Schlagwort: Java

  • 23-02-14 Unsortiertes Treibenlassen

    23-02-14 Unsortiertes Treibenlassen

    Vor Abgabe

    What a ride. Die „Eingführung in die objektorientiere Programmierung“-Prüfung ist vorbei + das war mal ein Erlebnis. Sonntag stand noch komplett im Zeichen des Lernens, Rekapitulierens und des „Wo kommt denn dieses Unterkapitel auf einmal her? War das schon immer Teil des Stoffs?“

    Montag Vormittag folgte die Vorbereitung des Spickzettels: wir durften ein A4-Blatt mit in die Klausur nehmen, gefüllt mit Inhalten und Formaten unserer Wahl – und das wollte am Montag strategisch geschickt erstellt werden. Im Gegensatz zu den meisten meiner Mitschreibenden entschied ich mich für leserliche Schrift (10 Punkt), Überschriften, und nur einige kurze Anrisse. Die meisten hatten anscheinend versucht, das halbe Skript in 3-Punkt-Schrift auf einen Zettel zu bekommen.

    Wir waren 12 Leute in dieser Pflichtklausur 2/3. Semester. (Zum Vergleich: Zur Pflichtklausur erstes Semester waren noch etwa 60 Menschen erschienen – sagt etwas über die Durchhalteraten dieses Studiengangs). Und ich habe selten in meinem Leben in einer „Wissensklausur“ mit vielen Fragen wirklich die komplette Zeit durchgeschrieben und litt am Ende in Zeitnot. Ich bin eigentlich immer früher fertig: entweder weil ich es weiß, oder weil ich zumindest sicher weiß, dass es ich nicht weiß. Heute war es zwei Stunden durchpowern. High Intensity Klausuring.

    (Immerhin fiel mir noch auf, dass die Klausuraufsicht mich in ihrer Art an einen jungen Sheldon Cooper erinnerte)

    Ergebnis: Ich beantwortete 90% der Fragen, bin mir sicher, dass meine Antworten alle tendenziell in die richtige Richtung gingen – aber ob sie weit genug in diese Richtung gingen zum Bestehen – ich weiß es nicht. Chapeau übrigens an den Lehrenden: er verzichtete komplett auf Multiple Choice und stellte Fragen, die entweder in Text oder in Stift-auf-Papier-geschriebenem Javacode beantwortet werden mussten. Es ist sicher kein Spaß, dies zu korrigieren.

    Aufsteller mit "Fernuni Hagen Prüfungen M+I"

    Nach Abgabe

    Und nachdem ich hoffte, dass der Bubblesort ein paar nötige Punkte eingebracht hatte, war mein Hirn leer. der Adrelinspiegel sank gewaltig und ich war nur ein großes unsortiertes Puuuh! Madame lud mich zur Feier des Tages zum Mittagessen auf ein Butter Chicken bei Sagar ein. Und ich beschloss, mir eine BVG-Tageskarte zu kaufen und mich treiben zu lassen.

    S-Bahn Ringbahn gen Westen, Norden und Nordosten: Auf zur Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park. Diese wurde nach längerer Zeit renoviert wieder eröffnet. Nachdem sie vorher eher ein warmes, einladendes Farb- und Lichtkonzept hatte, folgten nun blaue-kühle Farben. Respekt: die erste Berlin-83-Typenbau-Schwimmhalle in der die Umkleidekabinen nicht in-die-Ecke-gezwängt-wirken. Treiben lassen im wahrsten Sinne des Wortes.

    Tram M4 gen Süden: Bis zum Alexanderplatz. Neue Baustellen besichtigen und bei Saturn kurz einen Blick auf externe Festplatten werfen.

    U-Bahn U5 gen Westen: die neu eröffnete U-Bahn unter Unter den Linden. Musste ich auch mal sehen. Ausstieg bei Dussmann – das Kulturkaufhaus. Die CD-Abteilung ist wirklich arg geschrumpft, die Gruscht-Deko-Anteile im Sortiment sind gestiegen. Aber noch gibt es vier Etagen Musik und Bücher und noch ist das ein gefährliches Pflaster für mich.

    Ein versuchter Kurzeinkauf im Edeka am Bahnhof Friedrichstraße. Die Frau im weißen Mantel auf der Suche nach Schokopops und ich auf der Suche nach Milch liefen uns so oft über den Weg – wir waren kurz davor eine gemeinsame Band zu gründen. Zwanzig Minuten später suchte ich nach der Geheimhaltestelle für den Schienenersatzverkehr.

    Bus SEV gen Süden. Warum fahren Menschen mit dem PKW nach Berlin-Mitte-Mitte-Mitte? Eine halbe Stunde im Stau stehen für 100 Meter von der Friedrichstraße bis zur Russischen Botschaft? Das ist doch in hohem Maße Widersinnig? Naja, ich stand mit im Bus – mir war’s recht, ich war ja im Modus des mich sinnlosen Treibenlassens. Da passte das gut. Ich konnte sehr ausführlich der Komischen Oper winken an der wir vorbeistanden. Der SEV bescherte mir noch eine lange Stadtrundfahrt und schließlich schleppte ich Milch und neue Bücher nach Hause.

    Bücher

    Ich habe ja heute den ganzen Abend Zeit an dem ich nicht lernen, werde, und ich fand ich durfte mir etwas gönnen, und Dussmann ist so toll:

    Kazuo Ishiguro – Klara and the Sun. Ich liebe und bewundere The Remains of the Day – finde ihn handwerklich einen der besten Roman, den ich je las – und wollte Clara and the Sun schon länger besorgen. Da lag er nun.

    Kurt Vonnegut – Slaughterhouse Five. Ich habe immer noch den Eindruck, dass der Roman in den USA nahezu Canon ist, in Deutschland aber fast unbekannt. Steht auch schon langer auf der inneren Liste der Bildungslücken. Und wo er schon auf dem Stapel „Set in Germany“ lag.

    Jasper Fforde – The Constant Rabbit. Ich bin Jasper-Fforde-Fanboy. Bester Fantasy-Autor.

    Olga Tokarczuk – Die Jakobsbücher. Ich erwarte 1000 Seiten persönliche Welterweiterung und Erschütterung.

    Berlin wählte

    Fast hätten mich meine Grünen Stimmen gereut. 110 Stimmen mehr für die Partei, Franziska Giffey hätte auf jeden Fall ihr Bügermeisterinnenamt abgeben müssen und schneller als man hätte hupen können, wäre es zur großen Autobahnkoalition gekommen.

    Schön in Berlin

    Dreimal Freude über den Wohnort: Während meine Mitprüfenden wilde Geschichten über die Anreise zum Prüfungsort erzählten, bin ich halt heute morgen aufs Rad gestiegen, und tiefenentspannt mit viel Frischluft auf dem Weg bei der Klausur angekommen.

    „Sinnlos treiben lassen“ umfasst ein neu renoviertes Schwimmbad und lauter Orte bekannt aus Funk und Fernsehen und Literatur. Das ist schon nett.

    Meine Nachbar*innen haben gut gewählt. Im Stimmbezirk: Grün 34,2% (leicht mehr); SPD 19,3% (leicht mehr); CDU 16,2% (mehr), Linke 13,1% (weniger), FDP 4,5% (weniger), AfD 3% (gleich).

    (Übersichtskarte mit Ergebnissen nach Stimmbezirken)

    Bitte schauen

    Justine Miles gebärdendolmetsch Text unnd Musik(!) von Rihannas Super Bowl Halbzeit-Show.

  • 23-02-11 if (node==NULL) {return mehrLernen;}

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    Falls ihr diesen Sommer nichts vorhabt: Für die Freibadsaison suchen die Berliner Bäder Rettungschwimmer:innen und Kassenkräfte. Mit mehr Commitment bietet mein Arbeitgeber auch allerlei andere Jobs gerade. Für andernweitig interessierte sucht ein „Neo-Guru“ eine „Assitenz für weltliche Aufgaben“ (u.a. Verwalten v. Terminen & Anfragen, Einkauf v. lebensnotw. Produkten, Tägl. Räuchern).

    Eine Sekunde = ein Jahr

    Professor Transformation begleitete uns Donnerstag zu Professor Star Trek ins Futurium – und angesichts dieser Ausgangslage war der Abend gar nicht so futuristisch. Professor Star Trek, bürgerlich Hubert Zitt, sprach über Zeitreisen. Als guter Wissenschaftler schränkte er sich auf die relativistisch mögliche Zeitdilatation ein und als guter Entertainer, flocht er zahlreiche Star-Trek-, Back-to-the-Future– und die Frau des Zeitreisenden-Referenzen ein. Auffallenderweise fehlte der Film Interstellar, der die physikalisch mögliche Zeitreise via Relativitätstheorie thematisiert.

    Spannender als die Popkulturreferenzen fand ich den Teil mit der Zeitdilatation. Kurz: Alles bewegt sich in Raum und Zeit. In der Welt, die wir wahrnehmen können, ist die Bewegung im Raum sehr langsam, die Bewegung in der Zeit sehr schnell. Beschleunigt man sich aber im Raum an die Grenze der Lichtgeschwindigkeit, ist die Bewegung in der Zeit sehr langsam. Würde man sich beispielsweise ein Jahr lang mit 99,99% der Lichtgeschwindigkeit bewegen, wären in der Welt „draußen“ mehr als 70 Jahre vergangen. So kann man in die Zukunft reisen.

    Die tiefgehende Erklärung, warum und wie das ist, fand ich spannend. Etwas irritierend war seine dutzendfache Entschuldigung dafür, dass Teile des Vortrag mathematische Formeln enthalten. Allgemein habe ich leider den Eindruck, dass das Futurium an sich keine hohe Meinung von seinen Besuchern und deren Auffassungsgabe hat. Das übrige Programm ist unterambitioniert.

    Kopf rein Kopf raus

    Nach einem überraschend arbeitsanfälligen Freitag, verabschiedete ich mich in Lern- und Klausururlaub bis Dienstag. Wahrscheinlich träume ich heute Nacht von sortierten doppelt verketteten Listen, die sich in AVL-Bäume transformieren. Da die Uni keine Altklausuren herausgibt, habe ich keine Ahnung wo im Verhältnis zum erforderlichen Wissen ich stehe. Aber

    • Ich habe in den letzten Wochen viel über das wie und auch das warum von Eigenschaften Objektorientierter Programmierung gelernt. Und das war gut investierte Zeit.
    • Ich habe genug Spaß an der Sache, um auf jeden Fall weiterzumachen.
    • Also selbst wenn die Klausur aus lauter Sachen besteht, die ich gerade nicht wiedergeben kann; ich habe mehr als genug Lust auf die Wiederholung hinzulernen und die wird dann rocken.

    Abendliches Kopf-Frei-bekommen im Stadtbad Schöneberg. Ich hatte Glück, drei Minuten lang erwischte ich einmal so viel leeren Platz, dass ich ohne Rücksicht auf Verluste ernsthaft rückenschwimmen konnte und die großartige Decke des Bades bewundern konnte.

    Blick auf den Eingang des Stadtbad Schöneberg. Es ist nacht, hat geregnet, auf dem Nassen Boden spiegeln sich blaue und grüne LIchter.

    Cucinare e cantare

    Madame stürzte sich derweil mit Wintercouscous (unbedingt wiederholenswert!) weiter in die Ottolenghi-Festwochen. Und da ich diese Woche in meinem Miss-South-Projekt geschwächelt habe, übernahm sie den Projekteinsatz unter Einsatz ihrer körperlichen Unversehrtheit. Sie bereitet Caramalized Onions im Slow Cooker.

    Madame löste einen Liegestuhl im Bestellshop aus und fotografierte eine blühende Hamamelis.

    Zum Lernen gehört bei mir Italopop per Internetradio. Auch wenn mein italienisch schlecht genug ist, um jeden Text und Wortbeitrag problemlos auszublenden: Dass sie im Radio dauernd Sanremo sagen, fiel sogar mir auf. Das Festival della Canzone Italiana, bekannter als San Remo Festival läuft diese Woche. Und neben tollem Italopop bietet es politische Diskussionen. Rapper Fedez hat mich mit La Dolce Vita (die Vespa im Video! Der Anzug!) schon erfolgreich durch die ersten Klausuren gebracht. Langsam werde ich Fan.

    Leider entdeckte ich auch, dass es heute Abend einen San-Remo-Livestream gibt. Das ist eine hinterhältige Attacke auf meine Lernzeit.

    Morgen ist SuperBowl. Für Philadelphia spielt der Quarterback, der seine College Football Zeit bei der Alabama Crimson Tide verbracht hat.

  • 2023-02-09 super.super.this

    2023-02-09 super.super.this

    Der Kaptain fotografierte einen Baum. Das freute mich sehr.

    Mit dem Matrosen unterhielt ich mich darüber, ob eine Krankheit, die keinerlei Symptome verursacht, noch eine Krankheit ist. Mr. Elliott schlug ich vor, PCs zu aquarellieren. Er war prinzipiell angetan. Aber nur falls es als Arbeitszeit angerechnet wird.

    Madame besuchte nicht das Wildorado. Dafür besuchte sie das Stadtbad Schöneberg, während ich zu Hause blieb. Seltsame Zeiten sind dies.

    Währenddessen Madame sich im Wasser tummelte, versuchte ich die Anwendung von this. im Zusammenhang mit Großvaterklassen auswendig zu lernen. Wobei es sich dabei anscheinend um Nischenwissen handelt, das am Dienstag nicht prüfungsrelevant sein wird und auch nicht einfach googlebar ist. Aber es ist spannend. Java und ich hatten ja ein schwieriges Zusammenfinden. Aber langsam finde ich es angenehm abgefahren, was dort vor sich geht.

    Zwei umgekippte Elektroroller vor Baustelle. Im Hintergrund ein Sonnenuntergang.

    Die meisten Kochbücher in diesem Haus sind keine „Berühmte-Namens-„Kochbücher (Also nicht Mälzer, Jamie Oliver oder andere Fernsehköche). Aber natürlich hat sich das eine oder andere darunter gemischt. Miss South zählt irgendwie dazu – obwohl diese so wenig Namen hat, dass sie seit 2015 spurlos aus dem Internet verschwinden konnte. Aber auch berühmtere Autoren wie Nigel Slater fanden den Weg. Von dem gibt es gleich mehrere Bücher in starker Nutzung. Und natürlich hat sich auch ein Ottolenghi-Kochbuch in diese Wohnung verirrt. Das wir mögen, aber irgendwie ignorieren. Madame beendete diesen Zustand und richtete gestern einen wiederholungswürdigen Ottolenghi-Linsensalat mit Sellerie.

    Hinten im Garten in Hamburg.

    Herrn Rau verdanke ich einen Fast-Aufruf beim Internetlesen: „Animalympics!“ Als Kind liebte ich diesen Film. Aber ich war so klein, dass ich nie genau wusste, was ich sah. Und als ich größer war, war er aus dem Fernsehprogramm verschwunden. Ich wusste nie, wonach ich suchen sollte. Langsam gelangte ich zur Überzeugung, diesen Film hätte es nie gegeben. Erinnerungsfragmente spielten mir Falsches vor, ich erinnerte irgendeine unbekannte Disney-Kurzstory und nur mein kindliches Hirn hätte das vollkommen überlebensgroß gespeichert. Das meine vagen Erinnerungen auf einem Disney-Unabhängigen TV-Special beruhten. Darauf wäre ich im Leben nicht gekommen. Das war eine Zusammenführung mit einem alten Freund.

    (Dem Wikipedia-Eintrag entnehme ich Querverbindungen zu Tron und dem Film Ratatouille. Spannend)

    Madame erträgt tapfer, dass Lernendspurt wieder viel Italopop bedeuten wird. Da unser Internetradio und Rai Tutta Italiana gerade Kommunikationsprobleme haben, wird es diesmal der Sender von Milch & Honig, Radio LatteMiele.

    Sonntag beginnt die neue Staffel Kitchen Impossible.

  • 23-02-05 { ( == ) { ;} ( > ) { ;} system.out.println („WMDEDGT“)}

    23-02-05 { ( == ) { ;} ( > ) { ;} system.out.println („WMDEDGT“)}

    Schwimmbad bis Gottesdienst

    Irgendwann des Nachts. Mir träumt, ich gehe in ein um 45 Grad gekipptes Schwimmbad. Das Bad ist ein Teil eines gigantisches postsowjetischen Industriegebäudes. Das ganze Gebäude hat an den Schornsteinen übergewicht bekommen und ist gekippt. Obwohl alles Wasser aus den Becken lief, sind alle Menschen tiefenentspannt. Immerhin ist ihnen bewusst, dass sie generell ein um 45 Grad gekipptes Gebäude verlassen sollten. Sie packen ihre Badesachen zusammen und machen sich zum Aufbruch bereit. Die Badleitung lädt mich in ihr holzgetäfeltes Büro ein.

    Aufwachen gegen 8. Madame kocht und bringt Kaffee ans Bett. Sie selbst liest im Internet Hintergrundinformationen zu wichtigen kulturellen Ereignissen des Zeitgeschehens. Ich dämmere vor mich hin. Meine Gedanken wechselnd beim Zustand der Berliner Bäder und rekursiven Java-For-Schleifen. Ich denke an die Hamburger Monate zurück als ich mal aus Versehen in eine trotzkistische WG an der Reeperbahn gezogen bin + denke dass die Letzte Generation mich in Aktionsformen und Habitus sehr an die damaligen Trotzkist*innen erinnert.

    Rechtzeitig zum DLF-Radiogottesdienst stehen wir auf. Madame besorgte und bereitete Aufbackbrötchen. Wir beschlossen, dass ein spätes Frühstück bedeutet, das Mittagessen ausfallen zu lassen.

    Der Gottesdienst stellt musikalisch eher die Avantgarde der Radiogottesdienste dar, ich verpasste aber den Moment, als sie sagten, wer spielt. Ich glaube es war katholisch.

    (Nachtrag: St. Konrad, Stuttgart „Neben bekannten Liedern aus dem Gesangbuch „Gotteslob“ werden auch Stücke des bekannten Saxophonisten Antoine Auberson zu hören sein.“)

    Mit Elektrogeräte

    Ich hatte den Vormittag zum Lerntag erklärt und verbrachte den Tag am Pendeln zwischen den Online-Übungsaufgaben der Fernuni, meinem Java-Buch (das glaube ich deutlich besser erklärt als die Uni; aber halt zum Teil andere Sachen) und diversen Internet-Tutorials. Ich fühle mich wie jemand der zwar immer noch bei den Skateboard-Tricks zuverlässig hinfällt, aber ich habe den Eindruck: Da fehlt nicht mehr viel und ich werde stehen und dann wird es spektakulär.

    Räumlich pendelte ich zwischen Schreibtisch, Schaukelschaf und Küchentisch.

    Nachdem ich vor den letzten Klausuren auch einfach nur nervös war, kommt langsam dieses Schulgefühl wieder, in dem ich mich eigentlich auf sowas freue. Zwei Stunden konzentriert ohne Ablenkungen um Flow sein und danach der Adrenalin-Stoß „Es ist vorbei.“ Ich erfreute mich daran immer.

    Blick auf den unaufgeräumten Schreibtisch mit Tastatur und zwei Monitoren.

    Ohne Elektrogeräte

    Kurz vor 14 Uhr verordnete der Stromversorger eine Pause. Der Strom war weg. Mein Desktoprechner verabschiedete sich ebenso wie das Internet. Sicherung: War noch drin. Ampel auf der Straße: Liefen noch. Bis wir mit den Nachbarn geklärt hatten, dass diese auch keinen Strom haben, war auf Stromnetz.berlin die entsprechende Störungsmeldung erschienen.

    Ein kurzer Test: Der Gasherd läuft auch ohne Strom. Zumindest das Gas kommt. Anzünden funktioniert noch per Feuerzeug oder Steichholz. Kochen und Not-Heizung oder -Beleuchtung wären mit diesem durchführbar.

    Wir plauschten noch etwas mit den Nachbarn. Wir freuten uns, dass A zurück aus Israel ist. Dass wir ihre Netanjahu-Begeisterung nicht teilen, hatten wir bereits an anderer Stelle geklärt.

    Ich nutzte die stromlose aber sonnenbeleuchtete Zeit, um Kleider zu sortieren. Danach wieder mit Buch ins Schaukelschaf bis der Strom gegen 14.30h zurückkam.

    Wir stellten Uhren neu, programmierten den Geschirrspüler und freuten uns, dass die Waschmaschine dort fortsetzte, wo sie aufgehört hatte. Ich hängte Wäsche auf und begann mit dem Schreiben des Blogeintrags.

    Heute läuft wie jeden fünften „WMDEDGT“ (Was machst Du eigentlich den ganzen Tag). Und dann wird das bloggen ausführlicher. Andere Posts sind bei Frau Brüllen.

    She is what she is (Peking-Ente)

    Dann aber nahte bereits der Aufbruch. Der Schienenersatzverkehr fuhr uns gerade noch rechtzeitig nach Berlin-Mitte. Wir setzten unser dieswinterliches Binge-Watching der Komischen Oper Berlin fort. Nachdem zuletzt die düstere, geradezu erschütternde „Rusalka“ auf dem Programm gestanden hatte, versprach der heutige Nachmittag mehr Glamour „Ein Käfig voller Narren“ – einst ein italienisch-französischer Film, dann ein Broadway Musical und nun eine Barrie-Kosky-Inszenierung.

    Und es war nur schön. Kostüme, die vor lauter Glitzer gar nicht mehr wussten, wohin mit sich, überbordende Bühnenbilder und großartige Schauspieler wie Peter Renz als Georges oder Stefan Kurt als Albin / Zaza. Hinzu kam auch ein ausnehmend sympathisches Publikum mit vielen Regenbogenflaggen. Die im Publikum zahlreich anwesenden älteren schwulen Paare machten den Abend noch sympathischer.

    Die Vorstellung dauerte von 16 Uhr bis kurz nach 19 Uhr. Langsam wurde es Zeit für das Abendessen. Da das nahe gelegene Restaurant Peking-Ente beim letzten Komischen-Opern-Besuch den Geschmackstest bestanden hatte, hatten wir wieder einen Tisch reserviert.

    Und gingen auf’s Ganze: In der Peking-Ente bestellten wir Peking-Ente. Ausnehmend geschmackvoll und noch eine weitere Bildungslücke geschlossen.

    Mit dem M48er-Bus ging es Richtung Schöneberg. Zu hause lief der Strom noch, wir richteten eine Wärmflasche. Ich schreibe diese Zeilen zu Ende und werde dann noch ein paar Seiten Nicht-Java lesen.

  • 23-02-04 Array [month] = Array [month +1]

    23-02-04 Array [month] = Array [month +1]

    Das diesjährige Berlinale-Poster zeigt keinen Bären. Ich prangere dies an! Zum Glück kaufte Madame vor kurzem einen Küchenkalender, dessen Februar-Bild zufällig einen Bären abbildet. Eine kurze Websuche führte mich auf die Berlinale-Seite. Ich wollte schauen ob es schon ein Programm oder Tickets gibt. Aber nichts: Das detaillierte Programm wird am 7. Februar veröffentlicht, Tickets sind ab dem 13. Februar erhältlich.

    Ich stellte diese Woche den Plan auf, nur dreimal die Woche zu bloggen, und werde diesen Plan gleich brechen. Ich prangere dies an! Aber morgen ist WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag), und da geht es dann ja nur um Sonntag, nicht um Freitag und Samstag.

    Am Arbeitsradweg stehen derzeit an der Autobahnauffahrt keine Polizist*innen und auch niemand klebt sich fest. Die Kleber*innen betreiben aktuell in Thailand Selbstfindung. Wie unfassbar dämlich kann man sein?

    Die Klebenden-Dämlichkeit beschäftigt mich mehr als sie sollte und als gut für mich ist. Aber wie unfassbar dämlich kann man sein? Dazu passend: Auf Google Drive standen für Journalisten zugängliche Listen der Letzten Generation. Diese „enthielten unter anderem Telefonnummern [von Interessenten], E-Mail-Adressen, Wohnorte, Angaben zu besuchten Seminaren und Trainings, Angaben zur Bereitschaft, im Rahmen von Protesten ins Gefängnis zu gehen, sowie teilweise Details über ihre Lebenssituation und Auszüge aus E-Mails“.

    Gut, dass ich jegliche gedankliche Abschweifungen zum Thema Weltrettungs-Dämlichkeit einfangen kann, in dem sich die Gedanken auf die „Einführung in die Objektorientierte Programmierung“-Klausur in anderthalb Wochen lenke. Bei den Übungsaufgaben verstehe ich 90% der Fragestellungen so gut, dass ich sie Außenstehenden erklären könnte und auch den Sinn dahinter. Ebenso 80% der Musterlösungen. Bestehen würde ich noch nicht. Aber ich habe noch einige Lerntage Zeit, um die entsprechenden Wissensbrocken in die „Stehen-auf-Abruf-bereit“-Register meines Hirns zu laden.

    Letztens las ich von der Lehrmethode: „Nur wenn alles aus einem Teilproblem verstanden ist, lehre man das nächste Problem.“ Ich würde dabei wahnsinnig werden. Ich brauche erst einmal einen Überblick über alles, quasi die grobe Themengebiets-Landkarte und dann gehe ich gerne ins Detail und schaue vor Ort. Hat die Lerntypenforschung schon etwas zum Thema gebracht „Menschen die erst in die Breite und dann in die Tiefe lernen“ hervorgebracht – beziehungsweise umgekehrt?

    Madame brachte ein Faxgerät zum Recyclinghof. „Unserer“ Hof, der mit dem Fahrrad oder Bus um die Ecke erreichbar war und sich gut eignete, um schwierigen Abwahl einfach loszuwerden, verschwand. Ich prangere das an. Sein Nachfolger ist eine halbe Tagesreise entfernt erfordert fast zwingend die Nutzung eines Autos.

    Gut mit der Tram erreichbar ist die Dominsel in Posen (województwo wielkopolskie). Diese bildet den Ursprung der Stadt – war allerdings immer geistiges Zentrum und wird seit langem als „ruhig, abgelegen“ beschrieben. Wie halt Kirchen so sind. Der Dom stammt in seiner heutigen Gestalt aus dem Jahr 1956. Nachdem die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs repariert wurden.

    Das Gebäude bezieht sich in einer Backsteingotik aus Reste aus dem 14/15. Jahrhundert, die durch die Weltkriegszerstörungen wieder freigelegt wurden. Bei unserem Besuch war es ungewohnt in einer Kirche der Backsteingotik zu stehen, die so deutlich katholisch ausgestattet war. Es fühlte sich fast falsch an. Dabei waren natürlich alle Backsteingotik-Kirchen zu ihrer Bauzeit katholisch.

    Die Dominsel war leer. Das Haupttor war verschlossen.

    Bronzetür des Doms mit fischförmigen Griffen.

    Zuerst waren wir zur zweit in der Kirche, danach kam eine geführte Tour, deren Geplapper aber räumlich begrenzt blieb. Wie in vielen großen Kirchen fühlte ich mich in der Kirche wie in einer kleinen Stadt. Die ganzen Seitenkapellen, der Eigang zur Krypta, die verschiedenen Schiffe und der Chor – was natürlich dadurch ergänzt wurde, dass die Dominsel selber schon eine kleine Stadt mit einigen Wohnhäuser, archöologischen Denkmalen, zwei Museen und einer weiteren Kirche ist.

    Neben Java-Exceptions und Errors, Bubble Sort, Merge Sort und Quck Sort, schweifte mein heutiger Rechnertags-Geist zur Sugo Marinetti. Filippo Marinetti war ein Futurist, der um 1930 den Italieniern die Pasta austreiben wollte. Er hätte am liebsten eine Ernährung aus Tabletten und Pasten eingeführt.

    Von seinen Küchenideen blieb wenig übrig. Das Kochbuch “La Cucina Futurista“ ist vermutlich noch im Gebrauchtbuchhandel zu bekommen (sehr schöne Besprechung hier). Kulinarisch bleibt er vor allem mit der Pastasauce Sugo Marinetti in Erinnerung. Die entstammt einem Kochwettbewerb der Zeitschrift „La Cucina Italiana“ aus dem Jahr 1932, an dem Marinetti als Juror teilnahm. Warum er, der zwei Jahre vorher noch die Pasta an sich abschaffen wollte, sich dafür fand? Nicht nur die Klimabewegung ist inkonsequent.

    Das Sugo besteht unter anderem aus Tomaten, Artischocken, Schinken Sardinen und Pistazien.

    Als ich in dieses Internet-Kaninchenloch fiel, brachte ich auch anderes mit:

    La Cucina Italiana schreibt (anscheinend nur in der englischen Ausgabe) über die Ursprünge der Zeitschrift: Dinner at Delia’s: the Birth of a Magazine

    Auf italienisch gibt es noch: La cucina futurista.

    Und da sowohl die Futuristen als auch die frühen Jahre der Cucina enge Verbindungen zum italienischen Faschismus haben, vorsichtshalber auch: Pastasciutta antifascista.

    Jetzt aber erstmal kochen. Die Miss-South-Oliven-Zitronen-Klößchen verlangen nach Beilagen.

  • 23-01-21 public abstract class Niederschlag

    23-01-21 public abstract class Niederschlag

    public class Schneeregen extends Niederschlag {

    try {

    Wer ein dringendes Kuschelbedürfnis verspürt und sich in der Nähe von Schöneberg aufhält: ich empfehle die Schlange vor Rüyam, die sich mühsam in den Verkaufsraum und unter die Markise vor dem Laden zwängt. Vermutlich ist auch die Prenzlauer-Berg-Filiale kuscheltauglich. Aber wer will nach Prenzlauer Berg?

    Mich versuchte Rüyam nicht. Denn es gibt weiterhin Keema-Matar-Reste. Außerdem hatte ich ein Date vor der Kirche am Heilsbronnen.

    /** Eigentlicher Plan war es, weiter für die Klausuren zu lernen.

    * Zuerst dachte ich: Ich schaue heute alle Vorlesungsvideos fertig.

    * Dann habe ich Sonntag und drei Wochen, um Aufgaben zu lösen.

    * Das angelernte Wissen wirklich anwenden können und verfestigen.

    * Aber noch 14 Stunden Vorlesungen. Das mag physisch möglich sein.

    */ Meine Konzentrationsspanne reicht so lange nicht.

    Madame realpomeranzierte und mazieriert jetzt. Sie zog Felicity Cloake und Herrn Rau zu Rate.

    Kleingeschnittene Bitterorangenschalen im Topf. Nicht zu sehen: ausgepresster Orangensaft im selben Topf. Am Rand hängt ein Teesieb mit Orangeninnereien.

    Cory Doctorow veröffentlichte einen Essay, warum die großen Internetplattformen so furchtbar werden. Ein Lektorat hätte dem Text nicht geschadet. Aber an sich hat er – gut begründet und mit weiterführenden Links versehen – recht: Pluralistic: Tiktok’s enshittification (21 Jan 2023)

    Kurzversion: bei jeder kommerziellen Internetplattform gibt es drei Parteien: User, kommerzielle Anbieter (Werbetreibende, Verkäufer, Influencer) und die Plattform selbst.

    In Phase 1 ist lockt die Plattform User an. Sie ist vor allem attraktiv für die User, denn sie zeigt diesen was sie sehen wollen (frühes amazon, frühes Facebook, frühes Twitter). User und ihre Freunde kommen, Plattformen werden Teil des Alltags. Das Verlassen der Plattform ist – aus Gewohnheit und weil so viel Leben dort spielt – schwierig.

    Phase 2: die Plattform ist attraktiv für die kommerziellen Anbieter. User sehen zunehmend Inhalte der kommerziellen Anbieter, kuratiert durch die Plattform. Die User sind nicht glücklich, aber kommen klar. Für die Anbieter wird die Plattform zunehmend wichtig, da dort so viele User auf ihre Inhalte reagieren.

    Phase 3: Shittification oder auch die Erpressungsphase: User und Anbieter hängen fest. User bekommen das zu sehen, wofür am meisten bezahlt wird. Anbieter sind gezwungen zu bezahlen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Wer aufmerksam amazon, Facebook oder Twitter nutzt, weiß wie die dritte Phase praktisch aussieht. Die Phase hält nicht ewig. Irgendwann bricht die stärkste Gewohnheit. Aber der Zusammenbruch zieht sich. Neue Plattformen mit demselben Geschäftsmodell stehen in den Startlöchern.

    (Und warum selbstverwaltete und nicht-kommerzielle Communities auch scheitern können, erforschten Iriberri/Leroy 2009).

    Und auch dazwischen läuft es nicht. Vox Media, Herausgeber des New York Magazines streicht 7% seiner Stellen.

    Das angekündigte Crowdfarming-Paket erschien nicht. Ich schaute ungefähr 6 Stunden Vorlesungsvideos. Die Pomeranzen riechen im ersten Stadium ihrer Marmeladisierung überraschend parfümiert.

    } catch

  • 22-12-04 Ein ovaler Tisch sie zu demütigen

    22-12-04 Ein ovaler Tisch sie zu demütigen

    Für 40 Euro konnte ich

    • Einmal mit Autogas volltanken – Heute
    • Bei Lidl für das Wochenende einkaufen (Obst, Gemüse, Krams) – Gestern
    • Im Nikolaiviertel nett ausgehen – Vorgestern

    Fast jeden Tag derselbe Betrag. Zufall?

    Nach einem gestrigen Gulaschmissverständnis, oblag es mir heute im Slow Cooker ebenjenes herzustellen. Nach Lektüre einschlägiger Fachliteratur (hier und hier) dachte ich: „Bier muss her!“. Ihr dürft raten, was ich gestern beim Lidl vergaß. Also improvisierte ich mit Weißwein und Backschokolade und einigen anderen Sachen (u.a. Zwiebeln, Kürbis, Roux). Es duftet sehr gut.

    Madame ging mit einem Moldau-Ohrwurm aus dem Haus. Nachdem sie wiederkam, fuhren wir zum Bungalow: Schauen, ob er noch steht und diversen Kleinkrams in die Berliner Wohnung umziehen. Und natürlich dreimal tief durchatmen, Aussicht und Garten genießen. Dabei tat sich insbesondere das Zieräpfelchen hervor, das herzallerliebst rot leuchtete.

    Dabei entdeckt: die Allee Richtung Bungalow bekommt Baumnachwuchs. Mehrere Dutzend Dreiböcke in offensichtlichen Alleelücken standen schon bereit. Nur die jungen Bäume fehlen noch. Auch entdeckt: die Wühlmaus war aktiv und buddelte fleißig. Durch den Restschnee, der sich auf den Wühlmaushaufen abgesetzt hatte, sah es immerhin putzig aus.

    Da wir keine Lust hatten extra Wasser anzustellen und zu heizen, war der Aufenthalt ein Kurzer.

    Zurück in Berlin folgte eine Runde Java (binäre Bäume und rekursive Suche) und halt mal den Sonntag Sonntag sein lassen.

    In der Mediathek lief „Mälzer und Henssler liefern ab„, ich las mich im Internet durch „Oma Maries marinierte Heringe“ ebenso wie durch „We’re in Denial About the True Cost of a Twitter Implosion“ (tl;dr: Twitter war für die politische Debatte in den USA sehr schlecht, in Ländern ohne Pressefreiheit sehr gut), Frau hintenimgarten bloggte wieder.

    Auch ein Buch fand den Weg zum Schaukelschaf. Durch Putin’s People komme ich aber nur schrittweise durch. Zu viele WTF-Momente, nach denen ich das Buch erstmal weglegen muss.

    Das Buch spielt aktuell 2000, wurde in den späten 2010ern geschrieben und die Abläufe, der Verhalten des Putin-Kreises, die Denkweise und Argumentation ist einfach 1:1 Ukraine-Krieg. Selbst der lange ovale Tisch, an dem Menschen vor Fernsehkameras Putin treffen müssen, kurz bevor sie öffentlich gedemütigt werden sollen, spielt schon 2000 eine Rolle.

    Was mir auch sagt: Menschen, die sich etwas mehr damit beschäftigt haben, hätten alles vorher wissen müssen. Und zumindest die Osteuropäer haben es alles vorher gesagt: Was bitte war zwischen 2000 und 2022 mit der deutschen Regierung los?

    Nicht neu gelernt, aber über viele Jahre vergessen: die Moldau ist die Elbe. Oder anders gesagt: am Zusammenfluss zwischen Moldau und Elbe ist die Moldau der deutlich längere und wasserreichere Fluss. Das Mittelalter hat es falsch gemacht und ein wenig gnatzig auf die mittelalterlichen Flussnamensbenenner:innen bin ich schon. Den Satz „Prag, Dresden und Hamburg liegen an der Moldau“ fände ich einen schönen Satz.