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  • 26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    Der Eichenprozessionsspinner rückt näher. Wir verfolgen den Weg der gesicherten Bäume die Straße hinunter vom Dorfzentrum Richtung unserer Wohnung. Jeden Tag rückt er einige Bäume näher. Zum Glück ist die Wohnung durch einen Schutzwall aus Linden umgeben.

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    Ich buchte zwei Tickets im Pink Soup Train. Wir werden in Kaunas einsteigen und nach Vilnius fahren. Proud to be a tourist. Leider werden an Bord nur Sandwiches serviert werden, und keine Šaltibarščiai. Aber einer der Wagen wird in Rosa leuchten.

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    Die Fernuni-Einsendeaufgaben Dienstleistungsmanagement sind bestanden. Das heißt, ich darf an der Klausur teilnehmen. Das freut mich vor allem, weil diese Aufgaben für BWL ungeahnte gedankliche Transferleistungen erforderten, und ich mir nicht sicher war, ob ich diese mit meiner Ex-und-Hopp-Aufgabenbearbeitung korrekt interpretiert hatte. Aber ich hatte.

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    Im Tippspiel änderte ich meine Strategie. Daraufhin stieg ich von Platz 26 auf 12. Meine geänderte Strategie hatte auf den Aufstieg allerdings null Auswirkung. Nicht einer meiner neu in dei Strategie aufgenommenen 3:1-Tipps brachte zusätzliche Punkte. Nur die Teams spielten jetzt mit sinvolleren Ergebnissen. Meine schon immer gegebenen 1:0-Tipps brachten plötzlich Punkte. Soviel zum Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation, soviel zum Glücksspiel-Element solcher Spiele.

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    Es war ein gemeinschaftliches Ende der Woche in heiß.

    Lasst uns über VLANs reden

    Am Südkreuz fuhr ein Bus nach Triest. Kurz stellte ich mir vor, dass ich ein Mensch sein könnte, der jetzt einsteigt und 10 Stunden später kurz eine SMS an die relevanten Stellen schickt: „Sorry, bin grad in den Alpen. Es geht mir gut. Macht euch keine Sorgen.“ Kurz betrachtete ich den Bus, dann lief ich zurück in die Südkreuz Offices,

    Ich bin der Mensch, der ein Meeting absagt mit der Begründung „Sorry, muss auch mal was arbeiten.“ Wobei sich die Intensität der Arbeit zu Ende der Woche auch legte. Aber da pfiff wie ich bereits aus dem letzten Loch wie ein aufblasbarer Pool-Flamingo mit, nun ja, Loch.

    Das Wetter half nicht. Aber wir haben ja einen Serverraum, indem ich die Funktionsfähigkeit der Klimaanlage testen kann.

    Morgens: Handy aus der Hand gefallen, weil ich auf dem Weg zum Frühstück einschlief, nachmittags: Buch aus der Hand gefallen, als ich noch kurz auf dem Sofa in Fische und Drachen weiter lesen wollte. Bei der Arbeit: Wach geblieben.

    Mittags hatten wir zwei aufschlussreiche Besuche im Quartier Bistronomie: für einen Mittagstisch zu teuer für den öffentlichen Dienst, aber für Apfelschorle und Cola gerade richtig.

    Auf den Wegen zwischen Wohnungsbüro, Bürobüro und Bistronomie passierte ich Aufkleber. Einen davon möchte ich hier als Diskussionsanregung hinterlassen:

    Ampelpfahl mit lila Aufkleber "FCK AFD". Dahinter eine Kreuzung,

    Kaffee im Schwimmbad

    Madame telefonierte letztens gar nicht auf alemannisch. Sie nahm an einer zweisprachigen alemannisch/schriftdeutschen Telefonkonferenz teil, dabei jeweils zwischen alemannisch und schriftdeutsch wechselnd.

    Jetzt gab es keine Telefonkonferenzen mehr. Die Reisegruppe Südbaden war eingetroffen. Nachdem wir die Bahn-Abenteuer innerlich überwunden hatten, konnten wir uns herzlich in Familie begeben.

    Wie es sich für Badener gehört, fanden die Erörterungen bei ausführlichen Mahlzeiten statt. Die Nähe Frankreichs färbt.

    Am Donnerstag, dem Tag des Zahnarztabenteuers und des Niemand-ist-nach-den-letzten-Tagen-mehr-in-der-Lage-die-Wohnung-zu-verlassen besorgten Madame und Madame-Madame im ukrainischen Fischparadies Räucherfisch, Forellenkaviar und eingelegte Tomaten. Madame wärmte die Gibanica auf, fertigte den solidarischem Salat. Wir aßen mit Blick auf das Ringeltaubennest.

    Am Freitag, nach Strickcafé und Fahrradbefriedung trafen wir in der Heidelbeere bei Schnitzel aller Art und Kutterscholle. Jedes Schnitzel hat dort eine andere Beilage, es gab „Bratkartoffel“ (Wiener Art) und „Spätzle“ (Jäger-Art).

    Am Samstag hatte das Wochenende in den märkischen Hamptons geführt bei Grillburgern aus Rinderlust-Mett und gemüslichem Mangold und Brokkoli.

    Ich war durchgehend behost und erlangte trotzdem zwei Mückenstiche am Oberschenkel

    Wir entflohen der Berliner Stadthitze in die Landhitze der Latifundien. Die 21-Uhr-Autobahntunnel-Sperrung verschaffte uns einen stadtentdeckerisch wertvollen Umwege durch die besten Industriegebiete Reinckendorfs, bevor wir ankamen.

    Auf der Terrasse im Dunkeln war es erträglich. Der Bungalow allerdings hatte ausreichend Zeit gehabt, um eine veritable Hitzeglocke in seinem Inneren zu entwickeln. Also tranken wir außen Rotwein vom Lausitzer Tagebau, rissen Türen und Fenster auf und krabbelten zu den hitzenpropfenöffnenden Schlafbodenfenstern, um diese zu öffnen. Wie das Wasser schwerkraftgetrieben nach unten abfließen möchte, möchte die heiße Luft schwerkraftgetrieben-in-Rückwärts nach oben abfließen.

    Siesta ist wie den Tag mit Käse überbacken. Nur ohne Backen, hoffentlich.

    Falls ich je daran dachte, dass meine Berufung wäre, Gärtner in Botanischen Garten oder im Leipziger Gondwanaland zu werden: Nein. Das Gute am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass die Sonne nie direkt knallte. Das Schlechte am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass wir permanent durch 30-Grad-Nebel waberten.

    Gartenarbeit bei diesem Wetter muss mensch schon wirklich wollen. Ich wollte nicht. Trotzdem waren die Wege am Ende irgendwie nachgemäht und das Schattiernetz war an der Pergola festgenäht. Madame wurde in der Nähe gesichtet.

    Von unten breiten sich die Katzenminzen in der Pergola aus. Das verschafft uns eine Insekten-Beobachtungs-Station vom Gartenstuhl – Wildbienen und Schwebfliegen lieben Katzenminzen! – und sorgt für athmosphärisches Hintergrundbrummen. Wie Vuvuzelas, nur in angenehm.

    Der große dunkle Schmetterling entzog sich unserer Beobachtung, auf der Suche fanden wir nur Schornsteinfeger.

    Während die Großrosen beweisen wollen, dass dies das üppigste Rosenjahr aller Zeiten ist, sind die kleinen Großrosen noch halb zugewachsen. Aber auch sie blühen: Die Alten Rosen Alba semiplena, Madame Hardy blühen wie noch nie. Gallica versicolor ist ein Traum in Rot-Weiss-gestreift. Die KLetterrosen an der Pergola, die noch nicht klettern, sondern gerade einmal die Köpfchen nach oben strecken, blühen wie noch nie: Rosengarten Zweibrücken und auch Sourire d’Orchidee – wir entdecken vollkommen neue Blüten.

    Links

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    Falls ich je bergsteige dann nur in diesem Outfit. (#1)

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    A Collection of Rare Photos of Men in the 1800s in Intimate Embraces (#5)

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    Herr Rau erzählt Das Märchen vom Zauberfaden

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    Thematisch anschlufähig: Klar kann die KI übersetzen! und Was die KI mit Reliquien zu tun hat

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    Die einen sagen dann auch noch, man solle die Sonnenbrille absetzen, wenn man irgendwo rein geht, also ich muss doch echt sagen, es sind der Zumutungen schon genug im Sommer, auch ohne 30x am Tag die Brille zu wechseln. Sowieso, warum soll man jetzt seine Augen zeigen, anderes aber wieder nicht, niemand soll sich die Hose ausziehen beim Betreten einer Kaffeebar, irgendwo verläuft da eine Grenze und ich weiß, Konventionen, aber was ich nur sagen will: das ist nicht naturgegeben, das ist erfunden und ich werde mich nicht wegen einer erfundenen Konvention noch mehr quälen als sowieso schon. Zum Glück trage ich gerne Hosen.

  • 25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    Das Katzenstreuwrack parkte um. Es steht jetzt nicht mehr direkt unter dem Halteverbotsschild im Hinterhof. Das Wrack trägt jetzt ein Schild mit Sperrmüll-Hinweis. Der desolate Audi verschwand ganz. Die IKEA-Karton-Belagerung des Papiercontainers dauert weiter an.

    In einer anderen Angelegenheit besiegte TL VM erfolgreich IKEA.

    Bei Gemüslis steht das große Kimchi-Making an. Dort in der Prignitz spüren sie die Jahreszeiten noch mehr als hier: Es friert wie Bolle, der Herbst blinkt gülden, die Pilze ploppen seit Wochen aus dem Boden und wir stehen mittendrin. Im Hintergrund rauscht konstant der Dörrofen, die Pferde schmeißen sich in ihr Winterkleid. Nachts klirrt die Luft beinahe und es dunkelt so früh, dass unser Schlaf regelmäßig um einige Stunden bereichert wird.

    Dunkel und kalt war es auch in den märkischen Hamptons. Aber wir konnten Radio hören. Im Deutschlandfunk-Gottesdienst lief der Wolf-Biermann-Klassiker Ermutigung:

    Du, lass dich nicht erschrecken
    In dieser Schreckenszeit
    Das woll’n sie doch bezwecken
    Dass wir die Waffen strecken
    Schon vor dem großen Streit

    Sofort muss ich an die No-Kings-Demos in den USA denken.

    Später dann ein Interview mit Julia Klöckner. Während ich gerade denke „Mein Gott, ist die doof“, erwähnt der Moderator „Sie sind Person Nr. 2 im Staat nach dem Bundespräsidenten“.

    Es war ein latifundaler Sonntag und ein arbeitsreicher Montag.

    Arbeit: Spontan sagten wir ein geplantes Zweistundenmeeting ab und wussten danach immer noch nicht wo uns der Kopf steht. Immerhin ist Großprojekt 1 langsam in dem Stadium in dem wir Reste zusammenkehren und die letzten Säumigen aufspüren, Großprojekt 2 feierte Richtfest.

    Es begann mit meiner Frage „Was machen wir eigentlich, wenn.. ?“ Dann folgten zehn Monate der Überlegungen, Konzeptionierungen, Diskussionen, Pretest, Tests, internen Verwerfungen, Tests warum die Tests nicht klappten, Gremienslalom, Produktivtests, Betreuung der Produktivtester*innen, Videoclipproduktion und Montag um 17:30h drückte die karibische Schweizerin auf den Startknopf. Darauf ein Mineralwasser mit extra viel Sprudel.

    Endlich wieder frieren

    Ich nahm meine Jahreslektüre wieder auf, Aleks Scholz Badetagebuch, in dem er seine Badeausflüge in die schottische Nordsee schildert. Der Oktober war wildbewegt, emotional, im Wasser und in der Luft. Das Geheimnis im bewegten Meer ist es, keinen festen Punkt anzusteuern sondern eine bestimmte Richtung zu verfolgen. Der Oktober lässt sich in zwei Sätzen charakterisieren. „Der Zweitbeste Monat zum Schwimmen“ und „Endlich wieder frieren.“

    Gefroren haben wir auch, ganz ohne Wasser. Es reichte, über Nacht nicht zu heizen und am Morgen den Reifüberzug über dem Garten zu sehen. Das bibbernde Aufstehen war belohnt durch einen traumhaften Anblick aus der Terrassentür.

    (Etwas weiter nördlich campte die karibische Schweizerin an der Ostsee. On the bad side: Nicht wieder. On the good side, sie weiß dies noch nicht zu würdigen, wer ohne Heizung bei Minus 2 Grad schläft, hat für Jahrzehnte etwas zum Erzählen.)

    Die Cosmeen waren über Nacht vom Frost gekocht worden. Alle anderen Pflanzen hatten die Temperaturen tadellos überstanden. Die Astern schwelgen in Farben, die eine Hälfte der Rosen schwelgt in Hagebutten, die anderen bringt immer noch Knospen hervor. Ein einsames Tagpfauenauge zog den Tag über den Kreise niedrig über dem Garten.

    Höher zogen Kraniche, Gänse und Enten.

    Groß-O, klein-o und Omega

    Da die Woche zu voll war und es draußen ja kalt war, und wir den Ofen zum Brennen gebracht hatten, gab es viele gute Gründe den Bungalow nicht zu verlassen.

    Außerdem hatte ich so einen guten Grund, mich weiter in die Datenstrukturen und Algorithmen zu vertiefen. Eine zweite Runde Big-O, klein-o, Omega und andere Komplexitätsverfahren. Groß-O gibt an wie lange ein spezifischer Algorithmus im schlechtesten Fall braucht (größergleich), klein-o ist fast dasselbe, aber nur größer, kein größergleich. Omega gibt an, wieviel Zeit ein bestimmtes Problem mindestens zu seiner Lösung benötigt (kleinergleich). Ziel ist es natürlich, dass die Zeit die ein spezischer Algorithmus braucht, nicht größer ist als die Mindestzeit, die zur abstrakten Problemlösung erforderlich ist. Dann ist der Algorithmus optimal.

    Die ersten Anwendern folgten, Vieles zu Zeigern und Werten unter besonderem Bezuf auf Java.

    Bei den ganzen Os musste ich mal wieder nur Formeln aufschreiben, ein bißchen daran rummalen, und plötzlich machte es Pling! So war das also gemeint. Für das (Informatik-)leben gelernt. Das trug zu meiner Modulentspannung bei. Auch zu meiner Entspannung bei trug die Sichtung der weiteren Modulteile.

    Nach dem wirklichen steilen Lernanstieg des Kursteil 1 scheint die Lernkurve danach abzuflachen. Nachdem Teil 1 quasi einen Crashkurs in Formalen und Methodik bringt, geht es in den weiteren Teilen vor allem darum, diese in verschiedenen Szenarien anzuwenden. Das ist weiterhin nicht ohne – aber natürlich versteht sich eine Methodik besser wenn man diese in verschiedenen Varianten anwendet als wenn mensch andauernd neue Methodik lernt.

    Nach dem Os und den Zeigen folgen jetzt Listen und ihre Sonderformen namens Stack und Queue.

    Ja, Zucker auch

    Manchmal ist unser Team gar nicht nerdig, manchmal schon. Bei der kompletten Ignorierung von Geburts- und Jahrestagen beispielsweise. Über Jahre wurden diese komplett ignoriert – jetzt stehen sie immerhin im Kalender und das Geburtstagskind kann mit Glück hoffen, vom halben Team einen halben Glückwunsch einzusammeln. Feiern können wir.

    Mir offenbart dies aber die Möglichkeit: Wenn ich Kuchen machen will, kann ich, wenn ich nicht, kann ich das Thema auch ignorieren. Und im Zweifel kann ich mich mit dem Kuchen auch drei Wochen verspäten und es wird immer noch ein Event.

    Ich hatte Lust. Zumal es um Sachertorte ging, bei der das Rezept im Wesentlichen daraus besteht, Schokolade zu schmelzen und dann Butter in der warmen Schokolade aufzulösen. Das ist ästhetisch ebenso erfreulich wie im Nachhinein schmackhaft.

    Ich löste also Schokoladenbutter auf, schlug Eiweiß und -Gelb, buk, löste mehr Schokoladenbutter auf und verstrich.

    Warum machen wir das nicht öfter?

    Guns und Embroidery

    The fuq: Ohio man charged after brandishing gun at New York City Wikipedia conference

    Der Zenbrowser ignoriert ein Usabilitygesetz und ist deswegen (für einige) unbenutzbar

    Meine Rede seit 1988 als ich anfing über meinen Privatfernsehkonsum zu reflektieren – nur kurz unterbrochen von den frühen Jahren des Internets, das aus technischen Gründen textlastig war: Da aber immer weniger vorgelesen und gelesen und immer mehr gescrollt und gewischt wird, steuern wir schnurgerade auf ein Zeitalter des Illiteratismus zu, in dem Lesekompetenzen so gering sind, dass zwar wenige kurze Sätze gelesen werden können, , längere Texte aber nicht mehr: 1000 Worte sagen mehr als ein Bild

    Herr Mess schimpft über ein Office-Update und – gerade angesichts der erwähnten Großprojekte oben – denke ich natürlich sofort „wie hättest Du das gemacht?“ – Antwort: Auf jeden Fall in Wellen, niemals alle gleichzeitig.

    Durch’s Kinoprogramm gescrollt, was mit Jane Austen gelesen, beschlossen, dass ich mir das bei Gelegenheit näher anschauen muss. Und schon kam die Gelegenheit ganz von selbst in den RSS-Reader: Jane Austen und das Chaos in meinem Leben

    Messy Nessy im Stick-Kosmos: 13 Things I Found on the Internet Today fast nur zum Thema Embroidery.

  • 24-09-24 In Brandenburg auf der Terrasse sitzen, lauschend der Brandenburg-Wahlberichterstattung im Radio, dabei wissend, selber nicht wahlberechtigt zu sein

    24-09-24 In Brandenburg auf der Terrasse sitzen, lauschend der Brandenburg-Wahlberichterstattung im Radio, dabei wissend, selber nicht wahlberechtigt zu sein

    Am Samstag war Oberhavel-Pride in Oranienburg. Da wir zeitgleich Demokratie im Dauergartenformat lebten, mussten wir leider verzichten.

    Dreh dich nicht um. Corona geht rum.

    Madame fuhr ins Vorgebirge (Rheinland) und stellte fest, dass es auf-und-ab geht. Nach der Ankunft fühlte sie sich an Fitness California erinnert.

    Morgens bei 10 Grad am Fahrrad stehen. Ganz kurz denken „Handschuhe?“, dann „Never! Niemals vor November!“

    Die Duden-Schänke ist ausgeräumt.

    Auch hier im Haushalt laufen anscheinend die Tage der bröselnden Infrastruktur. Nachdem mein Handy-Akku sich in zwei Sekunden von 75% auf 0% verabschiedete, denke ich über einen allgemeinen Abschied nach. Rückseite zersplittert, Betriebssystem im Status unsupported, bugfixes only, und nun entwickelt der Akku sich von unzuverlässig zu noch unzuverlässiger.

    Irgendwelche Tipps für ein möglichst altes iPhone, das noch möglichst lange aktuelle iOS-Versionen bekommen wird?

    Radschnellweg ist wie Autobahn auf der die Hälfte der Teilnehmer keinen Führerschein hat.

    Die Fernuni-Materialien zum Informationsmanagement sind online geschaltet. Offenbar ist ein neuer Lehrstuhlinhaber aktiv. Er versucht voller Elan, seine Studis zu involvieren. Pädagogisch ist das sicher löblich. Für mich aber gestaltet es sich kontraproduktiv, da all meine Involvierung dieses Semester für das Seminar und Lineare Algebra verplant ist.

    Überhaupt mag ich die Fernuni, weil sie mir komplett Tempo, Ablauf und Zeitplanung überlässt. Versuche, mich mittels Einsendeaufgaben und anderen Assignments zu bestimmten Zeiten im Semester zu bestimmten Tätigkeiten zu nötigen, goutiere ich nicht.

    Zum ersten Mal seit dem Wählscheibenetelefon bin ich wieder Nutzer der Staatsbibliothek Berlin. Mein Account war schon lange gelöscht. Aber da ich noch den alten Ausweis mit alter Nummer hatte, ist die alte Nummer die neue Nummer und ich darf den Ausweis weiter nutzen. Dasjamalnett.

    Nächste positive Überraschung: Es gibt keine Jahresgebühr mehr. Alles umsonst!

    Tulpen im Draht

    Himalayan Musk. Meine Güte Himalayan Musk. Die Rose, die sich für Bambus hält, und nun versucht, Pergola und Schuppen gleichzeitig zu erwachsen.

    Die Wetterlotterie spielte Spätsommer aus, was tagsüber den Tag in kühlere Teile des Gartens empfehlenswert erschienen ließ – uns Abends aber noch lange Draußenzeiten ermöglichte.

    Im Vulkan sprießen Keimblätter.

    Bei Madames Inspektionsgang, eine tote Ringelnatter. Kranich, Milan oder Katze? Sie alle sind verdächtig.

    Im Vulkan ein Drahtgeflecht. Im Drahtgeflecht, wühlmausgeschützte Tulpenzwiebeln. Offenbar sind diese im Zuge der diesjährigen Erdarbeiten durch die Gegend gewirbelt worden. Wir versenkten den Tulpenkäfig an einer angemessenen Stelle, werden uns im nächsten Frühjahr überraschen lassen, ob sie die Bauarbeiten überstanden.

    Rechtzeitig vor dem Wiesenmähen gerettet: Ein verirrtes Sedum in der Wiese, jetzt im Beet.

    Wir planten Astern für Gehölzrand mit lehmig frischem Boden, sommertrocken,

    Madame brachte Consolan rot 211 auf.

    Orgeln, nicht in Villach

    Frau LandLebenBlog in der elsässischen Orgelwerkstatt: Macht Ihr da draußen, was Ihr wollt.

    Urlaub in Villach 1/2: Wunderschön, auf den Wald oben scheint die Sonne, über dem Becken steigt der Dampf auf, das Wasser ist wärmer als die Luft (11°)… Herrlich in dem warmen Wasser – ganz allein – zu schwimmen.

    Urlaub in Villach 2/2: In Villach bezogen wir ein günstiges Hotel an einer grösseren Strasse unweit des Krankenhauses. Unser Hotelzimmer war einem LIDL Parkplatz zugewandt. Später konnte ich mir das Wortspiel “lidyllisch” nicht verkneifen und musste das jedem unter die Nase reiben.

    Mallorca ist ja gar nicht so. Es soll auch sehr hübsch zum Wandern sein.

    Staunen 1/2: Berlin hat eine Buchmesse.

    Staunen 2/2: Das Ohnsorg-Theater existiert noch.

  • 24-09-07 Sensitivitätsanlayse wegschieben

    24-09-07 Sensitivitätsanlayse wegschieben

    College Football ist dieses Jahr nicht im deutschen Fernsehen zu sehen. Es gibt nicht einmal legales Streaming. Das trifft meine Herbst-Freizeitgestaltung.

    Madame machte drei Kreuze.

    Im Akazienkies Udon-Nudeln, Sommerrollen und Mangosalat.

    Das Theater Chemnitz besitzt das Talent, ein auf den ersten Blick nur mäßig begeisterndes Programm aufzulegen. Und dann schaue ich genauer hin und es sparkt Joy. Und dann sehen wir eine Vorstellung und sind nach Monaten, ach was Jahren!, begeistert.

    Im Internet fand ich eine Vorstellung, die Joy sparkte.

    Der Qualitätspresse entnehme ich, dass Danni Büchner eine eigene Fernseh.-Reality-Show bekommt. Ich finde das spannend:

    Ihr verstorbener Mann, Partyschlagersänger Jens Büchner war zwar nicht wirklich sympathisch, aber zumindest eine echte Rampensau. Der hatte das Talent, nichts peinlich zu finden, wenn es unterhält. Wie gemacht für das Fernsehen. Danni hingegen hat weder Charisma, noch ist sie sympathisch, noch hat sie irgendeine Art von Bühnen- oder Fernsehpräsenz. Aber sie ist eingeführter Charakter im D-Promi-Universum. Das reicht anscheinend um von Sendung zu Sendung gereicht zu werden.

    Im Generalanzeiger ein Porträt des Brandenburg-FDP-Spitzenkandiaten Zyon Braun. Ich erfahre, dass er zweimal studierte, aber nicht was uns wo. Sein Wikipedia-Artikel ist wegen Irrelevanz gelöscht. Im Internet lerne ich schließlich: irgendwas mit BWL an Privat-FHs. Gibt nicht so viel her zum Angeben,

    Immer noch 30 Grad. Ich schwanke zwischen „Möge es endlich vorbei sein. Es ist September!“ und „Wahrscheinlich ist dies das letzte Sommerwochenende des Jahres. Sauge es auf. Du wirst es vermissen!“

    Donnerstag kombinierten wir beides: to summer und to Abkühlung. Knapp anderthalb Stunden im Insulanerbad (ich) bzw eine halbe Stunde (Madane) und danach waren wir schlapp und gut durchgekühlt. (SK 31/32)

    Sternenhimmel, ich seh den Sternenhimmel, huaah! Fast hätten wir Hubert Kah anstimmen können als wir Freitag auf die Latifundien fuhren. Nicht im Süden natürlich, da hängt die LIchtglocke über Berlin – aber im Norden, Osten und Westen: The greatest show on earth!

    Eine Katze lag im Vulkan.

    Madame moppte die Wand des Bungalows.

    Wo sind all‘ die Admirale hin? Vermutlich auf dem Weg nach Südwestdeutschland.

    Dafür Heupferde, jede Menge Heupferde. Die richtig großen. Madame prognostiziert uns nindestens eines im Schlafzimmer.

    Madame entwicklet starke Symapthien für empirische Sozialforschung. hält sie aber für sehr anstrengend.

    Gliederung abzugeben bis zum 31. Oktober

    Der Lehrstuhl bwlquam schickte mir eine längere Mail zum Seminar nächstes Semester. Ich habe ein Seminarthema: Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors.

    Nicht, dass ich eine Ahnung hätte, worum es dabei geht. Aber es war mein Wunschthema.

    Vielleicht auch, weil ich die anderen Themen genausowenig verstehe.

    Vielleicht war ich bei der Wahl dieses Seminars auch einfach überoptismitisch.

    ABENTEUER.

    In mir strebt alles auf die Bücher, in die Bibliotheksdatenbank und ans Konzeptpapier. Aber noch sollte ich nicht. Noch sollte ich das Thema innerlich wegschieben. Noch wartet eine Klausur; passenderweise beim selben Lehrstuhl bwlquam bei dem das Seminar löuft. Das sollte ich nicht als inkompetent auffallen.

    Alpha ist klar. Aber Phi?

    Also lernen: Metra-Potenzial-Methode, Simplex-Verfahren (einstufig und zweistufig), Branch and Bound, Greedy- und Vogel-Heuristiken, Stochastische Simulation. Das Modul hat Tendenzen in absurde mathematische Bereiche auszureißen – die Klausur wird aber allen Erwartens nach Wiwi-freundlich werden und sich auf angewandte Mathematik beschränken.

    Mechanisch durchrechnen. Textaufgabe in eine Formel umsetzen und dann dem vorgegebenen Programm folgen. Die schwierigste Rechnerei ist sowas wie 0,3 – (2/3 * (-0,5)). Das ist eher banal, aber ich verrechne mich erschreckend oft. Noch zwei Tage.

    Die Klausuren des Lehrstuhl sind formal seit Jahren nahezu identisch und ich habe Vertrauen, dass es so bleiben wird. Inhaltlich hatte ich vieles schon mal im Laufe des Semsters verstanden. Jetzt nachlesen und neu verstehen (zweistufiger Simplex, Branch-and-Bound)

    Nur das mit der Bestimmung der Konfidenzintervalle hakt noch. Immerhin verstand ich inzwischen was ich bisher nicht verstand.

    Et tu, Neil?

    Es war eine Frage der Zeit. Irgendwann wird es einen von mir geschätzten Prominenten mit #metoo erwischen. Es war Neil Gaiman; bekannt als Autor von Sandman oder American Gods. Ich las Anansi Boys und ihn gerne ab und an im Internet. Er wurde wegen sexueller Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung angeklagt.

    Hotel Mama fragt, wie ich damit umgehe?

    Ich muss sagen, es traf mich nicht tief. Dafür ist er emotional zu weit weg. Dafür war mir innerlich zu klar, dass irgendwann ein Mann aus meinem persönlicher Bewunderskosmos auffliegen würde. Ein kleiner Stich ins Herz trifft es eher.

    Generell denke ich pragmatisch; ich bin so unwichtig, dass meine Einstellung wirklich null Unterschied auf den Fortgang der Dinge nimmt. Er kennt mich nicht, ich kenne ihn nicht, seine Einstellung mir gegenüber wird „egal“ sein.

    Ich kann ihn innerlich ohne großes Nachdenken von „wirkt symapathisch und schreibt schöne Bücher“ auf „ist Vergewaltiger und schreibt schöner Bücher“ umsortieren. Sollte ich ihm damit wieder erwarten Unrecht tun, wird er davon auch nichts mitbekommen.

    Den Unterschied, den mein Verhalten macht, ist auch nahe Null, aber nicht Null. Ich habe mein einziges Gaiman-Buch vor 15 Jahren gekauft und werde keines mehr ergänzen. Ich habe Gaiman bisher etwa einmal im Jahr irgendwie positiv erwähnt. Das werde ich wohl sein lassen. Sollte ich in eine Situation kommen, in der er positiv erwähnt wird, werde ich widersprechen.

    Noch gerade so ins Insulanerbad

    Poupou telefonierte und winkte mit dem Busfahrer und kam gerade so ins Sommerbad am Insulaner.

    Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Trucker-Edition.

    Die Bahn-Auskennerin empfiehlt den Platz zwischen den Sesseln.

    {F}ür alle die ACE-Hemmer (eine Klasse an Blutdrucksenkern) nehmen und generell Medikamente, bei denen im Beipackzettel „Angioödem“ oder „Schwellungen zB im Gesicht“ angegeben sind: das ist kein Spass, das kann auch nach längerer problemloser Einnahme auf einmal auftreten. Es sieht vielleicht erst nur ein bisschen komisch verquetscht aus, aber bitte gehen Sie damit zum Arzt und zwar ohne lang zu warten und erwähnen Sie die Medikamente.

  • 23-08-13 Schwefelvögelchen

    23-08-13 Schwefelvögelchen

    Am 10. September ist Dackelrennen in Bärenklau. Alle 50 Startplätze sind bereits vergeben. Ein Besuch ist empfehlenswert.

    Am 9/10. September ist Landeserntedankfest Brandenburg und Stadtjubiläum in Kremmen.

    Am 9. September ist Gartenvereins-MV.

    Offensichtlich ist der 9/10. September das eine Spätsommer/Frühherbstwochenende an dem weder Ferien sind noch ein anderer wichtiger Termin dazwischen kommt.

    Noch aber ist das Wochenende 12/13. August.

    Madame erarbeitete sich im Garten eine Wespenkampfblase.

    Wir mussten diese mit der bewährten Methode des Wäschesprengers von der Fallobstverarbeitung abhalten. Denn James Grieve – immer wieder James Grieve dieses Jahr – produzierte in gut 10 Tagen schon wieder anderthalb Eimer Fallobst, die ein Apple Crumble wurden und noch Apple Sauce werden werden. Die erstaunliche Entwicklung von James zeigt auch die Tatsache, dass ich auch auf Zehenspitzen nicht mehr an die obersten Äpfel komme.

    Ähnlich entwickeln sich die Wespen. In einer Premiere anderer Ort verlegten wir das Frühstück in den Bungalow bei geschlossenen Türen und Fenstern. Der Wäschesprenger hilft zwar. Aber wenn man vor laute Sprengen nicht vom Frühstücken kommt und zudem irgendwann doch recht nass ist, reicht es.

    Auch des Abends gingen wir nach Innen. Nachdem den ganzen Nachmittag über die Wettervorhersage sagte „Sturzregen am Abend“ und das Regenradar sagte „wahrscheinlich eher kein Regen“ und das aktuelle Wetter sagte „schwüüüül“, verzichtete aufs Grillen, kochte in der Küche. Und just in dem Moment, in dem wir auf der Terrasse Teller und Wein gerichtet hatten, ging der Regen los. (Blieb aber lahm, Gewinn für das Regenradar gegen die Wettervorhersage)

    Die Brombeere ist zurück. Nachdem wir diese samt aller Wurzeln (dachten wir) und noch einem halben Kubikmeter Erde in den Müll befördert hatten, sprießt an ebenjener Stelle einer neuer Austrieb. Zum Glück noch innerhalb des Geheges. Aber auch der neue Trieb landete samt reichlich Umgebungserde in der schwarzen Tonne.

    Ein ganz entzückender Schmetterling auf Schafgarbe mit liebreizendem orange-braun-Farbverlauf am Flügel entpuppte sich nach Konsultation verschiedener Bestimmungsbücher als Brauner Feuerfalter, auch Schwefelvögelchen genannt.

    Das penetrante Gras, das sich gerne vehement in Beeten und auf der Treppe ausbreitet, haben wir gleich der PlantNet-App vorgeführt. Diese meinte „87% Blut-Fingerhirse.“ Ich schaute nach. Madame fragte: „Steht da auch, dass sie ein anstrengendes Unkraut ist?“ Wikipedia schreibt im zweiten Satz des Artikels: „Sie ist fast weltweit als Archaeophyt oder Neophyt verbreitet.“ – Also ja.

    Später am Abend: Madame „Ich höre eine Schnake?“ Ich: „Soll ich das Zeug holen?“ Madame: „Bring auch das Ding mit.“ Wir verstehen uns.

    Für zum Merken: die Abelie wird nach der Blüte geschnitten. Wir wechselten jetzt den Buchsbaumzünslerfallenlockstoff.

    Delta Berlin

    Nachbar RR fährt jetzt auch Swapfiets.

    Madame meldete sich auch zur Emotionalen Stadt an. Und faszierenderweise bekommen wir verschiedene Fragesets. So soll ich zum Beispiel ein Foto meiner Umgebung machen, sie eines des Bodens und dazu eine Tonaufnahme. Die Skalen einiger Fragen sind bei mir von 1 bis 5 nummeriert, bei ihr finden Beschreibungen mit Worten statt. Hochspannend.

    Zufällig schaltete ich das Radio auf Cosmo und wurde mit „Der Soundtrack of .. RZA“ belohnt.

    HipHop wird 50 Jahre alt. Und bei der Gelegenheit möchte ich in den Raum werfen, dass ich vor 18 Jahren den Wikipedia-Artikel „Ursprünge des Hip-Hop“ schrieb. (Version von damals, an allem danach bin ich unschuldig)

    Longform.org war mir stets eine Quelle für schönen englischsprachigen Journalismus. Sehr bedauerte ich es, als sie den Service eingestellt haben. Mein Lese-Bandbreite schrumpfte. Warum ich allerdings Jahre benötigte, um reddit.com/r/Longreads zu finden verstehe ich nicht. Eines der Fundstücke dort:

    Die russische Exilseite The Projekt (Proekt) mit einem Porträt von Jewgeni Prigoschin: Chef and Chief. Portrait of Yevgeny Prigozhin, the personal sadist of the Russian president. (Was ich alles nicht wusste: Vaterjude; lässt sich von seinen Body-Doubles unterscheiden, da ihm ein Teil eines Fingers fehlt; der Wagner-Gründer und militärische Chef Dmitry Utkin ist Nazi – und zwar im Sinne von „Benutzt-SS-Runen-als-Unterschrift“-Nazi.)

    Nebenfrage: Warum haben die Linken alle Gramsci vergessen, die Rechte von Kubitschek bis Prigoschin aber wenden ihn praktisch an?

    Haupt-Wochenend-Lektüre: Dispatches from Pluto. Lost and Found in the Mississippi Delta. Mein Jahr in den USA habe ich nicht ganz im Delta verbracht – aber 20 Fahrradkilometer von seiner Grenze entfernt. Vieles an der Gegend ist schrecklich – so sehr dass man sich das in Deutschland kaum vorstellen kann – vieles großartig und alles unglaublich speziell. It touched my heart seitdem. Und ich habe immer noch Probleme, es in Worte zu fassen. Grant ist das deutlich besser gelungen als ich je gedacht hätte, dass möglich ist. Und so outlandish das Buch mehr als einmal scheint: Wirklich alles darin kommt mir extrem bekannt vor.

    Mehr dazu später: Ein kleiner Teil des Beginn des Buches stand in der New York Times: Sweet Home Mississippi (w/o Paywall – allerdings war ich hier noch nicht wirklich überzeugt)

    Istanbul-Berlin

    Karen machte diesen Sommer die Reise bei der ich am ehesten denke „Ich auch“ und ist mit ihrer Reisebeschreibung in Istanbul angekommen.

    Christine Carzon machte eine der bessere Berlintouren von denen ich je hörte: Berlin by Bike.

    Frau Landlebenblog entdeckte ein Mausoleum.

  • 23-05-14 Oh wie grün ist Panama

    23-05-14 Oh wie grün ist Panama

    Die erste einzelne Mohnblüte erschien. Die erste Holzbiene flog über das Grundstück. Regen und Wärme der letzten Tage bescherten uns eine grünes Grün des Grünseins um den Bungalow herum.

    Das Schicksal bescherte uns eines der Jahreshighlights in Form von „Mitgliederversammlung Gartenverein.“ Immerhin: Gartenvereinsversammlungen haben den Vorteil, dass sie an holden Maientagen bei 20 Grad im Sonnenschein Outdoors stattfinden.

    Gartenvereinsmitglieder haben den Vorteil, dass sie sich auch von besuchenden Hornissenköniginnen nicht aufschrecken lassen, sondern stoisch sitzen bleiben.

    Und selbst das Bikeshedding der Versammlung hielt sich in Grenzen. Wobei der imaginäre Bau eines gemeinsamen Fahrradschuppens für diesen Verein bereits zu den mittelgroßen Problemen gehören würde.

    Madame lud die Echsen zum Grillen ein. Diese brachten Wicküler, Fürst Wiacek und Bratwürste aller Geschmacksrichtungen mit. Party-Small-Talk-Gewinner: „Ich werde das Protokoll bei der Hauptversammlung von Hertha BSC führen.“ Ein Verein am Abgrund, 3000 Teilnehmer:innen und alle sind redeberechtigt.

    Ihr erinnert Euch an die Harpyie aus „Das letzte Einhorn?“ Dieses furchterregende Wesen wird in einem engen Käfig gehalten. Sie versucht immer wieder Ausbruchsversuche. Das letzte Einhorn und ihr Freund erzählen der „Besitzerin“, dass man Harpyien unmöglich einsperren kann. Es kommt wie es kommen muss – Harpyie entflohen, „Besitzerin“ tot.

    Wir halten – natürlich – keine Harpyie im Käfig. Aber wir hatten eine Brombeere inmitten einer Wurzelsperre. Diese hat eine Neigung mehr-als-daumendicke-Triebe im Millimeterabstand neben der Wurzelsperre auszufahren und in zwei Wochen auf Oberschenkelhöhe zu bringen.

    Da man Brombeeren schlecht in die Freiheit entlassen kann, haben wir sie ausgebuddelt, klein geschnitten und in die Mülltonne überführt. Wir wollten unser Schicksal nicht versuchen.

    Auch Knauzien und Mohn setzen an, sich in Massen zu zeigen. Bei denen ist dies aber erwünscht. In den nächsten Wochen wird sich das grüne Grün bunter Färben.

    Nur die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, inzwischen in niederländischem Besitz, hatte mit dem Frühlingsgrün schon abgeschlossen. Sie mähte das Roggenfeld hinter dem Haus. Der beige Rest auf dem Feld erinnerte schon sehr Spätsommer. Wir genossen den Anblick eines halben Dutzends Greifvögel (Rotmilane sicher, vermutlich auch Falken und Bussarde), die sich im frisch gemähten Feld Mäuse und andere Kleintiere erhofften.

    Brown, all brown

    Einst fragte ich eine finnische Band, die relativ schräge Musik machte, warum so viele seltsame Musik aus Finnland kommt. Antwort: „All brown. Everything is brown. All sand. Some trees. But mostly sand.“ Inzwischen lernte ich, dass Finnen eine salzarme Ernährung bevorzugen. Dieses reizarme Leben scheint kreative Kräfte freizusetzen.

    Lebensziel für mich: den finnischen ESC-Beitrag einmal komplett fehlerfrei beim Karaoke runterreißen. Dass der schwedische ESC-Gewinnertitel von ausgesprochener Langeweile war, halte ich für gegeben. Es muss hier nicht weiter ausgeführt werden.

    Madame entdeckte eine Superkraft: Sie kann türkische Namen (relativ) korrekt aussprechen. Von dieser Kenntnis wusste sie natürlich. Aber dass die Fähigkeit selbst in Berlin außerhalb der entsprechenden Community kaum verbreitet ist, fiel erst wirklich auf.

    Noch letzte Woche bekam ich eine Mail, die vor zwei Jahren hätte lebensverändernd sein können. Jetzt denke ich höchstens „Ach, nett.“ Irre, was in diesem Haushalt seit 2020/2021 alles passiert ist. Evehtuell fällte ich lebensverändernde Fernstudiums-Entscheidungen. Aber darüber werde ich noch einige Nächte schlafen.

    Mein BVG-Deutschlandticket schlägt weiterhin Wirrungen. Aktueller Stand: ich schicke der BVG-Briefe des Tonfalls „Noch bin ich nur etwas sauer, aber ich habe die Kontaktdaten eines Anwalts bereits herausgesucht.“

    Falls Ihr Euch fragtet, ob (a) mensch KI-Sprachmodelle auch betrunken machen kann und (b) ob das Metaverse und Web 3.0 wirklich tot sind? Eine Adidas-Werbeanzeigte lieferte mir die Antwort. Es geht übrigens um einen stinknormalen Schuh:

    Ein Affe, eine Ikone, unendliche Inspiration. Indigo Herz bringt das Metaverse mit der ersten Kollektion aus physischen Produkten ins Real Life. So wird das open Metaverse für alle zugänglich. Die Kollektion greift das blaue Fell von adidas’ Bored Ape auf und findet sich in der gleichen Farbwelt wieder, die bereits adidas’ Reise ‚Into the Metaverse‘ gekennzeichnet hat.

    [sic]

  • 23-04-30 Put on some makeup. Turn on the 8-track

    23-04-30 Put on some makeup. Turn on the 8-track

    Zwei Eichelhäher scheiterten. Als wir den Bungalow betreten wollten, lag vor der Tür ein gigantischer Stapel Zweige. Weiteres Beobachten erbrachte: auf einem Balken etwa anderhalb Meter über der Tür befand sich der Beginn eines Vogelnestes.

    Im Laufe des Samstags kristallisierte sich heraus: zwei Eichelhäher versuchten auf dem schmalen Balken über der Tür ein Nest zu bauen. Leider ist der Anflug schwierig, der Balken schmal – mehrfach am Tag funktioniert das mit dem rechtzeitigen Bremsen nicht, und der Nest-Ansatz fliegt auf den Boden.

    Zweige vom alten Nest-Ansatz darf man nicht mehr benutzen. So sagt es das eherne Eichelhäher-Gesetz. Deshalb lag direkt vor der Tür genug Baumterial für eine komplette Eichelhäher-Großsiedlung.

    Naja, und da wir nicht umhin konnten die Eingangstür jetzt mehrfach als solche zu benutzen, wurde es dem Pärchen auch zu unruhig und sie suchten sich hoffentlich einen geeigneteren Ort zum Nestbau.

    Jetzt müssen wir nur noch das Rätsel klären, warum andauern Bienen durch die Terrassentür hinein oder hinaus wollen. Ein Nest im Bungalow fanden wir noch nicht.

    Während wir hier also saßen, telefonierte Madame mit südwestdeutschen Bekanntschaften. Sie tauschten sich darüber aus, dass das was Westdeutsche als „Datscha“ bezeichnen, im ostdeutschen ein „Bungalow“ ist. Kurzes etymologisches Nachschlagen bei Wikipedia: Datscha bezeichnet eigentlich das Stück Land auf dem sich das Haus befindet. Das Wort Bungalow hingegen stammt aus dem Gujarati und ist „ein Haus in bengalischer Bauweise.“

    Diese bengalischen Häuser bauten sich die Kolonialbeamten gerne als Wochenend/Landhäuser, womit die Doppelbedeutung des Bungalows als ebenerdiges Haus ebenso wie die als Wochenendehaus abgedeckt war.

    Aber bevor wir zum Garten gelangt waren, galt es, unseren Kulturwinter zu beenden. It ended with a bang: Hedwig and the Angry Inch im Renaissancetheater. Das Rockmusical von Hansele/Hedwig aus Ostberlin/Kansas, die als alternde Diva ihre Lebens- und Liebesgeschichte erzählt und rockt. Würdiges, ungewöhnliches rockiges Ende eines Barrie-Kosky-reichen Kulturwinters. Zudem an bezaubernder Spielstätte. I put on my make-up and turn on the eight-track.

    Fast leere Zuschauerraum und Bühne des Rennaissance-Theaters

    Darstellertrivia 1: Sven Ratzke (Hedwig) wurde im selben Jahr nur wenige Kilometer entfernt im deutsch-niederländischen Grenzgebiet geboren, wie Ilse DeLange, die wir letzte Woche sahen. Zufall?

    Darstellertrivia 2: Noëlle Haeseling (Itzhak) ist die deutsche Hörspielstimme von Prinzessin Lillifee. Und nun werde ich den Rest meines Lebens glauben, dass Prinzessin Lillifee eine jüdisch-bulgarische Dragqueen ist.

    Da ich noch Multizip bin, hatten wir reichlich Hustenbonbons und Maske dabei. Die Gartenzeit dient folgerichtig dem Entzippen bei leichtem Rehaprogramm: Lange schlafen, sehr behutsame Arbeit an der frischen Luft (vorzugsweise bei Sonnenschein.), viel nichtalkoholisches Trinken. „Echtes“ angrillen (also ernsthaftes Fleisch): Ein Krustenbraten landete im Grill, dazu Grillpastinaken.

    Dazu Podcast hören: Wer hat Angst vorm Drachenlord. Meine Güte. Die Geschichte ist noch krasser als ich schon immer dachte.

    Birne, Mirabelle und Kische blühen wie noch nie. Die Äpfel sind kurz davor. Der Goldlack verbreitet sic selber um die Ecke herum. Die Rosen bereiten die Blätter vor. Madame bewunderte die blauen Anemonen. Die Indigo-Lupinen scheinen unsere letztjährige Teilung mittels Axt und Kettensäge überstanden zu haben. Beide Pflanzenteile treiben aus.

    Nachbar Caninero hat einen neuen Rasenmähroboter.

    Christine Cazon schrieb einen Q&A zum Cannes-Filmfestival. Und ich stelle fest: Cannes-Festival und Berlinale haben zumindest eines gemein: Es ist traditionell arschkalt.

    Wir werden nächste Woche vermutlich nicht genug Kochzeit haben. Aber die New York Times veröffentlicht immerhin etwas zum Nachlesen: The History of the Coronation Chicken.