Schlagwort: Schweiz

  • 25-08-10 Neuntausend Wörter

    25-08-10 Neuntausend Wörter

    Die Dachbauarbeiter befestigen eine Regenrinnenhalterung an der Hauswand. Das ist prinzipiell gut, dann fließt der Regen vielleicht irgendwann nicht mehr direkt an unsere Fenster. Allerdings bedeutete es auch Männer mit Bohrmaschinen, die Samstag um acht mehr oder weniger direkt vor dem Schlafzimmerfenster standen und an der Außenmauer bohrten. Naja, ich wollte ja eh an der Bachelorarbeit weiter schreiben.

    In drei Tagen acht Jahreszeiten. Erst hat die LP mit Vivaldis Vier Jahreszeiten eine bedeutende Rolle im Film Vermiglio gespielt – zu dem später mehr – dann wurden Ausschnitte des Werks im Deutschlandfunkgottesdienst gespielt samt Klimawandelpredigt.

    Es waren zweieinhalbtage Bachelurlaub, unterbrochen durch einige kurze Exkusionen ins Kino und ins Schwimmbad.

    Nachdem es mit der Kabane lange schwierig war, kann ich diese mittlerweile nutzen und kam auf die Kabanenbesuche drei (Freitag – 25 Grad – bedeckt, Bad leer) und vier (Samstag – 30 Grad – Sonne, Bad knallevoll). Am Freitag die Premiere, dass ich gleich zwei Kolleginnen im Becken getroffen habe, eine davon sogar in ihrer Freizeit.

    Trümmelbachfälle

    Madame setzte ihren Interrailurlaub in der Schweiz fort.

    Sie ließ sich mehrfach koreanisch bekochen.

    Tagesüber besichtigte sie einen Indoor-Wasserfall. Die Trümmelbachfälle haben sich so tief in den Berg hinein geschnitten, dass sie inzwischen ihre eigene Höhle gebaut haben. Über zehn einzelne Fälle fällt das Wasser der Gletscher von Eiger, Mönch und Jungfrau insgesamt 140 Meter tief. Die oberen der Fälle erreicht kein Tageslicht mehr, so tief liegen sie im Berg.

    Wenn es realiter nur halb so spektakulär aussieht wie auf Madames Fotos und Filmchen bin ich schwer beeindruckt.

    Aber die brachte auch die Erkenntnis mit: Lauterbrunnen, quasi der Startpunkt „nach oben“ Richtung Eiger, Mönch und Jungfrau, ist in den Sommerferien ganz schön voll.

    Vermiglio

    Nachdem meine dritte Knacknuss geknackt war, dachte ich, ich mache mir etwas Schönes und gehe ins Kino. Es folgte eine Triangulation aus „beste Zeit“ und „schöner Film“ und „Kino, in dem ich noch nicht war“ und es wurde Vermiglio am Donnerstag Abend im Cinema Paris.

    Das Cinema Paris gehörte einst zum Institut français im Maison de France, ist mittlerweile unabhängig vom Institut und wird – wie das Odeon bei uns um die Ecke – von den Yorck-Kinos bespielt. Ich stellte fest: an diesem Ende des Ku’damms an dem das Kino liegt, war ich quasi noch nie. Es ist überraschend viel frankophonie noch vorhanden.

    Vermiglio, ein italienischer Film, dem mehrere Filmbeschreibungsseiten sogar einen Plot attestieren. Ich habe ihn zwar den Plot gefunden. Da er aber keineswegs handlungstreibend ist oder sonst von großer Relevanz für den Film, werde ich ihn einfach ignorieren.

    Am Ende schildert Vermiglio ein knappes Jahr (Winter 1944 bis Herbst 1945) einer zwölfköpfigen Lehrerfamilie in einem Bergdorf der italienischen Alpen. Die Berge sind großartig, die Räume sind eng und kalt. Es wird gehungert. Andauernd trifft man dieselben Menschen. Alle paar Wochen stirbt jemand. Gefühlt war es eine Mischung aus Heidi (die Alpen-Kulisse, die Kostüme) in dunkel, eng und deprimierend und Ein Hof und 11 Geschwister in gebildeter entlegener Armut.

    Mehr oder weniger die drei Hauptpersonen sind die Schwestern Lucia (vielleicht 18), Ada (15/16) und Flavia (12/13), die versuchen für sich einen Platz in der Welt zu finden – die vor allem aus diesem Dorf besteht; eine Welt, die durch den Zweiten Weltkrieg im Tal noch beengter ist. Schlüsselszenen sind die drei, die Abends unter Kerzenschein in ihrem Holzbett liegen und Geheimnisse austauschen.

    Wirklich großartig. Aber fröhlich ist echt was anders. 1

    Abend/nächtliche Frontansicht des Maison de France. "Maison de France" und "CInema Paris" auf der Fassade in klassischen Neonbuchstaben, unten im klassischen Kinowechselbuchstabenformat angekündigt "Vermiglio"

    Da isser wieder der Gilbert

    Die Bachelorarbeit hat inzwischen 9000 Worte. Damit ist die geforderte Mindestanzahl geschafft. Es sind noch nicht die richtigen 9000. Noch gibt es auch die ein oder andere inhaltliche Lücke – aber ich weiß, wie ich sie füllen will.

    Es nähert sich. Ich kann beim Überarbeiten jetzt auch mit gutem Gewissen Absätze streichen, und Füllmaterial ausbauen. Es wird.

    Zwischendurch eine lustige Wiederentdeckung. Ich habe ja während der Vorarbeiten diverse Videos zu Linearer Algebra mit Gilbert Strang, dem Matheprofessor, der immer so wirkt, als wäre er dein bester Freund, geschaut. Leider hat er keinen direkten Bezug zu meinem Thema.

    Einen direkten Bezug hat aber die Programmiersprache Julia, weil ich in der ein bißchen rechnen werde. Und als dieser Sprache hinterher recherchierte, stieß ich auf den Aufsatz, in dem sie quasi der akademischen Welt vorgestellt wird:

    Bezanson, J., Edelman, A., Karpinski, S. & Shah, V. B. (2017). Julia: A Fresh Approach to Numerical Computing. SIAM Review, 59(1), 65–98. https://doi.org/10.1137/141000671

    Diesen Aufsatz las ich nichtsahnend und dann dieser Absatz:

    Julia has symmetric tridiagonal matrices as a special type. For example, we may define Gil Strang’s favorite matrix (the second-order di fference matrix; see Figure 1) in a way that uses only O(n) memory.“ ..

    Figur eins ist ein Foto einer 11×11-Matrix aus beschrifteten Cupcakes, definiert im Beschreibungstext als strang(n) =

    Anderes Fundstück für mich: A comprehensive study of Mixed Integer Programming with JuMP on Julia (Part 1) AUf jeden Fall praktisch, aber ist das zitabel?

    Nicht zitabel, aber eine Hilfe bei den elenden Rechnungsmarathon, den Lineare Programme so mit sich bringen: Simple Pivot Tool

    Radeln

    Der Herr Flusskiesel ist Schuhfluencer. Als ich Bus einem Bär-Schuhgeschäft vorbeifuhr, wäre ich fast spontan aus dem Bus gesprungen, weil er schon so überzeugend von diesen Schuhen schwärmte.

    Lebensberatung von Frau Novemberregen: [E]s gibt nur eine einzige Strategie: die innere Haltung. Sich voll hineinwerfen und im Kopf keine andere Wirklichkeit zulassen.“ Kein „aber was, wenn“, keinen doppelten Boden mitdenken, all-in gehen. Ist das anstrengend? Ja, sehr! Kann das schiefgehen und man steht hinterher blöd da? Absolut! Das ist der Preis. Plus anschauliches Beispiel.

    Inzwischen haben viele Teilnehmer*innen des Transcontinental Race 11 dieses beendet und gut 4000 Kilometer quer durch Europa in 10 bis 14 Tagen auf dem Fahrrad zurückgelegt. Alle Fähr- und Brückenprobleme sind überwunden. Mir neu waren die Hundeprobleme mit großen frei laufenden und lebenden Hunden in Südosteuropa, denen mensch nachts auch nur so mittelgern auf dem Fahrrad begegnet.

    Dabei entdeckt: Letztes Jahr drehte das ZDF eine Dokumentation zum Rennen: Das verrückteste Radrennend er Welt. Insbesondere beeindruckt von Jana Kesenheimer, die einfach unfassbare Leistungen vollbringt und dabei halt auch noch ne nette, bodenständige Frau aus dem Schwarzwald ist.

    Noch weiter mit dem Rad fährt Rebis. Diese verließ Almaty.

    Karen fuhr diesmal gar nicht mit dem Zug: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (11) Dubrovnik – Mostar

    Für mehr osteuropäische Gemüseküche. Magentratzerl bespricht das Buch Kapusta.

    Fundstück:

    Also, I am NOT the author of More Than a Mom: Living a Full And Balanced Life When Your Child Has Special Needs. I’ve asked Goodreads to remove it from my page several times but it keeps getting re-added. If you have questions about this title, please direct them to the other Heather Fawcett!

    Anmerkungen

    1. Es gibt einige Szenen immerhin, die unglaublich komisch sind. Und die ihren Reiz auch daher beziehen, dass die beteiligten Personen im Film jegliche Wahrnehmung der Komic fehlt. Beispiel: Ein Baby, das an Keuchhusten leidet (extrem unkomisch) und mit Kohlwickeln behandelt wird, die sich als eine Art Krone aus Kohlblättern auf des Babys Kopf entpuppen. Ein Anblick zum Schreien – aber natürlich würde niemand in der Situation im Film auch nur Lächeln. ↩︎
  • 23-11-28 Leiterwagen

    23-11-28 Leiterwagen

    Die 187er-Buslinie setzt jetzt Gelenkbusse ein. Dabei gehört der 187er zu den wenigen Bussen, die auch nach dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember den alten Takt beibehalten dürfen. Unter „meinen“ trifft es den M46 (Morgens nur noch alle 10 Minuten), den M48 und den M85 (Samstag morgens seltener). Personalmangel allüberall.

    Berlin per Fahrrad ist um 6:30h morgens viel schöner als um 8:30h. Leider bedeutet es auch, dass ich im 6.30h fahrradfähig sein muss. Ich sehe es noch keine Gewohnheit werden.

    Ich schreibe wieder böse Briefe an eon. Nach Gaspreisärger im letztem Jahr – unter Hinzuziehung der Schlichtungsstelle Energie – hoffte ich, mit dem Konzern nie wieder etwas zu tun zu haben. Nun behaupten sie, ab demnächst einen gültigen Vertrag zu haben. Was ich bestreite. Es bleibt spannend. Immerhin weiß ich inzwischen wie die Schlichtungsstelle funktioniert.

    Wesentlich angenehmer der Mobilfunkanbieter: Nach Kündigung und Neu-Angebot habe ich fast denselben Tarif wie vorher; aber um ein Drittel preiswerter.

    Madame verteilte Blöcke und ihre Kolleg*innen waren begeistert. Dann schlitterte sie zur S-Bahn.

    Ich begann, das Spielzeug aufzurüsten. Ich installierte Xodo (zum PDF-Bearbeiten) und Inkondo (für Notizen). Das Mathe-Skript-PDF, in dem ich dank Xodo und Surface-Pen wild herummalen kann, ist schon mal ein großer Erfolg.

    Am Sonntag fuhren wir auf die Latifunden: Umrüsten von „vielleicht Nachtfrost“ auf „Dauerfrost mit eventuell zweistelligen Minusgraden.“ Eine letzte Himbeere hatten überlebt. Wir beide betrachteten die knallroten Zieräpfel; kleine Seen hatten sich auf den Feldern gebildet und waren zugefroren. Picturesquest!

    Das Getüm verschwand im Schuppen, ebenso der Gartenschlauch. Wein und Bier wanderten in das Kämmerchen mit Frostwächter. Diverse Einrichtungsgegenstände und Lebensmittelreste zogen nach Berlin. Ebenso wie die 3,50-Meter-Klapp-Leiter. Diese ist nicht frostempfindlich, wird an der Berliner Decke aber dringender benötigt.

    Noch liegt die Leiter im Wagen bis sich jemand erbarmt, sie diverse Stockwerke nach oben zu schleppen.

    Meine Notizen sagen „Alte Bäder (üouxsognsl)“. I have no idea. Ich erinnere nur noch, dass „Bäder“ ein Autocorrect war und ich eigentlich ein anderes Wort schrieb.

    Das Berliner Sechstagerennen dauert nur noch drei Tage

    Neulich war ich auf einer Website mit wichtigen Berliner Sportveranstaltungen. Ich lernte. Die wenigen Karten, die es noch für die Spiele der Handball-EM im Frühjahr gibt, kosten ab 500 Euro aufwärts. Für das Geld kann ich fast zu zweit mit der Fähre nach Finnland fahren.

    Ich lernte: das traditionelle Berliner Sechstagerennen dauert nur noch drei Tage. Das finde ich untraditionell. Allerdings reizt es mich schon. Allein des Orts wegen. Im Doppelgebäude Velodrom/Sportschwimmhalle bin ich desöfterem in der Schwimmhalle. Noch nie aber war ich im Velodrom.

    In die Schwimmhalle führte mich ein seltener Außeneinsatz. Während Team Lötkolben sich öfter das halbe Auto mit Monitoren, Kabeln und sonstigen Geräten volllädt und in die Bäder fährt, bleibe ich meistens in der Verwaltung. Immerhin: am Montag stoppte ich in der Verwaltung, packte zwei Schlüssel ein und fuhr in die SSE, die Schwimm- und Sporthalle im Europark – das Nachbargebäude vom Velodrom.

    Außeneinsätze sind super. Zum einen sehe ich Teile von Bädern, die sich mir bisher verschlossen. Es ist schon schick zu wissen, wo die verschlossenen Türen hinführen. Zum anderen kann ich meine Pause gleich in der Schwimmhalle absolvieren. Bester Pausensport ever auf der 50-Meter-Bahn.

    Wikisaegia

    Wer schon immer alles über Singende Sägen wissen wollte – und wie kann man NICHT alles über Singende Sägen wissen wollen. Ein guter Anfang bildet Wikisaegia.

    Dabei entdeckt. Es gibt ein MTV-Unplugged-Album mit Sportfreunde Stiller und Meret Becker an der Singenden Säge. (Ausschnitt) Auch entdeckt: offenbar war Beckers zweites Wohnzimmer über lange Jahrzehnte die Bar jeder Vernunft hier um die Ecke. Vielleicht sollten wir auf Verdacht dorthin laufen, und wenn wir Glück haben, sehen wir einen Sägenauftritt.

    Über Geld reden ergibt nur Sinn, wenn Zahlen dabei vorkommen. Ramona Weyde macht das dankenswerterweise: Onlinekurse. Rechnet sich das?

    Christa Chorherr feiert Namenstag. Alle Katharinas ihrer Familie treffen sich: Unsere familiäre Katharinen Feier in St. Pölten. Ein wirklich schöner Brauch. In den meisten Familien dürfte er an Katharinenmangel scheitern. Vermutlich davon inspiriert blickt sie zurück auf ehemalige Geburtstagfeiern.

    Vor einigen Wochen aufregten sich die deutschen Medien über einen Wahl-Rechtsruck in der Schweiz. Ich betrachtete die Wahlergebnisse und zweifelte an den deutschen Medien. Der Schweizer Kulturflaneur wartete bis alle Stichwählen gezählt wurden und stellt fest: Eigentlich wählen die Schweizer seit 1971 ziemlich konstant: Bollwerk der Stabilität bleibt.

    Für Polonia im Weihnachtsmenü. Für mehr Pierogi und Sernik in der Welt. The Ultimate Polish Christmas Menu [2023 Edition]

  • 23-10-22 Abmähen (Marienkäfer im Ohr)

    23-10-22 Abmähen (Marienkäfer im Ohr)

    Das IT-Team der Berliner Bäder Betriebe AöR sucht ein*e neue*n Mitarbeiter*in. Ich kann diesen Job nur empfehlen. Außerdem dürft/müsst ihr dann mit mir zusammenarbeiten.

    Madame recherchierte Finnlandfähren im Internet. Ich weiß nicht, ob es etwas taugt. Aber das Helsinki-Stockholm-Rostock-Kombiticket der estnischen Fährgesellschaft klingt spannend.

    Ich benötige einen anderen RSS-Reader. Bei Feedly kratze ich immer wieder an den Grenzen der kostenlosen Version. Das Produkt ist mir mittlerweile aber so unsympathisch, dass ich mich weigere, dafür Geld zu bezahlen.

    Laut einem Online-Klamottenhändler sind „die kernigsten Modetrends auf dem Weg zu dir.“ Na dann.

    Auf Herbst gebürstet

    Während die Kranichschwärme über uns zogen, Hummeln und Wespen die Sonnentage nutzten, bürsteten wir den Garten jetzt doch auf Herbst.

    Madame entkrautete 1R.

    Die Wiese wurde komplettemang abgemäht und ein vollkommen neuer Garten offenbarte sich. So wunderlich, alle Beete gleichzeitig sehen zu können.

    Beim Wiesenmähen offenbarte sich ein Stapel noch-zu-verbrennender-Rosenschnitt, dem ebenjenes wiederfuhr.

    Madame erntete Quitten bei Nachbars. Dann ging sie zur Brombeere, um Hagebutten zu sammeln.

    Der Grill-Pizzastein erlebte seine Einweihung mit Flammkuchen (Samstag) und Pizza (Sonntag).

    Da ich der Wettervorhersage nicht traue, stellten wir das Wasser ab.

    Auf der Terrasse sitzend, hatte ich ein Wasser-im-Ohr-Gefühl. Das war überraschend, denn es war sonnig, trocken und einen Wasserangriff auf mein Ohr hätte ich vermutlich mitbekommen. Im Ohr entdeckte ich erstmal nichts. Nachdem das Gefühl nicht wegging und etwas später, tauchte dann ein Marienkäfer auf. Glück gehabt.

    Überhaupt saßen Dutzende Marienkäfer auf allen sonnenbeschienenen Flächen.

    Diese wurden nur von den Gänsen und Kranichen übertroffen. Mitte Oktober ist die beste Kranichzeit in den märkischen Hamptons. Stundenlang jeweils morgend und abends von Nord nach Süd, von Ost nach West und im Kreis eine Thermik ausnutzend. Neuer Anblick: ein Gänsekeil in Vollbremsung:

    Der Gänsekeil kommt von Westen. Rechts fliegen, anscheinend auf einer Höhe, zwei Kraniche heran. Die drei Spitzen-Gänse bemerken das, bremsen ab. Die weiter hinter versetzten fliegenden Gänse fliegen ungebremst weiter. Bis sie auch abbremsen. Und so weiter. Es sah aus wie ein Keil, der auf ein Hindernis trifft und geknautscht wird.

    Größer Kranichschwarm vor Himmel.

    Die Standardformel

    Fast beendet: Der Fernuni-Teil „Produktion und Logistik“ im Model „Internes Rechnungswesen und funktionale Steuerung.“ Morgen werde ich noch die Einsendeaufgaben absolvieren, dann kommt in dem Modul nur noch „Marketing“ dran. Danach wird das Modul bis Mitte Februar unbeachtet in der Ecke liegen.

    Fast bedauere ich mein 4-Modul-Semester. Ich halte es immer noch für schaffbar. Aber es bedeutet, dass ich die wahrscheinlich einfacheren Module – wie dieses – erstmal nur oberflächlich und kursorisch abhandeln kann. Und, Überraschung dieses Studiums, eigentlich finde ich die BWL-Sachen echt spannend, würde gerne tiefer einsteigen, mir Literatur besorgen und all‘ sowas. Aber dieses Semester wird das nichts mehr.

    Und in diesem Studiengang auch nicht. Im Bachelor Wirtschaftsinformatik ist ebenjenes mein letztes BWL-Modul.

    Bleibt mir nur DER MASTERPLAN – in dem könnte ich bis zu acht BWL-Master-Module wählen. Aber erstmal muss ich morgen beantworten was die optimale Logistik zur Herstellung der Wimblendon-Tennisbälle wäre, aus finanzieller oder aus ökologischer oder aus sozialer Hinsicht.

    658 Englischvokabeln

    Signorino feiterte Tante Guri.

    Herr Rau zählte Englischvokablen.

    Herr Buddenbohm lauschte der Disco-Version von Hava Nagila.

    Karen inspirierte nicht nur zu Finnlandfährerecherchen (siehe oben) sondern hat auch wieder finnische Pfadfinderadventskalender im Angebot. (Und ich hoffe, die finnische Post nutzt wenigstens einen berittenen Kurier, der die Kalender dann persönlich zustellt..)

    Das 25-Jahre-USA-kulinarisch-Kochbuch gedruckt.

    Eine AI-Firma testete KI, um Einzelnachweise in Wikipedia zu verbessern. Sie veröffentlichte das Ergebnisse in Nature Machine Intelligence. Ich versuche immer noch, die Umfrage zu verstehen, nach der 21% befragter Wikipedistas die KI-Vorschläge besser fand als die menschlichen, 10% fanden die menschlichen Vorschläge besser, 39% hatten keine Meinung. Ergibt nach meiner Kopfrechnung 70% einschließlich der Meinungslosen. Und die 30% die übrig blieben, sind schreiend aus dem Raum gerannt, oder wie?

    Die Schweiz hat gewählt. Lieber Schweizer*innen das könnt ihr doch besser. Bitte nochmal rausgehen, wieder reinkommen und dann vielleicht nächste Woche ein Versuch mit vernünftigerem Ergebnis?

  • 23-06-20 15 x 0- (13,8)

    23-06-20 15 x 0- (13,8)

    Madame übergab ein Fahrrad.

    Mauersegler flogen durch den Hinterhof. Aber nicht koordiniert, fröhlich ihr Srieh Srieh ausstoßend, sondern einzeln, stumm, durcheinanderfliegend. Als müssten sie sich noch entscheiden, ob sie vor dem herannahenden Unwetter eher nach Polen oder nach Dänemark ausweichen. Wikipedia weiß:

    Aufkommendem Regenwetter begegnen Mauersegler durch so genannte zyklonale Wetterflüge. Bei Annäherung eines Tiefdruckgebiets, auch Zyklon genannt, ziehen viele Mauersegler vor dessen Wetterfronten her. Sie starten in vielen Fällen bereits, wenn die Kaltfront noch 500 bis 600 km entfernt ist. Die Vögel bilden rasch Trupps, die zunächst in den Warmsektor des Tiefs ziehen, wo sie selbst bei Regen noch genügend Nahrung finden. Später fliegen sie gegen den Wind durch die Kaltfront des Tiefdruckgebiets hindurch und sind so die kürzestmögliche Zeit den stärksten Regenfällen ausgesetzt. Meist umwandern die Mauersegler dabei das Zentrum des Tiefs im Uhrzeigersinn und kehren oft erst nach 1000 bis 2000 Kilometern wieder zum Ausgangspunkt zurück.

    Die Wettervorhersage sieht für die nächsten Tage Temperatursprünge von knapp zehn Grad nach oben und unten vor, zwischendurch Regen. Welcome to heiße Waschküche. In besseren Zeiten hätte die Menschheit hier die Arbeit eingestellt wegen „unzumutbar.“

    Zwei Tauben nutzten die nächtlich geöffnete Balkontür als Einladung ins Wohnzimmer. So war das nicht gemeint.

    MMB stöhnte, weil er eine lange Präsentation zusammenfassen musste. Hier dachte ich erstmals im beruflichen Kontext „AI/LLM wäre praktisch.“ Aber wir sind öffentlicher Dienst. Da werden nicht einfach so Tools mit bekannt massiven Datenschutz- und Sicherheitsproblemen genutzt.

    Immer wenn ich ein Wochenende in Rostock verbringe, gehe ich danach Blutspenden. Zufall?

    Vermutlich nicht. Rostock funktioniert nur am Wochenende, Blutspenden nur Dienstags – beides verlangt etwas Vorausplanung. Ich terminiere es auf Zeiten, in denen sonst nichts Dringendes und Wichtiges los ist. Kein zwangsläufiges Zusammentreffen, aber auch kein reiner Zufall.

    Auf dem Weg zur Blutspende passierte ich die immerwährende Querdenker-Demo auf der Schloßstraße. Inzwischen demonstrieren knapp 20 Personen gegen Coronamaßnahmen, für Bargeld, gegen Krieg, gegen die FDP und die Grünen sowie gegen unkontrollierte Einwanderung.

    Gibt es noch eine Kommunikationsguerilla? Die Forderungsdisziplin auf der Demo ist inzwischen so verwahrlost, dass man sich auch mit „Lang lebe Genossen Breschnew/ Friedrich Merz ist ein Reptiloid / Die kambrische Explosion was an inside job / Vulkanausbruchskeptiker.info“ daneben stellen könnte. Hätte ich mehr Zeit würde ich es sogar selber machen.

    Bei der Blutspende erfahren: Der Bestand an 0- – Reserven ist so knapp, dass diese inzwischen nur noch rationiert ausgegeben werden.

    Dr. Dolittle und Euphegenia D erholen sich noch auf den Latifundien von den Wochenendanstrengungen.

    Wochenendnachträge:

    Ähnlich faszinierend wie Mauersegler. Der Flettner-Rotor, der aus modernen Großschiffen wieder halbe Segelschiffe machen soll. Noch ist er selten genug, damit Wikipedia jedes Schiff einzeln aufzählen kann. Und wir sahen eines davon.

    Eine Hybridfähre mit Flettner-Rotor auf der Warnow.

    Entdeckung beim Fahren entlang der Warnow. Nicht nur fühlte es sich so ähnlich an, wie einst die Themse entlang zu den Kew Gardens. Auch die Architektur und die neu entstehenden Marinas erinnerten mehr als einmal an London oder Düsseldorf.

    Wenn der Masterplan mich zumindest bis zum ersten Bachelor bringt, möchte ich danach fünf Tage nach Helgoland. Tagsüber auf die Düne entfliehen und tidenunabhängig in der Nordsee schwimmen – abends dann Natur und Meerblick und Seevögel genießen. Ganz ohne Masterplan steht auch noch Blackpool auf meiner Reise-Löffelliste.

    Unter dem Apfelbaum wächst eine Pastinake. Anders als die Wilden Möhren allerdings gelangte sie nicht durch Selbstversamung dorthin, sondern vermutlich durch Kompostreste, die unter dem Apfelbaum landeten. Auch ein abgeschnittenes Pastinakenstück kann sich wieder zu einer kompletten Pflanze entwickeln.

    Die Pedestrian Observations ließen sich über das erfolgreiche Schweizer Bahnmodell aus und inwiefern es auf andere Länder übertragen lässt: How fast is necessary?

    Frau Maultaschen Ravioli ging auf eine Italien-Reise-Reise und brachte derart viele eindrucksvolle Fotos aus Rom, Neapel, Sizilien mit, dass ich gar nicht weiß, wo anfangen mit verlinken. Ich nehme einfach den aktuell oben stehenden Teil: Reise, Reise VIII.

  • 23-01-15 (==) ist ungleich (equals)

    23-01-15 (==) ist ungleich (equals)

    An der Nordseeküste herrschen Orkanböen- und Sturmflutwarnung. Wäre ich dort, wäre ich am hadern zwischen rausgehen („ist total cool draußen“) und drinbleiben („ist gefährlich.“) In Berlin führt ähnliches Wetter definitiv zum Drinbleiben.

    Das gestrige Alemannentreffen brachte Fotos, S-Bahn/Bus-Diskussionen, Hochzeitsplanungen (aufregend!), Diskussionen über Anträge und Verlobungen, Curry, Schweizer Katzenleiterinspirationen und die Frage, wohin mit dem ganzen Krempel.

    Frau Brüllen lässt uns and der herrlichen Schweizer Posse um den Megastore und die Parkplatzschranke teilhaben.

    Mein Wochenendprogramm Fernuni & Chill hat Vorlesungsvideo 6 von 23 passiert. Bisher folge ich den Videos im inneren Zustand „Verstehe, ergibt Sinn. Könnte ich auch inhaltlich korrekt wiedergeben“ und nicht mit „Hä?“. Ich habe Hoffnung, am 14. Februar kein komplettes Desaster abzuliefern.

    Wenn es mir zuviel mit Verweisvariablen wird, schaue ich auf Tröt. Dort ist alles voller Lützerath-Berichte.

    Der rationale Politiwissenschafter in mir denkt „Wohlan. Das Ziel ist richtig, Die Methoden sind effektiv.“ Der erwachsene Mensch in mir leidet an der gleichzeitigen Selbstaufblasung der Postenden („Wir retten die Welt, hier und jetzt!“) bei gleichzeitiger Selbstverzwergung („Alle ganz gemein zu uns“) und möchte immer fragen, ob alle Beteiligten wirklich so naiv sind oder nur so tun.

    Aus, hüstel, Weihnachtsgeschenkgründen, schauten wir Fotos des letzten Jahres durch. Dort fanden wir einen Abschiedsgruß unserer langmonatigen Begleiter Asbestsäcke und Weiße Ledercouch.

    Blick von oben in den Innehof. Eine weißer Ledercouch, zwei Handwerker, eine Schubkarre, Plastiksäcke und Bauschutt.

    Seitdem der Spiegel Anja Rützel hinter einer Paywall versteckt, komme ich gar nicht richtig ins Dschungelcamp rein.

    Ausgerechnet im Wirtschaftsteil der gedruckten FAS stand ein kompetenter Artikel zum Zustand sozialer Netzwerke (leider online akut nicht auffindbar). Der Rolling Stone recherchierte, dass „Twitter-Ersatz“ Rumble zwar offiziell ein Trump-MAGA-Publikum ansprechen will, aber vor allem die noch viel wilderen Verschwörungstheorien dort Erfolg haben: Far-Right Superstars Are Failing on Rumble. Who’s Winning?

    Ich denke an Neal Stephensons fiktionaler Beschreibung von Ameristan, in dem Teile des Landes zerfallen, weil den Menschen vor lauter Internet der Basispragmatismus abhanden gekommen ist, um Häuser vor dem Zerfallen zu verhindern und Nahrungsmittel zu produzieren.

    Ich staune, dass das neueste US-Kulturkampfthema, Gasherde, noch nicht in Deutschland angekommen ist. Die Fronten verlaufen zwischen „Gasherde bringen uns mit ihren Schadstoffen um“ und „Die woken Eliten wollen uns den Herd wegnehmen. Ich kette mich an meiner Kochplatte fest.“

    Auf dem Berliner Gasherd nahm ich mich einer neuen Miss-South-karibische-Hühnersupper-Iteration an: Mehr Würz, mehr Maillard, plus Gemüse. War besser.

    Nun wird die Antrag auf Berliner Briefwahlunterlagen ausgefüllt.

  • 22-12-19 Größter Binnenhafen Brandenburgs

    22-12-19 Größter Binnenhafen Brandenburgs

    Das Fahrradschloss-Enteisungsspray war genauso effektiv wie gedacht: Gar nicht. Aber ich nahm es gelassen und den 248er-Bus, den ich wusste ja: Der heutige Über-Null-Grad-Dauerregen wird das Schloss wieder öffnen.

    Kurz-vor-Weihnachten bei BBB ist wie überall sonst auch: der Vor-Weihnachtsstress wandelt sich in eins, zwei Tagen in „wird dieses Jahr eh nichts mehr“; ab und an unterbrochen von Ausbrüchen, die jetzt wirklich ganz dringend und wichtig sind.

    Highlight: Anrede in einer Mail „Guten Tag Herr Dirk.“

    Madame erledigte derzeit Erwachsenensachen: Autoversicherung, Krankenversicherung, Neuverplombung des Abwasserzählers.

    Zwischendurch erfuhr sie, dass es trotz Bahnprivatisierung 1993 noch ein staatseigenes Bundeseisenbahnvermögen gibt. Zu diesem gehört unter anderem der Bahnhof Basel Badischer Bahnhof.

    Dessen Rechtsstatus geht auf einen Vertrag von 1852 zwischen der Schweiz und dem Grossherzogtum Baden zurück. Und überhaupt ist dort alles anderes, als in allen anderen Deutschen oder Schweizer Bahnhöfen.

    Schilder an Basel Bad Bf Bild: Basel 2012-10-05 Batch 2 von:
    Mattes  Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 German

    Ich las derweil über Häfen. Als Meer- und Hafenfan ist das Leben in Berlin-Brandenburg hart. Aber der rbb veröffentlichte einen Artikel über den Hafen Königs Wusterhausen, den „größten Binnenhafen Brandenburgs“ – groß und berühmt geworden als Umladepunkt für Berliner Braunkohle.

    Der Wikipedianer in mir stolperte natürlich sofort über den Nischensuperlativ. Also über einen Suplerlativ („größter“), der aber sofort eingeschränkt wird (BINNEN_Hafen, nicht etwa Hafen). In Wikipedia ein gern genutztes Stilmittel, um einer Sache mehr Bedeutung zu geben als sie hat.

    Also dachte ich: wenn KW der größte Binnenhafen ist, welches ist der größte Hafen? Und welche anderen Arten von Häfen gibt es? Und nun frage ich mich: Welches ist der größte Meereshafen Brandenburgs?

    Ernsthafter zur Wikipedia: Cirdan schrieb einen langen Kurierartikel, warum es mit WMDE und der Community nicht funktioniert.

    Flapsig würde ich sagen: WMDE kann es nicht, weil der Wille fehlt, das Kommunikations und Verständigungsproblem als Vereinsproblem ernst zu nehmen. Ein Punkt: Auch nach 20 Jahren Existenz hat WMDE, ein Verein mit ~100 Mitarbeiter*innen, nicht einmal das Mindestmaß an Professionalität aufgebracht, um eine*n verbindlichen Ansprechpartner*in des Vereins für die Community zu kommunizieren.

    Die zweite Externes-Rechnungswesen-Einsendeaufgabe ist zurück. 93,3%. Das heißt, ich darf die Klausur schreiben.

    Abends ging es zu „She Said“ in den Delphi Filmpalast. In seiner filmischen Umsetzung mäßig; als Story aber einfach so stark, dass es insgesamt stark empfehlenswert ist.

  • 22-11-29 Über Thun, Spiez, Visp, Brig

    22-11-29 Über Thun, Spiez, Visp, Brig

    Wenn man mit der Bahn nach Domodossola fährt, juckelt man mit einem Regionalzug durchs Wallis. Weltmenschiger: vous voyagez en train à travers le valais.

    Während man so voyagiert, flötet die Sprecherin der Bahngesellschaft in schönem Singsang mit schweizerdeutschem Einschlag die Stationen „über Thun, Spiez, Visp, Brig.“ Und jedes mal wenn ich diese Tage etwas über die FIFA höre, denke ich an Sepp Blatter (geboren in Visp) und Giovanni Infantino (geboren in Brig). In meinem Kopf flötet eine charmante Schweizer-Bahnstrecken-Ansagerin die Streckeansager.

    Bizarr, dass die beiden Fußball Weltpotentaten aus zwei Walliser Kleinstädten kommen, die keine zehn Kilometer auseinander liegen. Und durch die Bahnstrecke über Thun, Spiez, Visp, Brig verbunden sind.

    Bahnhpf Brig (kommt nach Thun, Spiez, Visp)

    Der gestrige Kannibalenfilm ließ uns gut schlafen. Weder die Wurstgulaschszenen noch die bewegende Coming-of-Age-Story des Vorabends schreckten uns auf. Spannend: Es ist ein Film, bei dem nach 10 Minuten klar ist, dass er unmöglich ein Happy-End haben kann. Ich fragte mich eher, ob ein nicht-katastrophales Ende überhaupt möglich ist. Der Film flüchtet sich in Ambivalenz / Open End. Inzwischen las ich. Die Buchvorlage ist konsequenter. Die Protagonistin akzeptiert eine der Katastrophen und lebt in ihr.

    Die Arbeit versprach heute zwei größere Ereignisse. Passenderweise wurde ich mit Blaulich und Eskorte dorthin gefahren. Oder anders: auf dem Sachsendamm fuhr ein längerer Konvoi an mir vorbei, vermutlich auf dem Weg zum Flughafen: Schwarze Limousinen, schwarze Kleinbusse, die Limousine des Pakistanischen Botschafters, vorne und hinten je zwei Oberklasseautos mit Blaulicht und Feldjäger-Kennzeichnung. Leider bogen sie nicht zusammen mit mir in die Tiefgarage.

    Spannendes Gespräch mit Kollegin, die auch quasi vom Schwimmbadfan zur Verwaltungsmitarbeiterin der BBB wurde. Auch darüber, wie wir welches Bad „privat“ fanden und finden.

    Madame entdeckte einen Dienstagswochenmarkt. Bei Lidl ist der Essig ausverkauft. Kann man damit heizen?