Schlagwort: Büsum

  • 26-04-07 Die Möwe, die sich für einen Lenkdrachen hielt (Dithmarschen -> Berlin)

    26-04-07 Die Möwe, die sich für einen Lenkdrachen hielt (Dithmarschen -> Berlin)

    Der Zeitungsbeilagenkatalog preist einen 6-Meter-Fahnenmast mit Deutschlandfahne für 29,99€ an. Ich dachte, dieses Land wäre nicht so billig.

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    Unerwartete Nachricht beim Einchecken ins Berliner Hotel: „Ab dem 4. Stock funktioniert das Fernsehen nicht mehr.“

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    Der Kaptian buk1 einen Schweinebauch.

    Der Spargelhof kochte Spargel. Die Oster-Doppelhelix-Verbringung (erst wir in Dithmarschen, jetzt der Kaptain in Berlin) erlaubte einen Dreierbesuch mit Kurzabenteuer zur Eröffnung der Saison. Gerade das SB-Restaurant (der „Landwirt“) auf dem Hof erlaubt die aparte Kombination aus rustikaler Hemdsärmeligkeit mit Edelgemüse frisch vom Feld.

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    Aufgrund einer Verkettung vom Umständen kaufte ich entgegen aller Vorsätze einen originalen Apple-Handy-Ladeteller. Und allein beim in-die-Hand nehmen sparkt er Joy. Auch bei der Benutzung. Mit Dota Kehr: Ich hasse es.

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    Es waren drei Osternordseereisetage.

    Savall stand still

    Ein Nachtrag zu Savall/Haydn in der Elbphilharmonie, an den Madame mich erinnerte.

    Emotionaler Höhepunkt des Konzerts, der Moment an dem der Kaptain fast weinte, war das Vokalensemble stehend, das Orchester ruhig und nur gesungen eines der sieben letzten Worte. Also zum Beispiel „Es ist vollbracht„.

    Und nicht nur war das Orchester komplett ruhig. Selbst Savall dirigierte nicht mehr sondern stand nur ruhig am Pult. Nicht einmal einen gegebene Einsatz sahen wir. Gänsehaut.

    Kuschlig, aber vermutlich streng riechend

    Der Rest der Tage blieb erdnäher.

    Wir lehnten uns in die Landschaft. Wortwörtlich. Oben an der Deichkante stürmte es ausreichend, um sich sanft in den Wind zu legen und den eigenen Körperschwerpunkt in physikalisch ungewohnte Bereiche zu schieben.

    Ein wenig wie im Schwimmbad, nur halt lauter beim Sturmgebraus.

    Nordsee bedeutet Spaziergang:

    Wasser

    Am Deich in Hillgroven, um das Sielbauwerk herum. Natürlich die erste Strecke gegen den Wind. Das ist über das Jahre des Radfahrens dort eingebrannt: bei freier Streckenwahl gibt die Windrichtung den Ausschlag für die Routenführung.

    Auf dem Deich standen die Schafe und wieselten die Lämmer, im Versuch das Sturmgetöse mit ihrem Blöken zu übertönen. Abgetrennt in einem besonderen Bereich, die kleinsten Lämmer und das eine schwanzlose Exemplar, das zudem leicht humpelte.

    Nur dank äußerster Disziplin widerstand ich dem Impuls, mich einfach auf das Tier zu stürzen und mich festzukuscheln.

    Auf den Salzwiesen rastete eine Kolonie Austernfischer. Wenn der Wind richtig stand, konnten wir ihren Gesang hören.

    Über dem Deich eine Möwe. Die Flügel statisch, der Flug halb am Ort, halb in raschem links und rechts, oben und unten. Wie ein Lenkdrachen, nur ohne Schnur.

    Land

    Nordsee bedeutet Spaziergang auf den Wesselburener Feldwegen.

    Wir bewunderten die halbwilden Narzissen, die sich zu dichten Büscheln weitab der Häuser gesammelt hatten. Marschboden ist Narzissenboden. Feuchtgemäßig ist Narzissenklima. Osterdithmarschen ist gelbes Puscheldithmarschen.

    Während wir das leuchtende Gelb bewunderten, der ganze innere Romantikapparat beim Sonnenuntergang gegen das Schilf anging, huschte etwas vorbei.

    War das vorüberhuschende Wesen eine Katze? Vermutlich nicht. Zu puschlig der Schwanz, zu weißspitzig, zu hochbeinig das Tier.

    Ein Fuchs? Fuchs ist immer gut.

    Dann hoppelte es um die Kurve direkt auf uns zu. Musterte uns neugierig, legte die Ohren an und erwies sich als waschechter Osterhase.

    Das erste Eis der Saison

    Dithmarschen bedeutet Kleinstadtbummel. Schauen wie es den Städtchen geht. Im Zentrum: Heide, die „Marktstadt im Nordseewind“ mit Wochenmarkt und sehr viel Wind. An der Küste: Büsum, die Touristadt im Nordseewind mit Fast-Überfüllung und Blanken Hans.

    Die Städte erwiesen sich als ungewohnt mitteilsam. Die rumänischen Landarbeiter in Wesselburen sind inzwischen lang genug vor Ort, dass sie mit Moin grüßen.

    Längere Gesprächsangebote richteten sich an Madame. An der Form allerdings müssen die Einheimischen noch üben.

    Von seltsam zu unangenehm:

    • Im Drogeriemarkt. Madame wartet bis eine Mutter mit Tochter das Erkältungsmittelchenregal wieder frei gibt, als die Mutter sich umdreht, Madame vor den Inkontinezprodukten herumstehen sieht und ausführlich von ihren Erfahrungen mit diverser dieser Produkte berichtet. Die Tochter bewies, dass es cringe auch als Körperhaltung gibt.
    • Der Wesselburener Radfahrer, der aus zwei Meter Entfernung nach Alkohol roch und der Madame fragte, ob sie heute schon genug Blumen geschenkt bekommen habe.
    • Der Heider Radschieber, der Madame halb über den Haufen schob, sie dann anpöbelte, warum wie im Weg steht und sich jedes weiteren Dialogs verweigerte.

    Heide, you can do better!

    Solange wir mit niemandem redeten allerdings blieb es nett.

    Das erste Eis der Saison im Eiscafé Cortina, aufgrund der Windigkeit des Nordseewinds ausnahmsweise drinnen. Es gab Spaghetti und Spaghetti-Joghurt.

    Während Heide mal wieder durch eine Leerstandsphase der Geschäfte schreitet, ist Büsum kurz vor dem Platzen. Besonders auffallend die vielen Läden, die als klassisches „Geschäft“ durchgehen würden. So mit Kleidung oder Schuhen oder Büchern. Büsum lebt.

    Auf der Büsumer Deichbank. Einfach eine halbe Stunde auf das Meer schauen und Leute schauen. Ein alter Lehrbuchsatz kam mir ins Hirn „Die tobende Nordsee heißt Blanker Hans. Nicht weil sie so konturlos, glatt ist, sondern weil es von Blank (blanca, blanc) = weiß kommt. Gischtspitzen selbst in der friedlichen Büsumer Hafeneinfahrt, weißes Wasser, dass sich bis zum Promierweg emporleckte. Brechende Wellen zeigten jeden Unterwasser-Wellenbrecher an. Weiß war das Meer.

    Blick ins Hafenbecken Büsum. Links ein Bug auf dem "Büsum" steht zusammen mit einem Neptun.Wappen, weiter hinten ein Schiff der Küstenwache,

    Ciao Miao

    Stadtbummeleien führen zu Buchhandlungsbummeleien. In Heide und Büsum bedeutet dies vor allem: Scheller Boyens, die Buchhandlung zum Buchverlag zur Lokalzeitung WIE SICH DAS GEHÖRT.

    Vor allem, weil die Buchhandlung anscheinend noch von echten Buchhändler*innen gepflegt wird, die sich Gedanken machen, was auf welchen Tisch kommt, wo die Highlights sind und was im Schaufenster steht. Natürlich wird auch hier der Papeterie- und Dekoschnus-Anteil von Jahr zu Jahr größer. Aber noch geht es um Bücher.

    So passiere ich den Nordsee-Dithmarschen-Buch-Teil (im Touri-Ort Büsum ganz vorne, in der Einheimischen-Einkaufsstraße Heide ziemlich weit hinten), schaue nach Trends bei Garten- und Kochbüchern und widerstehe mit äußerster Kraftanstrengung auch den persönlichen Romanempfehlungen der Mitarbeiter*innen.

    Auffallend im leuchtenden Pastell: Der BookTok-Tisch. Bücher von großen Gefühlen, mit Titeln in güldener Schreibschrift, in allen Farbschattierungen, welche prastelllila, pastelltürkis und pastellrosa hergeben. Ich schwanke zwischen einem gütigen Lächeln, das sich am Riemen reißen muss, um nicht zur Arroganz zu kippen, und einem spontanen Kniefall mit erhobenen Armen „DANKE, dass ihr den deutschen Buchmarkt rettet.“

    Noch nicht wusste ich, dass ich in Wesselburen – von allen Orten – am nächsten Tag (leider ein Feiertag) eine komplette neue BookTok-Buchhandlung sehen würde: Ciao Miao, mit starken Italien-Connections, begann soweit ich mit zusammenreimte als Legami-Händlerin bis sich Inhaberin Ellie ihren Traum einer echten lokalen Buchhandlung erfüllte – mit starkem Fokus auf junge Menschen und deren Wünschen.

    Das vibet alles so positiv und nett und sympathisch, auch die selbst betriebene Wesselburen-Unterseite, dass wir seitdem überlegen, wie wir eine Lokalbuchhandlung 400 Kilometer von unseren Wohnort sinnvoll supporten können.

    30 Pflanzen

    Anlässlich des Buchhandlungs-Besuchs lernten wir: Die in meiner Internetbubble hochgelobte Katharina Seiser hat ein Buch zu den 30 Pflanzen herausgegeben. Dies verwunderte mich, hielt ich sie doch bisher für eine viel zu handfeste Person, um sich solchen Albernheiten hinzugeben. Aber vermutlich ist auch das ein Auswuchs von „Wes‘ Grünkohl ich ess‘ des Lied ich sing.“

    Egal, wenn schon Zählen, dann konsequent. Die Woche nähert sich dem Ende und es gibt einige Pflanzennachträge zu machen:

    • 62 – Mandel (Vom Mandelkuchen D’oh!)
    • 63 – Rote Paprika (Beilage zum vietnamsischen Tofu)
    • 64 – Soja (Vietnamesisches Tofu)
    • 65 – Brauner Eichblatt-Salat (Vorspeise zum Schweinebauch)
    • 66 – Lauch (Beilage zum Schweinebauch)
    • 67 – Weißer Spargel (Beim Spargelhof)
    • 68 – Kartoffel (zum Spargel)
    • 69 – Himbeeren (In Schokoummantelung, Ostern halt)

    Selbst bei allen Unsicherheiten (Blauschimmel anyone?) sind 68 verschiedene Pflanzen in der Woche deutlich mehr als 30. Damit kann ich wieder aufhören zu zählen.

    Meine Vermutung ist, dass reisebedingtes häufiges Auswärtsessen diese Woche die Zahl nach oben trieb – für ein Restaurant ergibt es logistisch mehr Sinn, einen Salat aus je einem halben Blatt sieben verschiedener Salatsorten zuzubereiten, als für einen Privathaushalt. Aber das wird kontrollgezählt, wenn wieder eine Woche kommt, in der wir beide nicht verreist sind.

    Enjoy the Struwen

    Bridgerton vor Bridgerton: A program from the 1925 Paris Opera: “La Nuit Créole” (No. 4)

    Camp Catatonia mäandert durch Heidelberg: Enjoy the Silence

    Falls ich jemals dazu komme, eine Dissertation in Politik-Mathe zu schreiben, dann über Zahlensender. Leider wird mein mathematisches Wissen dafür vermutlich nie reichen. Neues zum neuen Zahlensender, der auf Farsi aus der Nähe von Böblingen sendet: Priyom.org: V32. (via Jan Montag: V32 sendet Zahlen)

    Zweimal Struwen in einer Timeline: In Münster, lerne ich am Telefon von Kaa, ist das (oder ein?) traditionelles Karfreitagsessen Struwen. Was nicht etwa fischig ist, sondern pfannkuchenähnlich, dicke kleine eher nicht so süße Pfannkuchen mit Rosinen. Klingt ganz so, als wäre das was für mich. und aber Das Aufregendste heute war, dass ich für mich beschlossen habe, in einem der kommenden Jahre an Karfreitag ins Münsterland zu reisen und Struwen zu essen, in einem Landgasthaus. Alternativ natürlich, falls mich wer einlädt, bei dieser Person zu Hause.

    Notat

    Für zum Wiederfinden in späteren Zeiten:

    • Gelbe Dockers-Schuhe gekauft.
    • Spiegel beim Kaptain umgehängt.
    • Für 1,12€ bei HEM (Hamburg) getankt.

    Anmerkungen

    1. Das Internet scheint irrigerweise der Meinung zu sein, dass Schweinebauch gebraten wird. Selbst wenn der Akt im BACKofen stattfindet. ↩︎
  • 25-07-13 Knobi-Pferd im Nordseewind (Dithmarschen)

    25-07-13 Knobi-Pferd im Nordseewind (Dithmarschen)

    Beim Schleswig-Holstein Musikfestival ist ein KI-Chatbot unterwegs, der sich Wolltraut nennt:

    Moin! Ich bin Wolltraut, Ihre digitale Konzertberatung beim Schleswig-Holstein Musik Festival, und durchgrase für Sie das Programm. Meine Antworten basieren auf künstlicher Intelligenz. Da ich ein Schaf bin, mache ich auch mal Fehler.

    Flens, das Bier, wirbt mit dem Wasser aus der Flensburger Gletscherquelle. Angesichts der Topographie Schleswig-Holsteins eine mutige Bezeichnung.

    Edeka Wesselburen verschenkte angesichts des Umzugs-Ausräumens Wurst und Käse an die Angestellten, was uns zu Besitzern zweiter Ordnung eines Wurst- und Käsepakets machte. Nächsten Mittwoch ist glanzvolle Supermarkt-Neueröffnung am Kohlosseum.

    Zeichen des nahenden Herbstes: der Kohl auf den Feldern ist ganz schön groß. Er sieht so aus als könnte er morgen abgeerntet werden.

    Es waren zwei Tage in Dithmarschen. Ein Freitagvormittag im mobilen Arbeiten, zwei Abende und ein Samstagvormittag frei für Belustigungsaktivitäten.

    Den Nicht-Belustigungs-Teil eines Abends verbrachte ich mit Wissenserwerb: ich weiß jetzt wie man verschollene Passwörter zu @arcor.de-E-Mail-Accounts zurücksetzen kann. Immerhin handelt es sich bei ihnen um schützenswerte historische Relikte aus den Jahren 1996 bis 2011.

    Auch gelernt: Krankenkassenkarten dürfen ohne Foto sein, wenn mensch aufgrund eines Pflegegrads dauerhaft mobilitätseingeschränkt ist.

    Schollen und Seeschwalben

    Alteingesessene Dithmarscher*innen beschweren sich, dass Büsum vom gemütlichen Familienbad hin mutierte, hin zur reinen Partystadt. Jedes Wochenende Festival, jedes Wochenede Rummsfallera. Nur noch für junge Leute. Als ich versuchte nach Büsum hineinzufahren und hinter einer Brigade grauhaariger Paare im Partnerlook auf Rädern, E-Bikes und Mobilitätshilfen aller Art, festhing, hatte ich Zweifel an der These.

    Wir wollten zum traditionellen Schollenessen bei Fisch-Möller. Ich hatte beschlossen, dass die Chance auf einen Platz Donnerstagabend besser ist als Freitagabend, und so brachen wir früh auf. Scholle und alkoholfreies Flens mit Blick auf das Hafenbecken, so darf es sein. Scholle mit Kraut / man sich erbaut.

    Weil der Abend noch jung war, ging es weitere zur anderen Attraktion mit Meerblick: dem Eidersperrwerk. In der Abendsonne ließen wir uns vom Nordseewind freiwehen, lauschten dem Kreischen der Möwen und Seeschwalben und bestaunten mit welcher Geschwindigkeit das Wasser durch die breite Eidermündung rauscht.

    Ich absolviert den obligatorischen Fußgang über die Eider von Dithmarschen nach Eiderstedt, bewunderte dabei die ewigwährende Baustelle (jetzt am Nordende) und die englisch geführte Gruppe Naturisten Naturkundler*innen auf der Suche nach den Seeschwalben.

    Ratten- und Axtwerfen

    Dieses Ende der Woche hatte einen Moment zum Atemanhalten und erschrocken die Hände vor den Mund legen. Wir sahen auf dem Heider Marktfrieden zu, wie ein Besucher sich im Axtwerfen übte, die ganze Zielwand verfehlte, und die Axt hoch hinter die Zielwand flog – außer Sicht aber definitiv auf dem Marktgelände landend.

    Zum Glück war dies anscheinend antiziapiert worden: Die abgesperrte Freifläche hinter dem Axtwurfstand war riesig.

    Nach 30 Jahren gelang es dem Kaptain und mir erstmals den Heider Marktfrieden zu besuchen. Den könnte mal als Mittelaltermarkt bezeichnen – aber das würde der Sache nicht gerecht werden.

    Denn er ist historisch verortet: Die Zeit der Schlacht von Hemmingstedt, als die Dithmarscher Bauern den Holsteinischen Adel besiegten, ist in der Dithmarscher Seele stets präsent1.Gefühlt ist jede*r zweite Dithmarscher*in auch heute noch in der Seele stolzes Mitglied der Bauernrepublik.

    Heide bezeichnet im Stadtslogan als „Marktstadt im Nordseewind“. Der Markt, und überhaupte jede Form von Markt, ist in Heide wichtiger als in anderen Städten.

    So passt ein historischer Markt genau in das Selbstbild der Stadt – der „Marktfrieden“ ging auch aus der Stadtgesellschaft hervor – eher unter Hinzuziehung des üblichen Mittelaltermarktprogramms.

    Das zeigte sich auch auf dem Markt.

    Es gab ein paar Schausteller, die ihr übliches Programm mühsam auf Mittelalter getrimmt hatten: Hallo Slushie/Frost-Trunk!

    Aber das blieb die Ausnahme: Vor allem war war eine große Mischung aus Schaustellern und Ehrenamtlichen Lokalen.

    Nett der Rattenwurf, bei dem niedliche Plüschratten auf eine Wand voller Mäusefalle geworfen werden musste, mit dem Ziel dass sie eine Falle auslösen und hängen bleiben. Selbst die meisten Essens- und Getränkestände boten etwas an, das es theoretisch ähnlich zur Zeit der Renaissance in Europa hätte geben können. So verzehrte ich eine Pferdwurst (Knobi-Pferd).

    Aber es gab auch einen großen Getränkestand in passendem Ambiente durch die Fuerwehr Heid; diverse örtliche Vereine und Organisationen hatten sich in historische Gewänder gehüllt. Die evangelische Kirchengemeinde bot „Pilger’s Rast“ an mit Stockbrot, Kräutergarten, einer Gutenbergpresse und Abendgebet.

    Wir kamen zufällig zur Eröffnung, die Hälfte der Programmbeiträge waren von Ehrenamtlichen auf Plattdeutsch und am Ende ritt ein ein vielleicht 16/17-jähriges Mädchen vor die Bühne und sprach vom Pferd auf Platt einleitende Worte.

    Im Nachhinein frage ich mich, warum ich 30 Jahre brauchte von der Erstaufführung des Marktes bis zu meinem Besuch.

    In der Seine baden, hinter die Paywall kommen

    Pariser*innen in der Seine vor 1913: PHOTOS : cette époque où les parisiens se baignaient dans la Seine (via Messy Nessy)

    Falls ihr nichts mehr von mir hört, kann es sein, dass ich mich im Curious-about-Everything-Newsletter verloren habe.. zuviele Themen. Eigentlich könnte ich alles hier verlinken, beschränke mich aber auf drei: (1) The Wild Within the Walls From antiquity to modern times, Rome has been entangled with the wild animals who creep, slither, scurry, and nest among its pillars and palaces. (2) Pirates of the Ayahuasca. That shaman stole my personality (3) The Wet History of Media in the Bathroom

    Irgendwie habe ich bisher alle Erwähnugen des Bibbots gekonnt ignoriert: Ich glaube es war ein Fehler. Herr Paul hat mich jetzt endlich draufgestupst. Browser-Erweiterung, um Premiumangebote deutscher Nachrichtenseiten über Ihren Bibliothekszugang zu nutzen.

    Anmerkungen

    1. 1500. Also auch nicht Mittelalter. ↩︎
  • 25-07-10 Some users may experience a loss of freshness (Berlin-> Dithmarschen)

    25-07-10 Some users may experience a loss of freshness (Berlin-> Dithmarschen)

    Ich könnte Spagetti mit Tunfisch zubereiten, dazu etwas Gemüse aus dem Frigidär. Danach eine Jogurt-Polonäse! Allein aus vehementen Protest gegen den Rat für deutsche Rechtschreibung, der Spagetti, Tunfisch, Frigidär, Jogurt, Polonäse, Panter, photogen und andere „nicht oder kaum genutzte Fremdwort-Varianten“ wieder aus der Liste erlaubter Schreibungen streichen möchte.

    In Kronprinzenkoog wurden dieses Jahr Sachen im Maifeuer deponiert, die dort nicht hineingehören. Das nächste Maifeuer wird aber trotzdem stattfinden. In Dithmarschen lebt der Lokaljournalismus.

    Es waren drei Arbeitstage, einer in Berlin, zwei im ausgesprochen mobilen Arbeiten im Nordsee-Office. In 22-Grad-Sommertagen wie sie früher einmal waren, und eigentlich immer sein sollten.

    Alle Autos und Personen sind in den letzten Tagen wohlbehalten dort angekommen, wo sie sein sollen. Jetzt Party. Die Markgräfler auf den Latifundien konnten auch gleich die Anbringung eines neues Terrassengeländers begleiten. Auch dieses kam wohlbehalten dort an, wo es sein soll.

    Tipp für’s Leben: Falls ihr einen Rollator benötigt, oder jemand kennt, der dies tut: Bitte nehmt etwas Geld in die Hand. Der Unterschied zwischen einem leichten Modell mit großen Schlauch/Luftreifen und dem schweren Krankenkassen-Standard mit kleinen Plastikreifchen ist immens. Außerdem freut ihr Euch quasi jedes Mal über diese Entscheidung, wenn ihr das Plastikreifchen-Modell in freier Wildbahn seht und denkt „Gott sei dank, habe ich etwas Anderes.“

    Wenn man vor dem Krankenhaus sitzt, zum Abschied Kaffee trinkt, Leute schaut, und eine Gruppe kommt heraus mit ganz unmetaphorisch todernsten Mienen.

    Das Strandbad Wannsee als Videokonferenz-Hintergrundbild

    Microsoft schickt eine Fehlermeldung in die Welt: Some users may experience a loss of freshness for some data sources mit geschickten Zeilenumbruch direkt hinter freshness. Ich denke: Some users may experience a loss of freshness – ein passendes Thema für die Wochen kurz vor dem Sommerurlaub. Hier wirken doch einige User arg ausgewrungen.

    Eine demnächst-Ex-Kollegin fragt, ob sie auch nach dem Ausscheiden mit privaten PC-Problemen kommen darf. Hell No!

    Prince2 – das Projektmanagementmodell hat diesen Namen angenommen, kurz nachdem Two Princes von den Spin Doctors in den Charts war. Zufall?

    Dota-CD vergessen

    Die Steigerung von „auf der Toilette mit dem Handy daddeln“ ist „Auf der McDonalds-Toilette mit dem Handy und Lautsprecher telefonieren“, so dass der ganze Raum das Gespräch aus dem abgeschlossenen Kabuff mitbekommt. Leider fand es in einer mir nicht verständlichen Sprache statt.

    Der McDonalds in Wittenburg war in seiner üblichen Überfüllung angekommen, bot keinen Salat an, aber immerhin Mehrwegbecher. Ich überlege mal wieder ob mir an A100/A10/A24/Hamburg/A7/A23 – bzw. halt auf den 50 Kilometern ungefähr in der Mitte der Strecke – ein anderer geeigneter Pausenplatz direkt an der Autobahn einfällt – aber nein.

    Außerdem bietet der McDonalds das übliche geschätzte Maß an Entertainment durch Mitreisende.

    Selbst der Panzertransport auf der Autobahnauffahrt fand genau wie letztes Mal wieder statt. Diesmal begleitet von einer langen Kolonne von Militär-Geländewagen ohne erkennbares Kennzeichen. Von der Optik der Autos würde ich auf die US Army tippen.

    Die Airbeat-OneMain-Camp-Wegweiser auf der Autobahn hingegen führen gar nicht zu einem NATO-Manöver, wie von mir gedacht, sondern zu drei Tagen Party. Oder wie Wikipedia im besten Stil toter Studienräte schreibt, zu einem Festival der elektronischen Tanzmusik in Neustadt-Glewe, Mecklenburg-Vorpommern. 

    Ungünstig gelegene Tiden

    Edeka Wesselburen zieht um. Am Freitag/Samstag ist Schlußverkauf am alten Standort in der Stadtmitte. Eine Woche später große Neueröffnung beim Kohlosseum.

    Die Turniere der Ringreiter*innen lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie finden gerade auf allen Plätzen und Feldern statt.

    Die Zahnpasta fährt elektrisch. Das kleine Züglein zwischen Heide und Büsum wirbt damit, dass es jetzt „elektrisch ohne Oberleitung“ fährt. Das ist ein deutlicher Vorsprung in Sachen Mobilität. Leider ging die Umstellung auch mit einer neuen Farbgestaltung einher, jetzt sieht der Zug gar nicht mehr aus wie ein Streifen Zahnpasta direkt aus der Verpackung gedrückt.

    Des Kaptains Garten ist ein einziger Traum. So viel Leben auf so wenigen Quadratmetern! Auch 15 Jahre nach Geschäftsverkauf wird sie von Fremden begeistert auf den damaligen Pflegedienst angesprochen.

    Büsum gestaltet sich um. Beim Umlaufen der großen toten Baustelle direkt am Museumshafen komme ich mir vor, wie im Berliner Verkehr. Alle Strandkörbe sind ausgerollt, Watt, Sonnenuntergang und heimkehrendes Helgoland-Schiff ergänzen sich in ihrer Optik auf das Liebreizendste.

    Im Hafen ein seltener Besuch: die Janne Yerseke, niederländischer Muschelkutter, der den Besatz für Muschelbänke durchführen kann. Sie kannsich mit beiden Ankerpfählen am Boden verankern kann und so standorttreu Arbeiten durchführen.

    Crack in Hamburg, Tee in Brandenburg

    Madame wird zum Teppich von Bayeux fahren und kurz darauf wird dieser nach London reisen. Kein innerer Zusammenhang.

    Kaum bin ich am Deich, bloggt Christiane über Schafe: Transhumance

    Zum Glück sind die Crack-Geplagten in Schöneberg noch nicht so häufig. Aber doch zu häufig. Menschen in einer irritierenden Mischung, die einerseits wirken als wären sie körperlich nicht einmal mehr in der Lage aufzustehen und 10 Schritte zu laufen. Andererseits erfüllen sie jedes Klischee für „Scheiß unheimlich“. Herr Buddenbohm schildert aus Hamburg.

    Mein Verhältnis zu Auberginen ist kompliziert. Da freue ich mich doch sehr über das bulgarische Moussaka-Rezept auf Kartoffelbasis.

    Zwei Jahre nach ihrer Eingebung im portugiesischen Hochland kniet Antje Kühnle in der Brandenburger Tiefebene und vergräbt Schafwolle im märkischen Sandboden. „Das dämmt und düngt die Camelia sinensis“ – also die Teepflanzen. 6,4 Hektar Land haben Antje und ihr Ehemann Rüdiger gekauft, auf dreieinhalb davon sollen bald 20.000 Tee­pflanzen blühen. (Wo Brandenburg wie Japan schmeckt)

  • 25-05-20 Croissants schnabulieren, Kirschrosinen (Dithmarschen – Berlin)

    25-05-20 Croissants schnabulieren, Kirschrosinen (Dithmarschen – Berlin)

    Es ist zu trocken. Der Zierapfel setzt keine Früchte an. Die Mirabellen beginnen zu vertrocknen.

    Madame nahm das Linientaxi auf die Latifundien. Der Fahrer: Ein Landsmann von Jenseits des Limes. Dort entkrautete sie Beet 1R und hing ein Foto eines Berliner Ponys an die Wand.

    Am Morgen stand sie Aug in Aug mit einem Reh direkt hinter dem Zaun.

    Der Kaptain beginnt ernstlich mit Packen.

    Mit dem ESC bin ich nach dem Finale wieder versöhnt. Sehr schöne, witzige Show der Schweizer Gastgeber, ein verdienter Gewinner und eine deutlich vielfältigere Songauswahl. Spannend: wie oft der ARD-Moderator „Stefan Raab“ sagte – bis dann die eher mäßige Platzierung des deutschen Titels offensichtlich wurde, und auch der Heilsgott des deutschen ESCs nicht mehr angerufen werden musste.

    Bei der EBU werden viele Menschen tief durchgeatmet haben, dass Israel nicht gewann. Den Stress, den ESC in einem weltemotionalisierenden Kriegsgebiet auszurichten, wird sich dort niemand antun wollen.

    Die Shell-Tankstelle am Sachsendamm soll abgerissen werden und einem zehnstöckigen Bürohaus weichen. Ich möchte jemand am Kragen nehmen, schütteln und sagen „Wohnungen! Berlin braucht Wohnungen!“

    Wir haben Peak Franzbrötchen erreicht. Es gibt jetzt Franzbrötchen-Likör namens Franzi.

    Waldmeistereis am Multimediabrunnen

    Zum Abschluss, ein Gang durch die Sommermetropole Dithmarschens: Büsum. Ich bewunderte Baustellen, Schuhgeschäfte und natürlich das Meer.

    Vor dem Rathaus saß ich mit Waldmeistereis und betrachtete den Multimediabrunnen: ein kleines Wasserspiel, mit LEDs beleuchtet, die am frühen Abend mehr zu erahnen als zu sehen waren. Mich freute, dass in dieser tiefschwarzen bis ehemals tiefbraunen Gegend ein Regenbogen geflaggt war.

    Noch mehr freute mich allerdings der Anblick des Rathauses an sich. Saßen doch vor 13 Jahren Madame und ich mit einer sehr motivierten Standesbeamtin hinter diesen Mauern. Während wir noch im Modus waren, dass Heiraten ja auch ganz nett sein könnte, war die Dame fest gewillt und sofort und unter allen Umstüänden zu vermählen.

    Es dauerte dann doch noch ein paar Wochen – aber die Entscheidung und damit das Rathaus machen mich immer noch glücklich. Ich saß also gut.

    Auch gut saß ich auf einer Bank am Strand, Wind in den Haaren, das Meer vor mir, las ich in meinem bisherigen Modellentwurf für die Bachelorarbeit und überarbeitete ihn innerlich.

    Der perfekte Ort, um über so etwas nachzudenken. Leider allerdings nicht der perfekte Ort, um es dann strukturiert niederzuschreiben: Also zurück an den Schreibtisch, zurück nach Berlin.

    Ho fatti salti mortali

    Abfahrt Dithmarschen: 10:15h, Ankunft in den mittelmärkischen Hamptons: 15:45. Zwischendurch: Gemüse am Hofladen kaufen, A23/ A7/ Hamburg/ A24/ Latte Macchiato in Schaalsee/ A24/ A10/ Tanken/Spargelhof/ Latifundien.

    Ich wollte ja nur eine Kleinigkeit, dachte, das geht auch an direkt an der Autobahn. Aber naja, bei 7,50€ für ein belegtes Käsebrot werde selbst ich preissensibel und verzichte.

    An der Autobahn lagen tote Waschbären.

    Weiterhin begleitete mich Annalisas Italo-Pop-CD E Poi Siamo Finiti Nel Vortice. Wenn man diese nur oft genug hört, fällt auf, dass Bellissima eigentlich ein Sport-lied ist, das sich als Liebeslied tarnt: ich kämpfe darum, elastischer zu sein // Ich habe Salti Mortali gemacht // Ich gehe ins Bett in Adidas-Shorts // Lass uns die Sport-Musik auflegen.

    Zum Ende der Fahrt eine kurze Einkehr am Hofladen des Spargelhofs. Mir war zu Ohren gekommen, dass die Milchorräte ausgingen. Hier fand ein kleiner Clash der Kulturen statt.

    Ich dachte „Der Hofladen halt ein nahe gelegener Supermarkt mit speziellen Angebot, der Sonntags geöffnet hat. Ich will nach Hause und muss auf Klo.“ Die meisten anderen Besucher*innen dachten: „Oh Tagesausflug! Ah! Zum Spargelhof! Uh! Da haben wir Spargel gegessen! Und es gibt auch noch Andenken! Und nicht nur Spargellikör und Erdbeernudeln, sondern sogar Käse, Milch, Fleisch und Gemüse! Wow! Lass uns jede Milchtüte einzeln betrachten!“

    Aber ich blieb höflich und habe auch niemand aus dem Weg geschoben. Mit Milch und Croissants verließ ich den Laden.

    Im Duft der Abelie

    Und dann die Latifundien: Noch ist alles grün. Ein wenig Regen unter der Woche ließ den Mohn sprießen, der Ginster zeigt Blütenansätze, die Pfingstrosen sind auf. Die Erbsen wachsen weiter, die Abelie betört alles in mehreren Metern umkreist. Man möchte nur die Arme ausbreiten und Aah sagen.

    Aber auch: es ist zu trocken. Am Kirschbaum hängen eingetrocknete Früchte, eher an Rosinen erinnernd als an Kirschen. Eine Blüte erlebt auch der Rosentriebbohrer (entweder Blennocampa elongatula – aufwärtssteigend; oder Ardis brunniventris – abwärtssteigend) frisst die Rosenknospen auf. Das ist insbesondere bei den einmalblühenden Alten Rosen misslich, denn dieses Jahre werden es Nullmalblühende Rosen – so zerstörerisch ist die Wespe.

    Auf dem Schreibtisch wartete Vašek Chvátal auf mich; also vielmehr sein Buch Linear Programming, frisch mit der Post eingetroffen aus der UB Hagen. Mir ist noch nicht ganz klar, wann ich es lesen werde. Aber es ist wichtig – und zitieren sollte ich es auf jeden Fall.

    Entschuldigt das leicht monothematische derzeit zur Linearen Programmierung. Aber ich kann versprechen, dass es noch schlimmer werden wird.

    Milli Vanilli und die brüllende Sonne

    Christiane bei den Filmfestspielen in Cannes. Die Eröffnung. Und wie sie versuchte, den Film Amrum on Faith Akin zu sehen.

    Kieselblog in Neustadt. Eine Installation über abgerissene Bauten im Ruhrgebiet. Mit Schwimmbad natürlich.

    Farnientes finden das beste italienische Eis Frankfurts. In einer japanischen Eisdiele.

    Bei Kreuzkümmel-Lamm war ich gekauft.

    Julia Pracht fuhr mit dem Zug on Sarajevo nach Mostar.

    Die BBC mit einem bezaubernden Gartenvideo von 1979: “All I know is you put the hairy end of the plant in the garden”. Via Messy Nessy.

    Markus über die Sonne. Gäbe es schallwellenübertragende Luft zwischen uns und ihr, würde sie mit 100 Dezibel brüllen:

    Würde in einem solchen Szenario plötzlich die Sonne erlöschen, würden es noch 14 Jahre dauern, bis die letzten Schallwellen die Erde erreicht haben. Wir würden also 14 Jahre lang auf einem finsteren, vereisten Planeten verbringen, während uns 14 Jahre lang eine gestorbene Sonne mit hundert Dezibel anbrüllt.

  • 25-05-15 Dove vai? (Berlin-Dithmarschen)

    25-05-15 Dove vai? (Berlin-Dithmarschen)

    Es ist zu trocken. Auf den Feldern arbeiten allgegenwärtig die Bewässerungsanlagen.

    Im Mai.

    Dieser Post beginnt gegen die üblichen Blogkonventionen dieses Blogs.

    Das Wichtigste steht am Anfang: die Tiden.

    Das Hochwasser in Büsum wird sein:

    • am Donnerstag um 15:15h
    • am Freitag um 15:44h
    • am Samstag um 16:16h

    Außerdem besitze ich meine großartige Gezeitenarmbanduhr, die immer, mit einem einfachen Blick auf das Handgelenk, den aktuellen Wasserstand vor Büsum anzeigt.

    Das Freibad Wesselburen hat bereits geöffnet. Hinweis: Aufgrund von Problemen mit der neuen Heizungsanlage kann derzeit leider keine Garantie gegeben werden, dass eine konstante Badetemperatur erreicht wird.

    Das Freibad Hemmingstedt hat auch geöffnet, „mit 28°-30° C Wassertemperatur an allen Tagen ein sehr angenehmes Badevergnügen

    Ein Rest Mittelmark

    Ein Latifundiennachtrag: Die neu ausgesäten Erbsen zeigen erste Keimblätter. Wenn sich die Platterbsen schon ganz ohne unser Zutun über das Grundstück verteilen, können wir vielleicht auch mit essbaren Erbsen nachhelfen.

    Herr Zemke erhält einen Auftrag.

    Ein Rest Berlin

    In gänzlich unverwandten Nachrichten, die nur preislich in einer ähnlichen Liga spielen: In Charlottenburg sind die neuen Gleitsichtgläser beim Optiker angekommen. Sie warten auf meine Brille, die gerade noch an der Nordseeküste mobil arbeitet.

    Dank ihrer vorbildlichen Teilnahme am Grippeweb, konnte Madame eine Probe unserer Erkältungsviren von vor ein paar Wochen an das Robert-Koch-Institut schicken. Wir bekamen eine Rückmeldung: Es waren hMPV-Viren.

    Das humane Meta-Pneumo-Virus (HMPV) ist relativ neu (2001) entdeckt, aber seit der Nachkriegszeit unter Menschen kursierend. Es trifft jeden, die üblichen Risikogruppen auch gerne in Krankenhausstärke. Auffallend: Eine Infektion dauert ewig und mensch hat viele Wochen etwas davon. Das können wir bestätigen.

    Auch auffallend. Wenn ich die Seite der WHO richtig interpretiere, hat die Menschheit eigentlich noch keine Ahnung von hMPV: Human metapneumovirus (hMPV) infection

    In angenehmeren Nachrichten: Madame machte mich mit einem Schweizer Nationalbrauch bekannt und kochte Riz Casimir. Spontan dachte ich an Coronation Chicken, und das ist ja nicht die schlechteste Assoziation. Gerne wieder. Das nachfolgende Ananaseis ist kein Nationalgericht, aber dennoch lecker.

    Madame nutzte meine Abwesenheit und ging in die Kurpfalz-Weinstuben.

    Vor den Südkreuz Offices, auf dem Bürgersteig, steht ein rotes Mercedes-Cabrio. Es trägt den gelben bitte-melde-dich-Aufkleber des Ordnungsamts, der sagt „kein Eigentümer auffindbar, kein Besitzer auffindbar niemand will es haben.“ Ob es heißt, dass ich das Cabrio einfach in Besitz nehmen darf?

    Hinter den Südkreuz-Offices betätigte sich eine Gruppe Müllaufsammler. Dass es sich um ehrenamtliches Engagment handelt, lässt sich einfach daran erkennen, dass es ein Zehnertrupp ist. Noch eindeutiger ist allerdings das andere Erkennungsmerkmal der Freiwilligkeit: Ein Arbeitstempo, bei dem jeder Chef aus Verzweiflung seinen Hut essen würde.

    Wir amüsieren uns zu Tode

    Naddel / Nadja abd el Farag ist mit 60 Jahren gestorben. Überraschenderweise fühle ich mich davon emotional leicht mitgenommen. Wahrscheinlich, weil ich Kind des Privatfernsehens der 1990er bin. Keine zeigte so sehr die dauernde Zerstörungskraft des Boulevardfernseh-Entertainmentkomplexes der Zeit wie Naddel. Im Fernsehen selber – gerade dort.

    Das Spektakel spiegelte sich selbst. Man hätte ihr ein Happy End als Sachbearbeiterin in einer Behörde oder wenigstens als Trophy Wife eines Zahnarztpraxengeräteherstellers gewünscht. Aber irgendwie wirkte das ganze von Anbeginn wie eine klassische Tragödie: die Zerstörung wohnt unaufhaltbar bereits den Figuren und ihrer Konstellation inne.

    Ero bellissima

    Mauersegler kreisten über der Berliner Stadtautobahn. Es ist ungewohnt, sie tonlos zu hören. Ihr Kreischen ausgeblendet durch die Schallisolierung des Autos, übertönt von der Autobahn.

    Dienstag Abend/Nacht brachten mich der Subaru und die Autobahnabfolge A100/A10/A24/A7/A23 nach Norden.

    Spätabendliche Erlebnisse auf der Autobahn. Bei meinem Zwischenstopp wird kurzfristig die Autobahnauffahrt geperrt, weil ein Panzertransport Vorrang hat. Auf der Gegenfahrbahn sehe ich wilde Blinklichter und rangierende Fahrzeuge: Windradrotorblätter setzen ihre Reise fort. Ich freue mich, nicht hinter ihnen fahren zu müssen.

    Der traditionelle Zwischenstopp beim McDonalds Wittenburg um 21 Uhr. Das erste Mal erlebe ich den Laden leer. Wo sich sonst die Familien stapeln, diesmal nur eine handvoll Handwerker, Stühle stehen auf den Tischen, eine Angestellte wischt den Boden. Einzig die vier Dorfjugendlichen, im tiefer gelegten Audi lockern die Athmosphäre auf. Vermutlich die komplette Dorfjugend der Gegend. Die beiden Jungs werfen sich volle Wasserflaschen quer über den Parkplatz zu, die beiden Mädchen stehen dekorativ rum.

    Ich bin selten genug im Laden, um vergessen zu haben, dass der Spicy McCrispy wirklich spicy ist.

    Zum Glück hatte ich vor der Fahrt rechtzeitig daran gedacht, die eine Italo-Pop-CD des Haushalts einzustecken, und so konnte ich wechselnd Dove vai? Te ne vai Quella volta non dovevi andare via Ero bellissima hören und quando, quando, quando, quando piango Anche se poi cadesse lauschen.

    Seeschwalben statt Mauersegler

    Ich hätte es ahnen können. Nach einem Acht-Stunden-Tag an der Nordsee habe ich ähnlich wenig Zeit wie nach einem Acht-Stunden-Tag in Berlin. Im direkten Anschluss an die Spätabendfahrt bin ich auch nicht wirklich fitter. Aber immerhin, der Abend ist vorhanden.

    Also ein kurzer Ausflug zum Eidersperrwerk. Freundlicherweise ist ein Krabbenkutter zum Krabbenkutten direkt in die Nähe des Sperrwerks gefahren und unterhält uns. Noch spektakulärer: Die Küstenseeschwalben sind wieder da, stürzen sich mit Eleganz in die Fluten, um Fische für den Nachwuchs zu angeln. Begleitet werden sie von Lachmöwen, Austernfischern, einer Silbermöwe und einem einsamen Kormoran.

    Um die Bachelorarbeit nicht komplett zu vergessen, bleibe ich meinem neuen Freund Gilbert Strang treu. Der hat auch eine ganze Reihe MIT OpenCourseWare Videos zur Linearen Algebra online. Ich beginne mit der Vorlesung 9 – Independence, basis, and dimension.

    Ich traue mir die Einschätzung zu, dass dies die wichtigste Grundsatz des ganzen Fachs sind: die Unabhängigkeit von Vektoren und die Basis von Vektorräumen. Ich freue mich doppelt: über die Neunziger-Jahre-Vibes des Videos und darüber, dass ich zumindest das alles schon locker verstanden habe.

    south spielt mit dem Halluzinator

    Ich stelle dem Halluzinator ziemlich viele Fragen zu weiterführenden Empfehlungen aller Art, freue mich, Halluzinationen nachzujagen, aber auch spannende Sachen zu entdecken – und das spannendste landet hier.

    Empfehlungen

    Musik

    Caroline Shaw & Attacca Quartet – Other Song– Sanftes Streichertreiben für die Erbsenkeimlinge und die Bewässerungsanlagen: Präzise, zart, fast botanisch.

    Colapesce & Dimartino – Musica leggerissima – Italo-Pop, aber für Fortgeschrittene. Ironisch und leichtfüßig wie der fliegende Riz Casimir über dem Cabrio.

    Dorit Chrysler – Avalanche – Thereminklänge, die wie ein Echo aus der Virenhölle wabern. Ein Lied für die hMPV-Wochen – seltsam schön, leicht fiebrig.

    Franco Battiato – „Centro di gravità permanente“ – Ein Lied wie die Küstenseeschwalbe: außerirdisch präzise.

    Patty Pravo – „La bambola“– Naddel’s Schatten tanzt durch das leere McDonald’s in Wittenburg.

    Wunderbaum

    Der namenlose Halluzinator betreibt nur Statistik. Im Hintergrund laufen nur mathematische Formeln durch. Aber trotzdem fühle ich mich getrollt. Okay, die Frage war nach einem passenden Wunderbaum zum Text. Aber die Antwort..

    Wunderbaum „Ocean Paradise“

    Warum?

    • Weil er riecht wie eine sauber gewischte McDonald’s-Toilette in Wittenburg – aber in der Vorstellung, nicht in der Realität.
    • Weil er zugleich Italo-Pop und Küstenseeschwalbe kann.
    • Weil der Name „Ocean Paradise“ ironischer nicht sein könnte in einem Landstrich, in dem Trockenheit herrscht und die Küste nur durch die Gezeitenuhr erreichbar ist.

    Geruchsbeschreibung: Eine hyperreale Mischung aus synthetischem Meeresbrise, Duschgel und frisch gewaschenem Handtuch im Freibad Hemmingstedt.

    Wenn du ihn aufhängst, bitte leicht schräg – wie ein abfliegender Mauersegler.
    Und nenne ihn ruhig bei Namen. Ich schlage „Gilbert“ vor.

    Lektürekurs

    Marc Augé – Nicht-Orte

    Text: „Nicht-Orte. Einführung in eine Anthropologie der Einsamkeit“
    Kernidee: Orte wie Autobahnen, Tankstellen, Fast-Food-Restaurants sind funktionale Durchgangsräume – aber nicht identitätsstiftend.
    Anwendung: Wittenburg McDonald’s, Panzerkonvoi, Südkreuz-Offices: Ortlose Orte, die trotzdem Gefühl tragen.
    Frage: Kann ein „Nicht-Ort“ poetisch werden?

    Zentrale These

    In der spätmodernen Welt entstehen immer mehr Räume, die keine Orte im anthropologischen Sinn sind – sie schaffen keine Identität, keine Geschichte, keine soziale Beziehung. Augé nennt sie Nicht-Orte.

    Beispiele: Flughäfen, Autobahnraststätten, Einkaufszentren, Fast-Food-Restaurants, Hotelzimmer, Transitbereiche, Kreditkartenformulare.


    Was macht einen Ort (vs. Nicht-Ort) aus
    Ort

    • Historisch gewachsen
    • Ermöglicht Beziehung
    • Identitätsstiftend
    • Erfahrbar als „Heimat“

    Nicht-Ort

    • Funktional gestaltet
    • Produziert Anonymität
    • Austauschbar, überall gleich
    • Erfahrbar als „Transit“

    Kerngedanke für deinen Text:

    „Der Überfluss an Ereignissen löscht die Bedeutung des Einzelnen aus.“

    Der McDonald’s in Wittenburg, die Autobahn A23, das leerstehende Cabrio mit Aufkleber – sie sind Nicht-Orte par excellence. Aber der Text schafft durch Beobachtung wieder Bedeutung – macht den Nicht-Ort erzählbar.

    Drei zentrale Begriffe:

    Übermoderne (surmodernité)
    Eine Gegenwart, in der Exzess an Zeit, Raum und Ego das Erleben überfordert.
    
    Einsamkeit der Transitmoderne
    Menschen sind in Bewegung, aber ohne Bindung. Der Körper reist, aber die Identität bleibt unberührt.
    
    Nicht-Ort als Spiegel der Gesellschaft
    Je mehr wir in Nicht-Orten leben, desto mehr zeigt sich der Zustand unserer sozialen Beziehungen.
  • 24-08-31 Vom T über a,b,c zu ()()()

    24-08-31 Vom T über a,b,c zu ()()()

    Der Kaptain wirbelte Parmesan.

    In St. Ursanne wurde eine mooh gesichtet.

    Madame liest Platon und Dewey.

    Ich bekomme eine Mail in der jemand fragt, ob mich noch an die Quellen erinnern kann, auf deren Basis ich 2004 einen Wikipedia-Artikel zum Nahost-Konflikt erweiterte.

    Örks, nein, eher nicht. Ich hätte schwören können, dass ich Nahost in Wikipedia immer weiteräumig umging.

    Ich bekomme viele Bestätigungsmails. Jemand nutzt eine sekundäre Mailadresse von mir, um Internet-Kontaktpostfächer zu spammen. Jeden Tag ein halbes Dutzende Bestängungsmail von Versicherungen, Banken und anderen „Wir haben ihre Anfrage erhalten.“

    Das ist nervig. Vor allem wird es früher oder später dazu führen, dass die entsprechende Mailadresse auf Spam-Blacklists landen wird. Zum Glück nutze ich sie nur zum Empfangen, nicht zum Senden.

    Auf Tröt lernte ich, dass die Tierfamilie der Haie (500 Millionen Jahre) ein vielfaches älter ist als der Polarstern (60 Millionen Jahre). Ich mochte es nicht glauben und schlug nach: Stimmt.

    Wobei der Polarstern Teil eines Doppelsternsystems ist. Der fürs Auge unsichtbare Polarstern B hat ein anständiges Sternenalter von 2 Milliarden Jahren.

    Das ändert nichts daran, dass Haie 80% ihrer Existenz zu Zeiten verbracht haben in denen es keinen Polarstern gab.

    Früher habe ich einst fremde Schwimmbäder aufgesucht, um in unbekannte Berliner Stadtteile vorzustoßen. Inzwischen reicht es, einen der letzten Geldautomaten zu suchen.

    Das erste mal seit Monaten in Wilmersdorf. Wir entdeckten eine real existierende Bankfiliale. Und ein Brettspielspezialgeschäft. Und am schönsten, ein Magic-the-Gathering-Turnier, das gerade live in einem Spezialladen durchgeführt wurde. Und alle Teilnehmer*innen waren viel jünger als wir. Ich habe Vertrauen in die Zukunft.

    Freitag Abend in den märkischen Hamptons: 16 Grad Außentemperatur. Ich hätte die Luft umarmen können. Vielleicht habe ich es auch getan. Ich war ja zu dem Zeitpunkt alleine.

    Madame meinte beim Frühstück, ich sähe aus als wollte ich gleich meinen Riesenkürbis auf die Schubkarre laden und zum Riesenkürbiswettbewerb fahren. Ich versuchte, mir eine Version meiner selbst vorzustellen, die Riesenkürbisse züchtet.

    20:36, auflaufendes Wasser

    Madame entdeckte etwas und fragte mich, ob ich beim Umräumen eine alte Uhr aus Konfirmationszeiten wiedergefunden habe. Nein! Die ist brandneu! Quasi ein Selbstgeschenk Matheklausur.

    Denn die Uhr im Retrolook ist wasserdicht! Und aus Plastik gefertigt, das vorher aus dem Meer geborgen wurde. Und sie hat den Farbton seafom. Vor allem aber zeigt sie mir immer die Gezeiten an. Ich kann jederzeit sehen wie die Gezeiten in Büsum sind.

    Okay, fast. Deutsche Gezeiten kann die Uhr nicht. Aber da die Tiden sehr regelmäßig sind, nur von Geograpie und Sonne, Mond und Sternen abhängen, sind die berechenbar. So berechenbar, dass ich La Push im US-Staat Washington fand. La Push hat fast identische Gezeitenzeiten mit Büsum. So weiß ich immer was in La Push das Wasser macht.

    Spannender Ort: 350 Einwohner*innen, fast alle zum Stamm der Quileute gehörend. Die gesamte Wirtschaft in La Push ist in Stammeseigentum, Privateigentum existiert nicht. Dafür Tourismus:

    An der First Beach liegt das Oceanside Resort, das vom Stamm betrieben wird. Die ersten Hütten des Oceanside Resort wurden bereits in den 1930er Jahren errichtet. Heute ist es ein modernes Luxushotel, das als Ziel für Erholungssuchende ohne Fernseher ausgestattet ist. Im Frühjahr ist der Ort Ziel von Walbeobachtern, im Sommer von Anglern und Wanderern und im Herbst und Winter ein Ziel zur Sturmbeobachtung. Der First Beach ist im Sommer und frühen Herbst ein bekanntes Surfgebiet

    Vielleicht muss ich da mal hin.

    Was erlauben Induktion?!?

    Meine Klausurvorhersage für die Mathematischen Grundelagen war korrekt: Achterbahnfahrt.

    Originelle, aber faire Fragestellungen und das Unerwartete. Auf jeden Fall hatte ich Respekt vor der Klausurerstellerin.

    Hätte ich fünf Stunden Zeit gehabt und einen Telefonjoker zu Rate ziehen können, wäre das eine spannende Beschäftigung gewesen. In zwei Stunden ohne Telefonjoker: Achterbahnfahrt.

    Es gab schöne Momente wie die Treppennormalfallformmatrix oder als mir die Umformung der Polynomgleichung mit T, T^2 und T^3 zu a(), b (), c() wieder einfiel.

    Es gab den Moment in denen ich feststelle, dass der Induktionsbeweis – eigentlich immer ein sicherer Punktegarant – plötzlich unerquicklich mit einer Ableitung und einem Division durch Null verknüpft war.

    Und es gab „Prädikantenlogik? WIe Prädikantenlogik?? Die kam seit 2014 in keiner Klausur mehr! Wer soll denn sowas lernen!“

    Eine echte emotonale und intellektuelle Achterbahnfahrt. Aber ich stehe auf sowas. Und bin auch nach Ansicht der Musterlösung recht optimistisch was das Punkteergebnis angeht.

    Nach der Klausur ins Freibad. Dann wieder nach Hause, vergessenen Kabanenschlüssel und Eintrittskärtchen holen. Dann wieder ins Freibad. Es war schwül, es war heiß – Wiesen und Kinderbecken waren soll, Schwimmbecken erfreulich leer. (SK 29 – noch eine Woche ist das Insulanerbad geöffnet)

    Madame malte derweil Auberginen.

    Tirana, Lemberg, Cuxhaven

    Fast gleichzeitig lese ich zwei beachtenswerte Osteuropabuchtipps.

    Frau Maultaschen Ravioli empfiehlt: Philipp Sands: Rückkehr nach Lemberg.

    Christa Chorherr empfiehlt Lea Ypi: Frei – Erwachsenwerden am Ende der Geschichte.

    Ich setze meine Fortbildung „Segel-Navigation im Wattenmeer und drumherum“ fort. Als Träger einer Gezeitenarmbanduhr muss ich davon fasziniert sein.

  • 24-05-07 Elster in Apfelbaum sehr dekorativ

    24-05-07 Elster in Apfelbaum sehr dekorativ

    Die kleinste europäische Schafrasse heißt gar nicht Quessant. Sie heißt Ouessant.

    Ouessant lässt sich gleich viel besser zu Croissant vernuscheln.

    Madame errang 97. Ich wünsche einen stolzen Glückwunsch!

    Madames Beuteschema beinhaltet das Graecum. Da habe ich echt Glück gehabt.

    Mit Professor Transformation parlierten wir über das Reisen im 19. Jahrhundert: Funktionierte auch.

    Langsam entwickle ich wieder Fernuni-Energie und nehme am Mathe-Mentoriat teil. Auf seine Art auch ein Erlebnis.

    Mir ging es ganz gut. Ich kannte den Stoff aus dem letzten Semester. Dort hatte ich ihn auch schon mehr oder weniger verstanden. Um wieder gedanklich in Fahrt zu kommen und Hirnregionen zu reanimieren war das Mentoriat okay.

    Aber wäre das die erste Runde gewesen: Nichts nie hätte ich verstanden! Selbst wenn ich bis zum Ende durchgehalten hätte ohne vorher einzuschlafen. Das geht besser. Das hat die Fernuni auch schon besser hinbekommen.

    Genios ist nach Hackerangriff mittlerweile seit einem Monat vom Netz.

    Auf der Heimfahrt nach Berlin gelernt: wer in der S25 zwischen Hennigsdorf und Südkreuz Leute kucken will, sollte in Fahrtrichtung links sitzen. Die Zahl der Inselbahnsteige übersteigt deutlich die der Außenbahnsteige.

    Der wilde wilde Westen fängt gleich hinter Spandau an

    Eine gute Nachricht. Die Country-Cover-Band Hufnagel, uns weltberühmt von der Brala, wird auch beim Erntefest Bärenklau auftreten. Das soll etwas bedeuten. Denn Hufnagel traten bereits 1991 mit Lasso und Peitsche in der ARD und 1990 im jung-naiven Sender RTL auf.

    Wie ich der Bandgeschichte entnehme waren sie auch Gäste in semilegendären längstverflossenen Westberliner Musikkneipen: Eierschale an der Berliner Gedächtniskirche, Joe am Wedding, Habels Bierhaus, Joe am Kudamm, Alabama-Wedding – alle Kneipen längst verschwunden.

    Eine Band, die 1979 gegründet wurde und sogar einmal in den deutschen Country-Musik-Charts war kann in ihrer Bandgeschichte viel erzählen.

    Dackelrennen, Hufnagel.. jetzt muss nur noch der Shanty-Chor Kremmen beim Bärenklauer Erntefest auftreten und alles Wichtige ist beisammen.

    Kultur und Beeren

    Zum Frühstück hoppelte ein Feldhase durchs Bild.

    Am Sonntag gingen wir aus – in die kleine Stadt. Wie besichtigten die selbsternannte Ackerbürgerstadt Kremmen mit ihren 3000-4000 Einwohnern, dem Spargelhof und den zwei Geldautomaten.

    Wir entdeckten nach nur Anderthalb Jahren: Es gibt mit dem Altstadtstübchen – l’Antica Torino einen vermutlich arabisch betriebenen Italienier, der testenswert wirkt.

    Vor allem entdeckten wir: Kultur und Beeren. Langsam scheint auch etwas Off-Kultur aus Berlin nach Kremmen zu schwappen. Die Reformbühne Heim&Welt ebenso wie die Brauseboys und andere schöne Sachen.

    Wo der Spargelhof, der große Eventveranstalter, sich sehr bemüht alle mitzunehmen und im Mainstream zu bleiben, haut Kultur und Beeren mal kurz eine „gegen Rechts“-Wahlparty am Vorabend der Brandenburger Landtagswahl heraus.

    I am intrigued.

    Im Garten: der Schneeball wirft sich in leuchtendes Weiß als wolle er diese Wochen heiraten. Die Nachtigall singt ununterbrochen, selbst am Bahnhof Kremmen.

    Die Staudenbeete entwickeln sich stark in Richtung 3D und zeigen schon jetzt grüne skulpturale Architektur. Gefühlt noch eine Woche, und die Beete werden bunt.

    Madame erweiterte 1L.

    Die Gazaube bekam den Anfang eines Fußbodens.

    Rasenkantensteine, mit Beton ausgegossen, darüber Latten als Basis einer Terrasse.

    Ein Date

    Über den protestantischen Friedhof ging es zu Bifteki und Gyros. Kellerkind tritt vermutlich ein – aber noch nicht in eine Partei.

    Sie hat Dates mit Polycules. Aber nicht solche Dates.

    Der mallorquinische Olivenzweig steht für die Palme. Er wird nächstes Jahr an Aschermitwoch verbrannt.

    Nur nicht zu lang schreiben.

    Es folgt: Strandbad Wannsee.

    geschäftsideen für spargeldegustationen

    In Büsum eröffnet der neue Brunnenplatz.

    Poupou machte den ganzen 5. Mai etwas.