Schlagwort: Einsendeaufgaben

  • 26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    Der Eichenprozessionsspinner rückt näher. Wir verfolgen den Weg der gesicherten Bäume die Straße hinunter vom Dorfzentrum Richtung unserer Wohnung. Jeden Tag rückt er einige Bäume näher. Zum Glück ist die Wohnung durch einen Schutzwall aus Linden umgeben.

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    Ich buchte zwei Tickets im Pink Soup Train. Wir werden in Kaunas einsteigen und nach Vilnius fahren. Proud to be a tourist. Leider werden an Bord nur Sandwiches serviert werden, und keine Šaltibarščiai. Aber einer der Wagen wird in Rosa leuchten.

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    Die Fernuni-Einsendeaufgaben Dienstleistungsmanagement sind bestanden. Das heißt, ich darf an der Klausur teilnehmen. Das freut mich vor allem, weil diese Aufgaben für BWL ungeahnte gedankliche Transferleistungen erforderten, und ich mir nicht sicher war, ob ich diese mit meiner Ex-und-Hopp-Aufgabenbearbeitung korrekt interpretiert hatte. Aber ich hatte.

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    Im Tippspiel änderte ich meine Strategie. Daraufhin stieg ich von Platz 26 auf 12. Meine geänderte Strategie hatte auf den Aufstieg allerdings null Auswirkung. Nicht einer meiner neu in dei Strategie aufgenommenen 3:1-Tipps brachte zusätzliche Punkte. Nur die Teams spielten jetzt mit sinvolleren Ergebnissen. Meine schon immer gegebenen 1:0-Tipps brachten plötzlich Punkte. Soviel zum Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation, soviel zum Glücksspiel-Element solcher Spiele.

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    Es war ein gemeinschaftliches Ende der Woche in heiß.

    Lasst uns über VLANs reden

    Am Südkreuz fuhr ein Bus nach Triest. Kurz stellte ich mir vor, dass ich ein Mensch sein könnte, der jetzt einsteigt und 10 Stunden später kurz eine SMS an die relevanten Stellen schickt: „Sorry, bin grad in den Alpen. Es geht mir gut. Macht euch keine Sorgen.“ Kurz betrachtete ich den Bus, dann lief ich zurück in die Südkreuz Offices,

    Ich bin der Mensch, der ein Meeting absagt mit der Begründung „Sorry, muss auch mal was arbeiten.“ Wobei sich die Intensität der Arbeit zu Ende der Woche auch legte. Aber da pfiff wie ich bereits aus dem letzten Loch wie ein aufblasbarer Pool-Flamingo mit, nun ja, Loch.

    Das Wetter half nicht. Aber wir haben ja einen Serverraum, indem ich die Funktionsfähigkeit der Klimaanlage testen kann.

    Morgens: Handy aus der Hand gefallen, weil ich auf dem Weg zum Frühstück einschlief, nachmittags: Buch aus der Hand gefallen, als ich noch kurz auf dem Sofa in Fische und Drachen weiter lesen wollte. Bei der Arbeit: Wach geblieben.

    Mittags hatten wir zwei aufschlussreiche Besuche im Quartier Bistronomie: für einen Mittagstisch zu teuer für den öffentlichen Dienst, aber für Apfelschorle und Cola gerade richtig.

    Auf den Wegen zwischen Wohnungsbüro, Bürobüro und Bistronomie passierte ich Aufkleber. Einen davon möchte ich hier als Diskussionsanregung hinterlassen:

    Ampelpfahl mit lila Aufkleber "FCK AFD". Dahinter eine Kreuzung,

    Kaffee im Schwimmbad

    Madame telefonierte letztens gar nicht auf alemannisch. Sie nahm an einer zweisprachigen alemannisch/schriftdeutschen Telefonkonferenz teil, dabei jeweils zwischen alemannisch und schriftdeutsch wechselnd.

    Jetzt gab es keine Telefonkonferenzen mehr. Die Reisegruppe Südbaden war eingetroffen. Nachdem wir die Bahn-Abenteuer innerlich überwunden hatten, konnten wir uns herzlich in Familie begeben.

    Wie es sich für Badener gehört, fanden die Erörterungen bei ausführlichen Mahlzeiten statt. Die Nähe Frankreichs färbt.

    Am Donnerstag, dem Tag des Zahnarztabenteuers und des Niemand-ist-nach-den-letzten-Tagen-mehr-in-der-Lage-die-Wohnung-zu-verlassen besorgten Madame und Madame-Madame im ukrainischen Fischparadies Räucherfisch, Forellenkaviar und eingelegte Tomaten. Madame wärmte die Gibanica auf, fertigte den solidarischem Salat. Wir aßen mit Blick auf das Ringeltaubennest.

    Am Freitag, nach Strickcafé und Fahrradbefriedung trafen wir in der Heidelbeere bei Schnitzel aller Art und Kutterscholle. Jedes Schnitzel hat dort eine andere Beilage, es gab „Bratkartoffel“ (Wiener Art) und „Spätzle“ (Jäger-Art).

    Am Samstag hatte das Wochenende in den märkischen Hamptons geführt bei Grillburgern aus Rinderlust-Mett und gemüslichem Mangold und Brokkoli.

    Ich war durchgehend behost und erlangte trotzdem zwei Mückenstiche am Oberschenkel

    Wir entflohen der Berliner Stadthitze in die Landhitze der Latifundien. Die 21-Uhr-Autobahntunnel-Sperrung verschaffte uns einen stadtentdeckerisch wertvollen Umwege durch die besten Industriegebiete Reinckendorfs, bevor wir ankamen.

    Auf der Terrasse im Dunkeln war es erträglich. Der Bungalow allerdings hatte ausreichend Zeit gehabt, um eine veritable Hitzeglocke in seinem Inneren zu entwickeln. Also tranken wir außen Rotwein vom Lausitzer Tagebau, rissen Türen und Fenster auf und krabbelten zu den hitzenpropfenöffnenden Schlafbodenfenstern, um diese zu öffnen. Wie das Wasser schwerkraftgetrieben nach unten abfließen möchte, möchte die heiße Luft schwerkraftgetrieben-in-Rückwärts nach oben abfließen.

    Siesta ist wie den Tag mit Käse überbacken. Nur ohne Backen, hoffentlich.

    Falls ich je daran dachte, dass meine Berufung wäre, Gärtner in Botanischen Garten oder im Leipziger Gondwanaland zu werden: Nein. Das Gute am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass die Sonne nie direkt knallte. Das Schlechte am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass wir permanent durch 30-Grad-Nebel waberten.

    Gartenarbeit bei diesem Wetter muss mensch schon wirklich wollen. Ich wollte nicht. Trotzdem waren die Wege am Ende irgendwie nachgemäht und das Schattiernetz war an der Pergola festgenäht. Madame wurde in der Nähe gesichtet.

    Von unten breiten sich die Katzenminzen in der Pergola aus. Das verschafft uns eine Insekten-Beobachtungs-Station vom Gartenstuhl – Wildbienen und Schwebfliegen lieben Katzenminzen! – und sorgt für athmosphärisches Hintergrundbrummen. Wie Vuvuzelas, nur in angenehm.

    Der große dunkle Schmetterling entzog sich unserer Beobachtung, auf der Suche fanden wir nur Schornsteinfeger.

    Während die Großrosen beweisen wollen, dass dies das üppigste Rosenjahr aller Zeiten ist, sind die kleinen Großrosen noch halb zugewachsen. Aber auch sie blühen: Die Alten Rosen Alba semiplena, Madame Hardy blühen wie noch nie. Gallica versicolor ist ein Traum in Rot-Weiss-gestreift. Die KLetterrosen an der Pergola, die noch nicht klettern, sondern gerade einmal die Köpfchen nach oben strecken, blühen wie noch nie: Rosengarten Zweibrücken und auch Sourire d’Orchidee – wir entdecken vollkommen neue Blüten.

    Links

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    Falls ich je bergsteige dann nur in diesem Outfit. (#1)

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    A Collection of Rare Photos of Men in the 1800s in Intimate Embraces (#5)

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    Herr Rau erzählt Das Märchen vom Zauberfaden

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    Thematisch anschlufähig: Klar kann die KI übersetzen! und Was die KI mit Reliquien zu tun hat

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    Die einen sagen dann auch noch, man solle die Sonnenbrille absetzen, wenn man irgendwo rein geht, also ich muss doch echt sagen, es sind der Zumutungen schon genug im Sommer, auch ohne 30x am Tag die Brille zu wechseln. Sowieso, warum soll man jetzt seine Augen zeigen, anderes aber wieder nicht, niemand soll sich die Hose ausziehen beim Betreten einer Kaffeebar, irgendwo verläuft da eine Grenze und ich weiß, Konventionen, aber was ich nur sagen will: das ist nicht naturgegeben, das ist erfunden und ich werde mich nicht wegen einer erfundenen Konvention noch mehr quälen als sowieso schon. Zum Glück trage ich gerne Hosen.

  • 26-05-28 Ente im Totholz

    26-05-28 Ente im Totholz

    Soargwlbruxh

    (Keine Ahnung, aber steht in den Notizen)

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    Über das Internet trafen die letzten Heimfahrmeldungen der Besuchsgruppe Tauferinnerung ein. Der letzte Endgegner war das defekte Signal bei Lüneburg.

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    Madame pflanzte Zitronenthymian und eine Johannisbeere und säte kalifornischen Mohn.

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    Der Kaptain fand Word wieder auf dem Rechner.

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    Es waren drei Tage des Mikrourlaubs in den märkischen Hamptons mit Bussard ohne Oper.

    Grün zu bunt

    Der Bussard schrie, das Gras wogte, der Bauer sprühte Pestizide.

    Der Garten schaltet in den Sommermodus. Noch ist Grün die vorherrschende Farbe. Aber beinahe stündlich konnten wir Sträuchern, Stauden, Rosen und Ausgesähtem beim Aufblühen zusehen. Beim Versuch aufzuschreiben, was alles kreuchte, fleuchte, blühte, loslegte, schlug ich nur irgendwann die Hände über dem Kopf zusammen: „So viel! So viel! Wer soll dem allen Aufmerksamkeit schenken!“

    Selbst die Pfingstrose blühte rechtzeitig zu Pfingsten.

    Wichtig, weil für uns handlungsleitend: Die Rosentriebbohrer bohren weiter und tötet Knospen. Ihre Zahl ist gegenüber dem letzten Jahr zurückgegangen. Aber gerade wenn sie Knospen an den nur einmal blühenden Alten Rosen zerstören, ist das unerfreulich.

    Manchmal allerdings braucht es auch gar keine bohrenden Solitärwespen. Manchmal kann ich das auch alleine. Das von mir geschobene Benzinreh knabberte leider die versteckt gelegenen Knospen und Trieb der Tuscany Superb ab.

    Wichtig, weil Atmosphäre: Anscheinend sind diverse Gräser in der letzten Woche um einen guten halben Meter gewachsen. Wo sie mir bestenfalls bis zum Knie gingen, sind Teile der Wiese schon wieder schulterhoch. Die Wiese wogte im Wind, darüber ein Wölkchenhimmel, Gartengrasmücke und Amsel sangen um die Wette, während darüber ein Miniaturschwarm Stare kreiste.

    Die neu gesetzten Astern sind angewachsen. Scarman’s Himalayan Musk an der Pergola deutet erstmalig an wie buschig und prächtig das einst werden kann.

    Der Greifvogel, der ein wenig wie ein Rotmilan wirkte, aber etwas unruhiger flog, ließ sich anhand seines Schreis als Bussard erkennen.

    Eine Premiere: Enten im Garten. Normalerweise fliegen die gelegentlich am Hinter-dem-Zaun-Acker vorbei. Aber noch nie waren sie im Garten. Jetzt fast mehrfach. Eine setzte sich erst auf den Totholzstapel, dann verschwand sie darin, und wir sahen sie nie wieder.

    Später fand Madame, beim Versuch den Brötchenwagen abzupassen, das Nest des Turmfalken im Dorf. Es befindet sich in einem kleinen Türmchen, der Falke selbst zeigte es ihr, indem er lautstark und entschieden zwei Tauben aus dem Türmchen verjagte.

    Rucola als verbindendes Element

    Am Montag grillte ich experimental. Der Urlaubstag bot sich für Mikro-Abenteuer an, wie den zweiten Einsatz des Grill-Pizzasteins. Mir war nach Lahmacun, also sollte es Lahmacun geben: Hefeteig, eingerieben mit einer Tomaten-Hack-Masse, auf dem Stein kurz gegrillt und dann mit zweilerlei Salat befüllt (1 – Rucola, 2 – Tomate-Käse-Joghurt). Das war sehr fein. Aber es zeigte sich auch, dass ich wenig Übung mit Hefeteig und noch weniger mit den Pizzastein habe. Es war eine Arie der Umständlichkeit. Das schreit nach Wiederholung.

    Soargwlbruxh = Spargelbruch will mir inzwischen scheinen. Den kauften wir beim Spargelhof in der schon geschälten Variante1 für schnelle Zubereitung.

    Am Dienstag nach der Exkursion bereitete Madame ihn zu Salat mit Schinken und Kratzete zu. Mittwoch, zurück in Berlin streckte sie ihn mit Parmesan (Crowdfarming), jungen Zwiebeln (Gemüslichkeit), Sekt (Reste-der-Taufgruppe), und Milchreis-Reis (aus dem Joghurtglas in der Vorratsschublade, keine Ahnung woher ursprünglich: BioCompany? dm?) zu einem höchst schmackhaften Spargelrisotto serviert mit Rucola (Gemüslichkeit).

    Ich packte meinen Koffer und..

    Ich packte meinen Koffer und ich packte ein: Eine Badehose (nicht gebraucht) und zwei Opernkarten (nicht gebraucht) und ein Fernuni-Skript (gebraucht).

    Nymphensee/Waldbad

    Wir dachten, wir sind schlau und verlegen den Badeausflug dieses heißen Pfingstwochenendes auf den Dienstag, den Werktag. Es half wenig. Die 30 Grad schlugen den Werktag. Am Parkplatz des Nymphensees angekommen, sahen null freie Parkplätze und dafür mehrere Autos im Suchkreis fahren. Das sagte uns: Für unseren Geschmack zu voll.

    Aber da wir eh schon fast in Falkensee waren, schlug das Navi noch das Waldbad Falkensee vor. Dies ist mir bisher komplett unbekannt – und das kann nicht so bleiben. Von außen sah es nett aus, ein richtig unkompliziertes übersichtliches Kleinstadtbad. Aber natürlich war es auch viel zu voll.

    Aber es war eine wirklich schöne Landpartie durch den Brandenburger Sommer.

    Der Gesang der Vögel

    Sogar fest mit Termin im Kalender stand Orlando von Olga Neuwirth in der Komischen Oper. Gebucht hatte ich diese im April 2025, nicht bemerkend, dass dies kurz nach Pfingsten war, nicht wissend, dass ich Urlaub haben würde, die Gemüslichkeitsabholung die Logistik verkompliziert und nicht mal ahnend, dass ich den Tag bei perfekten 22 Grad mit Sonne und leichter Brise auf den Latifundien verbringen würde.

    Irgendwann fragte ich mich „Mal angenommen, jemand würde dir jetzt die Karten für heute Abend schenken, würdest du sie annehmen?“ Mein Spontanantwort war „Auf gar keinen Fall!“. Zum Glück dachte Madame ähnlich, und so war der Fall pro Bluthänfling und Contra Oper entschieden.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL

    Wirklich benutzt aus dem Koffer habe ich die Fernuni-Skripte zum Thema Dienstleistungsmanagement. Aus denen lernte ich etwas über Value-in-expectation, value-in-use, den Service Blueprint und die fünf Dimensionen der SERVQUAL lernte.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL beschreiben nicht etwa, wie man Kunden quälen kann, sondern sie stehen für SERVceQUALität.

    Dennoch ähnelt das BWL-Modul Dienstleistungsmanagement in vielem der Anleitung zum Leiden am Dasein. Immer wieder geht es darum, wie Anbieter Kosten verringern können, indem sie nicht-Basis-Leistungen der Dienstleitungen streichen oder Teile des Serviceprozesses an Kunden abgeben („den Kunden stärker in die Value-Co-Creation einbinden“).

    Das klingt im Modul recht sachlich, aber vor meinem inneren Auge sehe ich natürlich sofort Selbstbedienung aus der Hölle, irre Call-Center-Antwortbots und den oft scheiternden Versuch bei irgendeinem Dienstleister irgendwie eine’n kompetente*n Ansprechpartner*in zu bekommen.

    Überhaupt lernte ich, meinen nächsten Restaurant- oder Friseurbesuch in vollkommen neuen Worten zu beschreiben. Service-in-use und Service-in-expectation vielleicht, vermutlich aber nutze ich eher die Sichtbarkeitslinie und das Service Skript. Nur der Ausdruck „Kundenkontaktpersonal“ klingt für mich eher wie eine justiziable Beleidigung, denn wie eine sachliche Beschreibung.2

    „Sie..! Sie…! Sie Kundenkontaktpersonal!!“

    „Kehraus“ ist ein Kurzfilm von 1990 über Straßenkehrer in Leipzig

    Weil Zeit und Energie für Mikroabenteuer war, wollten wir auch endlich den Beamer bezwingen. Wir bauten das Gartenkino auf, und im vierten oder fünften Anlauf lief alles. Wir wussten inzwischen wie sich die Leinwand aufhängt, konnten den Beamer bedienen und schafften es sogar, Filme zu streamen. Ab 21:18 war es dunkel genug, damit auf der Leinwand langsam Figuren erkennbar waren, ab 21:50h war es möglich, ernstlich Filme zu sehen.

    Der Kabel-Adapter-Sammlung sei dank.

    Wir schauten via Filmfriend erst das Kurzprogramm über das Seebad Taucha 1924 zur Beamer- und Leinwand-Kalibrierung, dann Spielfilme:

    Am Montag: Toast – ein Film basierend auf den tragischen Jugenderinnerungen des britischen Food-Autors Nigel Slater: Über Aufwachsen im Großbritannien der 1960er, begeistert von Essen, erst mit einer liebenvollen Mutter, deren größte kulinarische Errungenschaft Toast ist, dann mit einer Stiefmutter, die hervorragend kocht, aber immer in Rivalität und Feindschaft zu Nigel verbunden bleibt. Ein trauriger Film, ein schöner Film, ein Film über eine vergangene Zeit.

    Am Dienstag Wilde Maus von Josef Hader. Ein Film, der uns an Toni Erdmann erinnerte. Sehr tragisch, sehr lustig, sehr gnadenlos zu seinen Figuren und dabei gleichzeitig sehr liebevoll. Wie seltsam Menschen sind, was für bescheuerte Sachen sie machen, wie sehr sie sich lächerlich machen. Der Film nimmt wenig darauf, seine Protagonisten in all ihrer Lächerlichkeit zu zeigen, aber genau deshalb hat er sie lieb. Wirklich schön.

    Noch schöner: Kino unter dem Sternenhimmel mit großem Wagen, Abendstern und Mond, dazu immer wieder die hereingewehte Duftwolke der Abelie.

    Rechner richten

    Zu Hause dann Arbeitstagsvorbereitung (Madame) bzw. Fernuni-Einsendeaufgaben (ich). Beim Blick in den Donnerstagskalender fragte ich mich, welcher Depp mir ein 9-Uhr-Meeting direkt nach der Rückkehr in den Kalender legte; ich kam aber zu dem Schluss, dass nur ich das angesetzt haben könnte.

    Links

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    Ohrenschmaus hatte mehr Erfolg als wir am Nymphensee, ist allerdings auch anständigerweise zu Fuß dorthin gelaufen: 66 Seen Weg I, Pfingsten 2026, 3 Brieselang – Henningsdorf 23,5

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    Frau Herzbruch in Curaçao – Tag 11 und Tag 12.

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    Frau Rabe badet weiter auf Island und empfiehlt das Spa eher nicht.

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    Eine Ausstellung, die ich vielleicht sehen wollte und jetzt ganz sicher sehen will, dank readinginsweden: 23. Mai 2026 Kunst klingt, fühlt, duftet

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    Ich müsste lange nachdenken, um darauf zu kommen, wann ich zuletzt so etwas wie ein veritables Freudentänzchen bei einem erwachsenen Menschen gesehen habe. Zumindest abseits von großen Sportübertragungen und dergleichen, wo so etwas nicht weiter auffällt und in der kollektiven Begeisterung untergeht. Hier aber, in der Wandelhalle, pardon, in der Grand Hall – es kommt mir geradezu spektakulär vor. Und nicht nur mir, einigen Umstehenden geht es ähnlich.

    Anmerkungen

    ~ Der Erdbeerpreis sank unter 10 Euro / Kilogramm.

    ~ Erste größere Ausfahrt des Subarus nach Inspektion in neuer Werkstatt. Er fuhr tadellos und klingt besser als zuvor.

    1. Unser Verdacht: Es handelt sich im Ausschuss aus dem benachbarten Restaurant: Spargel, der beim Schälen in mehrere Teile brach, nicht mehr serviert werden kann, aber noch im Hofladen verkauft. ↩︎
    2. Was ich ja aus nicht-privaten Gründen spannend gefunden hätte: Die Anwedung der Konzepte nicht nur auf übersichtliche Fälle wie „Essen gehen“ sondern auch auf IT-Service-Management. Da wird es nämlich deutlich unübersichtlicher. Aber leider nein. ↩︎
  • 25-12-18 Wegfindungen (oben unten/ Türzu, Türauf / aus Süd oder Ost)

    25-12-18 Wegfindungen (oben unten/ Türzu, Türauf / aus Süd oder Ost)

    Die Schweine. Seit zweieinhalb Jahren hatten wir das Baugerüst samt in ihm wohnender Taubenkolonie vor der Nase. Kaum ziehen wir aus, fangen sie an, es abzubauen.

    Andererseits sagt die Erfahrung, dass der Irrsinn im Schöneberger Haus zwar gelegentlich die Form wandelt, in seiner Grundsubstanz aber erhalten bleibt. Auch insofern: Gut, dass wir raus sind.

    Kurz vor dem Urlaub musste Madame noch einmal geballte Hirnermüdung bei geistigem Anwesenheitszwang über sich ergehen lassen.

    Besser: Die Fernuni-Einsendeaufgaben Digitale Diversität sind bestanden. Damit darf ich an der Klausur teilnehmen.

    Die Dienstleister verteilen Weihnachtsgeschenke. Es hätte auch VIP-Karten für Alba Berlin gegeben. Aber weil wir ja öffentlicher Dienst sind und jeder Anschein einer irgendwie gearteten Bestechlichkeit vermieden werden soll, gab es für elf Mann insgesamt drei Tassen und fünf Kulis.

    Es waren drei Tage der Arbeit zwischen Umzugskartons und kultureller Encore.

    Entdeckt: das DB-Reisecenter im Südkreuz öffnete wieder. Es ist sehr holz. Spontanassoziation: Aus McDonalds wird jetzt McCafé.

    Bei Percy Puddletree entdeckte ich einen Link auf einen Mid-Century-Möbel-Insta-Account. Ohne eigenen Insta-Account kann ich ja immer nur die ersten acht Bilder sehen, aber musste lachen. Das Kuchenbuffet von Bild sechs kannte ich. Das steht in ähnlicher Form – allerdings weit weniger herausgeputzt und abgewohnter – hier im Klavierzimmer.

    (Übrigens auch der ultimative Endgegner aller Möbelpacker, wie es bei inzwischen schon zwei Umzügen unter Beweis stellen durfte)

    Zufällig entdeckt: Huah! spielen wieder. Die beste, schönste und einzig wahre Band der Hamburger Schule hat ein Best-of-Album herausgegen und gibt dafür zwei Konzerte. Eines heute(!) in Hamburg (bei allem Wünschen, das wird zu schwierig..) und eines am 18. April in Stade beim Hanse Song Festival.

    Ich glaube ich wollte schon immer mal im April nach Stade.

    Ich zitiere einfach mal die ultimative Lobhudelei der Plattenfirma, bei der ich jedes Wort bestätigen würde:

    Was Huah! neben ihrem spleenigen Stil-Eklektizismus zur Ausnahmeband macht ist ihre Zusammensetzung: in der vornehmlich männerdominierten Szene sind sie das einzige gemischte Kollektiv, das weder reine Jungs-Gang noch Frauenbande ist. In den Texten wird zwischen naiv und radikal hin- und hergesprungen, sich verliebt, agitiert, analysiert – nicht selten im selben Song. Das theoretische Rüstzeug und linke Gewissen sind die gleichen wie bei Weggefährten von z.B. Blumfeld (auf deren „Verstärker“-Single ein Passbild von Knarf das Covermotiv ist) oder den Goldenen Zitronen, nur werden sie anders eingesetzt, unverkrampfter, undidaktisch, spielerischer, tanzbar, […] das fehlende Bindeglied zwischen dem späten Adorno und dem jungen Otto.

    Die Hamburger-Schule-Zeit war auch die Zeit als ich noch über Musik schrieb. Spannenderweise bin ich sowohl mit Tocotronic wie auch Blumfeld für mich ungewöhnlich im Interview aneinander geraten und wir trennten uns im Unfrieden. Mit Knarf: Sofort ein Herz und eine Seele.

    wege rohre schrauben

    Wir bewirteten die ersten Nacheinzugsgäste, denn sie wollte eh schwimmen gehen, brachte ihre Familie mit.

    Ich kann improvisiert und mit Kisten in den Rücken drückend wieder am normalen Rechner arbeiten. Ich vermute die Tage kommt noch eine Regalbrett-an-Wand-Schraube-Session auch mich zu.

    Vor allem sind es Tage der Wegfindung.

    1 – der S-Bahn-Weg: Wir testen ob der Weg durch die U-Bahn-Station zur Ringbahn besser oder schlechter als der Weg oben entlang ist. Für den U-Bahn-Weg spricht: Oben ist eine Kreuzung mit Gewerbegebietsambiente, unten eine wettergeschützte Kathedrale des Nahverkehrs im herausragenden wilhelminischen Prunkdesign.

    Andererseits bietet zumindest die Autowaschanlage mir immer unterhaltungswert.

    Oben ist ebenerdig, unten mit Treppe und Rolltreppe. Oben ist mit Warten an der Ampel, dafür glaube ich ein paar Meter weniger zu laufen. Wir werden testen.

    2 – der Schwimmbadweg. Vielleicht wird es doch nichts mit unseren Frühschwimmerfreundschaften. Denn anscheinend ist je nach diensthabender Kassenkraft, der Schwimmbadausgang zu Madames Zeiten auch noch abgeschlossen. Dann muss sie außen herum gehen und trifft die wartenden Frühschwimmer gar nicht.

    3 – Der Weg des Wassers. Quasi während ich dies schreibe, hängt ein fluchender Techniker unter der Spüle und versucht sich an der Herausforderung, den allgemeinen Abfluss und den Spülmaschinenanschluss gleichzeitig zu verrohren. Diese sind so über Kreuz gelegt, dass bisher schon Umzugsunternehmen und southpark scheiterten. Deshaln können wir noch nicht spülen.

    4 – Der Weg der Daten. Heute soll der Schwimmbad-DSL-Zugang freigeschaltet werden. Der herzzerreissend erkältete Telekom-Techniker gerade am Telefon meinte, es sieht alles gut aus und bis 20 Uhr wird alles werden. Aber noch will der Router nicht.

    The drama departments expecting an encore, and I’m ready!

    5 – der Kinoweg. Unser – wir-treten-aus-der-Haustür-und-lassen-uns-nach-links-fallen-Kino ist plötzlich zweieinhalb S-Bahn-Stationen entfernt. Auch hier gilt es einen neuen Weg zu finden: zwei S-Bahn-Stationen oder drei nehmen?

    Vor allem aber Staunen. Im Rahmen seiner RomCom-HighSchool-Film-Musical-Reihe Fetch mussten wir trotz aller Umstände den Dezemberfilm schauen. Auch wenn er uns beiden komplett unbekannt war. Damit waren wir die einzigen. Denn wir im Kino waren wir beide und dazu 263 andere Zuschauer*innen, die den kompletten Film mitsprechen und mitsingen konnten, Küsse, memorable Quotes und den Erstauftritt von Villain Sharpay mit Gejohle kommentierten.

    What a show. Und wir wussten nichts.

    Irgendein preiswert produzierter 2006er-Disney-Film von vielen, der in den Folgejahren einen großen Kultstatus entwickelte. Vermutlich weil sie den Glückstreffer hatten, viele memorable Szenen zu schreiben, und vor allem mit Sharpay/Ashley Tinsdale einen wirklich erinnerungswürdigen Fiesling.1 Das Kino war – außer uns – gefüllt mit Frauen plusminus33 und die konnten die beste Party.

    Bildungslücke geschlossen. Eine Bildungslücke von der ich vorher nicht einmal wusste, dass ich sie habe. Und wie viel Spaß dieser Lückenschluss machte.

    Darauf einmal bop to the top.

    dən

    Aharoni entdeckte einen Fehler. Im Wörterbuch: Not everyone reads Explanatory Notes in dictionaries, but I do.

    Herr Rau liest sich durch den unbekannten Teil des Terry-Pratchett-Werks und entdeckt schöne Zitate.

    Wer schon immer mal Perücken im Zustand nach der Theateraufführung sehen wollte („abgespielt“). Bei Joel gibt es Bilder.

    I just finished my first semester of law school Tuesday evening…only eight more to go! People say that the first year of law school is the worst, and I certainly hope that’s true.

    Anmerkungen

    1. Angeblich mittlerweile ein feministisch-queeres Camp-Idol sagen nicht-vertrauenswürdige Internetquellen. Aber ich habe ja sowieso keine Ahnung von dem Film. ↩︎
  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind

  • 25-05-31 Das Thema gilt hiermit als zugestellt

    25-05-31 Das Thema gilt hiermit als zugestellt

    CO-Melder 2 hängt. Dieser in Berlin.

    Die Post brachte eine signierte CD von Judith Holofernes.

    MsMB bemerkte zu ihrem Leidwesen, dass acht Tablets im Karton sehr viel mehr Platz beanspruchen als vier ausgepackte Geräte.

    Madame fuhr mit dem ICE1035 (Sprinter) nach Frankfurt. Dann sprintete sie durch den Frankfurter Hauptbahnhof. Es gelang ihr, innerhalb von einer Minute verbliebener Umsteigezeit den ICE73 nach Basel zu erklimmen. Dieser war voll genug, dass es selbst in der 1. Klasse auf den Stehplätzen eng zuging.

    Aber ab Karlsruhe saß Madame. Sie hatte eine liebreizende Schleswig-Holsteiner-Franko-Schweizerin als Gesprächspartnerin. Diese hatte ihr ganzes Leben als Swiss-Air-Stewardess zugebracht und in dieser Zeit wahrhaftig die ganze Welt gesehen. Aber das Fliegen macht keinen Spaß mehr, ist nur noch hektisch. Die 78jährige Dame pendelt jetzt zwischen Kiel im Sommer und Fribourg im Winter.

    Der Kaptain nahm TU984 von Monastir nach Hamburg. Ich bin weiterhin sehr beeindruckt von diesem Abenteuer. Sie anscheinend auch.

    Dank dem Halluzinator fand ich Miss South. Ich habe hier ein Slow-Cooker-Kochbuch von Miss South, fragte mich aber was sie seitdem macht. Meine Internetrecherchen liefen ins Leere. Ungewöhnlich für eine Person, die als Bloggerin bekannt wurde, und erst dann Kochbuchverträge erhielt.

    Sie scheint noch auf Instagram aktiv (ohne eigenen Account kann ich nicht sehen, von wann die Posts sind). Aber vor allem gibt sie als Nikky Catto Stadtführungen durch Brixton. Falls wir also mal wieder in London sind, kenne ich einen Programmpunkt.

    Der 1. Juni wird Tag des kleinen Übergangs. Ich melde mich für die Fernuni für das nächste (Master?!?)-Semester zurück. Die drei 80%-Teilzeit-bei-der-Arbeit-Monate beginnen. Denn in diesen Monaten werde ich die Bachelorarbeit schreiben.

    The Mail of no return

    Ich bekam eine Mail vom Prüfungsamt der Fernuniversität in Hagen:

    Sehr geehrter Herr southpark,
    hiermit sende ich Ihnen das mit o.g. Erstprüfer/in vereinbarte Thema
    Parametrische Optimierung – Der Einfluss von Schwankungen in den Modellparametern auf die optimale Lösung zu. Die Bearbeitungszeit für die Bachelorarbeit beträgt 3 Monate, der Umfang der Arbeit soll 10.000 Wörter umfassen. Das Thema gilt hiermit als zugestellt.

    Letzter Abgabetermin für Ihre Bachelorarbeit: 02.09.2025

    Die Bearbeitungszeit wird durch nicht chronische Erkrankungen nicht verlängert. In Härtefällen
    entscheidet der Prüfungsausschuss. Zu den Konsequenzen einer Fristüberschreitung verweise ich
    auf die entsprechende Prüfungsordnung.

    Damit habe ich den Point of no return erreicht. Falls es ich es mir jetzt anders überlege oder ins Straucheln gerate, bedeutet das, ich bin einmal durchgefallen.

    Noch stand diese Ende der Woche aber im Fokus der Einsendearbeiten: Die Zulassung zur Mikroökonomik-Klausur will ja auch noch erreicht werde. Der Lehrstuhl macht es nicht einfach. Aber die Aufgaben sind sehr fair. Eine schöne Mischung, die ich gerne öfter vorfände. Ich bedaure, dass dieses Modul eines wird, dem ich kaum Aufmerksamkeit zuwenden werde – ich hätte schon Lust auf mehr.

    Aber ich entdeckte auch: Derselbe Lehrstuhl bittet auch das Modul zur Spieltheorie an. Vielleicht gönne ich mir davon noch einmal eine Runde.

    3D-Schreibtisch

    Es soll Menschen geben, die legen sich für so eine neue Phase wie die Teilzeitarbeit-neue-Bachelorphase neue Kleidung oder Frisuren zu. Soweit bin ich noch nicht. Aber das Programm „Aufmöbelung des Heimarbeitsplatzes“ drehte eine weitere Runde. Er wuchs in 3D.

    Also lief ich vom Büro einmal durch den Bahnhof Südkreuz, dann über die Autobahnbrücke und durch die Gewerbehöfe und war bei IKEA. Die Südkreuz-Gegend ist unwirtlich. Aber IKEA nahe genug, dass ich oft genug in der Mittagspause größere Gruppen von Menschen in IKEA-Outfits treffe, die auch gerade pausieren.

    Dank IKEA besitze ich den Schreinbtischaufsatz Wallhalla Vattenkar. Zum einen bietet er die Chance, die Monitore etwas besser zu ergonomisieren. Zum anderen bietet er Zusatzplatz für alles vom Taschenrechner, über das Mausarmvermeidungsgerät bis hin zu wirren Notizzetteln.

    Dabei gelernt: IKEA bietet dolle bunte Retrosessel an. (Zum Beispiel Dyvlinge oder Sotenäs) Ich sitze in keinem von ihnen gut – war aber kurz davor, sie einfach als Deko-Elemente mitzunehmen.

    Auch gelernt: als Kenner sämtlicher Abkürzungen und Schleichpfade dieses Kaufhauses gerate ich nur selten in die echte Möbelausstellung. Die hat sich verändert. Es stehen dort fast nur noch „fertig“ eingerichtete Zimmer und wenig einzelne Möbel. Kann sich die Menschheit heute nicht mehr von allein vorstellen wie ein einzelnes Möbel im realen Leben dann aussehen wird?

    Auch gelernt, und das ist eine Verbesserung, mensch kann gleich beim Möbel-Bezahlen direkt an der SB-Kasse noch Hot Dogs bestellen und dann am Stand abholen. Mir war der Freitag-Nachmittag-am-langen-Wochenende zu voll. Aber an sich ist die Idee super.

    Halb Chemnitz, halb Tropfsteinhöhle

    Halb Haus, halb Tropfsteinhöhle. Etwa 30 Kilometer südlich von Tours.

    Ich hatte ja keine Ahnung. Herr Rau würdigt den Superheldencomiczeichner Peter David. (der unter anderem The Incredible Hulk in eine Gruppentheorie schickte und dessen Blog-Code vermutlich immer noch in Resten in Frau Raus Blog-Code herumhängt.)

    Ich hatte Ahnung. Immer wenn wir nach Chemnitz kommen, bemerke ich tolle Vibes und eine tolle Szene. Teile davon: Kraftklub. Die gaben ein Spontankonzert, um auf die Misere des (ganz ganz tollen Schauspielhauses aufmerksam zu machen): Sterben in Karl-Marx-Stadt: Auf dem Geheimkonzert von Kraftklub. Wer den neuen Song hören will: Es gibt auch ein Video. (und auch ein Video von einem Song, den das Publikum schon kennt.)

  • 25-05-29 Inverse Engelkurven

    25-05-29 Inverse Engelkurven

    Madame folgt jetzt dem Mastodon-Account von Owls in Towels.

    Ich schraubte den ersten erneuerten CO-Melder an. Schickeres Design als der End-of-Life-Vorgänger. Aber der neue Melder zeigt auch keine Zahlen mehr an. Er kennt nur noch „alles okay“ oder „MEEP! MEEP! MEEP! ALARM! ALARM!“. Hoffen wir, dass es einfach bei „alles okay“ bleibt.

    Ich sammelte zufällig einen Stellenbewerber vor der Tür der Südkreuz Offices auf, und gab ihn am Empfang ab. Drei Minuten später bin ich mit einem Teller Erdbeerkuchen wieder an ihm vorbei. Erste Eindrücke vom neuen Arbeitgeber, so wichtig.

    Nahe der Südkreuz Offices öffnete ein neuer möglicher Mittagessenspot: Nonna Anna. Es ist schon spannend zu sehen, wie sich die ehemalige Brachfläche nach und nach entwickelt.

    Auf dem häuslichen Hinterhofparkplatz fand eine Rearrondierung zwischen Pflegedienst, Zahnarztpraxis und Nachbar 4L statt. Nur unser Parkplatz, und natürlich das Kartzenstreuwrack, blieben unberührt.

    Im Baustellenkäfig für das Dach lagern nicht nur Dachziegel, sondern jetzt auch Ziegelsteine.

    Wohnen am Rande des Weltgeschehens: dass Wolodymyr Selenskyj frühzeitig Berlin wieder verlässt, merkte ich daran, dass sich überraschend früh am Nachmittag seines Staatsbesuchs 10 Polizei-Wannen an der Kreuzung Sachsendamm/Hauptstraße bereit machten, um die Kreuzung abzusperren. Denn dort führt die übliche Schnellstrecke Verteidigungsministerium -> Martin-Luther-Straße -> Sachsendamm -> Autobahn -> Flughafen entlang, die oft und gerne für Staatsbesuche kurzzeitig abgesperrt wird.

    In ChatGPT stoperte ich über den GPT-Marketplace. Soweit ich verstehe, kann ich dort Zugang zu Programmen erwerben, die auf der Basis von ChatGPT aufbauen. Spannend, dass in den Top10 der vorgeschlagenen GPT-Anwendungen gleich mehrere auftauchen, die anspreisen, dass sie KI-erstellten Text verschleiern können, damit er nicht als KI-Text enttarnt wird. Die andere Hälfte sind Anwendungen, die verschleierten KI-Text nachweisen können wollen.

    Ich stolperte über die Sängerin Mirel Wagner. Zuerst musikalisch. Mein Eindruck: Da ist jemand tief in die amerikanische Seele hinabgestiegen. Und dann ist Mirel Wagner gar keine Amerikanern. Die erste Recherche ergab: Geboren in Äthiopien und aufgewachsen in Finnland. Okay.

    Die zweite Recherche ergab: seit 2016 verschwand Mirel Wagner nach zwei Alben von der Bildfläche. Es gibt Gerüchte eines Auftritts von 2019 in Finnland. Und das war es. Wo ist sie hin?

    Vor der Sommerpause

    Neben dem Stadtbad Lankwitz existieren jetzt Padel-Plätze. Die Werbung findet vor allem in Englisch statt.

    Nachdem ich (ich!) letzte Woche aus Gründen mangelnder Internetlesefähigkeit vor einem unzugänglichen Schwimmbad stand, stand noch ein Badbesuch aus. Diesmal die unkomplizierte Variante: mit der S26 direkt von der Arbeit nach Lankwitz, dann ein paar Meter laufen, und dann ins Stadtbad Lankwitz. Der letzte Besuch bevor es am Wochenende den Sommer über schließt.

    Eine meiner Lieblingskassiererinnen tadelte mich, weil ich dieses Jahr so selten im Insulanerbad bin. Sie hat natürlich recht. Aber ich habe Gründe. Das Stadtbad Lankwitz: Wie immer, schön, entspannend, wohltuend, schwebend. Etwas viel Slalom für meinen Geschmack, aber was gibt es Besseres als mit Kopf unter Wasser zu schweben?

    Hoffnung auf die Alten Rosen

    Mittwoch Abend begrüßte uns eine Fledermaus, die über den Latifundien im Zick-Zack kurvte.

    Donnerstag, Himmelfahrt, erläuterte Madame gerade die Gemeinsamkeiten zwischen deutschen NS-Flüchtlingen in der Türkei in den 1930er/1940ern und den jetzigen syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen dort, als sie innehielt. Direkt über unseren Köpfen, im Tiefflug über der Terrasse, ein Storch. Zum Atemanhalten.

    Etwas später: der diesjährig bisher vermisste Rotmilan ist zurück, drehte seine Runden über dem Rapsfeld.

    Die Latifundien an Himmelfahrt als Flugshow.

    Madame krautete 4L. Die Alten Rosen scheinen je Rose eine Knospe am Rosentriebbohrer vorbei zu bringen. Der Mohn ist regengeknickt, blüht aber prächtig wie noch nie dieses Jahr. Der Jasmin lässt langsam nach, die Abelie hält weiter durch.

    Auf der Terrasse gelesen: Den ersten Text von Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen.

    Posaunen tönen, Donner dröhnt

    Viele der letzten Jahre sah Christi Himmelfahrt so aus, dass ich arbeitete (150% Feiertagszuschlag for the win) und Madame die Steuererlärung vorbereitete. Maximal romantisch also für einen freien Frühlingstag. Inzwischen existiert die Möglichkeit der Feiertagsarbeit in meinem Leben nicht mehr, und so können wir tun, was an diesem Tag vorgesehen ist: Wir gingen zum Gottesdienst.

    Verschiedene Gemeinden aus dem nordwestlichen Berliner Umland laden zum Open-Air-Gottesdienst auf dem Dorfplatz Klein-Ziethen. Unter Bäumen, direkt vor einem Spielplatz und auf Bänken brachte die Mittelmark zwei Prädikantinnen, einen Pastor, zehn Posaunenchor-Spielende und vielleicht 40 bis 60 Gottesdienstbesucher*innen hervor.

    Der Gottesdienst folgte in Ablauf und Programm eher dem Anspruch „niedrige Einstiegshürde für Gelegenheitskommende“. Aber so im Wechsel zwischen Sonne und Wolken, mit Blick auf den improvisierten Altar und Spielgeräte, Vogelzwitschern, Taubengurren und leichten Wind, war das eher traumhaft.

    Posaunen, Hörner und Trompeten spielten. Die Prädikantinnen waren beide bezaubernd, in ihrem Zusammenspiel eine einzige Freude. Wir erfuhren, dass es im Juli ein Tauffest am Beetzsee gibt.

    Zur dramatischen Steigerung: Donnergrollen kurz vor Ende. Aber kein Gewitter.

    Inferiore Güter

    Samstag läuft die Absendezeit für die Einsendeaufgaben ab. Wie erwartet, gestalten sich die Aufgaben für die Mikroökonomik als deutlich widerständiger denn als die für das Knowledge Management. Also eindeutig auch spannender und interessanter, aber schon so, dass man nachdenken muss und nicht nur nachschlagen kann.

    Das Modul hat eine starke Mathematikorientierung. So sind die Aufgaben vor allem Rechenaufgaben. An sich machbar (hey, wofür belege ich hier seit Semestern Mathemodule!). Aber dennoch nichts, bei ich sofort die richtige Formel und ihre Kurven einfach so aus dem Ärmel schütteln kann.

    Es geht eigentlich um die Grundbegriffe. Eine Person hat die Präferenzen a und b mit einer Präferenzkurve dazu. Die Preise folgen folgender Funktion und das Budget ist so und so. Wenn sich jetzt die Funktion der Preise ändert, was bedeutet das für die Konsumentenrente? Wie es sich für ein Basisseminar gehört, die Grundbegriffe. Aber ich würde behaupten, für ein Wiwi-Modul findet das alles am oberen Ende des mathematischen Anspruchs statt.

    Und so versuche ich die Nachfragekurven, die Präferenzkurven (auch in invers), die Engelkurve, den Cobb-Douglas-Konsumenten und das alles Speedzulernen bzw. Speedzuwiedergholen. Auf dass ich dieses Kapitelchen des Studiums möglichst schnell hinter mich bringe.

    Denn es wartet ja bereits die Bachelorarbeit.

    This is German Verwaltungsakt

    Falls Sie jemanden kennen, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der fünf Hühnchen vermisst, mutmaßlich Paduaner-Sundheimer-Mixe, Großraum Buchen, Oberneudorf-Einbach nahe der B27 die Ecke: Sie sind hier. In Sicherheit. Klein Hühnchen möchte bitte aus dem Kinderparadies abgeholt werden.

    Bei Frau Novemberregen regnets im Mai. In bizarr.

    Es gibt eine Steuerprüfung und dafür neue Infos der Muttergesellschaft: [H]urra, wir kriegen jetzt diese ganzen spannenden Infos! „Aber die werden sie uns nicht geben, das wird ein riesiger Kampf!“, sorgte sich die Steuerberaterin und ich sagte „aber wir werden ihn gewinnen, denn wir können sagen ‚we have German formellen Verwaltungsakt‘ und dann wissen wir alles

    Der Versuch, ein Sieben-Tage-Interrail-Ticket zu nutzen, wenn frau die Reise in Finnland starten muss: Einmal von hinter Gottes Rücken nach Europa und zurück

    Was ist naturaDB, fragt Gunhild Rudolph: naturaDB ist eine Online-Datenbank, die genau das macht, was vielen Gartenwebseiten fehlt: Sie denkt mit – ökologisch, nachhaltig, standortgerecht. Statt nur auf Blütenfarbe und Wuchshöhe zu setzen für den besten Verkaufserfolg, filterst Du hier nach ökologischen Kriterien: Welche ist heimisch? Welche Pflanze passt zu meinem Boden? Welche hilft Insekten wirklich?

    Herr Rau erschließt sich und uns LLMs. Folge 2: Token.

  • 25-05-27 Negative Lambdas

    25-05-27 Negative Lambdas

    Frauen, die auf Minis starren, stehen in der Tiefgarage. Um genau zu sein: Eine Frau und ein Mini. Ich glaube der Mini gehörte zu ihr. Aber warum sie ihr Auto minutenlang intensiv betrachtete, während ich mein Fahrrad anschloss – mensch könnte sich eine schöne Geschichte dazu ausdenken.

    Das herrenlose Mercedes-Cabrio auf dem Bürgersteig vor den Südkreuz Offices verschwand. Anscheinend fand sich ein*e Eigentümer*in oder ein*e Besitzer*in oder zumindest eine interessierte Person.

    Vor Edeka Duolingo hingegen steht seit Wochen ein Lastenrad der Generation Rappelkiste zum Verkauf.

    Madame produzierte Himbeer-Sanddorn-Marmelade und gab damit kostbaren Raum im Tiefkühlfach frei.

    Madame entdeckte: Bayeux ist nicht nur Heimat des Teppichs und Ausgangspunkt zu den D-Day-Stränden. Sondern auch Heimat des Crêpes und liegt im Department Calvados. Neben Calvados gibt es in Calvados auch Cidre und Apfelkuchen.

    Danke für den Kommentar von Gabi zum letzten Post: Bayeux kommt noch? Dann schaut euch nicht nur den Teppich an, sondern auch das Cafe À La Reine Mathilde – da hab ich vergangenes Jahr die schönsten Törtchen Frankreichs gesehen (und gegessen!) …

    Festgestellt: wenn man um vier aufwacht und ein bißchen wach bleibt – und das vollkommen egal ist, weil Wochenende ist – dann ist eine Messe aus dem 15. Jahrhundert – um genau zu sein Das Vokalensemble Amarcord singt Josquin des Préz in Die neue Platte XL auf dem Deutschlandfunk – wirklich gute Musik für Halbschlaf im Dunkeln. (Klangbeispiel)

    Dabei fällt mir ein: Ich bin Samstag vermutlich in Berlin, könnte mal wieder zum Noonsong.

    Wie es einem in diesem Haushalt ergehen kann: Ich erwähnte einen Tagesspiegel-Kommentar, in dem der Opernfeuilletonist des Blattes den ESC-Siegersong mit Richard Wagner vergleich (Wagner gewann). Keine zwei Minuten später läuft Lohengrin von der Anlage.

    Die Gleitschirmbrille hatte ihren ersten Büroeinsatz. Dort war ihre Wirkung nicht ganz so spektakulär: Wahrscheinlich weil die Bildschirmsicht (zweidimensional in mittlerer Entfernung) die Sehsituation ist, die bei mir am besten ohne Brille funktioniert.

    Sonst überwiegen beim Tragen der Brille drei Gefühle. Das Gute: Wow! Das Schlechte: Dieses Wow wäre auch schon vor drei, vier Jahren sinnvoll gewesen.. Und das Bangende: Wahrscheinlich wäre es auch sinnvoll, mich von den sehstärkenlosen Sonnenbrillen für 10 Euro zu verabschieden und eine Richtige echte Sonnenbrille mit Stärke anzuschaffen.

    Es regnet

    Zum Aufstehen: Zwei Stieglitze im Sanddorn. Zum Abschied: eine Familie Stare auf dem Rasen der Nachbarin. Dazwischen: Regen.

    Es ist zu trocken. So generell. Immerhin regnete es Sonntag durchgehend. Eine gute Gelegenheit für den Garten, um durchzuatmen. Aktueller Stand sind etwa drei Zentimeter feuchte Schicht im Boden, bevor er darunter zu Staub wird.

    Ich konnte altes Brennholz aus der Holzlege holen, und wir machten es uns im Bungalow gemütlich. Madame buk Schwarzwälder-Kirsch-Waffeln, zum Abendessen gab es weitere Teile vom Memphis-Dry-Rub-Schweinenacken.

    Ich litt leidend unter der Kettensägenaktion vom Samstag, las und sah Mathematik. Denn inzwischen habe ich mein Modell ganz gut im Griff. Aber die Schwerelosigkeit und artistische Freiheit, die ich beim Springen durch Vektoren und Matrizen gerne hätte – und die mir das Leben erleichterte – ist noch in weiter Ferne. Bis dahin gilt: Üben, üben, üben.

    Einmal mit den Büchern zu Linearen Programmierung und zur betriebswirtschaftlichen Optimierung. Zum anderen aber auch mit Linearer Algebra.

    Zurück in der Wohnung begrüßte uns ein lautes Piepen. Wie man es haben will. Der Kohlemmonoxidmelder gab Alarm. Zum Glück aber nicht wegen Kohlenmonoxid – immerhin kann ich diese Zeilen noch schreiben – sondern weil er das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat.

    Denken in neun Dimensionen

    Die Bachelorarbeitsmissverständnisse sind hoffentlich ausgeräumt. Der Lehrstuhl meldet mich zum 2. Juni 2025 zur Bachelorarbeit an. Das Prüfungsamt wird dann errechnen, wann genau der Abgabetermin ist. Aber 2. Juni plus 3 Monate sollte Ende August sein.

    Mein Lambda stimmt noch nicht. Noch führt mein Modell im Spätsommer zu negativen Zahlen von Schwimmbadbesucher*innen, weil die negativen Lambdas ungewollte Sachen anrichten. Prinzipiell wüsste ich auch, wie es richtig einsetzen müsste (halt so wie die ganzen anderen auch).

    Aber mir gefällt die Lösung noch nicht. Und Lösungen abschreiben, die mir nicht gefallen und die ich nicht zu 100% verstehe -> never.

    Die Klärung der Bachelorarbeitsmissverständnisse lässt mir Zeit eine kleine Denkdeviation zu den anderen beiden Modulen einzulegen, die ja auch noch anliegen. Die haben ihre Frist für die Einsendeaufgaben auf den 1. Juni gelegt, und das bedeutet für mich „Husch, husch, ins Moodle.“

    Montag: Knowledge Management. Single-Choice fragen, die ich teilweise offensichtlich in der Antwort finde, teilweise lassen sie sich mit Hilfe von Strg+F und dem Skript beantworten. Aber beim Thema Community Management und Competence Management fühle ich mich auch zu Hause. Größte Herausforderung: das weiterhin sehr eigenwillige Englisch der Studiendbriefe. – Da möchte ich sagen: Darlin’, you and me? We ain’t cut from the same cloth — and I reckon we won’t be exchangin’ Christmas cards neither..

    Die nächsten Tage kommt: Mikroökonomie. Ich würde behaupten, das hat insgesamt mehr Substanz. Leider gilt das auch für den Schwierigkeitsgrad der Einsendeaufgaben.

    Wenn das Hirn gar nicht mehr will, Fernsehen mit Gilbert Strang. Er und seine Lineare-Algebra-Vorlesungen sind so unfassbar charmant. („Wenn sie das öfter machen.. Also, man kann sich natürlich neun Dimensionen nicht bildlich vorstellen. Aber wenn sie das oft genug rechnen, dann haben sie fast den Eindruck, dass sie es beinahe doch können.“)

    Entfremdungsgefühle

    Es ist originell. Aus weiter Ferne verfolge ich die re:publica, lade gleichzeitig von der Fernuni-Moodle-Seite Einheiten mit den Titeln „Community Management & Collaboration“ oder „Competence Management“ herunter. Wobei ich nicht ausschließen würde, dass der entsprechende Lehrstuhl gerade über die Gänge der Station Berlin schleicht.

    Spannend: Meine Internet-Bubble und die re:publica haben sich weitgehend auseinander entwickelt. Ich höre fast mehr aus dem Deutschlandfunk über die Veranstaltung, als ich im Internet darüber lese.

    Falls ich mich mal wieder frage: Sollte ich mich vielleicht doch noch einmal in meinem Leben um eine Einladung zur re:publica kümmern. Es gibt einen Grund mehr: An unserem Stand findet ihr ein mobiles Bürgeramt, bei dem ihr euren Pass verlängern, eine Meldebescheinigung beantragen oder eure Ausweis-PIN zurücksetzen könnt.

    Ruine 2 gewann

    Gelesen: Ein Hof und 11 Geschwister von Ewald Frie. (Danke für die Leihgabe!) Ein spannendes Buch: Frie schildert den Weg einer Bauersfamilie aus dem Münsterland in die Moderne etwa von 1880 bis 2000, im Kern des Buches 1950 bis 1990. Er beginnt mit dem Hof als eigener kleiner Welt, mit vielfältiger Landwirtschaft und Knechten und Hausmädchen, die auf dem Hof wohnten, bis zum Stand heute: der ehemaliger Einmannbauer wohnt als Rentner im Bauernhaus, die Flächen sind lange zu klein für einen eigenen Hof und werden verpachtet.

    Frie erzählt dabei aus zwei Perspektiven. Einmal der Sohn des Hofes, der mit seinen 10 Geschwistern über ihre Jugend sprach: erzählt liebevoll, macht begreifbar und kann Details schildern, wie seine Schwester, die immer über den Hof rannte, damit sie in der Schule nicht nach Bauer roch. Frie ist aber auch Historiker, der die Geschehnisse seiner Kindheit und Jugend in den weiten sozialen und ökonomischen Rahmen einordnen kann.

    Er teilt das Buch in vier Teile: die Vorgeschichte. Die Welt des Vaters (1950er und frühe 1960er, der Hof in einer Blüte, Rinderzuchturkunden hingen im Flur). Die Welt der Mutter (der Umbruch und der Versuch, die Kinder in die neue Zeit zu bringen). Und Auszug und Abschied von der Landwirtschaft. (Am Ende die Welt der meisten Kinder).

    Entstanden ist ein warmherziges aber reflektiertes Buch mit Auge für’s Detail. Die letzte der zahlreichen Kühe, die für die Familie Zuchtpreise gewannen, trug den Namen Ruine 2.

    Trottel und Vollidioten

    Ein fulminanter Abschied der Filmfestspiele von Cannes. Cannes und Christiane geben alles, großes Drama, große Inszenierung.

    Camp Catatonia geht am Stock.

    Josef Hader im Schweizer Fernsehen: In Deutschland gibt es ja eher die Tradiotion: der Kabarettist stellt sich als schlauer Mensch auf die Bühne und sagt, die Regierung ist schlecht. In Österreich ist die Tradition eher: Der Karabettist stellt sich als Trottel auf die Bühne und sagt, die Regierung ist super. (via Buddenbohm)

    Von Frau Novemberregen für das Leben lernen:

    Dann noch einen Termin mit der Hausverwaltung aus rein strategischen Gründen abgesagt, nämlich weil ich mich nicht bis Mittwoch in eine Haltung bringen kann, die nicht „ihr seid doch alle Vollidioten“ ausstrahlt und so eine Haltung ist für Verhandlungen komplett ungeeignet. So ist es ja nicht, niemand wird morgens wach und denkt sich Okay, heute bin ich ein absoluter Vollidiot! Es ist eher so, dass das Verhalten in dem jeweiligen Referenzsystem irgendeinen Sinn ergibt und wenn ich den Sinn nicht verstehe, habe ich dass System noch nicht verstanden, dann fehlen mir noch Informationen. Und wenn ich so verbockt in Gespräche gehe, bekomme ich diese Informationen ganz sicher nicht.