Schlagwort: Berlin

  • 26-02-03 Auto: „pött-pöff-KNALL“ Tür: „bloong – bloong“ Hulot: „Hulot“

    26-02-03 Auto: „pött-pöff-KNALL“ Tür: „bloong – bloong“ Hulot: „Hulot“

    Ich änderte den „Heimatort“ im Navi nach Wilmersdorf. Es ist erstaunlich in wie vielen Kleinigkeiten sich so ein Umzug bemerkbar macht.

    Nach Überwindung einiger Komplikationen haben wir ab dem 6. auch einen „echten“ Stromvertag jenseits der Grundversorgung in Wilmersdorf.

    Madame kehrte erfolgreich und begeistert aus Bremen zurück. Weitgehend unter Kooperation der Deutschen Bahn.

    Die Urlaubsplanung entwickelt sich von „Mit dem Zug nach Trelleborg und dort auf die Fähre nach Kleipeda“ zu „Mit dem Zug nach Kleipeda und dort auf die Fähre nach Travemünde.“

    Es war ein Sonntag des Gruschtelns und ein Montag zwischen Übergabe und Bali-Jubiläum.

    Vom Greise befreit sind Wege und Straßen

    Stand des Wetters: Um den Müll vor die Haustür zu bringen, zog ich mir eine dicke Winterjacke und ordentliche Schuhe an. Nicht, dass ich ausrutsche, und dann bei Minus 10 Grad im Pullover mit gebrochenem Bein hilflos auf dem Hof liege.

    Samstag sah ich eine Frau mit einem Paar Schlittschuhen, die sie über der Schulter gehängt hatte, aus der U-Bahn kommen. Mein erster Gedanke war: „Sie war auf einer Eislaufbahn.“ Mein zweiter Gedanke: „Sie hat einfach die richtigen Schuhe für den derzeitigen Stand der Gehwege.“

    Mein Gedanke war halb ernsthaft, halb im Scherze. Aber er war wahrhaftig. Am nächsten Tag sah ich im Internet, dass jemand in Sichtweite der Südkreuz Offices tatsächlich Schlittschuh auf dem Geh- und Fahrradweg gefahren war: „Schlittschuhlaufen auf Fahrradweg in Berlin

    Stand des Winters: Ein geplantes Treffen am nächsten Samstag verkompliziert sich wegen einer gebrochenen Speiche (Unterarm) nach Sturz. Unser Vermieter heute kam mit einem geschienten Arm wegen gebrochenem Handgelenk nach Sturz.

    Es war in Schöneberg im Jahr 2008

    Neben vielen Kleinigkeiten umfasst der Umzug auch Großigkeiten. Die Übergabe der alten Wohnung zum Beispiel. Seit dem 2. Februar sind wir sie endgültig los. Nach 18 Jahren. Die Übergabe verlief schnell und nett (allem Irrsinn im Hause zum Trotze, der persönliche Beauftragte unseres Vermieters war immer extrem nett und zugänglich).

    Wir waren uns mit ihm einig, dass die Wohnung ein riesiges Potenzial hat. Aber auch, dass der Zustand der Wohnung schlecht ist und nur noch übertroffen wird vom katastrophalen Zustand des ganzen Hauses. Aber nicht mehr unser Problem:

    • Nicht die diversen Wasserschäden und Dutzende Risse in den Wänden, die wir dem Dachstuhlausbau verdanken.
    • Nicht die Fenster, deren Rahmen schon lange Morsch waren und denen die Monate ohne Dachrinne (Dachstuhlausbau..) endgültig den Rest gaben.
    • Nicht die Gastherme, die brav und tapfer durch jeden Berliner Winter heizte, die aber auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat.
    • Nicht die Elektrik auf dem Stand der Technik 1949.
    • Nicht die Wasserrohre, vermutlich Stand der Technik 1915.

    Wir sind endgültig und vollkommen raus.

    Zelebrieren in Zehlendorf

    Danach galt es zu feiern. Nicht ganz einfach an diesem Tag der Begann mit einem abgerissenen Handtaschengriff, an dem es minus zehn Grad hatte, die Wege vereist waren und die BVG streikte.

    Bei all meiner Liebe für Gewerkschaften: Liebe ver.di ihr hättet Held*innen der Stadt werden werden können, hättet ihr Sonntag Mittag eine Pressemitteilung verschickt „Ey, sorry, Leute. Wir haben grad aus dem Fenster geschaut. Ist ja unzumutbar draußen für Fußgänger und Radfahrer. In Berlin-Brandenburg ist der Streik verschoben.“

    Aber nein.

    Zum Glück half uns die S-Bahn . An der S1 liegen die alte Wohnung, der Karstadt an der Schloßstraße (mit einem großartigen Handtaschenverkäufer) und die Zehlendorfer Innenstadt mit dem Tomasa.

    Im Tomasa gab es Brunch, viel Kaffee und natürlich Sekt. Wir saßen und redeten, saßen und tranken, saßen und lasen (Sonntagszeitung bzw. Bialik), schliefen fast ein und tranken mehr Kaffee. Wie so Student*innen. Unser Termin war erst drei Stunden später.

    Eine Frage des Timings

    Nachdem wir wechselnd durchgefroren und gesättigt waren ging es, nicht lachen, ins Kino. Die 80-Jahre-Bali-Festwoche dauert an. Wieder mit einem Klassiker: „Les vacances de M. Hulot„, 1953 produziert von Jacques Tati, der auch die Hauptrolle spielt.

    Natürlich vergleiche ich innerlich mit „Serkalo“ (Tarkowski) von drei Tagen zuvor. Einerseits Filme, die kaum miteinander zu tun haben: Serkalo: meditativ, den Film als Genre fast auflösend, erdenschwer und mit der Natur verbunden. Tati: Spritzig, schnell, in bester Buster-Keaton-Tradition; obwohl 20 Jahre älter wirkt Tati moderner als Tarkowski.

    Und doch haben sie Gemeinsamkeiten: das Vertrauen in das Bild. Der weitgehende Verzicht auf Dialog, Sprache kommt vor, ist aber mindestens genauso sehr Sound wie Bedeutunsgträger. Beide Filme sind sehr körperlich. Bedeutung kommt aus Bild und Sound.

    In den Ferien

    Die Ferien des Monsieur Hulot erzählt die Geschichte einer Ferienwoche (mehrere Ferienwochen?) an der französischen Atlantikküste. Menschen kommen mit Zug, Bus, Auto und wie Hulot mit seinem 30 Jahre alten scheppernden knallenden trötenden „Motomobil“ dem Salmson AL3.

    Die Menschen erleben kleinere und größere Abenteuer, die vor allem durch die Tolpatschigkeit des immer lieben immer hilfsbereiten Monsieur Hulot ausgelöst werden. Sei es, dass erfolglos versucht Kayak zu fahren oder daran scheitern zu reiten oder weil er ein Bild gerade rücken möchte. (Wer den Loriot-Sketch kennt, hier ist die Inspiration für den Loriot-Sketch mit dem schiefen Bild).

    Die Szene, in der Hulot versucht, mit einen Mit-Urlauber den bereits abgefahrenen Bus zu erreichen und sich am Ende mit einer Beerdigungsgesellschaft anfreundet gehört zu den großartigetsen Verfolgungsjagden der Filmgeschichte.

    Immer liebevoll, immer voller Spott – die Menschen, und insbesondere die Urlauber der 1950er, immer durchschauen und doch nie blossstellend.

    Bloong – Töff – Explosion

    In einem Film in dem wenig gesprochen wird, und wenn gesprochen wird, wird immer noch wenig gesagt, spielen Musik und Sound eine große Rolle. War es bei Tarkows Bach, der als Mauer im Raum steht – das Bild unterlegt die Musik, nicht umgekehrt, ist es bei Tati das fröhlich beschwingte „Quel Temps Fait-Il A Paris?“, das allein durch ewige Wiederholung die ganze Albernheit der geplant fröhlichen Urlaubszeit in Szene setzt.

    Töne verschwinden nicht, sie sind gesetzt. Das Knallen und Pöttern von Hulots Salmson trägt ganze Handlungsstränge. Selbst die Restaurant-Schwingtür mit ihrem ewig Bloong Bloong hat mehr Charaktertiefe als die meisten Actionfilmfiguren. Jeder Ton ein Gewinn für den Film.

    1953

    Worüber wir auch staunten. 1953. Acht Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Für alle Beteiligten am Film war das gefühlt Vorgestern. Wir staunten über solch explosionsreichen Feuerwerksszenen, gedreht von Leuten, die alle noch Bombenexplosionen im Ohr hatten. Und doch so modern. Es bedürfte nur Änderungen im Detail und mensch könnte den Film nahezu identisch im Jahr 2026 drehen.

    „Magie“ und Traum

    Lasst mich mit Texten über „KI“ in Ruhe. Außer bei Thomas. Der weiß wovon er schreibt, unter anderem von der „Magie“ von Claude Code.

    Finnland kann Winter offenbar besser. Mit Verkehrszeichen, die auf die gebürsteten Radwege projeziert werden und in Oulo wird es ein Traum in Weiß.

    Derweil aus Frankreich: Lustiges Regenspielzeug für das Fahrrad: Rainjoy Bub-up.

    Sie werden verstehen, dass der C. Wiederkehr-Vorschlag Latein zu kürzen mich wie ein Keulenschlag getroffen hat. Latein zu kürzen geht für mich gar nicht.

  • 2026-01-24 Lichtbildvortrag am Samstag

    2026-01-24 Lichtbildvortrag am Samstag

    Die Schokoladenhersteller verramschen ihre Pistazienvorräte. Dank eines nahen Mindesthaltbarkeitsdatums und des dazu gehörigen Rabatts konnte auch ich mir eine Dubai-Schokolade leisten. Schmeckt wirklich fein. Aber ist, wenig überraschend, den Hype nicht wert.

    Das Café Toskana mit der italienischen Auslage im Schaufenster bot im Innern Menemen und Sucuk-Frühstück an. Sizialinische Cannoli gab es aber auch.

    Mir träumte, ich sähe eine Fernsehsendung in der erläutert wird, dass Urlaub eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers ist und jederzeit gestrichen oder umgelegt werden kann. Obwohl dies technisch als Alptraum zählt, nahm ich das im Traum als selbstverständlich hin. Ich muss ein ernsthaftes Wort mit meinem Traum-Ich reden.

    Dem Kaptain träumte, ich schreibe mein Buch. Sehr viel besser.

    Es war ein Exkursions-Arbeitstag und ein Stadtgeschichts-Samstag.

    IKEA-Regale sind aus Holz

    Zwischen die verschiedenen Anlässe des Vorwochenend- und Wochenend-Entertainments setzte die Welt einen Ausmistausflug. Die Übergabe der Schöneberger Wohnung naht jetzt wirklich. Noch gibt es einige Kleinigkeiten zu erledigen: Letzte Bohrlöcher schließen, putzen und wienern und wieder putzen und Reste entfernen: Die abgenommenen Galerieschienen und Gardinenstangen, drei Dosen mit Lösungsmittel von 2010, letzte mit Erde gefüllte Blumenkübel.

    Also schruppten wir und stiegen auf Leitern, schleppten Zeug nach unten und stopften es um Madame herum ins Auto. Es folgte kurzer Weg nach Neukölln-Süd zum Wertstoffhof Plus, an dem wir uns in die übliche Samstagabend-Schlange stellten. Auf dem Hof führte ich noch eine kurze Diskussion ob die Galerieschienen aus Metall sind (ja!). Ich ließ mich vom BSR-Personal überzeugen, dass alte IKEA-Regale wirklich aus Holz gefertigt sind und dementsprechend über den Altholz-Container entsorgt werden sollen.

    Nach der Heimkehr chillen und Sauerkraut-Raclette.

    Next stop Springfuhl

    Hurra! Dienstreise! Also fast. Meine Fahrzeit hätte fast gereicht, um nach Hamburg zu kommen. Als rein Berliner Unternehmung reichen unsere „Reisen“ aber eigentlich nie über den Tarifbereich B der BVG hinaus. Ich fuhr vom Südkreuz (Schöneberg) zum S-Bahnhof Springfuhl (Marzahn). Ich hatte mir selbst einen Badbesuch gesichert. Diesmal in der Schwimmhalle „Helmut Behrendt“, einer spannenden Sportschwimmhalle aus der späten DDR, wo sich heute gefühlt halb Marzahn trifft. (und meinem persönlichen Eindruck nach: Die nettere Hälfte).

    Ein wenig IT machen, ein wenig mit den Leuten vor Ort plaudern und viel viel über den Badbetrieb lernen. Ich staunte, was ich alles lernte. Nebenbei strich ich auch die Einladung ein, mal so vorbeizukommen und einfach die Büroräume im Bad (mit denen dies ausnahmsweise gesegnet ist) zu nutzen, um ganz normal zu arbeiten.

    Es klingt verlockend. Auf jeden Fall schicker als der normale Bürobau. Und von der Wohnung im Schwimmbad zum Büro im anderen Schwimmbad – ich bin stark versucht.

    Vom Seebad zur Kreuzung

    Wenig überraschend derzeit: Ich war Samstag in einem Kino.

    Überraschender: Kein Film lief. Das Kino, die Eva-Lichtspiele Wilmersdorf, gehören auch nicht zur Yorck-Gruppe.

    Es lief ein heimatkundlicher Vortrag. Der „12. Lichtbildvortrag zur Geschichte Wilmersdorfs.“

    Am überraschendesten: Ein großer alter Kinosaal mit 250 Plätzen war auch bei diesem 12. Vortrag komplett ausgebucht.

    Dipl-Ing. Christina Kautz führte bereits zum 12. Mal durch die Geschichte und Geographie Wilmersdorf „Vom Sackgassendorf zum Großstadtbezirk“. Für uns als Neu-Zugezogene war das natürlich ein Geschenk.

    Wir wissen jetzt, wo das alte Paar zweier Eichen steht, das einst den Eingang des Dorfes markierte und jetzt eher verloren im Straßenlabyrinth Wilmersdorf wirkt.

    Denn wir lernten, warum wir beide Probleme haben, uns zu orientieren. Die Straßen in Alt-Wilmersdorf verlaufen wirklich nicht, so wie Straßen in alten Dorfkernen normalerweise verlaufen, unser „so-funktioniert-Stadt“-Gefühl möchte etwas anderes als das was wir vorfinden – und wir lernten warum.

    Hilfreich war es hier, dass der Vortag von einer Dipl-Ing./Landschaftsbauerin gestaltet wurde, die gerade bei solchen Fragen „Wie funktioniert Landschaft? / Wie funktioniert Stadt?“ in ihrem eigenen Sweet Spot unterwegs war.

    Immer wieder spannend, die Erkenntnis, dass die gesamte Wilmersdorfer Geschichte und innere Geographie um den Wilmersdorfer See kreist – der einfach nicht mehr existiert. Aber natürlich zahlreiche Spuren in den Straßenzügen, den Grundstückzuschnitten und der Gliederung des Stadtteils hinterließ.

    Wir erfuhren nette Anekdoten: Zum Beispiel von der prachtvollen U-Bahn-Brücke über dem See, die wenige Jahre nach ihrem Bau wieder abgerissen wurde. Aber auch zur Geschichte der Eva-Lichtspiele selbst (ehemals Roland-Lichtspiele), die seit 1913 existieren.

    Gerne auch zum 13. Mal. Wobei aufgrund des großen Erfolgs das Eva-Kino jetzt eine ganze stadtgeschichtliche Vortragsreihe einmal im Monat veranstalten will. Es geht weiter mit U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn.

    Berlin – Rom – an Leuten reiben

    Durch den Vortag kennengelernt: Histomap Berlin, eine Website bei der mensch sich alte Berliner Städtpläne seit 1928 anschauen kann. Nett: Einfach eine Adresse eingeben und sich langsam durch die Geschichte des Grundstücks zoomen. Dabei gelernt: Das Stadtbad war bis zum Bau des Stadtbads 1961 gebäudefrei. Und das mitten im Stadtring. Eigentlich zogen wir halt doch aufs Dorf.

    Auffällig im Vortrag: eine Karte mit Berlin als Festung im 18. Jahrhundert mit Bastionen, Wällen, zackigen Mauern, wie es sich gehört. Denn in anderen Städten kann man diese Festung noch sehen (Frankfurter Wallanlagen, Hamburger Sternschanze, Leipziger Stadtring.) Aber in Berlin? Mit etwas Recherche fand sich der Spreegraben hing eng mit dem Grünen Graben der Festung zusammen, die Straße Am Festungsgraben, der Königsgraben/Zwirngraben oder auch der Köllnische Park und der Hausvogteiplatz ist das Innere des ehemaligen Sparr-Bollwerks/Jägerbastion.

    Was man mit den schräg laufenden Oberwall- und Niederwallstraße und der Ausstülpung des Platzes auch sehr gut sehen kann, wenn mensch mal drauf achtet.

    © OpenStreetMap-Beitragende

    Die Serie Suburra sehen heißt Rom-Sehnsucht bekommen. Das Gefühl hatten wir schon beim sehen und jetzt schreiben das auch ehemalige Römer. (Außerdem: Glitzer im Jugendzimmer)

    Gelernt: Herr Buddenbohm siezt seinen Haselanten.

    Fazit: ich kann mich jetzt an Leuten reiben. Und das war sehr lustig. Ich bevorzuge aber dann doch die „nur gucken!“-Version von Striptease.

  • 26-01-15 Bitte stelle sicher, dass Deine Haustiere in Sicherheit sind

    26-01-15 Bitte stelle sicher, dass Deine Haustiere in Sicherheit sind

    Die Wikipedia feiert 25. jähriges Jubiläum und zu diesem Anlass ist ein 15 Jahre alter Artikel von mir1 als Artikel des Tages auf der Hauptseite. Ich staune und ich freue mich.

    Jeder leere Viersitzer in der vollen S-Bahn hat eine Geschichte.

    In der S-Bahn gesehen: Ein mittelalter Mann, Handy lesend, der in mir ein Störgefühl auslöst. Irgendwas stimmt nicht. Nach zwei Stationen habe ich es: Die Frisur sieht teurer aus als die Brille. Das ist selten. Zwei weitere Stationen später habe ich beschlossen: „Das ist Absicht. Vermutlich ist das eine teure Designerbrille, bei der viel Mühe darauf verwendet wurde, dass sie wie eine Lesebrille vom Drogerieständer aussieht.“

    Der Nachteil des Schwimmbads im Haus: Ich kann mich nicht mehr so richtig erinnern, wann ich schwimmen war. Irgendwann abends halt mal kurz. Vor allem total immersen im Lehrschwimmbecken, da das eh schon volle Schwimmbecken noch zusätzlich durch einen Verein belegt war, und normales Schwimmen freudlos geworden wäre.

    Weiterhin erstaunlich: die extreme Gastfreundschaft, die uns im Gebäude entgegen schlägt. Wir müssen aufpassen, nicht dass wir aus Versehen demnächst so nebenbei private Schwimmstunden bekommen.

    Beim ukrainisch-polnischen Supermarkt entdeckte ich in der Gemüseabteilung frische Habanero-Chillies. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die in Deutschland überhaupt je in einem „normalen“ Supermarkt gesehen habe.

    Eigentlich suchte ich im Supermarkt Kielbasa, laut Internet der beste Ersatz für Louisiana-Andouille, der in Deutschland zu bekommen ist. Aber es kam wie es kommen musste: Kielbasa bedeutet im Wesentlichen „polnische Wurst“, und in diesem Supermarkt bedeutet das: 40 verschiedene Sorten polnische Wurst. southpark war mehr als überfordert.

    Ich meldete mich von der Informatik-Klausur ab. Wenn ich die Klausur noch bestehen wollen würde, müsste ich angesichts meiner nicht vorhandenen Vorarbeit genau jetzt ernstlich mit Lernen anfangen. Und da sehe ich mich nicht. Ich denke auch, ein Pausensemester nach dem Bachelor und mit Umzug ist durchaus verdient.

    Es waren Tage des Arbeitens mit dem unweihnachtlichsten Weihnachtsfilm aller Zeiten.

    Wenn es dunkel ist

    Die maritime Bettwäsche, Gewinn aus dem Seemannsmissions-Adventskalender, traf ein. Sie ist erfreulich kuschlig. Und maritim!

    Die Erziehung der Post und der Lieferdienste dauert weiterhin. DHL fand gestern sogar unsere Tür. Dafür fand amazon2 nicht einmal das Haus. Erst ein Anruf, den ich nicht schnell genug annehmen konnte. Bei Rückruf eine generische amazon-Servicenummer. Dann eine Handy-Nachricht:

    Ich werde bald mit deiner Lieferung ankommen. Bitte stelle ggf. sicher, dass deine Haustiere in Sicherheit sind und schalte das Licht ein, wenn es dunkel ist.

    Nachdem Madame die Haustiere in Sicherheit gebracht hatte, ging sie vor das Gebäude und suchte den Fahrer: aber nichts nirgends.

    Bikini

    Auf dem Weg ins Kino eine weitere Berlin-Premiere für mich: Ich war im Bikini-Berlin, dem Concept-Mall-Ding neben dem Bahnhof. Es soll so eine Art Einkaufszentrum sein, aber halt in stylisch und schick. Es war .. interessant.

    Quasi alle Läden suggerierten mir „Hier kaufst du kein Produkt. Hier kaufst du eine Einstellung zum Leben.“ Und diese Lebenseinstellung lautet „Beratung mit vielen Brand Identity Manager Consultants zum invalue store empowering enrichtment“.

    Naja, weil die Brand Identity Leute sich in Golddukatensäcken bezahlen lassen, rufen die Läden entsprechende Preise auf. Sehr spannend. In Teilen auch ansprechend. Aber in größeren Teilen vor allem gewollt und anstrengend. .

    Immerhin kurze Freude: in einem ansprechenden Ruhebereich steht die perfekte Symbiose unserer Stühle: das Luxembourg-Schaukelschaf. Wo unser Gartenstuhl (Luxembourg) mit dem Wohnungsstuhl (Schaukelschaf) zusammenkommt.

    Der Gang ins Bikini war lehrreich, aber ist in näherer Zukunft nicht wiederholenswert.

    Immer wieder lohnend ist der Gang am Breitscheidplatz und an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vorbei. Ich bin ja großer Fan des Gedächtniskirchenneubaus. Am Tag von außen unscheinbar. Von innen oder bei Nacht aber eine Wucht. Beste Nachkriegsmoderne.

    Die Mörder

    Mein Ziel war noch mehr Berliner Nachkrieg, weniger Moderne. Im Delphi Filmpalast fand eine Aufführung des ersten Deutschen Nachkriegsfilms Die Mörder sind unter uns aus dem Oktober 1946 statt. Umrahmt von einer kleinen Veranstaltung der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv in Kooperation mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Delphi Filmpalast, die eine eher seltsame Mischung aus Politikdiskussion der Jahre 1945/1946 und Hildegard-Knef Hommage war.

    Im Film geht es darum, dass Dr. Mertens (Ernst Wilhelm Borchert) und Susanne Wallner (Hildegard Knef) durch die Verwerfungen der Nachkriegszeit gemeinsam in einer Berliner Trümmerwohnung wohnen müssen. Am Anfang kennen und mögen sie sich nicht, am Ende sind sie ein Paar.

    Vor allem leidet Mertens an schwerer Posttraumatischer Belastungsstörung (die im Film natürlich nicht so genannt wird) hat ein Alkoholproblem und sinnt auf Rache an einem ehemaligen Hauptmann Brückner, der in Polen ein ganzes Dorf mit Frauen und Kindern exekutieren ließ. (was in Mertens vermutlich die PTBS auslöste).

    Der Anblick eines Tannenbaums an Heiligabend lässt in Mertens das letzte bißchen Selbstbeherrschung schwinden, denn genau jenes Massaker fand an Heiligabend 1942 statt zwischen Stille Nacht und Maschinengewehrsalven.

    Er bricht auf zu Brückner, steht ihm Heiligabend 1945 in einer dramatischen Heiligabendszene am Tannenbaum mit der Pistole vor Brückner steht, verhindert Susanne den Schuss und es folgt ein Epilog, dass Selbstjustiz verständlich aber nicht gut ist, und dass öffentlich Anklage gegen die Mörder erhoben werden muss.

    Ein Film faszinierend auf so vielen Ebenen, dass ich gar nicht mehr hinterherkomme. Deshalb versuche ich mich auf drei zu beschränken.

    1946

    Vor dem Kinosaal unterhielten wir uns zu viert (Geburtsjahre um 1950, 1973, 1975 und 1986) darüber wie die NS-Zeit in Jugend und Schule behandelt wurden. Die drei jüngeren erinnerten sich deutlich an die Ausstellung Verbrechen der Wehrmacht, die das erste Mal eben jene in eine breite Öffentlichkeit brachte und wilde Diskussionen um die NS-Zeit und die Rolle der Wehrmacht auslöste. Für uns alle war das gefühlt vor 1995 in Deutschland kein Thema.

    Und dann sahen wir diesen Film von 1946, den ersten deutsche Film überhaupt nach Ende des Krieges – und er dreht sich zentral um ein Massaker durch eben jene Wehrmacht. Deutschland, was hast Du zwischen 1946 und 1995 gemacht?

    Im Film von 1946 wurde es thematisiert: Nazis und Gewissen, Massenmord, Trauma des Krieges und das eigenwillige Leben in den Berliner Ruinen.

    Semi-thematisiert: Der grundgütige Optiker „Mondschein“, der bis zu seinem Tod im Film auf seinen verschollenen Sohn wartet – Name und Porträtierung werfen deutliche Hinweise in Richtung „jüdisch / es gab auch einen Holocaust“ – explizit gesagt wird es nie.

    Überhaupt ein Film, dessen Publikum gerade vorher komplett durch den zweiten Weltkrieg gegangen war – wie hat er auf dieses Publikum gewirkt?

    KZ ja und?

    Susanne Wallner ist KZ-Überlebende. Dies wird einmal am Anfang des Films gesagt und im Rest des Films ignoriert. Während der Film sich ausführlich und tiefgehend Mertens Traumata als Wehrmachtssoldat widmet, spielt die KZ-Geschichte keine Rolle mehr. Sie fragt ihn mehrfach eingehend nach seiner Vorgeschichte, seinen Erlebnissen: Er sie kein einziges mal.

    Und wieder: Warum sich eine junge bildschöne lebenslustige tatkräftige Frau sich ausgerechnet in einen mittelalten Alkoholiker mit cholerischen Anfällen verliebt – auch dazu fällt dem Film nichts ein.

    Und so wird die präsente, einen Raum für sich einnehmende Hildegard Knef in einer Rolle besetzt, die innerhalb von 20 Minuten von der tatkräftigen neuaufbauenden KZ-Überlebenden zum verliebten Muttchen mutiert.

    Für einen Film aus der Zeit nicht wirklich überraschend – für diesen speziellen Film aber schon.

    Expressionismus noir

    Auch stilistisch spannend: Der Film, der ich sah war halb Vorkriegsexpressionismus (denke Nosferatu, Cabinet des Dr. Caligari) und halb Film Noir: die unruhige Kameraführung des Expressionismus, die starken hell-dunkel-Kontraste und Schatten als eigene Figuren im Film, die emotionalen Ausbrüche von Mertens, der Soundtrack – pure Expression.

    Und da war auch der Noir: die Großstadt (das zerbombte Berlin) als eigener Charakter, die moralische Ambivalenz, der Protagonist als getriebener, alle sind elegant angezogen und rauchen ununterbrochen. Das passt in jedes Noir-Setting.

    Und erst so im Zusammenhang fiel mir auf, wie nah die beiden Stilistiken beinander stehen, wie sehr sie ineinander übergehen, und wie sehr sich Nachkriegsnoir aus dem Vorkriegsexpressionismus speist.

    Trauben und Diktaturen

    Ein Gemüsesalat, der sich als Obstsalat tarnt. Ich musste drei mal hinschauen: Das ist doch ganz eindeutig Ananas-Traube-Pflaume 12 von 12 im Januar (2026).

    Die Mimosen hingegen bleiben die Mimosen: 12 von 12 im Januar 2026

    Karen aus Japan über japanische Buzzwords im deutschen und englischen. („Vielleicht ist dieser Artikel ein wenig Therapie für mich und ihr müsst da jetzt auch durch.“): Japanische Buzzwords: Bleibt mir mit eurem Ikigai gestohlen

    Passend zum Thema Aufarbeitung las und hörte Anke Gröner von Anne Rabe. Sie zitiert sinngemäß: „Dass die Aufarbeitung der NS-Zeit in der Gesellschaft noch nicht abgeschlossen ist, ist jedem klar. Wieso glauben dann aber viele, dass die Spuren, die die DDR-Diktatur in den Menschen hinterlassen hat, nicht mehr wichtig oder Forschungsthema sind?“

    Anmerkungen

    1. Ja „Artikel von mir“, schwieriges Konzept in der Wikipedia. Aber das ist eine Diskussion für ein Andernmal. ↩︎
    2. Ja, eigentlich bestelle ich da nicht. Außer es ist der Shop vom Hersteller und das Produkt sonst nirgends erhältlich. Ich möchte aber auch sagen, dass amazon pro verkauftem Produkt ungefähr 2 cent Gewinn macht und pro vermieteter AWS-Cloud-Stunde eine Fantastilmillion. Das Amazon-Geschäftsmodell ist vor allem Rechenzentrumsvermietung und wer den Laden wirklich nicht unterstützen möchte, müsste Recherchieren wo ihre liebsten Internetanbieter ihre Daten parken. ↩︎
  • 24-09-28 Sanddorn später pflücken

    24-09-28 Sanddorn später pflücken

    Weihnachten klopft an die Tür. Die BBB verschickten eine Einladung zum (alkoholfreien) Weihnachtsumtrunk. Damit sind sie die ersten. Noch vor meinem Geburtstag!

    Andererseits finde ich, ich habe jetzt genug gekaufte Weihnachtskekse für dieses Jahr gegessen. Nun ist gut.

    DPD versteckte ein Paket auf dem Hausflur so geschickt zwischen dem Gerümpel des Nachbarn, dass ich zwei Tage benötigte, um es zu bemerken.

    Mir träumte, mir wurden mein Fahrrad, eine weiße Schallplatte und Keksteig geklaut. Ein freundlicher Mann machte mich auf die Diebe aufmerksam. Aber bis ich den Mann bemerkt hatte, waren sie schon weg. Später trafen wir uns wieder. Die Diebe waren junge Menschen in Barockkostümen, aber hatten ihr Diebesgut schon weitergegeben.

    Ich ging zur Polizei. Dort hörten wir aus der Ferne die geklaute Schallplatte, aber die Polizei wollte nichts bemerkt haben. Ich ging dem Sound nach, traf eine ältere Frau, die aus dem geklauten Keksteig Kekse für Waisenkinder gebacken hatte. Niemsand träumte mehr vom Fahrrad. Ich auch nicht, denn ich wachte auf.

    Die VG Wort gab ihre Zahlen bekannt. Weniger als in den letzten Jahren, mehr als erwartet.

    Kreativer Umgang mit der Geschäftsordnung gehört zum kleinen 1×1 des Politikers. Ich staune, wie sehr sich Berufspolitiker mit Geschäftsordnungsunfug vorführen lassen.

    Gelesen: Im Tagesspiegel ein Interview mit einem Jugendforscher zu den vielen jungen AfD-Wähler*innen. Mir gemerkt habe ich: Er findet sie nicht so bedrohlich, denn bei der Altersgruppe sind auch politische Einstellungen noch im Fluss, können sich in kurzer Zeit deutlich ändern. Viel bedrohlicher findet er die Gruppe 40+, die über ein gefestigtes Weltbild verfügt und damit AfD wählt.

    Gemerkt auch: Viele Jugendliche halten sich auf einer Skale von Ganz-weit-links bis ganz-weit-rechts selber für „etwas Rechts der Mitte“. Sie halten aber auch die AfD für etwas Rechts der Mitte.

    Ich fühle mich darin bestätigt, dass der öffentliche Diskurs hundsmiserabel daran ist, rechts und rechtsextrem zu differenzieren; wie oft er schon scheitert, den Unterschied zwischen „findet Unisex-Toiletten doof“ und „möchte Lager errichten“ wirklich deutlich zu machen.

    Madame und ich stellten fest, es gibt einen bestimmten Stil des bundesrepublianischen Tagungshauses mit Party-Keller-Bar, Kegelbahn, Getränkeautomat (gern mit Bier), viel Holz, vielen Parkplätzen und miserabler ÖPNV-Anbindung – wo die 1980er bis heute fortleben.

    In der Straßenbahn nach Köln traf Madame einen Lokführer. Ehemals Neuköllner, seit fünfzehn Jahren Neu-Kölner, schwärmte er vom Rheinland.

    Und er schwärmte von der Deutschen Bahn und ihren geordneten Prozessen. Leider ist er im „start-uppy“ Chaosladen Flixtrain und kann nicht zur Deutschen Bahn. Die ist in NRW gut besetzt, sucht nur Lokführer im Osten. Und zurück nach Berlin? Auf keinen Fall!

    Später reise Madame zur Zugvereinigung in Hamm.

    Sie war in Hamm. Ich war bei Hammett. Die Saison der Buchbestellungen begann wieder. Sie erlaubte mir einen kleinen Radausflug nach Kreuzberg zur Lieblingsbuchhandlung.

    Dabei festgestellt. vom Südkreuz vom Platz der Luftbrücke sind es nur 2,2 Kilometer. Auch festgestellt: die Marathon-Auftaktveranstaltung ist im Tempelhofer Flughafengelände. Der PladeLü und angrenzende Gegenden sind echt voll, wenn tausende Marathonis gleichzeitig aus dem Messegelände in ihre Hotels strömen.

    Bei Hammett war es normalvoll. Ich widerstand wieder erfolgreich dem Impuls zu Otherland zu gehen und einfach den kompletten Laden leerzukaufen.

    Doch, Bildungsurlaub!

    Glaubt nicht, was im Internet steht. So las ich vor längerem sehr überzeugend, dass sich Fernuni nicht als Bildungsurlaub qualifiziert. Welch Illtum! Jetzt habe ich schriftlich, dass Seminare, Prüfungen und Klausuren in Berlin als Bildungsurlaub zählen + damit wurden mir fünf Urlaubstage im Jahr geschenkt. Hooray!

    Lebensgeister und Konzentratiosfähigkeit kehren wieder. Sie werden aber auch auf eine harte Probe gestellt. Die Lineare Algebra ist zu den Polynomen gelangt „dem schwersten Teil des ersten Kapitels, aber auch einem sehr grundlegenden“ und ich staune und wundere mich. Immerhin staune ich nicht mehr ganz so viel wie beim Polynomteil der Mathematischen Grundlagen.

    Ich lese Seminarlektüre von 1973 – eine echte Hausarbeit, die ich schreiben werde. Wie aufregend.

    Spontanidee. Falls ich den Master mache und die Masterarbeit in Wirtschaftsinformatik-im-engeren-Sinne ablegen: Wäre der Pywikibot ein Thema?

    Stare zu Kranichen

    Der Edeka in Vehlefanz verkauft Renterkalender – das Original.

    Leider verkauft er keine Waffeleisen.

    Auf dem Feierabendweg ein Einspänner.

    Wir fuhren in die Pilze. Also eigentlich fuhren wir über die Landstraße und Madame entdeckte einen Parasol. Anhalten, aussteigen, ernten, braten.

    Der Sanddorn erwies sich als zu-früh-gepflückt. Jetzt wäre die perfekte Zeit wie die übrigen Beeren beweisen.

    Die Sonnenblumen sind unruly, reißen sich immer wieder los. Leider kippen sie manchmal auch um.

    Mal eine Woche Regen und der Garten ist wieder grün wie im Frühjahr. Dazu die schon blühenden Astern und noch blühender Hibiscus und Rosen.

    Noch flattern letzte Schmetterlinge und springen letzte Grashöpfer. Die Stare haben sich bereits gesammelt, kommen ab und an den Latifundien vorbei.

    Die Kraniche sind schon da. Erste Voraustrupps in Kleingruppen fliegen über den Bungalow. Bis Mitte Oktober werden es deutlich mehr werden.

    Die Gänse fehlen.

    Chemnitz / vegetarisch

    In Chemnitz ist Festival of Lights, bzw. Light our Vision. Finde ich aufgrund des demonstrativen Stromverbrauchs eigentlich gar nicht so doll, aber Chemnitz ist eine Herzensstadt. Jonas Fotos sind toll.

    In Cannes hat es geregnet:

    Andere trugen wieder Möbel und Matratzen hinaus und hängten durchnässte Wäsche zum Trocknen an den Zaun und in die Sonne. Was soll ich sagen? Die Jahrhunderthochwasser kommen jetzt alle zehn Jahre oder schon nach neun Jahren oder vielleicht noch öfter. Wenigstens ist diesmal niemand umgekommen.

    In Potsdam-Krampnitz schien die Sonne. Ilka trug eine Warnweste: Da kommst du sonst nicht hin.

    Christa Chorherr über vegetarisches Essen:

    Es gibt immer mehr vegetarisch bzw. vegan kochender Restaurants, in unterschiedlichsten Preisklassen.  Wenn ich mir dort die Speisenkarten ansehe, finde ich wenig von dem, was früher bei uns als Hausmannkost bezeichnet wurde, und was ich wirklich gerne gegessen habe. Aber es war weitgehend vegetarisch! Meine Mutter hat gekocht, und Fleisch gab es meist nur am Sonntag.

    Schon allein lesenswert, weil es so schöne Ausdrücke enthält wie „Dann gab es die guten Eiernockerln und zuweilen (wenn Rest’ln vorhanden waren) die Schinkenfleckerln (genannt Fleischversteckerln) oder den Grenadiermarsch.“

    Gut in die Kategorie vegetarischer Hausmannkost passt da das Magentratzerln: Captain’s Dinner mit zweierlei Erbsen und gelbem Blumenkohl | kapucijnerschotel

  • 24-06-27 Einlassstopp im Culle

    24-06-27 Einlassstopp im Culle

    Dreh dich nicht um. Bronchitis geht rum.

    Im Hof steht neben der Biotonne ein alter Kühlschrank. Das ist gleichzeitig passend und unpassend.

    Das Hallodri-Arbeitsauto vom Hinterhofparkplatz wird inzwischen nur noch mit Hilfe von orangem Gaffatape zusammengehalten.

    Am Mittelhaus hängen „Besichtigung“-Schilder mit Richtungspfeilen. Ein neuer Versuch, den 50er-Jahre-Büroflachbau als „Townhouse“ zu verkaufen?

    In der taz lese ich, dass durchschnittliche Kaltmieten in Berlin bei 10 Euro/qm liegen. Neuvermietungen sind 70% teurer als Bestandsmieten. Das sind heftige Zahlen. Aber sie liegen weit unter dem, woran ich mich aus Immobilienanzeigen erinnere.

    Von diesen Nachrichten motiviert öffne ich ein Immobilienportal. Das erste was ich sehe, sind 120 Quadratmeter direkt um die Ecke von unsere Wohnung.

    Der Mietzins liegt allerdings über 10€/qm und auch über 20, 30 oder 40 Euro pro Quadratmeter. Der Vermieter möchte 5600 Euro Kaltmiete für 120 Quadratmeter möbliert. Für preiswerte 1000 Euro hingegen gibt es schöne 18-Quadratmeter-Apartments. Ihr spinnt doch alle.

    Aus Freiburg kam eine Entwarnung. Jetzt nur noch der verschollenen Köffer wieder habhaft werden.

    Es ist Fußball-EM. Die schicken Mädchen auf der Straße tragen Argentinien-Shirts. Hellblaues Streifenmuster ist ästhetisch unschlagbar.

    Abends mit letzter Kraft SAP-Kurs. Liegt inhaltlich bisher näher am WiWi-Teil des Studiums als am Inf-Teil.

    Mittwoch Abend bei geöffneter Balkontür im Wohnzimmer: 24 Grad. 62% Luftfeuchtigkeit.

    Habe bei der „langen“ Arbeits-Fahrradroute mit Umweg die DB-Rad+-App mitlaufen lassen, um Strecke zu messen: 3,9 Kilometer. Immerhin mehr als die üblichen 1,5-Arbeitsweg-Kilometer. Und schöner ist die Strecke auch.

    Blick von der Brücke in den Volkspark Schöneberg. Im Vordergrund Graffitti auf der Brücke erkennbar, im Paark fällt der Blick auf einen Teich.

    gnmn

    Im Teamchat sage ich kurz hallo wenn ich anfange zu arbeiten. Je nach Enthusiasmus und Wachheit kann ich mich mit Lyrik melden oder mit Bildern oder, wenn nicht ganz so wach, mit einem (verkürzten) Guten Morgen. Aktuell bin ich bei gnmn.

    Normalweise findet meine Arbeit tief in der Maschinerie statt ohne direkten oder indirekten Öffentlichkeitsbezug. Sehr am Rand war ich aber mit einem neuen Feature befasst, dass öffentlichkeitswirksam ist: die Auslastungskarte der Berliner Bäder.

    (Weniger mit der Karte an sich, mehr mit den Zahlen, die ihr zu Grunde liegen).

    Was dem Einzelhandel der Advent, ist dem Badbetreiber das 30-Grad-Plus-Freibadwetter. Nur findet der Advent termintreuer statt. Diese Wochen könnte es so weit sein.

    Im Sommerbad Neukölln / Columbiabad / Culle, derzeit wegen Sanierung nur eingeschränkt nutzbar, gab es schon den ersten Einlassstopp wegen Kapazitätsüberschreitung.

    Wir sind alle sehr gespannt, wie gut die Vorbereitungen auf den Ansturm sich in der Realität beweisen werden.

    Big Pink Bird Makes Splash in the Hamptons

    Big Pink Bird Makes Splash in the Hamptons

    Wenn auch die Südost-USA-Reise weiterhin nicht stattfindet. Wenigstens in Gedanken: Read Your Way through New Orleans

    Anke Gröner empfiehl derweil das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg. Ist das Thema inzwischen weit genug entfernt, um es zu würdigen ohne in politische Grabenkämpfe zu verfallen? Unsere Besuche in Breslau, Gdansk und Stettin in letzter Zeit haben uns sehr neugierig auf diesen vergessen-verdrängten-mythisierten Teil deutscher Geschichte gemacht.

    Anders kompliziert: Segeln im Wattenmeer. Anleitung wie man durchs Watt nach Wangerooge kommt: Wie man eine Wattfahrt plant.

  • 24-06-18 Boeuf Bourgignon („Die 35 bitte an 205“)

    24-06-18 Boeuf Bourgignon („Die 35 bitte an 205“)

    Wir benötigen Holzschrauben 5×40, Grafschafter Goldsaft und türkischen Schwarztee.

    An der Nordsee wurde ein Familievater händchenhaltend mit nicht-der-Familienmutter gesehen.

    Ebendort scheint Buddleia ditmarsi vielleicht doch noch zu leben.

    Mein Fußballtipp-Catencaccio zahlt sich bisher aus: Platz 3 von 45. Team IT liegt auf Platz 1 von 18 Teams. Madame weiß dass schon, weil ich vielleicht das ein oder andere mal davon erzählte.

    An der Wilhelmstraße thront ein weiteres Nike-Werbe-Mural. Hier auf die touristische Kundschaft abgestimmt: In Berlin-Mitte blickt Kylian Mbappé huldvoll auf die Massen unter ihm. Im Gegensatz zu Musiala kannte ich Mbappé sogar schon vor der EM.

    Radfahren einmal quer hin- und her durch Berlin offenbarte erstaunlich viel Kneipen-Public-Viewing selbst bei Belgien gegen die Slowakei.

    Gelesen: Kirmes im Kopf. Licht und Schatten. Ich habe den Eindruck, die Autorin hat sich viel Mühe gegeben, ein viel zu betuliches Buch zu schreiben. Immerhin habe ich einiges gelernt für den Umgang mit dem ein oder anderen Menschen im Umfeld. Die sind nicht ADHS-diagnostiziert und ich würde das auch nicht auf Basis eines Buches machen wollen. But if it walks like a duck and talks like a duck, maybe es ist eine gute Option to treat it like a duck.

    Madame landjoggte und aquajoggte. (SK11 / 7,27€).

    Das Sportbad Britz ist ab 1. Juli für die Öffentlichkeit zugänglich. Und auch wenn dieses Jahr ein Insulanerjahr werden wird – einmal nach Britz muss sein.

    Biking Berlin

    Berlin-Verwunderung: Seit etwa 10 Jahren existiert ein toller Nord-Süd-Radweg durch den Park am Gleisdreick. Der bringt den Süden Berlins auf angenehmer Strecke vom S-Bahn-Ring fünf Kilometer bis zum Potsdamer Platz. Der Radweg ist liebevoll gemacht.

    Seine Einbindung in die Stadt ist nichtexistent.

    Am Südkreuz endet der Radweg irgendwo auf einem Parkplatz. Vom Parkplatz weg gibt es keinen wirklich guten Weg. Will man weiter nach Süden auf den anschließenden wunderbaren Radweg im Park jenseits der Stadtautobahn muss man sich irgendwie an den Mülltonnen vorbeizwängen und hoffen nicht vom Linienbus überfahren zu werden.

    Richtung Norden muss man auf halber Strecke auf die Straße, um einmal Eisenbahnschienen zu überqueren. Weder die Ein- noch die Abfahrt von der Straße sind irgendwie gestaltet oder auch nur mit Schildern versehen. Es werden einfach jede Stunde viele Dutzend Radler quer auf die Straße geworfen, die sie dann irgendwie passieren müssen.

    Ach Berlin, so gut angefangen und beim kleinen bißchen Mühe, das noch erforderlich gewesen wäre, so kläglich versagt.

    Die Wolke

    Das puschelige Gras um den Grillplatz herum ließ sich als Calamagrostis epigejos (L.) Roth / Gemeines Reitgras, auch Landschilf genannt, bestimmen.

    3R ist mature.

    Fürwahr ist es in Brandenburg trockener als in anderen Gebieten Deutschlands. So auch 2024. Wenn uns auch Sturzfluten, Dauerregen und wochenlanges Grau erspart blieb, so hatten wir den ein oder anderen Regen.

    Seit Wochen warten Outdoor-Malerarbeiten, weil jedesmal ein Regen angesagt wird, der schlecht für die Untergrund- und Farbtrocknung wäre.

    Bis auf Sonntag. Die Wettervorhersage versprach einen ganzen Tag des Sonnenscheins.

    Madame strich die Bungalowtür und grundierte die Pergolagitter Süd und Mitte. Und dann kam die Wolke. Die eine, die 15 Minuten alles unter Wasser setzte. Nächster Versuch beim nächsten Latifundienaufenthalt.

    Das ungewohnte Wasser sorgt weiterhin für ungewohnte Farbintensität und Wachstum. Die weiße Eden-Rose scheint sich dieses Jahr für ein kräftiges Rosa zu entscheiden.

    Würde eine Hummel auf der Kugeldistel sitzen und mit mir reden, wäre es ein Gespräch auf Augenhöhe.

    Das Rätsel der vielen Meisen im Garten klärte sich auf. Beim Streichen der Tür entdeckte Madame gleich zwei verlassene Meisennester, die tief in Gehölzhöhlen des Bungalows hineingekrochen waren.

    Währenddessen lag ich auf der Erde und verfluchte die Produzenten von Kunststoff-Beetumrandungen. Immerhin erlaubte mir das einen intensiven Blick auf den Boden – dort war gleich ein Dutzend Löcher, in einige von ihnen gingen Solitärbienen und -Wespen ein und aus.

    Eine hatte anscheinend im Einrichtungshaus ein großes Blatt geschossen und war dabei sich der Innendekoration zu widmen.

    Solitärwespe schleppt einen Teil eines Blatts in ihren Bau. Daneben heruntergefallenes Blatt einer Mohnblüte.

    À la dernière seconde

    Ende Juli schließen nach 30 Jahren die Galeries Lafayettes in Berlin. 30 Jahre ignorierten wir sie – welch Fehler. Sie waren zu Friedrichstraße, zu Mitte, zu Touristen.

    Die Galeries in Berlin sind ein wenig wie das KaDeWe, nur kleiner, übersichtlicher und französischer. Und halt vorbei. Ende Juli werden sie Geschichte sein.

    Im Untergeschoss , wir hätten es ahnen können, befinden sich Restaurants. Wenn Franzosen sich Mühe geben mit Restaurants… ach, zu spät, Blödheit wird bestraft. Professor Transformation schleppte Madame letztes mit. Und diese schleppte nun mich mit.

    Wir aßen in einem kleinen Bistrosetting, umgeben von Baguetterie und in Sichtweise von Käse- und Fischstand. Ab und an erreichtens uns Ansagen („die 35 an die 205 bitte“). Wie aßen zwei plats du jours. Madame eine Aubergine gefüllt mit Hackfleisch, ich Boeuf Bourgignon. Dazu der empfohlene fruchtig-trockene Wein und Wasser.

    Nicht einmal utopisch teuer war es. Gerade in der Gegend kann mensch für sehr viel mehr als 60 Euro sehr viel schlechter essen.

    Wir blöd wir waren, wie schön, dass wir noch gerade eine Kurve bekamen.

    Ironwoman

    Tough: 15 Stunden 27 Minuten einen Ironman mitzumachen. (via Buddenbohm)

    Tougher: Live-Tagebuchbloggen aus dem Kreißsaal.

    Nach dem Konzert im Restaurant:

    Nachdem ich sinnloserweise alle Gäste beobachtet hatte, ob einer von ihnen vor die Tür ginge, wo ich gnadenlos geschnorrt hätte, fragte ich den Barkeeper, ob er wüsste, wo ich eine einzige Zigarette herbekäme. Woraufhin kurze Zeit später jemand aus der Küche kam und mir ein kleines Tellerchen überreichte, auf dem eine gestärkte, gefaltete Serviette lag, darauf eine einzelne Zigarette, daneben ein Streichholzbriefchen mit dem Tantris-Logo. „Ist Camel okay?“ War total okay, kein Light-Scheiß, danke an den unbekannten Koch oder Spüler, der eine Zigarette entbehren konnte.

    Samstag, 15. Juni 2024 – Béla Bartók und Brandy Alexander
  • 24-02-20 Wo ist die Logik?

    24-02-20 Wo ist die Logik?

    Das gescheiterte „Reisebüro und Medien“-Geschäft versucht eine neue Existenz als „M&M Kiosk.“

    Wesselburen stimmte dem Bau der Monteur-Wohnanlagen für die Northvolt-Batteriefabrik zu. Das bedeutet, ein paar hundert Bauarbeiter ziehen in eine Stadt mit 3000 Einwohnern. Ich bin gespannt, wie sich das auf die Verhältnisse in der Stadt auswirkt.

    Madame kochte Schwarzwurzeln und Gelbe Beete. Das ist ein ziemlicher Gewinner in der Kategorie „Spargelessen-ohne-Spargel-zu-essen“.

    Während die Deutsche Bahn sich jede Mühe gab, Madames Fahrt von Berlin nach München zu behindern, lief die Fahrt von München nach Berlin glatt und endete mit 10 Minuten Verfrühung. Die Bahn hat Lieblingsstädte.

    Beim Stadtbummel lief ich an einem Wimpernverlängerungsdienstleistungsgeschäft vorbei und fragte mich, ob Wimpernverlängerer die neuen Nagelstudios werden? Fünfzig Meter dahinter ein Nagelstudio, das groß mit seinen Wimpernverlängerungsdiensten warb.

    Falls ihr ein bißchen Zeit und Geld habt und abenteuerlustig seid: Der Einstieg in den Handel mit Wimperverlängerungs-Geschäfts-Zubehör könnte gerade sinnvoll sein. Falls ihr Trendsetter sein wollt: Lasst Euch die Wimpern verlängern.

    Eine Gruppe (Familie anscheinend) trug Luftballons in Form einer 1 und einer 8 vorbei. Ich dachte „Klar, seinen 81. Geburtstag kann nicht jeder feiern. Das muss man größer machen.“

    Am 15. Februar begann die formale Anmeldefrist für die Fernuni-WiWi-Prüfungen. Da ich das volle Vergnügen will, habe ich mich auch dort angemeldet. Aber zuerst rief die Mathematik.

    3^(n+1) = 3 * 3^n

    Einige intensive Monate der Vorbereitung endeten Montag um 12:11h. Was für ein Ausatmen.

    Die Mathematische-Grundlagen-Klausur ließ sich gut an. Im Gegensatz zum letzten Semester beschlossen keine brach liegende Baustellen rechtzeitig zum Klausurbeginn sich mit Lärm in Erinnerung zu rufen. Himmlische Ruhe herrschte durchgehend.

    Die Klausur begann holprig.

    Das Format nennt sich glaube ich „Onlineklausur Format B“. Bisher kannte ich nur Format A. Das Format A ist einfach: Klausur im Browser öffnen, Antworten eintöckeln, auf „absenden“ clicken und gut ist. Alles unter Kameraüberwachung im Rahmen eines Zoom-Meetings.

    Format B ist schwieriger. Ich sitze zu Hause, die Klausur ist online. Ich schreibe per Hand auf mein eigenes Papier. Nach Bearbeitungsende habe ich 15 Minuten Zeit, um meine Bearbeitung zu scannen und auf den Fernuni-Server zu laden.

    So dachte ich.

    Kurz vor Klausurbeginn. Meine Hände haben gezittert – ich glaube das ist auch Klausurpremiere: Klausuraufsicht in die Runde: „Denken Sie an ihr Deckblatt?“ – Ich denke: „Deckblatt?“ – KA: „Das können Sie schon ausdrucken und ausfüllen und nachher mit scannen.“ – Ich: „Aha. Ich hatte den Drucker extra abgebaut, weil er sonst das Blickfeld der Webcam verdeckt. Ausdrucken ist grad schwierg“

    Alternativplan: Deckblatt runterladen, online ausfüllen und dann nachher per Software an gescannte Klausur-PDF ranbasteln. Geht nicht. Ich kann es nicht ausfüllen.

    Okay, dann muss ich nachher sehr schnell den Drucker wieder aufbauen, beten, dass er sofort funktioniert, das Deckblatt ausdrucken, ausfüllen und zusammen mit der restlichen Klausur einscannen.

    Die Klausur begann holprig.

    80 Punkte waren zu erreichen, 40 sind notwendig um sicher zu bestehen, meistens reichen auch etwas weniger Punkte.

    Mein Plan war: Erst die Logikaufgabe, die kriege ich ziemlich sicher hin. Danach von einfach nach schwer vorarbeiten, bis mir entweder die Zeit oder die Ideen ausgehen.

    Es gab keine Logikaufgabe. Erwähnte ich, dass meine Hände zitterten? In sämtlichen von mir konsultierten Altklausuren waren Logikaufgaben. Mein Plan!

    Also versucht eine andere halbwegs einfache Aufgabe zu finden und dann langsam in das Schreiben hineinzukommen. Nach den anfänglichen Orientierungsproblemen lief es gut. Erstaunlich viel ging im ersten Versuch auf. Irgendwann entdeckte ich sogar die Logikaufgabe, die sich als Unterpunkt einer anderen Aufgabe versteckt hatte.

    Die erste Stunde, die ersten 20-35 Punkte liefen recht flüssig.

    Danach hatte ich dann viel Zeit und diverse Aufgaben übrig, nur meine Ideen gingen zur Neige. Aber ich kämpfte mich durch. Am Klausurende habe ich sogar noch das Deckblatt ausgedruckt, ausgefüllt, zusammen mit der Klausur eingescannt und hochgeladen.

    Mein Bauchgefühl sagt: 30-50 Punkte. Offizielle Bestehensgrenze derzeit sind 40 Punkte. Wobei in dieser Klausur bisher jedes Semester die nötige Punktzahl nach unten gesenkt wurde. Also: Bestehen ist wahrscheinlich aber keineswegs sicher.

    Damit bleibt: Noch 3 Tage bis zur Klausur Technische Informatik/Theoretische Informatik/Betriebssysteme/Rechnersetze. Die schätze ich insgesamt einfacher an – habe aber auch deutlich weniger Zeit und Energie in die Vorbereitung gesteckt. Es bleibt spannend.

    Lammleber am Vicky-Lu

    Sonntag, den letzten Tag der Klausurvorbereitung, verbrachte ich sinnvoll. Irgendwann gegen Mittag verließ ich die Wohnung und ließ mich durch die Straßen treiben. Im Zickzack lief ich durch das Bayerische Viertel, winkte dem Löwen am Bayerischen Platz, überquerte den Prager Platz und setzte mich am Vicky-Lu auf eine Bank. Schließlich endete ich am Wittenbergplatz mit dem KaDeWe. Von dort aus führten mich die letzten Meter bis an den Bahnhof Zoo, wo es in den M46 und wieder nach Hause ging.

    Statue des bayerischen Löwen am bayerischen Platz

    Es blieb grau und trocken. Die Temperaturen zu frühlingshaft für Berlin-Mitte-Februar. Aber wie ich nutzte halb Schöneberg die angenehme Wärme. um durch Nebenstraßen zu flanieren, auf Parkbänken zu sitzen und sämtliche Eisdielen und Spätis-mit-Eistruhe zu plündern. Unter dem bayerischen Löwen wachsen Krokusse.

    Ein paar ehemalige Nachbargeschäfte entdeckte ich. „Die Holzbläser“ sind vom Innsbrucker Platz an den Prager Platz gezogen. „Elite Kickboxing“ war anscheinend erfolgreich. Die Lage, fast neben dem KaDeWe, ist deutlich besser als ihr alter Standort, die Fläche hat sich vervierfacht. Respekt.

    Auch entdeckt und für später vorgemerkt: das Restaurant Ebe Ano („Nigerian Soulfood“) an der Hohenstaufenstraße und das Restaurant Kolonja („Albanische Spezialitäten“) am Vicky-Lu.

    Sportlehrersalto

    Ich mag den estnischen ESC-Beitrag. 5miinust and Puuluup mit (Nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi. Die Moldauer hingegen erschrecken mich. Die wirken so, als hätten sie eine Pop-Folkloretruppe aus Sowjetzeiten wieder zum Leben erweckt. Ich hoffe, das ist kein politisches Zeichen.

    Madame versucht am Sicherheitskonferenzwochenende in Museum in München zu besuchen. Das war ein ziemliches Abenteuer. Anke Gröner versuchte auch am Sicherheitskonferenzwochenende in München ein (anderes) Museum zu besuchen. Das war ein ziemliches Abenteuer.

    Schulabschlussbälle kenne ich aus persönlicher Anschauung in den Varianten Deutschland und USA. Ich weiß nicht, wie es sich für die beteiligten Schüler*innen anfühlt. Aber von außen, ist die Variante Finnland der Hammer.

    Christa Chorherr versuchte vergeblich Gärten oder Katakomben der Peterskirche zu sehen und besichtigte Santa Maria sopra Minerva.

    Julia Pracht fuhr Bus in der Türkei.

    Mein Respekt vor Zugbegleitern ist stark gestiegen.