Schlagwort: Europawahl

  • 24-06-11 PdF. PdH? PdV? Nein, PdF!

    24-06-11 PdF. PdH? PdV? Nein, PdF!

    Der siebte Herzog von Westminster heiratete. Die Braut fuhr in einem Bentley aus den 1930ern vor. Die Kirche war mit Birken, Rosen und Glockenblumen geschmückt. Die Feier fand in Eaton Hall statt, das der Familie des Dukes seit dem 15. Jahrhundert gehört.

    Der Brandenburger Spargelverband zieht sein Saisonfazit. Wer also bisher zu wenig Spargel hatte, möge sich eilen.

    Kurzes Auflachen beim Lesen der Fernuni-Unterlagen zum Thema Sicherheit im Internet:

    Firewalls sind komplexe Gebilde, die im Rahmen dieses Kurses nicht vollständig abgehandelt werden können. … Bevor Sie eine Firewall installieren, sollten Sie sich mit Hilfe der Literatur tiefer in das Thema einarbeiten.

    Das ist nicht falsch. Aber dann doch so charmant untertrieben wie die Warnung, erst noch ein paar Youtube-Videos zu sehen bevor man an den Stromverteiler geht.

    18 Anwesende um 18 Uhr bei 18 Grad Lufttemperatur. Freibad unter grauem Himmel ist jedesmal erfreulich. Neben 17 offenbar leistungsbezogenen Schwimmer*innen war ich der eine Anwesende, der aus Jux und Dollerei gekommen war.

    Später leistete Madame mir Gesellschaft. Damit kamen wir auf Saisonkabinennutzungen No. 8 und 9 im Insulanerbad und sind bei einem Mietzins von 8,88€ pro Besuch.

    In der Kita Regenbogen wurde gewählt. Nur wir durften nicht mehr. Eine Neuziehung der Stimmbezirke verbann uns von der niedlichen Kita in eine Schulsporthalle direkt neben dem Deutschlandradio.

    Ein Grund in unserer aktuellen Wohnung zu bleiben, ist die Nachbarschaft. In unserem Stimmbezirk 07222 – Rückert-Gymnasium, Turnhalle links errangen die Grünen über 30%, Volt lag mit 7,4% klar vor der CDU und die AfD blieb unter 5%.

    Es ist so ermüdend, weil es so vorhersagbar ist: Es ist der Morgen nach der Europawahl. Ich öffne die Website eines deutschen Leitmediums. Und die ersten acht Artikel beschäftigen sich mit deutscher Innenpolitik.

    Es ist so ermüdend, weil es so vorhersagbar ist: Nachdem der öffentliche Diskurs entscheidend dazu beitrug, Layla zum deutschen Sommerhit 2022 zu machen, wird es dieses Jahr dann Ausländer raus.

    Würde ich nochmal eine Abschlussarbeit in Politikwissenschaft schreiben müssen, wäre „Zusammenhang zwischen der Neigung zur persönlichen Stimmabgabe und der Wahl rechtspopulistischer Parteien und Kandidaten“ ein mögliches Thema. In Berlin bekam die AfD 14,9% bei der Urnenwahl und 7,3% in der Briefwahl – why?

    Vom Verein zum Verein

    Madame ließ sich in Nürnberg etwas von Wikimedia Deutschland erklären. Nach ihrer Rückkehr erzählte sie in Kreuzberg Wikimedia Deutschland etwas.

    Der Verein Wikimedia Deutschland lud zum Wikipedia-Zukunftskongress – Die Weichen für eine Wikipedia der Zukunft stellen. Das ist insofern originell, weil Wikimedia Deutschland weder sonderlich viel Ahnung von Wikipedia hat, noch je in der Lage war, aktiv und bewusst auf die Entwicklung und die Zukunft der Wikipedia einzuwirken.

    Aber es klang nach dem Zusammentreffen mit spannenden Menschen. Und vielleicht auch der ein oder anderen klugen Session in einem Workshop. Nachdem Madame also das Auswahlverfahren der Teilnehmer*innen überstanden hatte, ging es nach Nürnberg.

    Freitag und Samstag standen Keynotes und Podiumsdiskussionen wechselnder Qualität auf dem Programm. Sonntag wäre die Gelegenheit gewesen, auch für die Teilnehmer*innen aktiv zu werden – aber es ging bereits zurück.

    Denn etwas, was WMDE schon 2010 hätte lernen können: viele Wikipedistas sind Wahlhelfer*innen. Man lege einfach nie eine Wikipedia-Veranstaltung auf ein Wahlwochenende. So auch hier mit Madame.

    Sie müssen erst den Umschlag aus dem Umschlag nehmen

    Sonntag bot eine Premiere. Das Bezirkswahlamt hatte beschlossen, uns zu Wahlhelfer*innen bei der Briefwahl zu machen. Urnenwahlhilfe kennen wir, Briefwahl war neu.

    Eine erfreuliche Änderung: Antritt zur Aktion war erst um 14:00 Uhr. Wir konnten also vorher gemütlich selber wählen, ausschlafen und uns mit einem Eis in den Park neben dem Briefwahlstützpunkt setzen.

    Eiswaffel mit Blaubeer-Sahne und Bananenmilch-Eis vor Berliner Straße. Rechts die wilheminische Fassade des Kammergerichts.

    Bis zur Türöffnung um 14 Uhr hatte sich eine dichte Traube hunderter Wahlhelfer*innen vor der Sophie-Scholl-Oberschule gebildet. Im Gebäude waren 72 Briefwahllokale in 72 Klassenräumen eingerichtet, so auch für uns. Ein Briefwahlstützpunkt, besetzt vom professionellen Wahlamt, war im selben Gebäude.

    Der Ablauf war spannend. Punkt 15:00h durften wir die äußeren Umschläge öffnen. Es wurde kontrolliert, dass die Umschläge im richtigen Briefwahllokal gelandet waren, ein korrekt unterschriebener Wahlschein beilag und es auch nur einen Stimmzettelumschlag gab.

    Die Unterlagen gaben deutlich und rot umrandet vor: Immer nur ein Brief. Erst wenn ein Brief abschließend behandelt ist, der Stimmzettelumschlag in der Urne und der Wahlschein in Sicherheit ist, darf der nächste Brief geöffnet werden. Nur ja nichts durcheinander bringen bei den ganzen Umschlägen, den anderen Umschlägen und den Wahlscheinen.

    Waren alle Formalien erfüllt, kam der Umschlag mit dem Stimmzetteln in die Urne, der Wahlschein wurde ordnungsgemäß weggeheftet und die ersten Punkte im Berichtsbogen konnten ausgefüllt und abgehakt werden. Unser 8-Personen-Wahlvorstand war etwa um 16:30h mit den gut 300 Wahlbriefen durch.

    So gegen 17:00 Uhr kam eine Nachlieferung mit den Unterlagen von Last-Minute-Briefwählenden und Fehlläufern. Um 18:50 Uhr kam die Ansage, dass keine weiteren Stimmen mehr kommen werden und wir die Urne öffnen dürfen.

    Also Ausschütten und Stimmzettelumschläge aufschneiden. Kontrollieren, dass in jedem Umschlag nur ein Stimmzettel steckt und kleine und große Häufchen nach Partei machen.

    Da 34 Haufen dieser Wahlzettel reichlich Platz einnehmen, machten wir es so wie bei jeder Wahl bei der ich auszählte: Erstmal wurde nur Platz für die größeren Parteien vorbereitet, die sicher Stimmen bekommen. Bei den Kleinstparteien war davon auszugehen, dass viele in einem Stimmbezirk keine einzige Stimme bekommen würden. Die werden erst angelegt, wenn die erste Stimme auftaucht.

    Und dann begann noch eine Reise durch das Parteiensystem:

    • Wir brauchen das Schild für Pdf!
    • PdH steht schon.
    • Ne, PdF.
    • Ich hätte hier ein Schild für PdV.
    • Nein. Wir brauchen PdF!

    Gegen 21:30h waren wir fertig. Im Vergleich zum Urnenwahllokal ist der späte Beginn der Aktion viel entspannter. Auch fehlt im langweiligen wie im anstrengenden Sinn der direkte Kontakt mit den Wahlbürgern.

    Dafür ist es Papierkram. Statt einem Stimmzettel gibt es die vierfache Menge Papier (Stimmzettel, Wahlschein, zwei Umschläge) mit der großen Sorge nur ja nichts durcheinanderzubringen und aus Versehen gültige Stimmzettel zu ungültigen Wahlscheinen zu sortieren.

    Wir waren nicht böse, dass das Europawahlsystem so einfach ist, nur eine Stimme auf einem Stimmzettel erforderte.

    Wien – New York – Chemnitz

    Frau Chorherr wählte im Wiener Sprengel 007.

    Frau Rabe ließ sich in New York zum Essen einladen.

    Chemnitz coolste Stadt. Jonas‘ Blog liefert Anschauungsmaterial: Kurzweilige Kunst und Kultur im kunterbunten Kosmos Chemnitz.

    (PdF = Partei des Fortschritts – linksliberal-optimistisch, errang sogar ein Mandat im Europaparlament; PdH = Partei der Humanisten – linksliberal-wissenschaftsgläubig; PdV = Partei der Vernunft – wirtschaftslibertär).

  • 24-06-06 Furi in the Slaughterhouse

    24-06-06 Furi in the Slaughterhouse

    Die AfD-Fraktion im Bundestag fragt mich – und diverse andere Wikipedistas – nach einem Wikipedia-Workshop an. WHAT???

    Über dem Bordell – ein Wandgemälde. Also noch nicht. Bisher steht dort ein Gerüst hinter dem ein Mural hervorblinzelt.

    In Dein Späti standen ältere Damen im Kopftuch auf Leitern und richteten den Späti für die EM her. Als erstes: Eine Deutschlandfahne an der Tür.

    Bei Exclusive Coffee am Südkreuz dachte ich bisher: Eröffnet von zwei Bros, die eigentlich ne Burgerbude aufmachen wollten und keine Ahnung von Cafés haben. Jetzt sehe ich in Berlin gleich mehrere Filialen. Das spricht nicht für Kompetenz, aber für Geld. Wo kommen sie her?

    Es gibt Nachrichten aus dem Umfeld, bei der denke ich rational „Ja, ist nachvollziehbar und wenn man drüber nachdenkt, sah man es kommen.“ während mein Inneres sich überschlägt „“Waitwhatwhatwhatwhat? Really? Daskannnichtsein!!! Die Wahnsinnigen!!“

    MMB suchte anderthalb Kilo Erdbeeren in der Torte und ist jetzt pleite.

    Die Europawahl begann. Seit 7:30h wählen die Niederlande. Weitere Länder folgen bis zum Wochenende.

    Im M46er-Bus. Vor mir ein alter Mann im karierten Hemd mit gegelten Haaren, vor dem Bus ein Radfahrer. Mann springt auf „Scheiß Radfahrer! Die halten den Busverkehr auf!“ . Ich sitze fassungslos daneben und denke nur „Lauschiger Sommerabend. Du wirkst nicht so als hättest du Zeitstress. Woher die Aggression!“

    Dann steigen zwei junge Damen ein, setzen sich vor ihn. Ich denke noch. „Sie sind jung. Sie reden ausländisch. Sie essen im Bus Chips. Jetzt wird er endgültig austicken.“ Aber anscheinend spart er seine Wut auf für Menschen, die ihn weder hören noch sehen.

    Die beiden reden französisch miteinander. Sie lesen sich vor, wo sie aussteigen müssen „Susuulitscher Garten.“ Prima. Da will ich auch hin. Auf zum Zoo Palast.

    In Gastown und der Bullet Farm

    Nach The Fall Guy im kleinen Clubkino des Zoo Palastes hatte ich den dringenden Wunsch, im Zoo Palast einmal den großen Saal in vollem Einsatz zu erleben. Um The Fall Guy in richtig zu sehen, war ich zu langsam. Aber auch Furiosa – A Mad Max Saga versprach schönes Popcorn-Kino.

    Es wurde interessanter als gedacht.

    Kino: Großartig. Ich habe spontan jeden einzelnen Trailer der Vorschau geliebt. Das lag nicht unbedingt an der cineastischen Qualität der Trailer.

    Unabsichtlich hatte ich zudem einen Logenplatz. Mit etwas Dekadenz – Platz, um die Beine hochzulegen und Popcorn und Cola serviert am Kinosessel – kann man mich abholen.

    Der Film: Großartig inszeniert, ich liebe die Ausstattung, Landschaft, Kamera, Kostüme, Technik, Stunts und Explosionen. Bilder aus dem Film stehen noch nach Tagen vor meinem inneren Auge und ich denke „Wow.“

    Während ich den Film sah, dachte ich auch „Was für eine komplett furchtbare Handlung. Ist das alles mies.“

    Jetzt denke ich seit drei Tagen über die Handlung nach – und das spricht wieder für den Plot.

    Der Film spielt im Mad-Max-Universum. Das Universum ist komplett gaga. Sobald man länger als drei Sekunden über die Welt nachdenkt, in der Mad Max spielt, implodiert sie vor lauter inneren Widersprüchen.

    Der Furiosa-Vorgänger – Mad Max Fury Road von 2015 – umarmte die Gaganess. Immer wenn eine Person sinnvoll oder theatralisch handeln konnte, handelte sie theatralisch. Ergab keinen Sinn, war aber hoch unterhaltsam.

    Furiosa geht anders mit dem Thema um. Professionelle Kritiken unterstellen eine „emotionale Wucht“, die der Film in die Mad-Max-Welt bringt. Und das stimmt: Plötzlich geht es emotional um etwas. Es sind echte Menschen in den Charakteren erahnbar.

    Nur die Welt ist so gaga wie eh und je. Während ich den Film sah, biss sich das furchtbar. Nahezu echte Menschen sind unterwegs, und nichts von dem was sie machen, ergibt irgendeinen Sinn.

    Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto spannender finde ich es. Im Film taucht ein unzuverlässiger Erzähler/ Geschichtenerzähler auf. Natürlich ist es vorstellbar, dass die Filmhandlung nur eine Erzählung dieses unzuverlässigen Geschichtenerzählers wiederspiegelt. Dass er nur die theatralischen Momente erwähnt und all‘ das, was das Mad-Maxiversum in einer Art Plausibilität verankern würde, weglässt.

    Es gibt also noch eine bodenständigere Variante derselben Handlung – die ich mir auch noch vorstellen kann. Langsam finde ich es spannend.

    Patronage

    Im Weltenbau realistischer als Mad Max ist Tolkien. Zufall spielt mir aktuell das Auenland, die Heimat der Hobbits, ins Leben. Es wundert nicht, dass mir Tröt sich anschließt und mir The Moral Economy of the Shire in die Timeline stellt. Die durchaus ernsthafte Analyse wie das Auenland wirtschaftlich und politisch funktioniert; wenig überraschend ähnlich wie the landed gentry im England des 18/19. Jahrhunderts mit wenig formellen Strukturen aber einem ausgeprägten Patronagesystem.

    Things the guys who stole my phone have texted me to try to get me to unlock it

  • 24-06-01 „Prokofiev!“

    24-06-01 „Prokofiev!“

    Ding Dong, auf manchen Schildern auch King Dong, ist nicht mehr. Anstelle des China-Imbisses zog dort dernächste Burgerladen ein. Wenn sich die Trends fortsetzen besteht die ganze Straße in 10 Jahren aus Ladengeschäften in denen abwechselnd Friseure und Burgerladen sitzen.

    Die Hauptstraße wird die Straße der wohlgenährten Friseure und der adrett zurechtgemachten Burgerbräter.

    Die afghanische Bäckerei untervermietet vier Quadratmeter an ein Reisebüro.

    Mit einer Keramikinfluencerin zusammen holte ich Griffelkunst ab

    WIr transportierten 81 Kilo Rasengitterstein, 75 Kilo Kies und 10 Meter Malervlies von Velten auf die Latifundien.

    Ich versäumte die Ahoi-Brausen-Erdnussflips zu kaufen. Dafür recherchierte ich, dass Ahoi Brause mittlerweile zu Katjes gehört. Und dann fand ich heraus, dass Katjes ursprünglich Fliegenfänger herstellte.

    Fliegenfänger sind eine Sommer-Saisonware und erforderten um 1920 Zuckersirup zur Herstellung. EIn WInterartikel, bei dem ein Unternehmen auch große Mengen Zuckersirup einsetzen kann, sind Lakritze.

    Mir träumte ich bin einem verwinkelten Schwimmbad mit riesigen Hallen. Also, enge Gänge und Labyrinthe, dann kathedralenartige Hallen für die Becken. Alles ist weiß gefliest. Ich versuche herauszubekommen wo ich bin: Möckenbeck im Bergischen Land. Ich versuche mir Notizen auf dem Handy zu machen, ohne dass es so aussieht als würde ich Schwimmende fotografiere.

    Am Kaiser-Richard-Platz hängen Plakate „Echte Männer wählen starke Frauen“ – ohne weitere Konkretisierung, welche Frauen gemeint sind. Fast daneben hängt die CDUlerin Hildegard Bentele (Berliner Spitzenkandidatin der CDU), nicht weit entfernt Katharina Barley, Agnes Strack-Zimmermann und Terry Reintke. Nur die AfD hat auf der Liste niemand, die sich als starke Frau qualifizierte.

    Branch and Bound

    Wirtschaftsinformatik fernstudieren in den 2020ern ist sehr anders als Politikwissenschaft präsenzstudieren um 2000. Ich dachte zum Beispiel, dass ich keinerlei Nachtschichten mit Abgabeschluss mehr erleben werde.

    Aber denkst: die Einsendeaufgaben Planen mit mathematischen Modellen hielten mich wach. Obwohl ich das inhaltlich mehrfach durchgegangen war, kostete mich „noch mal sauber hinschreiben und ein paar loose ends festzurren“ fünf Stunden nach der Feierabendheimkunft.

    Langsam verstehe ich aber die sehr gute Klausurstatistik in dem Modul – wer da die zwingend notwendigen Einsendearbeiten gemacht und bestanden hat, hat schon mal einen größeren Teil der Lernarbeit hinter sich.

    Jetzt warten auf das Ergebnis.

    Zur Entspannung lese ich die wissenschaftliche Methoden der Informatik. Das ist ausnahmsweise mal wirklich chillig, endlich mal ein Kurs bei dem mir das schon bestandene Studium weiterhilft. Außerdem mag ich Einheiten, die xkcd zitieren und am Rande korrekt wiedergeben können wie Wikipedia funktioniert.

    Musicbox

    Manchmal muss Madame Frankfurter Zeitungen lesen, um von Veranstaltungen in Berlin zu erfahren. Aus der FAS erfuhr sie vom Berliner Klavierfestival. Eine Woche im Konzerthaus wunderbare Solokonzerte. Am Donnerstag spielte Marc-André Hamelin

    • Maria Szymanowska – Polonaise f-Moll
    • Maria Szymanowska – Etüde Nr. 15 C- Dur
    • Franz Schubert – Impromptu für Klavier Es-Dur op. 90 Nr. 2 D 899
    • Robert Schumann – „Waldszenen“ op. 82
    • Maurice Ravel – „Gaspard de la nuit“ – Trois poèmes pour piano d’après Aloysius Bertrand

    Sei es, weil mein letztes Klavierkonzert in einem Park in Warschau stattfand, sei es, weil ich wusste, dass Szymanowska Polin war, sei es weil eine Polonaise ein beschwingter Tanz ist, sofort fühlte ich mich schwebend im Park am See, an den Ufern blühende Sträucher, glücklichen Menschen, die Bänder schwingen. So blieb es auch den Schubert hindurch. Ein Mann, ein Klavier, eine stetige Leichtigkeit.

    Nach der Pause Schumann – wir fanden nicht recht zusammen. Und dann Ravel: Wo Szymanowska und Schubert schwebten, war das eine schwerelose Achterbahn mit dem einen oder anderen Looping. Meine Güte.

    Dann Zusage. Hamelin sagte sein erstes Wort des Abends „Prokoviev“ und spielte. Später forderte jemand im Publikum „Hamelin!“; dann wurde er gar wortreich, sagte „That’s right.“, sein Stück war erst für weitere Zugaben geplant, aber spielt er es jetzt.

    Nebenbemerkung: Wie anders das Publikum als in Philharmonie und Oper. Mittelälter – die Fraktionen Ü70 und U30 waren fast nicht vertreten. Mehr im gehobenen Bürodress, weniger Kostümierung, weniger „ich habe so unfassbar viel Geld, dass ich noch nie arbeiten musste“ und auch nerdiger, konzentrierter. Selten erlebte ich in Berlin so diszipliniertes ein Publikum, das so bei der Sache war.

    Leerer Flügek auf der Bühne des Konzerthauses

    Hackgraupen

    Mehr Rezepte sollten Graupen enthalten.

    Mehr Rezepte sollten den Satz enthalten: Jetzt erstmal Füße hoch und Pause.

  • 24-05-23 Gestreckter Rückwärtssalto

    24-05-23 Gestreckter Rückwärtssalto

    Gestern war Tag des Schwimmmeisters.

    Wir recherchierten Hotels. Ich fand eine Besprechung:

    24h Restaurant, Wechselstube, Apotheke, Tabakladen, Zahnarzt, Zoogeschäft, Bordell, Supermarkt und eine dem ehemaligen Stadttor nachempfundene Tankstelle … bei diesem Hotel bleiben keine Wünsche offen.

    Ich bin gebucht, Zoogeschäft und Tankstelle im historischen Stadttordesign; mehr als ich je von einem Hotel erwartet hätte.

    Der neu eröffnete M&M-Spätkauf ist jetzt DHL-Filiale. Ich hoffe Dein Späti bleibt es auch. So eine große Berliner Straße wird doch wohl zwei Späti-DHLs innerhalb eines Blocks verkraften.

    Saisonkabinenbesuch Nr. 3 im Insulaner. Damit 26,67€ / Besuch.

    Kaum verstehe ich, warum Menschen ihre Schwimmbadzeit damit verbringen, sich erst in Schlangen zu stellen und dann Treppen zu steigen. Aber ich erfreue mich, wenn sie am Ende ihrer Aktionen einen nahezu formvollendeten gestreckten Rückwärtssalto vom 3-Meter-Brett hinbekommen.

    Freiheit, Liebe, Liste

    In Polen hingen nur wenige Europawahlplakate. Überraschend: die Plakate, die wir sahen, waren nahezu identisch gestaltet, unabhängig von der Partei: Grau-weißer Hintergrund, ein großes Bild eines älteren weißen Mannes und dessen Name, dazu ein Slogan, der Partei/Bündnisname und etwas Kontrastfarbe je nach Partei.

    Die Plakate sahen so uniform aus, dass ich fast eine behördliche Vorgabe vermute.

    (Okay, dass die Person auf dem Plakat ein älterer weißer Mann ist, hat vermutlich mehr mit polnischer Gesellschaft zu tun als mit direkten Vorgaben.)

    Zurück in Berlin passiere ich auf dem Arbeitsweg kurz hintereinander zwei FDP-Plakate Wirtschaft liebt Freiheit so wie Du. und Migration steuern. Das provoziert zwei Fragen:

    • Lieben Migrantinnen und Migranten keine Freiheit?
    • Ist Freiheitsliebe vielleicht nicht das einzige Entscheidungskriterium?

    Hey, Mackarela

    Nachzutragen von Stettin bleibt der wunderbare Bagel-Laden Bajgle Krola Jana direkt in der Altstadt. Sei es, weil er uns inmitten heftiger Gewitterschauer Obdach bot; sei es weil er alberne Namen für die Bagel hatte, die dennoch Sinn ergaben („The Full Monty“, „Ave Cesar“, „Hey, Mackarela“..); sei es, weil Madame die ganze Woche über vom Hey, Mackarela schwärmte.

    R87508

    In Rzepin im Powiat Słubicki, Woiwodschaft Lebus wohnen 6600 Einwohner. Dort stehen zwei Innenstadthotels. Die Stadt beherbergt einen Bahnhof mit etwa 40 Güter- und 8 Personengleisen. Dort leben 100.000 Mücken.

    In Rzepin treffen sich die beiden Bahnstrecken Stettin<->Breslau und Berlin<->Warschau. Dort befindet sich der letzte polnische Bahnhof vor der deutschen Grenze.

    Da die Strecke Berlin<->Stettin seit Jahren durch eine Baustelle gesperrt ist, fuhren wir von Stettin mit Polregio R87508 nach Rzepin und dann im EC40 weiter nach Berlin.

    Der DB-Zugbegleiter zweifelt: Da sind sie ja einen riesigen Umweg gefahren!

    Wir: Wie sonst? Baustelle! Was hätten Sie gemacht?

    Zugbegleiter: Da gibt es doch diese Busse, diese Flixbusse..

    Dabei war unsere Fahrt mit Polregio sehr schön. 24 Halts in zwei Stunden, wir sahen entzückende Orte, entzückende Landschaften und mehr als einen einsamen Bahnsteig im Weizenfeld. In Chojna steht ein Bahnhofsgebäude mit toller Typographie.

    Als wir wieder im „großen“ Zug saßen, fiel positiv auf: der deutsche Zugchef im EC hat sich nicht nur auf deutsch und englisch betätigt, sondern sogar sich auch auf polnisch bemüht.

    Neben uns; Gesprächseröffnungen from hell.

    Deutscher Mann, Typ Julian Assange, versucht mit junger Ukrainerin ins Gespräch zu kommen. Sie hat schon erklärt, dass sie eine Freundin besucht und das erste mal in Deutschland ist. Er, 15 Minuten nach Grenzüberquerung, während sie sich die ganze Zeit gegenübersaßen „How do you like Germany so far?“

    Statue eines Bahnarbeiters, im Hintergrund die Oder und ein fliegender Vogel mit gespreizten Federn.

    Beweislast, Betrug, Beweisumkehr, Unschuldsvermutung

    Herr Rau zum Thema Hausaufgaben und Alleinaufgaben. Ich bin aus dem Thema ja schon länger raus und gehörte eh zur nur wenig von Hausaufgaben betroffenen Fraktion „schnell & faul“, kann das interessiert als Außenstehender lesen: Alleinaufgaben statt Hausaufgaben

    Am Rhein beim Postwestfalen. That’s the spirit!:

    anzumerken ist, dass ich relativ plötzlich in ein Projekt mit hoher Management Attention und sportlicher Zeitplanung involviert bin; ich nehme an, in nicht allzu ferner Zukunft, jedenfalls lange vor meinem Ruhestand, wird sich niemand mehr dafür interessieren. Wie auch immer – ich werde mein Möglichstes dazu beitragen, auf dass ein mögliches Scheitern nicht mir anzulasten ist.

  • 24-05-05 Das RBB-Besamungsteam – mehr als ein Job

    24-05-05 Das RBB-Besamungsteam – mehr als ein Job

    Jede nachträglich angebrachte Polsterung unter einer Schranke erzählt eine Geschichte.

    In West-Berlin brennt eine Fabrik. die über zwei Ecken mit einer Luftabwehrherstellungs-Fabrik zusammenhängt. Die russischen Medien feiern. In Dresden werden rot-grüne Plakataufhänger schwer verletzt zusammengeschlagen.

    In Kremmen fordert ein Poster: Krieg und Klimawandel – Verhandeln statt Waffen!

    Im Oberhavelland hängen Plakate verschiedener Freier Wählergruppen, von Volt, der AfD, der Linken, der CDU, der SPD und der Piraten.

    Nur die Grünen-Plakate hängen nicht. Mehr.

    Madame testete die Diretissima von der Hafenstadt zum Prellbock. Neben dem Prellbock wird sie imitiert.

    Sie fragte sich, ob die Annette aus Annette ein Heldinnenepos als A-nét-te ausgesprochen wird oder Á-nett. Bei einem Epos mit Versmaß macht das Unterschiede.

    In Berlin spendierte uns der Slow Cooker eine samtige Tomatensuppe. Vielen Dank für das Rezept!

    Professor Transformation stand mit seinem Köfferchen im Bayerischen Viertel.

    Den Abend verbrachten wir mit Professor Transformation und seinem Geschenkwein auf der Terrasse, betrachteten Sommerdreieck und Großen Wagen. Den Soundtrack lieferte eine Nachtigall. Der Professor stellte dank seiner App fest, dass über uns das Flugzeug Rom->Peking flog.

    Gespräche über Wikip/media und deren notwendige Transformation.

    Gespräche über gescheiterte Diskussionen. „Es muss auf Augenhöhe stattfinden. Aber dafür müsste die Partei, die etwas will, auf einen Stuhl steigen.“

    Darauf ein Cujamara Split

    Freubad

    Das Insulanerbad hat offen. Und es ist noch viel schöner als letztes Jahr. Kleine Umbauten an den Außenanlagen haben der Anlage aufgeholfen.

    In vielen Bädern staune ich, wie sehr sich die Persönlichkeit der Badleitung im Bad niederschlägt. Naja, und die Leitung vom Insulaner ist einfach eine coole Socke. Schön, dass es auch im Bad so deutlich wird.

    Dank BVG-Verspätung rutschten wir knapp vor Kassenschluss ins Bad. Kassenkraft et moi erkannten uns gleich wieder. Ein Schritt hinter das Drehkreuz und sofort war der Park da, der Blick auf das Shakespeare-Theater, die übliche Mischung aus Stammschwimmern und Familien und es war ein wenig wie nach Hause kommen.

    Die Saison ist noch jung. Ob Fachangestellte und Rettungsschwimmer*innen auch im August noch so viel Enthusiasmus und Wir-schließen-jetzt-sie-müssen-gehen Cheoreographie aufbringen?

    Und erst das Schwimmen, hach, the Freubadsaison is back. Einzige Aufgabe: den Code von Madames Zahlenschloss rekonstruieren.

    Hufnagel singt Johnny Cash

    Die kleinste europäische Schafrasse heißt gar nicht Croissant sondern Quessant.

    Die kleinst originär deutsche Schafrasse – die Skudde – ist inzwischen die dominierende Schafrasse in Brandenburg. WIr waren im MAFZ Paaren/Glien und bildeten uns weiter. Denn es war Brala – die Brandenburger Landwirtschaftsausstellung.

    Diese liegt netterweise nahe der Latifundien. Dass wir es schafften nach Jahren der Abwesenheit wieder dorthin zu gelangen, spricht für eine Normalisierung und Alltagisierung zumindest unseres Lebens in letzter Zeit.

    Es gab die übliche spannend-kuriose Mischung aus Volksfest und Fachveranstaltung. Das „Sperma-Sonderangebot“ für Rinderzüchter stand neben Hüpfburgen und Gartenmöbelverkauf.

    Die zahlreichen Anbieter von „wir stellen Solarparks auf ihr Land“ standen neben Wildfleischdirektvermarktern und der den Softeis-Verschenkern vom Jagdverband. Irgendwo zwischen Fachveranstaltung und Familienfest siedelten sich die Hühner- und Kaninchenzüchter*innen an. Auf zwei Bühnen trat alles auf von der Country-Coverband Hufnagel bis zu den Funkenmariechen des Nauener Karnevals Clubs.

    Mein Favorit: der Geschwindkeitswettbewerb im Einsammeln und Neuaufstellen eines elektrischen Weidezauns für Schafe (mit Doppellitze!). Wir sahen, wenn man nicht aufpasst, kann man sich schnell im Zaun verheddern und ist für immer gefangen.

    Eigentlicher Kern der Veranstaltungen sind aber die Zuchtschauen. Rinder- Pferde- Schaf- und Schweinezüchter*innen präsentieren ihre besten Tiere. Das Landwirtschaftsministerium, Verbände und der Landkreis verteilen Goldmedaillen und Ehrenpreise. Tiere und Züchter*innen werden durch den großen Ring geführt und vorgestellt.

    Mann führt Charolais-Bullen

    Bei den ganz kleinen Jungzüchtern der Altersklasse U6 kann es auch mal vorkommen, dass das Kalb den Jungzüchtern durch den Ring führt und nicht umgekehrt.

    Schön für uns: Wir lernen sehr viel über aktuelle Landwirtschaft und die dort verwendeten Tiere und Rassen.

    Positive Nebenentdeckung: Gar kein offensichtliches Faschismus-Tattoo oder T-Shirt; für „Das ländliche Brandenburg trifft sich“ hätte ich Schlimmeres erwartet.

    2CV

    Professor Transformation erzählt von KI während ich mich gerade mit der „Verfahrensanweisung Passwort“ beschäftige. In der Wikipedia lernte ich aktuellen Empfehlungen:

    Die Länge eines Passworts sollte nach oben hin nicht begrenzt sein, soweit aus Nutzersicht sinnvoll. Es sollte also möglich sein, Passwörter mit 1000 Zeichen zu verwenden. Extrem lange Passwörter mit über einer Million Zeichen dürfen jedoch abgelehnt werden.

    Texaner zersteiten sich über das German Heritage Festival in Muenster, Texas: A Battle Over Beer Split a Texas Town’s Biggest Party

    Kellerkind meetet in Potsdam.

    Christa Chorherr erzählt von ihren alten Autos, insbesondere den 2CVs (aka Ente).

    Eva Farniente wurde durch das alte Frankfurter Polizeipräsidium geführt. Ich bin wahnsinnig neidisch, aber danke vielmals für den Bereicht.

    Nächstes Wochenende beginnt die Potsdamer Footballsaison und die Orangen fahren aus. Wünsche viel Glück, bin aber auf der anderen Seite von Berlin verplant. Bereits ausgefahren ist ein oranger Stuhl.

    Am 14. September ist Dackelrennen in Bärenklau.

  • 24-05-02 Obstbaumwegblick

    24-05-02 Obstbaumwegblick

    Es war der Nachmittag vor dem Feiertag. Die wahren Herr*innen der Tiefgarage, die Tauben, standen schon bereit, um wieder die Herrschaft über den Raum zu ergreifen.

    Madame buchte eine Zugfahrkarte nach Pasewalk.

    Stettin besitzt, ähnlich wie Hannover, einen durchgezogenen aufgemalten Roten Faden durch die Stadt, an dem sich alle Sehenswürdigkeiten befinden.

    Der McDonalds am Autohof Oberkrämer hat eröffnet.

    Der Haupt-Lidl schließt um 22 Uhr. Es gibt keinen Grund, sich zu beeilen, um noch um 20:50h dort zu sein.

    Aus informierter Quelle erfuhr ich: Die jungen Herren, die wundersamerweise in den fetten Karren durch Berlin cruisen, folgen dem Motto Sharing is Caring. Wenn man eine 1000 Euro-Mercedes-AMG-Leasingrate durch acht Personen teilt, kommen bezahlbare Summen heraus. Ein Glück dem, der das Auto nicht zum Transport benötigt.

    Der Wikiphotographer traf DEVO auf dem Sundance Film Festival.

    Madame las Annette, ein Heldinnenepos und war sehr begeistert.

    Dienstag noch geträumt, heute schon Realität. Ich nahm (stummgeschaltet) an einer Videokonferenz teil, Headset an einem Ohr, während ich auf dem anderen Ohr mit dem Handy telefonierte. Soll jetzt aber keine Gewohnheit werden.

    Da dieses Jahr alles vier Wochen zu früh ist, beginnt auch mein Pseudoheuschnupfen Ende April. Noch weigere ich mich, diese Realität anzuerkennen.

    Es war die Nachtigall und nicht die Krickente

    Ankunft in der Mittelmark Dienstag Abend: wir hören eine Nachtigall und die Autobahn. Madame und ich zücken je verschiedene Vogelbestimmungsapps. Die bieten Saatkrähe, Waldkauz, Krickente oder Uhu. Keine Nachtigall.

    Am Feiertag flog eine Drohne über das Grundstück und filmte über den Südsee. Labten sich dort Brandgänse? Eine Fotofalle nahm vielleicht einen Waschbären auf. Vielleicht war es auch ein Löwe.

    Der FDGO-Biker klagte über den Wind, schien sich aber sonst zu amüsieren. Gerne stellt er Menschen die Frage, ob sie richtig sind.

    Der Floratempel bekam weitere Balken. Wir können den Blick durch die späteren Rosen antizipieren: Genau auf und entlang des Obstbaumwegs. Als wir diesen anlegten, existierte noch kein Gedanke an die Lauzebo – aber der Blick ist apart.

    In der Abelie entdeckten wir einen Klimawandelmigrant: der Trauer-Rosenkäfer – laut unserem Bestimmungsbuch noch mediterran und selten in Süddeutschland, laut diverse Websites inzwischen deutschlandweit verbreitet.

    Faszinierend: die Abelie riecht sehr schön. Aber in einer Intensität, die selbst für Menschen in einem halben Meter Abstand die Assoziation „Opiumhöhle“ entstehen lässt. Wie sieht das für einen Käfer aus, der quasi in den Blüten sitzt, die auch halb so groß sind wie er selber?

    Kann er nichts riechen? Oder lebt er in einem Dauer-High auf das Elon Musk neidisch wäre?

    Rosen-Träuerkäfer in Abelie.

    Ursula und?

    Kurzes politisches Quiz für zwischendurch: Wer sind die deutschen Spitzenkandidaten der Europawahl?

    • der CDU
    • der CSU
    • der SPD
    • der Grünen
    • der FDP
    • der AfD
    • der Linken
    • von Volt

    (Auflösung)

    Black Forest, der Nationalkuchen Trinidads

    Schon lange war ich stolz auf mein Nischenwissen, dass die Schwarzwälder Kirschtorte in Pakistan als Nationalkuchen gilt. Was ich aber lernte: nicht nur in Pakistan. Trinidados schwören, dass „Black Forest Cake“ mit Rum IHR Nationalkuchen ist. Anscheinend ist das halbe britische Empire der Meinung. Nur in Deutschland ist die Torte aus der Mode: How Did Black Forest Cake Become the World’s Favorite Dessert? -Dessert lovers from Chile to Pakistan to Fiji claim it as a national treat. How did it get there from the woods of Germany?

    Flachbauten in Baulücken. (via Buddenbohm, der via Ute Vogel)

    Von derselben Fotografin: Nachkriegswohnbau für berufstätige alleinstehende Frauen

    Die Zeit chillt: Die Freibadsaison hat begonnen. Berlin zum Beispiel, wo sich die Leute sonst eher anblaffen oder ignorieren, verwandelt sich darum nun kurz in eine Stadt des Lächelns.

    (Noch schöner, wenn man den bärtigen Mensch an der Kasse persönlich kennt ;-))

  • 24-04-28 Laubola Floratempel

    24-04-28 Laubola Floratempel

    Madame lernte in der Hafenstadt ein neues Wort: Vollkornsprudel. Auch bekannt als Bier.

    Auch in der Hafenstadt wurde ihr Swapfiets fast geklaut. Das Kettenschloss wurde entfernt. Das andere Schloss zeigte Einbruchsversuchsspuren. Das Bike war zerkratzt. Dabei gelernt: die Serviceangebote von Swapfiets gehen weiterhin zurück. Wir hoffen, dass sie durchhalten. Immerhin hat Madame jetzt ein instantrepariertes Fahrrad.

    Madame durchleidet Vandalismuswoche. Im Stadtbad Lankwitz war ein ebenso rammender wie pöbelnder Rückenschwimmer unterwegs. Immerhin verhielt sich das Personal vorbildlich. Das will ich ihnen auch geraten haben.

    Kaputt hingegen ist Madames Fahrrad auf den Latifundien. Das hat eventuell etwas mit meinen Reparaturversuchen zu tun. Es gibt Tage, an denen sollte man die Arme hochnehmen und gar nicht erst versuchen, etwas Sinnvolles zu unternehmen. Fast wäre mir das am Samstag gelungen. Aber nur fast.

    Den Rest des Tages vorsichtshalber geschlafen.

    Am Wochenende erfuhren alle Mitglieder des Haushalts, dass wir eine Geflügelschere besitzen.

    Kevin Kühnert bittet mich per E-Mail, der SPD Großplakate zur Europawahl zu spendieren. Ich darf auch in Maßen Motiv und Ort mitbestimmen.

    Für Berlin denke ich ja, die Plakate sollen von den Ministerialbeamt*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen selbst bezahlt werden.

    Aber auf dem Dorf, sei es auf den Latifundien, sei es in Dithmarschen, wäre ich neugierig, was der Spaß kosten soll. Leider ist die Website so derart nicht-Handy-geeignet als wäre 1982. Ich werde es nie erfahren.

    Wir und die Stadttauben befinden uns seit Jahren in einem Dauerkonflikt um unseren Balkon. Darüber, wer mehr Rechte hat, kann man streiten – aber immerhin nutzt eine Partei dieses Streits den Balkon nicht als Toilette.

    Dieses Frühjahr allerdings steht ein Gerüst vor dem Haus, das den Tauben zahlreiche Sitz- und Unterschlupfmöglichkeiten bietet, balkonnahe und knapp jenseits unserer Reichweite. Ich fürchte, diesen Sommer ist der Balkon für uns verloren.

    Sie sparen 3000 Euro Anschlußgebühr

    Donnerstag abend klingelte es an der Wohngstür. Bei uns klingelt es nie an der Wohnungstür. Wenn, dann sind es Nachbarn oder der Schornsteinfeger.

    Ich öffnete.

    Keine Nachbarn, kein Schornsteinfeger. Ich war genervt. Ein Duo stand auf dem Treppenabsatz, das gleichzeitig bei mir und Dr. K. geklingelt hatte. Ich war noch genervter.

    Nach zwei Sätzen hatte ich raus, dass es sich um einen Glasfaser-Verkäufer der Telekom handellte. Ich sagte „kein Interesse“ und begann die Tür zu schließen. Der Verkäufer war entrüstet. Das wirkte wenig gespielt und überraschend unprofessionell. „Sie schließen mir einfach so die Tür ins Gesicht???“ – „Ja.“

    Nun war ich einen Tick neugierig. Aber es blieb bei der Glasfaserverkaufsmasche. Ich wurde noch genervter und sagte, er solle mir das doch schriftlich in den Briefkasten werfen. Er: „Sie machen mir Angst.“

    Und so einigten wir uns, dass es besser für alle Beteiligten ist, die Tür zu schließen.

    Es war die Nachtigall und die Amsel

    Passend zum Wochenend-Frühstück hörte Madame eine Nachtigall. Wir vermuteten sie auf des Nachbarn Fichte zu sehen. Nachtigall-untypisch sang sie den Tag über und verstummte am Abend. Aber die App bestätigte Madame: Luscinia megarhynchos gemischt mit Amsel, Fitis und Zilpzalp.

    Wir fuhren auf die Latifundien, Frostschäden und Baustelle besichtigen.

    Die Einheimischen begrüßten uns mit einer Ladung Gift. Rechtzeitig zum Samstagsfrühstück verteilte ein Traktor Herbizide oder Pestizide über den gartenangrenzenden Acker. Vielleicht war es auch Dünger. Aber es roch nach Klebstoff.

    Die Birnen waren früh genug, um dem Frost zu entgehen. Als der Frost kam, war die kritische Zeit anscheinend vorüber. Sie tragen Fruchtansätze.

    Die Äpfel waren zumindest zum Teil spät genug für den Frost. Sie produzieren noch Blüten und Knospen.

    Einige Rosentriebe starben, besonders schlimm am Stacheldraht und an Graham Thomas. Die schlimmsten Schäden allerdings sind am Buchs. Sie haben nichts mit Frost zu tun, sondern gehen auf Kosten des Buchsbaumzünslers.

    Der Tag entwickelte sich zu einem Perfect Day. Gut 20 Grad, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, ein angenehmer Wind. Vom Südsee-Rest wehte Meeresgeruch hinüber, Wolken zogen über den Himmel.

    Im Südsee watschelten Enten und Gänse. Die Abelie ist aufgeblüht, selbst die zwei Blüten verbreiten ihren Duft. War der Flieder je eindrucksvoller? Der Schneeball ist kurz vor dem Aufblühen, die ersten Pfingstrosen sind soweit.

    Jegliches Insekt nutzte die Sonne, Holzbiene, Hornisse und Hummel sind schon da. Hummel und Hornisse offensichtlich im Suchflug knapp über dem Boden auf der Suche nach einem geeigneter Nesteingangsstelle. Uns besonders freute der Wollschweber, das Taubenschwänzchen des kleinen Mannes.

    Der Beginn unserer Gartenhalle steht. Meist sind wir uns einig, sie Pergola zu nennen. Manchmal auch nicht, Laube ist auch eine Möglichkeit Vielleicht Pergolaub? Ihr derzeitiger Zustand erinnert an einen griechischen Tempel. Das Parthenon des Kleingartens. Ein Floratempel.

    Blick in den Garten: Flieder, Schneeball, Wiese und gemähte Wege, im Hintergrund ein Schuppen und das erste Gerüst einer Pergola.

    Lieferdrohnen in Wusterhausen/Dosse

    In Wusterhausen/Dosse surrt die Zukunft. Lieferdrohnen sind unterwegs. Was mir in ländlichen Gebieten (lange Wege, viel Platz zum Landen) auch sinnvoller erscheint als in der Stadt,

    Offensichtlich war vor 20 Jahren etwas im Wasser. Zahlreiche Wikipedianer*innen feiern gerade 20jähriges. Der Verein Wikimedia Deutschland feiert im Juni sein 20-Jahr-Fest. Und auch bei den Blogs brechen die Jubiläen aus. So bei Chilli-Ciabatta oder bei Herrn Rau.

    Italienische Wikipedianer*innen veranstalteten The first Wikipedia editathon from Antarctica in history

    The state of the english language book market. Die Hälfte aller verlegten Bücher verkauft keine 12 Exemplare. Aus Verlagssicht ergeben nur Promi-Biographien oder The Girl with the Dragon Tattoo / Der Herr der Ringe / Tom Clancy / Die Raupe Nimmersatt überhaupt sinn. (via Kaltmamsell)