet und durch das Fenster – nein, hatte sie nicht. Sie schaute hinauf und entdeckte zwei Löcher in der Zimmerdecke. Da hatten die Dachgeschossausbauer es zu gut mit ihrem Dach gemeint.

    Immerhin waren die Bauarbeiter noch anwesend. Jemand sprach fließend deutsch und versprach überzeugend baldige Reparatur. Darüber hinaus versprach er auch eine neu gedämmte Decke über unseren Köpfen in den nächsten Tagen. Noch aber versuchen wir durch die Bohrlöcher den Sternenhimmel zu sehen.

    Außerdem bat der Dachbauarbeiter darum, dass sie bei uns in Bad müssen, um Wand und Decke aufzubrechen, um an die Regenrinne zu kommen. Hier wird Einem etwas geboten.

    Jule KI-Socke

    Noch zwei Nachträge zur Jule-Stinkesocke-Doku:

    (1) Das erste mal, dass ich in halbwegs seriösem Fernsehen eine Szene sah, die „durch KI erstellt wurde.“ Wenn es darum ging, Blogtexte der fiktiven Jule zu zitieren, las eine „KI-Jule.“ Ich vermute, eine echte junge Frau im Rollstuhl hat vorgelesen, die danach in eine Jule umgewandelt wurde.

    (2) Spannend das Ende. Fazit war so ungefähr: die Mehrheitsgesellschaft möchte von Behinderten immer das große Drama: entweder Leiden und Weltuntergang oder Helden- und Auferstehungsgeschichten. Dabei ist das Leben im Rollstuhl genauso alltäglich und langweilig wie anderes Leben auch, nur mit mehr anstrengenden Hindernissen – Rollstuhlfahrer*innen möchten weder als Held*innen wahrgenommen werden noch als vom Schicksal gestrafte, sondern erstmal nur als sie selber wie sie sind.

    Dann Abmoderation. Moderator Nudelkopf, der außer seiner Frisur offensichtlich sportlich auf zwei Beinen unterwegs war und fernsehmoderatorschön ist, saß plötzlich im Rollstuhl, reflektierte über seine Position als Moderator. Nach Computertrick-Graphik saß dann Lorelei Holtmann in genau demselben Rollstuhl – vorher in der Sendung als rollstuhlfahrende Gesprächspartnerin eingeführt. Ihre letzten Worte „Hättet ihr mir auch so zugehört wie dem Moderator?“ und Abfahrt.

    Beginn Abspann. Zweite Zeile: „Buch: Lorelei Holtmann.“ Wir haben ihr zugehört ohne es zu merken.

    Tastatur und Touch

    Christianes Laptop ist zurück und damit auch Christiane.

    Lebens-ABC: ADHS

    Gelernt: je älter mensch wird, desto trockener die Haut, desto schlechter lassen sich Touch-Monitore bedienen. Ich hatte ja keine Ahnung. (via Kieselblog)

    Auch beim Flusskiesel: Mit KI gegen Edeka.

    Christian jawl hmbl sah die Jule-Doku auch und war wenig begeistert. Teil 1 und Teil 2.

  • 24-12-03 Wegen Warenannahme geschlossen

    24-12-03 Wegen Warenannahme geschlossen

    Blumen Osterberg am Innsbrucker Platz errichtet wieder einen Holzverschlag neben dem Verkaufscontainer. Vielleicht ist doch eine Rückkehr als vollwertiger Blumenladen geplant.

    Herausgefunden: Am Kröpcke in Hannover steht bis Silvester die größte Weihnachstpyramide der Welt; oder Europas; oder Hannovers. Auf jeden Fall groß.

    Ömis Gemüsedöner bietet „Döner für 5 Euro bis 31.12.“. Die Schlange davor entpuppte sich bei näherer Betrachtung dennoch als Wartende an der Bushaltestelle.

    Langsam scheint es sich unter den Interessierten herumzusprechen, dass im Bahnhof Südkreuz (Osthalle) ein Klavier steht. Das Niveau der Spielenden steigt. Bei einem heutigen Vorbeigang würde ich behaupten, einen richtig guten Spieler gehört zu haben.

    Bei der Kriminalbuchhandlung Hammett besorgte ich schwere Literatur; reflektierend darüber, dass Bücher damals um 2000 das Allererste war, was ich im Internet kaufte, sie sich inzwischen anschicken, neben Lebensmitteln das letzte zu werden, was ich nicht (mehr) im Internet kaufe. Zumindest solange Hammett oder andere tolle Buchhandlungen im Wohnort meiner Wahl existieren.

    Dialogisches Wundern, wer eigentlich diese ganzen 1.000.000-Euro-Kaufpreis für 90 Quadratmeter, wahlweise 4000-Euro-Miete-Wohnungen in Berlin mietet und kauft. So viele vermögende Menschen sind dann nicht in der Stadt – weder im Stadtbild, noch dort wo Statistiken sie finden könnten.

    Es soll Menschen geben, die jedes geschlossene Geschäft, jede nicht verfügbare Ware für Zeichen von Untergang und Niedergang nehmen. Nicht ich. Zivilisation funkioniert auch perfekt bei Öffnungszeiten zwischen 10 und 17 Uhr und selbst mit Mittagspause. Logistik ist ein ewiges Abenteuer und nichts auf der Welt ist unbegrenzt. Nicht einmal die Warenverfügbarkeit in der Großstadt. Aber kurios sind die Zeichen des Wandels schon.

    13 Uhr, beste Mittagspausenzeit, am ICE-Bahnhof Südkreuz. Ich passiere den seltsame dunklen Burger King, wundere mich, der wurde doch gerade erst renoviert. Näher herangetreten: „Wegen Warennahme geschlossen“.

    Weiter schwelge ich im Rausch der neugewonnen Nach-Seminarbeits-Zeitfreiheit, stürze mich mit Begeisterung in Beschäftigungen wie „Kabel aussortieren.“

    Bei der Briefkastenleerung am 3. Dezember umschwirrten mich zwei Stechmücken.

    Vorbei und zurück

    Auch die Fernuni rief wieder.

    Ich lernte Informationsmanagement – ich halte das Modul in diesem Semester für das leichteste Modul – dessen Klausur am ebenso am fernsten liegt. Der Plan ist es, in dieser Woche alle Kurseinheiten durchzubekommen und die zweiten Einsendeaufgaben zu absolvieren. Dann kann ich das Modul bis Anfang März komplett vergessen, mich anderen Sachen zuwenden, und ab März auf die informationsmanagement-Klausur lernen.

    Für das Sommersemester meldete ich mich an und rück. Neben der Bachelorarbeit (für die es einen separaten Prozess) gibt, die letzten beiden Module: Knowledge Management (in english – keinesfalls zu verwechseln mit Informationsmanagement dieses Semester) und Mikroökonomik.

    Auch bürokratisiert: Angemeldet für die beiden Klausuren für die es ab 1. Dezember möglich ist: Betriebliche Informationssysteme und Imperative Programmierung.

    Sourire d’Orchidee

    Die Latifundien im zauberhaften Zwischenstadium. Reif bedeckt auch am frühen Nachmittag noch Teile des Grases. An anderen Stellen blühen Rosen, die schönsten roten Blätter zeigen sich noch.

    Der Himmel verwöhnte uns mit schönsten Blau. Die Sonne deutete ihre Kraft an. Wir absolvierten die letzten Wintervorbereitungen. Das Getüm zog ins Haus, das Gummistiefelschaf in den Schuppen und der Gartengeräteakku in das frostgeschützte Bad.

    Die wurzelnackte Sourire d’Orchidee zog in die Erde vor der Pergola. Wir hielten uns brav an den Ratschlag nicht anzugießen und genossen die fluffig leichte und lockere Erde, wie sie nur alle paar Monate einmal vorkommt.

    Der Thymian hatte den Sommer über die Klappe in den Geheimuntergrund soweit überwuchert, dass sie nur schwerlich zu öffnen war.

    Einmal einatmen. die Augen schließen und den Blick über das Feld schweifen lassen – und Berlin ist unfassbar weit weg.

    FDP 2

    Diverser Hintergrund zu dem was in Syrien gerade passiert: SPECIAL: Syria — Nov 26-Dec 3, 2024 Wahrscheinlich lohnt es, vorher noch einen Blick in den Wikipedia-Artikel zum Krieg zu werfen, um die Ausgangslage zu verstehen. Was ich mitnahm: die Offensive kam nicht überraschend. Sowohl die Türkei wie auch Syrien wussten von den Vorbereitungen seit Monaten.

    Weniger komplex aber irgendwie auch verwirrend: das seltsame Gebaren der FDP. Frau Herzbruch schildert weiter was wir ansehen, wenn wir den Komplettunfall der Partei betrachten: Lindner ist noch immer Parteichef der FDP, vermutlich alternativlos, andererseits auch eine wirklich interessante Entscheidung.

    (Ich glaube übrigens auch dass die FDP eine komplett schmerzbefreite Kernklienten von etwa 4%-4,5% der Wählenden hat. Wenn nicht wirklich Desaströses für die Partei direkt vor der Wahl passiert, wird sie im nächsten Bundestag landen.)

    Mein Humor: Arne Uplegger (der Blogger) beantwortet typische Fragen an Arne Uplegger (den Eishockeyspieler).

    Dafür wurde das Internet geschaffen: der Java-Quellcode für ein HelloWorld als Heavy Metal Song: NANOWAR OF STEEL – HelloWorld.java (Source Code Video) | Napalm Records (dumeineGüte, sie können noch viel alberner)

    Nils Minkmar bewegend anrührend über die Einladung von Didier Eribon, Geoffroy de Lagasnerie und Édouard Louis in der französischen Botschaft in Berlin ein. Die drei Herren – hinreißend:

    Einmal ging es um das cineastische Werk von Ken Loach und den Gebrüdern Dardenne, um Vittorio de Sica und die Rezeption von Almodovar in Spanien. Kurz darauf referierte Édouard Louis über Heiner Müller und kannte sich wirklich gut aus. Sie sprangen über Epochen, Genres und Disziplinen wie übermütige Jungs über die Steine im Bach. Dann ging es um den Rotwein, der Louis suspekt vorkam.

    Aber auch der Event an sich:

    In zu vielen Ländern der Welt würden erbitterte Gegner des Präsidenten wie Éribon, Louis und de Lagasnerie verfolgt, sogar inhaftiert. In Berlin und Paris lädt man sie zu einem festlichen, offiziellen Dîner ein und der Botschafter hält eine herzliche, kenntnisreiche Lobrede. Das ist der Westen.

  • 24-09-28 Sanddorn später pflücken

    24-09-28 Sanddorn später pflücken

    Weihnachten klopft an die Tür. Die BBB verschickten eine Einladung zum (alkoholfreien) Weihnachtsumtrunk. Damit sind sie die ersten. Noch vor meinem Geburtstag!

    Andererseits finde ich, ich habe jetzt genug gekaufte Weihnachtskekse für dieses Jahr gegessen. Nun ist gut.

    DPD versteckte ein Paket auf dem Hausflur so geschickt zwischen dem Gerümpel des Nachbarn, dass ich zwei Tage benötigte, um es zu bemerken.

    Mir träumte, mir wurden mein Fahrrad, eine weiße Schallplatte und Keksteig geklaut. Ein freundlicher Mann machte mich auf die Diebe aufmerksam. Aber bis ich den Mann bemerkt hatte, waren sie schon weg. Später trafen wir uns wieder. Die Diebe waren junge Menschen in Barockkostümen, aber hatten ihr Diebesgut schon weitergegeben.

    Ich ging zur Polizei. Dort hörten wir aus der Ferne die geklaute Schallplatte, aber die Polizei wollte nichts bemerkt haben. Ich ging dem Sound nach, traf eine ältere Frau, die aus dem geklauten Keksteig Kekse für Waisenkinder gebacken hatte. Niemsand träumte mehr vom Fahrrad. Ich auch nicht, denn ich wachte auf.

    Die VG Wort gab ihre Zahlen bekannt. Weniger als in den letzten Jahren, mehr als erwartet.

    Kreativer Umgang mit der Geschäftsordnung gehört zum kleinen 1×1 des Politikers. Ich staune, wie sehr sich Berufspolitiker mit Geschäftsordnungsunfug vorführen lassen.

    Gelesen: Im Tagesspiegel ein Interview mit einem Jugendforscher zu den vielen jungen AfD-Wähler*innen. Mir gemerkt habe ich: Er findet sie nicht so bedrohlich, denn bei der Altersgruppe sind auch politische Einstellungen noch im Fluss, können sich in kurzer Zeit deutlich ändern. Viel bedrohlicher findet er die Gruppe 40+, die über ein gefestigtes Weltbild verfügt und damit AfD wählt.

    Gemerkt auch: Viele Jugendliche halten sich auf einer Skale von Ganz-weit-links bis ganz-weit-rechts selber für „etwas Rechts der Mitte“. Sie halten aber auch die AfD für etwas Rechts der Mitte.

    Ich fühle mich darin bestätigt, dass der öffentliche Diskurs hundsmiserabel daran ist, rechts und rechtsextrem zu differenzieren; wie oft er schon scheitert, den Unterschied zwischen „findet Unisex-Toiletten doof“ und „möchte Lager errichten“ wirklich deutlich zu machen.

    Madame und ich stellten fest, es gibt einen bestimmten Stil des bundesrepublianischen Tagungshauses mit Party-Keller-Bar, Kegelbahn, Getränkeautomat (gern mit Bier), viel Holz, vielen Parkplätzen und miserabler ÖPNV-Anbindung – wo die 1980er bis heute fortleben.

    In der Straßenbahn nach Köln traf Madame einen Lokführer. Ehemals Neuköllner, seit fünfzehn Jahren Neu-Kölner, schwärmte er vom Rheinland.

    Und er schwärmte von der Deutschen Bahn und ihren geordneten Prozessen. Leider ist er im „start-uppy“ Chaosladen Flixtrain und kann nicht zur Deutschen Bahn. Die ist in NRW gut besetzt, sucht nur Lokführer im Osten. Und zurück nach Berlin? Auf keinen Fall!

    Später reise Madame zur Zugvereinigung in Hamm.

    Sie war in Hamm. Ich war bei Hammett. Die Saison der Buchbestellungen begann wieder. Sie erlaubte mir einen kleinen Radausflug nach Kreuzberg zur Lieblingsbuchhandlung.

    Dabei festgestellt. vom Südkreuz vom Platz der Luftbrücke sind es nur 2,2 Kilometer. Auch festgestellt: die Marathon-Auftaktveranstaltung ist im Tempelhofer Flughafengelände. Der PladeLü und angrenzende Gegenden sind echt voll, wenn tausende Marathonis gleichzeitig aus dem Messegelände in ihre Hotels strömen.

    Bei Hammett war es normalvoll. Ich widerstand wieder erfolgreich dem Impuls zu Otherland zu gehen und einfach den kompletten Laden leerzukaufen.

    Doch, Bildungsurlaub!

    Glaubt nicht, was im Internet steht. So las ich vor längerem sehr überzeugend, dass sich Fernuni nicht als Bildungsurlaub qualifiziert. Welch Illtum! Jetzt habe ich schriftlich, dass Seminare, Prüfungen und Klausuren in Berlin als Bildungsurlaub zählen + damit wurden mir fünf Urlaubstage im Jahr geschenkt. Hooray!

    Lebensgeister und Konzentratiosfähigkeit kehren wieder. Sie werden aber auch auf eine harte Probe gestellt. Die Lineare Algebra ist zu den Polynomen gelangt „dem schwersten Teil des ersten Kapitels, aber auch einem sehr grundlegenden“ und ich staune und wundere mich. Immerhin staune ich nicht mehr ganz so viel wie beim Polynomteil der Mathematischen Grundlagen.

    Ich lese Seminarlektüre von 1973 – eine echte Hausarbeit, die ich schreiben werde. Wie aufregend.

    Spontanidee. Falls ich den Master mache und die Masterarbeit in Wirtschaftsinformatik-im-engeren-Sinne ablegen: Wäre der Pywikibot ein Thema?

    Stare zu Kranichen

    Der Edeka in Vehlefanz verkauft Renterkalender – das Original.

    Leider verkauft er keine Waffeleisen.

    Auf dem Feierabendweg ein Einspänner.

    Wir fuhren in die Pilze. Also eigentlich fuhren wir über die Landstraße und Madame entdeckte einen Parasol. Anhalten, aussteigen, ernten, braten.

    Der Sanddorn erwies sich als zu-früh-gepflückt. Jetzt wäre die perfekte Zeit wie die übrigen Beeren beweisen.

    Die Sonnenblumen sind unruly, reißen sich immer wieder los. Leider kippen sie manchmal auch um.

    Mal eine Woche Regen und der Garten ist wieder grün wie im Frühjahr. Dazu die schon blühenden Astern und noch blühender Hibiscus und Rosen.

    Noch flattern letzte Schmetterlinge und springen letzte Grashöpfer. Die Stare haben sich bereits gesammelt, kommen ab und an den Latifundien vorbei.

    Die Kraniche sind schon da. Erste Voraustrupps in Kleingruppen fliegen über den Bungalow. Bis Mitte Oktober werden es deutlich mehr werden.

    Die Gänse fehlen.

    Chemnitz / vegetarisch

    In Chemnitz ist Festival of Lights, bzw. Light our Vision. Finde ich aufgrund des demonstrativen Stromverbrauchs eigentlich gar nicht so doll, aber Chemnitz ist eine Herzensstadt. Jonas Fotos sind toll.

    In Cannes hat es geregnet:

    Andere trugen wieder Möbel und Matratzen hinaus und hängten durchnässte Wäsche zum Trocknen an den Zaun und in die Sonne. Was soll ich sagen? Die Jahrhunderthochwasser kommen jetzt alle zehn Jahre oder schon nach neun Jahren oder vielleicht noch öfter. Wenigstens ist diesmal niemand umgekommen.

    In Potsdam-Krampnitz schien die Sonne. Ilka trug eine Warnweste: Da kommst du sonst nicht hin.

    Christa Chorherr über vegetarisches Essen:

    Es gibt immer mehr vegetarisch bzw. vegan kochender Restaurants, in unterschiedlichsten Preisklassen.  Wenn ich mir dort die Speisenkarten ansehe, finde ich wenig von dem, was früher bei uns als Hausmannkost bezeichnet wurde, und was ich wirklich gerne gegessen habe. Aber es war weitgehend vegetarisch! Meine Mutter hat gekocht, und Fleisch gab es meist nur am Sonntag.

    Schon allein lesenswert, weil es so schöne Ausdrücke enthält wie „Dann gab es die guten Eiernockerln und zuweilen (wenn Rest’ln vorhanden waren) die Schinkenfleckerln (genannt Fleischversteckerln) oder den Grenadiermarsch.“

    Gut in die Kategorie vegetarischer Hausmannkost passt da das Magentratzerln: Captain’s Dinner mit zweierlei Erbsen und gelbem Blumenkohl | kapucijnerschotel