Schlagwort: Algorithmische Mathematik

  • 24-03-21 Helene Helmut

    24-03-21 Helene Helmut

    Liebe Leserinnen und Leser. Die Redaktion möchte sich für die monothematische Gestaltung dieses Blogs in den letzten Wochen entschuldigen. Dies ist der letzte Beitrag aus dem Klausurtunnel. Danach wird das normale Programm wieder aufgenommen.

    Rechtzeitig zur Klausur begann die Dachbaustelle wieder zu Lärmen. Aber ha, ausgetrickst. War gar keine Onlineklausur heute.

    Die Fernuni gab die Ergebnisse der Algo-Mathe-Klausur im WS 23/24 bekannt: bei den Wirtschafts-Infos sind zwei Drittel durchgefallen, bei den Info-Infos die Hälfte. Das waren schon diejenigen, die die Einsendeaufgaben überwunden hatten. Gut, dass ich das Algo-Mathe Hindernis bereits letztes Semester aus dem Weg räumte.

    Es gibt Rauchmelderverwirrung. Der Rauchmelderwartungsdienst beschwert sich, dass Herr T in unserer Wohnung sie nicht hereinlässt. Wir antworten, dass es in dieser Wohnung keinen Herrn T gibt und die letzte Kontaktaufnahme mit Familie southpark im August 2023 durchaus erfolgreich war. Die Hausverwaltung gibt bekannt, dass sie nach 16 Jahren Mietdauer unmöglich wissen kann, wer in der Wohnung wohnt.

    Ein Kosmisches Osterprogramm ist kein Komisches Opernprogramm. Erst wunderte ich mich, dass Barrie Kosky in der Werbemail gar nicht vorkam. Dann fiel mir auf, das die Mail vom Planetarium kam und nicht von der Komischen Oper.

    In Marzahn steht eine Apotheke namens Baba Jaga. Irgendwie sympathisch; andererseits denke ich natürlich gleich an sämtliche Homöopathie-und-Wlan-Schmuh-Schilder, die ich in den letzten Jahren in Apotheken sah.

    Gegenüber von Ishin hat ein Premier Inn eröffnet.

    Der vorletzte Berliner Swapfiets-Store hat geschlossen. Ein Zeichen?

    Im Internet lernte ich: das gleichzeitig Drücken von Shift und Escape im Firefox zeigt welcher Tab wirklich den ganzen Speicher frisst. Und erlaubt es, diesen Tab zu schließen.

    Zehn Stifte und kein Taschenrechner

    Das war sie, die letzte Klausur des Semesters. Wieder einmal radeln zum Ku’damm. Wieder einmal das Fahrrad anschließen unter der Verkehrskanzel und wieder einmal eine halbe Stunde Zeit zum Durchatmen und Frische Luft genießen, bevor es in den Fernuni-Campus-Berlin ging.

    Ungewohnt: das ganze fand Mittags statt. Und ich war patschnass. Denn bis zum Ku’damm begleitete mich ein Regenschauer. Erst als ich bereit war, kam die Sonne. Ich nahm es als Zeichen.

    Klausur „Modellierung betrieblicher Informationssysteme.“ Die Zahl der (in Berlin) Teilnehmenden war auf Fünf geschrumpft; erkennbar durch das wilde Assortment von Stiften und anderen Zeichengeräten auf dem Tisch.

    Drei Aufgabenblöcke: (a) Multiple-Choice-Fragen (Richtig/Falsch). (b) Zeichnen Sie für folgenden Beispielfall ein Datenmodell unter Nutzung des Entity-Relationship-Modells (c) Zeichen Sie für folgenden Beispielfall ein Prozessmodell unter Nutzung der Business Process Model und Notation.

    An sich fällt mir die Strukturierung und Aufbereitung von Inhalten leicht. Die Notenstatistiken geben Grund zur Hoffnung. Hauptrisiko ist natürlich, dass ich das komplette Modell auf begrenztem Platz unterbringen musste, und die Lesbarkeit meiner Schrift dann endgültig grenzwertig wird. Ich lasse mich überraschen.

    Aber gut, dass das die letzte Klausur war. Ich merkte, dass es mir zum Ende der Klausurenkampagne doch einiges an Überwindung kostet, die nötige innere Spannung für einen solchen Event aufzubauen.

    Erlebnisduschen

    Nach der Klausur: Fahrrad wieder in Schöneberg abstellen und mit Ringbahn und S7 zur Station Springpfuhl. Dann durch die elend lange Unterführung, welche DDR-Verkehrsplaner ersonnen hatten, damit kein Trabi auf der vierspurigen Straße an einer Ampel halten muss. Vorbei am Rathaus Marzahn auf zur Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz -Helmut Behrendt –.

    Ich wusste von der 50-Meter-Bahn. Bei nächtlicher Websitelektüre hatte ich mir „Erlebnisduschen“ herbeiphantasiert und war nun gespannt.

    Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz und dahinter ein Marzahner Wohnhochhaus.

    Mein letzter Besuch war einige Jahre her. Das einzige Erlebnis an das ich mich erinnerte war die in Marzahn noch bestehende soziale Kontrolle, die dazu führte, dass Menschen die nach Ansicht der älteren Herren nicht gründlich genug geduscht hatten, angepflaumt wurden. Aber war das gemeint? Immerhin fand seit meinen letzten Besuch eine Sanierung statt.

    Die Duschen kamen mir vor wie immer. Nur neuer. Erlebnishighlight war die weibliche Putzkraft, die mit einem gelben Schlauch die Räume säuberte während geduscht wurde. Ich glaube das war auch nicht gemeint.

    Eigentlich war gar nichts gemeint. Eine heutiger Check ergab, dass auf der Website nur etwas von barrierefrei steht. Zeit für Urlaub.

    Egal, ich schwamm, planschte, gluckerte die letzte Anspannung aus dem Körper. Der Platz war reichlich, die Menschen waren nett. Und 50-Meter-Bahnen sind eh das Beste.

    Hobby ohne H

    Im Internet lernte ich, dass der Markenname Moulinex von einer Vorläuferin der Flotten Lotte stammt. (Gemüsemühle -> Moulin-Légume -> Moulinex).

    Schöner noch: Obi war einst eine französische Baumarktkette, und Obi ist die französische Aussprache von Hobby.

    Dolly Parton verkauft Gusseisen-Pfannen.

    Wofür ich das Internet liebe: Schilder mit Kühen, die die Straße überqueren. Zitat:

    Finland’s next-door neighbour Sweden gives us our first Moo on the Move. She has places to be, and those places might involve her crossing the carriageway, so watch out! A solid 7/10, but her attitude bumps her up to an 8.5/10.

    Ich bin quasi nachträglich so so unfassbar neidisch auf finnische Abiturient*innen. Da wirkt die deutsche Bildungsdebatte gleich noch ein Stück furchtbarer als eh schon. Und glückwunsch zum Geburtstag!

    Berlin feierte N**r*z (Nowruz, Nouruz, Newroz, Nevruz, Nauruz, Nauryz..), also Neujahrsfest wegen Tagundnachtgleiche, normalerweise gefeiert in Istanbul und östlich davon. Östlich von Istanbul berichtet von der Berliner Feier.

  • 24-01-02 Cointreau, Eierlikör, Blaubeere, Ingwer-Orange

    24-01-02 Cointreau, Eierlikör, Blaubeere, Ingwer-Orange

    Sargassum ist die Alge des Jahres 2024.

    Ausweislich des Altpapiercontainers bekamen die Nachbarn Bluetooth-Lautsprecher zu Weihnachten.

    Als wir am 1. Januar im letzten Tageslicht die Wohnung betraten war nichts in der Gegend abgebrannt und auf dem Balkon lagen keine Raketenreste. Das ist nicht selbstverständlich, aber erfreulich.

    Johann Mayer hatte eine extra Abholstation für vorbestellte Pfannkuchen eingerichtet. Aus dem Hof kamen im Halbminutentakt Menschen mit großen Boxen auf dem Arm.

    Die College-Football-Playoffs begannen: Alabama 20 vs Michigan 27 und Texas 31 vs Washington 37. Damit ist Alabama schon wieder raus.

    Die Qualifikation zu den Playoffs läuft nicht über rein sportliche Kriterien. Tatsächlich bestimmt ein Kommittee die Teilnehmer. Und dabei spielen neben der sportlichen Leistung auch die Stellung des Mondes, althergebrachte Vorurteile, das Lieblingsteam des Sohnes eines Teilnehmers und zehn andere Kriterien die Teilnahme.

    Alabama war eigentlich viel zu schlecht dieses Jahr. Eigentlich dominierten die Georgia Bulldogs wieder einmal alle Ligen. Nur verloren die Bulldogs das allerletzte Spiel unglücklich gegen Alabama. Und hups, war Alabama unter wilden Diskussionen in den Playoffs. Und ist gleich wieder raus.

    Neujahr bedeutete: Abgelaufene Gutscheine aus Coronazeiten wegwerfen und diese innerlich als Kulturunterstützung verbuchen.

    Haus am See

    Überraschende Erkenntnis: Wir wohnen auf einem Seegrundstück. Umso überraschender, da wir uns dort schon einige Jahre aufhalten. Nur der See ist neu. Der Mais-Acker hinter den Latifundien enthält immer mal wieder eine größere Pfütze. In einigen Jahren nahm diese auch das Format „Tümpel“ an. Aber dass dort ein ausgewachsener See liegt, ist neu.

    Der Kaptain kündigte einen sofortigen Besuch mit Liegestuhl und Büchern an.

    Schön: Das Feuerwerk der Nachbarn spiegelte sich sehr picturesque im See.

    Schön: Andere Menschen müssen Seehund-Eisrobben-Clubs gründen, um zum neujährlichen Eisbaden zu kommen. Bei mir reichte das Abdrehen des Bungalow-Wassers. Der Haupthahn liegt in einem Schacht. Dieser Schacht wiederum war hüfttief mit winterlichem Wasser gefüllt. So super für den Kreislauf.

    Abgesehen von unserer permanenten Wochentagsverwirrung gestaltete sich Silvester as every year. Teelicht-Raclette mit gebackenem Gemüse, Lesen, Musik hören. Gegen 22 Uhr beginnt die Schläfrigkeit, gegen 24 Uhr stoßen wir mit dem geöffneten Rotwein an und schauen das Feuerwerk der Nachbarn. Mit Götz Alsmann und dem Deutschlandfunk geht es schnell ins Bett.

    Madame las Lili Grüns „Junge Bürokraft übernimmt auch andere Arbeit …“ und Manfred Krugs „Ich bin zu zart für diese Welt“ und empfiehlt beides. Ich las weiter in Rebecca Solnits „Orwell’s Roses„, das Klimawandel, Natur-und-Politik, Stalin, Tina Modotti, Orwell-als-Vater, den spanischen Bürgerkrieg und Emma Goldmann streift. Weiterhin ein Buch, das ich gerne geschrieben haben würden möchte und damit natürlich mehr als nur eine Empfehlung.

    Die Fernuniskripte machten nur geringe Fortschritte. Recht früh begannen wir mit dem Sekt und danach war an Mathe-Verständnis nicht mehr zu denken.

    Zum Feuerwerk aßen wir die Pfannkuchen Cointreau und Eierlikör, am Nachmittag des Neujahrstags dann Blaubeere und Ingwer-Orange.

    Jahresmotto 2024: Pogo-stick

    Allüberall auf den Blogspitzen sehe ich Jahresrückblicke sitzen. Als Leser bin ich überfordert und kann nicht mehr auswählen. Am erschreckendsten/beeindruckendsten/überraschendsten das Konvolut aus 337 Jahresrückblicken epischer Länge, die mittels betreutem Bloggen entstanden sind. Formal sind sie dank der Betreuung alle sehr ähnlich, inhaltlich doch sehr verschieden, wenn auch mit starken Schwerpunkt auf das Leben als beginnende Coach-Solo-Shepreneurin.

    Dort lernte ich: Das Jahr braucht ein Motto. Das gebe ich doch gerne. Das Jahresmotto 2024 lautet Pogo-Stick. Mehr Details in Annex D.

    Was war so in 2023:

    • Das Jahr Klimakatastrophe kicked in. Um uns persönlich zog sie dieses Jahr einen Bogen. Diverse Hitze- und Waldbrand-Meldungen aus zum Beispiel Kanada oder Südeuropa hätte sich vor 15 Jahren nicht mal ein Klimawandel-Fernsehspiel getraut, weil es zu drastisch gewirkt hätte.
    • Fünf Klausuren bestanden (und damit eine mehr als der Studienplan vorsieht. Yeah!)
    • Überhaupt die Endgegner-Klausur „Algorithmische Mathematik“ überstanden.
    • Wir beiden hatten am 31. Dezember denselben Arbeitsvertrag bezogen auf den selben Arbeitsort wie am 1. Januar des Jahres. Das kam seit 2018 nicht mehr vor.
    • Madames Armbruch überstanden.
    • Neun Tage in Polen plus drei Tage in Polen,
    • Soviel Zug gefahren wie seit 2013 nicht mehr.
    • Dadurch übernachtet in 9 Bundesländern und 4 Woiwodschaften.
    • Soviel Präsenz-Kultur wie seit dem Studium nicht mehr.
    • Madame bekam lebenslänglich.
    • Ein Dithmarscher Wohnzimmer unter Wasser.
    • Eine Dezember-Geburtstagsfeier
    • Eine spektakuläre Hochzeit
    • Keine teuren Schäden am Subaru, nur ein arg unpassender.
    • DER MASTERPLAN entstand.
    • B->HEI (Pfingsten, Advent), HEI->OHV (Geburtstag), B->LÖ (Ostern, Weihnachten), LÖ->OHV (Sommer).
    • Der Angriff auf die Ukraine geht weiter. Polen wählt die PiS ab. Ein Hamas-Pogrom neben dem Gazastreifen.

    Und 2024 könnte kommen:

    • Sieben Klausuren (ohne Endgegner vermutlich) und die Anmeldung zu DEM SEMINAR.
    • Eine Zitronenpresse-Veröffentlichung (wobei ich mir zeitnah überlegen sollte was für eine).
    • Am 1. Mai das zweijährige BBB-Jubiläum und damit der Zeitpunkt, an dem ich mir Gedanken machen wollte, ob das eigentlich eine gute Idee ist.
    • Mit dem Zug von Lettland nach Litauen.
    • Eine goldene Hochzeit.
    • Weiterhin die Suche nach einem Bildungsurlaub der weder „resilientes Waldbaden“ noch „Kulturbusfahren mit pensioniertem Erdkundelehrer“ ist.
    • Mehr in AnnexD.

    Steak Bake

    Während ich Rebecca Solnit über „Bread and Roses“ las, die die Notwendigkeit sozialer Gerechtigkeit und das notwendige „mehr“, die metaphorischen Rosen, las, starb Torsun (Egotronic), „der Erfinder der hedonistischen linksradikalen Tanzfläche“. Linus Volkmann schrieb einen Nachruf.

    McDonalds ist nicht mehr der beliebteste Frühstücksort der Briten. Es ist nun Greggs: How a Super Affordable Bakery Chain Became a British Culinary Icon

    Das Rezept des World Famous Greggs Steak Bake: STEAK OUT Greggs has now revealed the exact recipe of their famous steak bakes & people in lockdown are desperate to try them

    Regisseur John McTierman zum Thema „Ist Die Hard ein Weihnachtsfilm?“ Den Kaptain wird freuen, dass McTierman sich auf „Ist das Leben nicht schön?“ bezieht? (Warning: McTiermans amerikanisches Englisch ist selbst für US-English sozialisierte nicht ganz einfach zu verstehen).

  • 23-11-18 Zweimal drei macht vier und noch drei macht neune

    23-11-18 Zweimal drei macht vier und noch drei macht neune

    Samstags kippt Madame das Schaukelschaf.

    KATWARN-Meldungen aus Dithmarschen (Sturmflut) und Südbaden (Starkregen, Überflutungen) begleiten meine Tage. Die Berliner Katastrophen scheinen aktuell eher menschengemacht.

    Freitag fanden sich spontane Aufkleber für eine erneute Freitagabend-Fahrraddemo gegen die aktuelle Berliner Verkehrspolitik. Je mehr ich von der aktuellen Verkehrspolitik sehe, desto eher habe ich den Eindruck, sie verfolgt kein Konzept außer „kein Platz für Fahrräder.“ Was noch weniger zukunftsträchtig ist, als das Gegenmodell „Autos sind böse.“

    Auch nach 18 Monaten vermisse ich meinen alten schönen Arbeits-Radweg über den (zu den entsprechenden Uhrzeiten) leeren IKEA-Parkplatz, dann am Alboinplatz-Park vorbei und schließlich am Teltowkanal entlang. Ich machte mich wieder auf der Suche nach Alternativen. Diese sollten möglichst frei von Linksabbiegungen, Ampeln und vor allem Auto-Berufsverkehrwahnsinn sein. Das ist nicht einfach. Immerhin entdeckte ich beim Alternativentesten eine neue Fahrradquerung des John-F-Kennedy-Platzes.

    Ich überarbeitete die „Über mich„-Seite auf dem Blog. Ziel: Mehr Buchstaben, weniger Inhalt.

    Nach nur 15 Tagen DHL-Verwirrung gelang der Zugang zur Swappie-Sendung. Ich musste nur die bestehende Verbindung meines spezifischen Handies zur DHL-App löschen. Dann einen Brief mit QR-Code anfordern und dann wieder dasselbe Handy mit derselben App verknüpfen. „Ausschalten und wieder Einschalten.“ – in wie vielen Formen einem diese Standard-IT-Lösung begegnet.

    Wir schauten Borgen in der arte-Mediathek und freuten uns: Unser Universal-Gartenmöbel, auch „das Getüm“ genannt, hat einen Cameo-Auftritt im „Kreativraum“ von TV1.

    Noch letzte Woche schrieb ich, dass ein relevanter Anteil Berliner Autofahrer bei Dunkelheit und Regen von Blindheit geschlagen wird. Diese Woche verließ ich die Verwaltung und sah ein Beispiel: SUV an Laternenmast. Vermutlich beim Abbiegen die Einfädelspur um drei Meter verpasst. Angesichts dessen, dass ich neben dem Mast öfters stehe, um die Straße zu überqueren, bin ich froh über eine solche Barriere.

    Wohldefiniertheit

    Mein dritter Studientag: der Studientag Mathematische Grundlagen. Wie angesichts der Rechenfähigkeiten von Mathermatikern zu erahnen, dauert ein Studientag zwei Tage. Meine komplette Vergleichsgelegenheit sind die beiden (also vier) Studientage Algorithmische Mathematik aus dem letzten Semester.

    Formal gibt es einige Unterschiede: Letztes Semester nahm ich vor Ort teil (in Nürnberg bzw. in Hagen). Dieser Studientag findet nur virtuell statt. Die Algo-Mathe bestritt ein gut eingespieltes Duo. Diesmal eine One-Woman-Show mit Chat-Aushelfer. Bei der Algo-Mathe bestand die Zielgruppe aus Wirtschaftsinformatik- /Informatik-Studierenden irgendwo in der Mitte des Bachelors. Dieses Mal sind es Mathe- /Informatik-Studis im ersten Semester.

    Der größte Unterschied liegt bei mir selber. Im letzten Semester habe ich gefühlt nichts anderes aktiv studiert außer Algo-Mathe und dementsprechend intensiv hatte ich mich vorbereitet. Dieses Wintersemester ist das 4-Modul-Semester und so habe ich vor einer Woche überhaupt das allererste mal ernsthafter in die Mathe-Unterlagen geschaut. Ich bin also eklatant unvorbereitet.

    ABER ich habe ja Algo-Mathe überwunden. Das inhaltlich auf dem Modul Mathematische Grundlagen aufbaut. Sprich: ich musste mir letztes Semester alles aus dem Nichts irgendwo beibringen, was ich jetzt formal korrekt lerne. Trotz mangelhafter Vorbereitung fühle ich mich inhaltlich mehr angekommen und orientierter als je in der Algo-Mathe.

    Ein kleiner Exkurs im Begleitchat machte mir deutlich, was ich an der Mathematik an sich mag:

    Studierendes 1: Aber wenn F2 abgeschlossen bezüglich Addition ist, dann müsste 1+1=2 in F2 liegen? ich kann doch nicht einfach bestimmen, dass 1+1 gleich 0 ist, oder?

    S2: Doch. Das ist so bestimmt.

    S3: Definieren kann man was man will.

    Unterrichtender: Nicht so ganz. Es gibt so etwas wie „Wohldefiniertheit“. Aber das ist nicht Kursbestandteil.

    Das mag ich. Es gibt kein absolutes „Das ist so“ oder „das muss so.“ Erst wird von Menschen die Definition erschaffen. Und natürlich lässt sich problemlos eine Pippi-Langstrumpf-Mathematik erschaffen in der gilt: 2*3 = 4 und (2*3)+3 = 9. Wahrscheinlich haben damit schon längst Mathematiker*innen gearbeitet. Aber das bedeutet nicht Willkür oder Chaos, denn innerhalb der Definition herrscht zwingende Stringenz. Totale geistige Freiheit bei innerer Disziplin. I like.

    Tiere des Kaisers

    Heute lernte ich: Im Handarbeitsfachhandel gibt es den Farbton „Männerbunt.“ Es handelt sich um ein unifarbiges Dunkelblau. Laut Handel geht es um eine „Kombi aus Blau und Grau, der Lieblingsfarbe vieler Männer.“ Der Farbton „fröhliches Männerbunt“ ist einen Tick heller, aber genauso einfarbig.

    Madame hört regelmäßig den Podcast The News Agents USA, der US-Politik aus UK-Perspektive kommentiert. Sie erfreute mich damit, dass der Podcast eine Exkursion in die USA unternahm und (natürlich) bei der größten religiösen Veranstaltung Georgias vorbeischaute: Einem Heimspiel des Georgia Bulldogs College Football Teams.

    Erinnert ihr Euch. Es gab Zeiten, da wirkte das ehemalige Google-Motto „don’t be evil“ noch nicht wie finsterster Zynismus. Es schien ein paar Jahre so, als könnten Techno-Utopismus, Geld verdienen und Menschheitsrettung wirklich Hand in Hand gehen. Ursache dafür war maßgeblich der Whole Earth Catalogue und seine Folgen. Eine Mischung aus Technik-begeistertem Versandhauskatalog und Kalifornien-Gegenkultur mit revolutionärer Hippie-Attitüde.

    Aus der Szene, die der Katalog bediente, gingen viele Silicon-Valley-Pioniere hervor. Seinen Geist verkörperten sie. Jetzt, da der Geist komplett verschwand, ist immerhin der Katalog wieder da. Alle Ausgaben wurden komplett digitalisiert: https://wholeearth.info/ (mehr Hintergrundinfo bei Wired)

    Einen geistigen Schlingerkurs von verstaubtem englischen Konservatismus über drogennehmende Hippies und die Heavy-Metal-Szene bis in den kulturellen Weltmainstream ging Tolkiens Herr der Ringe. Eine Fangruppe sind italienische Faschisten. Die sind an der Regierung. Ihr Kultusministerium veranstaltet in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea eine Tolkien-Ausstellung. Das ist alles so bizarr, dass selbst ich es nur schwer glauben kann.

    Wer sich je mit Kategorisierungen beschäftigen musste, kennt das Borges/Foucault-Beispiel der fiktiven chinesischen Enzyklopädie mit den Tiergruppen „(a) Tiere, die dem Kaiser gehören (b) einbalsamierte Tiere (c) gezähmte Tiere (d)…“ An diese Liste musste ich denken angesichts des Wikipedia-Eintrags List of games that Buddha would not play.

    Nicht alle Rollenspielgruppen waren so spießig-anständig wie wir damals.

    Währenddessen in Nord-Israel nahe des Libanons.

    Gut erinnere ich mich daran, des Nachts in Basel mit dem ICE anzukommen und dann irgendwie weiterzumüssen. Dieses Szenario aus professioneller Perspektive.

  • 23-10-13 Sieben auf sieben Streich

    23-10-13 Sieben auf sieben Streich

    Was sollen wir machen 48 Stunden lang? Was sollen wir machen?

    Schlafen.

    Okay, nicht 48 Stunden am Stück. Aber den überwiegenden Teil des Mittwochs und auch am Donnerstag größere Stücke. Die kleine nervige Erkältung, die seit Wochen weder verschwinden noch eskalieren will, hatte sich doch zur Eskalation entschieden.

    Nachdem der Mitwoch dann aus Schlaf-Halbschlaf-Dösen bestand, ich das Schlafzimmer nur kurz zum zwischenzeitlichen Durchlüften oder zum Abendessen verließ, wurde der Donnerstag aktiver.

    Ich kochte selbsttätig Kamillentee! Und suchte mir auf ran.de das ReLive des College-Football-Spiels Wake Forest Demon Deacons vs. Clemson Tigers heraus.

    Der Versuch, das Mittagessen vorzubereiten endete hingegen darin, dass ich ein Geschirrtuch in Brand setzte. Immerhin fiel mir dann ein, dass Madame ja zum Mittagessen kommen wollte und es eh noch der falsche Zeitpunkt war. Es zeigte mir schnell meine begrenzten Möglichkeiten auf.

    Durch meinen Nebel hindurch drang die Nachricht, dass Madame Zugfahrkarten für Weihnachten gekauft hatte.

    Protipp: Kaufen Sie JETZT Bahnfahrkarten für Weihnachten. Der Verkauf wurde gerade eröffnet. Noch sind Supersparpreise, Sparpreise – und in beliebten Zügen überhaupt Plätze – verfügbar.

    Die letzten 34

    Auch durch den Nebel hindurch erreichte mich die Nachricht:

    Die Algorithmische-Mathematik-Klausur ist bestanden!

    Es war, passend, ein Gewürge und ein gerade-so-eben. Aber das bleibt im Stil zwischen mir und dem Kurs. It was a wild ride, sehr anstrengend, aber ich quasi durchgehend mit breitem Grinsem im Gesicht. Damit habe ich einen großen Stein zwischen mir und dem Bachelor aus dem Weg geräumt.

    Das bedeutet:

    Sieben Module belegt, zu sieben Klausuren angemeldet und siebenmal bestanden. Ich habe ein halbes Semester Vorsprung vor der Teilzeitstudiums-Regelzeit.

    Für den Bachelor Wirtschaftsinformatik sind 70 von 185 nötigen ECTS auf meinem Konto.

    Für DEN MASTERPLAN sind es 80 von 600 nötigen ECTS.

    Die Hälfte der Bachelor-Pflichtmodule liegt hinter mir. Darunter, irgendwie erschreckend, sämtliche reinen Mathekurse. (BWL: 3/4 Modulen, VWL 0/1, Mathe: 2/2, Informatik: 1/3, Wirtschaftsinformatik i.e.S.: 1/4.)

    Auch gelernt: Bei dem Wirtschaftsinformatik-Pflichtmodul Algo-Mathe haben neben mir genau 33 weitere Wirtschaftsinformatiker*innen bestanden. Wir schrumpfen plötzlich auf eine kleine Gruppe zusammen.

    Im Parlament

    Madame wurde auf Insta gefeatured.

    Später belebte sie mit Hilfe fortgeschrittenen Küchenvoodoos einen untoten Sauerteig zurück zum Leben, wurde aber vom Käse versetzt.

    Mich trieb es heute zurück ins Büro und zur Südkreuzmittagspause.

    Steppengarten hinter Sitzback. Im Hintergrund Flixbus.

    Die Woche über hatten sich zwei Zertifikate höchst merkwürdig verhalten. Die erfolgreiche Reparatur war dabei noch irritierender als der ursprüngliche Fehler. Ich wollte den Freitag-ab-eins-Nachmittag dazu nutzen, noch etwas an den Zertifikaten herumzuspielen. Aber Kollege Kiefer erinnerte daran, dass heute Freitag der 13. ist und damit gilt „Never change a running system on a friday – unless you want to fix it over the weekend.“ -> Verschoben auf den Montag.

    Frau Chorherr war essen.

    Christiane war in Italien.

    Szenen einer häuslichen Wohngemeinschaft.

    Seit Jahren ärgert mich, dass wir vage-unbestimmt-verharmlosend von „Rechtspopulismus“ reden; der Vergleich zum Faschismus aber bestenfalls als polemische Zuspitzung und rhetorische Übertreibung daherkommt. Dabei gibt es gute politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Gründe Orbán, Trump und Bolsonaro in eine Reihe zu stellen mit Horvath, Mussolini und Franco. Freundlicherweise versucht Berthold Franke (keine Verwandtschaft) das ausführlich fundiert das in den Blättern für deutsche und internationale Politik: Für einen neuen Faschismusbegriff. (via @ot@troet.cafe)

  • 23-09-05 Äquivalente Annuität (Büffelzikade)

    23-09-05 Äquivalente Annuität (Büffelzikade)

    Rombitombi fuhr auf’s Land. Rombitombi wagte sich an Abgründe, aber fiel nicht herunter.

    Frau Fuchs wird nach Weimar ziehen.

    Madame traf auf dem Dachboden einen jungen Mann beim Saubermachen.

    Die Post lieferte Kokos und Kaffee.

    Madame war wieder des zweihändigen Schneidens mächtig.

    Um mir während des Lernens den Kopf freizukriegen, las ich ein wenig in verschiedenen „Ich-studiere-an-der-Fernuni-Blogs“ herum. Was mir auffiel: während nach Fernuni-Zahlen etwa ein Viertel bis ein Drittel der Student*innen bereits einen Uni-Abschluss haben, besteht die Fraktion „Ich beginne ein Blog, um nur über das Studium zu schreiben“ anscheinend zu 100% aus Menschen, die noch nie vorher mit einer Uni zu tun hatten.

    Wieviel Geld würden Sie für einen Lottoschein ausgeben?

    Nach der Klausur ist vor der Klausur. Wunder der Algo-Mathe. Keine anderer Kurs hat mich im Vorfeld so viel Energie gekostet wie dieser, dafür habe ich die Klausur schnell und gut weggesteckt. Nach der Klausur ging es noch ins Insulanerbad, Kopf freischwimmen und dann auf in die Brandenburger Hamptons.

    Den extra freigenommenem Montag konnte ich schon wieder dem Lernen für Modul 31021 Investition und Finanzierung widmen.

    Die gute Nachricht: Die einzige Chance durch diese Klausur zu fallen besteht in eigener Dämlichkeit. Die schlechte Nachricht: Wie ich mich kenne, liegt das komplett im Bereich des Möglichen.

    Inhaltlich ist Nichts überraschend. Ich habe Anno prä-Jahrtausendwende bei Karl-Dietrich Opp Soziologie studiert. Dessen Mikro-Makro-Ansatz mit Betonung auf dem (mehr oder weniger) rational handelnden Individuum lag nah an der wirtschaftswissenschaftlichen Entscheidungstheorie. Inhaltlich lernte ich das alles schon einmal.

    Bisher war meine Vorbereitung rudimentär: Einmal das komplette Script durchlesen und beschließen: „Im Prinzip ergibt das alles Sinn. Ich verstehe was sie wollen. Die verwendete Mathematik ist kein Hexenwerk.“ und einmal mit Hilfe der Script-PDF und Strg+F die Einsendeaufgaben bearbeiten. Wobei mir der Einsendeaufgaben-Erfolg der Methode auch sagt: Inhaltlich habe ich das verstanden.

    Aber ich muss noch viele Formeln, Variablen und deren Zusammenhang auswenig lernen.

    Mathematisch ist es das Gegenteil der Mathe-Klausur: Während die Matheklausur im Wesentlichen mit den Zahlen 1,2,n agierte und dafür die dollsten formalen Zaubertricks aus dem Hut zauberte, bleiben wir hier bodenständig mit Exponentialrechnung, leichter Statistik (Varianz/Standardabweichung) und wenn es Hart-auf-Hart-kommt einer ersten Ableitung im zweidimensionalen Raum. Dafür kommen hier lauter echte Zahlen mit vielen Nachkommastellen in langen Gleichungen. Anders gesagt: Viel Chancen für southpark sich zu verrechnen.

    Und wieder die Basler. Während Leonhard Euler aus Prinzip in jede Mathe-Klausur gehört, wird sein persönlicher Freund Daniel Bernoulli mit dem Bernoulli-Prinzip für Entscheidungen unter Risiko mit Sicherheit einen Auftritt in der Investitions-Klausur bekommen.

    Hornissenbuffet

    Von der Terrasse aus beobachteten wir wilde Kohlweißlingskämpfe. Also für die beteiligten Kohlweißlinge waren diese vermutlich wild, aus Menschenperspektive wirkte das apart.

    Der Montagmorgen fiel über die Brandenburger Hamptons. Das Außenthermometer zeigte 12 Grad. Die Sonne fiel gelb-orange über Feld und Wiese und im leichten Tau zeichneten sich Spinnennetze zwischen dem Sauerampfer ab. Besser wird es nicht mehr.

    Fast ebenso gut: Spätabends auf der Terrasse bei einem Glas Wein das Sommerdreieck betrachten und plötzlich feststellen, dass die ISS vorbeifliegt.

    Auf einer Rose (Eden ’85?) entdeckten wir eine Büffelzikade. Hätte ich nicht zufällig gesehen, wie sie sich bewegt, hätte ich sich für einen Teil des Blattes gehalten. Vermutlich hätte ich sie im Sinne der Obstbäume gleich erschlagen sollen.

    Büffelzikade auf Blatt vor grünem Hintergrund

    Goldruten haben als invasive Arten einen schlechten Ruf. Auch uns flogen sie zu und jedes Wochenende ziehen wir den ein oder anderen Goldrutentrieb aus der Erde. Zwei Pflanzen ließen wir: uns diese sind ein Insektenmagnet erster Güte. So stelle ich mir die Buffeteröffnung auf einem Kreuzfahrtschiff so, so wie Dutzende Bienen, Fliegen und Hummeln sich um die Goldrute tummeln. Nur wenn die Hornisse kommt, schrecken sie auf und stieben kurz davon. Die Hornisse scheint eher am Buffet der Buffetbesucher interessiert. Ich möchte es filmen und mit der Jaws-Melodie unterlegen.

    Töpfern und Termini

    Meine Kommillitonin Sarah Schulze Tenberge hat es auf die Vorstellungsseite der Fernuni geschafft. Was ich noch ergänzen kann: Mathe kann sie auf jeden Fall richtig gut.

    Karen schriebt wieder von ihrer großartigen Europareise, die auf dieser Etappe eher die Fähre als den Zug nutzte: Von Kineta über Patra nach Bari nach Roma Termini.

    Von Pariser öffentlichen Bädern berichtet die New York Times und unterstreicht, was auch ja auch immer sage (und nicht nur über Paris): Swimming in Paris is a full-on cultural experience. Many public pools don’t just feel like historical monuments, they are historical monuments… But after a year of swimming in Paris, it’s the smaller cultural insights I’ve gleaned that I find most precious: the intimate views into the French psyche and style of living that are on near-naked display in the swimming lanes, locker rooms and showers. (Catherine Porter: To Experience Paris Up Close and Personal, Plunge Into a Public Pool)

    Ilfiglio Maultaschenravioli fuhr mit Zug und Bus nach Bosnien.

    In den Hamptons-Hamptons sind Töpfer-Parties der neue Trend.

    Letztens schrieb ich noch, dass Kunstmarkt und Organisierte Kriminalität nicht ohne aneinander zu denken sind. Der Deutschlandfunk geht dem freundlicherweise mit einem Podcast nach: Tatort Kunst.

  • 23-09-02 Maximales Matching?

    23-09-02 Maximales Matching?

    Madame besuchte ein Konzert. (Nicht die Premiere, den Abend danach, selbes Programm, selbe Energie). Zuvor aß sie mit Professor Transformation in den Galeries Lafayettes.

    Vor vielen Jahren – Jahrzehnten geradezu – war ich einmal als Gruppen-Gast einer Bundestagsabgeordneten in Berlin. Der ganze Trip war hochgradig abstrus (was vor allem an der hochgradig eigenwilligen Reiseleitung lag, die uns der Bundestag stellte) – aber in Erinnerung blieb das Essen im Alt-Berliner Biersalon.

    Das Gericht war, es gibt kein anderes Wort und ist nun auch lange her, eine wirklich eklige Matschepampe aus halbglasigen zerkochten Kartoffeln, Fleisch, das ebenso zerfallen wie zäh war und einer hellbraunen dünnen Sauce. Nur die Vegetarier hatten Glück: Frisches Gemüse in vielen Farben, eine aromatische Käsesauce und krosse Bratkartoffeln.

    Ich erinnere mich daran, weil ich damals vegetarisch lebte und vegetarisches Restaurantessen in jenen Jahren gerne auch aus Rührei mit Kartoffelbrei oder ähnlichem Bestand. Aber nicht hier!

    Niemals hätte ich geahnt, dass ich einst vom Altberliner Biersalon aus einmal über den Ku’damm gehen würde, in die Hinterhöfe des Neuen Kranzler-Ecks schlendere und dort Mathe-Klausuren schriebe. Wie die Fernuni ausgerechnet in dieses Gebäude kam – die Geschichte wüsste ich gerne.

    Injektiv, Surjektiv, Bijektiv

    Aber vor der Klausur kommt die Vorbereitung. Ich wiederholte alles noch einmal, und noch einmal. Ich überlegte, welche Teile ich wirklich dringend wissen sollte. Dann ging ich alte Klausuren durch, schrieb alles an Sätzen, Formeln und Definitionen auf, die ich für diese gebraucht hätte, aber nicht im Kopf hatte, Die schrieb ich auf den erlaubten Spickzettel.

    Danach googlete ich nach anderen Sprickzetteln zur selben Klausur – hatte ich noch etwas vergessen, was andere Leute aufgeschrieben hatten?

    Beim Suchen fand ich zwei weitere „Wirtschafts-informatik-Uni-Hagen-Blogs“, die beide mit Uni-Abschlüssen enden: FernUni Blog (Bachelor Informatik, Master Wirtschaftsinformatik) und der peripherstudent (Bachelor Wirtschaftsinformatik) sowie das schon bekannte Blog zur Wirtschaftsinformatik Uni Hagen (Bachelor Wirtschaftsinformatik, Master Praktische Informatik, Master Wirtschaftsinformatik).

    Wobei ich nicht weiß, was ich spannender finde: Die gemeinsame Erfahrungen zu bestimmten Kursen, Dozenten und der „Fernlernexperience“ oder die Unterschiede war Lernart und Lerntyp und persönlichen Hintergrund angeht.

    Dann abendliches Kopf-Leer-Bekommen. Erst zu Fuß durch den Schöneberger Nachbarschaftspark: dort ein lauer Abend aus dem Bilderbuch: Junge Herren, die Frisbee spielen ein französisch sprechender Junge mit Mutter(?) in dezenter Punkkleidung am Fußballspielen, kleine Hunde tollen herum, Paare/Zweiergruppen (m/w/d) schlendern zusammen über die Wege.

    Mich führte der Weg ins Stadtbad Schöneberg: ein paar Bahnen schwimmen, ein paar Bahnen planschen, und zwischenzeitlich war es leer genug für zwei Bahnen auf dem Rücken.

    Heute dann, vor der Klausur: Für keine andere der Fernuni-Klausuren habe ich so intensiv gelernt. Und vor keiner anderen war im direkten Vorfeld meim Kopf so leer/frei – die Gedanken so sehr bei anderen Themen und so wenig bei der Mathematik.

    Vier Kugeln, drei davon Schwarz

    Zur Klausur immerhin waren die Mathe-Gedanken wie geplant wieder zurück.

    Die Klausur hat einige Eigenheiten. Unter anderem: Es sind immer 12 Frageblöcken zu 12 Themengebieten. Die Fragen ändern sich, die Themengebiete bleiben im großen und ganzen identisch.

    Wichtiger: Es ist eine 3-Stunden-Klausur mit zwei Stunden Bearbeitungszeit. Das heißt, wer ein volles 2-Stunden-Programm schafft (also 60 von 90 Punkten) bekommt 100%, wem die Hälfte davon gelingt (also 30 von 90 Punkten) besteht. Oder anders gesagt: Wenn man ein Drittel der Klausur komplett richtig hat, kann man zwei Drittel vollkommen ignorieren.

    Ich hatte eine Klausurstrategie entwickelt: Ich lerne zwei Drittel der Themen. Ich lasse das Drittel weg, das (a) aufwendig zu lernen ist und (b) für dessen Lösuing viel Schreiberei und Rechnerei nötig ist – es also kostbare Klausurzeit kostet und potenziell Punkte kostet für blödsinnige Verrechner.

    Der Plan ging weitgehend auf, die Fragen waren im Wesentlichen wie erwartet. Nur dass ich bei der Wahrscheinlicheitsrechnung überraschend strauchelte, das ist mir schon etwas peinlich. Wenn jeder meiner Sätze und Aussagen komplett richtig ist, habe ich 49 Punkte – zu den 30 zwingend nötigen Punkten existiert ein gewisser Sicherheitsabstand.

    Andererseits lief der ganze Kurs so abstrus, dass man nie weiß was passiert.

    Wind im Haar, Sonne im Rücken

    Selten bin ich so dankbar, in Berlin zu wohnen wie an diesen Klausur-Tagen. Während Kommiliton*innen teilweise Stunden anfahren müssen, dann in Berlin ein Hotel nehmen (und das auch noch währned Ifa stattfindet!) und im Zweifel auch noch den Rückreisezug erreichen wollen, kann ich morgens auf das Fahrrad steigen. Ich radle tiefenentspannt durch die halbleere Stadt Richtung Kranzler-Eck und komme mit frisch freigeblasenem Kopf und einmal aktiviertem Kreislauf an.

    Fahrrad anschließen vor Käthe Wohlfahrt, noch einmal Beine vertreten und durchatmen vorbei an Ralph Lauren, dem Altberliner Biersalon und dem Theater des Westens. Und dann hinein in die Challenge.

    Fahrrad vor Schuld "Blvd KU'damm" und Buddy Bears. Im Hintergrund ein Käthe-Wolffahrt-Geschäft.

    Ordner und U-Boote

    Der Kaptain war ihrer Zeit voraus. Das Ordner/Datei-System auf Computern hat sie immer abgelehnt. Und ist damit voll in der heutigen Zeit angekommen: File not found. A generation that grew up with Google is forcing professors to rethink their lesson plans.

    Ich lernte: bei diesem fatal geplatzten U-Boot wusste nicht nur die komplette Community vorher, dass es platzen würde (aber konnte nichts Entscheidendes dagegen machen), sondern die zahlenden Gäste waren auch „Mission Specialists“, also offiziell Besatzungmitglieder. Nicht etwa nur aus Marketinggründen und weil es cooler klingt, sondern auch weil im Seerecht Besatzungsmitglieder weit weniger Schutzrechte genießen als zahlende Gäste: The Titan Submersible Disaster Was Years in the Making, New Details Reveal

  • 23-08-31 Ab-Rüsten. Mit Geodreieck.

    23-08-31 Ab-Rüsten. Mit Geodreieck.

    Madame macht sich Gedanken: „Was ist Recht?“ Unterscheidet sich „Recht“ von „das Recht“?

    Bei diesen Gedanken stieß sie auf den Heavy-Metal-Mathe-Professor Christian Spannagel und seine Ausführungen zum Flipped Classroom. Ich verstand, warum Spannagel-Videos seid vielen Jahren zur Grundausstattung einer/s jeden Mathe-Lernenden-Studis gehören.

    Mit Lernen – also Neu-Lernen – ist bei mir natürlich gerade gar nichts. So kurz vor der Klausur im Klausurlaub denke ich „Alles was ich während des Kurses schon nicht verstanden habe, verstehe ich jetzt auch nicht mehr.“ Aber ich bin eigentlich optimistisch, dass ich bis in den Juli/August hinein genug verstanden habe, um zu bestehen.

    Jetzt halt: Wiederholen. Sich erinnern. Und den handschriftlichen DIN-A4-Spickzettel erstellen, den ich mitnehmen darf.

    Erinnerungen an den Sommer: Beim 18 Grad und Dauerregen schaue ich Studientagsvideos. Die kümmern sich zwar nur um Mathe, aber ab und an kommen auch die Bedingungen des Studientags vor. Lebhaft erinnere ich mich an 34 Grad Außentemperatur – wir saßen in einem nicht-klimatisierten 80er-Jahre-Unibau, in dem wir die Fenster nicht öffnen durften, denn direkt davor war die Baustelle. Sie erzeugte Lärm und Staub.

    Und so pivotierten wir links herum und rechts herum und wieder rechts herum und vielleicht auch einmal auf dem Kopf, dass einem ganz schwindelig wurde. Sei es wegen der 34 Grad, sei es wegen der Pivoetten.

    Jetzt ist angenehmer. 18 Grad. In der Wohnung bei bedarfsweise offenen oder geschlossenen Fenstern. Natürlich verlernhöhle ich dabei auch. Es kommt zu wenig mehr als einem Gang zum Supermarkt, zum Fahrradmeister und vielleicht auch mal mit Lernmaterialen in den Park.

    Tablet mit Matheaufgabenfilm. Im Hintergrund Wohnzimmer.
    In da Lernhöhle

    Die Hinterhausbaustelle bietet uns wieder Gerüstnahsehen an. Denn das Hinterhausgerüst verschwindet endgültig. Die alleroberste Etage, die über das Dach hinausragte ist bereits weg, weitere werden vermutlich folgen. Die katzenhafte Sicherheit mit der die Herren dort herumturnen – beeindruckend.

    Andere Herren legten dafür mit der Dachbodenbaustelle über unseren Köpfen los und fanden eine Mauer zum Einreißen. Es wirkt genau so wie es sich liest: „Direkt über Deinem Kopf wird eine Mauer eingerissen.“ Ich hoffe, sie setzen das nicht fort, wenn ich gerade eine Onlineklausur schreiben möchte.

    Madames Armbaustelle baut auch ab. Tagsüber darf sie sich wieder ohne Rüstung, nacktarmig und orthesenfrei in die Öffentlichkeit wagen. Nur Nachts, wenn niemand die Armbewegungen kontrolliert, ist der gerüstete Schutz nötig. Sonst steht halt das übliche Programm auf dem Plan, um Arm und Handgelenk wieder zum Leben zu erwecken.

    Zur Feier des Tages trafen wir uns bei der Kaffeerösterei Enrico, tranken Galao und aßen Zitronen-Baiser-Tarteletts. Zur Feier des Tages verschwand Madame im Stadtbad Schöneberg (Schwimmen: Gut. Radfahren: Böse.) Und zur Feier des Tages brachte sie ein neues Geodreieck mit. („Ignorieren Sie nicht die geometrische Lösung einer Optimierungsaufgabe!“)

    Das Weihnachtsbaumgeschäft brummt

    Corona existiert noch. Der politisch-moralisch stets mustergültig postende Teil der Menschheit muss sich noch zurückgewöhnen. Auf Tröt lese ich mehrere Posts des Inhalts „Ich bin erst zwei Stunden zur Rush Hour mit der Ringbahn gefahren, war dann in der Karaokebar, um erst im Aufzug Potsdamer-Platz-Aussichtsturm 15mal rauf und runter zu gelangen und dann in den KitKat-Club zu gehen. UND NUR ICH HATTE EINE MASKE AUF!“. Aber das wird noch.

    Das Silofeuer in Wesselburen ist gelöscht. 500 Einsatzkräfte auf mehreren Landkreisen bis hin zu Experten der Hamburger Berufsfeuerwehr.

    Die Wikipedia-Gruppe Hannover entdeckte eine*n verstorbene*n Erblasser und fuhr mit dem Erbe nach Posen/Poznań.

    Via Landlebenblog lernte ich: Das Weihnachtsbaum-Geschäft brummt quasi schon, Sie sollten sich also eilen, wenn Sie noch einen vernünftigen Baum ergattern wollen

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