Schlagwort: ETTI

  • 24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    Hossa. Was ein Wochenende. Jetzt erstmal drei Tage Schlaf- und Badekur. Auch, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

    Die Rahmenhandlung:

    Freitag: ICE995 -> EC9 // ICE 279 -> Schwalbenäscht -> Abends Pinocchio (Pizza Nordstadt). Zwischendurch das Ergebnis der Technische-/Theoretische-Informatik-Klausur: Bestanden. Damit Bergfest: 90 von 180 ECTS errungen!

    Samstag: Christuskirche -> Schwalbenäscht (Morchelsauce und Krokotten) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Zuger Kirschtorte und Rüblimuffins) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Dolomiti).

    Eigentlich könnte ich die nächsten drei Wochen Blog nur mit Samstagsrückblicken füllen. Mal schauen.

    Sonntag: Schwarzwälder Kirschtortenfrühstück -> EC8 -> Überraschungsintermezzo ICE72 -> ICE596. In Berlin vom ersten Europawahlplakat (SPD) begrüßt worden.

    Vogelperspektive auf gedeckten Festtisch.
  • 24-02-24 Casual Klausur

    24-02-24 Casual Klausur

    Miami Sun – Ex Lustgarten-Bordell – steht leer.

    Vor Ishin verschwand die Monsterbaustelle. Ich merkte es, weil ich mich plötzlich über 50 Meter nagelneuen glatt geteerten Radweg wunderte, mich fragte, was vorher eigentlich dort war.

    Madame wartet weiter auf das Ergebnis ihrer Projektverteilungsheuristik.

    Zum Ende der Klausurwoche, Comfortfood-Testessen im Five Guys-Laden gegenüber der Fernuni. Burger und Fries in einem Ambiente, das vermutlich an 60er-Jahre-Mom-and-Pop-Burgerläden in den USA erinnern soll. Burger gut, Fries okay, Publikum und Ambiente unterhaltsam. Aber insgesamt kein Grund, dort noch einmal hinzugehen.

    Auf jeden Fall wiederholt gehen sollten wir zum frisch gepressten Granatapfelsaft, den es auf dem Markt am Wittenbergplatz gibt.

    Entdeckung direkt daneben: der Haribo-Flagship-Store verkauft das komplette skandinavische Lakritz-Sortiment von Haribo. Gut, dass wir gerade mit dem Zuckerfasten bis Ostern begonnen haben.

    Am Ku’damm kleben Aufkleber Stand with Israel. Das erfreut mich.

    IEEE754 mit Quadrigablick

    Am Freitag lief meine vierte Präsenzklausur der Fernuni (+ 5 Online-Klausuren). Jedesmal wieder bin ich dankbar dafür, wo ich wohne und wo der Campus Berlin ist. Während Kommiliton*innen abends mit dem Zug anfahren, und sich dann in einer unbekannten Stadt mit dem ÖPNV herumschlagen müssen, kann ich einfach radeln.

    Morgens durch das erwachende Berlin. Wind um den Kopf bekommen, noch einmal das System freikriegen. Frühzeitig anfangen, am Ku’damm der erwachenden Stadt zusehen. Der Souvenir-Kiosk schließt auf. Bei Five Guys wird der Laden gewischt und die Stühle richtig platziert. Menschen und ihre Rollkoffer halten an, um sich zu orientieren. Eine perfekte Einstimmung.

    Langsam kenne ich den Fahrstuhl, den Warteraum und den Prüfungsraum. Es gelang mir wieder einen Platz mit Blick in den Kranzler-Eck-Innenhof zu bekommen. Ab und an konnte ich rausschauen und Menschen beim Fotografieren der dortigen Bären-Quadriga zusehen.

    Ich war vergleichsweise entspannt. ETTI-Probleklausuren und Übungsaufgaben erscheinen mit nett gestellt – aus dem Skript kann man auch deutlich schlimmere Klausuren schreiben lassen. Ein Blick in die Notenstatistik des letzten Semesters bestätigte, dass die Klausur eher fair wird. Zumal es eine „nur für Wirtschaftsinformatiker“-Klausur war.

    Ich fürchte, die Fakultät für Mathematik und Informatik hat nicht die höchste Meinung von den mathematisch-informatischen Fähigkeiten der Wirtschaftsinformatiker.

    Die Fragen waren wie erwartet. Sollte ich keinen kompletten Blackout gehabt haben, sollte ich bestanden haben. Die möglichen 100 Punkte waren fast in 100 Fragen aufgeteilt, „größere“ Blöcke gab es zu den Themen IEEE754, Paging, DEA und Dijkstra-Algorithmus. Aber selbst mein definitiv vorhandener Blackout beim Thema IEEE754 sollte nicht so viele Punkte gekostet haben.

    Im Laufe der Semester schwindet die Zahl der Schreibenden – diesmal blieben 10 übrig. Und ich erfuhr am Rande, dass in den letzten zwei Wochen vor Prüfung im Schnitt knapp die Hälfte der Angemeldeten wieder zurückzieht und doch nicht schreibt.

    Für mich kommen knapp drei Wochen Pause bis zur Klausur „Internes Rechnungswesen / Produktion und Logistik / Marketing“ aka BWL3 aka BWL-Gedöns – dann wieder online.

    Vulkanausbruch

    Zum Wochenendeinklang Freitagabend: der Klavierirre und TripHop. Das DSO spielte im Kammermusiksaal der Philharmonie ein Casual Concert. Etwa eine Stunde Orchestermusik im Saal, danach eine DJ/Elektronische Band im Foyer. Es gibt einen Einheitspreis (30/15 Euro) und der Dresscode für Publikum und Orchester ist „Casual.“

    Das Konzert wird von Dirigent und Solist anmoderiert und erläutert.

    Musikalisch war in der ersten Hälfte nichts „lässig“ oder „locker.“ Ferruccio Busonis Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor ist alles, aber nicht lässig. Es ist auch nicht wirklich ein Klavierkonzert. Es ist mehr „Everything everywhere all at once.“

    Ein Klavierpart, den Wikipedia als „virtuose Überbietung“ und „außerordentlich schwer und nur souveränen Pianisten zugänglich“ beschreibt in einem Orchestersatz, der alles gleichzeitig an einem Orchester herausholt, was daran herauszuholen ist. (Einschließlich der Hilfs-Paukist mit der großen Pauke und dem großen Gong und dem Xylophon). Und dann auch noch der Männerchor zum Schluss.

    Madame erzählte, dass Busoni selber Klaviervirtuose war, gerne improvisierte und danach versuchte, seine Improvisation in Noten zu setzen. Was Benjamin Grosvenor am Klavier veranstaltete – mein Gott.

    Blick in den Kammermusiksall der Philharmonie weit vor dem Konzert. Spärliches Publikum und erste Musiker*innen spielen sich ein.

    Das ist gleichzeitig krass, irgendwie sinnlos und sehr beeindruckend. Kein Wunder, dass es so selten aufgeführt wird. Ich war begeistert.

    Danach im Foyer Perera Elsewhere. Wein, Sekt, Elektronische Musik mit TripHop-Einschlag. Sasha Perera an DJ-Pult, Mikrophon und Trompete zusammen mit live-Rhythmusgruppe.

    Hanerau-Hademarschen/ Israel

    Hanerau-Hademarschen ist ein Kleinstädtchen direkt gegenüber von Dithmarschen am Nord-Ostsee-Kanal. Ab und an fahre ich dort mit dem Auto hindurch und einst wohnte dort ein Mitarbeiter des Kaptains, den ich ein oder zweimal aufsuchte. Nie hatte den Eindruck, dass es sich um einen sonderlich interessanten Ort handelt. Ein Wikipedianer sah das anders und verfasste eine romanlange Abhandlung (127kb ~ 127.000 Zeichen) über die Geschichte von Hanerau-Hademarschen.

    Falls ihr in Schleswig-Holstein Regionalbahn fahrt, könnt ihr loswerden, was am Fahrplan schon immer schlecht war und besser werden sollte: Fahrplandialog

    Lila über Alltag in Israel: Lärm draußen – eine Drohne der Hisbollah fiel vom Himmel. Alarm war nicht, also arbeiteten alle weiter.

    Während die Finnen dieses Jahr beim ESC komplett in albern machen, wird der Lordi-Gedächtnisauftritt von Irland gestellt: Barbie Thug mit Doomsday Blue. Angeblich ist die Ukraine aktuell großer Favorit auf den ESC-Gewinn vor Italien (mit Angelina Mango)

  • 24-02-22 TRAU (Transcoder and Rate Adaption Unit)

    24-02-22 TRAU (Transcoder and Rate Adaption Unit)

    Das Baugerüst richtet sich häuslich ein. Im Hinterhof hängen erste Blumenkästen an seinen Stangen.

    Madame war beim European Headquarters und brachte Gibanica-Börek mit. Später holte sie beim Späti Maracujas und Moro-Orangen.

    Madame gestaltete eine Heuristik zur Verteilung von Projektplätzen, auf deren Auswirkung alle, einschließlich Madame, sehr gespannt sind.

    War Vorgestern wirklich erst Vorgestern? Erstaunlich, was ein Tag intensiven Lernens mit dem Geist anrichtet; wie sehr er sich jenseits von Raum und Zeit katapultiert, wenn er intensiv darauf fokussiert aus dem Stand eine „Blind Signature“ klausurgerecht formulieren zu können. Noch 24 Stunden bis zur ETTI-Klausur. (Technische Informatik / Theoretische Informatik / Betriebssysteme / Rechnernetze).

    Das ist alles super interessant. Und so irgendwann im Dezember hatte ich auch alles einmal verstanden. Aber dann warf die Mathe-Klausur ihre Schatten voraus, beanspruchte jeden Hirnzipfel und jetzt gilt es, im Turbo wieder aufzuholen. Ich stelle fest: ist doch einiges an Stoff.

    Aber vorher war es: Montag Mittag. Ich lag im Wohnzimmer und starrte an die die Decke. Klausurende. Vielleicht habe ich den Nachmittag über auch noch anderes gemacht. Aber wahrscheinlich nicht. Abends packte Madame mich ein und wir fuhren zur Berlinale: Dahomey.

    Dienstag begann die Zeit knapp zu werden. Also der Versuch, gleichzeitig den Kopf frei zu bekommen und ihn schon wieder mit ETTI zu füllen. Ich fuhr mit dem 248er-Bus drei Stationen zur Station Sportzentrum Schöneberg.

    Dann lief ich zurück, um das vergessene Deutschlandticket zu holen, auf dass mich die beiden Kontrolleure aufmerksam gemacht hatten.

    Danach fuhr ich wieder mit dem 248er. Diesmal bis zur anvisierten Station Spittelmarkt. Von dort über das BBB-Kundenzentrum (kurz „Hallo“ sagen) in die Schwimmhalle Fischerinsel. Obwohl die Bahnen voll fahren, ließ es sich gut und flüssig schwimmen. Schon länger war ich nicht mehr so im Flow im Schwimmbad.

    Auf jeder Bahn war genau eine Dame, die offensichtlich keinerlei Wahrnehmung ihrer Umgebung besaß. Aber die anderen konnten gut herum manövrieren. Als dann die zweite Dame ohne Raumwahrnehmung in „meine“ Bahn kam, hatte ich eh ausgeschwommen. Ich konnte die beiden sich selbst und ihrem kommenden Crash überlassen.

    Ich lies mich weiter bis zum Alex fahren, trank im noch-geöffneten Kaufhof-Restaurant einen Kaffee, sah Leuten zu und las mich durch formale Sprachen und deterministische endliche Automaten.

    Zustand: Diese Mischung aus Erschöpfung und Anspannung, bei der ich aufpasse, mich beim Kochen nicht ernstlich zu verletzen. Kochend Wasser ist gefährlich. Das mit den vier Modulen im Semester ist eine Challenge.

    Assemblercode ++ STOP ++ Formale Sprache ++ STOP ++ Semaphoren ++ STOP ++ Double hash

    Aktuell reicht es, mich mit einem Modul zu beschäftigen. In 24 Stunden beginnt die Klausur ETTI. Ein Modul, viele Themen. Von „Was genau passiert in einer CPU in einem Takt“ bis hin zu geostationären Satellitenbahnen und GPS. Aufgeteilt in zwei unterschiedliche Kurse:

    Technische/Theoretische Informatik besteht auf einem schmalen Skript, dass in mathematischer Verdichtung kein Wort zuviel schreibt. Ich habe mir im Laufe des Semesters zwei externe Lehrbücher mit je700 Seiten besorgt und komplett durchgelesen, um wirklich zu verstehen, was im Skript steht.

    Falls der Lehrstuhlinhaber dort in der Klausur in die Tiefen des P-NP-Problems hinabsteigt und sich zu sehr auf die MARS-Programmierung versteift wird es schwierig. Meine Recherchen deuten aber darauf hin, dass ein größerer Teil der Punkte auch weniger hart zu erringen sein wird.

    Betriebssysteme/Rechnernetze: Es gibt kein Skript, sondern Videovorlesungen und dazu gehörige Folien. Der Dozent ist Dipl-Ing, der Stil erfrischend pragmatisch. Das fühlt sich alles so angenehm an, dass erst beim Rekapitulieren auffällt, welche Tour de Force auch er aufbietet.

    Dort wo die technische Informatik aufhört (ein Prozess in einem Prozessor) macht er weiter: Was passiert, wenn mehrere Prozesse auf den Prozessor zugreifen? Wie kommt es zur Kollisiondvermeidung? Welches Scheduling läuft ab und wie wird es synchronisiert? Und dann ein fröhlicher Ritt durch das OSI-Modell und seine physikalischen Grundlagen, Wlan, Bluetooth, GSM, UMTS, Netzwerkprotokolle und kürzeste Wege.

    Ich habe versucht, mir den erlaubten Spickzettel zu schreiben. Und wenn ich nur wichtige Formeln, Definitionen und Abstraktionen von Schaubildern aufmale, bin ich bei mehreren Seiten. Es bleibt spannend.

    Ich vermute stark, es wird in der ein oder anderen Form das Mobilfunkdiagramm auftauchen, dessen Bezeichnungen in mir nicht merken kann. Die klingen mir alle gleich:

    BTS = Base Transceiver Station (der Funkmast)

    BSC = Base Station Controller (verwaltet die Funkmasten)

    TRAU = Transcoder and Rate Adaption Unit (Schnittstelle zwischen Backbone (Network Switching Subsystem/NSS) und den Funkmasten (Base Station Subsystem / BSS)). Bündelt die niedrigen Übertragungsraten des GSM-Systems in die höheren Raten des technischen Backbones.

    MSC mit VLR = Mobile-services Switching Centre mit Visitor Location Register (Hat im NSS die Übersicht über das Geschehen im BSS)

    Und so weiter. Wobei ich vermute, ich gehöre zu den Letzten, die das noch so lernen. Das ganze ist das GSM/GPRS-Modell, das ja mittlerweile auch nicht mehr im Einsatz ist.

    Andererseits ist auch eCash noch Teil des Stoffs, weil der Dozent das technisch so toll findet. (Und nebenbei wäre ein Zahlungssystem, das in alle Richtung anonym ist, natürlich viel besser als das heute herrschende Kreditkarten/Paypal-Monopol)

    (Merken für wenn ich mal viel Zeit habe: Den Wikipedia-eCash-Artikel überarbeiten. Oder einen deutschen Artikel zur Blind Signature anlegen. Die Auffassung, dass Verfahren technisch außergewöhnlich ist/war, scheinen in der entsprechenden Community viele zu teilen.)

    Glélé, Ghézo und Béhanzin

    Unser übliches Berlinale-Verfahren ist: wir suchen uns einen Zeitpunkt, an dem wir können, haben eine vage Rangliste von Aufführungsorten im Kopf, besorgen Tickets und lassen uns vom Film überraschen. 2024 führte uns das Verfahren erstmals in einen Film, der im Wettbewerb läuft: Wir sahen Mati Diops „Dahomey“ in der Verti Music Hall.

    Blick vom Rang 2 auf die Berlinale-Leinwand und den Saal der Verti Music Hall.

    Ein 67-minütiger Dokumentarfilm. Inhaltlich begleiten Diop und Kamerafrau Josephine Drouin Viallard die Benin-Skulpturen, die 2021 als Raubkunst aus Paris zurück nach Benin gebracht wurden. Vor allem sprechen die Bilder:

    Zum einen gibt es Aufnahmen des Transports: Einpacken, sichern, verstauen, umladen, auspacken. Es gibt die Empfangsprozession/Straßenkarneval in Benin, der die Statuen empfängt und Bilder vom Aufbau und ihrem neuen „Leben“ im Präsidentenpalast des Landes.

    Der Kommentar ist spärlich. Einzig kommentierendes Wesen ist Gezo (in Fon: Ghézo), eine der Statuen, dessen Stimmlage und Kommentare aus einem Bereich zwischen Traum und Handlung stammen.

    Der andere Teil schneidet, wieder unkommentiert, eine Diskussion zusammen, die junge gebildete Beniner (vermutlich Student*innen) über Raubkunst, die Bedeutung der Statuen, die 7000 noch fehlenden Stücke und die Frage, was damit zu tun ist.

    Eindrücklich alles.

    Auf dem Heimweg liefen wir an Luciano vorbei, der anscheinend in der Mercedes-Benz-Arena ein Konzert gegeben hatte und nun noch etwas mit der Gitarre vor der Halle musizierte.

    Sloppy Joe in Colorful

    Im Münsterland leben Flamingos.

    Ein Besuch im kleinsten Theater Münchens.

    Ich lernte das Wort extradiegetisch.

    Kochblogs gegen Faschismus kochen bunt. Eine schöne Blogaktion, ich verlinke auf ein persönliches Soulfood: (Bunte) Sloppy Joes.

  • 24-02-08 ALU (Am Birkenknick)

    24-02-08 ALU (Am Birkenknick)

    Es ist erstaunlich, dass niemand mehr Wellensittiche hält.

    „Jugendbande terrorisiert die Kleinstadt Heide“ öffnet Bild.de die Seite. Ich bin froh, im entspannten Berlin zu leben.

    „Beschaulich“ hingegen wählt die Bild als Adjektiv für die Mittelstadt Heide, wenn es um das Landrats-Wahl-AfD-Debakel geht. Die taz informiert besser als die Bild: Landratswahl in Dithmarschen: Keine Mehrheit ohne AfD-Stimmen

    Die Stadt Hamburg wertete Luftbilder aus. Bei der Gegen-Nazis-Demo von vor drei (?) Wochen waren doch nicht 50.000 Teilnehmer*innen wie von der Polizei angegen, sondern 180.000.

    Flamingo Ingo ist gestorben.

    Madame muss und darf keinen Kuchen verkaufen.

    Madame hat ungefähr drei Tage Semesterferien und leitete diese mit einem Besuch im Stadtbad Lankwitz ein.

    Es ist warm. Auf der Hauptstraße joggte eine Frau in kurzen Hosen.

    Es stürmt. Die Neueröffnungsdeko an der Fassade bei MMA Fusion ist schon ganz zerfleddert.

    Bei Qcells neben Vattenfall soll demnächst ein Café eröffnen. Das könnte der desolaten Mittagspausensituation am Südkreuz aufhelfen.

    Richtung Kleistpark schließt das Antiquariat Bücherhalle. Das ist bedauerlich.

    Ich hoffe darüber wird der Tempelhof-Schöneberg-Newsletter des Tagesspiegels berichten. Der hat eine neue Autorin. Das wiederum ist eine erfreuliche Entwicklung.

    In der U-Bahn-Haltestelle Heidelberger Platz telefonierte eine Frau lautstark. Ich konnte die Sprache nicht erkennen. Einzig das Wort „Altbau“ scheint in ihr nicht zu existieren. Es wurde vielfach als Fremdwort aus dem Deutschen eingeführt.

    Der Versuch, in Baden ein Smartphone-freies Deutschlandticket zu kaufen, führte zu einem Überraschungsbrief, in dem sechs einzelne Papier-Deutschlandtickets für je einen Monat waren.

    Sowohl privat wie auch nicht-privat viele Gespräche über Wolken. Wo kommen sie her, wo wollen wir hin und wo ist die Wolke überhaupt.

    Yes, yes, there is a limit

    Noch 11 Tage bis zur Mathe-Klausur.

    Das bedeutet, noch 15 Tage bis zur Klausur Technische Informatik/Theoretische Informatik/Betriebssysteme/Rechnernetze. (ETTI)

    Auf die ETTI-Klausur bin ich deutlich schlechter vorbereitet. Gestern schaute ich wieder in den Stoff und die Übungsaufgaben: Etwa 95% der aufgabenrelevanten Inhalte hatte ich in diesem Semester schon mal verstanden, etwa 5% davon könnte ich spontan wiedergeben.

    Fragen wie: „Was ist ein PC?“ (A: Program Counter / Befehlszähler) oder „Was ist eine ALU“ (A: Arithmetical Logical Unit / Arithmetisch-Logische Einheit) kriege ich noch bin. Aber bei: „Hier sind 20 Zeilen Assembler, wie sind die Register am Ende belegt?“ müsste ich doch noch mal nachschauen.

    Bei der Mathe-Vorbereitung habe ich die Altklausuren inzwischen soweit durchgearbeitet, dass ich den gleich bleibenden Klausuraufbau ganz gut im Griff habe. Es gibt Acht Aufgabenblöcke zu acht Themen, insgesamt 80 Punkte, also 90 Sekunden Zeit je erreichbarem Punkt. Je nach Semester schwanken die Punkte für ein einzelnes Thema zwischen 4 und 16 (entspricht 6 bis 24 Minuten Zeit für ein Thema). Es kommen vor:

    Ganz gut im Griff habe ich: Induktive Beweisführung / Einfache Matritzenumwandlung (Treppennormalform, Inverse etc.)

    Im Prinzip verstanden aber das Ausführen hakt: die Logikaufgabe / Funktionen, die monoton wachsen oder fallen und Limits (Grenzwerte) haben / Grenzwerte über Null-Teiler (Satz von L’Hopital inkl. Mehrfachableitungen von Sinus und Cosinus)

    Im Prizip verstanden, Ausführung schwierig: Integrieren / Vektorräume und ihren Basen, lineare Abbildungen,

    Blank stare: Konvergenzradien bei Potenzfunktionen (Cauchy-Hadamar).

    Kein Treibholz in Dahlem

    Mittwoch ist Schwimmexpeditionstag. Es geht durch die Stadt, um am Ende im Wasser herumzutollen.

    Diese Woche in eins meiner Lieblingsbäder: die Schwimmhalle Hüttenweg in Dahlem. Die ist einerseits ein Unikat, andererseits echt Berlin.

    Gebaut wurde sie in den 1970ern für die amerikanischen Truppen im Berliner Südwesten. Sie ist damit eine echte Amerikanerin und befindet sich inmitten des Cole Sports Centers. Sie ist die einzige neu gebaute alliierte Schwimmhalle und sieht damit anders aus als andere Berliner Bäder.

    Seitdem die Alliierten nach 1990 abzogen entstanden in der Gegend zahlreiche Neubaugebiete auf ehemaligen Kasernenanlagen, die allesamt eher teuer als schön sind – aber auch ihre eigene Atmosphäre haben.

    Ich fuhr mit der Ringbahn zum Heidelberger Platz, dann mit der U3 zum Oskar-Helene-Heim. Durch die dunklen Neubaugebiete ging es zu Fuß zum Bad. Neben mir im 25-Meter-Becken noch sechs sportorientierte Freizeitschwimmer, ein Kinderschwimmkurs und zwei Mütter, die einfach die Zeit nutzten um selber schwimmen zu gehen. Gut, dass mein Nacherkältungszustand wieder stärker vom Planschen weg zum Schwimmen tendiert, sonst wäre ich in dieser Gemeinschaft negativ aufgefallen.

    Und dann zurück. Einfach mal in einen Bus steigen. Der 285er fuhr mich durch mir komplett unbekannte Stadtteile und Straßen „Am Rehwechsel“, „Wupperstraße“, „Am Birkenknick“, „Billy-Wilder-Promenade“. Eine knappe Dreiviertelstunde durch meine Heimatstadt und ich kannte Nichts. Erst als wir kurz vor dem Ziel Richtung Charité-Benjamin-Franklin und Blutspende einbogen, war ich wieder orientiert.

    Berlin ist raus

    Lila in Israel im Ausnahmezustand, aber der ist schon längst Routine geworden.

    Zu meinen Hobbies gehören Wahl- und Abstimmungssysteme und ihre Nebenwirkungen. Bei quasi jeder Wahl oder Abstimmung determinierte die Form, in der diese Abstimmung ausgeführt wird, das Ergebnis. Man kann dort erstaunliche Resultate und insbesondere ganz erstaunliche Nebenwirkungen erreichen. Spannend: Der Tagesspiegel zu den eventuellen Folgen der Bundestags-Wiederholungswahl in Berlin. Es ist durchaus möglich, dass die Sitze für alle Parteien gleich bleiben, aber Berliner*innen durch Hessen verdrängt werden.

    Wer hat’s erfunden? Ein Kundan. Das weltberühmte und weltgeschätzte Butter Chicken. Aber welcher Kundan war es? Kundan Lal Gujral oder Kundan Lal Jaggi? Der Delhi High Court muss entscheiden. Who Created Butter Chicken? India’s Great Curry Clash.

  • 24-01-30 Um Mitternacht zum Abenteuer

    24-01-30 Um Mitternacht zum Abenteuer

    Die Spielhalle Neptun an der Dominicusstraße wurde ausgeräumt und steht leer.

    Am nördlichen Ende der Hauptstraße, nur zwei Häuser neben der ehemaligen David-Bowie-Wohnung, entdeckte ich das Seventies Musikcafé. Anscheinend sind seine Zielgruppe David-Bowie-Tourist*innen. Etwas peinlich: Dem Internet zufolge existiert der Laden seit mindestens zwei Jahren und ich sah ihn erst Montag.

    Unsere üblichen Balkontauben entwickeln Frühlingsgefühle. Sie turteln quer über das ganze Gerüst vor dem Haus.

    Das Stadtbad Tiergarten ist wieder eröffnet und die Berliner Bäder haben das sogar mit einem Video gewürdigt.

    An der KZ-Gedenktafel auf dem Kaiser-Richard-Platz lagen frische Blumen und standen Kerzen.

    In Kyritz demonstrierten 600 Menschen gegen Nazis. In Kyritz. Ich zweifle, ob dort jemals 600 Menschen gleichzeitig in der Stadt unterwegs waren. Yeah Kyritz!

    Madame kochte Tom Kha Kai und davon profitiere ich seit Tagen. Das Niedertemperatur-Gänsebratenrezept steht inzwischen in allen Details auf low-n-slow.

    Ich veranstaltete Software-Aufräumen. Obsidian ist auf Handy und Rechner installiert. Ohne gemeinsamen Speicher ist das nur Stückwerk, macht sich bisher aber selbst in der dezimierten Version gut.

    Dafür ist Opera auch als Viertbrowser gelöscht. Irgendwo hatte ich in meinem Herzen noch eine Nische für den ehemaligen norwegischen Underdog. Aber ich ließ mich endgültig überzeugen, dass bereits vor Jahren chinesische Hallodris Opera mit alles gekauft haben und jetzt versuchen mit jedem unseriösen Internetgeschäft der Welt Geld zu verdienen.

    In der Grunewaldstraße errang ich ein unentschieden gegen Microsoft.

    Merken: Im Kino wollen wir in den nächsten Wochen Little Wicked Letters und Andrea lässt sich scheiden sehen.

    Abenteuer Alltag: Mal wieder testen, ob das mit der Erwerbsarbeit noch funktioniert. Dabei vorbeigekommen am am Bahnhof Südkreuz. Dort eröffnete eine neue Packstation, die freundlicherweise eine Küchenzange und ein neues Bratenthermometer ausspuckte.

    Neue Packstation in frisch gestrichenem leeren Innenraum.

    Die schwarze Sozialistin als Deko-Element

    Abenteuer können unterschiedlich aufgefasst werden. Für Bella Baxter ist es ein Abenteuer, wenn sie sich um Mitternacht mit einem fremden Mann trifft, um vor ihrem Vater und Verlobten wegzurennen. Für mich ist es ein Abenteuer wenn ich nach zwei Wochen heftiger Erkältung freiwillig das Haus verlasse und 300 Meter weit ins nahe gelegene Kino schlurfe.

    Im Odeon läuft Poor Things, über den ich diverse Überschriften las, die mich alle nicht begeisterten. Dann beschrieb die Kaltmamsell das zugrunde liegende Buch, und ich wollte den Film sehen.

    Ich war fast hin- und weg. Immer wieder gibt es kleine Stör-Momente oder -Aspekte: Nicht wichtig genug, um sie hier auszuführen. Aber doch zu störend, un den Film zu lieben – er war nur großartig.

    Vor allem aber war ich begeistert: Zu Beginn des Films dachte ich noch ‚Ganz schön schräg für Mainstream-Hollywood‘, am Ende dachte ich nur noch: Was eine großartig schräge Sache. Wes Anderson meets 80er-Jahre-Bahnhofskino.

    Bühnenbild und Kostüme, die der Entrücktheit der Geschichte mehr als gerecht werden. Perfekt dazu passende Musik. Ein Humor, der es schafft gleichzeitig zupackend-direkt ohne jede Subtilität zu sein ohne platt zu werden. Live konnten wir erleben, dass der Film mehrere Humorebenen bediente: die etwas anstrengende Ü50-Gruppe direkt hinter uns lachte grundsätzlich an anderen Stellen als ich.

    Emma Stone als Bella Baxter wird als Schauspielerin auf ein Podest gestellt und gnadenlos nach vorne gedrängt; kann das aber auch schauspielerisch durchspielen und die Rolle vom geistigen Kleinkind bis zur erwachsenen Frau mit Leben füllen.

    Jadda jadda am Mittag

    Noch 20 Tage bis zur „Mathematisch-Grundlagen“-Klausur.

    Mir liegt hier ein umfangreicher Bestand an Altklausuren und anderen Übungsaufgaben vor. Wenn ich die anschaue, denke ich ziemlich wortwörtlich „Klar: n durch (n+1) ersetzen, auflösen, jadda jadda und wird schon passen.“

    Das sollte ich so in der Klausur nicht schreiben. Da muss ich das natürlich zu Ende bringen. Also entschloss ich mich, ernsthaft zu üben und das „jadda jadda wird schon passen“ richtig durchzurechnen. Es folgte die große nicht-überraschende Überraschung: Jadda, es passt natürlich nicht. Nach (n+1) erscheinen noch diverse andere Klippen, die ich bei der ersten Ansicht nicht sehe.

    Und so weiche ich wieder meine Zwei-Welten-Trennung zwischen Arbeit und Uni auf, suche mir in der Mittagspause einen stillen Schreibtisch und rechne vor mich hin. Was überraschend gut funktioniert. Arbeits-Denken und Mathe-Denken sind doch so verschieden, dass das eine den Kopf freimacht für das Andere.

    Was noch spannender wird: in 24 Tagen ist Klausur Technische Informatik/Theoretische Informatik/Betriebssysteme Rechnernetze. Mir ist noch nicht ganz klar, wann ich dafür lernen soll.

    Meine erste Demonstration

    Frau Brüllen demonstrierte in Lörrach (ich vermute, nicht das erste Mal im Leben), Christa Chorherr in Wien und Frau Wunnibar in Bochum hatten hingegen Demo-Lebens-Premiere.

    Eva Farniente im Aviation Training Center (Teil 1 und Teil 2)

    Frau Herzbruch betrachtet Wahlumfragen.

    Karen mit Familie über Silvester in Warschau.

  • 23-12-19 Käsekrakauer im Nordseewind

    23-12-19 Käsekrakauer im Nordseewind

    Madame spielte Sabrina Setlurs „Nur mir„. Damit erfreute sie eine Gruppe älterer Damen.

    Die Schlafkur am Wochenende half. Das erste Mal seit etwa 10 Tagen hatte ich in der Mittagspause genug Energie, um die Verwaltung zu verlassen. Es ergab sich gut, dass ich endlich auch wieder Fahrradfahren darf.

    Der Matrose folgt auf Humboldts Spuren.

    Ex-Fisch-Beckmann in Heide Innenstadt ist jetzt die Pizzeria Layla.

    Die Mini-Judoka im ehemaligen Elite Kickboxing stellten sich als Mini-Karateka heraus. So mini wie sie sind, sehe ich noch keinen sportlichen Unterschied. Ein Schild im Fenster informiert mich. Außerdem gibt es noch MMA und Stretching. Vielleicht doch keine Zwischenlösung.

    Ein anderes Schild informiert mich, dass die Hausarztpraxis umzieht. Von „einmal um die Ecke schlurfen“ hin zu „Einmal um die Ecke schlurfen, in den Bus steigen, acht Stationen fahren.“ Da ich dort normalerweise hinschlurfe, wenn mich jeder Schritt an den Rand meiner Kräfte bringt, ist das keine gute Nachricht. Wir vermuten, dass der Arzt in Rente geht und bereits seit Monaten daran arbeitet, einen fließenden Übergang zur Nachfolgepraxis herzustellen.

    Mein Mathematik-Skript-Tempo verbleibt im Modus „gemütliche Schnecke.“ Aber es erscheint mir sinnvoll. Auf der Zugfahrt las ich die Theoretische Informatik, die hält ähnlich denkt und formuliert wie die Mathematik, und an ein paar entscheidenden Stellen machte es „Klick. Soo ist das also gemeint.“

    Die Kaptains-Rückfahrt verlief erfreulich ereignislos.

    Einmal täuschte die Bahn kurz an: „Streckensperrung zwischen Elmshorn und Hamburg. Wir verbleiben in Elmshorn.“ Ich erschrak. Mit einer kurzzeitigen Streckensperrung zwischen Hamburg und Elmshorn begann meine bizarrsten Bahnepisode 2023. Aber es ging sechs Minuten später komplikationsfrei weiter.

    Insbesondere den ICE699 zwischen Altona und Südkreuz kann ich sehr empfehlen. Er fuhr. Mit dem physischen Zug, der vorgesehen war und alle erforderlichen Waggons enthielt. In der richtigen Reihenfolge. Pünktlich! Er war fast leer. Das Bistro funktionierte. Der freundliche junge Mann, der mir Rotwein brachte, hatte sogar ein Glas dabei. Krasses Erlebnis. Ich fahre nur noch ICE699.

    Paranoid geplante Umsteigezeiten führen zu langen Bahnhofsaufenthalten. Zum Glück hat Hamburg-Altona einen Premium-Presseshop. Ich weiß jetzt unter anderem, dass es ein offizielles Magazin für den „Landwirtschafts-Simulator“ gibt und eine Landwirtschaftssimulator-Con mit 1500 Teilnehmer*innen.

    Außerdem die Zeitschrift mit dem schlechten Wortspiel des Jahres „VANderlust.“ Irgendwie fand ich romantisches Reisen bewunderungswürdiger, als man dafür noch nicht Auto fuhr.

    Aus dem RE6.

    L’altro Natale

    Wir schlenderten über den Weihnachtsmarkt in Heide, der „Marktstadt im Nordseewind.“ Der Kaptain fand den Markt zu klein, aber die Marktstadt ist ja auch eine Kleinstadt. Ich fand ihn gelungen; schöner als in manch anderem Jahr. Der Traditionalist in mir freute sich, dass er – auch anders als in manch anderem Jahr – ordnungsgemäß an Weihnachten enden wird.

    Der Teilzeitnordseebewohner in mir freute sich, dass Krabbenkutter Andrea auch einen Stand hatte. Krabbenkutter Andrea bot unter dem beleuchteten Rentier Krabbenpasta und Krabbenbrötchen.

    Die obligatorische Weihnachtsmarktbratwurst verwandelte sich dieses Jahr in eine Käsekrakauer.

    Überhaupt: In den Weihnachtsvorbereitungen hängen wir gegenüber anderen Jahre deutlich hinterher (Weihnachtskarten? Was ist das?), aber so „in der Adventszeit sein“ nahm ich mehr mit. Vier Weihnachtsmarktdurchquerungen wenn ich richtig zähle!

    Es gibt dieses Spiel, möglichst lange durch die Adventszeit kommt, ohne „Last Christmas“ zu hören. (Siehe FAZ: Whamageddon-Challenge : Bloß nicht „Last Christmas“!)

    Es gab Jahre, in denen fragte ich mich, wo da die Herausforderung liegt. Kein Last Christmas nirgends. Dieses Jahr bin ich schon Mitte Dezember bei bei fünf bewussten Hörungen: Zweimal in Fremdautos, ohne Einfluss aufs Radioprogramm. Einmal bei „The Masked Singer“, einmal beim Synchronschwimm-Weihnachtsmärchen und einmal per „Natale Italiano“-Playlist auf Spotify. (Dort die englische Version, nicht L’altro natale)

    Nummer sechs in Vorbereitung dieses Blogposts, beim Heraussuchen von L’altro natale. Anscheinend ist mehr Adventszeit um mich herum als normal.

    Als ich noch ein Jugendlicher war und reguläres Fernsehprogramm schaute, ärgerte ich mich über Jahresrückblicke im Dezember. Das Jahr ist doch noch gar nicht vorbei! Das geht doch nicht!

    Aber ich kann schon mal einen Ausblick für 2023 zitieren, den ich am 31. Dezember 2022 bloggte:

    Mein Plan für nächstes Jahr wäre an dieser Front: ein Jahr zwischendurch, in dem privat alles ruhig so weiterläuft wie aktuell – und wie schon länger nicht mehr. Die größeren Abenteuer dürfen ab 2024 wieder kommen. Für 2023 bin ich mit Abenteuer per Bahnurlaub und Statistikklausuren zufrieden.

    Rückblick und Ausblick folgt später.

    Käsefondue-Ketwurst

    Um beim Weihnachtsmarkt-Thema zu bleiben. Die New York Times bereiste mit dem Interrail-Ticket Weihnachtsmärkte entlang des Rheins von Basel bis Strasbourg. Der Artikel: Frugal Traveller: A Magical Tour of Christmas Markets Along the Rhine (ohne Paywall) erklärt Strasbourg zum „Capital of Christmas.“ Über Basel weiß die Reisende zu berichten von „The fondue dog: a half-baguette drilled with a well in the center filled with molten cheese and a frankfurter.“ Kein Berliner, wer da nicht an Ketwurst denkt.

    Des Buddenbohms-Bluesky/Threads/Mastodon-Timeline ist eine andere als meine Tröt-Timeline. Aber schöne Erinnerung daran, warum ich einst Twitter verließ und warum ich mich so sehr an den Trans-Furry-Catgirls auf Mastodon erfreue.

    Christina Chorherr blickt auf ihre Großmutter zurück (Sie wurde 1882 geboren, Österreich war noch eine Monarchie, Kaiser Franz Joseph I. regierte schon seit 1848, aber er entgeht bei einem Besuch von Triest 1882 einem Bombenattentat. Zwei Zuschauer sterben. Richard Wagners Parzifal hat seine Uraufführung, am Theater an der Wien in Wien findet die Uraufführung der Operette Der Bettelstudent von Karl Millöcker statt.): JULIANE, EINE PIONIERIN UND IHRE ERDÄPFELPUFFER

    FrauTiberTaunus fragt den Römer nach Last-Minute-Geschenkideen für Italien-Liebhaber und solche, die es noch werden wollen

    Ein Ausstellungshinweis: im Aedes Architekturforum Berlin findet bis zum 31. Januar eine Ausstellung zum Thema Bäderbau unter dem Titel „Swimming in Atmosphere“ statt. Ausgestellt werden Bäder (also wohl eher: Materialien zu den Bädern) von 4a Architekten.

  • 23-11-25 Taktflankenfliplops

    23-11-25 Taktflankenfliplops

    A aus R, derzeit in W, bestand ihren Führerschein.

    Seltsame Zeiten. Mehr als einmal wache ich nachts um 0h/1h/2h auf, denke „Wow – spannender Traum. Wow – noch ganze 5/4/3 Stunden Schlaf, welch Luxus“ und schlafe wieder ein. Bis morgens erinnere ich mich noch, dass ich von den Träumen beeindruckt war, aber nicht mehr, worum es ging. Vielleicht ist es auch nur die Erkältung, die sich anschleicht und im Kopf herumspukt.

    Nach einigen Wochen erkältungsfreiheit ist dieses Glücksgefühl schon wieder vorbei. Ich huste und schniefe vor mich hin.

    Solange die Tests einstrichig bleiben, beginnt der Morgen mit der Entscheidung Bett, mobiles Arbeiten oder Office office. Freitag fiel die Entscheidung in Richtung Office office. Ich wollte meinen in monatelanger Nerverei errungenen Triumph über das ITDZ genießen.

    Immerhin verleitet das Wochenende dann endgültig zum Einkuscheln. Ein spätes Frühstück mit durch Madame bereiteten Pancakes nach Gabi Frankemölle bildete den würdigen Abschluß ein eingerollten Vormittags..

    Wir nutzten eine Regenpause, um zum Rentnerspielplatz am Cheruskerpark zu laufen. Madame sportelte, ich rentnerte. Leider war niemand anwesend, den man hätte spontan in seine Schranken weisen können. Die anwesenden Kalisthenie-Treibenden sahen nicht so aus als würden sie sich klaglos bepöbeln lassen.

    Nach dem Sport führten uns die Schritte zum Euref-Gelände. Wir staunten, wie man so derart viel Geld in die Hand nehmen kann, um ein Stadtviertel zu gestalten und es dabei so unfassbar nicht-einladend wirkt.

    Die Abwasserrohr(?)-Baustelle entwickelt sich prächtig. Inzwischen werden die Rohre in einer Art Bogenbrücke über eine Fußgängerampfel geführt, um direkt dahinter im Boden zu verschwinden.

    Ein „Reserviert“-Schild auf den Hinterhofparkplätzen sah ich im Müllcontainer. Parkplatzmiete nicht bezahlt? Doch zuviel gemietet? Innerhallodrische Auseinandersetzungen? Weiterhin parkt eins der beiden Autos der Doppelparkplatzmieter meist quer über beide Parkplätze während das andere halt irgendwo anders im „freien“ Hinterhofbereich steht.

    11 mal 11 ist 1001

    Es wird durchgeregnet diesen November. Laut Dürremonitor ist die „extreme Dürre“ selbst im Berliner Umland noch vorhanden – aber nicht mehr durchgehend und komplett. (Komplementär: Auch nach einem Monat Dauerregen gibt es immer noch große Bereiche in Berlin/Brandenburg, in denen im Boden extremer Wassermangel herrscht).

    Regen, kält, dezent erkältet. Das letzte Wochenende dieses Jahr, an dem keine größere Aktivität geplant ist. Eine ideale Zeit, um sich mit Rechenwerken und Prozessorschaltungen zu beschäftigen.

    Nachdem das Skript zur Technischen Informatik durch verknappten Minimalismus glänzt, nahm ich einen Tipp einer Kommilitonnin aus dem Mentoriat auf und bestellte Roland Hellmanns „Rechnerarchitektur: Einführung In Den Aufbau Moderner Computer“ (Gebraucht gekauft, in einer älteren Ausgabe. So grundlegend und abstrakt wie der Stoff ist, hat sich in 10 Jahren wenig verändert).

    Gefühl behandelt er auf dem fünffachen der Seiten ungefähr denselben Themenbereich wie das Skript. Und das ist für mich erkenntnisfördernd. Zumal er manchmal den einen Schritt weiter geht. Hört das Skript bei den Speicherregistern im Prozessor auf (die jeweils ein „Wort“, also 8 Bit, 16 Bit.. 64 Bit speichern können), geht Hellmann bis hinunter den Flipflops, also den Bausteinen, die 1 oder 0 anzeigen.

    Endlich mal verstehen, wie und wo in einem Rechner tatsächlich Strom fließt oder nicht. Und wie man daraus mathematische und logische Operationen bastelt und am Ende Programmiersprachen bekommt. So manche Eigenheiten der Programmierung ergeben plötzlich deutlich mehr Sinn, wenn ich verstehe wie sie historisch-physikalisch entstanden sind.

    Auch gelernt: Meistens reagieren die Flipflops nicht darauf, ob auf Strom fließt oder Strom nicht fließt, sondern auf „Der Stromfluss steigt/fällt in einer bestimmten Steilheit.“ Der getaktet Strom hat Flanken des An- und Absteigens, der Flipflop reagiert auf diese Taktflanke.

    Auch gelernt: Wenn ich ein Rechenwerk habe, das nur 0 und 1 addieren kann: Wie berechnet es eine Division mit Gleitkommazahlen?

    Dabei zur Eigenverständnisförderung gleich mal das kleinere 1×1 (bis 8×8) in Binärzahlen multipliziert und dividiert.

    Quadratkilometerzahl mal 20

    Beim Borgen-schauen trat die Frage auf: Wird in Dänemark eigentlich werktags gewählt?

    Die Frage ließ sich nicht ergründen. Aber dafür traten andere Eigenheiten des dänischen Wahlrechts auf: Es gibt ein komplexes System mit Direkt- und Listenplätzen in Mehrkandidatenwahlkreisen. Die Zahl der Mandate pro Wahlkreis errechnet sich aus: „Die Verteilung der 175 Mandate insgesamt und der Direktmandate erfolgt dabei aufgrund der Kennzahl = Einwohner + Wähler der letzten Wahl + Quadratkilometerzahl x 20.“

    Noch verwunderter festgestellt: Die Realität folgt der Serie. Heldin der Serie ist die Politikerin Brigitte Nyborg, die für die „Moderaten“ Regierungschefin ist, sich später mit der Partei überwirft und dann die „Neuen Demokraten“ gründet.

    Zur Zeit der Serie 2010-2013 gab es keine Moderaten im dänischen Parlament. Aber es ist deutlich zu erkennen, dass Nyborgs Partei am linksliberalen „Venstre“ orientiert ist.

    In der Zeit des Seriendrehs von 2009 bis 2011 war Lars Løkke Rasmussen Ministerpräsident für Venstre. Dieser überwarf sich 2022 mit seiner Partei. Er trat aus, und gründete einen Nachfolger: „Die Moderaten“.

    Im Gegensatz zu Nyborg ist es Rasmussen aber nicht gelungen zum Zünglein an der Waage zwischen rotem und blauem Lager zu werfen.

    Wer ebenfalls noch nie einen Escape Room von innen gesehen hat und immer wissen wollte, es es dort ist: Andrea Karminrot war: Sherlocks Falle im Escape Berlin.

    Auch Berlin, auch ein spannender Ort fernab jeglicher meiner Wege: Königlicher Tischtennisclum Berlin im Hotel Berlin Berlin.

    Christa Chorherr schreibt, warum sie bloggt.