Schlagwort: Brombeere

  • 26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    Diversität umfasst objektive und subjektive Merkmale, in welchen sich Menschen unterschiedlicher sozialer Gruppen unterscheiden.

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    Ein PIN-Post-Paketbote brachte 10 Kilo Wolkenberg.

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    Positiver Nebeneffekt der Digitale-Diversitäts-Klausur: Ich bestellte den Kalender der Vielfalt für’s Büro. Ich kenne mindestens eine Person, die das richtig gut finden wird und eine, die es ziemlich fragwürdig finden wird. Bei Beiden ist es richtig, den Kalender aufzuhängen.

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    Der zweite Baumstrauch vor dem Wilmersdorfer Wohnzimmerfenster beginnt zu knospen. Madame vermutet eine Kirsche.

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    Auf unserem Parkplatz-Garten entstanden Familienfotos in Festkleidung vor den blühenden Forsythien. Nach einiger Zeit gelingt mit der Gedankensprung: „Zuckerfest.“

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    Ein Kollege sagte mir, er zähle die Tage bis die Freibäder wieder öffnen und er wieder an der frischen Luft arbeiten können. Auf meinen Versuch, interessiert zu wirken, indem ich fragte „Wie viele sind es noch“ kam aber nur ein „Öh.“

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    Es war ein Bildungsurlaubstag mit Klausur und Wohnungseinweihungsfestivität und ein Subbotniksamstag.

    Bordieu auch, natürlich

    Ich fand mich sehr im Jahre 2026 lebend, als ich per Uber Eats ein USB-Kabel bestellte, damit ich meine Online-Klausur „Diversität“ schreiben kann. Denn nicht nur fiel mir in letzter Minute auf, dass ich seit der letzten Online-Klausur umgezogen war – vor allem fiel mir auf, dass das von der Fernuni gewünschte Setup – mit einer Webcam schräg seitlich auf mich und den Schreibtisch mit Monitor – in der neuen Aufstellung von Rechner, USB-Anschluss und Wand mit dem alten kurzen Kabel nicht mehr funktionierte.

    Und weil ich nicht noch ein bis zwei Stunden damit verdödeln wollte, mir ein entsprechendes Geschäft zu suchen und nach dem entsprechenden Kabel zu fanden, bestellte ich online und der Essens-Lieferdienst brachte zwanzig Minuten später drei Meter USB vorbei.

    Ich lernte noch einmal die grundlegendste aller Definitionen zu Diversität. Ich rekapitulierte, dass das Modell der Charta der Vielfalt auf Gardenswartz and Rowe (2003) zurückgeht und ich versuchte, Grafiken auswendig zu lernen.

    Bei der Klausur merkte ich schon, dass ich Thema prinzipiell kenne, aber auch prinzipiell übersichtlich viel gelernt hatte. Ich wusste an entscheidender Stelle noch, dass es ein Verhalten von der Verhaltensabsicht abhängt, und diese höher ist, wenn das soziale Umfeld das Verhalten befürwortet. Aber ob es in diesem konkreten Modell nun die „soziale Norm“, der „soziale Standard“ oder die „soziale Erwartung“ war – keine Ahnung.

    Und ach, Axel Honneth hat etwas zu Akzeptanzdimensionen gemacht? Kam das echt im Modul dran?

    Also ich werde nicht glänzend gewesen sein. Aber ich denke schon, dass die Klausur nett gestellt war, ich das Thema an sich durchdrungen hatte und vermute auch, dass nett korrigiert werden wird.

    Das wird.

    Bunte amerikanische Messbehälter für Cup-Maße sind ein gutes improvisiertes Kinderspielzeug

    Und nach der Klausur wurde es Zeit, die drei Meter USB-Kabel wieder einzusammeln, den zweiten Monitor wieder vom Gästebett zu bergen und all den anderen Krempel zurückzustellen, den ich aus der Schreibtischnähe geräumt hatte, um ja nicht den Anschein zu erwecken, schummeln zu wollen.

    Denn kaum hatte ich das Klausur-Meeting verlassen, machten sich die ersten Partygäste auf den Weg. Wir hatten zum Umzugs-Einweihungs-Open-Flat geladen „Kommt irgendwann vorbei nach 16 Uhr, drop in, tune in, drop out, Schokokuchen, Brezeln und Gin Tonic gibt es auch.“

    Es kam eine wilde Mischung von Menschen, die sich erfreulich gut ergänzten, anscheinend auch gut miteinander auskamen, und immer wenn ich mal in eine Gespräch hineinhörte, klang es spannend.

    Es begann um 16 Uhr mit einem Ex-Aikido-Lehrer-Rettungsschwimmer mit Informatikstudium. Zwischendurch klagte eine NGO-Lobbyistin über die jungen CDU-Schnösel, die noch nie etwas im Leben erlebt haben aber so altklug sind, dass sie es gar nicht erst nötig haben anderen zuzuhören und es endete um 23 Uhr damit, dass Madame und die Alt-Ostberliner-Künstlerin sich an gemeinsame Meerestier-Töpfer-Erfahrungen erinnerten.

    Was ungewöhnlich aber schön war: immer wieder kamen in ihrer Pause direkt vom Dienst Rettungsschwimmer und Fachkräfte in Uniform und Badeschlappen, nahmen etwas Kuchen, unterhielten sich kurz, und die jüngste Partygästin bekam auch eine kurze Führung durch die Schwimmhalle.

    Verschiedene Käse, Brot, veganer Schmalz und Gebäck auf Buffet.

    Mit letzter Kraft zur Kaffeegartenrunde

    Der Rasenmähertraktor sah aus wie ein Go-Cart

    Nach der Party blieb Kuchen. Aber wir hatten Abnehmer*innen: denn mühsam quälten wir uns aus dem Bett, um Samstag um 10 Uhr auf den Märkischen Latifundien zum Vereinssubbotnik anzutreten. Der Rest-Kuchen war ein guter Beitrag zum Buffet.

    Es wurden Lampen geputzt, Geräte repariert und der Häcksler gefüttert. Wie jedes Jahr gab es die Diskussion „soll das Laub wirklich von der Rasenfläche gerecht werden, die als Vereinsparkplatz dient?“, die wie jedes Jahr mit dem Beschluss endete „Ja, denn es ist Eichenlaub, das ist schwierig.“ Dieses Jahr ergänzt um: „Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche.“

    Madame und EnergyD übten für ihren Stihl-Werbespot: Zwei Frauen mit Elektro-Heckenscheren im Kampf gegen das Schlehe-, Wildrosen- und Brombeerdickicht am Übergang von der Ausgleichsfläche zum benachbarten Acker. Jede Baumarkt-Werbeabteilug wäre begeistert gewesen von ihrem Anblick.

    Abends: Erschöpfungs-Pizza

    Madame entdeckte eine erste aufgeblühte Forsythien-Blüte auch in unserem Garten und beschloss, dass sie endlich die Rosen schneiden darf.

    Diesmal wählte sie den Ettenbühl-Schnitt (auf eine Höhe einige, alles darüber weg, und wirklich jeden einzelnen Ast anschneiden) nicht ihren sonst üblichen („Altes Holz unten kürzen, neues weitgehend lassen“).

    Im Beet: Zwei blühende Schachbrettblumen. Wie kamen sie dorthin? Niemand weiß es. Woher das erste aufgeblühte Lungenkraut kommt, wissen wir immerhin, freuen uns aber auch darüber sehr.

    Im Nachbargarten: Zwei Amseln. Die ersten seit Jahren. Eine gute Nachricht. In unserem Garten: Rotkehlchen, Bachstelze und Hummelköniginnen. Solitärwespen und eine Holzbiene suchten nach Löchern im Holz, um dort ein Gelege zu errichten.

    Im Ohr: Duo-Elektro-Heckenscheren von Ostnachbar und vom Westnachbar. Nachbar West operierte kosmetisch den Liguster an der Grenze zu uns.

    Meine Freundin, die Frühjahrsmüdigkeit

    Meine Freundin, der Lacklaborant

    Es ist faszinierend. Perry Rhodan hat mich komplett nie interessiert. Sobald Herr Rau darüber schreibt, demke ich „Ach, spannend“: Perry Rhodan 150 bis 179 Da kann ich dann gleich weitermachen: E.T.A. Hoffmann hat mich immerhin interessiert, aber ich bin mit seinem Stil nicht zurecht gekommen. Vielleicht sollte es nochmal probieren: E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels

    Christiane hat angebadet: Im März am Meer oder auch im März IM Meer.

    Ja – mich. Es gibt ihn noch: Den User, der Telefon und PC per Kabel sychronisiert

    Originell fand ich aber den Gedanken, dass der Begriff und das Gedankenkonstrukt nicht in allen Sprachen und Kulturen vorkommen, nicht einmal bei unseren direkten Nachbarn. Die Frühjahrsmüdigkeit ist am Ende wissenschaftlich nicht haltbar, aber doch eine deutsche Tradition und damit auch ein deutscher Wert. Die Frühjahrsmüdigkeit (man muss sich das Wort in Fraktur geschrieben und im Wochenschautonfall gesprochen vorstellen) ist daher selbstverständlich auch von den Menschen einzufordern, die hier einwandern.

  • 25-07-26 Regen Rauch Regen Pilze Gänse Regen Brombeere

    25-07-26 Regen Rauch Regen Pilze Gänse Regen Brombeere

    Zum Merken: der Edeka in Kremmen schließt um 20 Uhr, der Lidl um 21 Uhr. Damit sind Lidl/Kremmen und Netto/Schwante die beiden Supermärkte der Wahl für Last-minute-Einkäufe.

    Auf dem Netto-Parkplatz in Vehlefanz stand ein Auto dessen Front überwiegend aus Klebeband bestand. Respekt dafür, damit noch durch die Gegend fahren zu können.

    Madame schreibt zuviel Text für zuwenige Seiten. Aber da lässt sich mit der Formatierung arbeiten.

    Der Dorfstorch ist zurück.

    Es waren zwei Urlaubstage auf den Latifundien.

    Es war ein Mix aus grauem Himmel, kurzer sonniger Schwüle und einem überraschenden Regenschauer nach dem nächsten.

    Irgendwie geriet ich in ein Impfgegner-Rabbithole, das sich in ein Sonnenschutz-Gegner-Rabbithole weiter entwickelte. Ich fragte mich „Gibt es schon eine Verschwörungstheorie gegen das Zähneputzen? Hat die AfD sie schon aufgegriffen?“

    Das Jugendzentrum Hennigsdorf heißt Conny Island und als jemand für den das Leipziger Conne Island einst zweites Wohnzimmer war, freut mich das besonders.

    Der Lokalzeitung entnehme ich, dass es eine „offizielle Grillsaison“ gibt, und frage mich seitdem wer diese festlegt? Die UNO-Unterbehörde für das Grillwesen?

    Etwas weiter hinten im Generalanzeiger eine Anzeige unter „Kontakte“. Der gesamte Text: „Polin macht Alles! 0152..“. Ich denke sofort an die große Kiste mit verhedderten Ladekabeln bei der Arbeit, die schon seit drei Monaten niemand entknoten will. Vielleicht könnte die Polin..

    Zwoi sechs

    Die Brombeere ist zurück. Nachdem wir die Brombeere bereits fünfmal komplett mit allen Wurzeln und einem Eimer umgebende Erde ausgegraben hatten (Mai ’24, April ’24, März ’24, August ’23 und Mai ’23), steckte sie schon wieder einen Trieb aus der Erde. Immerhin wuchs sie noch auf der richtigen Seite der Wurzelsperre.

    So grub ich sie wieder einmal aus, buddelte knapp 50 Zentimeter tief der Wurzel hinterher und entsorgte wieder einmal einen 10 Liter Eimer Erde in den Hausmüll. Zumindest wissen wir, warum wir sie ausbuddeln. Diese Brombeere ist ein Monster. Zwoi halt.

    Ich kann mich nicht erinnern, den Garten je im Hochsommer so grün gesehen zu haben. Auf dem Feld nebenan bildet sich der erste kleine See, die Erde ist in ihren oberen Schichten nasser Brösel.

    So also sähe der Garten aus, wenn wir regelmäßig gießen würden!

    Zum Beispiel wachsen Pilze. Die speisepilzartigen mit Fruchtkörpern, die sich schon bis zu einem halben Hexenring am Thingplatz auswuchsen. Aber natürlich auch diejenigen Pilze, die Blätter und Stämme anderer Pflanzen wie Rosen befallen, und weniger erwünscht sind.

    Da traf es sich gut, dass ich das nasse Wetter und die nicht-mehr-vorhandene Waldbrandstufe nutzen wollte, um ebenjenen pilzigen Rosenschnitt zu verbrennen. Das schöne an halbwilden Gartenteilen ist es, dass ich dort bedenkenlos Löcher graben und danach wieder zuschütten kann, ohne dass es für ästhetische Verwerfungen sorgt.

    Nachteile des nassen Wetters: Meine Güte hat das alles geraucht. Ich glaube ich habe ungesundes Zeug im Gegenwert von zwei Schachteln Zigaretten eingeatmet und roch danach wie ein frischer Räucheraal. Denn dieses Rosenschnittzeug ist dünn und voller Stacheln, so dass es sich nur schwer schichten und verbrennen lässt und sich gerne ineinander aber auch in meinen Klamotten verhakt. Ein großes Abenteuer im Nahkampf mit dem Feuer.

    Sogar zwei Stunden ganz ohne Regen erwischt ich. Welch Wunder!

    Die Beetrosen hingegen lieben das nasse Wetter. Die kommen mit ihren Wurzeln nicht so tief wie die Sträucher, freuen sich über den feuchten Boden. Überhaupt wirken die Beete so lebendig wie nie.

    Überraschend auch für den Juli: Gänseschwärme. Die fressen sich gerade auf den gemähten Rapsfeldern neben den Latifundien satt, fliegen in Schwärmen direkt über unsere Köpfe nach Hause zum Nachtplatz.

    Quattro Stagioni e due caffè

    Am Marktplatz Kremmen steht eine Hand-Wasserpumpe, wie ich sie sonst nur aus Berlin kenne.

    Grillen ist weiterin wetterschwierig. Außerdem haben wir ungewohnt viel Zeit und können Sachen unternehmen, die wir „schon immer mal“ unternehmen wollten.

    Darunter fällt der Besuch des Altstadtstübchens / L’antica Torino in Kremmen. Eine Pizzeria in einer Brandenburger Kleinstadt, die nicht einmal von Italiener*innen betrieben wird, weckt großes Misstrauen.

    Aber irgendwie strömte die Karte positive Vibes aus, ebenso wie der Betreiber, den wir einst zufällig vor seinem Ristorante trafen, und wollten es doch einmal versuchen. Welch weise Entscheidung.

    Nicht nur, war das lokal voller guter Vibes. Auch die Pizza war gut. Also nicht nur gut-für-Brandenburg, sondern auch da-würde-ich-auch-in-Italien-nochmal hingehen. Guter norditalienischer Stil mit großem Teig und genau der richtigen Mengen an Blasenbildung am Rand, Belag der erfreulich nach Tomate (Madame) bzw. Artischocken und Paprila (ich) schmeckte. Gerne wieder.

    Danach ein Last minute Trip zum Lidl unter dem Storchenturm, um Chips und Bargeld zu holen.

    Alter Fabrikschornstein mit Storchennest und zwei Störchen gegen das Licht im Sonnenuntergang

    In Erinnerung bleibt ein inneres Bild von Schneewelten

    Ausgelesen: Emily Wildes Encyclopedia of Fairies. Das Ende ist ein wenig meh, ändert aber nichts daran, wie schön das Buch an sich ist. Eine nette Mischung aus Fantasy, the most unlikely RomCom character on Earth und einer intensiven Beschreibung einer nordeuropäischen Landschaft.

    Autorin Heather Fawcett ist unter anderem Archäologin – und es zeigt darin, wie intensiv und detailreich sie Landschaft wahrnehmen und beschreiben kann. Ebenso wie es sich beim abgeklärten Blick auf die Welt der Wissenschaft (Hier: Dryadology/Feenkund, Cambrigde 1909) zeigt und auch darin, wie es ist, komplett in einer Recherche und einem Thema zu versinken.

    Emily Wilde, Dryadoloin aus Cambridge, auf Expeditionsreise in ein unbekanntes Land – mich erinnert es an Spitzbergen – und dem Versuch, den Einheimischen ihre Geheimnisse im Umgang mit den Fairies zu entlocken.

    Besonders sympathisch: Sie erklärt nicht das Feenwesen und die Welt. Die „Welt“ besteht größtenteils aus einem Dorf und den Wäldern, Bergen und Gletschern drumherum, sowie einer Briefverbindung ins ferne Cambridge. Die „Erklärung“ der Feen erfolgt aus Sicht der Wissenschaft 1909, durch die Forscherin selbst, die halt weiß, dass sie wenig weiß und gerne mit Fußnoten verschiedene Theorien referiert.

    Beste Urlaubslektüre.

    Gelesen: weitere Texte in Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen. Ein Text von Eva Menasse, der sich relativ schnell als politische Streitschrift entpuppt und für mich genauso uninteressant wie die meisten politischen Streitschriften.

    Das Essay/die Selbstreflexion Die 13 toten Nachbarinnen1 von Dmitrij Kapitelman stoppt mich erstmal am Lesen. Der Text schmerzt. Kapitelmann wohnt neben dem Mahnmal „Jüdische Opfer des Faschismus“, einer Skulptur die 13 verhärmte Frauenfiguren darstellt, und reflektion darüber was dies mit ihm macht, wie sich sein Verhältnis zum Mahnmal und zur Erinnerung ändert, wie er reagiert wenn rechte „Friedensdemos“ am Mahnmal vorbeiziehen.

    Zug in Split, Segelboot in Flensburg und ein erfundenes Buch

    Karen berichtet weiter von der Balkan-Zug-Reise. Kapitel 6: Zagreb und doppelwow für Turku-Sarajevo mit dem Zug: (7) Zagreb – Split

    Deutlich gefährlicher. Die Marina in Flensburg

    Neues vom Halluzinator: Er erfindet Bücher, die dann in der Buchhandlung gar nicht erhältlich sind. Seltsam wird es, wenn gleich mehrere Kundinnen dasselbe nicht-existente-Buch kaufen wollen: 26.7.2025 Vertrauen und Charlotte

    Im weiteren Sinne verbringe ich vermutlich 50% meiner Arbeitszeit mit Datenschutz und Informationssicherheit, bzw. der Frage wer unter welchen Umständen auf welche Systeme zugreifen darf und wer nicht. Da freue ich mich doch über Daten schützen mit gutem Bauchgefühl (via wasmachstdueigentlichso)

    So alt, dass ich mein Auto mit dem Pinsel reinige, werde ich wohl nie werden.

    Wie kaputt das Internet ist, merkt mensch wenn mensch einfache Antworten auf einfache Fragen sucht. Zum Beispiel „wie kriege ich Kunststoff, der sich altersbedingt selbst verschmoddert hat, wieder schön.“ Es folgen erstmal 20 Treffer bei denen in 10 Seiten die Antwort nach drei Seiten Text steht und bei anderen zehn steht sie gar nicht. Holger macht es besser: Der löst Probleme und schreibt darüber: Also nahm ich kurzerhand Ethanol, also klassisches Spiritus. Und das ging prima! Klebrigen Kunststoff reinigen

    Anmerkungen

    1. Anscheinend zuerst erschienen in der Zeit: Hier mit Paywall-Link: https://www.zeit.de/zeit-magazin/2023/33/holocaust-denkmal-berlin-mitte-juden-nationalsozialismus ↩︎
  • 24-10-13 Das Internet kam mit Uber Eats

    24-10-13 Das Internet kam mit Uber Eats

    Hausrotschwanz und Schopftintling sind Vogel bzw. Pilz des Jahres 2025. Ich werde es dem Hausrotschwanz ausrichten, wenn ich ihn das nächste mal sehe.

    Die Kneipe an der Bushaltestelle verkauft Hardalk flaschenweise. Eine Flasche Jägermeister und sechs Red Bull kosten 75 Euro.

    Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fernuni beantwortete mir eine Fragemail – am Sonntag. Den bis dahin ratlosen Studenten in mir freut das. Der Angestellte in mir schüttelt „tss, tss“-machend den Kopf.

    x+yi

    Ich reichte Klausurlaub für 2025 ein. Seltsames Gefühl: Wenn alles glatt geht, nehme ich am 16. September den letzten Klausurlaub im Bachelor Wirtschaftsinformatik – meines Lebens. Denn dann schreibe ich nach Plan die letzte Klausur. Das Ende kommt erstaunlich nahe.

    Immerhin bemerkte ich kurz vor Schluss, dass Fernuni-Klausuren sich doch als Bildungsurlaub qualifizieren. Glaubt nicht alles, was ihr im Internet lest. Fragt einfach mal Menschen, die sich damit auskennen!

    Das Ende des Bachelors Mathematisch-technische Softwareentwicklung hingegen liegt in weiter Ferne. Nah liegt derzeit nur das Ende der Einsendeaufgaben Lineare Algebra. Gefühlt habe ich je eine halbe Stunde Zeit, um die Komplexen Zahlen zu verstehen, oder die Ideale (Ringtheorie) („Ideale können als Verallgemeinerung von Zahlen angesehen werden“), oder die Polynomdivision – es bleibt sportlich.

    Aber ich denke auch an eine Feststellung in Alina Bronskys Pi mal Daumen: Am Anfang wird ihnen die Mathematik sehr fremd und rätselhaft vorkommen. Aber mit der Zeit werden sie immer mehr Bekanntes sehen. Und irgendwann werden sie es flüssig lesen können.

    Ich bin weit davon entfernt, die Mathemodule flüssig zu lesen. Aber ich habe den Punkt verlassen, an dem jedes einzelne Zeichen Rätsel aufwirft,. Inzwischen bin ich zu dem Punkt fortgeschritten, an dem ich wie ein kleines Kind lese: Jeden Buchstaben einzeln. Aber am Ende ergeben die ganzen Buchstaben Wörter und Sätze.

    Auf die Decke hämmern

    Der Freitag begann Punkt 7 mit Baumstammwerfen. Wir freuen uns über jedes Anzeichen, dass die Dachbodenbaustelle Fortschritte macht. Manchmal müssen wir uns erst daran erinnern, dass wir uns freuen.

    Madame mutmaßte: sie hauen mit Hämmern direkt auf die Decke über unseren Köpfen. Ich zweifelte.

    Später gesehen: Vor dem Haus liegen ein paar Tonnen Estrichbeton, am Rand des Dachbodens ist eine Verschalung zu sehen. Sie bauten die Betonverschalung. Also waren sie wirklich mit Hämmern direkt über unseren Köpfen zugegen.

    1026

    Anderswo gab es Los Wochos Mexicanos . Hier gibt es Los Wochos kaputos. In den letzten Tagen verbrachten wir deutlich zu viel Zeit mit Organisieren und Ersetzen und Workarounds finden und anstrengenden Sachen.

    Am Horizont immerhin dämmert es – die Benzinpumpe ist aus Japan angekommen. Madames abgestürzter Handyersatz ist vor Ort – aber trotzdem haben wir gerade Probleme gegen die Materie anzugehen.

    Letzter Fall: Strom (und damit Licht) im Treppenhaus verschwand seit Freitag Abend. Ich habe die Dachbodenbauarbeiter im Verdacht, die entweder eine Leitung anbohrten oder die Sicherung zum Platzen brachten.

    Das letzte mal mit einer Taschenlampe durch’s Treppenhaus ging ich um 1999 in Leipzig, und da wohnte ich in einem echten Abrisshaus.

    Vorletzter Fall: Ich versuche Donnerstag, etwas auszudrucken. Drucker will nicht. Erste Überprüfung: kein Toner. Ersatz war immerhin in der Wohnung. Ich wechselte. Drucker ging immer noch nicht.

    Nächster Check: kein Netzwerk? Nach etwas Suchen stellte sich heraus, dass der Wlan-Repeater seinen Geist aufgab. Ohne Repeater kein Netz im Bürzelbüro und kein Netz für den Drucker.

    Also gemacht, was wir gerade zu oft machen: Ersatz besorgt.

    Ich wählte das preiswerteste Angebot, bei dem ich mir sicher, war, dass der Händler wirklich existiert. Für weitergehende Gedanken fehlten mir inzwischen jegliche Nerven. Damit landete ich bei Media Markt. Und dann staunte ich: in Berlin liefert Media Markt mit Uber Eats aus.

    An einem Donnerstag Abend, eine knappe Stunde nach Bestellung, stand Sudhir vor der Tor und fragte mich nach einer PIN. Nachdem ich wie gefordert „1026“ gesagt hatte, drückte mir Sudhir einen neuen Repeater in die Hand.

    Madame fragte, ob er auch Pakete mitnimmt. Nein, leider, Uber Eats nimmt keine Pakete an.

    The return of the Brombeere

    Oktober ist Kranichzeit. Dutzende, wenn nicht Hunderte, in der Thermik über den benachbarten Feldern. Ab und an unterbrochen durch Gänseschwärme. Selbst Stare fliegen noch durch die Kolonie.

    Wir haben einen neuen Überraschungs-Garten-Bewohner. Und wie geplant: Wenn Gäste um die Ecke gehen, dann sind sie überrascht und erfreut. Selbst wenn ich um die Ecke gehe, bin ich nicht überrascht, aber erfreut.

    Nach fünfmaligen Ausgraben scheinen wir uns unserer höchsteigenen Brombeere erfolgreich erwehrt zu haben. Dafür warf uns die Welt, oder eher, der Dauergartenverein, neue Brombeeren in die Wege.

    Ein Brombeergetüm auf dem Weg entlang der Ausgleichsfläche Nord. Ein weiteres auf dem anderen Weg entlang der Ausgleichsfläche Süd. Und das Grundstück, von dem wir immer dachten, es gehört gar nicht zum Verein, das sich in eine einzige Brombeerhecke verwandelt hatte. So viele wehrhafte Brombeeren.

    Der Vereins-Subbotnik verschaffte mir Wiener und Bratwurst und Bier, sowie 10.000 Schritte Komposttransport zwischen Parkplatz und Komposthaufen sowie lahme Arme durch Überkopfastscherennutzung. Er verschaffte mir auch viele neue Erkenntnisse.

    Erstaunlich viele der Erkenntnisse mündeten in: Die Brombeerhecke muss weg. Und die andere Brombeerhecke auch.

    Immerhin: Zwoi, die Hausbrombeere, bleibt verschwunden.

    Quittengelee

    Es empfiehlt sich, Rezepte ganz zu lesen bevor man mit dem nachkochen beginnt. So auch das Rezept für Quttengelee nach Art von Herrn Raus Eltern:

    […] Die ein wenig abgekühlten Quittenteile und ihr Saft kommen dann in eine solche Saftpresse.. (Wenn man keine solche Saftpresse hat, kann man kein Quittengelee nach Art meiner Eltern machen.) […]

    So sollen Rezepte sein. Ist halt nur blöd, wenn man das erst auf halber Strecke bemerkt.

  • 24-05-28 Unter der Sitzwarte (Lila Flecken auf der Wetterkarte)

    24-05-28 Unter der Sitzwarte (Lila Flecken auf der Wetterkarte)

    Sind zwei Armlehnen soviel wert wie ein Schubkarrenrad? Der Markt sagt ja.

    Was ist Dein Lieblingsartikel im Grundgesetz?

    Für Fortschgeschrittene: Was ist Dein Lieblingsartikel (Grundrechte ausgenommen)?

    Ich hätte kochen sollen, konnte meinen Blick aber nicht von den Mauerseglern abwenden, die vor dem bald-kommt-das-Gewitter-Himmel ihre Runden drehten.

    Mir träumte, ich fahre im Reisebus nach Kiew. Um uns herum Feuergefechte. Uns im Bus passierte nichts. Aber die Stimmung war angespannt. Das war das Stichwort – volle Anspannung. Mit einem Krampf im Bein wachte ich aus dem Traum auf. Bein gelockert, todmüde ohne Bürgerkriegsträume wieder eingeschlafen.

    Eine Ente transportierte Lehm von Glien (altslawisch für Lehm) nach Wochenend-West (neuberlinerisch für Sand).

    Montag richtete Madame zwei Quadratmeter Steglitz häuslich mit Badenhandtuch und Poolkit ein. (Besuch 5 / 16€ pro Besuch).

    Einst hängte ich im Spätsommer „Nazis raus“-Plakate an Laternenpfähle in Kampen auf Sylt. Selten sagt mir der Weltgeist so deutlich, dass ich meiner Zeit voraus war.

    Ich mag Schmalkalden. Zwei Leben vor diesem Leben kannte ich einen coolen Menschen aus Schmalkalden. In unserer aufrührerischen Gruppe der Weltverbesserer war er vielleicht der weiseste.

    Diese Schmalkalden-Zuneigung wurde bei der Thüringer Kommunalwahl bestätigt: SPD-Bürgermeister gewählt mit 66%, im Landkreis Schmalkalden-Meiningen eine direkt gewählte SPD-Landrätin.

    Ich glaube wir sollten dort hin und die Stadt ein Wochenende lang näher untersuchen. Wir könnten es kombinieren mit einem Besuch der Viba Nougat-Welt, die in der Nougat-Allee 1 in Schmalkalden liegt. Vielleicht hilft Schokolade auch einfach gegen Faschismus.

    Waschbärspuren

    Wir weihten Laubola Floratempel mit Hefezopf und Zitronenwasser ein. Vor uns hatte bereits der Hausrotschwanz die Dachbalken als Sitzwarte bezogen.

    Sonntag setzte Madame Frauenmäntel an die Alten Rosen.

    Eine Solitärwespe schleppte in Form einer Raupe – doppelt so groß wie die Wespe – Vorräte für die Kinder an.

    Das neue Ettenbühl-Video zeigt Bilder, wie Scarmans Himalayan Musk große Walnussbäume und Häuser überwächst. Toi, toi, toi, dass wir unseren frischgepflanzten Rambler jemals in den Griff bekommen.

    Ich widmete mich meinen Lieblingshobby: Endgültiges Ausgraben der Brombeere. (Genau – diejenige Brombeere, die wir schon im Mai ’23, August ’23, Oktober ’23, März ’24 und im April 2024 endgültig ausgruben. Ich glaube es ist verständlich, warum wir Furcht vor ihrem Ausbreitungsdrang haben.)

    Letztens vermuteten wir eine Waschbärsichtung. Dann dachten wir: Das kann nicht sein. Wären hier Waschbären unterwegs, hätten uns die Nachbarn schon Schreckgeschichten von ihnen erzählt.

    Dieses Wochenende erzählte Frau Tegel Schreckgeschichten vom Waschbär.

    Madame brachte Blumen mit und weihte die neue Vase vom Prellbock ein.

    All‘ das fand statt in einer Luft so dick, dass sie Widerstand leistete, gehen erschwerte. Am Himmel sahen wir Gewitterwolken, auf der Wetterkarte vorbeiziehende lila Gewitterflecken. Aber sie alle umgingen uns.

    Im Hintergrund dröhnte der Speedway-Ring.

    Blick durch Holzbalken auf einen stark wolkigen Himmel

    Skandinavienkai

    Jon Worth fuhr mit dem Fahrrad auf eine Finnlines-Fähre ab Travemünde.

    Auf der anderen Seite der Nordsee wird in Norwegen gestreikt. Das läuft anders als in Deutschland. Streik mit Streikpflicht und Ausnahmegenehmigung und einer wird die IT weggenommen während des Streiks.

    Google like it’s 2001 mit Erklärung.

  • 24-04-30 Tuten und Knirschen

    24-04-30 Tuten und Knirschen

    Rüyam, in Reiseführern weltberühmt als Schöneberger Döner-Geheimtipp, zog über die Straße. Die Schlange ist noch länger als sonst.

    Elite Kickboxing heißt jetzt Fight Academy und bietet neben Kinderkarate auch Selbstverteidigung für Frauen an. Von all‘ den Kampfsportschulen der Gegend bleibt es diejenige mit den positivsten Vibes.

    Mir träumte, ich würde an zwei Videokonferenzen gleichzeitig teilnehmen. Mit zwei Headsets auf dem Kopf. Und sei es nur im Traum – etwas mehr Schwung kommt ins Leben zurück.

    Die Berliner Freibäder öffneten. Am Wochenende das Sommerbad am Olympiastadion und am Montag das Prinzenbad. Am Mittwoch wird das Insulanerbad die Drehkreuze öffnen.

    Über Jahre wollte ich zum Strausberger Seeschwimmen, verpeilte es aber immer. Nun ist das Strausberger Srandbad bis auf Weiteres geschlossen, mangels Wasser – und jetzt mag ich dort nicht mehr hin.

    Zeit, umzuplanen. Am 6. Juli findet am Strandbad Kyritz das Insel- und Langstreckenschwimmen statt. Ich fürchte bis dahin bin ich nicht fit genug für ein Langstreckenschwimmen. Aber Ansehen wäre ein Plan: dann weiß ich, worauf ich mich vielleicht einlasse.

    Der Flötist zieht aus. Nach knapp 50 Jahren in seiner Wohnung und 80 Jahren im selben Kiez wurde er Opfer einer Eigenbedarfsklage. Der Grund hierfür ist so Wohnungsmarkt Berlin 2024 wie er nur sein kann: die Vermieterin kann sich die Miete ihrer aktuellen Berliner Mietwohnung nicht mehr leisten und will nun in die eigene Wohnung.

    Peter Schleuse ging wieder auf große Fahrt. Er war einer dieser Menschen, die, egal an welchen Ort sie kommen, der Ort war danach ein Stück heller, fröhlicher als vorher. Er hinterließ ein Leuchten.

    Zum Abschied tutet ein Nebelhorn.

    Kenntnisse in gremienrelevanten Prozessen und Protokollführung

    Falls ihr Eurer IT einen Gefallen tun wollt: Heiratet nicht! Oder behaltet zumindest Euren Namen. Namensänderungen in der Windows-Accountverwaltung sind auch 2024 noch ein Thema zum die-Luft-anhalten.

    Erwerbsarbeit hindert uns daran, eine Feiertagswochenende auf den Latifundien zu verbringen. Und so fahren wir von Mittelmark nach Berlin und werden wieder nach Mittelmark fahren und wieder nach Berlin und wieder nach Mittelmark.

    Einige der Strecken begleitet uns das entvandalierte Latifundienrad.

    Für Madame ist es die letzte Woche eines anstrengenden Frühjahrs. Für mich wird es anscheinend eine Woche mit Öffentlicher-Dienst-Extrem.

    Ich lernte ein neues Feature des öffentlichen Ausschreibewesens kennen: die verifizierende Teststellung.

    Bei einer Ausschreibung werden Kriterien aufgestellt und die Bewerber sagen, ob sie diese erfüllen können. Wenn es wichtig ist, müssen sie die Erfüllung beweisen: hier im Rahmen der verfizierenden Teststellung. Wir hatten eine sehr lange Liste mit Anforderungen an eine Software. Der brave Außendienstler musste nun bei allen Anforderungen vorführen, dass seine Software sie auch wirklich erfüllt.

    (Man stelle ich als Beispiel vor: 300 leicht verschiedene Funktionen von MS Word und eine mehrstündige Vorführung:

    • Kann Überschriften verschiedener Levels – Check
    • Kann Text in Überschriften umwandeln – Check
    • Kann drucken – Check
    • Kann als PDF drucken – Check
    • Kann Kopfzeilen – Check
    • Kann Fußzeilen – Check
    • Kann Seitenzahlen – Check
    • Kann Textmarken visuell anzeigen – Check
    • Kann Kommentare inline anzeigen – Check

    Es ging natürlich nicht um Word. Aber die umfassende Kleinteiligkeit war ähnlich.)

    Wild.

    Wer Lust auf noch mehr öffentlichen Dienst extrem hat: Die Berliner Bäder haben seit heute eine neue Stellenausschreibung: „Assistent:in (d/w/m) für Vorstands- und Gremienangelegenheiten – Organisatorisch und inhaltlich – Abgeschlossenes Hochschulstudium in Wirtschaftswissenschaften und/oder entsprechende Berufserfahrung – TVÖD 9b“. (= je nach Berufserfahrung 3500 bis 5000 Euro netto).

    Auf Weißblüte folgt Rotblüte

    Die Sportflugzeuge brummen wieder.

    Madame wuschelte den Buchs.

    Madame nennt die Brombeere Zwooi. (Genau – diejenige Brombeere, die wir schon im Mai ’23, August ’23, Oktober ’23 und März ’24 umfassend ausgruben). Madame grub sie erneut großzügig mit einem halben Kubikmeter Erde drumherum aus. Jetzt neu: Zwooi treibt an zwei Stellen gleichzeitig. Diesmal im Gehege und erstmals auch außerhalb des Geheges. Der Name Zwooi ist mehr als verdient für dieses Getüm.

    Sowohl am Gartenzaun (West) wie auch am Gartenzaun (Ost) entdeckten wir Giersch-Nester. Noch jenseits unserer Latifundien. Dort sollen sie auch bleiben.

    Währenddessen erreicht uns die ersten Rosen, die die Gazebola bewachsen sollen. Scarman’s Himalayan Musk. Nachdem ich einst Paul’s Himalayan Musk in einem Garten sah – acht Meter hoch und mit Profiradler-Oberschenkeldicken-Stämmen habe ich tiefen Respekt und etwas Angst vor dieser Rosengattung.

    In weniger beeindruckenden Neuigkeiten: der neue Rote Ginster blüht. Eine erste zarte Mohnknospe beginnt sich zu öffnen. Und auch der Rotdorn erweckt den Anschein diese Woche noch loszulegen.

    Zum Abschied erwies uns der Kaminkehrerrotschwanz die Ehre und knirschte standesgemäß vom Schornstein der Ost-Nachbarn.

    Kleiner rot blühender Ginster vor sehr viel Gras (gegen die Sonne)

    Mit der Bahn / bei der Bahn

    Diesedunstpoesie

    Die vielleicht eindrucksvollste Bahnfahrt meines Lebens, das erste Teilstück Interrail 1993, endete am Zielbahnhof Villach. Christa Chorherr ist in Villach, schreibt über die Eisenbahnerstadt und die falsche Seite der Bahngleise.

    Auf den Bahngleisen sind die Bähnler. Krautreporter besuchte, schöne Fragestellung. Nicht: Warum ist alles so schlecht? Sondern: Wie ist es wirklich? Ein Zugbegleiter, ein Fahrdienstleiter und eine Lokführerin erzählen. Geschenkt von Kieselblog. Vielen Dank!

    (Nebelhorn-Datei: East Brother Light Diaphone Foghorn, aufgenommen von Frank Schulenburg, Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

  • 24-03-26 Saladette ineffizient

    24-03-26 Saladette ineffizient

    Die Brombeere ist zurück. Die bereits mehrfach (Mai ’23, August ’23, Oktober ’23) großzügig ausgegrabene Brombeere lässt sich nicht beeindrucken. Sie treibt schon wieder. Immerhin beschränkt sie sich weiterhin auf den Raum innerhalb ihres Geheges.

    Der durchdringende Ruf der Kohlmeise weckte uns.

    Sailboat segelt. Die Abelie treibt höchst dekorative Knospen.

    Wir benötigen eine Säge an einem Stiel.

    Der Spargelhof verkauft ersten Spargel. Ich möchte nicht wissen, welche Kombination aus Klimawandel und schwarzer Anbaumagie dazu führte.

    Madame begann eine erfreuliche Korrespondenz mit Dr. Z. (Horticultural Manager).

    Der Kaptain möchte ein Freigetränk.

    Um die Kohlmeise zu hören, fuhr ich ausnahmsweise nicht 15 Minuten mit dem Fahrrad in die Verwaltung sondern 95 Minuten mit Regional- und S-Bahn.

    Wenn ich schon experimentalpendelte wollte ich den Umstieg in Spandau testen. Aber dann hielt mich eine Weichenstörung in Falkensee davon ab. Also wieder einmal der Umstieg schnellen Schrittes in Hennigsdorf.

    Blick vom Bahnhof Hennigsdorf auf den Rest des Bahnsteigs, eine einfahrende S-Bahn, einen Industrieturm und mehrere Signal- und Leitungsmasten.

    Im Zug weitergelesen: A Deadly Education. Und weiterhin sehr angetan.

    Ich durfte einer neuen Kollegin ihre IT-Ausstattung samt dazugehöriger Einführung übergeben. Ich bin schon jetzt Fan von ihr.

    Tiefgaragen-Mitmieter testen ein neues Mittel gegen die Tauben. Sie parken ihre Autos jetzt unter überdimensionalen Lametta-Spirelli. Ich werde gespannt beobachten. Andere legen einfach Decken, Folien oder Planen auf ihre Autodächer. Und wiederum ein anderer(?) entschied sich für Gewalt. In der Tiefgaragenzufahrt liegt eine platt gefahrene Taube.

    Im Strandbad Wannsee gibt es einen Kinosaal. Dort zeigt die Künstlerin Christine Kisorsy über die Osterfeiertage unter dem Motto „Wochenend’ und Sonnenschein“ historische Kurzfilme aus dem Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Überhaupt eröffnet das Strandbad Ostern für die Saison.

    Halb zufällig stolperte ich über die Dithmarscher Stellenausschreibungen der Northvolt-Fabrik, die in zwei Jahren ihre Arbeit aufnehmen soll. Und schon jetzt staune ich: das ist ein Kaliber von Jobs, die ich so in Dithmarschen noch nie gesehen habe. Das ist wirklich etwas anderes als das übliche Bauhelfer-Lehrer-Bäcker, das sonst dort vorherrscht.

    Das Wacken Open Air hat eine braune Autobahntafel

    Mit dem Flixtrain ging es Samstag hin zur Eidermündung und mit dem Kaptainsmobil am Sonntag schon wieder zurück. 359 Kilometer über die A23, einmal quer über die Alster und die A24 in die Mittelmark. Dabei einen halben Tank Kaptainsmobilstreibstoff verbrauchend.

    Auffallend: Ein weit verbreitetes Auto, von dem ich noch nie in der Presse las, das auch in Berlin-Innenstadt nicht gefahren wird, das aber geschätzt ein Zehntel aller Autobahnnutzer fuhr: der T-Roc.

    Noch auffallender: ein stark rauchendes Wohnmobil auf einem Autobahnparkplatz. Ich hoffe jetzt einfach darauf, dass entweder die Wohnmobilfahrenden oder andere Autobahnparkplatzbesuchende die Situation einschätzen konnten und nichts taten/löschten/die Feuerwehr riefen/ den Katastrophenschutz riefen.

    Traurig auffallend: Der Rasthof Schaalsee. Vor nicht so langer Zeit gab es Autobahnraststätten normaler Art und Kettenrestaurants (McDonalds, Burger King) an den Autobahnen. Die haben sich in Qualität und Preis wenig genommen, nur dass bei den Ketten immer lange Schlangen waren.

    Inzwischen scheinen die normalen Raststätten in einer Abwärtsspirale. Immer weniger Gäste. Dadurch immer Umdrehungen an Nahrungsmitteln. Das Angebot wird kleiner, die Speisen liegen offensichtlich länger, wodurch die Zahl der Gäste weiter abnimmt. Man kann den Gaststätten quasi live beim Sterben zusehen. Neuster Stand: Die Saladette ist weg.

    Nachfrage an der Pommesausgabe: „Zu ineffizient. Wer soll die befüllen?“ Statt dessen ein riesiger Fleck inmitten der Essensausgabe, so dass alles noch leerer wirkt. Eine weitere Runde gedreht auf der Abwärtsspirale.

    Überhaupt wurde das ganze Kuchen-Salat-Brot-Kleingkeiten-Sortiment gestrichen. Iß Currywurst oder „Asia Bowl des Monats“ oder iß gar nichts.

    Nicht, dass die Gaststätten ein Hort der Gastronomiekunst und Lebensfreude gewesen wären – aber einem einst geselligen Ort beim Sterben zusehen, ist schon schad.

  • 23-10-15 Lichtorgel (Frieden durch Lärm)

    23-10-15 Lichtorgel (Frieden durch Lärm)

    Herr southpark, was haben Sie im Jahr 2023 eigentlich so gemacht?

    • Brombeeren bekämpft.

    Freitägliche Freuden des Büros. Als ich mein Fahrrad in der Tiefgarage aufschließen wollte, war dies mit Vogelfedern übersäht. Mausern sich Tauben? Oder haben wir jetzt auch einen Falken in der Tiefgarage?

    Auf der Fahrt zu den Latifundien überholten uns wieder einmal die neuen nicht-gekennzeichneten Mercedes-Sprinter mit Blaulicht. Madame befragte das Internet und kam auf: „SEK/MEK im Einsatz. Dürfen die Sondersignale nur nutzen, wenn Gefahr für Leib und Leben droht.“ Okay.

    Nachtschlaf unterbrochen durch zehn Minuten heftigen Sturms, in denen wir dachten, uns fliegt der Bungalow davon. Später beim Garten-Subbotnik strahlender Sonnenschein bei Fast-Windstille. Bei der Rückfahrt nach Berlin wieder zehn Minuten Sturm während wir durch eine Brandenburger Allee fuhren. Ich hatte Sorgen, dass heruntergerrissene Baumteile gleich die Frontscheibe durchschlagen.

    Überhaupt: Nach Neuer Batterie am Montag und einer halben Wochen des Herumstehens, tat der Subaru noch – Hurra!

    Zum Aufwachen im Garten stundenlanges Kranich-Getröte. Wir sind so verwöhnt, dass wir uns nicht einmal die Mühe machten nachzuschauen, ob wir sie gerade sehen können.

    Sail away, Sunshine boys

    Wieder einmal ging es einer Brombeere zu Leibe. Diesmal allerdings nicht unserer eigener – die bleibt aktuell verschwunden.

    Es ging um die Brombeere auf einem Nachbargrundstück, das seit Jahren (Jahrzehnten?) in schwierigen Besitzverhältnissen lebt. Der Brombeerstrauch dort nimmt mittlerweile die 15 Meter Front vom Grundstück zur Straße ein, reicht 5, 6, 7(?) Meter weit in die Tiefe des Grundstücks und ist 4 bis 5 Meter hoch.

    Der Verein hatte beschlossen zumindest die Grundstücksränder und Grenzen zu den Nachbarn freizulegen. Der Gartenwart hatte sich einen Minibagger besorgt, mit dem er dem Strauch zu Leibe rückte, wir anderen schnitten den Bagger immer mal wieder aus den Ranken heraus und verarbeiteten die Brombeerranken weiter. Mit Skepsis sahen wir, dass die Wurzeln im Boden gelassen wurden. „Wir halten das jetzt mit dem Freischneider kurz.“ Ich bin gespannt.

    Auf unseren Latifundien wurde der Endsaison-Wiesenendschnitt weiter betrieben. Die Zwiebeln kamen in den Boden:

    • Madame verteilte Alliums möglichst gleichmäßig über die Beete.
    • Die Sunshine Boys entlang des Obstbaumsweges von der alten zur neuen Birne.
    • Die übliche Mischung zwischen Rotdorn und (Ex-)Brombeere sowie am zukünftigen Durchgang zum Thingplatz.
    • Sail away“ zwischen den Sträuchern des Ostens.

    Guacamole

    Das gemeinschaftliche Herbstfeuer mussten wir ausfallen lassen, denn es galt ein Geburtstagsgeschenk einzulösen. Das Lumpenpack spielte in Huxleys Neuer Welt. Und es war überraschend. Das Ärzte-inspirierte-Pop-Kleinkunstduo hatte auf fünf Personen aufgestockt (Lola Schrode – Bass, Alex Eckert – Schlagzeug und Jason „Jason!“ Bartsch – Gitarre.) Und auf einer Skala von Pigor & Eichhorn bis zu Napalm Death hatte sich die Band erstaunlich weit Richtung Napalm Death bewegt. Wir hatten das Lumpenpack zuletzt 2019 gesehen und meine erste Assoziation war „Da hat jemand während Corona sehr viel Minor Threat gehört.“

    Die Attitüde hatte sich in den Corona-Kriegsjahren merklich verändert. Weniger albern, weniger blödelnd, schlechter gelaunt bis leicht verzweifelt.

    Es gab alte Hits wie Guacamole oder Ford Fiesta (gefühlt in doppelter Geschwindigkeit). Das Publikum konnte ohne Hilfe der Band mehrere Strophen Pädagogen textsicher singen. Und es kam erfreulich viel vom neuen Album Wach von Ich kann das alles nicht mehr bis zum programmatischen Frieden durch Lärm.

    Am Rande: How? Wie konnte mir in all‘ den Jahren Berlin die Existenz von Huxleys Neuer Welt entgehen? Ein 140 Jahre altes Veranstaltungsgebäude, seit 1880 durchgehend als Bierpalast, politischer Versammlungsort, Kino, Konzerthaus, Rollschuhebahn und Veranstaltungsfläche genutzt – inmitten eines absurden 1980er-Umbaus – direkt am Hermannplatz. Und ich kannte es nicht? How?

    Am Rande 2: Wir hatten das Glück direkt neben der Frau vom Licht zu stehen. Einerseits faszinierend zu sehen, wie ihr Gesichtsausdruck von blödem Herumalbern mit dem Tonmensch innerhalb von Sekunden zu kontentrierter Aufmerksamkeit wechseln konnte. Aber auch faszinierend zu sehen, dass sie durchgehend im Rhythmus der Musik an Reglern, Knöpfen und Schiebern herumhantierte. Da bekommt der Ausdruck „Lichtorgel“ eine ganze andere Bedeutung.

    Bühne von "Das Lumpenpack" - Huxleys neue Welt.

    Eisbär – Linksverkehr

    Pläne für heute: Badewanne mit Voltaren. Nicht bewegen. Dabei im Stream Ninja Warrior Germany und Auburn at LSU nach-sehen.

    Im Markgräflerland wurde Corona-geimpft. Hier werden wir mal mit Impfen-in-der-Apotheke testen.

    Wo ich mich schon durch die Punk-Klassiker ge-youtubed habe, ein großartiger Auftritt der Bad Brains: Big Take Over.

    Susanne fotografierte den Stachel-Schirmling und den Erdstern.

    Christa Chorherr schreibt über eine Uhr:

    Auf der Rückseite ist „Franz“ eingraviert. Es gab einen Onkel Franz in meiner Familie, einen (älteren) Bruder meines Vaters, der aber vor meiner Geburt, so wurde mir berichtet, bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre und zwar während der Umstellung von links-auf rechts-Fahren. Da gab es zeitweise keine gesamtösterreichische Regelung.