Schlagwort: Mathematische Grundlagen

  • 24-09-12 Subtraktions-Speedrun

    24-09-12 Subtraktions-Speedrun

    In Kremmen findet eine Demo für Vielfalt und Toleranz statt. Am Freitag, 13. September um 17 Uhr am Marktplatz.

    Am Südkreuz fuhr ein Lastenfahrrad mit breiter Plattform als Ladeplatz. Darauf ein Rollstuhl samt Rollstuhlfahrer. Ich schwankte innerlich zwischen Pfiffig! und Oh Gott, das kann nicht verkehrssicher sein!

    Ich kaufte Stollen-Konfekt und das war gut so.

    Vandalen vandalierten Madames Fahrrad in einer Brandenburger Kleinstadt.

    Das Anhaltinische Theater Dessau bietet eine spannende aussehende Reihe „Puppe ab 18“ mit Puppentheatergastspielen für Erwachsene.

    Die Fernuni Hagen führt den Master Wirtschaftspsychologie ein. Sollte ich also durch den aktuellen Bachelor kommen, stehen mir gleich fünf Master offen (Wirtschaftsinformatik, Data Science, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspsychologie und Praktische Informatik).

    Mein Hauptproblem ist, dass ich mich inhaltlich für vier davon interessiere. Und für 80% der übrigen in Hagen angebotenen Master auch noch. Noch schlimmer: Mein anderer Abschluss dürfte mir den Zugang zu den meisten übrigen Mastern ermöglich. Nur Recht und Psychologie könnten schwierig werden.

    Während ich dies schreibe, bekomme ich die Nachricht, dass die Klausur Mathematische Grundlagen von Ende August im zweiten Versuch bestanden ist. Meine Güte. Auf zur Linearen Algebra.

    Leider war ich nicht im Büro als das (kleine) Lager mit auszugebenden und zurückgegebenen Handies gleichzeitig Warntags-warnte,

    Den freien Tag Klausur-Erholungs-Urlaub gab ich zurück, weil ich dachte die Planen-in-mathematischen-Modellen-Klausur wird nicht so schlimm. Ich kann den freien Tag anderswo besser einsetzen. Das war eine teure Entscheidung. Der Arbeitstag war durchgehend fordernd. Die Klausur sah aus der Nähe auch anstrengender und erholungsbedarfinduzierender aus als gedacht.

    700 Zeug

    Gute Nachricht der Planen-mit-mathematischen-Modellen-Klausur. Sie war (Teil-)Open-Book: ich durfte die Kursunterlagen dabei haben.

    Schlechte Nachricht: Ich hätte es wissen müssen, diese Art von Klausuren sind meistens so konzipiert, dass man keine Zeit zum Nachschlagen hat – also bestenfalls gar nicht nachschauen muss, oder wenn, dann zumindest genau wissend, was mensch wo sucht.

    Diese Klausur war ein Speedrun. Ich begann zügig und konzentriert und ohne das Bedürfnis etwas nachzuschlagen.

    Trotz meiner bekannten Schwächen bei Rechenaufgaben der Art \[ 221 – 219 \] verzichtete ich auf’s Nachrechnen – Später!

    Nach einer Dreiviertelstunde dämmerte mir, nach einer Stunde war es klar, dass ich trotzdem hinter der Zeit liege. So würde das nichts mehr. Also Speedrun: Schreiben, Rechnen, den inneren Automatismen freie Bahn lassen mit fliegendem Stift – kein Konzeptpapier mehr sondern gleich in die Finalversion und durch.

    Normalerweise kann man mich mit Textaufgaben erfreuen, bei denen Produzenten veganer Hackfleischsauce, Tischtennisschlägerhersteller oder Sägewerke Probleme wälzen, die man lösen soll. Aber diesmal hatte ich keine Zeit mehr. Ich nahm nur wahr: „700 Zeug nach 4 Dings unter der Bedingung 1 irgendwas + 3 irgendwas“

    Ich kam bis zur Teilaufgabe 4d. Bei 4e wäre ich ganz durchgekommen.

    Nachrechnen, Überlegen – ihr beliebt zu Scherzen. Immerhin sollte es inhaltlich kein Problem gewesen sein – wie viele Punkte mich Rechenfehler, Verleser und unleserliche Schnellschrift kosteten, werde ich in ein paar Wochen erfahren.

    What a Ride!

    Immerhin: Der Internet-Hotspot zur Klausur hielt. Dank Madames Handy und Rechner hatte ich zweieinhalb Stunden unterbrechungsfreies Internet; etwas das DSL+Powerline derzeit nicht hinbekommen.

    TurboPascal

    Zweite gute Nachricht: Ich habe mein Seminarthema grundsätzlich verstanden. Damit ist natürlich keine Seminararbeit geschrieben und auch mathematisch steige ich noch nicht durch. Aber ich verstehe, was die Fragestellung überhaupt soll. Bei Mathe ist das meistens mehr als die Hälfte der Aufgabe.

    Erfreulicherweise schließt es inhaltlich genau an die gerade geschriebene Klausur an. Selten war ich so zielgenau vorbereitet.

    Lustige Erkenntnis: Prof. Hering (unter den Wiwi-Studenten als DER Professor Hering bekannt) schrieb 1990 seine Diplomarbeit über genau dieses Thema. Nur programmierte er damals gleich noch ein Programm in TurboPascal zur Lösung derartiger Probleme. Das muss ich nicht.

    Oy vey, have you got the wrong Vampire

    Kleine Klausurnachfeier: das Odeon-Kino zeigt einmal im Monat einen klassischen Vampirfilm. Diesen Monat: The Fearless Vampire Killers / Tanz der Vampire von 1967.

    What a Ride! Again.

    Wir waren erinnert an Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Das Kabinett des Dr. Caligari, Alien, Dr. Mabuse, die Carry-on-Filme, Willy-Bogner-Filme und jede Menge Kostümdrama. Mir fehlen noch die Worte. Ich sichte Sekundärliteratur, um Worte zu finden.

    Was auffiel: Ein Holocaust-Überlebender drehte 1967 einen Film, in dem eine osteuropäisch-jüdische Familie die Opfer sind, während die Täter (Vampire) Herbert/Otto/Bertha von Krolock heißen – und ich finde bis 2024 nicht eine deutsche Besprechung, die das irgendwie thematisiert.

    Es wunderte mich weniger, dass die deutsche Synchronisation von 1967 auch die Textverweise auf das Judentum tilgte. Unter anderem den schönen Kracher, in der das junge Mädchen den (neu erschaffenen) jüdischen Vampir Yoyneh Shagal mit einem Kreuz abwehren will und er nur kontert: Oy vey, have you got the wrong Vampire.

    Was auch auffiel: die Szenerie erinnerte stark an Bilder von Chagall. Die jüdische Familie heißt Shagal.

    Unter asiatischen Metzgern in Deutschland

    Feldforschung in der Fleischerei Tag 1 und Tag 2 und Tag 3.

  • 24-09-03 Unabhängiger Sommerpuffer

    24-09-03 Unabhängiger Sommerpuffer

    Kohlweißlinge prügelten sich um den besten Platz an der Katzenminze.

    Wir fragten uns: Wo kommen all‘ die Admirale her? Antwort: Aus Südwestdeutschland.

    Die Bank ist fertig gecremt. Wunderbarerweise schafften wir es, uns weder auf die frisch gecremte Bank zu setzen, noch dort etwas abzustellen.

    Die komplette Apfelernte von zwei Bäumen beträgt dieses Jahr sieben Äpfel und ein paar Gefallene. Danke, Spätfrost.

    Madame bastelte Bäckerisches. Die Apfelrosen sahen nicht nur – wie erhofft – spektakulär aus, sondern sie schmeckten auch – eher unverhofft – ganz ausgezeichnet.

    Mit den Apfelrosen ging es zu einer Geburtstags- und Renteneintrittsfeier. Im Laufe des Nachmittags stellten sich weitere Geburtstage heraus.

    Vor allem las Madame Platon und Dewey.

    Die Schlange bei Mir Döner wird wieder kürzer.

    Dein Späti, also mein Späti, vielleicht auch unser Späti, der Mädchenspäti halt, bietet jetzt Billard an (fein) und unkomplizierte Hilfe bei Behördenangelegenheiten, Bewerbungen und anderen Leben-in-Deutschland-Problemen (sehr fein).

    In der Hofdurchfahrt liegen schlappe Ballons. I know what you did last night,

    Zeit, Vorräte für die Sprühsahneflasche zu kaufen. bevor Lachgas verboten wird.

    Auf der Innsbrucker Straße kam mir ein Mann entgegen, laut proklamierend „Wenn ich nüchtern bin, kann ich alles erreichen!“. Der Fahrradfahrer vor mir brach in schallendes Gelächter aus.

    Die Abteilung Informationstechnologie der Berliner Bäder-Betriebe AöR schreibt Stellen aus. Dazu nächstes mal mehr.

    Peter Fox spielte ein Konzert im Sommerbad Neukölln – für regulären Schwimmbadeintritt. Und das finde ich großartig. Statement eines Kollegen, der vor Ort war: „Hammer!“

    Seit zweieinhalb Jahre freue ich mich beinahe täglich, dass mein Arbeitgeber einige der ikonischsten Orte in Berlin betreibt.

    Noch bleibt mir auch der direkte Genuß im Insulanerbad. (SK 30 / 2,67€).

    Schwitzen im Park

    In der Tür der Jahreszeitenwechsel herrscht dichtes Gedränge. Der Herbst möchte unbedingt hinein. Der Sommer aber gar nicht hinaus. Wildes Handgemenge.

    Der Herbst kommt:

    Landtagswahlen finden statt.

    Das heißgeliebte Insulanerbad wird am Sonntag schließen.

    In meinem Uni-Moodle werden nach und nach die Kurse für das nächste Wintersemester freigeschaltet.

    Ich beginne ernsthaft, mir Termine für 2025 zu machen.

    Noch will es mir unwirklich erscheinen, dass ich je freiwillig Handschuhe auf dem Fahrrad anzog – aber ich beginne zu überlegen, wo ich sie hingepackt habe. Auch schaue ich mal wieder die Fahrradbeleuchtung auf Funktionsfähigkeit an.

    Noch aber macht der Sommer sich breit und schwer.

    Die Schließung des Insulanerbads verschob sich auf den 15. September.

    Das Sommersemester wirft noch zwei Herausforderungen in Form von Klausuren den Ring.

    Das Internetwetter kündigt für die diese Woche durchgehend 30 Grad an. Freilufttheater überziehen. Die Freiluftkinobetreiber frohlocken. Der Boden dörrt. Herbst-Geburtstags-und-Halloween-Aktivitäten wirken unendlich weit weg.

    Schwitzen im Park funktioniert auch ganz ohne die damit verbundenen Sporteinheiten.

    Glück und Prädikatenlogik

    Ein spannender Punkt der Matheklausur für mich, und für andere, war die überraschend auftauchende Prädikatenlogik. Diese kam seit 2014 nicht mehr in einer Klausur vor – und ich vermute viele haben sie deshalb vorsichtshalber auch nicht gelernt.

    Dabei gab es einen Hinweis. In der Klausur Sommersemester 2023, die alle lernen konnten. Dort lautete die (gekürzte) Aufgabe 8:

    Formulieren Sie die folgenden Aussagen mit Hilfe der obigen Bezeichnungen als aussagenlogische
    Formeln. Diese müssen Sie nicht begründen.
    (a) Wenn ich viel lerne und in der Logikaufgabe keine Prädikatenlogik vorkommt oder
    wenn ich Glück habe, bestehe ich die Klausur.
    (b) Wenn in der Logikaufgabe Prädikatenlogik vorkommt, bestehe ich die Klausur nur,
    wenn ich Glück habe und viel lerne.
    (c) Wenn ich Glück habe, dann lerne ich nicht viel und bestehe die Klausur.

    Mir ist es natürlich zu spät aufgefallen. Aber ich habe laut aufgelacht als ich es gelesen habe.

    Aber hinfort mit den Grundlagengedanken! Nächste Woche liegt Planen mit mathematischen Modellen an. Jetzt geht es um Netzplantechnik (Metra-Potenzial-Methode), Freie Puffer und Unabhängige Puffer, Zufallszahlen und stochastische Simulationen.

    Wir müssen rein in den Veloverlad

    Poupou las Piaget und Shannon.

    Hörenswertes zu den Landtagswahlen. Schriftsteller Rietzschel: „Wir müssen rein in die Politik“ (Rietzschel gehört auch der Sorte von Menschen deretwegen ich mich bei jedem einzelnen Sachsenaufenthalt meines Lebens sehr wohl dort fühlte).

    Und ich bin kurz davor, wieder den Weg nach oben zu nehmen, als der Veloverlad eintrifft, in Form eines Kleinbusses mit einem Fahrradanhänger und einem sehr lustigen Fahrer, neben dem bereits ein Rennradler sitzt. Wir verladen also, und wir zahlen nix, denn wer sperrt, zahlt den Verlad. So ist das in der Schweiz, und ich stelle mir dazu eine sehr einfache Entscheidung in irgendeinem Veloverladegremium vor, wo alle nicken und sich dann wieder ihrer Arbeit zuwenden. Der Bus fährt, als ob der Henker hinter uns her wäre, aber das kann er ja auch tun, es sind ja keine Radfahrer auf der Straße.

  • 24-08-31 Vom T über a,b,c zu ()()()

    24-08-31 Vom T über a,b,c zu ()()()

    Der Kaptain wirbelte Parmesan.

    In St. Ursanne wurde eine mooh gesichtet.

    Madame liest Platon und Dewey.

    Ich bekomme eine Mail in der jemand fragt, ob mich noch an die Quellen erinnern kann, auf deren Basis ich 2004 einen Wikipedia-Artikel zum Nahost-Konflikt erweiterte.

    Örks, nein, eher nicht. Ich hätte schwören können, dass ich Nahost in Wikipedia immer weiteräumig umging.

    Ich bekomme viele Bestätigungsmails. Jemand nutzt eine sekundäre Mailadresse von mir, um Internet-Kontaktpostfächer zu spammen. Jeden Tag ein halbes Dutzende Bestängungsmail von Versicherungen, Banken und anderen „Wir haben ihre Anfrage erhalten.“

    Das ist nervig. Vor allem wird es früher oder später dazu führen, dass die entsprechende Mailadresse auf Spam-Blacklists landen wird. Zum Glück nutze ich sie nur zum Empfangen, nicht zum Senden.

    Auf Tröt lernte ich, dass die Tierfamilie der Haie (500 Millionen Jahre) ein vielfaches älter ist als der Polarstern (60 Millionen Jahre). Ich mochte es nicht glauben und schlug nach: Stimmt.

    Wobei der Polarstern Teil eines Doppelsternsystems ist. Der fürs Auge unsichtbare Polarstern B hat ein anständiges Sternenalter von 2 Milliarden Jahren.

    Das ändert nichts daran, dass Haie 80% ihrer Existenz zu Zeiten verbracht haben in denen es keinen Polarstern gab.

    Früher habe ich einst fremde Schwimmbäder aufgesucht, um in unbekannte Berliner Stadtteile vorzustoßen. Inzwischen reicht es, einen der letzten Geldautomaten zu suchen.

    Das erste mal seit Monaten in Wilmersdorf. Wir entdeckten eine real existierende Bankfiliale. Und ein Brettspielspezialgeschäft. Und am schönsten, ein Magic-the-Gathering-Turnier, das gerade live in einem Spezialladen durchgeführt wurde. Und alle Teilnehmer*innen waren viel jünger als wir. Ich habe Vertrauen in die Zukunft.

    Freitag Abend in den märkischen Hamptons: 16 Grad Außentemperatur. Ich hätte die Luft umarmen können. Vielleicht habe ich es auch getan. Ich war ja zu dem Zeitpunkt alleine.

    Madame meinte beim Frühstück, ich sähe aus als wollte ich gleich meinen Riesenkürbis auf die Schubkarre laden und zum Riesenkürbiswettbewerb fahren. Ich versuchte, mir eine Version meiner selbst vorzustellen, die Riesenkürbisse züchtet.

    20:36, auflaufendes Wasser

    Madame entdeckte etwas und fragte mich, ob ich beim Umräumen eine alte Uhr aus Konfirmationszeiten wiedergefunden habe. Nein! Die ist brandneu! Quasi ein Selbstgeschenk Matheklausur.

    Denn die Uhr im Retrolook ist wasserdicht! Und aus Plastik gefertigt, das vorher aus dem Meer geborgen wurde. Und sie hat den Farbton seafom. Vor allem aber zeigt sie mir immer die Gezeiten an. Ich kann jederzeit sehen wie die Gezeiten in Büsum sind.

    Okay, fast. Deutsche Gezeiten kann die Uhr nicht. Aber da die Tiden sehr regelmäßig sind, nur von Geograpie und Sonne, Mond und Sternen abhängen, sind die berechenbar. So berechenbar, dass ich La Push im US-Staat Washington fand. La Push hat fast identische Gezeitenzeiten mit Büsum. So weiß ich immer was in La Push das Wasser macht.

    Spannender Ort: 350 Einwohner*innen, fast alle zum Stamm der Quileute gehörend. Die gesamte Wirtschaft in La Push ist in Stammeseigentum, Privateigentum existiert nicht. Dafür Tourismus:

    An der First Beach liegt das Oceanside Resort, das vom Stamm betrieben wird. Die ersten Hütten des Oceanside Resort wurden bereits in den 1930er Jahren errichtet. Heute ist es ein modernes Luxushotel, das als Ziel für Erholungssuchende ohne Fernseher ausgestattet ist. Im Frühjahr ist der Ort Ziel von Walbeobachtern, im Sommer von Anglern und Wanderern und im Herbst und Winter ein Ziel zur Sturmbeobachtung. Der First Beach ist im Sommer und frühen Herbst ein bekanntes Surfgebiet

    Vielleicht muss ich da mal hin.

    Was erlauben Induktion?!?

    Meine Klausurvorhersage für die Mathematischen Grundelagen war korrekt: Achterbahnfahrt.

    Originelle, aber faire Fragestellungen und das Unerwartete. Auf jeden Fall hatte ich Respekt vor der Klausurerstellerin.

    Hätte ich fünf Stunden Zeit gehabt und einen Telefonjoker zu Rate ziehen können, wäre das eine spannende Beschäftigung gewesen. In zwei Stunden ohne Telefonjoker: Achterbahnfahrt.

    Es gab schöne Momente wie die Treppennormalfallformmatrix oder als mir die Umformung der Polynomgleichung mit T, T^2 und T^3 zu a(), b (), c() wieder einfiel.

    Es gab den Moment in denen ich feststelle, dass der Induktionsbeweis – eigentlich immer ein sicherer Punktegarant – plötzlich unerquicklich mit einer Ableitung und einem Division durch Null verknüpft war.

    Und es gab „Prädikantenlogik? WIe Prädikantenlogik?? Die kam seit 2014 in keiner Klausur mehr! Wer soll denn sowas lernen!“

    Eine echte emotonale und intellektuelle Achterbahnfahrt. Aber ich stehe auf sowas. Und bin auch nach Ansicht der Musterlösung recht optimistisch was das Punkteergebnis angeht.

    Nach der Klausur ins Freibad. Dann wieder nach Hause, vergessenen Kabanenschlüssel und Eintrittskärtchen holen. Dann wieder ins Freibad. Es war schwül, es war heiß – Wiesen und Kinderbecken waren soll, Schwimmbecken erfreulich leer. (SK 29 – noch eine Woche ist das Insulanerbad geöffnet)

    Madame malte derweil Auberginen.

    Tirana, Lemberg, Cuxhaven

    Fast gleichzeitig lese ich zwei beachtenswerte Osteuropabuchtipps.

    Frau Maultaschen Ravioli empfiehlt: Philipp Sands: Rückkehr nach Lemberg.

    Christa Chorherr empfiehlt Lea Ypi: Frei – Erwachsenwerden am Ende der Geschichte.

    Ich setze meine Fortbildung „Segel-Navigation im Wattenmeer und drumherum“ fort. Als Träger einer Gezeitenarmbanduhr muss ich davon fasziniert sein.

  • 24-08-29 In Treppennormalform

    24-08-29 In Treppennormalform

    Auf dem Dachboden wird gesägt.

    Madame und Dirk von Lowtzow von Tocotronic sind fast gleichzeitig von Freiburg nach Hamburg gegangen.

    Ich klausurlaube und grummele ob der Hitze und lerne.

    Versuche, der intellektuellen Vertunnelung und der emotionalen Verhöhlung entgegenzuwirken:

    Dienstag Insulanerbad mit Madame (SK 26, 27 – 2,96€ pro Besuch). Es wird mir fehlen.

    Mittwoch Stadtbummel durch die Schloßstraße – langsam wurde es schwierig bei den Außentemperaturen etwas zu unternehmen ohne zu zerfließen. Ich entschied mich für eine Spaziergangsvariante, die diverse klimatisierte Geschäfte auf dem Weg enthielt. Hätte fast im Überschwang einen Kalender für 2025 gelauft. Geld ausgegeben habe ich für den Einkauf beim unklimatisierten Hofladen in der Akazienstraße: Breite Bohnen und Rote Beete.

    Heute angekündigte 34 Grad. Ich versuche noch mich zu entscheiden, ob ein kompletter Wohnungstag oder ein Wohnungstag mit Intensivbratung zwischendurch schlimmer ist. Vielleicht auch Insulaner. Aber Freibad bei 34 Grad will doch auch niemand.

    Madame lernt.

    Raumbildkernstammfunktion

    Noch 24 Stunden bis zur Onlineklausur „Mathematische Grundlagen“.

    Ich lerne unter anderem mit Altklausuren und entwickele großen Respekt für die Klausurerstellerin. Es werden zuverlässig die Hauptthemen und im Wechsel verschiedene Nebenthemen abgeprüft. Dabei wiederholen sich über die Jahre fast nie die Fragenstellungen.

    Die konkreten Aufgaben sind clever gedacht, kombinieren oft sinnvoll verschiedene Themen und erfordern auch fast immer eine gewisse mathematische Kreativität zur Lösung. Aber alles im fairen Bereich: wenn man das Zeug verstanden hat, sollte man auch so kreativ damit umgehen können – und wenn man dann eine Lösung hat, blinken begeistert mehrere Glühbirnen über dem Kopf.

    Stand Dienstag Abend: Mit etwas Glück könnte ich jetzt bestehen. Und ich habe noch zwei ganze Tage zum Lernen!

    Stand Mittwoch Abend: Wenn es normal läuft. mache ich mir keine Sorgen. Beweis per Induktion und Gleichungssysteme per Matrix und Treppennormalform lösen kann ich mittlerweile auf Geschwindkeit Nachts um drei im Halbschlaf.

    Die Logikregeln sind wieder drin. Das ganze Vektor-Vektorraum-Umfornungs-Abbildungs-injektiv-surjektiv-Bild-Kern-Dimension-Basis-Drama habe ich im Großen und Ganzen auch verstanden und kann es anwenden.

    Bei den obskureren Integrationen und Ableitungen weiß ich zumindest wo im erlaubten Spickzettel ich schnell die nötigen Formeln finde. Und selbst bei den konvergierenden Reihen sehe ich in den Beispielaufgaben meistens in welche Richtung es sich bewegt.

    Weiterlernen? Wieviel Schmerz nehme ich für eine bessere Note auf mich?

    Ach stimmt ja. Es gibt nur cool und uncool und wie man sich fühlt b. (bestanden) und n.b. (nicht bestanden). Es gibt in dieser Klausur keine Noten.

    Wieviel Schmerz bin ich bereit auf mich zu nehmen, um auch unter ungünstigen Umständen (aktuelle Selbstüberschätzung meiner Fähigkeiten + schlechter Tag + unglückliche Aufgabenstellungen) durch zu kommen?

    Wähle Sachsen liebenswert

    Mathelernbedingt schaue ich derzeit öfter bei Youtube herein als sonst.

    DorFuchs, MathemaTrick oder MathePeter bedienen ein Nischenpublikum. Dennoch bekomme ich Werbung. Politische Werbung gar gegen die AfD.

    Edeka versucht es gaga: Es gibt kein blaues Gemüse, also auch nicht blau wählen. Das überzeugt mich inhaltlich nicht. Aber ich habe Respekt davor, dass der Konzern sehenden Auges ein Drittel seiner Sächsischen und Thüringen Kundschaft herausfordern mag.

    Noch verwirrender: Wähle Sachsen liebenswert. Ein mittelalte Dame (die den Eindruck erweckt als sollte ich sie kennen) erzählt vom wunderschönen Sachsen und seiner Kultur. Dann bringt sie Kultur-Beispiele, die so traditionell Kultur sind, dass auch der letzte Dorfork sie versteht (Moritzburg, sorbischer Osterritt) und deswegen soll man keine scheinbaren Alternativen wählen. Es endet mit dem sächsischen Wappen und dem Slogan „Wähle Sachsen liebenswert.“ Kein Impressum, keine Angabe von wem die Werbung ist.

    In seiner niederschmetternden Biederkeit wirkt es stark nach CDU-Staatskanzlei. Aber die würde nicht so offensichtlich Wahlwerbung machen.

    Bisher gelang es mir nicht den Urheber der Werbung zu finden. Oder die Dame, die ich vermutlich wiedererkennen sollte. Oder auch nur, den Werbespot wiederzufinden.

    Theta

    Mehr zum Hofladen und Wilmars Gaerten. Der rbb war auch schon da: Wilmars Gaerten – Nachhaltige Landwirtschaft im Süden Brandenburgs und der tip Berlin ohne Paywall: Wilmars Gärten in Brandenburg: Ein Besuch im Gemüsebeet von Mariá Gimenez

    Klimakatastrophe praktisch: Es gibt eine neue überarbeitete Winterhärtezonenkarte für Pflanzen für Europa.

    Sächsische Kultur wie ich sie liebe: DorFuchs und seine Mathesongs. Vor vier Monaten vertonte er das Ergebnis seiner Doktorarbeit. Nicht dass ich inhaltlich etwas verstehe (oder was weiß Euler-Schemata oder akkretive Operatoren sind) – aber ich bin sehr stolz, dass ich zumindest den formalen Aufbau verstehe! Und überhaupt, einfach großartig: Euler-Schemata mit akkretiven Operatoren (Mathe-Song)

    Lieb auch die Kommentare

    Herr Rau fasst die Piraten von North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue zusammen. Ich vermute, die Zusammenfassung liest sich zehnmal so interessant wie das Buch.

    Lebensberatung mit Frau Novemberregen (unten).

    Glückstreffer: die Algebra-Hälfte der benötigten Mathe-Definitionen auf einen Blick: Lineare Abbildungen (Dies ist sicher der wichtigste Begriff der linearen Algebra!)

  • 24-08-27 Trippelheureka

    24-08-27 Trippelheureka

    Die College-Football-Saison beginnt. Alabama hat sich mit Western Kentucky einen leichten Aufbaugegner gesichert, Ole Miss mit Furman ebenso.

    Ich klage die Ruhrtriennale an! Wie kann man jährlich ein Festival ausrichten und es dann Triennale nennen?!?

    Die Stacheldrahtrose bekam einen Gießring. Die Bank begann die Cremung, vorerst hinten und unten.

    Am Himmel eine Art Schwalbenschwarm. Sammeln für den Abflug?

    Seltsame Schlaflosigkeit. Nachts um 2 plötzlich wach. Nicht besorgt, kein Gedankenkarussel, das Schlafzimmer angenehm temperiert, kein erkennbarer Grund feststellbar. Weil ich Klausurlaub habe, war ich nicht einmal besorgt wegen möglichen Schlafmangels. Nur hellwach bis 4 Uhr morgens.

    Wenn man so im Dunkeln liegt, die Nacht ruhig ist, hört man auf den Körper. Und der sagt: Ich habe einen Mückenstich am rechten Ellenbogen. Und einen am linken Knöchel. Und da ist noch einer am unteren Rücken.

    Madame maß. Einmal mit Technik – das scheint zu funktionieren. Einmal beim Arzt. Dessen Skala war kaputt.

    Madame warf sich am S-Bahn-Hof Tempelhof mit zwei Gartenstühlen den Ärzte-Fans entgegen, die zum Tempelhofer Feld strömten.

    Wir meldeten einen Liegenbleiber. Das Auto stand ungeschickt auf der Stadtautobahn in einer Kurve auf einem Abschnitt ohne Standstreifen. Nachdem wir den Auffahrunfall vermieden hatten, wollten wir schnell einen professionellen Absperrer hinschicken. Wir entschieden uns für die Blaulichtvariante. Die rief brav zurück und meldete Erfolg.

    Der Brandenburg-Wahl-O-Mat liefert wenig überraschende Ergebnisse: Tierschutz vor Grünen vor Linke. Mich überraschte: die BSW knapp vor der SPD und Deutsch Land Wirtschaft vor CDU und FDP. Geht halt beim Wahlomaten immer nur um Papierversprechen, nicht um Umsetzung. Wie jedes Mal: die AfD landet bei mir zuverlässig auf dem letzten Platz selbst hinter Esoterikern und bekennenden Neonazis.

    Als Nebenwohnsitzbrandenburger sind wir nicht wahlberechtigt.

    Ich vereinbarte einen Termin: Töff töff TÜV.

    Der Kern ist nicht die Basis

    So we meet again, Mathematische Grundlagen und ich. Das Modul, in dem ich in der Klausur WS 23/24 zwei Punkte zu wenig hatte. Mathematische Grundlagen ist das egal – mir nicht.

    Im letzten Semester war mein überwiegendes Gefühl Nervosität – ich ahnte ja, dass es knapp würde. Dieses Semester war es bis letzte Woche Genervtheit mit einer gewissen Grundaggressivität. Das ist so unnötig. Aber half alles nichts. Wenigstens eine Woche ernsthaftes Lernen sollte drin sein.

    Sonntag begann ich mich dem Durchgehen der Unterlagen, Montag nahm es weiter Fahrt auf. Das Gute: an Vieles erinnere ich mich noch. Ich kann (größtenteils) Aufgabenstellungen und fast immer Musterlösungen nachvollziehen. Ab und an kann ich die Übungsaufgaben auch selber lösen.

    Aber ich merke wie sich innerliche Roststellen wieder locken, wie es langsam warm läuft und in Fahrt kommt. Langsam beginne ich wieder, innerlich Kern einer linearen Abbildung, Erzeugendensystem, Basis und Rang eines Vektorraums auseinanderzusortieren.

    In Trippelschritten voran! Gelegentlich (dreimal heute), schrieb ich enthusiastisch HEUREKA an das Ende eines Blattes wenn ein Groschen gefallen war.

    Die Regel von L’Hospital lese ich mir wieder an.

    Youtube besteht den Integrationstest. In diesem Haushalt bringt Youtube beim Suchwort „Integration“ die ersten Ergebnisse Integration durch SUBSTITUTION von MathemaTrick und ähnliches. Die üblichen Krawallvideos kommen weiter hinten.

    Von Genervtheit zur Lust auf die Klausur. Es wird wieder eine Achterbahnfahrt werden. Aber ich bin optimistisch, diesmal im Wagen zu bleiben.

    On the cautious side: Direkt vor der Klausur sind zwei Tropennächte angekündigt. Echter Schlaf wäre schon praktisch.

    Langsam erinnere ich mich wieder an die schiere Masse an Gesetzten, Regeln, Umformungen und sinnvollen Hacks, die man im Kopf haben und anwenden können sollte. Ein Selbstläufer ist das noch nicht.

    Sportviertel

    Um meiner emotionalen und intellektuellen Verhöhlung entgegenzuarbeiten, begab ich mich Montag Abend auf die Straße. Mäandernd zu Fuß durch das Bayerische Viertel, mich am Grün des Viertels erfreuen und Nachbar*innen beobachten.

    Sporteln allüberall: Jogger*innen, Straßenfussballer*innen in Metallkäfigen, alle Tischtennisplatten sind besetzt, aus einer Sporthalle höre ich ein Basketballspiel.

    Das Bayerische Viertel ist für Innenstadtverhältnisse grün, Straßenbäume und Vorgärten in den meisten Straßen, viele kleine Parks und Grünflächen. Dazu wenig Verkehr. Die Bewohnerschaft seit Jahrzehnten eine Mischung aus gutsituiertem Bildungsbürgertum und entspannten Hedonist*innen mit entsprechenden Geschäften und Cafés. Ein lauer Sommerabend aus dem Bilderbuch.

    Wäre da nicht das Andere. Das Bayerische Viertel könnte auch das jüdische Viertel sein. Klafft hier die Wunde besonders tief, die sich Deutschland selber schlug. Bis in die 1930er wohnte hier das jüdische Bildungsbürgertum. Hier wohnten unter anderem Alfred Kerr, Eduard Bernstein, Alfred Lasker, Inge Deutschkron, Gisèle Freund, Marcel Reich-Ranicki und Albert Einstein. Die Zahl der Stolpersteine nimmt von Jahr zu Jahr zu, vermutlich müssten vor jedem Haus welche liegen. Die Orte des Erinnerns bleiben auch nach vielen Jahren eindrucksvoll.

    Was mir neu war, und ich nur zufällig durch Apple Maps entdeckte. Das Denkmal für die ehemalige Synagoge Münchner Straße. Die Synagoge überlebte Nazis und Zweiten Weltkrieg. Sie wurde 1956 abgerissen – wird ja nicht mehr benötigt.

    Kellerkind hadert

    Kellerkind hadert mit Epheser 5.

    poupou arbeitet sich durch Modul 1D LE 2.

    Frau Herzbruch hat Krankenkasse.

    Im Olympiastadion ist es heiß, vor Helgoland ist es windig.

    Herr Mess fragt, wer in der Schule die digitalen Geräte erklärt. Als ewiger beruflicher Computererklärer finde ich die Frage besonders spannend.

    Ein Kollege auf der Tagesschau-Website: Interview mit Berliner Bademeister: „Mein Albtraum wäre, ein Kind rausholen zu müssen“

  • 24-07-09 $ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} (x_i – \mu)^2} $

    24-07-09 $ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} (x_i – \mu)^2} $

    Teile eines Autos liegen auf dem Hinterhof. Wir fanden kein dementsprechend beschädigtes Auto. Vermutlich ist der Gaffa-Tape-Mercedes weiter auseinandergefallen bevor er sich vom Hof schleppte.

    Handwerker handwerken auf dem Dachbodenausbau im Hinterhaus.

    Der Bäcker im benachbarten Hinterhof erzeugte eine mächtig gewaltige Dampfwolke – aber harmlos.

    10 Minuten Wochenendgewitter. Eindrücklich genug, damit ganze Äste auf der Autobahnabfahrt liegen und wir einen Parkplatz fernab eines Baums suchten.

    Hans Dampf stellte fest, dass das indische Essen gar nicht so scharf ist, bestellte aber vorsichtshalber auf halber Strecke ein Joghurtgetränk.

    „Unleserlich!“

    Oft stehen wir den auf den Schultern von Riesen. Und manchmal stehen wir auf unseren eigenen Schultern. Anscheinend habe ich letztes Semester etwas gelernt.

    Am Wochenende der Studientag Mathematische Grundlagen. Jenes Modul, das mich letztes Semester einigen Schlaf kostete und an dem ich doch um zwei lächerliche Punkte scheiterte.

    Dieses Semester denke ich die ganze Zeit „Passt scho“. Seltsames Gefühl. Normalerweise kann ich mich auf mein Gefühl in solchen Sachen verlassen. Ich ermahne mich selbst, es nicht zu sehr auf die leichte Schulter zu nehmen.

    Am Studientag zu sehen: Handgeschriebene Lösungen der Anderen. Ein Teilnehmer hat originell mit Standard-Textverarbeitungsmitteln Formeln geschrieben. Jede Formel auf drei Zeilen und mit Word-Bordmitteln gestaltet. Aber komplett lesbar. Anders als so manch handschriftliche Lösung.

    Mich motiviert es, mir endlich TeX in der Form von TeXworks anzueignen.

    Mein Übungsobjekt: Die zweite Einsendeaufgabe** stochachistische Simulation im Modul Planen mit mathematischen Modellen. Es beginnt mit der Standardabweichung:

    \[ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} {(x_i – \mu)^2}} \]

    Im TeXworks geschrieben als $ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} {(x_i – \mu)^2}} $ . Ich stelle fest: Die wohlgesetzte Klammerung beschäftigt mich im späteren Leben weit mehr als ich als Jugendlicher gedacht hätte.

    Die erste Wespe

    Marmeladenwespenpremiere 2024.

    Eine veränderliche Krabbenspinne erjagte eine Biene.

    Der Bienenwolf (Käfer) ist wieder da. Jetzt zirpen auch die Grillen.*

    Martin Luther steht in 5R.

    Der Rasenmäher leidet an Antriebslosigkeit. Ich schaute auf dem Tablet Analysis und linste immer mal wieder in den Garten.

    Kugeldisteln vor dem Hintergrund des Gartens. Etwa ein halbes Dutzend Bienen und Schwebfliegen sind in den Disteln unterwegs.

    Für Warmduscher*innen

    Ach, Wien, du Stadt der Bade-Träume: Field Writing Nr. 7: ’s Tröpferlbad (via Kieselblog)

    Am Bahnhof Weil am Rhein finden Baustellenbesichtigungen statt. (12. Juli und 16. August)

    *Ich bin stolz darauf auf das Wortspiel mit den grillenden Zirpen verzichtet zu haben. Ach, habe ich ja jetzt nicht mehr. Egal.

    ** Wie die Uni es so will. Während ich das hier schreibe, kommt die Bewertung für Einsendeaufgabe 1. Locker bestanden, damit darf ich die Klausur schreiben. Einsendeaufhabe 2 ist jetzt nicht mehr notwendig, sondern nur noch aus Spaß-an-der-Freud.

  • 24-05-14 Beton kommt Beton geht (Das Tor kommt)

    24-05-14 Beton kommt Beton geht (Das Tor kommt)

    Madame verschenkte 80 Kilo Beton in Form von Rohmassenpulver für Estrichbeton an C.

    Ich besorgte 189 Kilo Beton in Form von Rasengittersteinen. Rasengittersteine gehören mit einem Kilopreis von 8,3 Cent zu den preiswertesten Gegenständen, die sich überhaupt im deutschen Einzelhandel erwerben lasse. Dennoch kontrollierte der Baumarktmitarbeiter akribisch, ob ich nicht noch einen achten Stein unter den Zierkieseln zu schmuggeln versuchte.

    Madame setzte Zwoi zwo und Zwoi dro, aka Scarmans Himalayan Musk Ost und Scarmans Himalayan Musk West.

    Den Rest des Wochenendes fuhr sie Achterbahn. Zurück in der Stadt erforschte sie ein Stück Italien in Berlin.

    Die Gazebo nimmt Gestalt an.

    Die Rosen haben sich vom Frosteinbruch erholt. Bis auf Graham Thomas. Der wuchs am frühesten am kräftigsten. Ihn traf der Frost am härtesten.

    Die Alice-Tür-Clematis blüht. Und wie. Auch die Margeriten haben wieder ein gutes Jahr. Wir wissen nicht, wo sie nach all‘ der Zeit herkommen, aber sie blühen fast überall.

    Gegen Sonntagabend vermuteten sieben Kraniche eine Thermik über unserem Garten und zogen Kreise über dem Grundstück. Dabei lief der Grill gar nicht.

    Madame arbeitete sich durch zweierlei Arten der Kontoauszüge.

    Ich barg den toten Käfer vom Schuppenfenster. Er stellte sich als Goldglänzender Rosenkäfer heraus. Erst Opfer, dann verschmäht, von einer Spinne.

    In Berlin ist das Tor ist zurück. Der nächste Versuch von Verwaltung/Eigentümer das wilde Parken im Hinterhof zu beenden. Noch hat es kein Schloss und die Glasscheiben fehlen. Wird das Schloss, falls es kommt, diesmal länger als zwei Wochen durchhalten bevor es fatal vandaliert wird? Wird das weiß gestrichene Tor die erste Nacht graffittifrei überstehen?

    Im Hinterhof, neben dem Müllcontainer, befindet sich ein Stapel aus 15 Krawatten.

    Der Rücken überstand die Wochenendaktion überraschend gut. Nur die Oberschenkel schmollen.

    Israël, Douze Points

    Ein Schweizer Berlinerin gewann den ESC. Bester Auftritt des Abends.

    Die Schweizer waren die Besten waren mit professioneller großer Inszenierung, die gleichzeitig eine ganz persönliche Story erzählte.

    Ich schaue wegen großer Emotionen und überbordender Inszenierung und ich bekam große Emotionen und überbordende Inszenierung.

    Es verstört mich, dass selbst ernstzunehmende Menschen den Dorfproll-Mitgröhl-Beitrag aus Kroatien mochten.

    Angesichts des neuen deutschen Kommentators schauen wir jetzt alle mal leicht beschämt nach oben, pfeifen ein wenig und tun so als hätten wir ihn nicht mitbekommen.

    Was wurde aus metoo und der Frage nach Machtgleichgewichten? Es began sich, dass ein Niederländischer Semi-Star sich gegenüber Produktionsmitarbeiterin missverhielt und Konsequenzen erlitt. Nichts genaues weiß man nicht, aber halb Europa verbündet sich erstmal öffentlichkeitswirksam mit dem Star.

    Mich freuen gleich zwei nonbinäre Teilnehmer*, die beide in den Top 10 landeten. Mich freut, aus wie vielen Ländern, Israel in der Publikumswertung die 12 Punkte bekam. Noch ist Europa nicht verloren.

    Die Matrize der Koeffizienten einer Abbildung von Vektorräumen

    Halbjährlich grüßt das Murmeltier. Das Wochenende betätigte sich vor allem mit dem zweitätigen Studientag Mathematische Grundlagen. Der Gleiche wie im November 2023.

    Dank elendig fehlender zwei Punkte habe ich mir die Wiederholungsrunde eingehandelt. So ganz hat sich „ey, ne, wirklich?“ noch nicht in „ich bin voll motiviert“ verwandelt.

    Aber der Studientag half. Die Dozentin dieses Semester ist definitiv die beste Erklärerin im Umfeld der Mathematischen Grundlagen. Ich und meine 271 Co-Teilnehmer*innen waren begeistert. An ein paar entscheidenden Punkten dachte ich plötzlich „Ach, das ergibt ja richtig Sinn.“

    Plan: Mentoriat wechseln. Nachdem ich eine richtig gute Vermittlung des Stoffs erlebte, sehe ich keinen Grund, mir jetzt im Mentoriat eine richtig schlechte Vermittlung anzutun.

    Studientagen, während die Elster durch die Terrassentür hereinlinst mit Blick auf das sonnenbeschienene Grün im Hintergrund, ist auch netter als Studientagen mit Blick auf die Wohnungswand.

    Blick auf gelb blühenden Ginster, dahinter eine dunkelrot blühende Pfinstrose, weit im Hintergrund eine neu errichtete Pergola.

    Gelernt: ein Zoom-Meeting via Handy-Hotspot verbraucht knapp 3MB Daten die Minute. Nach dem kompletten Studientagswochenende hatte ich, samt Rumdaddeln in den Pausen, 2GB verbraucht.

    Quagga-Mülldeponie

    Kirchen sind Gemeingüter. Wenn sie das auch denken, unterschreiben sie hier:

    Kirchenräume sind jedoch Common Spaces – viele Menschen haben oft über Jahrhunderte zu diesem Gemeingut beigetragen. Wer diese Bauten heute allein privatwirtschaftlich als Immobilien betrachtet, beraubt die Communitas. Staat und Gesellschaft können und dürfen sich ihrer historisch begründeten Verantwortung für dieses kulturelle Erbe nicht entziehen. Deshalb rufen wir dazu auf, der neuen Lage mit neuen Formen der Trägerschaft zu begegnen: mit einer Stiftung oder Stiftungslandschaft für Kirchenbauten und deren Ausstattungen.

    Aus dem RBB lernte ich, dass die Brandenburger Badeseen sauberer werden, weil die Quagga-Dreikantmuscheln einwandert. Aus der Wikipedia lernte ich: die Muschel ist ein ganz böser Neueinwanderer. Aus Spektrum der Wissenschaft lernte ich: Alles ist kompliziert.

    Ein wenig stolz bin ich darauf, im Bekanntenkreis mehr aktive Hertha- (1) als Union (0)-Fans zu haben. Aber wenn ich die Dame frage, was im Stadion genau passiert, ernte ich eisernes Schweigen. Um so schöner, dass mequito darüber bloggt. [Sa, 11.5.2024 – das letzte Heimspiel]

    Wir müssen von [dem Kurvenmanager] wissen, wann wir die Tapete hochhalten können. Es geht darum, sich mit dem Vorsänger abzustimmen, damit die Tapete auch entsprechend gesangstechnisch begleitet wird, oder eben auch nicht. Es ist alles Dramaturgie. Der Mann mit dem Reptiliennamen teilt uns mit, dass in zehn Minuten sein Stellvertreter, der mit dem normalen Namen zu uns kommt und uns die Zeit mitteilt. Wir warten 20 Minuten, aber der Mann findet uns offenbar nicht. Später kommt er selber und teilt uns mit, dass uns die Spielminute 20 bis 25 gehört.

    Christiane versuchte in Frankreich eine Mülldeponie zu besiegen.

    Kellerkind badete im Wannsee.