Schlagwort: Analysis

  • 25-09-07 MU durch MU

    25-09-07 MU durch MU

    Das Katzenstreuwrack bekam einen Partner. Auf dem Hof steht ein zweites Auto ohne Nummernschild. Ein Kabel führt vom Mittelbau in den Motorraum des Audis. Das Auto allerdings ist mindestens zehn Jahre zu alt, um ein Elektroauto zu sein.

    Ich bin neidisch auf die Schweizer und deren WC-Enten-Briefmarke mit Zitrusreinigerduft. (via Frau Brüllen)

    (und nein, solange ich keine Post aus der Schweiz heraus verschicken muss, möchte ich sie nicht haben, sonst krempelt sie hier nur herum)

    Ich schaute Theaterprogramme durch. Das Berliner Ensemble hatte ich mich schon beim Untertitel „ein talmudisches Tingeltangel“. Als ich dann weiterlas, und entdeckte, Barrie Kosky inszeniert „Kafkas Prozess mit Musik von Bach über Schumann bis Jiddischem Vaudeville“ war ich bereit, schlimme Sachen zu machen, um eine Karte zu bekommen. Zum Glück reichte es, einfach nur zu bestellen.

    Es waren anderthalb Tage Klausururlaub in Wohnung und Freibad und ein Samstag auf den Latifundien.

    Madame kochte solidarisches Gemüsli. Ich kirschholzräucherte einen Rinderstolz-Schweinenacken und warf dazu den Zaphito-Kürbis auf den Grill. Beides sehr gut. Später schaute sie ein langes Video, in dem die Gemüslichkeit ihre Solidarische Landwirtschaft erläutert. Das klang sympathisch und erfreulich nicht-naiv. Etwas misslich allerdings: Der Haupt-Kommunikations-Kanal der Gemüslichkeit scheint Instagramm zu sein (ham‘ wa nich‘, woll’n wa nich‘), „unser“ Abholpunkt Schöneberg kommuniziert über eine Telegram-Gruppe (ham‘ wa nich‘, wolln wa nich‘).

    Drei Menschen und ein Tigerschnegel

    Das war es mit der Kabane. Das Insulanerbad hat heute seinen letzten Öffnungstag der Saison und vorher wollte der Kabanenschlüssel zurückgegeben werden. Madame und ich fuhren Donnerstagabend (27 Grad), es war überraschend voll.

    Arbeitshypothese: All‘ die Menschen, die im Mai eine 20er-Sommerkarte gekauft haben und denen jetzt auffiel, wieviel Eintritte noch drauf sind. Eine Dame vor dem Eingang versucht auch prompt, uns einen von ihren Eintritten zu verkaufen. Aber wir sind schon versorgt. Madame räumte ihre Sachen aus der Kabane. Den Schlüssel behielten wir noch.

    Denn ich wollte Freitag früh nochmal. Nachdem ich den Regenguss abgewartet hatte, begab ich moch bei bedecktem Himmel und 20 Grad Lufttemperatur, Wasser 22 Grad, ins Bad. Perfektes Freibadwetter für mich. Auf dem Weg die Treppe hinunter zum Becken sah ich drei Menschen im Wasser und einen Tigerschnegeln auf der Treppe. Trotz kalter Dusche am Beckenrand musste ich nach Wassereintritt aufpassen, nicht aus Reflex zu hyperventilieren. War frisch. Und nachdem ich dann akklimatisiert war, perfekt.

    Das Schwimmen war angemessen flüssig, ich danach angemessen k.o.. Von 1040 (Ankunft im Becken) bis 1130 (Becken verlassen) war die Zahl der Schwimmenden von drei auf sieben gestiegen. Leider hatte auch jemand den Tigerschnegel zertreten.

    Ko, ausgepowert und sehr glücklich gab ich meinen Schlüssel an der Kasse ab und bekam das Schlüsselpfand zurück. In der Hoffnung auf eine Kabane nächsten Sommer.

    Blick in einen Schwimmbad-Kabinentrakt mit orangen Türen der Umkleidekabinen (links) und orange-beigen Spinden (rechts)- Am Ende des Gangs: Ein Käfig mit Schwimmnudeln etc.

    Nun muss ich mal schauen, ob ich es die nächsten Wochen schaffe die Umwege in die kabanelosen noch offenen Bäder wie das Prinzenbad oder das Sommerbad Mariendorf zu bewältigen.

    Mikro-Ö, I hardly knew ya

    Noch allerdings muss ich bis Mitte September lernen. Noch möchte der Bachelor zwei Klausuren von mir: Mikroökonomik am Montag und Knowledge Management am 16. September. Zwei Kurse, die prinzipiell tief in meiner Wohlfühlzone liegen, denn für alles andere wäre im Bachelor-Arbeits-Semester weder Zeit noch Energie gewesen.

    Der Nachteil: Den Mikro-Ö-Kurs mag ich. Der ist schön geschrieben, trifft sehr gut die Balance zwischen Verständlichkeit, und je öfter man schaut, desto mehr inhaltliche Tiefe hat er. Selbst die Übungsaufgaben mag ich: Eine zur Wiederholung, alle anderen mit selber-Denken und Themen aus vorherigen Lektionen nochmal einbauend. Ich und dieses Modul hätten viel Spaß miteinander haben können, wenn ich es nicht über Monate ignoriert hätte.

    Zu schade, dass ich jetzt durch alles durchjage in der Hoffnung, am Montag mit Augen-zu-und-durch die nötigen 50% zu schaffen.

    Hauptproblem: Viele Formeln funktionieren nach der Devise „Teile den Wert von Gut A und Gut B“ oder „Ziehe Wert B von Wert A ab“ oder umgekehrt. Inhaltlich ist es natürlich vollkommen egal, ob A durch B geteilt wird oder B durch A – mathematisch im Ergebnis macht es aber leider einen Unterschied. Deshalb gibt es eine Konvention. Und diese Konvention kann ich nicht während der Klausur durch Logik erschließen, sondern muss sie für alle Formeln auswendig lernen.

    Zum Beispiel:

    \[MRS = -\frac{MU1}{MU2} \]

    Oder auf deutsch: Die Grenzrate der Substitution (Marginal Rate of Substitution – MRS) entspricht dem negativen Bruch aus dem Grenznutzen von Gut 1 (Marginal utility – MU) und von Gut 2. Könnte natürlich auch genau anders herum sein.

    Oder noch auf deutscher: Wenn ich schon 4 Fahrräder und keinen Elektroroller besitze, wäre ich vermutlich glücklicher wenn ich ein Fahrrad gegen einen Elektroroller tauschen könnte. Hätte ich hingegen 4 Elektroroller und kein Fahrrad wäre es vermutlich umgekehrt. Die MRS gibt an, wieviel von Gut 1 ich gegegen Gut 2 an einem bestimmten Punkt tauschen würde.

    Nebenproblem: Ich kann mir die Ableitungsregeln wie die Kettenregeln oder die Ableitung des Logarithmus partout nicht merken. Das ist jetzt ungefähr das vierte Mal im Bachelor, dass ich die für eine Klausur lerne und jedes mal fange ich von vorn an.

    Bwlquam zu Bigsi

    Spannende Selbstbeobachtung: Immer wenn ich auf Fernuni-Klausuren lerne, ist das der Zeitpunkt an dem ich mir am intensivsten Gedanken über den weiteren Verlauf des Studiums mache. Also im Moment: den Master Wirtschaftsinformatik (oder Praktische Informatik?)

    Wenn Wirtschaftsinformatik der gewählte Masterstudiengang wird, würde ich diesmal auch die Abschlussarbeit an einem WInfo-Lehrstuhl schreiben wollen. Die passgenauste Variante für mich wäre der sozialwissenschaftlich ausgerichtete Lehrstuhl Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme (Bigsi), oder kurz Lehrstuhl Krönung, In dessen Liste der möglicher Themen für Abschlussarbeiten könnte ich blind mit einem Finger tippen und hätte ein Thema, in dem ich mich thematisch und methodisch zu Hause fühle.

    Vor die Abschlussarbeit aber legt die Studienordnung das Seminar. Ich dachte kurz, das Seminar Menstrueller Zyklus und Arbeitsleben: Hormonelle Schwankungen und ihre Auswirkungen auf digitale Arbeit wäre was. Da würde ich immerhin etwas Neues lernen und auch auf der Arbeit kann es nicht sein, dass Männer bei dem Thema komplett ahnungslos durch die Gegend irren. Aber ach:

    Das Seminar richtet sich an weibliche Masterstudierende, die bereit sind, im Verlauf des Semesters den eigenen Menstruationszyklus zu erfassen (in Form von Tagebucheinträgen). Voraussetzung ist zudem der erfolgreiche Abschluss eines Moduls bei Prof. Dr. Julia Krönung oder Prof. Dr. Stefan Smolnik.

    Dann wohl nicht.

    Summer is on

    Wir leben ja im Einklang mit der Natur und lassen uns deshalb vor allem vom Garten sagen, welche Jahreszeit wir haben. Der Garten sagt: Sommer. So viel blüht noch und wieder. So ein Insektenauflauf an Goldrute, wildem Storchschnabel und auf den Wiesen. So viele Grashüpfer, so viele Knospen an den Rosen. So deutlich unser Bestreben, den Tag in beschatteten Bereichen zu verbringen. Der Garten ist noch im Sommermodus. Damit ist Sommer.

    Ein grüner Sommer wie seit vielen Jahren nicht mehr. Immer noch wollen die Wege regelmäßig gemäht werden, um nicht in der Wiese verloren zu gehen. Das ist neu. Wir mähten, fandeten dem Unkraut hinterher. Die Zahl der Falläpfel lies nach, dafür entdeckten wir erste Fallbirnen. Freundlicherweise streckt auch die Pflaume von der Gemeinschafts-Ausgleichsfläche ein paar Zweige mit Pflaumen auf unser Grundstück, die wir gerne miternten.

    Ich lernte in der Pergola und schaute alle halbe Stunde mal wie es dem Nacken im Grill so geht. Am späten Abend besuchte uns ein schwarzer Kater, am morgen zwei Wespen. Keine Mücken zu verzeichnen.

    Hinter der Gardine 50 Keyboards

    Die taz fuhr auch Nachtzug, von Bukarest nach Chișinău: Hinter der Gardine lockt die kühle Brise

    Mir ist es gelungen, all meine Sammelneigungen auf immaterielle Erlebnisse zu beschränken. Aber ich stelle fest, bei Keyboards könnte ich schwach werden: 50 keyboards from my collection (via onli blogging)

    Wieder immaterieller: Eine technische Geschichte von RSS.

    Acuh immateriell: UberBlogr wird 3. Ich gratuliere uns allen und Thomas ganz besonders.

    Was machst du eigentlich den ganzen Tag beruflich im Pflegeheim?

  • 24-07-08 Das Gras ist gelber auf der anderen Seite des Sommers

    24-07-08 Das Gras ist gelber auf der anderen Seite des Sommers

    100 Mann im Gefolge des wahnsinnigen King Lear.

    Ein Rotkehlchen schaute interessiert vom Scheinwerferkabel.

    Hallo Rolle, hallo L’Hospital, hallo Cauchy-Hadamard. Betrachtete ich Reihen im letzten Semester noch als Lücke im auf-Lücke-lernen, fielen beim Studientag SoSe 24 viele Groschen.

    Erst die kanadischen Hessen in Berlin dann in den märkischen Hamptons.

    Cetirizin to the rescue.

    Der Alte-Kühlschrank-Bauzaun wurde mit zwei Fahrradschlössern gesichtert.

    Für’s Protokoll: SK 16 (5€). Bei der Pergola 2. Runde fehlen die letzten beiden Querbalken und die Seiten der Längsbalken.

    Zwei linke Wahlsiege in UK und Frankreich und dennoch ein seltsames Gefühl.

    Der Moschusbock ist back in latifundia.

  • 24-02-15 Satz von Rolle

    24-02-15 Satz von Rolle

    Im verglasten Treppenhaus nebenan absolviert ein Mann Boxtraining mit sich alleine.

    Das Mittelhaus auf dem Hof, ehemals zweistöckiger sechzigerjahre-Bürobau, heute als „Townhouse“ annonciert, steht wieder leer.

    Auf dem Hinterhof steht das neue Pflegedienstfahrzeug: ein elektrisches italienisches Yoyo.

    Im Internet werden mir möblierte 18-Quadratmeter-Zimmer („Basic Bude“) angeboten, die so viel Miete kosten wie unsere komplette Wohnung.

    Der BVG-Busnetz hatte anscheinend eine IT-Störung. Ich hörte den laut gestellten Funk des Busfahrers mit, konnte nicht allzuviel verstehen. Aber die Lösung „Melden sie sich vom System ab und wieder an“ – diese Lösung kenne ich nur zu gut.

    Bei Dr. Endriss in den Südkreuz Offices war was los. Vermutlich schreiben auch die angehenden Steuerberater gerade Prüfungen.

    Madame trägt im Stadtbad Birkencrocs. In einer Seitenstraße wartete ein Cocktailverführer auf sie.

    Ein Schwimmhistoriker spendete Bratapfelkrapfen.

    Sehr fein lud uns der Filmflötist in die Feinbäckerei zu Maultaschen, Spätzle und schwäbischem Kartoffelsalat ein. Nach nur 15 Jahren Leben in Schöneberg entdeckten wir auf dem Rückweg die Abkürzung durch die Meisenbach-Höfe. Hierhin müssen wir dringend bei Tageslicht zurück.

    Überhaupt Tageslicht. Hauch mich, Du Frühling. Ich will nicht behaupten, dass Frühlingsgefühle aufkommen. Aber Dienstag Nachmittag, bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel, im Wissen um erste Frühblüher und Singvögel, bei Temperaturen um die 10 Grad. Ein zartes Gefühl von „Winter is going“ stellte sich ein.

    Sincoslne^-x

    Ein Mathe-Fernuni-Probem ist die Aussprache. Ein Satz wie „Phi ist definiert als doppeltes Integral des Quotienten aus Basis und Stammfunktion“ merkt sich deutlich leichter denn „Komisches Zeichen – Doppelpunkt – Gleich – 2 – komisches Zeichen – komisches B durch groß-F“. Gehört ergibt eine solche Formel beim ersten Durchgang mehr Sinn als gelesen.

    Deshalb hat der „Mathematische-Grundlagen-Kurs“ auch viele von mir geschätzte Hinweise zur Aussprache.

    So lernte ich, dass der Satz von Rolle zwar nach einem französischen Mathematiker benannt ist, Rolle aber dennoch meist deutsch und nicht französisch ausgesprochen wird. Wichtiges Weltwissen.

    Wichtiges Klausurwissen: Wie funktioniert der Satz? Wie kann ich Rolle und seinen nahen Verwandten – den Mittelwertsatz – als Werkzeug einsetzen, um Erkenntnisse über Funktionen zu gewinnen.

    Noch vier Tage bis zur Klausur (8 Tage bis zur Klausur ETTI). Müsste ich jetzt sofort schreiben, wären meine Bestehenschancen schlecht.

    Das ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Status „Chancen minimal“ von vor zwei Tagen.

    Inzwischen merkte ich beim Durchforsten der Altklausuren: Sinus, Cosinus, natürlicher Logarithmus und Euler-Zahl werden an relevanten Stellen vorkommen. Es reicht nicht, nur ihre Ableitungen zu kennen, sondern ich brauche eine ganz gute Einschätzung ihres generellen Verhalten.

    Bis Freitag Mittag muss ich mir noch ein einige Hirnareale für andere Gedanken als Mathe vorhalten. Freitag um 12 kann ich mich dann bis Montag 12:15h in den Klausurtunnel begeben. Montag ab 12:16h werde ich damit verbringen, auf dem Wohnzimmerboden zu liegen und an die Decke zu starren.

    Teppichboden, rote Joga/Sportmatte, Tablet das auf dem Boden steht,

    Raising the Impact of Astrology

    Von außen kann man sich schwer vorstellen, wieviel Energie freiwillige Wikipedianer*innen darin setzen, um Kleingewerbetreibende, Scharlatane, eitle Künstler*innen und Verkäufer*innen aller Art aus Wikipedia abzuhalten. Der Community geht es darum, Wikipedia als Ort von verlässlichem gesichertem Wissen zu erhalten.

    Entgegen anders lautender öffentlicher Vermutungen sieht sich der Verein Wikimedia Deutschland (WMDE) schon sehr lange nicht mehr als Wikipedia-Verein, sondern als „Gesellschaft zur Förderung Freies Wissens.“ Was genau dieses Freie Wissen ist, blieb stets schwammig.

    Der Verein hat in den letzten Jahren viel Geld und Energie in Selbst- und Zielfindungsprogramme gesetzt.

    Zwei Sachen waren dabei unstrittig: die Mindesthürde für Freies Wissen sind Freie Lizenzen. Alles, in welches WMDE involviert ist, muss allen Menschen frei zur Weiterverwendung und zur Verarbeitung und Adaption offen stehen.

    „Identitätskern“ des Vereins ist zudem Wikipedia und deren Anspruch, eine Quelle verlässlichen geprüften Wissens zu sein in einer Welt, in der Wahrheit, Überprüfbarkeit und Anspruch an Wissen immer diffuser wird.

    Und dann mache ich den WMDE-Blog auf und lese, dass nun auch gilt „Atmen ist freies Wissen.“

    Wikimedia Deutschland fördert die Erstellung einer Datenbank für spirituelle Heiler*innen. Später lerne ich, dass es auch Lehrvideos geben soll. Eine Verhöhnung all der Freiwilligen, die ihre Nachmittage, Wochenende und Nächte daran setzen, Wikipedia frei von willkürlicher Schwurbelei zu halten.

    Um konsequent zu sein, konterkariert das Projekt auch gleich den Wesenskern von Wikimedia Deutschland. Die Inhalte müssen keineswegs unter freien Lizenzen stehen. Tatsächlich muss nicht mal nachgewiesen werden, dass mit dem Fördergeld überhaupt Inhalte geschaffen werden. Für eine Förderung reicht das Versprechen, alles „im Sinne des Projektziels einzusetzen.“ Kontrolliert wird das auch nicht. Wenn das Projektziel Versprechen zur Schaffung einer Astrolog*innenen-Datenbank ist, dann wird halt diese aufgebaut: „Das Atmen hat keine Privilegien“

    No more Information Excellence

    Der „neue“ Schöneberg-Newsletter des Tagesspiegels erfüllte meine Hoffnungen und berichtet über das Ende der Bücherhalle.

    Beim Gehirnspülen stolperte ich über das Rand-Mathe-Video von MathemaTrick „Mathe-Studium Ja/Nein meine Erfahrungen.“ Nun studiere ich gar nicht Mathe, sondern belege gerade nur das Mathe-Pflichtprogramm für Informatiker*innen. Aber beide Kurse sind absolute Aussiebkurse und sind „echte“ Universitätsmathe. Ein wenig mitreden kann ich schon. Grinsen musste ich bei den beiden Aussagen: Es ist wirklich sehr sehr abstrakt und auch „Auch die Genies müssen plötzlich viel arbeiten.“

    Ich würde mir keinen Geniestatus anmaßen. Aber außer meiner Magisterarbeit habe ich noch nie soviel Arbeit und Mühe in irgendwas-mit-Bildung stecken müssen wie in diese beiden Kurse.

    Nach ungefähr 15 Jahren stellte ich wieder einen Wikipedia-Löschantrag. Ab und an gehe ich die „zufälligen Artikel“ durch und schaue, ob sie veraltet oder sonstwie dringend sanierungsbededürftig sind. Die Information Excellence war offensichtlich ein unrettbarer Totalschaden. Jetzt darf die Community sieben Tage diskutieren, ob der Artikel wirklich ein Löschfall ist, oder doch irgendwie rettbar.

    Was an mir als Piefke fast vollkommen vorbeiging: Die Februarkämpfe von 1934 in Wien.

    Frau Novemberregen traf DEN GENERATOR.

  • 24-02-10 Formeln fühlen (Der Ruf der Kohlmeise)

    24-02-10 Formeln fühlen (Der Ruf der Kohlmeise)

    In der Küche riecht es nach Spargel. Nach etwas Recherche erweist sich die Gelbe Beete im Slow Cooker als Ursache.

    In der Verwaltung ein neuer Putzmann, wahnsinnig nett. Er freut sich, dass wir uns schon aus Schwimmbädern wiedererkennen. Von allen Putzkräften in der Verwaltung ist er nicht nur der Kompetenteste, sondern auch derjenige, der spontanen Herzüberfluss bei mir auslöst.

    Wir erreichten die 10.000. Jetzt ist die Software kaputt.

    Madame muss nicht Teil 4, Abschnitt b lernen.

    Wir redeten über zusammengesetzte Holz-Rechtecke und hatten Kommunikationsprobleme, weil wir Längs- und Breitseite verschieden auffassten.

    Heute Abend ist das San-Remo-Finale.

    Schöneberg-Nord

    In einer mittelguten Pizzeria am Winterfeldtplatz (deren Namen deshalb auch nicht erwähnt werden muss), durfte ich an einem exklusiven ÖR-IT-Treffen teilnehmen. Eine fast mythische Figur der Vergangenheit nahm teil. Die erwies sich in Person sehr viel unkomplizierter und umgänglicher als von mir erwartet. Spannender Austausch über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen kommunalem Eigenbetrieb (AöR), Senats-Innenverwaltung und einer Universität.

    Aus der Senats-Innenverwaltung erfahre ich, dass die Telekom noch aus alten Postzeiten viele Leistungen für zum Beispiel Polizei und Feuerwehr erbringt, die sie gar nicht mehr erbringen müsste und auch nicht bezahlt wird. Aber es besteht Telekom-intern noch ein organisatorisches Interesse am Funktionieren des Staates.

    Auf dem Weg zum ÖR-IT-T komme ich an der Spreewald-Grundschule vorbei. Diese liegt am Dreiländerpunkt zwischen drei Quartieren (Gangsterrap-Hood um das Pallasseum, gutbürgerlich-saturierte Nachbarschaft im Bayerischen Viertel und traditoneller Schwulenkiez um den Nollendorffplatz). Überregional ist die Schule ein wenig bekannt aus den Krawall-Medien. Ich weiß nicht mehr warum – Drogen, Gewalt – irgendein Thema halt, dass die Krawallmedien schätzen.

    Jetzt aber bemerke ich die spannende postmoderne Architektur der Schule. Die Sporthalle ist hell erleuchtet. Ich bin ein wenig neidisch, nie in einer solchen Sporthalle unterrichtet worden zu sein. Am Abend ist keine Unterrichtszeit mehr sondern Vereinszeit. Ich rechne mit Basketball oder Fußball – sehe zu meiner Überraschung aber drei Rollkunstläuferinnen beim Pirouettendrehen.

    Ich fasse das als gutes Zeichen für das Wochenende auf.

    Meerschweinchen, Seelandschaft

    Das Holz ist saftig.

    Die Feuerwehrsirene schreckt die Kraniche auf. Die Kohlmeise wechselt kurzfristig von ihrem allgemeinen Gesang auf den Warnruf. Erstaunlich wie durchdringend ein Miniaturvögelchen tönen kann.

    Der See am Südende der Latifundien hatte sich erneut vergrößert. Ein Dutzend neuer Seen war auf den angrenzenden Äckern entstanden. Selbst auf unserer Wiese steht Wasser.

    Erste zarte Blüten zeigen sich.

    Erstmals dieses Jahr fuhren wir auf die Latifundien. Le cobaye Friedrichshain war gestorben. Es sollte im Grünen mit Blick auf das Feld beerdigt werden.

    Meerschweinchen Alice liegt unter dem Flieder, am Rande der Wiese. Ein gut handgroßer Feldstein markiert das Grab. Es gab bereits genug Gartenblüten um das Grab zu schmücken. E hielt eine kurze anrührende Rede.

    Blick auf ein Feld auf dem sich ein See gebildet hat (Gegenlicht)

    Dienstanweisung und Muster

    Ein Jahr intensiver Beschäftigung mit Mathe nähert sich einem Kulminationspunkt. Und manchmal, selten, kommt wieder das Gefühl, dass die Mathematik einfach schwebt und schwerelos von statten geht wie es sein sollte.

    Noch 9 Tage bis zur Matheklausur (13 Tage bis zur Klausur ETTI). Wenn ich bei der Klausur ein echtes Glücksbärchi bin, alle Fragen genau in meine Richtung zielten, die Bewerter*innen nett sind und (wie fast jedes Jahr) die notwendige Punktzahl zum Bestehen gesenkt wird, hätte ich Chancen zu bestehen. Unter normalen Umständen noch nicht.

    Aber es sind auch noch 9 Tage. Und inzwischen verinnerlichte ich auch, dass Rang und Dimension „im selben Universum spielen“, man einen Rang von einer Dimension abziehen kann, oder einen Rang zu einer Dimension addieren und dann eine andere Dimension bekommt. Das erklärt vieles.

    In der Vorbereitung stoße ich auf zwei Texte zur Mathematik an sich. Da sind „Meine 15 besten Tipps zur Klausurvorbereitung“ vom Lehrstuhl „Quan­ti­ta­tive Methoden und Wirt­schafts­mathe­matik“ (bwlquam) und zum anderen das Buch „A Divine Language: Learning Algebra, Geometry, and Calculus at the Edge of Old Age“ vom New-Yorker-Autor Alec Wilkinson.

    Wilkinson hat mit der Mathematik nach langen Auseinandersetzungen bestenfalls eine Art Hassliebe entwickelt. Dem Lehrstuhl „Wirtschaftsmathematik“ würde ich unterstellen, dass er Mathe an sich mag.

    Der Lehrstuhl schreibt:

    „(Rechen-)Vorschriften, die man nicht versteht, als Dienstanweisung betrachten. Wenn Du etwas partout nicht verstehen kannst oder willst oder es Dir keiner vernünftig erklären kann, sehe es als Dienstanweisung an. Manchmal kapiert man es einfach nicht. Anstatt sich selbst und anderen damit auf die Nerven zu gehen, kann man es einfach als Dienstanweisung oder Befehl ansehen. Ist quasi von einer höheren Macht vorgegeben.“

    Wilkinson rätsel über die Unendlichkeit nach und darüber ob Mathematik erfunden oder entdeckt ist. Seine Mathematikerin-Nichte wirft ihm vor „Du überdenkst.“

    Wahrscheinlich liegt da das Geheimnis. Mathe ist Mustererkennung. Ich erkenne ein Muster wieder, und intuitiv habe ich ein Gefühl, wie ich es in ein schöneres Muster verwandeln kann. Das sind Prozesse jenseits des bewussten Denkens.

    Irgendwo kommt dann das bewusste Denken, wenn es um Detail-Erinnerungen des Rechenwegs geht, um das Verschriftlichen geht oder die Kontrolle des Prozesses. Die Basis aber, die ist unbewusste Mustererkennung. Die entsteht auch durch Wiederholung.

    Muster, die ich bis zur Klausur erkennen und anwenden sollte

    Das Taylor-Polynom dritten Grades am Punkt 17:

    \( f(17) + \frac{f'(17)}{1!}(x-17) + \frac{f“(17)}{2!}(x-17)^2 + \frac{f“'(17)}{3!}(x-17)^3\)
    Die Sinus-Cosinus-Ableitungs-Abfolge \(sin \rightarrow cos \rightarrow (-sin) \rightarrow (-cos) \rightarrow sin \rightarrow cos \rightarrow (-sin) \)

    Die dritte binomische Formel rückwärts mit Wurzel:

    \( ((\sqrt{3x-1}+17) * ( (\sqrt{3x-1}-17) = (3x-1) – 17^2 \)

    Da steht ein Pferd auf dem Flur

    Gabriele Frankemölle war auf der Ambiente2024 und besichtigte die rillig-pastelligen Trends für Heim und Küche.

    Frau Anje war beim Zahnarzt und ließ sich von Charlie Chaplin die Zähne reinigen.

    Östlich von Istanbul in Instanbul bei den Uiguren: Kurzer Blick in ein verbotenes Land

    Anke Gröner schreibt einen Aufsatz.

    Frau Chorherr versuchte vor langer Zeit eine Bank zu digitalisieren: Wie Träume Erkenntnisse bringen können.

    Perlen der Wikipedia-Nutzerseiten: In diesem Sektor [Musik] sind leider auch Wikipedianer unterwegs, die meinen, nur weil sie Tonträger besitzen und ein paar Bücher über Musik gelesen haben, über Musik schreiben zu können. Ihnen fehlt das musikfachliche Grundwissen, der Überblick und das musikologische Handwerkszeug, um fundierte Musikartikel schreiben oder verändern zu können. Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, mit ihnen schroff, aber sachlich umzugehen.

  • 24-01-27 Analysis & Chill

    24-01-27 Analysis & Chill

    Das Stadtbad Tiergarten eröffnete. Die Kolleg*innen würden sich freuen, wenn ihr insbesondere den neuen Kassenautomaten würdigt. Ich warte mit dem Einweihungsschwimmen auf das endgültige Ende der Erkältung.

    Madame zeichnete keinen Luchs an die Tafel. Später versuchte sie, jungen und alten Galgant zu kaufen.

    Klassik, Pop et cetera wiederholte eine Sendung von 1981 mit Udo Lindenberg und das ist ziemlich großartig.

    Wer für den Sommer einen Job sucht: die Berliner Bäder suchen Rettungsschwimmer*innen und Kassenkräfte, die Adler-Reederei (Sylt, Nordstrand, Büsum) sucht Kapitäne und anderes Personal für die Ausflugsdampfer.

    Es geht aufwärts. Bereits zwei Nächte in Folge, in denen ich mich nicht mitten in der Nacht mittels eines epischen Hustenanfall selbst weckte. Auch tagsüber nimmt die Hustenfrequenz deutlich ab, die Lebensgeister nehmen zu.

    Beim Lesen gelernt: der Zug von Kaunas (Litauen) nach Warschau fährt nur am Wochenende. In Lettland hingegen wird ab- und zu ein Bibliothekswaggon an die Züge gehängt.

    Gestern führte ich meine erste haushaltsexterne Zweiwege-Kommunikation seit der Krankmeldung durch – ich bestellte etwas in einem Onlineshop. Was vermutlich die kommunikationsärmste vorstellbare Kommunikation ist.

    Aber nach den Erfahrungen von letzter Woche: Ganz suutsche. Viele Pausen. Keine Anstrengungen. Und auch keine Demonstrationen.

    Lieber Dschungelcamp schauen. Fabio wird offensichtlich Dschungelkönig werden. Wer soll bei einem Sympathiewettbewerb eine Kreuzung aus Obelix und The Dude besiegen können?

    Tablet auf Bett mit laufendem Dschungelcamp

    Satz des Eudoxos

    Langsam beschäftige ich mich wieder mit dem Thema Fernuni-Klausuren. Am 19. Februar wird die Mathematische-Grundlagen-Klausur stattfinden. Das sind noch 23 Tage. Aktuell läuft die Beschäftigung im Low-Brain-Modus: ich schaue Mathe-TV.

    Über das Semester verteilt gibt es drei (zweitägige) Online-Studientage, an denen von den Dozent*innen Themen erklärt und Aufgaben gerechnet werden. Diese werden aufgezeichnet. Ich nahm an den bisher stattfindenden Studientagen bereits teil. Nun schaue ich die Wiederholungen.

    Vielleicht doch die ein oder andere Wissenslücke nachfüllen, vor allem aber das Wissen tiefer ins Gehirn bringen. Da ist es nicht schlimm, wenn ich zwischendurch was verpasse. Die Anstrengungen bei im Prinzip schon bekannten Wissen sind kleiner.

    Diese Runde: Analysis, Folgen, Reihen, Konvergenzen, Grenzwerte, Häufungspunkte und Rechnungen in Ungleichungen. Ein steter Freund: der Satz des Eudoxos. Sein Schöpfer, Eudoxos von Knidos (* wohl zwischen 397 und 390 v. Chr. in Knidos; † wohl zwischen 345 und 338 v. Chr. ebd) sagte im Wesentlichen, dass 1/n immer kleiner wird, je größer die natürliche Zahl n wird. Sprich: Gelingt es einem, ein 1/n zu erzeugen, kann man dieses 1/n als „nahezu Null“ betrachten. In Ungleichungen kann man mit 1/n alles machen, was einem auch mit einer Null das Leben erleichtern würde.

    Nebenentdeckung: Der Lehrstuhl hat freundlicherweise ein PDF veröffentlicht mit den wichtigsten Formeln und Definitionen, die mensch für die Klausur brauchen wird. Das erspart ein bis zwei Tage Arbeit dabei, das ganze aus mehrere hunderten Seiten Studienbrief herauszusuchen.

    Ich mache mir Angst: immer wenn ich Beispiel-Klausur-Aufgaben sehe denke ich: „Ach das, und dann jadda jadda und wird schon.“ Dieses Gefühl hatte ich bei Fernuni-Klausuren mehrere Wochen im Vorfeld noch nie. Ich habe Zweifel, ob ich dem trauen kann.

    Zweitwohnsitz und trotzdem da – Laubenpieper Antifa

    Gute Nachrichten: In Burg in Sachsen-Anhalt war erstmals aller Zeiten die wöchentliche AfD-Gegendemo größer als die wöchentliche AfD-Demo.

    Diesen Samstag demonstrieren u.a. Husum, Heide, Oranienburg und Lörrach. Was ich noch nie erlebte.

    Vielleicht komme ich irgendwann dazu, meinen „Was-tun-mit-Nazis?“-Text fertig zu schreiben, ohne mich in meinen eigenen inhaltlichen Ansprüchen zu verheddern.

    Ein Fazit, das auf jeden Fall darinstehen wird: Ich bin mir sicher, dass ein relevanter Teil der AfD-Anhänger*innen eine Tendenz hat, sich ganz unpolitisch einfach der stärksten Bewegung anschließen zu wollen. Ich glaube, bei diesen Menschen haben Demos wie im Moment ganz direkt Auswirkungen auf das AfD-Wahlergebnis.

    Ganz generell: Wahlentscheidungen fallen nicht aufgrund von Wahl- und Parteiprogrammen. Erst recht nicht bei der AfD.

    In Israel derweil: Das Neujahrsfest der Bäume ist ein kleines aber feines Fest, aber dieses Jahr war keine Feststimmung. Alle sind bedrückt, der weltweite Haß auf Israel und die Lage insgesamt (Geiseln noch nicht befreit, nach so langer Zeit, Soldaten in ständiger Gefahr) sind schon schlimm genug.

  • 24-01-13 Tuba mirum halleluja (Epsilontik)

    24-01-13 Tuba mirum halleluja (Epsilontik)

    Madame betrachtete Autos beim Um-die-Kurve-schlittern.

    Niemand im näheren Berliner Umfeld ist in den letzten Tagen gestürzt oder hat sich Frakturen zugezogen. Das ist erfreulich.

    Überhaupt ist die Entwicklung auf medizinischer Front weitgehend erfreulich. Und die Erkältung, die in diesem Haushalt wieder um die Ecke lugt, wird auch in die Flucht geschlagen werden.

    In der Apotheke: mehrere Schilder, dass rassistische Beleidigungen der Mitarbeitenden nicht geduldet werden und zum Hausverbot führen. Recht so. Aber was bitte ist passiert, damit das Aufhängen dieser Schilder notwendig wurde? Was IST mit den Menschen?

    Im Ex-Bierbrunnen/Ex-Aquaristikbörsen/Ex-Theater-ohne-Namen zieht jetzt „Talea – Botanisches Bistro“ ein, das wirbt mit: „Italienisches Café Bistro […] Seitlich bieten wir ein nachhaltiges Pflanzen Sortiment für Dich und Deine Geliebte“. Leider hat es noch nicht eröffnet. Aber ich möchte dorthin.

    Es gelang mir, (schon wieder) den Kaptain aus dem Griff von eon zu entreißen. Langsam sollte ich mir das als Hobby zulegen. Dafür schickt jetzt die Telekom irre Briefe. Die um so irrer werden, weil schon seit Jahrzehnten kein Telekom-Vertrag mehr besteht.

    Paula kommt am Donnerstag.

    Im Markgräflerland tutete ein Computer.

    Am 25. Dezember werden alle toten deutschen Gänse tiefgefroren. Straußen in Königs Wusterhausen haben vier Beine.

    Madame schaut „der Bestatter„, der ganz sicher im Aargau gedreht wurde. In diesem kommt realitätsgerecht ein wildes Sammelsurium von bundesdeutschem Deutsch, österreichischem Deutsch und diversen Schweizerdeutschvarianten vor. Leider haben wir es zu spät entdeckt: „Der Bestatter – der Film“ lief schon letztes Frühjahr im Kino.

    Berliner Innenstadt-Verkehrstipp zum Bahnstreik: Der S-Bahn-Ersatzverkehr, der den ganzen Januar hindurch den bebaustellten S-Bahn-Tunnel ersetzt. Der fährt mit Bussen und ist nicht von der GDL betroffen. Niemand aber hat ihn auf der Rechnung. Und während in den regulären Bussen Rudelkuscheln mit Anfassen stattfand, hatte ich auf nahezu identischer Strecke einen kompletten Gelenkbus für mich alleine.

    IT-Entdeckung: in einem MS-Teams-Meeting kann man alle Teilnehmer*innen gleichzeitig in eine Aquariumslandschaft setzen. Die Erkenntnis entstammt natürlich hochseriösen Testzwecken.

    Im Körper ist 1 ungleich 0

    Mathematiker*innen haben es nicht so mit Zahlen. Und so dauert der Studientag wieder zwei Tage. Dieses Wochenende wieder in seiner Zoom-Online-Variante mit „Mathematische Grundlagen – Reelle Zahlen, Folgen, Funktionen und mehr..“

    Mir ist das gerade hochsuspekt. Die ganze Zeit denke ich beim Mithören „Ja, klar. Ist offensichtlich. Die nächsten fünf Schritte, um den Beweis zu Ende zu bringen sind eigentlich überflüssig, weil schon jetzt sonnenklar.“

    Da meine normale Mathe-Fernuni-Hagen-Reaktion eher ist „Was wollen die von mir???“ betrachte ich meine Einstellungsänderung skeptisch.

    Entweder das ist inhaltlich viel einfacher geworden. Oder ich habe mehr Vorwissen. Oder langsam bringt die ganze Lernerei etwas. Oder ich bin hirnermatscht und kann überhaupt nicht mehr einschätzen, was ich mache. Letzteres halte ich für möglich.

    Allerdings war selbst in den seligen Zeiten der Schulmathematik die Analysis mein Lieblingsbereich. Vielleicht passt auch nur gerade meine Art des Denkens zum Thema.

    Beim Studientag im Begleitchat gelernt: in keiner der 12 veröffentlichten Altklausuren kam das winzig kleine ε vor.

    Depression und Trecker

    Auch im Studientagsbegleitchat entdeckt: Es gibt ein Wikibook: „Mathe für Nicht-Freaks

    Neben dem Schaukelschaf liegt gerade Lutz Raphaels „Jenseits von Kohle und Stahl„. Eine empfehlenswerte Monographie zum Thema „Wie gingen westliche Industriegesellschaften mit dem Postindustriellen Umbruch um“, der in der Tiefe die ökonomischen Veränderungen betrachtet. Aber auch die Politik und deren Umgang damit im britischen (Thatcher!), französischen und deutschen Modell.

    Den ersten Teil las ich während wir durch Polen fuhren – das zum Teil immer noch in dem Umbruch ist, den Raphael hier beschreibt. Jetzt bin ich beim Kapitel „Umgestaltung der berufsqualifzierenden Ausbildung weg von korporatisch-handwerklichen-Facharbeiter-Strukturen“ hin zu „halt so irgendwas studieren und dann training on the Job.“ Das geschah vor 30 Jahren und wurde maßgeblich von den Konservativen getrieben. In Großbritannien und Frankreich deutlich ausgeprägter als in Deutschland.

    Während ich das lese, stehen Bauern und Handwerker auf der Straße und demonstrieren gegen die Folgen. Womit Deutschland Entwicklungen nachzieht, die in UK und Frankreich schon seit Jahren eskalieren.

    In Südfrankreich scheint die Sonne am Mittelmeer.

    hmbl über den Umgang mit beginnenden Depressionen.

    Karen und Familie fuhren mit dem Zug von Turku nach Warschau. Folge 1: Turku -> Riga. Folge 2: Riga.

    Passend dazu: Ein Bericht von der Premienfahrt der brandneues Verbindung Riga -> Wilna. Damit ist es erstmals seit vielen Jahren wieder möglich mit dem Zug alle drei baltischen Staaten zu erreichen.

    Die Epsilontik ist ein Begriff aus der Analysis.

  • 23-02-15 Hotze Holz Holzspalter

    23-02-15 Hotze Holz Holzspalter

    Vor zwei Wochen beschloss ich, nur noch Dienstags, Donnerstags und am Wochenende zu bloggen. Gestern beschloss ich, heute auf keinen Fall an die Fernuni zu denken. Heute las ich Altklausuren durch und werden nun darüber bloggen.

    Aber zuerst: Madame entdeckte einen Blog, der seit 2012 kontinuierlich vor sich hinbloggt, auf hohem Niveau, anscheinend unbeirrt und quasi 2023 genauso schreibt wie 2012. Ich bin mehr als beeindruckt.

    22. April 2012: Stendhal-Syndrom: Tief schlafend oder tot? Michelangelos Pietà in St. Peter

    9. Februar 2023: Stendhal-Syndrom: Rembrandts „Bathseba“: der Voyeur – bist du

    Auch noch vorweg. „Mein“ Mastodon-Server, also der von mir genutzte, nicht der betriebene, ist vom Plan abgekommen sich privat – beziehungsweise über die Wikimedia Foundation zu finanzieren – und funktioniert nun auf Spendenbasis. Open Collective: Wikis.World Sobald ich meine Faulheit des Zahlungsdatenheraussuchens überwunden habe, werde ich auch unten in der Liste stehen. Ich vertraue Technik eher, wenn ich für sie bezahlt habe.

    Beleuchtetes Keyboard, mit Kennzeichnung welche Tasten für den Backslash zu drücken sind.

    Aber: Klausuren-Lesen.

    Entdeckung eins. Die Mathematiker und Statistiker stellen eine gemeinsame Klausur zu einem Termin. Sie reden aber sonst anscheinend so wenig miteinander, dass man je halbe Altklausuren auf zwei verschiedenen Webseiten der jeweiligen Fakultät abrufen muss, um sie dann selber zu einer Klausur zusammenzustellen.

    Erkenntnis des ersten Lesens.

    Analysis und Lineare Algebra: Konnte ich alles schon mal. Konnte ich sogar dieses Semester schon mal. Ist lernbar.

    Statistik / Wahrscheinlichkeitsrechnung: Das ist jetzt etwas peinlich. Immerhin ist Statistik das einzige Thema im Fernstudium behandelte Thema, das ich als Soziologe einst auf Uni-Niveau gelernt habe. In etwa der Hälfte der Fälle verstehe ich nicht einmal die Frage. Das wird die Knacknuss.

    Buchhaltung/ Jahresabschluss. Die ausnehmend albernen Beispielfälle treffen meinen Humor und ich lachte beim Lesen mehrfach laut. Inhaltlich stehe ich auf schwankenden Füßen. Aber ich mag die Art des Denkens und ich glaube, wenn man die Grundlage versteht (was machbar ist) liegt die Herausforderung in der Masse. Und schnell große Mengen auswenig lernen kann ich auch.