Schlagwort: RAI

  • 24-03-28 bln.local

    24-03-28 bln.local

    Momega bewahrte 23 Kilogramm Blöcke für uns auf.

    Madame beendete ihr kurzes Studium der Kulturwissenschaften. Die Verwaltung entschuldigte sich.

    Madame faltete Berge.

    Der Kaptain beobachtete Elstern.

    Wir unterschrieben für eine Lieferung geformten Holzes.

    Ich fehlberichtete: das neue Café am Südkreuz wird gar nicht Café exclusive heißen sondern Exclusive Coffee – denn was gibt es exklusiveres als einen amerikanisch gebrandeten Coffeeshop am Fernbahnhof?

    Der Staudenmarkt ist zurück. Er zog vom Botanischen Garten in die Domäne Dahlem und wird am 6./7. April stattfinden.

    Ein Staat, der im Fernsehen Menschen foltern lässt, ist innerlich verrottet und wird sich früher oder noch früher selbst verzehren.

    Die Berliner Politik diskutiert, ob ins ehemalige Straßenbahndepot Schöneberg ein Polizeimuseum oder eine Probebühne einziehen soll. Ich überlege, was davon brauchen die Menschen wirklich und komme auf „Abreißen und Wohnhochhäuser bauen.“

    Staunen über die Let’s Dance Italonight. Sie brachten gar nicht die alten in Deutschland bekannten Klassiker von Eros Ramazotti und Gianna Nannini, sondern die Paare tanzten zu dem, was gerade auf RAI Tutta italiana rauf und runter läuft: Von Disco Paradise (Fedez, Annalisa, Articolo 31) bis Italodisco (The Kolors).

    Ich möchte anmerken, dass die Let’s-Dance-Jury sich totgelaufen hat, langweilt, und dringend gewechselt werden sollte.

    Madame spendierte dazu ein Reisemitbringsel vergangener Zeiten: Wiener Trilogie vom Bisamberg.

    Iberty.de schrieb letztes Jahr: „Meine leichte Befürchtung – kurz vor Ostern, nix los, was mach ich dann? – zerschlug sich schnell. Die Menschen, die schon in den Osterferien sind wurden ersetzt durch die Gehetzten, die noch vor ihrem Osterurlaub alles fertig bekommen wollen.“ – das ist die Erfahrung dieses Jahres. Ich erkenne ein Muster.

    Wobei es nicht hilft, dass Ostern und Quartalswechsel auf dasselbe Datum fallen. Zeit für’s lange Wochenende.

    TwinDos 2 ist aus.

    Irren durch das Bärenbrot

    Mir träumte, Deutschland hätte mitten am Tage Linksverkehr eingeführt und dieses würde zu gigantischen Staus führen. Woher die Traumbilder kommen ist klar: Auf der Berliner Stadtautobahn führt eine Osterbaustelle zu gigantischen Staus. Auf meinem Arbeitsweg staut sich der Autobahnvermeidungsverkehr. Ein Hoch auf das Fahrrad.

    Der strömende Regen der letzten Wochen zieht sich zurück. Die Klausuren haben sich ganz zurückgezogen. Und trotz Ostervorbereitungen nehme ich mir wieder Zeit, etwas durch den Bezirk zu radeln.

    Auf zur ehemaligen Bärenbrotfabrik neben der ehemaligen Malzfabrik, Super-8-Filme abgeben. Es folgte ein mehrmaliges Umrunden des Gebäudes und ratloses Stehen vor dem verschlossenen Eingang neben dem historischen Schornstein. Ein weitere Fabrikumrundung folgte bis ich den offenen Eingang finde.

    Er führte mich in einen Co-Working Space, der auch als Drehort für die nächsten Squid-Games-Staffel durchgehen könnte. Metal, weiß, große Metalltüren, ein spärlich aufgehübschtes leeres Foyer. Patrollierende Menschen in Uniform hätten gut in das Ambiente gepasst.

    Am letzten Ende des letztes Ganges die Film-Abgabestelle: die Tür öffnete sich und es sah aus wir bei künstlerisch interessierten Handwerkern: nette Menschen, geordnetes Chaos, Farbe. Die Filme fühlten sich gut aufgehoben an.

    Auf zum Osterbraten. Bayerisches Viertel und Bayerischer Platz im Sonnenuntergang. Fleischer Bachhuber schlug vor, Osterhasensalami zu kaufen. (Die aber gar nicht aus Hasen bestand, sondern aus Schwein und Geflügel). Ich blieb bei Bratwurst und Schweinenacken.

    Auf dem Platz waren alle Bänke besetzt. Im nahegelegenen Café war die Außengastronomie voll. Der Rückweg über die Akazienstraße. Junge Menschen belagerten die schmalen Platz um die Apostel-Paulus-Kirche und genossen den sonnigen Frühlingsabend.

    An einer Kreuzung sah ich eine Dreiergruppe, die anscheinend zu einem Purim-Fest wollte. Und mein Herz erfreute sich.

    Kawai*i

    Auf einem meiner Wege zum Bayerischen Platz kam ich am China-Laden vorbei. Und der wirkt so aus der Zeit gefallen, so bevor-es-das-Internet-gab, dass ich mich wundere mit welch geheimnisvollen Mysterien seine noch-Existenz zu erklären ist. Drei Tage später informierte mich der Tagesspiegel-Schöneberg-Newsletter. Es gibt keine Mysterien: Am 31. März wird [nach 45 Jahren] ein Ort des kulturellen Austauschs und ein Stück chinesischer Präsenz in Berlin-Schöneberg geschlossen: Es ist der Chinaladen des Vereins Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Berlin. Und da der Artikel inzwischen gepaywalled ist, der Link zum Verein: Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Berlin.

    Das Baltimore Banner stellte fest: wenn ein Containerschiff gegen eine Brücke fahren kann, wird früher später ein Containerschiff gegen eine Brücke fahren. Spektrum der Wissenschaft erklärt weiter: Wie man große Schiffe von Brücken fernhält

    Margaret Atwood über Stephen Kings “Carrie“: Stephen King’s First Book Is 50 Years Old, and Still Horrifyingly Relevant

    Claudias Blog mit Auftragszeichnungen und mindestens 50% mehr Kawaii.

    Herr*in Rau war auf der Leipziger Buchmesse.

    Am 12. Mai bekommen die Palmen ausgang. Ilka war schon vorher in der Orangerie.

  • 24-02-13 denk, denk, plansch, plansch

    24-02-13 denk, denk, plansch, plansch

    Nachzutragen ist: Die Tuba ist Instrument des Jahres 2024. Töröö!

    Madame singt aushäusig.

    Madame buk Gibanica. Und weil wir sie beide aus der Keramikform lieber mögen, gab es Gibanica aus der Metallform. Kommunikation. So wichtig.

    Sonntag gab es eine andere Köstlichkeit, die ich aus Gründen familieninterner Rücksichtnahme nicht beschreiben kann.

    Selbst der Gärtner in mir denkt „Langsam ist es genug mit dem Regen. Wir haben keinen Platz mehr für das Wasser.“

    Besser als Regen: Licht. Nach Feierabend die Verwaltung verlassen und ein Rest Tageslicht leuchtet noch. Das ist schön. Selbst bis ich nach Lankwitz gelangt war, war es nicht stockduster.

    Madame sichtete Bahn-Mitarbeiter*innen mit Bodycam und rotem „Video“-Schild in der S-Bahn.

    Im Südkreuz laufen nun „Bahnhofsläufer:innen – im Auftrag der DB for a better and safer Bahnhof“ durch die Gegend. So lobenswert ich die Idee an sich finde. Ich fürchte, allein der Doppelpunkt wirkt auf das Bahnhofs-Problem-Publikum nicht deeskalierend. Und natürlich noch ärgerlicher, dass die beiden Läufer:innen vermutlich wieder Mindestlohn-Leiharbeiter:innen waren, die durch eine siebenfache Verkettung von Unterauftragnehmern in den Bahnhof kamen.

    Wo ich im Südkreuz war, habe ich Brötchenpreise studiert. Die 5,60€ für eine Wurstbemme letztens waren keine Ausnahme. Krasse Sache.

    Der Kaptain bucht VIP-Zugang.

    Sing, Sing

    Lernexpeditionen der Klausurvorbereitung führten mich in die Gefilde der Youtube-Mathematik. Keine Beweise, wenig Begründung. Hier gibt es die Dienstanweisungen und Rezepte, die in einer Klausur wichtig sind. Verstehen ist wichtig, bei der praktischen Anwendung aber muss man vor allem wissen wie es geht.

    (Jetzt und schnell muss das Wissen vorhanden sein. Wer aus höheren Prinzipien ableiten muss, den erwischt die Uhr).

    Dabei auffallend: Die drei Personen, deren Videos ich am intensivsten schaute, sind alle überdurchschnittlich musikinteressiert.

    Prof. Christian „Inverted Classroom“ Spannagel ist in der Gothic-Szene aktiv und hat eine lustige Soundcloud-Seite.

    Susanne Scherer (MathemaTrick) hat einen eigenen Wikipedia-Artikel – aber nicht über ihren Youtube-Kanal sondern über ihre Symphonic-Metal-Band MoonSun.

    DorFuchs geht den Weg bis ans Ende und singt Mathe-Videos. Das faszinierendste dabei: Es ergibt mathematisch und musikalisch Sinn und funktioniert überrascht gut. Mein Plan ist es, den „Mathe-Song Partielle Integration“ als Ohrwurm mit in die Klausur zu nehmen.

    Lankwitz-San Remo

    Manchmal aber helfen nicht mal mehr lustige Videos. Dann habe ich Denk-Overkill. Ein Stack Overflow droht. Es geht nichts mehr.

    In diesen Momenten versuche ich an Bewegung zu kommen. Die Casey-Johnston-empfohlene „20 Minute Full Body Flexibility and Mobility Routine!“ leistet bisher gute Dienste dabei, das Hirn zu entknoten.

    Noch besser ist, vorsorgend ins Schwimmbad zu gehen. Da es mir gerade überhaupt gar nicht um Sport geht, nehme ich das bequeme Heimatbad(B), das Stadtbad Lankwitz. Drei der Sechs Bahnen waren von Vereinen belegt, eine weitere für Schnellschwimmer vorgesehen und auf den übrigen zwei tummelte sich ganz Südwest-Berlin.

    „WIe immer“, möchte man sagen. Dasselbe Schäkern mit dem Kassierer, wieder war die Chefin gerade nicht da und wieder wurde die All-Gender-Dusche nur von biologischen Männern bewohnt. Selbst der Pseudo-Fahrradmeister im grünen T-Shirt war wieder da.

    Ich konnte ein wenig Planschen, ein wenig Schwimmen (sogar mehrere Kraul-Bahnen ohne Slalom!) und ein wenig tauchen. Kopf frei. Ziel erreicht.

    Stadtbad Lankwitz in der Abenddämmerung

    Und wenn gar nichts mehr geht, geht das San-Remo-Festival. Dessen Ausmaße mir nur langsam bewusst werden: Es finden fünf Abend-Live-Übertragungen statt von Dienstag bis Samstag, die jeweils von 21 Uhr bis weit nach Mitternacht dauern. Die Einschaltquoten liegen bei 60 bis 70%. Der Dresscode im Saal ist „festliche Abendgarderobe“, der Dresscode auf der Bühne „Roter Teppich“ – viermal hintereinander in vier verschiedenen Outfits.

    Das ist selbst für „Wir-brachten-die-Zivilisation-in-die-Welt-Italien“ ein episches Ausmaß an Glamour. Gewinnerin wurde Angelina Mango (kein Künstlername) mit der Pop-Dance-Cumbia La Noia.

    Keine Eins

    Noch 6 Tage bis zur Mathe-Klausur (10 Tage bis ETTI). Müsste ich sofort schreiben hätte ich inzwischen auch unter Normalbedingungen eine Chance. Es wäre eine minimale Chance, aber immerhin wäre sie größer als Null.

    Sicher bin ich, dass ich keine 1 schreiben werde. Sogar aus drei Gründen.

    (a) Der Überraschungssatz. Mindestens eine Aufgabe pro Klausur greift tief in die Trickkiste der Schulmathematik und zaubert so etwas wie den Trigonometrischen Pythagoras \( (sin^2 \alpha + cos^2 \alpha = 1) \) aus dem Hut. Habe ich sicher mal in der Schule gehabt, ist aber 30 Jahre her und ich erinnere mich an Nichts. Aus dem Bereich gibt es Dutzende (Hunderte?) Formeln und Sätze, die unmöglich zu lernen sind. Das scheint mir eine Art spärliches Prüfungs-Easter-Egg zu sein – hier werden einige Punkte liegenbleiben, aber zum Glück nicht viele.
    (b) Konvergierende Reihen. Sollte sogar theoretisch dieses Semester dran gekommen sein. Ich erinnere mich an Nichts und halte es nicht für sinnvoll in sechs Tagen ein komplett neues Themengebiet verstehen zu wollen. Es wird zu konvergierenden Reihen einen kompletten Themenblock geben, den ich komplett ignorieren werde.

    (c) Am wichtigsten: Die Klausur wird nicht benotet. Es gibt nur „bestanden“ oder „nicht bestanden.“ Insofern wird niemand eine 1 erringen.

    Damit ich „bestanden“ erreiche, sollte ich wissen:

    Partielle Integration

    \( \int f(x)*g(x) dx =F(x) * g(x) – \int F(x)*g'(x) \)

    Integration mit Substitution

    Ist mir ehrlich gesagt zu komplex für eine einzige Formel.

    Ableitung / Produkt und Quotientenregel

    Produktregel: \(f‘ (g(x) * h(x)) = g'(x) * h(x) + h'(x) * g \)
    Quotientenregel \(f‘ \frac{g(x)}{h(x)} = \frac{h(x)*g'(x) – h'(x)*g(x)}{h^2} \).

    Und natürlich Lineare Abbildungen

    Die Abbildung \(f: V \rightarrow W \). Der Kern ist eine Teilmenge von V. Das Bild eine Teilmenge von W. Die Dimension von V \( dim(V) \) ist \( dim(Kern)+dim(Bild) \). In Praxis: \( dim(V) \) ist meistens bekannt oder leicht erschließbar. \( Dim(Kern) \) lässt sich errechnen, indem das entsprechende Gleichungssystem Null gesetzt wird – sie entspricht dem Rang der Lösungsmatrix. Daraus dann \( dim(Bild) \) bestimmen. Wenn \( dim(Kern)=0 \), dann ist die Abbildung injektiv. Wenn \( Bild(f) = W \) ist, dann ist sie surjektiv. Wie immer: \( Injektiv + surjektiv = bijektiv. \)

    Geheime Weltregierung

    Falls ich mal in Oslo essen gehen sollte, dann nicht im Dinner.

    Pane-Bistecca bereitete Joghurt-Hühner-Curry aus Bangladesh zu. (Doi Murgi) Und das ist ein Satz, in dem ich jedes einzelne Wort liebe.

    Gabriele Frankemöller bereitete Brisket aus dem Slow Cooker zu. Und das ist ein weiterer Satz, in dem ich jedes einzelne Wort liebe.

    Mühsam widerstehe ich dem Drang, alles mit San-Remo-Videos vollzupflastern. Der deutsche ESC-Vorentscheid wird sicher auch ganz super. Erwähnen möchte ich aber noch, dass Angelina Mango sicher auch deshalb gewonnen hat, weil sie an Abend vier (Coverversionen) ein Cover eines Hits ihren verstorbenen Vaters Pino Mango gesungen hat. Das sind Stories um Herzen zu erweichen und Telefonleitungen zum Schmelzen zu bringen.

    Gut, dass sowieso alle mobil anrufen.

    Verschwörungstheoretiker suchen ja immer die geheime Weltregierung. Die gibt es nicht. Es gibt aber Gremien, die überraschend mächtig und angesichts ihrer Bedeutung Medien-unbekannt sind. Arbitration Courts zum Beispiel. Die New York Times berichtet über den Fall, in dem zwei Jahren vor einem Arbitration Court in London fast 11 Milliarden (11.000.000.000) Dollar von Nigeria gewonnen hätten. (Das entspricht dem fünffachen des nationalen Bildungsetats des Landes). Für die durschschnittliche Verschwörungstheorie taugen Arbitration Courts natürlich nicht: Viel zu technisch und zu unsexy. How Two Irish Businessmen almost took Nigeria for 11 Billion.

  • 23-03-19 Park + Learn

    23-03-19 Park + Learn

    Endspurt. Noch eine Klausur am Dienstag und dann ist das intensive Gelerne vorbei. Jetzt also Steuern, Buchhaltung und Jahresabschluss. Mir fällt deutlich der Unterschied zwischen den Abschnitten und ihren Autoren auf.

    Buchhaltung: Sorgfältig aufbereitet. Zusätzlich: Ich hätte es nicht geglaubt: Ich musste mehrfach beim Lesen lachen. Beispiel „Die Bilanzierung teilausfallender Forderung ist bei Ihnen erfahrungsgemäß unbeliebt, bei uns in Einsendeaufgaben und Klausuren aber sehr beliebt. Deshalb noch einige Beispiele..“

    Jahresabschluss: Pflegt ungefähr den Stil, den ich an den Tag lege, wenn ich komplexe Zusammehänge aufschreibe und dann nicht mehr korrekturlese. Sicher kompetent. Aber auch verworren. Voll mit Gedankensprüngen und Wiederholungen. Und mehr vom Geiste geprägt: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Beispiel, die komplette „Lösung“ zu einer Übungsaufgabe: „Wenn Sie die angegebene Literatur gelesen haben, erschließt sich das Ergebnis von selbst.“

    Ich lese, denke, lese, schreibe und höre RAI Tutta Italiano. Im Bekannten Kreisel zwischen den Lernorten 1 (Schreibtisch) 2 (Wohnzimmertisch) und 3 (Schaukelschaf). Der Sound bringt die Dauerschleife des italienischen ESC-Beitrags Due Vite. Daneben scheint die RAI auch gerade in Oldie-Coverversionen zu machen. Dauernd läuft eine Italo-Version von (Here comes the) Hotstepper – Interpret noch nicht gefunden – und die mir Spaß bereitete Umwandlung von Downtown (Petula Clark) in Ciao Ciao.

    Madame betrachtete derweil Stuttgart 21 von oben und schlug sich tapfer durch das Bahnhofslabyrinth Stuttgart.

    Gegen meine stets drohende Lernverhöhlung sorgte das Wetter. Ich raffte mich zu Lern + Park auf. Am Eingang des Lassenparks, gleich neben der Bibliothek bescherte der Bezirk uns neue Sitze – und das auch noch mit Schwimmbadausblick.

    Im Vordergrund: Einzelsitze im Parkbankstil. Am Boden befestigt und Drehbar. Dahinter ein Sandweg, dahinter das Stadtbad Schöneberg.
    Sitze vorne neu, Schwimmbad rechts im Hintergrund alt. In gelb hinter den SItzen ahnbar: Der Spielplatz.

    Neben mir nutzte ganz Schöneberg das gute Wetter. Der Spielplatz war überfüllt, auf der Wiese stritten Badmintonspieler und Fußballer um Plätze, jede*r dritte Parkbesucher*in hatte eine Eiswaffel in der Hand.

  • 23-02-18 Return of the Tröt

    23-02-18 Return of the Tröt

    Madame informierte sich über Kanalisationszwischenstände und sah auf dem Weg dorthin ein totes Reh.

    Hinten im Garten in München.

    Mein Plan, nur minimal Urlaubstage einzusetzen, um die Klausuren zu schreiben, erweist sich als anstrengend. Nach einer 40 Stunden Woche bis letzten Freitag, dann durchlernen Freitag/Samstag/Sonntag/Halbmontag, Klausur am Dienstag und dann wieder eine eher anstrengende Restarbeitswoche ab Mittwoch. Ich war Freitag (also gestern) erschöpft bis auf die Knochen. Ein Wunder, dass kein Infekt die Chance nutzte, sich auf den wehrlosen Körper zu stürzen.

    Gelbe und blaue Ordnerrücken mit handgeschrieben Beziechnungen wie "Externes Rechnungswesen" oder "Hagen-Orga"

    Heute schwanke ich zwischen Schaukelschaf und Mediathek-Kommendozentrale. Eins, zwei Stunden verfolgte ich gar den Plan, liegen gebliebene Schreibtischarbeiten zu erledigen. So bestätigte ich dem Verzeichnis lieferbarer Bücher, dass „Wikipedia:Ahoi“ immer noch lieferbar ist. Schreibtischarbeit gipfelte in solch Sachen wie „Intensives Betrachten der Poland Railway Map in Vorbereitung des Sommerurlaubs“, dem Abheften Ausdrucken alter Rechnungen und dem Lesen eines Tagesspiegel-Artikels über die Frauen- Wasserballmannschaft von Spandau 04.

    Schade, dass Wasserball in Deutschland so wenig verbreitet ist – als ehemaliger Handballer und Gerneschwimmer wäre Wasserball mein Sport gewesen. Wenn es ihn damals in Langenhagen gegeben hätte. Nach zwei Stunden war das Ende des Energielevels erreicht.

    In der Kommandozentrale lief über Netflix Duisburg – linea di sangue. Ein RAI-Film von 2019 über die Mafiamorde von Duisburg 2007. Weniger opulent als meine Lieblingsmafiaserie Suburra – mehr Tatort-Stil. Aber ein Tatort, der zur Hälfte in Kalabrien gedreht wurde und in dem alle italienisch reden; eine deutliche Verbesserung gegenüber der ARD/ZDF-Version.

    Allgemein schätze ich Netflix sehr darüber, dass dort nicht nur amerikanisch/englische und deutsche Produktionen laufen, sondern wirklich so etwas wie Weltkino stattfindet. Ich werde dort gleich weiter rumsurfen.

    Frau Kaltmamsell fragte „Wovon leben Sie?“ und ich kann mich nicht einigen, ob es die beste oder die furchtbarste Frage ist. Ich stelle auf jeden Fall fest: Antworten darauf interessieren mich erst, wenn sie Zahlen enthalten (oder diese zu erschließen sind).

    (Nebenentdeckung zwei: Ich hielt den Ausdruck „Freie Wirtschaft“ für in der Wildnis ausgestorben. Aber ich wurde eines Besseren beleert.)

    Highlight des Tages: Der Tröt-Button ist zurück. Mastodon, die Software, benannte das Posten einer Mitteilung im Herbst von „Tröt!“ in „Veröffentlichten!“ um. Ein Frevel. Dank @lilo@muenster.im liegt hier schon seit längerem eine Anleitung herum, wie ich das wieder ändern kann.

    Endlich setzte ich sie um. Es dauerte fünf Minuten, und ich darf wieder „Tröten“ statt „veröffentlichten.“:

    Browser-Addon Stylus installieren, Stil für Instanz-Domain erstellen, folgendes CSS dort reinpasten:

    .compose-form__publish-button-wrapper .button.button–block {
    color: transparent;
    }

    .compose-form__publish-button-wrapper .button.button–block:after {
    content: „Tröt!“;
    color: white;
    position: absolute;
    left: 0;
    width: 100%;
    }

  • 23-02-11 if (node==NULL) {return mehrLernen;}

    23-02-11 if (node==NULL) {return mehrLernen;}

    Falls ihr diesen Sommer nichts vorhabt: Für die Freibadsaison suchen die Berliner Bäder Rettungschwimmer:innen und Kassenkräfte. Mit mehr Commitment bietet mein Arbeitgeber auch allerlei andere Jobs gerade. Für andernweitig interessierte sucht ein „Neo-Guru“ eine „Assitenz für weltliche Aufgaben“ (u.a. Verwalten v. Terminen & Anfragen, Einkauf v. lebensnotw. Produkten, Tägl. Räuchern).

    Eine Sekunde = ein Jahr

    Professor Transformation begleitete uns Donnerstag zu Professor Star Trek ins Futurium – und angesichts dieser Ausgangslage war der Abend gar nicht so futuristisch. Professor Star Trek, bürgerlich Hubert Zitt, sprach über Zeitreisen. Als guter Wissenschaftler schränkte er sich auf die relativistisch mögliche Zeitdilatation ein und als guter Entertainer, flocht er zahlreiche Star-Trek-, Back-to-the-Future– und die Frau des Zeitreisenden-Referenzen ein. Auffallenderweise fehlte der Film Interstellar, der die physikalisch mögliche Zeitreise via Relativitätstheorie thematisiert.

    Spannender als die Popkulturreferenzen fand ich den Teil mit der Zeitdilatation. Kurz: Alles bewegt sich in Raum und Zeit. In der Welt, die wir wahrnehmen können, ist die Bewegung im Raum sehr langsam, die Bewegung in der Zeit sehr schnell. Beschleunigt man sich aber im Raum an die Grenze der Lichtgeschwindigkeit, ist die Bewegung in der Zeit sehr langsam. Würde man sich beispielsweise ein Jahr lang mit 99,99% der Lichtgeschwindigkeit bewegen, wären in der Welt „draußen“ mehr als 70 Jahre vergangen. So kann man in die Zukunft reisen.

    Die tiefgehende Erklärung, warum und wie das ist, fand ich spannend. Etwas irritierend war seine dutzendfache Entschuldigung dafür, dass Teile des Vortrag mathematische Formeln enthalten. Allgemein habe ich leider den Eindruck, dass das Futurium an sich keine hohe Meinung von seinen Besuchern und deren Auffassungsgabe hat. Das übrige Programm ist unterambitioniert.

    Kopf rein Kopf raus

    Nach einem überraschend arbeitsanfälligen Freitag, verabschiedete ich mich in Lern- und Klausururlaub bis Dienstag. Wahrscheinlich träume ich heute Nacht von sortierten doppelt verketteten Listen, die sich in AVL-Bäume transformieren. Da die Uni keine Altklausuren herausgibt, habe ich keine Ahnung wo im Verhältnis zum erforderlichen Wissen ich stehe. Aber

    • Ich habe in den letzten Wochen viel über das wie und auch das warum von Eigenschaften Objektorientierter Programmierung gelernt. Und das war gut investierte Zeit.
    • Ich habe genug Spaß an der Sache, um auf jeden Fall weiterzumachen.
    • Also selbst wenn die Klausur aus lauter Sachen besteht, die ich gerade nicht wiedergeben kann; ich habe mehr als genug Lust auf die Wiederholung hinzulernen und die wird dann rocken.

    Abendliches Kopf-Frei-bekommen im Stadtbad Schöneberg. Ich hatte Glück, drei Minuten lang erwischte ich einmal so viel leeren Platz, dass ich ohne Rücksicht auf Verluste ernsthaft rückenschwimmen konnte und die großartige Decke des Bades bewundern konnte.

    Blick auf den Eingang des Stadtbad Schöneberg. Es ist nacht, hat geregnet, auf dem Nassen Boden spiegeln sich blaue und grüne LIchter.

    Cucinare e cantare

    Madame stürzte sich derweil mit Wintercouscous (unbedingt wiederholenswert!) weiter in die Ottolenghi-Festwochen. Und da ich diese Woche in meinem Miss-South-Projekt geschwächelt habe, übernahm sie den Projekteinsatz unter Einsatz ihrer körperlichen Unversehrtheit. Sie bereitet Caramalized Onions im Slow Cooker.

    Madame löste einen Liegestuhl im Bestellshop aus und fotografierte eine blühende Hamamelis.

    Zum Lernen gehört bei mir Italopop per Internetradio. Auch wenn mein italienisch schlecht genug ist, um jeden Text und Wortbeitrag problemlos auszublenden: Dass sie im Radio dauernd Sanremo sagen, fiel sogar mir auf. Das Festival della Canzone Italiana, bekannter als San Remo Festival läuft diese Woche. Und neben tollem Italopop bietet es politische Diskussionen. Rapper Fedez hat mich mit La Dolce Vita (die Vespa im Video! Der Anzug!) schon erfolgreich durch die ersten Klausuren gebracht. Langsam werde ich Fan.

    Leider entdeckte ich auch, dass es heute Abend einen San-Remo-Livestream gibt. Das ist eine hinterhältige Attacke auf meine Lernzeit.

    Morgen ist SuperBowl. Für Philadelphia spielt der Quarterback, der seine College Football Zeit bei der Alabama Crimson Tide verbracht hat.