Schlagwort: Gerüst

  • 25-12-23 Entrüstet (Abschlusspunkt Linientechnik)

    25-12-23 Entrüstet (Abschlusspunkt Linientechnik)

    Frühmorgens im Edeka-Snackpoint schliefen zwei Männer in „Im Auftrag der DB Sicherheit“-Warnwesten. Ihnen sei die Pause gegönnt.

    Vielleicht nehme ich demnächst Mac-Support in mein Portfolio auf (muss aufnehmen). Ich vermute ich wäre einer der sehr wenigen User*innen, der nicht sagen würde „macOS, cool, das funktioniert alles von allein„, sondern „macOS, cool, das ist ja quasi Unix und ich kann dort hinein schauen. „

    In der alten Wohnung wurde das Gerüst abgebaut. Sauerei. Keine zwei Wochen nach unserem Auszug und schon ist die jahrelange Gerüstodyssee beendet. Das machen die doch mit Absicht. Die Ent-Rüstung ist entrüstend!

    Rückblickend zum letzten Wochenende: der größe Achtzigerjahre-Retro-Flash in When Harry met Sally, war, dass in der Wohnung einer 30jährigen New Yorker Journalistin (Sally) eine stinknormale Filterkaffee-Maschine stand. Das wäre heute undenkbarer als Schnurtelefone, Röhrenmonitore und Menschen, die im Flugzeug Bücher lesen.

    Dazu passend: Madame liest sich gerade chronologisch durch die Elizabeth-George-Krimis, die auch ein passendes Zeitkolorit ihrer jeweiligen Entstehungszeit liefern. In Missing Joseph (erschienen 1994), taucht auf Seite 1 erstmals in der Serie der in UK neue, trendige, teure Capuccino auf. Noch wird aber ab Seite 66 auch fleißig Sherry, Brandy und Whisky getrunken.

    Mein gerade gelesener Krimi Glatz fand seinen Weg in die Bibliothek Schöneberg. Die hat diese Sachspende gerne genommen. Denn, so die Bibliothekarin, „Krimis gehen immer“. Und das ist ja wohl noch besser, als ein Buch zu behalten: Es über die Stadtbibliothek auf die Reise durch die Nachbarschaft und ganz Berlin zu schicken.

    Es waren zwei Arbeitstage zwischen Wochenende und Weihnachten.

    Wir haben Mega-Brückentags-Weihnachten. Montag morgen war die S-Bahn leer. Spätestens ab Mittags hätte man in der Verwaltung Paintball spielen können, ohne großartig zu stören.

    Fast keine Kartons mehr in der Küche, der zweite Monitor läuft

    Noch 18 Umzugskartons. Das heißt, ungefähr 180 Kartons sind schon verarbeitet. Bis alles aber wirklich dort steht, wo es stehen soll, werden wir vermutlich jedes einzelne Stück noch mindestens einmal durch die Wohnung tragen.

    Alle wichtigen Töpfe (Dämpftopf!) bestanden Madames praktischen Indukstionsherd-Test.

    Die Motten haben das Schaukelschaf aufgefressen! Es stellte sich bei näherer Betrachtung heraus: Der Schaf-Fell-Überzug des Poäng-Schaukelstuhl-Polsters hat an einigen Stellen fiese Mottenschäden. Damit wird das Schaukelschaf ein Relikt der alten Wohnung bleiben. Es schaukelt noch, aber es schaft nicht mehr.

    Madame hatte längeren Einblick in die Schwimmbadkatakomben und fühlte sich an ein Kreuzfahrtschiff erinnert. Oben: Spannung, Spiel und Entertaiment. Unten: Metalltreppen, lange Gänge, große Maschinen, keine Fenster und vielerlei Warnschilder.

    Zu einem anderen Anlass entfernte sie in einer anderen Schwimmbad-Katakombe das Brett des Todes. Seit dem Einzug laufe ich mit Wunden oben auf der Glatze herum, denn regelmäßig stieß ich im Keller gegen dieses kantige in schlimmster Höhe angebrachte Brett an unserem Kellereingang. Nicht mehr. Es ist weg. Der Kopf darf heilen!

    Ton zu Bild

    Auch ein (fast-)Relikt der alten Wohnung: Martinhörner. Wir zogen vom Sound zum Anblick.

    Lag die alte Wohnung unweit von Polizei- und Feuerwehrwache an einer immer voller Zwei-Hauptstraßen-und-eine-Autobahnausfahrt-kreuzen-sich-Stelle an der viele Fußgänger unterwegs sind. Die neue Wohnung liegt im Einflug einer Krankenhaus-Notaufnahme

    Alt: Die Retter hatten es wirklich eilig zum Einsatzort zu kommen. Angesichts der zuverlässig verstopften Kreuzung mit Verkehr aus mehreren Richtungen, wollten sie sich mit vollem Getöse Platz zu machen. Gerne steckten sie trotzdem in der Verstopfung fest, was die ganze Sache noch verlängerte.

    In der Anfahrt haben die Rettungswagen es meist weniger eilig: die Helfer*innen konnten die Erstversorgung bereits durchführen und die sehr dramatischen von den nicht-ganz-so-dramatischen-Fällen trennen. Der Verkehr vor dem Fenster beträgt nur einen Bruchteil. Wir haben blaues Leuchten in der Wohnung, aber (fast) keine Martinhörner mehr.

    Stillstand beim Stillstand

    Wer hätte es geahnt: Zwei (Brücken-)tage vor Weihnachten ist nicht der optimale Zeitpunkt, etwas von Handwerkern zu wollen. Die Sanitärfirma meldet sich nicht. Alle Personen bei der Vermieterin, die der Firma Druck machen könnten, sind bis 2026 nicht mehr erreichbar. Und so bleibt das Wasser in der Küche erst einmal abgedreht.

    Besser theoretisch im Telekom-Fall. Dort kam sogar am 23.12. ein Telekom-Techniker, der sich um den Anschluss kümmern wollte. In einer Odysee hatte Madame bereits am Tag zuvor in ihrer Katakomben-Erkundung den Schlüssel für den entsprechenden Raum aufgetrieben. Heute stellte sich heraus: Der Raum war gar nicht der Raum. Der APL (Abschlusspunkt Linientechnik) war gar nicht dort, wo wir ihn vermuteten.

    Einige weitere Odyseen später war er gefunden, hatte auch Netz. Nur kommt dieses nicht in der Wohnung an. Wir sind jetzt berechtigt, uns im Telekom-Laden einen Wlan-LTE-Router zu besorgen, so lange DSL nicht funktioniert. Das Kabelproblem habe ich jetzt erstmal auch offiziell der Vermieterin zu Protokoll gegeben und werde es in 2026 weiter voran treiben.

    Merry UX-Mas

    Exkursbeginn. Um zur Abwechslung etwas vollkommen ernst zu meinen: Wenn Sie als Touristin oder Tourist nach Hamburg kommen sollten, machen Sie Ihren Besuch doch bitte zum Bildungsurlaub und gehen Sie einmal die Lange Reihe auf und ab, nur um direkt danach den Steindamm auf und abzugehen.

    Christia Chorherr blickt zurück auf ein langes Leben voller Weihnachtsbäume: Ein paar Erinnerungsfetzen zu meinen unterschiedlichen Christbäumen

    Claudia und Flohmärkte, eine Entfremdung: Ich merke: Mit Flohmärkten bin ich durch, es war wohl mein letzter Besuch. Lieber mal in ein Museum, da sind die Dinge wenigstens schön oder „interessant alt“.

    Chemnitz liegt quasi im Erzgebirge. Dafür wird es als Weihnachtsstadt echt unterschätzt. Ein stimmungsvoller Rundgang über den Weihnachtsmarkt in Chemnitz.

    Wenn du anscheinend als einziger Mensch dieser Erde feststellst, dass Sting einen Song-Anfang gecovert hat und es nicht in Wikipedia schreiben darfst: Am I really the only one who notices that the melodies are identical? (Ich höre auch die Ähnlichkeit, bin mir aber nicht so sicher, ob es wirklich quasi-dasselbe ist oder nicht).

    Das größte Computer-Keyboard der Welt ist eine Art Enttäuschung: Shift happens: New in the collection, pt. 1: Keyport 717

    Aus derselben Quelle: A history of Mac settings, 1984–2004

    Mit „Merry UX-Mas“ endet die Mail-Abwesenheitsmeldung eines Kollegen, der sich gut mit der Bedienerfreundlichkeit von IT-System auskennt. Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder aufheulen soll.

  • 25-12-18 Wegfindungen (oben unten/ Türzu, Türauf / aus Süd oder Ost)

    25-12-18 Wegfindungen (oben unten/ Türzu, Türauf / aus Süd oder Ost)

    Die Schweine. Seit zweieinhalb Jahren hatten wir das Baugerüst samt in ihm wohnender Taubenkolonie vor der Nase. Kaum ziehen wir aus, fangen sie an, es abzubauen.

    Andererseits sagt die Erfahrung, dass der Irrsinn im Schöneberger Haus zwar gelegentlich die Form wandelt, in seiner Grundsubstanz aber erhalten bleibt. Auch insofern: Gut, dass wir raus sind.

    Kurz vor dem Urlaub musste Madame noch einmal geballte Hirnermüdung bei geistigem Anwesenheitszwang über sich ergehen lassen.

    Besser: Die Fernuni-Einsendeaufgaben Digitale Diversität sind bestanden. Damit darf ich an der Klausur teilnehmen.

    Die Dienstleister verteilen Weihnachtsgeschenke. Es hätte auch VIP-Karten für Alba Berlin gegeben. Aber weil wir ja öffentlicher Dienst sind und jeder Anschein einer irgendwie gearteten Bestechlichkeit vermieden werden soll, gab es für elf Mann insgesamt drei Tassen und fünf Kulis.

    Es waren drei Tage der Arbeit zwischen Umzugskartons und kultureller Encore.

    Entdeckt: das DB-Reisecenter im Südkreuz öffnete wieder. Es ist sehr holz. Spontanassoziation: Aus McDonalds wird jetzt McCafé.

    Bei Percy Puddletree entdeckte ich einen Link auf einen Mid-Century-Möbel-Insta-Account. Ohne eigenen Insta-Account kann ich ja immer nur die ersten acht Bilder sehen, aber musste lachen. Das Kuchenbuffet von Bild sechs kannte ich. Das steht in ähnlicher Form – allerdings weit weniger herausgeputzt und abgewohnter – hier im Klavierzimmer.

    (Übrigens auch der ultimative Endgegner aller Möbelpacker, wie es bei inzwischen schon zwei Umzügen unter Beweis stellen durfte)

    Zufällig entdeckt: Huah! spielen wieder. Die beste, schönste und einzig wahre Band der Hamburger Schule hat ein Best-of-Album herausgegen und gibt dafür zwei Konzerte. Eines heute(!) in Hamburg (bei allem Wünschen, das wird zu schwierig..) und eines am 18. April in Stade beim Hanse Song Festival.

    Ich glaube ich wollte schon immer mal im April nach Stade.

    Ich zitiere einfach mal die ultimative Lobhudelei der Plattenfirma, bei der ich jedes Wort bestätigen würde:

    Was Huah! neben ihrem spleenigen Stil-Eklektizismus zur Ausnahmeband macht ist ihre Zusammensetzung: in der vornehmlich männerdominierten Szene sind sie das einzige gemischte Kollektiv, das weder reine Jungs-Gang noch Frauenbande ist. In den Texten wird zwischen naiv und radikal hin- und hergesprungen, sich verliebt, agitiert, analysiert – nicht selten im selben Song. Das theoretische Rüstzeug und linke Gewissen sind die gleichen wie bei Weggefährten von z.B. Blumfeld (auf deren „Verstärker“-Single ein Passbild von Knarf das Covermotiv ist) oder den Goldenen Zitronen, nur werden sie anders eingesetzt, unverkrampfter, undidaktisch, spielerischer, tanzbar, […] das fehlende Bindeglied zwischen dem späten Adorno und dem jungen Otto.

    Die Hamburger-Schule-Zeit war auch die Zeit als ich noch über Musik schrieb. Spannenderweise bin ich sowohl mit Tocotronic wie auch Blumfeld für mich ungewöhnlich im Interview aneinander geraten und wir trennten uns im Unfrieden. Mit Knarf: Sofort ein Herz und eine Seele.

    wege rohre schrauben

    Wir bewirteten die ersten Nacheinzugsgäste, denn sie wollte eh schwimmen gehen, brachte ihre Familie mit.

    Ich kann improvisiert und mit Kisten in den Rücken drückend wieder am normalen Rechner arbeiten. Ich vermute die Tage kommt noch eine Regalbrett-an-Wand-Schraube-Session auch mich zu.

    Vor allem sind es Tage der Wegfindung.

    1 – der S-Bahn-Weg: Wir testen ob der Weg durch die U-Bahn-Station zur Ringbahn besser oder schlechter als der Weg oben entlang ist. Für den U-Bahn-Weg spricht: Oben ist eine Kreuzung mit Gewerbegebietsambiente, unten eine wettergeschützte Kathedrale des Nahverkehrs im herausragenden wilhelminischen Prunkdesign.

    Andererseits bietet zumindest die Autowaschanlage mir immer unterhaltungswert.

    Oben ist ebenerdig, unten mit Treppe und Rolltreppe. Oben ist mit Warten an der Ampel, dafür glaube ich ein paar Meter weniger zu laufen. Wir werden testen.

    2 – der Schwimmbadweg. Vielleicht wird es doch nichts mit unseren Frühschwimmerfreundschaften. Denn anscheinend ist je nach diensthabender Kassenkraft, der Schwimmbadausgang zu Madames Zeiten auch noch abgeschlossen. Dann muss sie außen herum gehen und trifft die wartenden Frühschwimmer gar nicht.

    3 – Der Weg des Wassers. Quasi während ich dies schreibe, hängt ein fluchender Techniker unter der Spüle und versucht sich an der Herausforderung, den allgemeinen Abfluss und den Spülmaschinenanschluss gleichzeitig zu verrohren. Diese sind so über Kreuz gelegt, dass bisher schon Umzugsunternehmen und southpark scheiterten. Deshaln können wir noch nicht spülen.

    4 – Der Weg der Daten. Heute soll der Schwimmbad-DSL-Zugang freigeschaltet werden. Der herzzerreissend erkältete Telekom-Techniker gerade am Telefon meinte, es sieht alles gut aus und bis 20 Uhr wird alles werden. Aber noch will der Router nicht.

    The drama departments expecting an encore, and I’m ready!

    5 – der Kinoweg. Unser – wir-treten-aus-der-Haustür-und-lassen-uns-nach-links-fallen-Kino ist plötzlich zweieinhalb S-Bahn-Stationen entfernt. Auch hier gilt es einen neuen Weg zu finden: zwei S-Bahn-Stationen oder drei nehmen?

    Vor allem aber Staunen. Im Rahmen seiner RomCom-HighSchool-Film-Musical-Reihe Fetch mussten wir trotz aller Umstände den Dezemberfilm schauen. Auch wenn er uns beiden komplett unbekannt war. Damit waren wir die einzigen. Denn wir im Kino waren wir beide und dazu 263 andere Zuschauer*innen, die den kompletten Film mitsprechen und mitsingen konnten, Küsse, memorable Quotes und den Erstauftritt von Villain Sharpay mit Gejohle kommentierten.

    What a show. Und wir wussten nichts.

    Irgendein preiswert produzierter 2006er-Disney-Film von vielen, der in den Folgejahren einen großen Kultstatus entwickelte. Vermutlich weil sie den Glückstreffer hatten, viele memorable Szenen zu schreiben, und vor allem mit Sharpay/Ashley Tinsdale einen wirklich erinnerungswürdigen Fiesling.1 Das Kino war – außer uns – gefüllt mit Frauen plusminus33 und die konnten die beste Party.

    Bildungslücke geschlossen. Eine Bildungslücke von der ich vorher nicht einmal wusste, dass ich sie habe. Und wie viel Spaß dieser Lückenschluss machte.

    Darauf einmal bop to the top.

    dən

    Aharoni entdeckte einen Fehler. Im Wörterbuch: Not everyone reads Explanatory Notes in dictionaries, but I do.

    Herr Rau liest sich durch den unbekannten Teil des Terry-Pratchett-Werks und entdeckt schöne Zitate.

    Wer schon immer mal Perücken im Zustand nach der Theateraufführung sehen wollte („abgespielt“). Bei Joel gibt es Bilder.

    I just finished my first semester of law school Tuesday evening…only eight more to go! People say that the first year of law school is the worst, and I certainly hope that’s true.

    Anmerkungen

    1. Angeblich mittlerweile ein feministisch-queeres Camp-Idol sagen nicht-vertrauenswürdige Internetquellen. Aber ich habe ja sowieso keine Ahnung von dem Film. ↩︎
  • 25-09-03 Ergebnisse_D_alle.csv

    25-09-03 Ergebnisse_D_alle.csv

    T Null. Tag der Abgabe des Deadlineendes der Bachelorarbeit. Sie ist abgegeben.

    Madame kehrte aus Hamburg zurück und berichtete überrascht von dortigen Leberkässemmelständen.

    Der Kaptain wurde zu Doppelkohlrouladen eingeladen.

    Es war der letzte Sonntag und der letzte Montag des Bachelurlaubs. Theoretisch sind seit gestern meine drei 80%-Monate vorbei und ich lebe wieder vollzeitarbeitend. Praktisch aber habe ich noch unbezahlten Klausurlaub, denn die nächsten Klausuren sind nah und ich habe noch gar nichts für sie gelernt.

    Nach der Abgabe folgte ein kurzer Kiezspaziergang. Dabei entdeckt: Auf der Rückseite von Öz Gıda befindet sich eine Mischung aus Biergarten, Beach Bar und Palettenlager. Vielleicht kann es auf die Könnten-wir-mal-Liste.

    An den Laternen wurden die ersten „Dies-ist-die-Marathonstrecke“-Plakate aufgehängt. Vielleicht bleiben wir dieses Jahr doch in Berlin am Marathonwochenende und schauen vom Balkon aus zu? Außerdem könnten wir die ungewohnte Ruhe genießen, weil alle Straßen im Umkreis gesperrt sind.

    Nachmittags: Gartenparty in Wochenend-West bei Zia sociale in trauter Runde. Es ging um Einschulung und Urlaub, Berliner Wohnungsmarkt (natürlich), Berliner Arbeitsmarkt für spezialisierte Naturwissenschaftler, die Wirren der Gewerbeanmeldung und das Gastspiel der Komischen Oper im Flughafen Tempelhof.

    Der Küchenkalender zeigt im September einen Großen Tümmler. Fast bin ich ein wenig traurig. Ich hätte mir den Wal doch im Geburtstagsmonat gewünscht. Aber dann nehme ich den Tümmler als Glücksomen für den Monat der Bachelorarbeit und der Klausuren.

    Vor dem Fenster ein riesiges Spinnennetz – gesponnen im Baugerüst mit imposanter Spinne. Im WInd schwankt es wild durch die Gegend. Wartet sie auf Tauben?

    Parametrische Programmierung

    Eingeschickt habe ich die Arbeit am Montagmittag. Fertig war sie Sonntagabend. Aber ich kenne es ja: Sobald ich auf „final“ gedrückt habe, fällt mir noch etwas ein, was ich noch dringend hätte ändern wollen.

    Also fertig: Sonntagabend.

    Abklingzeit Sonntagnacht.

    Montagvormittag dann wirklich noch Kleinigkeiten geändert.

    Montagmittag 14:11h. Abgabe.

    Dabei fiel mir wieder auf, wie sehr ich LaTeX schätze. Auch nach vielen Jahren erinnere ich mich noch deutlich daran, dass ich die letzten Tage der Magisterarbeit vor allem damit verbrachte, Word zu verfluchen. Im Jahr 2025, Bachelorarbeit in MikTeX: Alles lief genau wie es sollte. Das Programm machte zuverlässig genau was ich ihm sagte und der Text sieht dazu noch optisch phänomenal aus.

    Aber okay: Erkauft ist es damit, dass der Quelltext zusätzlich zu den 11000 Wörtern der Arbeit auch noch gefühlt 22000 Steuerzeichen enthält.

    Endstand: 10700 Wörter, sieben Tabellen, zwei Abbildungen und siebzig Formeln.

    Letzte Handlung: die Dateien Ergebnis_D_alle.cvs, Parameter_alle_Bereiche_einzel_in_Plot.jl, und Parameter_zusammen_in_CSV.jl in eine Zip-Datei packen und als Anhang hochladen. Danach erstmal ein Gefühl der Leere: Was nun?

    Aber das wird sich geben. Immerhin bot die Gartenparty die Gelegenheit, eine Flasche Sekt mitzubringen.

    Screenshot der Fernuni-Website. Bestätigung der Abgabe der Bacheloarbeit

    Dann bestellte er ein Bier, das war perfekt.

    Notes on Managing ADHD – Ich weiß gar nicht, ob die so ADHS-spezifisch ist. Aber vieles davon betreibe ich inzwischen auch, und es hat sich als sinnvoll erwiesen. Ich glaube insbesondere Inbox zero und eine ausgeprägte Neigung dazu, alles vorherzuplanen und diesen Plan quasi ununterbrochen innerlich durchzugehen.

    Um beim Thema zu bleiben: ADHS bei Frauen: Wenn 100 % Perfektion nur Fassade ist

    Die Farben für derzeit moderne Männerklamotten sind ganz furchtbar und sehen aus wie mehrfach zu heiß gewaschen. Quasi Haferflockenfarben. (und danke für’s Erwähnen)

    Role model Papa N: Die Waffel war außen knusprig und innen weich-fluffig, nicht zu süß und knallheiß. Papa N fand sie zu heiß, er aß nur die Sahne und die Kirschen. Und seinen Eiskaffee zu kalt, von dem aß er auch nur die Sahne und dann noch die Eiswaffel. Dann bestellte er ein Bier, das war perfekt.

    Marcus im Braunkohleland. Erinnert mich stark daran, wie ich 1990 als 15jähriger zusammen mit unser Leipziger Partnergemeinde durch die gerade verlassenen Braunkohltagebaue kraxelte.

    Falls wir nächstes Jahr die Grand Tour machen, steht Triest auf der Liste. Wir können uns schon mal einstimmen mit Gulasch alla Triestina.

    Falls wir mal Geld spenden, geht es mit hoher Wahrscheinlichkeit an Reporter-ohne-Grenzen oder Sanktionsfrei oder den Freiheitsfonds. Bei letzterem kann man hier lesen, warum Kein Geld fürs Busticket und deshalb in Haft: Freiheitsfonds kauft 100 Häftlinge frei.

    Rebecca Solnit in ihrem Newsletter mit einer Reprise zu ihrem wunderbaren Buch Orwell’s Roses unter dem Titel Circuses vs. Roses: Notes on Pleasure and Scold Culture:

    I have been blessed to be around drag queens, who are clearly dedicated to the more baroque possibilities of eyeliner and hairspray, often make much of being gossipy about celebrities even when they’re not dressing up as them, and who are often the most dedicated and valiant organizers around.

  • 25-07-19 Ich werde dieses Tüchlein in Cassios Gemach verlieren

    25-07-19 Ich werde dieses Tüchlein in Cassios Gemach verlieren

    Ich liege auf dem Bett und denke an Julia. Langsam habe ich Ideen, wie ich die JuMP-Optimierung in der Julia programming language möglichst sinnvoll in Funktionen packen kann, so dass das alles nicht ganz so sehr nach der improvisierten Baumarktlösung aussieht, die es im Grunde ist und bis Ende August auch bleiben wird.

    Ich freute mich, dass es auch anderen so geht: „Manchmal lege ich mich früher ins Bett, um über Mathe nachzudenken“ Ich fürchte allerdings, dies ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen mir und Hannah Cairo.

    Madame verbringt 40 Minuten auf dem Bahnhof Eichwalde. Strom kaputt. Der S-Bahnfahrer scheuchte sie aus dem Zug, solange der Batterie-Rest-Strom noch eine Öffnung der Türen ermöglichte.

    Vor dem Nachbarhaus waren Gerüstbauer zugange. Aber anscheinend bauten sie weder ein Gerüst auf noch ein Gerüst ab. Aber wir freuen uns ja, wenn wir überhaupt Bewegung von Bauarbeitern sehen, selbst ganz ohne Baustelle.

    Ich wehrte einen Montags-nach-dem-Urlaub-um-sieben-Uhr-morgens-Termin ab.

    Es war ein Bürofreitag und ein Latifundiensamstag mit Berlinexkursion.

    Ich las ein bißchen herum. In Granta blieb ich diesmal allerdings eher an der Biographie einer Autorin hängen „She is a part time climate justice organiser“ und freute mich an der Inner-Satz-Fallhöhe zwischen absoluter Weltrettung und Widrigkeiten des Alltags.

    Sonst weiter in Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen. Die Texte von Joe Fleisch und Marina Frenk. Beide spannend.

    Der Fleisch- Text: Wie der prozionistische Reichskanzler Kroll Rumpelstielzchen und die anti-zionistische TV-Journalistin Gayle „FistAss“ Hasardeur aufeinandertrafen – der Schilderung einer Diskussion Kroll Rumpelstielzchen und einer amerikanischen AlArabiya-Journalistin dachte ich während des Lesens: Viertes Reich, eine Fernsehmoderatorin, die vor laufender Kamera kotzt, Gaza-Hamas-Vorträge mit Hitlerbärtchen – muss das alles sein? Muss wirklich der sprachliche Lautstärkeregler des Textes permanent voll aufgedreht sein? Dann aber stellte ich fest, dass unter der Oberfläche genug Substanz ist, um noch länger über den Text nachzudenken.

    Marina Frenks Text Ein Versuch, sich zu verabschieden hatte mich sofort: Sprache und ihre seelische Auswirkung. Der Versuch, die Muttersprache, russisch, aus politischen Gründen nicht mehr zu reden. Changieren zwischen Politik und Poetologie mit Identität. Ich begann Frenk zu recherchieren: Stellte fest: Sie schreibt und schauspielert und macht Musik, und ich bin noch gespannter – es gelang mir aber nicht herauszufinden, ob sie jetzt gerade etwas auf einer Bühne macht.

    Unterwasserscheinwerfer

    Seit drei Jahren lädt der Insulaner zur Nacht. Der Insulaner selbst ist ein Trümmerberg, der nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Dort befindet sich ein Park, ein Planetarium samt Sternwarte, das Insulanerbad und die Spielstätte der Shakespeare-Company.

    Seit drei Jahren koopieren die drei zur Langen Nacht: das Schwimmbad bietet Schwimmen bis Mitternacht, Shakespeare bietet ein Sonderprogramm, das teilweise auf dem Badgelände stattfindet und ebenso die Sternwarte.

    Wenn in unserem dritten Wohnzimmer so etwas stattfindet, wollen wir natürlich hin. Wir beobachten wie sich alles einspielt: die Sternwarte hatte große von innen beleuchtete Darstellungen der Planeten auf der Liegewiese platziert und ein mobilbes Planetarium aufgebaut. Im Bad gab es einen DJ und erstmals auch Unterwasserscheinwerfer, der Übergang zum Theater war offen, dort gab es die Bar und immer wieder auf der Bühne einzelne Szenen aus ihren Stücken.

    Wir reisten aus der Mittelmark an und begannen beim Inder – Korma, Saag und Vindaloo. Am Nebentisch eine größere Familie, die wir später im Bad wiedersehen sollten. Dann ab ins Freibad. Entweder gleich mit Getränken in die Gastronomie-Liegestühle oder in die neue Saisonkabine und ins Wasser.

    Wie geplante verdunkelte sich der Himmel, die Beleuchtung aus farbigen Scheinwerfern zeigte immer mehr Effekt. Halblauf lief Musik, der Fünf-Meter-Turm war geöffnet und die Schwimmer*innen freuten sich.

    Zum Abschluss: zwei Szenen Othello bei Shakespeare. Die tragische Wendung des Stücks: Desdemona verliert ihr Taschentuch, Jago schiebt dies Cassios unter und Othello ist überzeugt, dass Desdemona und Cassios ihn betrügen, das Unglück nimmt seinen Lauf. Zwei Schaupieler, eine Schauspielerin, zehn Minuten und doch einmal das ganze Elend der Menschheit eindrucksvoll vorgeführt.

    Marderparty Schmetterlingswolke

    Die Schubkarre entdeckt eine zweite Karriere als Mini-Swimming-Pool, auf dem Rasen sind Schleimspuren der Schnecken und alles zusammen ist grün wie seit Monaten nicht mehr. Eine Woche Regen hinterließ Spuren im Garten.

    Die Rosenblüten sind größtenteils abgeschlagen, die Erde ist einmal durchgeweicht. Aber jetzt ist wieder trocken und heiß, uns springt alles entgegen.

    Wortwörtlich: Insekten. Kaum streife ich beim Wege-Mähen Stauden oder Gräser springen und fliegen sie empor. Eine unbedachte Bewegung und schon stehe ich in einer Wolke aus weißen, braunen, rötlichen und blaunen Schmetterlingen. Einmal mit dem Fuß durchs Gras und drei empörte Grashüpfer springen noch. Einmal den Lavendel angehaucht und sechs Hummeln hummeln herum. Es ist Insektenwetter.

    Die Zahl der Schwalbenschwänze steigerte sich auf zwei. So schön.

    Die/der Marder freut sich, dass der Subaru wieder da ist. Die Fußspuren aus Lehm auf Dach und Rückfenster deuten auf eine Party hin, die Verdauungshinterlassenschaften auf der Motorhaube ehrlich gesagt auch.

    Der Bauer mähte das Rapsfeld. Am Himmel ein Rotmilan.

    Kein Rotmilan.

    Kobern-Gondorf-Prag-Ljubljana

    Christiane erstand einen Comic von Brétécher und Monsieur eine Kettensäge

    Der Halluzinator empfiehlt mir regelmäßig The Gleaners zu sehen. Ich freute mich, auch mal eine menschliche Empfehlung zu lesen: Gesehen: The Gleaners and I (2000) – Politische Nachlese

    Karen reiste weiter: Turku-Sarajevo mit dem Zug. Folge 2: Prag und Folge 3: Prag – Graz – Ljubljana

    Kubiwahn liest Judith Hermann auf tschechisch um Tschechisch zu lernen.

    Plötzlich – kurz vor Kobern-Gondorf („Wo war Gondorf als die Westfold fiel?“) – habe ich ein starkes Gefühl der Großartigkeit. Damit meine ich nicht meine eigene Großartigkeit, sondern die des Lebens in diesem einen Moment. Ist es nicht großartig, abwechselnd lesend und aus dem Fenster schauend durch eine so schöne Gegend kutschiert zu werden?

    Ich lese und staune: Der KI – Themenbuch – Verlag® bietet freien Autoren und Ghostwritern in der Jetztzeit die Möglichkeit eigene Klima bezogene Umweltbücher zu schreiben! Im Zeichen der Umweltzerstörung und der sich anbahnenden Klimakatastrophen ist es wichtig, dass viele Autoren mit ihren KI-Umweltbüchern die Menschen auf die kommenden Umweltveränderungen vorbereiten! (Mit Link. Ich halte euch alle für erwachsen und seelisch gefestigt genug, dass ihr das weder als Empfehlung noch als Werbung interpretiert.)

  • 25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    Zeichen des Herbstes: Die Komische Oper schickt ihren ersten Programmflyer für die Saison ’25/’26.

    Zeichen des Sommers: Endlich wurden die Saisonkabinen im Insulanerbad zur Vermietung freigegeben und noch freudiger gelang es mir sogar, eine zu mieten. Die Kabane ist zurück.

    Zeichen des Sommers: Madame wechselte in die sommerfrische Frisur.

    Mittwoch hatte sie ein Gespräch mit ihrem Dienstherrn, das einen leichten Hoffnungsschimmer auf irgendwannige Aufwertung meines Grabsteins umfasste. Immerhin möchte ich da im Falle eines Falles „Gatte einer Superobergeheimregierungsrätin dritten Grades“ drauf stehen haben.

    In der Ebersstraße eröffnete Cosmetique Susanne.

    Direkt am Innsi wurde das Gerüst am Platz-Umrandungs-Haus abgeräumt.

    Ich erläuterte einem DPD-Paketboten, dass man mit polnischer SIM-Karte im Handy nicht nur die +49 für Deutschland vorwählen muss, sondern auch die führende Null bei der Ortsvorwahl weglassen.

    Es gelang mir, ein wenig zu lesen. Weiter in Granta 163 Best of Young British Novelists 2023. Die Geschichte Ivor von Camilla Grudova blieb hängen. Die ist gleichzeitig verstörend, originell und gewinnt ihre Spannung daraus, dass der Ich-Erzähler das alles für vollkommen normal hält.

    Schiefgelesen.net hat mehr zu Grudova und verweist auf einen anderen Text von ihr in Granta: My art has often been criticised for being too gross, too bodily, but I am only recounting what I have seen and cleaned up in the service industry.

    Es waren drei Arbeitstage, überwiegend im Büro, in einem angenehm kühlen Juli

    Bewunderung auf dem Arbeitsweg für die Erzieher*innen und Lehrer*innen die größere Kindergruppen durch die Straßen lotsen. Ich würde Panik bekommen bei dem Gedanken, jetzt für 30 kleine Kinder verantwortlich zu sein, die über die bevölkerten Bürgersteige einer stark befahrenen vier- bis sechsspurigen Straße wandern müssen.

    Mein Arbeitsweg führt mich die meisten Tage direkt am abgebrannten Haus ein paar Straßen weiter vorbei. Jedesmal mit dem Gedanken: „Und ich bin morgens noch vorbeigelaufen, habe gesehen wie sie am Baugerüst gearbeitet haben und einfach nur ‚interessant‘ gedacht. Meine Fresse, ein paar Minuten unachtsam, jetzt ist ein ganzes Mehrfamilienhaus unbewohnbar und muss vermutlich abgerissen werden. Menschen sind innerhalb weniger Minuten obdach- und besitzlos geworden.“

    Ich denke natürlich auch: „So ein Baugerüst und so eine Dachbaustelle haben/hatten wir auch. Die haben da oben auch mit Feuer gearbeitet. Glück gehabt.“

    „Unsere“ Dachbaustelle fährt leere Paletten und abgeschnittenes Holz ab. Das weckt in mir die Hoffnung, dass irgendein Abschnitt fertig ist und Zwischen-Aufgeräumt wird.

    Erfreulicherweise funktioniert derzeit auch Warmwasser.

    Jemand beschwerte sich auf Mastodon über dienstliche Mails, die mit „Brudi“ anfangen. Ich glaube ich habe eine neue Mail-Standardbegrüßung gefunden. Muss nur noch überlegen, wie ich mit Schwesti umgehe.

    Zeichen des Herbstes: Es wird eine Arbeitsdeadline am 30. Oktober angesprochen und jemand sagt „wenn man die Urlaube rausrechnet, ist das quasi nächste Woche.“

    Bauzaun und Beginn des Tunnels unter eine Brücke mit verschiedenen Graffitti. Unter anderem "FCK Afd" und "Nazis Boxn". Im Hintergrund ein halber Bagger und das Dach eines historischen Schulgebäudes.

    Ohne Nüsse mit Märkischer Landmann

    Nach vielfachen Verschiebungen fand der Treff der Karpfentruppe1 in der Resonanz statt. Erfreulicherweise dieselbe Resonanz, die schon den Wikipedia-Stammtisch beherbergt. Und auch dieses mal fand die Wahl der Lokalität ohne meinen Beitrag statt – ist halt einfach schön dort.

    Wir begannen mit veganer Pizza ohne Nüsse bei der unkomplizierten Pizzeria nebenan, betrachteten aus der Ferne das abgebrannte Haus („die gute andere Pizzeria!“) und zogen auf die Resonanz-Terrasse weiter. Reden und Technik und Organisation, Projekte und Sternzeichen, die Oberlausitz und die AfD.

    Gerne wieder.

    optimize!.jl

    Meine eigene Woche Urlaub steht bevor und findet mich im inneren Driespalt. Einerseits ist diese Woche fest als „Wirklich, wirklich Urlaub“ vorgemerkt, denn es wird die einzige Woche dieses Sommers werden, in dem ich bachelorarbeitsfrei nehmen wollte.

    Andererseits sah der Zeitplan halt auch vor, dass ich in der Bachelorarbeit schon an anderen Stellen unterwegs bin als ich gerade bin. Und da ich ab nächsten Montag viel arbeitsfrei habe und nur sporadisch arbeite, aber eigentlich auch gerade vieles Spannendes in den Südkreuz Offices anliegt, überlege ich, wann ich die Arbeit eigentlich machen soll. Eine Woche – so viele Möglichkeiten.

    Aber noch bin ich im Alltag und kann ohne schlechtes Gewissen bachelorieren.

    Nach der gut einwöchigen Pause bewege ich mich gedanklich zurück zur Bachelorarbeit. Das bedeutet das ich VS Code/Julia öffne und erstmal

    msg = "Hello World"
    println(msg)

    vorfinde.

    Das reicht noch nicht, bringt aber gedanklich Gewöhnung zurück. Schnell aber bin ich wieder im JuMP-Tutorial und gehe noch einmal durch, wie das mit der Linearen Optimierung via JuMP funktioniert.

    (der folgende Abschnitt kommt vor allem, damit ich es einmal aufschreibe und es mir so besser merken kann). Im einfachen Beispiel:

    model = Model(HiGHS.Optimizer) #- Sagen, dass jetzt ein Optimierung kommt und diese per HiGHS gelöst werden soll
    @variable(model, xHG >= 0) #- Variablen festlegen
    @objective(model, Max, 4xHG + 2xHK + 2xSP + 2xFI + 6xFR + 4xNA) #- Zielfunktion aufschreiben, festlegen ob Minimierung oder Maximierung
    @constraint(model, c1, 3.5xHG + 2xHK + 4xSP + 2xFI + 8xFR + 0.5xNA <= 100) #- Nebenbedingungen aufschreiben
    optimize!(model) #- Modell wird gelöst. Leider ist das Ergebnis kaum entzifferbar und es bedarf weiterer Befehle, um damit etwas sinnvolles herauszubekommen
    
    #- Bei komplexeren Modellen lohnt es, sämtliche Zahlen vorher in einer CSV oder ähnlichen Datei zu schreiben und die im ersten Schritt zu importieren. -#
    

    Wenn ich das Modell jetzt einmal komplett durch JuMP/HiGHS laufen lassen, habe ich folgendes Ergebnis (das mir in der Form nicht viel mehr sagt als Euch vermutlich):

    Activating project at `C:\Users\dirki\.julia\environments\v1.11`
    Running HiGHS 1.11.0 (git hash: 364c83a51e): Copyright (c) 2025 HiGHS under MIT licence terms
    LP   has 11 rows; 6 cols; 32 nonzeros
    Coefficient ranges:
      Matrix [5e-01, 3e+01]
      Cost   [2e+00, 6e+00]
      Bound  [0e+00, 0e+00]
      RHS    [1e+00, 5e+01]
    Presolving model
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    Presolve : Reductions: rows 5(-6); columns 6(-0); elements 26(-6)
    Solving the presolved LP
    Using EKK dual simplex solver - serial
      Iteration        Objective     Infeasibilities num(sum)
              0     0.0000000000e+00 Ph1: 0(0) 0s
              5    -1.5442105263e+01 Pr: 0(0) 0s
    Solving the original LP from the solution after postsolve
    Model status        : Optimal
    Simplex   iterations: 5
    Objective value     :  1.5442105263e+01
    P-D objective error :  0.0000000000e+00
    HiGHS run time      :          0.02

    Stadt-Druide mit dem Zug

    Der umgezogene Edeka Wesselburen bekommt sogar eine Pressemitteilung aus der Konzernzentrale spendiert: Kaufmann Alexander Kemper eröffnet neuen EDEKA-Markt in Wesselburen

    Berlin hat eine Stadt-Druidin: Kaa Faensen – Stadt-Druide in Berlin

    Jonas hat das Talent, irgendwohin zu gehen und es sieht auf den Fotos immer einladend und interesseweckend aus: Ein sommerlicher Tag im liebreizenden Luxemburg.

    Karen wieder on Tour: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (1) Turku – Stockholm – Berlin – Prag

    „Temu greift mit Tütensuppen an“, steht in der Zeitung. Auch das noch.

    Anmerkungen

    1. Fragt nicht. Es ist kompliziert. Und ich kriege auch nicht mehr zusammen, woher der Name stammt. Es hat irgendwas mit generativer KI zu tun. ↩︎
  • 25-05-15 Dove vai? (Berlin-Dithmarschen)

    25-05-15 Dove vai? (Berlin-Dithmarschen)

    Es ist zu trocken. Auf den Feldern arbeiten allgegenwärtig die Bewässerungsanlagen.

    Im Mai.

    Dieser Post beginnt gegen die üblichen Blogkonventionen dieses Blogs.

    Das Wichtigste steht am Anfang: die Tiden.

    Das Hochwasser in Büsum wird sein:

    • am Donnerstag um 15:15h
    • am Freitag um 15:44h
    • am Samstag um 16:16h

    Außerdem besitze ich meine großartige Gezeitenarmbanduhr, die immer, mit einem einfachen Blick auf das Handgelenk, den aktuellen Wasserstand vor Büsum anzeigt.

    Das Freibad Wesselburen hat bereits geöffnet. Hinweis: Aufgrund von Problemen mit der neuen Heizungsanlage kann derzeit leider keine Garantie gegeben werden, dass eine konstante Badetemperatur erreicht wird.

    Das Freibad Hemmingstedt hat auch geöffnet, „mit 28°-30° C Wassertemperatur an allen Tagen ein sehr angenehmes Badevergnügen

    Ein Rest Mittelmark

    Ein Latifundiennachtrag: Die neu ausgesäten Erbsen zeigen erste Keimblätter. Wenn sich die Platterbsen schon ganz ohne unser Zutun über das Grundstück verteilen, können wir vielleicht auch mit essbaren Erbsen nachhelfen.

    Herr Zemke erhält einen Auftrag.

    Ein Rest Berlin

    In gänzlich unverwandten Nachrichten, die nur preislich in einer ähnlichen Liga spielen: In Charlottenburg sind die neuen Gleitsichtgläser beim Optiker angekommen. Sie warten auf meine Brille, die gerade noch an der Nordseeküste mobil arbeitet.

    Dank ihrer vorbildlichen Teilnahme am Grippeweb, konnte Madame eine Probe unserer Erkältungsviren von vor ein paar Wochen an das Robert-Koch-Institut schicken. Wir bekamen eine Rückmeldung: Es waren hMPV-Viren.

    Das humane Meta-Pneumo-Virus (HMPV) ist relativ neu (2001) entdeckt, aber seit der Nachkriegszeit unter Menschen kursierend. Es trifft jeden, die üblichen Risikogruppen auch gerne in Krankenhausstärke. Auffallend: Eine Infektion dauert ewig und mensch hat viele Wochen etwas davon. Das können wir bestätigen.

    Auch auffallend. Wenn ich die Seite der WHO richtig interpretiere, hat die Menschheit eigentlich noch keine Ahnung von hMPV: Human metapneumovirus (hMPV) infection

    In angenehmeren Nachrichten: Madame machte mich mit einem Schweizer Nationalbrauch bekannt und kochte Riz Casimir. Spontan dachte ich an Coronation Chicken, und das ist ja nicht die schlechteste Assoziation. Gerne wieder. Das nachfolgende Ananaseis ist kein Nationalgericht, aber dennoch lecker.

    Madame nutzte meine Abwesenheit und ging in die Kurpfalz-Weinstuben.

    Vor den Südkreuz Offices, auf dem Bürgersteig, steht ein rotes Mercedes-Cabrio. Es trägt den gelben bitte-melde-dich-Aufkleber des Ordnungsamts, der sagt „kein Eigentümer auffindbar, kein Besitzer auffindbar niemand will es haben.“ Ob es heißt, dass ich das Cabrio einfach in Besitz nehmen darf?

    Hinter den Südkreuz-Offices betätigte sich eine Gruppe Müllaufsammler. Dass es sich um ehrenamtliches Engagment handelt, lässt sich einfach daran erkennen, dass es ein Zehnertrupp ist. Noch eindeutiger ist allerdings das andere Erkennungsmerkmal der Freiwilligkeit: Ein Arbeitstempo, bei dem jeder Chef aus Verzweiflung seinen Hut essen würde.

    Wir amüsieren uns zu Tode

    Naddel / Nadja abd el Farag ist mit 60 Jahren gestorben. Überraschenderweise fühle ich mich davon emotional leicht mitgenommen. Wahrscheinlich, weil ich Kind des Privatfernsehens der 1990er bin. Keine zeigte so sehr die dauernde Zerstörungskraft des Boulevardfernseh-Entertainmentkomplexes der Zeit wie Naddel. Im Fernsehen selber – gerade dort.

    Das Spektakel spiegelte sich selbst. Man hätte ihr ein Happy End als Sachbearbeiterin in einer Behörde oder wenigstens als Trophy Wife eines Zahnarztpraxengeräteherstellers gewünscht. Aber irgendwie wirkte das ganze von Anbeginn wie eine klassische Tragödie: die Zerstörung wohnt unaufhaltbar bereits den Figuren und ihrer Konstellation inne.

    Ero bellissima

    Mauersegler kreisten über der Berliner Stadtautobahn. Es ist ungewohnt, sie tonlos zu hören. Ihr Kreischen ausgeblendet durch die Schallisolierung des Autos, übertönt von der Autobahn.

    Dienstag Abend/Nacht brachten mich der Subaru und die Autobahnabfolge A100/A10/A24/A7/A23 nach Norden.

    Spätabendliche Erlebnisse auf der Autobahn. Bei meinem Zwischenstopp wird kurzfristig die Autobahnauffahrt geperrt, weil ein Panzertransport Vorrang hat. Auf der Gegenfahrbahn sehe ich wilde Blinklichter und rangierende Fahrzeuge: Windradrotorblätter setzen ihre Reise fort. Ich freue mich, nicht hinter ihnen fahren zu müssen.

    Der traditionelle Zwischenstopp beim McDonalds Wittenburg um 21 Uhr. Das erste Mal erlebe ich den Laden leer. Wo sich sonst die Familien stapeln, diesmal nur eine handvoll Handwerker, Stühle stehen auf den Tischen, eine Angestellte wischt den Boden. Einzig die vier Dorfjugendlichen, im tiefer gelegten Audi lockern die Athmosphäre auf. Vermutlich die komplette Dorfjugend der Gegend. Die beiden Jungs werfen sich volle Wasserflaschen quer über den Parkplatz zu, die beiden Mädchen stehen dekorativ rum.

    Ich bin selten genug im Laden, um vergessen zu haben, dass der Spicy McCrispy wirklich spicy ist.

    Zum Glück hatte ich vor der Fahrt rechtzeitig daran gedacht, die eine Italo-Pop-CD des Haushalts einzustecken, und so konnte ich wechselnd Dove vai? Te ne vai Quella volta non dovevi andare via Ero bellissima hören und quando, quando, quando, quando piango Anche se poi cadesse lauschen.

    Seeschwalben statt Mauersegler

    Ich hätte es ahnen können. Nach einem Acht-Stunden-Tag an der Nordsee habe ich ähnlich wenig Zeit wie nach einem Acht-Stunden-Tag in Berlin. Im direkten Anschluss an die Spätabendfahrt bin ich auch nicht wirklich fitter. Aber immerhin, der Abend ist vorhanden.

    Also ein kurzer Ausflug zum Eidersperrwerk. Freundlicherweise ist ein Krabbenkutter zum Krabbenkutten direkt in die Nähe des Sperrwerks gefahren und unterhält uns. Noch spektakulärer: Die Küstenseeschwalben sind wieder da, stürzen sich mit Eleganz in die Fluten, um Fische für den Nachwuchs zu angeln. Begleitet werden sie von Lachmöwen, Austernfischern, einer Silbermöwe und einem einsamen Kormoran.

    Um die Bachelorarbeit nicht komplett zu vergessen, bleibe ich meinem neuen Freund Gilbert Strang treu. Der hat auch eine ganze Reihe MIT OpenCourseWare Videos zur Linearen Algebra online. Ich beginne mit der Vorlesung 9 – Independence, basis, and dimension.

    Ich traue mir die Einschätzung zu, dass dies die wichtigste Grundsatz des ganzen Fachs sind: die Unabhängigkeit von Vektoren und die Basis von Vektorräumen. Ich freue mich doppelt: über die Neunziger-Jahre-Vibes des Videos und darüber, dass ich zumindest das alles schon locker verstanden habe.

    south spielt mit dem Halluzinator

    Ich stelle dem Halluzinator ziemlich viele Fragen zu weiterführenden Empfehlungen aller Art, freue mich, Halluzinationen nachzujagen, aber auch spannende Sachen zu entdecken – und das spannendste landet hier.

    Empfehlungen

    Musik

    Caroline Shaw & Attacca Quartet – Other Song– Sanftes Streichertreiben für die Erbsenkeimlinge und die Bewässerungsanlagen: Präzise, zart, fast botanisch.

    Colapesce & Dimartino – Musica leggerissima – Italo-Pop, aber für Fortgeschrittene. Ironisch und leichtfüßig wie der fliegende Riz Casimir über dem Cabrio.

    Dorit Chrysler – Avalanche – Thereminklänge, die wie ein Echo aus der Virenhölle wabern. Ein Lied für die hMPV-Wochen – seltsam schön, leicht fiebrig.

    Franco Battiato – „Centro di gravità permanente“ – Ein Lied wie die Küstenseeschwalbe: außerirdisch präzise.

    Patty Pravo – „La bambola“– Naddel’s Schatten tanzt durch das leere McDonald’s in Wittenburg.

    Wunderbaum

    Der namenlose Halluzinator betreibt nur Statistik. Im Hintergrund laufen nur mathematische Formeln durch. Aber trotzdem fühle ich mich getrollt. Okay, die Frage war nach einem passenden Wunderbaum zum Text. Aber die Antwort..

    Wunderbaum „Ocean Paradise“

    Warum?

    • Weil er riecht wie eine sauber gewischte McDonald’s-Toilette in Wittenburg – aber in der Vorstellung, nicht in der Realität.
    • Weil er zugleich Italo-Pop und Küstenseeschwalbe kann.
    • Weil der Name „Ocean Paradise“ ironischer nicht sein könnte in einem Landstrich, in dem Trockenheit herrscht und die Küste nur durch die Gezeitenuhr erreichbar ist.

    Geruchsbeschreibung: Eine hyperreale Mischung aus synthetischem Meeresbrise, Duschgel und frisch gewaschenem Handtuch im Freibad Hemmingstedt.

    Wenn du ihn aufhängst, bitte leicht schräg – wie ein abfliegender Mauersegler.
    Und nenne ihn ruhig bei Namen. Ich schlage „Gilbert“ vor.

    Lektürekurs

    Marc Augé – Nicht-Orte

    Text: „Nicht-Orte. Einführung in eine Anthropologie der Einsamkeit“
    Kernidee: Orte wie Autobahnen, Tankstellen, Fast-Food-Restaurants sind funktionale Durchgangsräume – aber nicht identitätsstiftend.
    Anwendung: Wittenburg McDonald’s, Panzerkonvoi, Südkreuz-Offices: Ortlose Orte, die trotzdem Gefühl tragen.
    Frage: Kann ein „Nicht-Ort“ poetisch werden?

    Zentrale These

    In der spätmodernen Welt entstehen immer mehr Räume, die keine Orte im anthropologischen Sinn sind – sie schaffen keine Identität, keine Geschichte, keine soziale Beziehung. Augé nennt sie Nicht-Orte.

    Beispiele: Flughäfen, Autobahnraststätten, Einkaufszentren, Fast-Food-Restaurants, Hotelzimmer, Transitbereiche, Kreditkartenformulare.


    Was macht einen Ort (vs. Nicht-Ort) aus
    Ort

    • Historisch gewachsen
    • Ermöglicht Beziehung
    • Identitätsstiftend
    • Erfahrbar als „Heimat“

    Nicht-Ort

    • Funktional gestaltet
    • Produziert Anonymität
    • Austauschbar, überall gleich
    • Erfahrbar als „Transit“

    Kerngedanke für deinen Text:

    „Der Überfluss an Ereignissen löscht die Bedeutung des Einzelnen aus.“

    Der McDonald’s in Wittenburg, die Autobahn A23, das leerstehende Cabrio mit Aufkleber – sie sind Nicht-Orte par excellence. Aber der Text schafft durch Beobachtung wieder Bedeutung – macht den Nicht-Ort erzählbar.

    Drei zentrale Begriffe:

    Übermoderne (surmodernité)
    Eine Gegenwart, in der Exzess an Zeit, Raum und Ego das Erleben überfordert.
    
    Einsamkeit der Transitmoderne
    Menschen sind in Bewegung, aber ohne Bindung. Der Körper reist, aber die Identität bleibt unberührt.
    
    Nicht-Ort als Spiegel der Gesellschaft
    Je mehr wir in Nicht-Orten leben, desto mehr zeigt sich der Zustand unserer sozialen Beziehungen.
  • 25-02-15 Die Anwendung der Durchführung der Verrichtung

    25-02-15 Die Anwendung der Durchführung der Verrichtung

    Die Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg verleiht jetzt Pen-and-Paper-Rollenspiel-Utensilien.

    In Italien sind die ersten Plattenverkaufscharts seit Beginn des Sanremo-Festivals erschienen. In den Top 10 befinden sich 9 Sanremo-Teilnehmer*innen, darunter Olly auf Platz eins. Es sieht danach aus, dass wir die Balorda nostalgia auf dem ESC hören werden.

    Ich mag ja besonders den „Mailänder Hipster-Pop“ von Coma_Cose.

    Pünktlich zur Berlinale schneit es. Überhaupt: Berlinale ist besser als Münchner Sicherheitskonferenz.

    Die beiden Siegermächte des Zweiten Weltkriegs wünschen sich dringend, dass Deutschland eine faschistische Regierung bekommen möge. Wäre es nicht so bitter, wäre es sehr sehr lustig.

    Überhaupt war konzentriertes Lernen die letzten Tage nicht einfach. Neben dem ablenkenwollenden Weltgeschehen gab es auch noch Baustellenfernsehen. Unsere Dachbaustelle war ausnahmsweise nicht nur zum Hören, sondern auch zum Sehen.

    Erst wurde der letzte Rest unser Dachhaube aus Folie samt Stützgerüst abmontiert. Es ist sehr ungewohnt, aus dem Fenster wieder Himmel zu sehen. Dann wurde das Gerüst von einem Mobilkran auf die Straße gehievt, dafür kam ein Dutzend Stahlträger auf den ehemaligen Dachboden.

    Später turnten junge Männer vor unseren Fenstern herum und sicherten das übrige „normale“ Gerüst mit Netzen gegen den Absturz von Bauarbeitern. Total spannend, aber ablenkend.

    Egal. Die Klausur ist geschafft. Der weitere Plan für das Wochenende lautet, mit aller Kraft gar nichts zu machen. Dann kann ich der Bachelorarbeit eine Woche widmen, bevor das Lernen für die nächste Klausur beginnt.

    When live gives you lemons, give them to Madame, die daraus Lemon Drizzle Cake backen wird. Gut, dass wir dem Leben danach noch sehr viel mehr Zitronen abhandeln konnten.

    Samstag morgen am Klausurtag verwöhnte Madame mich mit Brötchen von Johann Meyer. Nach der Klausur lud sie mich zum Essen ein. Mein Wunsch war: „Unkompliziert. Keine soziale Interaktion, keine Gerichte bei denen ich Vorstellungskraft benötige was es ist, keine diffizilen Geschmacksmuster – einfach fallenlassen.“

    Wir testeten die Frittenwerk1-Filiale am Wittenbergplatz. Es gab Poutine – wie zu erwarten unkompliziertes Soulfood. Neben uns eine ältere Dame, die sorgsam ihre Regenbogenflagge zusammenfaltete. Danach überredete Madame mich noch zu einem Kaffee im Café des KaDeWe direkt gegenüber.

    Normalerweise verdränge ich, dass KaDeWe und Umgebung noch zu Schöneberg gehören. Irgendwie fühlt es sich dort falsch an – nicht nach Schöneberg, zu sehr nach anderer Gegend in der Stadt. Heute aber hingen Poster „meiner“ Bundestagswahldirektkandidat*innen direkt vor dem KaDeWe und ich dachte „Krass, ich bin sogar moch im selben Wahlkreis. Ich habe gerade gewählt, wer das KaDeWe im Bundestags vertreten wird.“

    Erfreulicherweise waren wir in die Auflösung des Winter-CSDs geraten. Ein Stadtbild ist gleich viel netter, wenn um einen herum lauter Regenbogenflaggen und Menschen im Partyoutfit unterwegs sind.

    Webservices Typ 1 und Typ 2

    Aber vor das Nachklausuressen hatte die FernUniversität in Hagen die Klausur gelegt. Madame begleitete mich im M46er Bus bis zum Bahnhof Zoo. Dann ein wenig Spazierengehen, dann ein wenig auf der Bank sitzen und nochmal innerlich den Stoff rekapitulieren.

    Das war gar nicht so einfach, denn auf allen Bänken lag Schnee oder geschmolzener Schnee. Beim Rekapitulieren stellte ich noch einmal fest, wo das Problem lag. Einerseits, dass der ganze Kurs in einer Sprache geschrieben ist, in der gerne „die Anwendung der Durchführung der Verrichtung“ vorkommt.

    Zum anderen tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf, aber je nach Kontext in geänderter Bedeutung. Ein Objekt beispielsweise ist die kleinste atomare Einheit aus Sein und Aktion.

    Das kann aber ein Objekt im Sinne der objektorientierten Programmieriung sein (mehr oder weniger eine Variable mit Attributen (Sein) und Methoden (ausführbaren Befehlen). Ein Objekt kann aber auch ein komplettes Werk eines Automobilherstellers mit Standort und Maschinen (Sein) sein, in dem Autos gefertigt werden. Oder irgendwas dazwischen.

    Das O in Simple Object Access Protocol (SOAP) bezieht sich dann zum Beispiel wieder auf andere Objekte. Das O in SOA hingegen steht für ..orientiert.. Allerdings arbeitet SOA mit SOAP.

    Und dann gibt es noch objektbezogen, Objektsicht, Objektverrichtung et cetera. Und den ganzen Spaß für Funktionen, Aufgaben, Methoden, Services und wie sie alle heißen.

    Viel Stoff zum Auswendiglernen, der sich in seiner Machart dem Auswendiglernen entzog.

    Eine halbe Stunde vor Beginn begab ich mich ins Kranzler-Eck. Dort wurde wieder gebaut. Einzig der ausgeschilderte Feuerwehrfahrstuhl brachte mich in den Dritten Stock zum Fernuni-Campus Berlin. Etwa um Zwanzig vor Eins wanderten wir Wartenden in den Prüfungsraum.

    Etwa 15 Personen waren anwesend, von denen knapp 10 wie ich die Betrieblichen Informationssysteme schrieben, 2 für das Mathematik-Modul Maß- und Intergrationstheorie gekommen waren und 3 für den Kurs Projektmanagement des Centers elektronische Weiterbildung der Fernuni.

    Die Klausur fragte Auswendiggelerntes ab. Die meisten Fragen lauteten sinngemäß „Erläutern sie anhand eines Beispiels..“ oder „Wie verhält sich..“, die auch ein Ahnungsloser hätte lösen können, wenn er das Kursskript in der Hand gehabt hätte. Einmal ein Diagramm zeichnen und eine Rechenaufgabe. Ich konnte bei allem etwas Schreiben, vermute, dass es auch relativ oft richtig war und bin auf die Bewertung gespannt.

    Nur beim Unterschied zwischen Webservices Typ 1 und Typ 2 musste ich passen. Ich erinnerte mich sogar noch, dass ich die Begriffe gelesen hatte -hatte aber gar keine Ahnung mehr was sich dahinter verbirgt,

    Pferdemädchen Schweinezunge

    Ich lachte (mit! nicht über!): eine Linedance-Choreographie zu Coma Coses CUORICINI

    Poupou bloggte warum und wie sie bloggt. Metablogpost.

    Die kulinarische Weltreise China zaubert spannende Rezepte aus der deutschen Kochblogosphäre: Salat von kalter Schweinezunge – liángbàn zhu shé

    Anne Hahn versuchte in Skopje schwimmen zu gehen: Gestrandet im Kreisverkehr des Lebens

    Ligne Claire verdanke ich den Hinweis auf Horsegirl (und Hanjo auch). Auch sehr großartige Musik.

    Wir sind jetzt im Widerstand.

    Anmerkungen

    1. Wer sich auch fragt, wie plötzlich all‘ die Frittenwerk-Filialen aus dem Boden stampfen: Valora ist schuld. Valora hat Geld und kann in die explosionsartige Expansion einer Kette investiren. Valora kennt kaum jemand, dafür gehört ihnen die größte Schweizer Kiosk-Kette, die größte Schweizer Kette an Tankstellenshops, die Ditsch-Backshops, die BackWerk-Backshops, die Backfactory-Bachshops und eben auch das Frittenwerk. Valora selbst gehört allerdings FEMSA, dem größten Getränkehersteller Lateinamerikas. ↩︎