Schlagwort: EM2024

  • 24-07-11 Schwüles Ohrentheater

    24-07-11 Schwüles Ohrentheater

    Am Naumannpark kontrollierte die Fahrradpolizei.

    Der Fahrradstreber in mir, der an jeder roten Ampel anhält und niemals nicht auf einem Fußweg fahren würde, ballte innerlich die Faust.

    Keine Roten Ampeln gab es an den Südkreuz Offices und am Innsbrucker Platz. Gleich zwei große Ampelanlagen fielen gleichzeitig aus.

    Auf dem Dachboden eine Besichtigungsgruppe.

    Madame initiierte ein Admininnentreffen.

    3a 7e 7i

    Die Sommerferien nähern sich. Eine Hälfte der Menschheit ist geistig abwesend, die andere Hälfte dreht am Rad.

    Ein Investigativelektriker bohrte in der Wand. Ausnahmsweise war es unser eigener, der für einmal „angebohrtes Kabel reparieren“ und einmal „weitere Steckdose quer durch die Wand anschließen“ 363 Euro bekam.

    Ich beteilige mich an #20books

    Happy Birthday Gerüst

    Das Baugerüst vor dem Haus wird diese Tage ein Jahr alt. Viel gebaut wurde seitdem nicht. Dafür sieht es auch nicht gut aus.

    Dieser Tage wird es besonders nervig. Angesichts heißschwüler Tage will man alle Türen und Fenster aufreißen. Aber vielleicht doch nicht am Balkon, wenn ein bequemes Gerüst den Zuweg dort ermöglicht.

    Also bleibt die Balkontür des Nächtens geschlossen. Wir beschränken uns auf das Öffnen des Schlafzimmerfensters; in der Hoffnung auf nächtliche Lüftzüge gegen die Schwüle. Wir hören Theater:

    Dienstag: Katastrophendrama. Martinhörner jaulen durch die Dunkelheit ununterbrochen für 30 Minuten. Immer wieder ein Neues, auch mal zwei oder drei. Wäre ich wach genug um verschiedene Fahrzeuge bestimmen zu wollen, käme ich auf eine mittlere zweistellige Anzahl. Was sich anhört wie ein Terroranschlag, erweist sich beim mittwochlichen Blick in die Tageszeitung als: LKW auf Stadtautobahn brennt. Autobahn vollgesperrt.

    Mittwoch: Kammerstück. Ein Mann rastete aus. Ein niederländischer Fan im Innenhof reicht um ein Dutzend Häuser zu unterhalten. Wir bekommen jedes Tor, jedes Fast-Tor und jede vergebene Chance mit. Ein Mann jubelt und leidet durch die 1:2-Niederlage.

    emph emph emph

    Einsendearbeit 2 des Moduls Planen mit mathematischen Modellen hat ihren Weg in die Fernuni gefunden. Geschrieben in LaTex. Ich

    • musste ungefähr alle drei Minuten irgendwas in einer Suchmaschine nachschlagen, angefangen mit „wie hebt man ein einzelnen Wort hervor“ (Lösung = \emph{})
    • Habe sicher an diversen Stellen umständlich semielegante Bastellösungen genommen.
    • Fühlte mich selbst eher stümperhaft
    • Bin von der Optik des Endergebnisses ernstlich beeindruckt.

    Das geht noch mehr.

    Weil es so schön ist, aus Spaß an der Freud‘ die benötigte Formel für den Konfidenzintervall:

    \[ \mu \in [\hat{x} – u_{1-\frac{\alpha}{2}}\frac{\sigma}{\sqrt{n}};\hat{x} + u_{1-\frac{\alpha}{2}}\frac{\sigma}{\sqrt{n}}] \]

    RSV6 – Teltowkanalroute

    Meine 2*5-Kilometer-Arbeitswegstreckenplanung nähert sich dem Ende. Morgens über den Volkspark Schöneberg, das Bayerische Viertel streifend und die nördlichen Ausfransungen der Roten Insel entlang. Nachmittags zurück über den Hans-Baluschek-Park und an Auguste Victoria vorbei.

    Aber Berlin, was, ey? Der Hans-Baluschek-Park ist Anderthalb Kilometer lang und 50 Meter breit. Rechts liegt die S-Bahn, links eine Kleingartenkolonie: im Wesentlichen besteht der Park aus einem wunderbar breiten glatten geteerten Weg mit Rasen und Bäumen daneben.

    Respektive:

    Im Vordergrund der minimalistischen Konzeption steht eine 4 Meter breite, gerade, in Cortenstahl gefasste Asphaltbahn. Ihre makellos ebene Oberfläche lädt alles, was Räder und Rädchen hat, zum reibungsfreien, beseelten Dahingleiten in den Feierabend ein.

    Jean Gies: Hans-Baluschek-Park

    Wie geschaffen zum Radfahren, auch für unbeseelte Arbeitswege, und Teil des Radfernwegs Berlin-Leipzig und der Radschnellverbindung Teltowkanalroute.

    Nur leider ist der Park auf dem Fahrrad nicht erreichbar.

    Im Norden endet er auf dem Vorplatz des Bahnhofs Südkreuz: Entweder man radelt durch offensichtliche Fußgängerbereiche oder quer durch Bus- und Taxistellplätze. Immerhin, wenn man sie kennt, gibt es eine versteckte Zufahrt, die man legal beradeln darf.

    Soviel Glück habe ich im Süden nicht. Der Weg endet in einer engen Rampe an einem großen Fahrradfahren-verboten-Schild. Dahinter 80 Meter Kopfsteinpflaster der übleren Sorte. Alternativlos.

    Seitlicher Blick auf die ankommenden Gleise Bahnhof Südkreuz. Graffitti. Ein ICE fährt vorbei.

    The Last Dinner Party

    Wer hätte gedacht, dass ich je auf einem Handarbeitsblog die neuen Indie-einbißchen-Punk-Hoffnungen entdecke und ich richtig angetan bin: The Last Dinner Party – Sinner via (Fadenspielundfingerwerk)

    Lieblings-Bildunterschrift: „Rambo“(l.) und „Hupe“ arbeiten schon länger in der Papierkorb-Instandsetzung.

    Leider überfordert es meine Spontanität. Aber Henry Purcell nach Shakespeare in der Prignitz – das klingt schon sehr großartig. Via (Katja Evertz).

  • 24-06-27 Einlassstopp im Culle

    24-06-27 Einlassstopp im Culle

    Dreh dich nicht um. Bronchitis geht rum.

    Im Hof steht neben der Biotonne ein alter Kühlschrank. Das ist gleichzeitig passend und unpassend.

    Das Hallodri-Arbeitsauto vom Hinterhofparkplatz wird inzwischen nur noch mit Hilfe von orangem Gaffatape zusammengehalten.

    Am Mittelhaus hängen „Besichtigung“-Schilder mit Richtungspfeilen. Ein neuer Versuch, den 50er-Jahre-Büroflachbau als „Townhouse“ zu verkaufen?

    In der taz lese ich, dass durchschnittliche Kaltmieten in Berlin bei 10 Euro/qm liegen. Neuvermietungen sind 70% teurer als Bestandsmieten. Das sind heftige Zahlen. Aber sie liegen weit unter dem, woran ich mich aus Immobilienanzeigen erinnere.

    Von diesen Nachrichten motiviert öffne ich ein Immobilienportal. Das erste was ich sehe, sind 120 Quadratmeter direkt um die Ecke von unsere Wohnung.

    Der Mietzins liegt allerdings über 10€/qm und auch über 20, 30 oder 40 Euro pro Quadratmeter. Der Vermieter möchte 5600 Euro Kaltmiete für 120 Quadratmeter möbliert. Für preiswerte 1000 Euro hingegen gibt es schöne 18-Quadratmeter-Apartments. Ihr spinnt doch alle.

    Aus Freiburg kam eine Entwarnung. Jetzt nur noch der verschollenen Köffer wieder habhaft werden.

    Es ist Fußball-EM. Die schicken Mädchen auf der Straße tragen Argentinien-Shirts. Hellblaues Streifenmuster ist ästhetisch unschlagbar.

    Abends mit letzter Kraft SAP-Kurs. Liegt inhaltlich bisher näher am WiWi-Teil des Studiums als am Inf-Teil.

    Mittwoch Abend bei geöffneter Balkontür im Wohnzimmer: 24 Grad. 62% Luftfeuchtigkeit.

    Habe bei der „langen“ Arbeits-Fahrradroute mit Umweg die DB-Rad+-App mitlaufen lassen, um Strecke zu messen: 3,9 Kilometer. Immerhin mehr als die üblichen 1,5-Arbeitsweg-Kilometer. Und schöner ist die Strecke auch.

    Blick von der Brücke in den Volkspark Schöneberg. Im Vordergrund Graffitti auf der Brücke erkennbar, im Paark fällt der Blick auf einen Teich.

    gnmn

    Im Teamchat sage ich kurz hallo wenn ich anfange zu arbeiten. Je nach Enthusiasmus und Wachheit kann ich mich mit Lyrik melden oder mit Bildern oder, wenn nicht ganz so wach, mit einem (verkürzten) Guten Morgen. Aktuell bin ich bei gnmn.

    Normalweise findet meine Arbeit tief in der Maschinerie statt ohne direkten oder indirekten Öffentlichkeitsbezug. Sehr am Rand war ich aber mit einem neuen Feature befasst, dass öffentlichkeitswirksam ist: die Auslastungskarte der Berliner Bäder.

    (Weniger mit der Karte an sich, mehr mit den Zahlen, die ihr zu Grunde liegen).

    Was dem Einzelhandel der Advent, ist dem Badbetreiber das 30-Grad-Plus-Freibadwetter. Nur findet der Advent termintreuer statt. Diese Wochen könnte es so weit sein.

    Im Sommerbad Neukölln / Columbiabad / Culle, derzeit wegen Sanierung nur eingeschränkt nutzbar, gab es schon den ersten Einlassstopp wegen Kapazitätsüberschreitung.

    Wir sind alle sehr gespannt, wie gut die Vorbereitungen auf den Ansturm sich in der Realität beweisen werden.

    Big Pink Bird Makes Splash in the Hamptons

    Big Pink Bird Makes Splash in the Hamptons

    Wenn auch die Südost-USA-Reise weiterhin nicht stattfindet. Wenigstens in Gedanken: Read Your Way through New Orleans

    Anke Gröner empfiehl derweil das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg. Ist das Thema inzwischen weit genug entfernt, um es zu würdigen ohne in politische Grabenkämpfe zu verfallen? Unsere Besuche in Breslau, Gdansk und Stettin in letzter Zeit haben uns sehr neugierig auf diesen vergessen-verdrängten-mythisierten Teil deutscher Geschichte gemacht.

    Anders kompliziert: Segeln im Wattenmeer. Anleitung wie man durchs Watt nach Wangerooge kommt: Wie man eine Wattfahrt plant.

  • 24-06-25 Zum Abschied ein Moschata

    24-06-25 Zum Abschied ein Moschata

    Zeichen des sich nähernden Herbstes: Die Venus-Messe 2024 plakatiert.

    KKR kaufte das Wacken-Festival. Damit haben der Axel Springer Verlag und das Wacken Festival denselben Eigentümer. Währenddessen schließen kleinere Indie-Festivals.

    Auf den Toiletten des bUm – Raum für solidarisches Miteinander gelernt: aktuell existieren drei Gender: Flinta*, Alle und Behindert – alle.

    Gut für die Aura eines Ortes: Blockflötenduo. Schlecht für die Aura eines Ortes: Neuer Fahnenmast mit Deutschlandfahne. Wobei wir bei Nachbar canineri schon beruhigt sind, dass es bei Schwarz-Rot-Gold blieb.

    Mir träumte, ich schwimme dreimal täglich durch den Hamburger Hafen. Mein geträumtes Selbst macht sich dabei Sorgen um die Wasserqualität.

    Gelernt: Autowerkstatttermine sind inzwischen fast so rar wie Bürgeramtstermine. Da möchte man doch gleich Fossilkraftstofflobbyisten zu KfZ-Mechatronikern umschulen.

    Das Navi spricht wieder dänisch. Es lotste uns über die ausgestorbenen Autobahnen während des Deutschlandspiels. Ein Feeling wie Weihachten und Nachts zusammen. Fußball natürlich im Autoradio, Radiofußball ist mitreißender als Fernsehfußball.

    Mein von wenig Fußballahnung getrübtes statistisches Kickspielsystem bewährt sich. Hätte mich nicht an zwei kritischen Stellen die systemfremde Romantik überkommen, wäre ich durchgehend in den Top3 von 45. Hätte ich noch weniger Fußballinteresse würde ich besser tippen.

    Tastsinn auf beim Badeschlappenkauf. Während ich im Insulaner kalt vor dem Becken abduschte, rutschte eine Frau direkt hinter mir aus und fiel spektakulär hin. Sie blieb zum Glück unverletzt. Im Aufstehen beschuldigte sie ihre rutschigen Flip Flops.

    Langsam entwickelt sich klassisches Freibadwetter. Für mich bedeutet das: das von mir geschätzte Unordnungsschwimmen wird schwieriger. Entweder ich reihe mich ins Bojentetris oder ich müsste halbwegs sportlich auf die Schwimmbahnen.

    Madame rettete mich mit dem vergessenen Schlüssel für die Tiny Kabane. (SK 12/13 ; 6,15€)

    Der Kuckuck kuckuckt in die Dämmerung hinein

    Wir verspeisten unseren gesamten Ernteanteil an Schwarzen Johannisbeeren. Zusammen mit zugekauften Erdbeeren ergab es einen Nachtisch.

    Für’s Protokoll: Pergola-grundiert sind alle leiterfreien Stellen. (Also Gitter, tragende Balken, Längsbalken seitlich und unten) Noch offen: Querbalken und Längsbalken oben.

    Madame machte sich doppelstreichverdient. Am Ende schraubte sie den Wal wieder an seinen Platz.

    Die Klappstühle hängen.

    Überraschend regelmäßige Dämmerungsvögel: ein Starenschwarm fünf Meter direkt über unseren Köpfen. Der Kuckuck kuckuckt sich vom Nachbargrundstück aus jeden Abend die Seele aus dem Leib.

    Seit Wochen umschwirrt uns genau eine Schwebfliege am latifundalen Frühstückstisch. Auch diesen Sonntag blieb sie bei uns. Neu hingegen: die hunderte Schwebfliegen, die an allen Blüten in 10 Metern Umkreis zu finden waren.

    Natürlich mit Schwebfliege

    Nach der Blütenexplosion die letzten Wochen bringt zunehmende Wärme und nachlassender Regen die Insektenexplosion. Mehr Schwebfliegen als wir zählen können. Hummeln eh, aber Hummeln sind immer. Weißlinge, Bläulinge, Braunlinge(?), ein Admiral und zwei Schachbrettfalter. Selbst den Junikäfern ist aufgefallen, dass bald Juli ist und sie sich eilen müssen.

    Während wir schon einpackten, ich den Schuppen abschloss und Madame die letzten Sachen ins Auto räumen wollte, rief sie erstaunt. In der großern Margeritenblüte von Käfer von Heupferdformat. Grün-bronze-glänzend, und von uns wenig beeindruckt.

    Ein Moschusbock (Aromia moschata) beehrte uns.

    Crossborderrail

    Die Frankfurter Runschau portraitiert Jon Worth und sein Cross-Border-Rail: Bahn in Europa: Letzter Halt an der Grenze

    Die JVA Vechta ist unselig.

    Kellerkind befragt Bruder X: Der kleine Knoblauch

    Ein edles Hedonismusblog auf dessen Empfehlungen ich hören würde: Im Schatten der Zypresse