Schlagwort: Radfahren

  • 25-01-19 Grundschöttel! (Hagen)

    25-01-19 Grundschöttel! (Hagen)

    Nena kommt aus Hagen. Nina Hagen hingegen kommt aus Berlin.

    Ich bin körperlich wieder in Berlin, gedanklich aber noch in Hagen.

    Am Bahnhof Hagen fuhr ICE 859 nahezu pünktlich mit angekündigten Wagen in der angekündigten Reihenfolge ein. Vorher genoss ich das Spektakel der An- und Abreisenden in der Hagener Bahnhofshalle.

    Davor gab es Znüni im Café Vicenzo.

    Denn Café Vicenzo löste mein samstagliches Zeitproblem. Das Zimmer musste ich bis spätestens um 10 Uhr verlassen, den Zug durfte ich frühestens um 12:30h besteigen. Reisezeit vom Zimmer zum Zug: Eine gute halbe Stunde.

    Also dachte ich, ich fahre erstmal in die Stadt. Dann steige ich an einem Punkt aus, von dem aus selbst ich zu Fuß den Bahnhof finde. Und dann wird es wohl eine Bäckerei geben, in der ich noch Kaffee und ein zweites Frühstück bekomme und etwas Zeit verbringen kann.

    Ich fuhr bis zum Theaterplatz. Dort gab es keine Bäckerei, aber etwas viel Besseres: Café Vicenzo. Rein äußerlich eine Mischung aus Italianita, Shabby Chic und Hagen-Style. Am Tresen hing ein Poster, dass Vicenzo selbst ein Konzert zum 20jährigen Café-Jubiläum geben wird.

    Auf der Karte die üblichen Kaffeespezialitäten und eine kleine Frühstückskarte mit Brötchen und Rührei. Das Café gut gefüllt, anscheinend fast alles Stammgäste. Ich fiel mit großem Koffer sofort auf – und wurde ausnehmend herzlich behandelt. Nach etwa einer Dreiviertelstunde Aufenthalt hatte ich den Eindruck, selber kurz vorm Einzug in die Stammgastkategorie zu sein.

    Aber leider – so schön wie es alles war – baldige Rückkehr nach Hagen ist für mich nicht zu erwarten.

    Aufgewachsen im Schatten der Müllverbrennungsanlage Krefeld

    Aber bevor ich aus Hagen aufbrach, galt es dort Donnerstag und Freitag zu verbringen.

    Der Rest der Woche begann mit dem Seminar. Ich war ja durch, konnte also unbeschwert zuhören. Es gab drei Themenblöcke:

    (a) Eher abstrakt zum Thema Postoptimalitätsanalyse in der Linearen Programmierung. In diesem Block war ich mit meinem Vortrag gelandet. Grob gesagt geht es dabei um eine Problemstellung, der der ich etwas maximieren (Ertrag) oder minimieren (Abfall, Co2, Kosten) möchte – unter bestimmten Rahmenbedingungen.

    Um ein Beispiel zu bringen: Ich möchte C02 mininierem, muss aber innerhalb eines Tages drei Wölfe, eine Tonne Salat und eine Schafherde über den Fluss bringen. Dafür stehen mir verschiedene Transportmittel zur Verfügung mit jeweils eigener CO2-Erzeugung und Transportkapazitäten. Was ist die optimale Mischung an Transportmitteln?

    Dabei bestimmte ich im ersten Schritt mathematisch eine optimale Lösung. Im zweiten Schritt kann ich aus dem Ergebnis der Berechnung diverses Anderes ablesen – um die Frage nach dem „Anderen“ dreht sich die Analyse nach (post) Bestimmung der optimalen Lösung; also die Postoptimalitätsanalyse.

    (b) Block 2: Effizienmesseung bei Banken. Hier lag die Herausforderung darin, dass es bei Banken gar nicht so einfach ist zu sagen, was relevanter Input und was relevanter Output ist. Einzelne Werte (zB Menge der vergebenen Kredite) wird mal als Input und mal als Output gewertet,

    (c) Block 3: Multikriterielle Entscheidungsprobleme am Beispiel Abfallswirtschaft.

    Wir müssen eine Entscheidung treffen- zum Beispiel über die Anschaffung von Müllwagen, Standorte von Abfallverbrennungsanlagen, Auswahl der Müllbehandlungsmethode. Dafür gibt es verschiedene Ziele und Kriterien (ökonomisch, ökologisch, sozial). Die Ziele widersprechen sich in Teilen und funktionieren in verschiedenen „Einheiten“. Es lässt sich also nicht einfach drei Geld minus vier Sozialeinheiten rechnen. Wie formuliere ich dennoch ein abstraktes mathematisches Modell für solche Themen?

    Die Teilnehmer*innen waren überwiegend Ingenieure und BWLer – beides keine Gruppen, die für ihre unkonventielle Herzlichkeit bekannt sind. Ich glaube, es war die erste Uni-Veranstaltung meines Lebens bei der sich auch die Studierenden untereinander siezten.

    Aber im Laufe der Tage lockerten sie auf.

    Irgendwann zeigte sich auch, dass wir am Lehrstuhl Wirtschaftsmathematik unterwegs waren und nicht etwa bei Marketing oder Controlling. Irgendwann schimmerte unter den weißen und karierten Hemden und den Kostümchen doch deutlich das Nerdtum hervor. Und da wurde es auch menschlich spannend.

    Aber ich hatte mir nach dem Seminar noch etwas Zeit für die Stadt und Sightseeing gegönnt.

    Besuchen sie unser gemütliches Wohnzimmercafé mit dem Flughafenabsperrband

    Links! Welch Idee!

    Nach Verlassen der Bildungsherberge wendete ich mich automatisch immer nach rechts (Nordost), denn dort liegen Uni, Edeka und der Umstieg zum Westfalenbad. Nun empfahl Thomas in den Kommentaren:

    Wenn du die Eppenhauser Straße stadteinwärts gehst (von der Herberge aus Feithstraße nach links und dann an der Aral-Tankstelle rechts)..

    Potzblitz! Ich kann ja einfach mal vom Grundstück kommen und dann nach links laufen! Er hat recht. Und so lief ich links, dann an der Araltankstelle rechts und dann die Eppenhauser Straße hinunter.

    Ein wenig fühlte ich mich wie in New York. Ehrlicherweise lag es vermutlich weniger an Hagen – mehr daran, dass mein letzter Gang alleine eine unbekannte lange Straße entlang Richtung Stadtzentrum 2015 entlang des Broadways verlief.

    Auf dem Weg in die Stadt passierte ich den „Schwedischen Kiosk“ und „Golden Dog Beauty“. Dort schaute mich der Golden Dog, ein Labrador mit großen Augen, hingebungsvoll direkt durch das Schaufenster an, so dass alle bösen Gedanken an überschminkte Kampfhundausführerinnen sofort von mir wichen.

    Ich lief weiter in die Stadt, staunte über die vielen authentisch aussehenden italienischen Eiscafés und das Café de Paris – landete aber im Colazione. Einem Café inmitten eines halbleeren Einkaufszentrums, das versuchte Gemütlichkeit mittels Polstermöbeln herzustellen.

    Es hätte allerdings geholfen, wenn diese Möbel alt. luxuriös und shabby gewesen wären, nicht offensichtich brandneu und preiswert. Auch die Lage inmiten der großen Einkaufszentrumshalle, von dieser getrennt durch Flughafenabsperrbänder, half nicht.

    Ach, Hagen, Du unvollendete. Wie wirst du mir immer sympathischer. Ich nahm einen Kaffee und begann im Wikipedia-Artikel zur Stadt zu schmöckern.

    Der Wikipedia-Eintrag zu Hagen bot manchmal wenig überraschendes:

    Das Risiko, beim Radfahren in Hagen zu verunglücken ist gegenüber dem Bundesdurchschnitt um den Faktor 10 erhöht.[35] Hagen belegt in Fahrradklima-Tests des ADFC[36] regelmäßig den letzten Platz unter allen deutschen Großstädten, so zuletzt 2020.[37]

    Er bot Fakten, die inhaltlich nicht überraschten, aber doch in ihrer Form:

    Die größten Steigungen (mit mindestens 20 %) innerhalb des Hagener Stadtgebiets:

    • Treppenstraße in Altenhagen mit 28 %
    • Böhmerstraße in der Stadtmitte mit 27 %
    • Ewaldstraße in Wehringhausen mit 27 %
    • Rehstraße in Wehringhausen mit 26 %
    • Tunnelstraße in Wehringhausen mit 26 %

    und er bot gänzlich Überraschendes:

    Im Jahr 2017 wurde Hagen in die 27. Auflage des Duden aufgenommen.

    Weitere Wege führten mich zur Buchhandlung am Rathaus. Auch die wäre eine Abschweifung wert, die später kommen wird. Wie so oft in der Stadt das Erlebnis: Meine Güte, sind die alle herzlich hier. Noch ein Laden, bei dem ich nach 20 Minuten das Gefühl hatte, schon halb zur Stammkundschaft zu gehören.

    Hohenlimburg via Donnerkuhle

    Bei meiner Planung der restlichen freien Zeit hatte ich ein Problem. Einerseits dachte ich, ich habe noch so wenig von Hagen gesehen; gerne würde ich in der Stadt bleiben. Andererseits wollte ich natürlich auch das Deutschlandticket ausfahren. Im ÖPNV lernt man viel über eine Gegend.

    Ich studierte den Netzplan mit dem Wasserlosen Tal, dem Felsental, Wetter und Witten und stolperte über einen Eintrag: Grundschöttel.

    Auch eine Gemeinde? Oder einfach ein Ausruf des Kartographen? „Grundschöttel aber auch! Was hier wieder ist!“

    Eine Lösung meines Problems allerdings brachte nicht der Plan, sondern Wikipedia:

    Diese informierte mich, dass Hohenlimburg 1975 nach Hagen eingemeindet wurde. Kurz darauf sah ich einen Bus mit Ziel „Hohenlimburg Bf.“ und dachte Heureka! Mein Problem ist gelöst, wie ich gleichzeitig in Hagen bleiben und doch durch die Gegend fahren kann.

    Ich suchte den nächsten 522er Bus, fuhr vom Rathaus Hagen nach „Hohenlimburg Mitte.“ Wie zu erwarten führte die Strecke über einen Berg und verlief entlang eines Waldes. Der Bus hielt in Heidnocken, Hünenpforte, Totenhofweg und Donnerkuhle. Selbst eine große Farbrikanlage fand sich an der Strecke: „Bilstein – ein Name im Kaltband!“

    Nur als ich in Hohemlimburg ausstieg, entfuhr mir ein „Grundschöttel! Was ist denn hier passiert?“

    Nach einigen Metern Fußweg entdeckte ich, dass mich der Bus an der schlimmsten Ecke von Hohemlimburg-Zentrum vor die Tür gesetzt hatte. Immerhin gab es fünfzehn Meter weiter um die Ecke eine funktionsfähige Trinkhalle.

    Weiter hinein ins Zentrum: Ein kleiner sympathischer Wochenmark und eine „gemeinnützig geführte“ Buchhandlung. Die Fußgängerzone mit ihren geschwenkten Gäßchen, dem leichten auf- und ab und den alten Häusern, hätte Märklin-Modellanlagenpontenzial.

    Aber hier herrschte nicht das pralle Leben, sondern ein Leerstand, der schon nicht mehr erschreckend war. Wenn ich im Zentrum der Fußgängerzone durch eine Schaufensterscheibe sehe, und im Inneren des Ladens liegt Schutt; an der Wand im Innenraum ist ein großer gezeichneter Penis und daneben steht „Gangbang.“ So richtig aufmunternd wirkt das nicht.

    Nach meiner Runde also zum Hohenlimburger Bahnhofsrewe, Vorräte aufstocken, und im Nebel zurück zur Herberge. Das Westfalenbad wartete erneut. Aber dazu später mehr.

    Merken: Desmos

    Gelernt: Desmos ist ein schikes Onlinetool, um Graphen und ähnliches darzustellen.

    Rein äußerlich war ich extrem begeistert vom Gebäude der Tanzschüle Siebenhühner. The sixties are alive and swinging.

  • 24-12-05 Merken: Unfallkasse Berlin

    24-12-05 Merken: Unfallkasse Berlin

    Ob mensch 300 Hongkong-Dollar in Scheinen in Berlin in Euro wechseln kann ohne Aufwand für 500 Hongkong-Dollar dafür treiben zu müssen? Was ist mit den 100 mexikanischen Peso, die in derselben Kiste lagen?

    Auf der jährlichen Arbeitsschutzunterweisung lernte ich: Der klassische Unfall auf dem Weg zur Arbeit ist der Alleinunfall mit dem Fahrrad. Das kann ich bestätigen: Mein einziger Arbeitsunfall war 2019 (?) ein Alleinunfall mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Es war im Winter fünf Uhr morgens, um die Null Grad, auf den meisten Straßen stand Wasser – nur auf dieser einen befand sich eine kleine Eisfläche.

    Passiert ist außer einer Prellung nichts. Aber eine schadhafte Hinzuziehung des Ellbogens stand kurz im Raum. Ich lernte die Segnungen des Wortes „Berufsunfall“ in Arztpraxen kennen. So schnell und ausführlich wurde ich spontan nie wieder behandelt. Aber ich lernte auch: das Zauberwort muss begleitet werden von der Nennung der zuständigen Berufsgenossenschaft.

    Nachdem ich diese über das Jahr zwischen den Unterweisungen vergaß, werde ich sie mir nun merken: Es ist die Unfallkasse Berlin.

    Auch gelernt. „Rauchen ist keine betriebliche Tätigkeit.“

    Ich frage mich, ob die IT-Personen-Unterscheidung in Team Lötkolben und Team Tastatur nicht nahezu identisch ist mit Team-im-Zweifel-behalten und Team-im-Zweifel-wegwerfen.

    Als kleines Nikolausgeschenk bekamen wir eine API-Schulung bei unserem Ticketsystem-Anbieter. Die entpuppte sich überraschend schnell als komplex, klingt aber generell nach viel Spaß.

    Gelernt: die Steigerungsform vom Adventskalender ist der Weihnachtswichtel, der sich jede Nacht noch ein lustiges Programm überlegt. Du meine Güte. Why?

    Madame unternahm eine Tour durch West-West-West-Berlin und kam dabei auch am U-Bahnhof-Schlossstraße in Steglitz vorbei. Sie war beeindruckt von „Brutalismus in quietschbunt.“

    Von ihren Exkursionen brachte sie eine Zitronenpresse und Crowdfarming-Cacciocarvallo mit. Da ihr Weg am Recyclinghof begann, brachte ihr Ausflug dennoch einen Netto-Masse-Verlust an Haushaltmasse.

    Endlich ist der Trump-Sieg auch in unserem Briefkasten angekommen. Langsam können wir das New York Magazine1 wieder lesen. Das benötigt in seiner Papierversion immer ein paar Wochen bevor es von New York in den Briefkasten gelangt. Und in den letzten Wochen wussten wir natürlich wie die US-Wahl ausgeht. Das Magazin war aber noch voll großer Hoffnung auf Kamala Harris und in bang-freudiger Erwartung. Hart zu lesen.

    Besser: Wieder ein paar hundert Seiten in den Jakobsbüchern geschafft. Die sind genauso ausschweifend erzählt wie ich es mir für ein Werk der sehr frühen Neuzeit vorstelle. Am Ende ist es eine ähnliche Reise wie durch die Don-Quixote-Lektüre. Es will überhaupt nicht mehr aufhören, zeitweise wird es arg anstrengend. Gerade bei den Jakobsbüchern kämpfe ich auch nach 600 Seiten noch darum, den ganzen ausfernden Cast auseinanderzuhalten. Am Ende aber freue ich mich über jede Seite.

    Fasziniert bin ich von der Musk-Milei-Taktik der FDP. Offensichtlich wurde die These von Elon Musk zu lernen nur in die Welt gebracht, um von Pyramiden und offenen Feldschlachten abzulenken. Es funktioniert erschreckend gut.

    Abgestoßen bin ich, weil die FDP die klassische AfD-Methode anwendet: „Wir sagen irgendwas was inhaltlich komplett jenseits von Gut und Böse und der Realität ist. Menschen, die uns eh nicht wählen, wird es auf die Palme bringen und sie werden es empört breit thematisieren. Menschen, die uns vielleicht wählen, werden denken, dass es überspitzt und übertrieben ist, aber die Richtung stimmt.“

    Der andere Techniker

    Vor gar nicht so langer Zeit unterschrieben wir einen Termin für Glasfaser. Angekündigter Umstellungstermin: Februar 2025. Also noch weit hinter Weihnachten. Soweit ich verstand war Kabel weder im Keller noch vom Keller auf unserer Etage gezogen.

    Deshalb erstmal ignorieren. Ist noch lange hin.

    Die Telekom sah das anders, schickte gefühlt täglich Mails und SMS zur Umschaltung und drängelte auf einen baldigen Termin, damit wir den Wohnungsteil fertig bekamen. Wir ließen uns zum 4.12. drängeln.

    Wohnungstermin bedeutet Zugang zum Hausanschluss. Das ist nicht ganz trivial. Denn die Kommunikation läuft Telekom-Technik -> Telekom-Dispo -> Telekom-Callcenter -> wir -> Vermieter -> Hausverwaltung -> Hausmeisterservice -> Hausmeister oder umgekehrt. Detailabsprachen sind schwierig.

    Und so rief mich am 4.12. im 12 der Hausmeister an:

    Hausmeister: „Ich bin jetzt da. Wo ist der Techniker?“

    Ich: „AB 12 Uhr. Nicht UM 12 Uhr. Keine Ahnung; genauere Infos habe ich nicht.“

    H: „Öh“

    I: „Hm“

    H: (wegsprechend vom Telefon) „Sind Sie hier wegen der Glasfaser?“ (zu mir): „Wir haben Glück gehabt!“

    H: (fünf Minuten später): Ne, das war ein anderer Telekom-Techniker der aus anderen Glasfaser-Gründen an den Hausanschluss musste. Wann kommt denn ihrer?
    I: ?!?

    „Unser“ Techniker kam natürlich drei Minuten nachdem das eine wichtige Home-Office-Meeting des Tages angefangen hatte, bei dem ich als alleiniger Vorturner vorgesehen war. Wie man es sich wünscht. Entgegen allen Widrigkeiten funktioniert am Ende alles. Jetzt wartet der Anschluss nur noch darauf, dass wir unsere Nachbarn antreffen, um bei ihnen das Paket mit dem Modem auszulösen.

    Godot ist kein Dezemberkind

    Vielleicht doch Silvester auf Föhr? ZOLL-HH: 150 Kilogramm Kokain an Nordseestränden angespült/ Staatsanwaltschaft und Zoll ermitteln wegen illegaler Einfuhr

    Der rbb mit den Basisdaten unseres Bundestagswahlkreises 80: Bundestagswahl 2025 | Wahlkreis 80 Berlin-Tempelhof-Schöneberg (ergänzend: WK 58 – Latifundien: Oberhavel – Havelland II und WK 62 – Hafenstadt – Dahme-Spreewald – Teltow-Fläming III)

    Man kann wirklich jedes Dezemberkind fragen. Jeder von ihnen wird euch sagen, dass es keinen Spaß macht kurz vor, direkt an oder kurz nach Weihnachten Geburtstag zu haben.

    Vom sich verlieren & sich suchen.

    KI-Rant von Ed Zitron: Godot isn’t making it

    „There is no path, from what I can see, to turn generative AI and its associated products into anything resembling sustainable businesses, and the only path that big tech appeared to have was to throw as much money, power, and data at the problem as possible, an avenue that appears to be another dead end.

    And worse still, nothing has really come out of this movement. I’ve used a handful of AI products that I’ve found useful — an AI powered journal, for example — but these are not the products that one associates with „revolutions,“ but useful tools that would have been a welcome surprise if they didn’t require burning billions of dollars, blowing past emissions targets and stealing the creative works of millions of people to train them.“

    1. Nicht zu verwechseln mit dem New Yorker. Wenn der New Yorker Pink Floyd in ihrer frühen Phase sind, ist days New York Magazine die Spice Girls. ↩︎
  • 24-11-07 Kalter Nebel, Schwarzer Schaum

    24-11-07 Kalter Nebel, Schwarzer Schaum

    Ich versuchte, Mandeldrink zu kaufen. Leider war dieser schon geöffnet. So kaufte ich den Mandeldrink nicht, sondern schüttete ihn fröhlich über ein Kassenband.

    Gegrimpft.

    (Leider gab es nur Grippe beim Betriebsarzt, kein Corona)

    Haupt-Huhn feiert 20-jähriges Jubiläum. Das heißt, sie waren noch fast neu als wir hier einzogen.

    Seminarlektüre kam mit der Post. Schönes an der Fernuni-Unibibliothek: ich muss nicht zu den Büchern kommen, die Bücher kommen zu mir. (Beziehungsweise zur Packstation).

    Freut ihr Euch auch so auf den nächsten CSU-Verkehrsminister?

    Das Berliner Wahlamt wird jubeln. War die nächste reguläre Bundestagswahl doch – wie schon die Unglückswahl 2021 – gleichzeitig mit dem Berlin-Marathon angesetzt. Das hätte gehießen, gesperrte Straßen, Probleme mit dem Material, Probleme zu den Wahllokalen zu kommen. Es wird einfacher im März.

    Kreistage werden den Faschismus stoppen. Die USA sind noch viel föderaler organisiert als Deutschland – und das wird der wirksamste Faktor sein, der ein Trump-durchregieren a la Ungarn stoppen kann.

    Wenn jeder Bundesstaat, jedes County eigene weitreichende Entscheidungsbefugnisse hat, kann das Trump-Lager auch nicht hineinregieren. Das wird sogar innerhalb der Republikaner funktionieren, denn auch zum Beispiel ein republikanischer Gouverneur wird wenig Lust haben sich Anweisungen aus D.C. erteilen zu lassen.

    Denkt daran, wenn nächstes Mal wieder jemand föderale Strukturen vereinheitlichen und abschaffen will.

    Emily in Paris redet seit 2024 französisch. Also die Serie, nicht der Charakter Emily. Aber wenn in der Serie Franzosen untereinander reden, haben sie in Staffel 4 alle Französisch gelernt. Überhaupt scheint die Zeit der Covid-Popcorn-Ablenkungs-Phase von Emily vorbei. Es beginnt etwas wie eine normale Fernsehserie mit leichtem Realitätsbezug.

    Kalter Nebel umhüllt mich auf dem Weg zu den Südkreuz Offices. Winterliches Zwielicht umhüllt die Welt.

    Die schlechte Radfahrjahreszeit beginnt. Bald schon muss ich mich ausstaffieren wie ein Michelin-Männchen, dass sich als Weihnachtsbaum verkleidet hat. Innerhalb von Tagen werden alle Berliner Autofahrer*innen vergessen, wie sich Radfahrer*innen im Verkehr verhalten.

    Die gute Radfahrjahreszeit beginnt. Endlich keine anderen Radler mehr auf der Straße.

    Kommunizierende Röhren

    Manche Ereignisse haben das Vermögen, den Alltag innerhalb kurzer Zeit komplett zum Erliegen zu bringen. Sie ziehen alle Aufmerksamkeit und Energie auf sich. Diese Ereignisse sind nur selten angenehm, meist sind diese von existenzieller Bedrohlichkeit – Unfall, Krankheit, Jobverlust.

    Manchmal sind sie nicht ganz so schlimm, aber trotzdem unangenehm. Sie gewinnen ihre Bedeutung daraus, dass sie den Alltag selbst lahmlegen; Sand im Getriebe – oder hier: Bauschutt in den Rohren.

    Kurz vor Chemnitz-Aufbruch hatte die Spüle schon Abflussprobleme gemacht. Aber da wollten wir ja los, in drei Tagen können sich viele Probleme von alleine lösen.

    Nach der Rückkehr ging in der Küche nichts mehr.

    Spüle, Waschmaschine und Geschirrspüler waren in einem System kommunizierender Röhren verbunden; verschwand das Wasser aus der Einen, tauchte es sofort in den beiden anderen wieder auf. Wasser verließ das System nur, wenn es vom Geschirrspüler aus und auf den Küchenboden lief.

    Also verbrachten wir Sonntag damit, alle haushaltsüblichen Methoden der Rohrfreilegung durchzuspielen bis wir Angst um die Rohre bekamen – ohne Erfolg. Wir produzierten zwar zwischenzeitlich Schwarzen Schaum, der aus dem Rohr hervorquoll – aber das brachte in die andere Richtung keinerlei Verbesserung. Das Auseinanderbauen aller erreichbaren Leitungen machte deutlich, dass das Problem nicht in diesen lag.

    Montag dann der Trip zum Baumarkt – mit besserem Gerät weiter gearbeitet ohne Erfolg. Nach zwei Tagen Dauerrohrreinigung samt Nervenkitzel „Ist diese Wohnung noch bewohnbar? und wie lange nicht?“ waren wir beide komplett durch. Auf zum Profi.

    Dienstag rackerten sich zwei Klempner zwei Stunden lang mit Profiwerkzeug ab. Ihr Erfolg: übersichtlich. Immerhin fanden sie noch zwei weitere Rohre zum Auseinanderbauen. Die Küche ist wieder eingeschränkt nutzbar.

    Der Klempners Prognose: Problem liegt in der Hauptfallleitung. Das bedarf noch größeren Profigeräts und eines Auftrags durch die Hausverwaltung.

    Mittwoch beauftragte die Hausverwaltung in ungeahnten Speed-Aktionen eine neue Sanitärfirma. Auf die warten wir jetzt.

    Stand aktuell: Toilette und Badewanne laufen. Spüle und Geschirrspüler laufen unter strikter Beobachtung mit angehaltenem Atem. Für die Nutzung der Waschmaschine waren wir noch nicht mutig genug. Waschbecken im Bad steht.

    The Pain

    Auch nicht vergessen: As a former East German athlete doped by the state, I see how our past pain is fuelling the far right

    Wer im US-Wahl-Entsetzen Gemeinschaft benötigt, kann wahllos irgendein Blog öffnen. Viele zur Auswahl stehen im Blogring uberblogr.

    Wer hat uns verraten? Google. Ich bin so froh, dass mir Traffic-Zahlen komplett egal sein können. The deterioration of Google:

    What I discovered was that web media companies can’t count on any of the traffic coming from Google or Facebook any more. Very few, even one that are frugally run, are capable of surviving on the traffic that remains.

    The problem doesn’t seem limited to a few sites. What seems to have happened is that Google tried to “fix” their search engine results by using machine learning to rank sites.

    But this does not seem to be working properly. Anybody who has used Google for search over the past year knows that it lets a lot of LLM-generated spam through and blogs and small sites have basically disappeared from most results. Those sites have effectively been delisted by the machine learning model and nobody seems to know exactly why.

  • 24-09-21 Das Ende der Informatik

    24-09-21 Das Ende der Informatik

    In der Dominicusstraße öffnete Empire Barber. Ich kann mich nicht daran erinnern, welches Geschäft dort letzten Monat noch wohnte. Im Zweifel eine Döneria.

    Ich begann ernstlich mit Obsidian zu spielen. Ich nutzte es am Rechner testweise für Uni- oder Arbeitskram.

    Wie meine eigene Wikipedia, nur schicker. Das Programm und ich werden noch viel Spaß zusammen haben. Erst Entdeckung: Obsidian nutzt Mathjax (und kann damit LaTeX) und kann Softwarecode nativ mit korrekten Auszeichnungen darstellen.

    Madame trennet sich doch nicht von Hansenet. Deren Nachfolger Telefonica/O2 scheint den Abschied ähnlich mühevoll gestalten zu wollen, wie damals den Beginn.

    Als bekennender Fahrradstreber steige ich meistens ab, wenn ich mit dem Fahrrad eine Fußgängerampel nutze. So auch Freitag. Den Polizeiwagen, der an der grünen Ampel wartete, bemerkte ich erst, als er in dem Moment losfuhr, in dem ich vom Rad stieg. Wenn man schon blind ist, muss man Glück haben und durch das eigene Streber-Gen gerettet werden.

    Der latifundale Bäckereiwagen verkaufte die letzten Bohnen des Jahres.

    Beim Metzger erfuhr ich, dass das heutige Schwanteland-Betriebsgelände seine Wandlung von der Obstplantage zur Gewerbegelände dem Berliner Autobahnring verdankt. Als dieser gebaut wurde, wurde die Bauzentrale mit Lager und Baumaschinen und Wohngebäuden der Arbeiter an dieser Stelle errichtet. Das erklärt vieles darüber, wie das Gelände aussieht

    Am Samstag betrieben wir praktische Demokratie und wohnten der Dauergartenvereinsversammlung bei. Wie es sich gehört unter freiem Himmel, mit Traktoren, die alle paar Minuten vorbei donnerten. Es blieb kurz, weitgehend konfliktfrei (größter Streitpunkt: die Gartenwartin beschwerte sich über mangelnde Mitarbeit auf dem Vereinsgelände, Mitglieder konterten, dass diese auch stattfindet, wenn die Gartenwartin gerade nicht hinkuckt.).

    Die Ankündigung des Vorsitzenden „Themen quer durch den Garten“ zu behandeln, war unbeachsichtligt wortspielig.

    Gleich gleich größergleich und kleinergleich

    Die Fernuni-App meldete ein neues Klausurergebnis: Datenbanken und Sicherheit im Internet ist bestanden.

    Damit bin für das Bachelorstudium ich mit den Informatik-Modulen durch. Ich lernte laut Plan

    • Objektorientieres Programmieren mit Java,
    • Die Grundlagen der Technischen Informatik (wie funktioniert ein Flip-Flop, wie ein Prozessor funktioniert, etwas Assembler, etwas zu den physikalischen Grundlagen von Ethernet, LAN und dem Mobilfunknetz)
    • Die Grundlagen der Theoretischen Informatik (Formale Sprachen, Turing-Maschinen, P-NP-Problem)
    • Sicherheit im Internet (Kryptographie, Zertifikate, Firewalls)
    • Datenbanken (Theorie, Theoretische Darstellung, ERM, SQL)

    Es kommen allerdings noch drei Module der Wirtschaftsinformatik im engeren Sinne: Betriebliche Informationssysteme (angesiedelt in der Informatik, beim Durchblättern entdeckte ich SQL-Schnipsel), Inforationsmanagement und Knowledge Management (beide angesiedelt bei den Wiwis). So langsam beginnt sich der Horizont des Bachelorendes abzuzeichnen.

    Vorher allerdings wartet noch die Seminararbeit. Ich beginne mir einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Voller Freude stelle ich fest, dass ich das schöne Wort

    Produktionsprogrammplanungsproblem

    behandeln kann. Ich hoffe, es gelingt mir, es auf jeder zweiten Seite zu verwenden.

    BBB + Peter Fox = Love

    Letztes Jahr, ungefähr zu dieser Zeit, führten Madame und ich einen Dialog.

    Ich: Ich bin heute Abend nicht da, Betriebsfest der Berliner Bäder.

    Madame: Ah, prima. Dann kann ich ja ausgehen, vielleicht ins Schwimmbad. Weißt Du ob das Stadtbad Wilmersdorf geöffnet hat.

    Ich: Keine AHnung. Aber ich kann nachschauen.

    Ich werfe also das Internet an, schaue nach. Ich entdeckte: Hat geschlossen. Wegen Betriebsfest der Berliner Bäder.

    Ich: D’oh!

    Natürlich haben wir dieses Jahr genau denselben Dialog geführt mit genau demselben Ergebnis. Alle meine Lieblingsbadleitungen und Lieblingskassierer*innen vergnügten sich an der Spree, während Madame auf dem Trockenen saß.

    Alle waren sich einig, dass es das beste Fest aller Zeiten war. Mit schönem Spreeblick, perfektem butterzartem Adobo-Huhn, und ich hatte auch den Eindruck alle Anwesenden waren mit der abgelaufenen Freibadsaison auch im großen und ganzen im Reinen.

    Auffällig: Nachdem Peter Fox zur Begeisterung fast Aller vor ein paar Wochen im Neuköllner Columbiabad spielte, dominierte er nun auch die Tanzfläche. Von Dickes B bis zu Schwarz zu Blau. Nur Dotas Bademeister*in musste natürlich auch sein.

    Extraschön: Einmal wieder Abends mit dem Rad durch Schöneberg und Kreuzberg, vorbei am Gleisdreieckpark, dem Hochbahnviadukt und dem Prinzenbad. Ein Moment des Abesteigens und Innehaltens am Baerwaldbad.

    Ein wirklich tolles Bad von 1900, das seit Jahren geschlossen ist – und seit Jahren will es niemand haben, weil niemand die Dutzenden Millionen hat, um es denkmalgerechnet zu sanieren. Armes Baerwaldbad.

    Eingang des Baerwaldbads

    Synchronzensus

    Letzten Winter sahen wir das Synchronschwimm-Weihnachtsmärchen. Immer noch ein Exot: Frithjof Seidel, der männliche Synchronschwimmer im Nationalkader. Der NDR widmete ihm eine ganze Reportage: Sportclub Story – Allein unter Frauen.

    Das statistische Bundesamt veröffentlichte den Zensus Atlas 2022 (via Tröt / Don-Kun)

    Spektrum der Wissenschaft zu Nachtschlafsorgen und dem Midnight Brain: Nachts sind alle Gedanken grau

    Madames Rezept für Tom Ka Gai aus dem Slowcooker.

  • 24-09-03 Unabhängiger Sommerpuffer

    24-09-03 Unabhängiger Sommerpuffer

    Kohlweißlinge prügelten sich um den besten Platz an der Katzenminze.

    Wir fragten uns: Wo kommen all‘ die Admirale her? Antwort: Aus Südwestdeutschland.

    Die Bank ist fertig gecremt. Wunderbarerweise schafften wir es, uns weder auf die frisch gecremte Bank zu setzen, noch dort etwas abzustellen.

    Die komplette Apfelernte von zwei Bäumen beträgt dieses Jahr sieben Äpfel und ein paar Gefallene. Danke, Spätfrost.

    Madame bastelte Bäckerisches. Die Apfelrosen sahen nicht nur – wie erhofft – spektakulär aus, sondern sie schmeckten auch – eher unverhofft – ganz ausgezeichnet.

    Mit den Apfelrosen ging es zu einer Geburtstags- und Renteneintrittsfeier. Im Laufe des Nachmittags stellten sich weitere Geburtstage heraus.

    Vor allem las Madame Platon und Dewey.

    Die Schlange bei Mir Döner wird wieder kürzer.

    Dein Späti, also mein Späti, vielleicht auch unser Späti, der Mädchenspäti halt, bietet jetzt Billard an (fein) und unkomplizierte Hilfe bei Behördenangelegenheiten, Bewerbungen und anderen Leben-in-Deutschland-Problemen (sehr fein).

    In der Hofdurchfahrt liegen schlappe Ballons. I know what you did last night,

    Zeit, Vorräte für die Sprühsahneflasche zu kaufen. bevor Lachgas verboten wird.

    Auf der Innsbrucker Straße kam mir ein Mann entgegen, laut proklamierend „Wenn ich nüchtern bin, kann ich alles erreichen!“. Der Fahrradfahrer vor mir brach in schallendes Gelächter aus.

    Die Abteilung Informationstechnologie der Berliner Bäder-Betriebe AöR schreibt Stellen aus. Dazu nächstes mal mehr.

    Peter Fox spielte ein Konzert im Sommerbad Neukölln – für regulären Schwimmbadeintritt. Und das finde ich großartig. Statement eines Kollegen, der vor Ort war: „Hammer!“

    Seit zweieinhalb Jahre freue ich mich beinahe täglich, dass mein Arbeitgeber einige der ikonischsten Orte in Berlin betreibt.

    Noch bleibt mir auch der direkte Genuß im Insulanerbad. (SK 30 / 2,67€).

    Schwitzen im Park

    In der Tür der Jahreszeitenwechsel herrscht dichtes Gedränge. Der Herbst möchte unbedingt hinein. Der Sommer aber gar nicht hinaus. Wildes Handgemenge.

    Der Herbst kommt:

    Landtagswahlen finden statt.

    Das heißgeliebte Insulanerbad wird am Sonntag schließen.

    In meinem Uni-Moodle werden nach und nach die Kurse für das nächste Wintersemester freigeschaltet.

    Ich beginne ernsthaft, mir Termine für 2025 zu machen.

    Noch will es mir unwirklich erscheinen, dass ich je freiwillig Handschuhe auf dem Fahrrad anzog – aber ich beginne zu überlegen, wo ich sie hingepackt habe. Auch schaue ich mal wieder die Fahrradbeleuchtung auf Funktionsfähigkeit an.

    Noch aber macht der Sommer sich breit und schwer.

    Die Schließung des Insulanerbads verschob sich auf den 15. September.

    Das Sommersemester wirft noch zwei Herausforderungen in Form von Klausuren den Ring.

    Das Internetwetter kündigt für die diese Woche durchgehend 30 Grad an. Freilufttheater überziehen. Die Freiluftkinobetreiber frohlocken. Der Boden dörrt. Herbst-Geburtstags-und-Halloween-Aktivitäten wirken unendlich weit weg.

    Schwitzen im Park funktioniert auch ganz ohne die damit verbundenen Sporteinheiten.

    Glück und Prädikatenlogik

    Ein spannender Punkt der Matheklausur für mich, und für andere, war die überraschend auftauchende Prädikatenlogik. Diese kam seit 2014 nicht mehr in einer Klausur vor – und ich vermute viele haben sie deshalb vorsichtshalber auch nicht gelernt.

    Dabei gab es einen Hinweis. In der Klausur Sommersemester 2023, die alle lernen konnten. Dort lautete die (gekürzte) Aufgabe 8:

    Formulieren Sie die folgenden Aussagen mit Hilfe der obigen Bezeichnungen als aussagenlogische
    Formeln. Diese müssen Sie nicht begründen.
    (a) Wenn ich viel lerne und in der Logikaufgabe keine Prädikatenlogik vorkommt oder
    wenn ich Glück habe, bestehe ich die Klausur.
    (b) Wenn in der Logikaufgabe Prädikatenlogik vorkommt, bestehe ich die Klausur nur,
    wenn ich Glück habe und viel lerne.
    (c) Wenn ich Glück habe, dann lerne ich nicht viel und bestehe die Klausur.

    Mir ist es natürlich zu spät aufgefallen. Aber ich habe laut aufgelacht als ich es gelesen habe.

    Aber hinfort mit den Grundlagengedanken! Nächste Woche liegt Planen mit mathematischen Modellen an. Jetzt geht es um Netzplantechnik (Metra-Potenzial-Methode), Freie Puffer und Unabhängige Puffer, Zufallszahlen und stochastische Simulationen.

    Wir müssen rein in den Veloverlad

    Poupou las Piaget und Shannon.

    Hörenswertes zu den Landtagswahlen. Schriftsteller Rietzschel: „Wir müssen rein in die Politik“ (Rietzschel gehört auch der Sorte von Menschen deretwegen ich mich bei jedem einzelnen Sachsenaufenthalt meines Lebens sehr wohl dort fühlte).

    Und ich bin kurz davor, wieder den Weg nach oben zu nehmen, als der Veloverlad eintrifft, in Form eines Kleinbusses mit einem Fahrradanhänger und einem sehr lustigen Fahrer, neben dem bereits ein Rennradler sitzt. Wir verladen also, und wir zahlen nix, denn wer sperrt, zahlt den Verlad. So ist das in der Schweiz, und ich stelle mir dazu eine sehr einfache Entscheidung in irgendeinem Veloverladegremium vor, wo alle nicken und sich dann wieder ihrer Arbeit zuwenden. Der Bus fährt, als ob der Henker hinter uns her wäre, aber das kann er ja auch tun, es sind ja keine Radfahrer auf der Straße.

  • 24-08-24 Die Hippiewespen kehren zurück

    24-08-24 Die Hippiewespen kehren zurück

    Während ich das Spielzeug ins Internet brachte, um zu bloggen, plinkte eine Katwarn-Meldung für Dithmarschen hoch: Starkregen, Hagel und Windstärke 12. Das ist selbst in der Gegend im August ungewöhlich.

    Der Kaptain packte das Paket aus und konsultiert Anleitungen. Uns wird für Oktober ein Sieben-Gänge-Menü allein aus Pommes bestehend angekündigt.

    Vielleicht kommt die Feuerwehr Ende September zum Grillen. Für Ostern nächstes Jahr schlossen wir ein 4:30h-morgens-Date.

    In Briefkasten: eine SPD-Wahlwerbung des Direktkanidaten zur Brandenburgwahl. Er war einst Stahlwerker im Stahlwerk Hennigsdorf. Mehr Ich-komme-von-hier-Credibility ist nicht möglich.

    Fun Fact: Die Grünen haben in Brandenburg mehr Mitglieder als die AfD. In meiner Welt sagt das etwas über die Verwurzelung vor Ort – aber ich fürchte nicht in der Welt der Brandenburger Wähler*innen.

    Im Markgräflerland fand eine Gender-Reveal-Party statt. Diese jungen Leute heutzutage.

    Ich recherchierte Team-Events. Von einigen bin ich richtig begeistert. Nun muss ich nur noch das Team überzeugen. Und bei meinem Haupt-Begeisterungs-Event auch noch den Geldgeber. Das ist nicht preiswert

    Ich recherchierte Fernuni-Seminare und entdeckte angewandtes digitales Entprepreneurship:

    Es gibt Studierenden die Möglichkeit, eine digitale Geschäftsidee zu generieren, diese schrittweise zu einem realistischen Businessplan weiterzuentwickeln und im Sinne eines kleinsten realisierbaren Produktes prototypisch umzusetzen. Hierfür werden Teilnehmende im Rahmen des Seminars an eine Low-Code Technologie herangeführt, die die schnelle Entwicklung von digitalen Produkten und Dienstleistungen ermöglicht.

    Nichts für mich. Aber für viele Student*innen klingt das nach einer richtig coolen Sache. Ich brauche natürlich mehr Abstraktion und weniger Praxisbezug.

    Jalapeno-Hornisse

    Ein seltsamer Tag. Die Sonne knallt, 28 Grad, und ich sage mir „Da buddel ich man lieber jetzt. heute wird es nur noch heißer.“ Vor das Buddeln hatte der Tag aber noch das Einkaufen gesetzt. Nach Frühstück zu Klassik-Pop-et cetera (heute eher meh) schwangen wir uns auf die Fahrräder.

    Ich schwang sofort wieder herunter. Anscheinend ist die letzte Latifundien-Radlerei schon länger her. Mit Luft im Reifen geht besser als ohne. Im weiten Versuch zum Fleischer: Jalapeno-Cheddar-Bratwurst kaufen und Rindsbratwurst. Ein Hoch auf den Autobahnausbau, dessen Ausgleichsmaßnahme uns einen Radweg zwischen Bungalow und Dorf bescherte.

    Danach war es heiß. Laubola Floratempel wurde fertig gecremt (absichtlich), die Küchenbank begann die Cremung (unabsichtlich) und Madame goß mehr als im gesamten vorherigen Sommer zusammen.

    Kaum war es länger trocken und heiß, kamen auch Hornissen und Feldwespen zurück. Die Feldwespen, bei uns Hippiewespen genannt, weil sie so friedlich sind und in lockeren Kommunen leben, vermissten wir bereits. Eigentlich haben wir jedes Jahr ein gutes Dutzend ihrer Mininester um die Terrasse herum – nur in 2024 keine.

    Wir fragten uns: Falsches Wetter? Oder mögen sie uns nicht mehr? Wir bekamen die Antwort: Falsches Wetter. Kaum ist es heiß und trocken kehren sie zurück.

    Pünktlich zur Fertigstellung des Luftzimmers erreichten uns zwei Einrichtungsgegenstände. Ein Stuhl in Sonne (laut Hersteller: Honig) und einer in Flamingo (Hersteller: Capucin). Wr hatten Glück. Laut Gartenstuhlfachgeschäft war Flamingo nur eine Ein-Saison-Farbe und kommt nächstes Jahr nicht wieder.

    Morgen soll es abkühlen. Dann beginnt (mal wieder) lernen für die Mathematischen Grundlagen.

    Tagebucharchiv

    Ilka fuhr nach Hildesheim und schaute die Royals.

    Dodio war im Tagebucharchiv

    Karen und Familie radelten Achterbahn durch Felsen.

    Kieselblog wärmt mit Herz mit einem albernen Wortspiel: Es heißt zwar Miso, macht aber gute Laune

  • 24-08-22 UEFI Wiki

    24-08-22 UEFI Wiki

    Langsam reicht es mit den 30-Grad-Tagen.

    Die Schlange vor Mir Döner wuchs innerhalb einer Woche von 3 Metern auf gut 10 Meter. Da muss ein*e Social-Media-Influenzier hinterstecken. Aber wer? Wie? Leider kann ich kann nicht mehr in Social-Media recherchieren. Ich habe nur noch einen einzigen Account. In meinem Trans-Furryboy-Bahnfan-Mastodon ist Mir Döner kein Trend.

    Das Fahrradkettenöl verschwand.

    Ich lernte: ein Bekannter betreibt Excel als E-Sport. Dass es Excel-Weltmeisterschaften gibt, wusste ich sogar. Aber dass ich sogar einen Teilnehmer persönlich kenne. Ich bin beeindruckt.

    Madame absolviert eine Fortbildung. Danach ging sie mehrfach aquajoggen. Heute nach der Klausur trafen wir uns. Ich hatte zum Stressabbau einen kompletten Freibadnachmittag eingeplant.

    Es gibt wenig, was besser ist als 22-Grad-Wasser im Wechsel mit Sonnendösenlesen auf der Wiese. Außer vielleicht 21-Grad-Wasser. (SK 23,24,25 / 3,20€ pro Besuch)

    Ich hatte mir Mittwoch Klausurlaub genommen. Um aber nicht komplett mental zu blockieren schwang ich mich auf’s Fahrrad und fuhr die große schöne Runde Home – Volkspark – Pudelsalon – Rote Insel/Nord – Viktoriapark – Interkulturelles Zentrum – Arbeit – Hans-Baluschek-Park – Insulaner – Home; einfach ohne zwischendurch bei der Arbeit anzuhalten.

    Während ich abends nachdachte wie es nun in den weiteren Semestern weitergeht, kam plötzlich in meinen Kopf der Gedanke „Doktorarbeit Zahlensender!“. Die Dissertation ist noch ein paar Jahre entfernt. Aber das Thema vereint sehr schön etwas Politik, etwas Kryptographie, etwas Abenteuergeschichte und etwas obskure Internetfolklore. Geschaffen für mich.

    Gdv lvw md jdqc ohlfkw!

    Die Informatik-Klausur des Semesters ist überstanden. Zwei Stunden Datenbanken-und-Sicherheit-im-Internet sind vorbei.

    Normalerweise ist mein Plan, am Klausurtag selber in keine Unterlagen mehr zu schauen. Im Zweifel mache ich mich nur kirre und für jedes Faktum, das ich nachsehe, vergesse ich zwei andere.

    Das klappt dreiviertelgut.

    Manchmal sitze ich eine halbe Stunde vor Klausurbeginn vor dem Kranzlereck und fragt mich: „Wofür stand UEFI?“ – das FI war Firmware Interface, aber das E (Expansive? Expandible?) und das U? (Universal?). Dann tippe ich halt doch UEFI Wiki in Duckduchgo ein.

    Kam natürlich nicht dran. Genausowenig wie das was ich im Ubuntu-Wiki-Artikel iptables noch direkt vor der Klausur quergelesen hatte.

    Die Klausur war erfreulich nett. Auf alle vorkommenden Fragen war ich vorbereitet. Ein Kommilitone schrieb gar von „einem Geschenk.“ Während Sicherheit im Internet quer durch den Garten fragte, hatten die Datenbanken die erwarteten vier Abschnitte:

    • Zeichne ein Entity-Relationship-Model
    • Hier sind suboptimale Abfragen in Relationenalgebra, formuliere sie in bessere Abfragen um
    • Hier sind diverse Datentabellen, formuliere SQL-Abfragen, um folgende Auswertungen zu erhalten..
    • Hier sind Relationen. Bestimme Funktionale Abhängigkeiten und bringe sie in zweite und dritte Normalform.

    Sicherheit im Internet, hingegen hatte die schöne Micky-Maus-Klub-Aufgabe: Hier ist der Satz: Gdv lvw md jdqc ohlfkw! Er wurde mit einer klassischen Cesar-Verschlüsselung dekodiert. Wie lautet er?

    Der klassische Cesar ist eine Verschiebung um drei Buchstaben im Alphabet nach vorne. Zum Entschlüsseln also drei Buchstaben zurück G = D ; d = a ; v = s. Der Code beginnt mit „Das..„. Gab leider nur 1 von insgesamt 100 Punkten.

    Mit dieser Arbeit ist auch die einzige Präsenzklausur des Semesters vorbei. Die beiden anderen Klausuren werden am heimischen Schreibtisch stattfinden.

    Ich verstehe jede*n, die nicht für eine Klausur aus Stralsund nach Berlin anreisen möchte. Aber ich finde es schade. Es gibt keine bessere Vorbereitung als mit dem Rad gen Innenstadt cruisen, sich den Wind um den Kopf wehen lassen und dann noch ein bißchen Ku’damm-Großstadtluft zu schnuppern.

    Langsam kenne ich mich auch aus, habe bereits einen Stammplatz mit Blick auf die kitschigschöne Bärenquadriga und freue mich, immer dieselbe Klausuraufsicht zu treffen.

    Bei der fünften oder sechsten Klausur in diesen Räumen fiel mir auf: Wenn ich vom Raum aus die Bärenquadriga sehen kann, muss ich ja auch von der Bärenquadriga aus den Raum sehen können.

    Tatsächlich. Eiderdaus!

    Während ich mich vom Lernen ablenkte, fand ich noch ein paar Statistiken aus Hagen. In Wirtschaftsinformatik zum Beispiel dürften pro Jahr etwa 400-450 Personen anfangen zu studieren, 70-75 davon (also gut 15%) machen einen Abschluss. In Mathematik hingegen fangen 200 Personen pro Jahr an und 10 machen einen Abschluss.