Schlagwort: Lineare Programmierung

  • 25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    Es ist überraschend un-intuitiv, mp3-Dateien vom Rechner auf ein Handy zu bekommen. Es ist überraschend schwierg, mal eben im Internet irgendwelche beliebigen mp3-Dateien zu finden, um zu testen.

    Wikimedia Commons to the rescue!

    Es war überraschend, zwei Zahlen zu vergleichen. In der Bachelorarbeit rechne ich mein Problem einmal quasi manuell – um zu zeigen, was passiert- und einmal per Funktion in Julia/JuMP – weil solche Aufgaben in echt natürlich niemand je per Hand rechnen würde.

    Beim Vergleich beider Rechnungen entdeckte ich, dass der manuelle Weg ein anderes Ergebnis liefert (276/19) als die computerisierte Rechnung (15,4421..). So Pi mal Daumen sah das plausibel nach identischen Ergebnissen aus. Die letzten drei Wochen dachte ich auch, beide Rechenwege kämen zu einem identischen Ergebnis.

    Aber dem ist nicht so, wie sich bei genauerer Betrachtung zeigte. 276/19 ist auch nach Rundung ein komplett anderer Wert als 15,4421.. Das war jetzt blöd.

    Wie sich nach einiger spannender Zeit des Nachforschens zeigte, lag der Computer falsch. Also natürlich ich, als ich beim Eingeben der Zahlen in der Spalte verrutscht war. Puh.

    Es war ein sonntägliches Latifundienfrühstück, ein montäglicher Arbeitsmorgen und zwei Nachmittage der Bachelorarbeit.

    Sonntag: In unserem Briefkasten lag ein gelber Briefumschlag – klassische Gerichts-/Gerichtsvollstrecker-Post. Ich bin erst erschrocken, spontane Reaktion „I didn’t do it!“. Dann las ich den Briefumschlag. Ah, der Brief war für Edmund…, gar nicht für uns. Edmund wohnt hier nicht. Der Name sagt mir auch nichts. Aber bei inzwischen 28 Briefkästen für 12 Mietparteien im Hausflur ist das nicht so überraschend.

    Edmund hat sogar einen Briefkasten im Hausflur, wie ich feststellte. Der Briefkasten quillt über und wurde schon mal aufgebrochen. Jetzt quillt er mit einem gelben Brief mehr über.

    Auf den Latifundien spielte ich mit dem Halluzinator. Er schlug vor, diejenigen Wiesenteile, die vor allem aus Reitgras oder Glatthafer bestehen, im Frühjahr zu stören / in Teilen zu sensen, um Löcher und Platz für andere Bewohner zu schaffen. Ich werde mal suchen, ob ich eine Quelle mit einem engeren Verhältnis zur Wahrheit finde, die das bestätigt.

    Mein montägliches Aufwachgefühl: „Das ist gar nicht mal so warm.“ Und das war sehr schön.

    The Dime

    Ausgelesen: Kathleen Kents The Dime. Weiterhin ein Pageturner mit einer Erzählgeschwindigkeit, der dem mir als Leser schwindlig wird. Wie in einer guten Achterbahn flicht Kent immer mal einen kurzen Abschnitt zum Atemholen ein, damit es danach noch rasanter weiter geht. Daneben nette mir plausibel erscheinende Beobachtungen, wie es ist, als lesbische Polizisten in einer Großstadt in Texas zu leben.

    Lieblingsszene: Das Gefecht zwischen einem mexikanischen Drogenkartell und der Re-Enactment-Gruppe mit Waffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg.

    Bonuspunkte für eine der besten toten Nebenfiguren in einem Roman (Benny, der tote polnisch-New-Yorker-Polizistenonkel der Erzählerin) mit seinem großen Vorrat polnischer Sprichwörter.

    Dass die – große, rothaarige, polnischstämmige, lesbische – Polizistin am Ende von einer Familie durchgeknallter Nazi-Drogenhändler als Familienmitglied wider willen auserkoren wird, stellt nicht den Gipfel realistischen Erzählens dar – gibt der Geschichte aber noch einen schönen Spin zum Abschluss, der in der Erzählwelt sogar recht plausibel wirkt.

    Das Kabanenparadies

    Kaum bin ich da, bin ich schon wieder weg. So zumindest Montag im Büro. Ich durfte einen seltenen Einsatz im Freibad absolvieren. Ich packte ein wenig Gepäck ein, und machte mich auf den Weg ins Sommerbad Mariendorf. Das war allgemein schon sehr nett. Noch netter: Direkt nach dem frühen Feierabend quasi dort vom Rechner aus ins Wasser springen.

    Wobei auch das Sommerbad: „Vintage“ wie ein Kassierer sagte, aber der Zustand war im Jahr 2025 deutlich weniger desolat als ich ihn in Erinnerung hatte. Was beispielsweise die Kabanen-Situation angeht, steht Mariendorf derzeit klar besser da als der Insulaner.

    Wir wunderten uns zusammen: 27 Grad, strahlend blauer Himmel, Sommerferien – und die Bäder sind trotzdem ziemlich leer. Wurde alle Besucher*innen im Frühsommer durch ungeheizte Becken und schlechtes Wetter verschreckt?

    Mir privat sollte es recht sein: in 24-Grad-Wasser bei strahlendem Sonnenschein schwamm ich ein paar Bahnen und war glücklich.

    Nett zum Abschied: der junge Mann – deutlich besserer Schwimmer als ich – der mich fragte, ob er auf meine Bahn kommen könne, weil ich grad der einzige sei, der den schwarzen Strich auf dem Boden als Bahnmarkierung anerkennt.

    Auf der Rückfahrt gelernt: am mir unbekannten S-Bahnhof Attilastraße wohnt das Eisenbahn-Bundesamt. EBA, ich weiß jetzt wo du wohnst!

    Unüberdachter S-Bahn-Bahnsteig, mit S-Bahn auf der rechten Seite. Strahlend blauer Himmel, im Hintergrund zu erahnen ein grünes modernes Bürogebäude.
    S-Bahn und S-Bahn-Bahnsteig Attilastraße. Rechts in grün das Eisenbahn-Bundesamt.

    Das y-Heureka

    Der Späti übergab mir „Applied Mathematical Programming“ (Bradley/ Hax/ Magnati 1976) und „Introduction to Mathematical Programming“ (Hillier/ Lieberman 1995). Keine Ahnung, ob ich die Bücher noch nutzen kann – oder ob ich auch nur dazu komme, sie noch aufzuschlagen – aber ich bin so bildungssozialisiert, dass sich Texte besser schreiben, wenn neben dem Schreibplatz ein Stapel alter Bücher liegt.

    Die Bachelorarbeit verlor sich ja in den letzten Tagen in den Mühen des Kriechgipfels und der nach außen erkennbare Fortschritt blieb spärlich. Ich weiß zwar, was ich rechnen muss, aber nicht warum. Damit wird es halt viel Gestockel, ich habe Probleme es zu erklären und bin auch reichlich unflexibel in der Anwendung.

    Aber 10 Grad weniger Außentemperatur plus Latifundien plus Schwimmen taten den Trick: ein kleiner Heureka-Moment im Schwimmbecken: Vašek mein Freund! Vašek Chavtál. Meister der Erklärung linearer Programme, der Gilbert Strang der Optimierungsprobleme. Er würde mir weiterhelfen.

    Dann ein großes Heureka am Freitagabend: Seite 54 bis 57, in Linear Programming (Chvatál 1983) und es kam das große Heureka! Verstanden! Daher kommt das y! (und das b und das a und c. Aber das y ist am Wichtigsten). Das ist ja ganz einfach. Fast hätte ich lauter Ausrufezeichen und Kringel in das Buch gemalt – nur um im letzten Moment zu bemerken, dass das Buch aus der Bibliothek kommt.

    Ein Moment des persönlichen intellektuellen Durchbruchs! Und ich war live dabei. So amazing!

    Nur erforderte der Durchbruch ein Opfer: Nichts mit Drei-Gänge-Menü am Montagabend. Die Energie reichte nur für Cantuccini und Buttermilch.

    Vielleicht war auch nur die Mischung ais Cantuccini, Buttermilch und Spliffs Carbonara, welches gerade lief, das den Durchbruch brachte.

    Internetausdrucker Fahrradpacker

    I painstakingly printed out my social media feeds FOR AN ENTIRE MONTH so I could read them like a newspaper, as god intended. (via Thomas)

    Spain is one of only three European countries (along with Switzerland and Norway) to still collect wealth taxes. (via Kaltmamsell)

    Sarajeeeeevo! Turku-Sarajevo mit dem Zug: (14) Sarajevo

    Radfahrgeschichten kommen zusammen. Da wäre zum einen Rebis, die mit dem Rad gerade durch Zentralasien fährt. Und da wäre das Ultra Cycling, das sich via Dotwatching auf Mastodon ausbreitet. Jetzt gibt es mit dem Silk Road Mountain Race ein Ultracycling-Rennen durch Kirgistan. Mit 4000-Meter-Passen. Und Rebis schaut zu. Bißchen mehr Hintergrund: Mit was für Fahrrädern fährt Mensch 2000 Kilometer durch alpinen kirgischen Schotter: Rigs of the 2025 Silk Road Mountain Race (Part One)

    Nur krass: Dedicated volunteer exposes “single largest self-promotion operation in Wikipedia’s history”

  • 25-08-17 Prüfungsanmeldung nachts um 02:34h (28 Grad Celsius)

    25-08-17 Prüfungsanmeldung nachts um 02:34h (28 Grad Celsius)

    Madame schickte Aufnahmen vom Basler Rheinschwimmen und vom em Bebby sy Jazz in Basel. Später bastelte sie in R.

    Nachbar little swingin‘ K hatte Damenbesuch.

    Mensch kennt es: Kolleg*innen gehen in Rente, es gibt eine kleine Abschiedsfeier mit Kuchen und (alkoholfreiem) Sekt, jemensch spricht ein paar salbungsvolle Worte und vielleicht gibt es sogar ein Abschiedsgeschenk. Das hatte ich auch: Nur geht die Kollegin nicht in Rente, sondern zur Rente. Um genau zu sein: Zur Deutschen Rentenversicherung. Ihr wurden bereits zahlreiche Fragen zu Vorruhestandsregelungen angedroht.

    Es war ein Tag der halbzeitigen Arbeit in Berlin und ein Tag auf den Latifundien. Die Außentemperaturen lagen Donnerstag Abend und Freitag bei 36 Grad, Samstag wurde es besser.

    In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 2:34h. Ich weiß nicht mehr ob ich noch nicht schlafen konnte, weil es so elendig heiß war oder aufwachte, weil sich ein erster leicht kühler Luftzug abzeichnete. Auf jeden Fall lag ich da, dachte, ich kann ja nicht immer nur denken „es ist ganz schön heiß“ und denke mal was anderes_

    Zum Beispiel: Habe ich mich für die Fernuni-Klausuren dieses Semester schon angemeldet? Wann ist überhaupt der Anmeldezeitraum? Die sind ja schon bald? Habe ich den vielleicht verpasst. Es stellte sich heraus: die Anmeldefrist begann Freitag um 0:00h und so schnell nach Fristbeginn war ich noch nie angemeldet.

    Nebenbei übrigens bei Buddenbohm & Kaltmamsell zum Thema: Ruhig sein und denken und die Eigenheit der Menschheit, diese Fähigkeit zu verlieren. Ich beobachte das Phänomen auch, finde aber persönlich: Was gibt es besseres als einfach zu sitzen und zu denken? So entertaining! Mein Problem dabei ist eher, dass ich beim Sitzen&Denken alle 30 Sekunden auf blöde Ideen komme, die aber schlecht alle sofort umsetzen kann.

    La Chimera II

    Manchmal brauche ich länger. Obwohl ich in meinen Worten zu La Chimera ja schon Monteverdis Orfeo erwähnt hatte, brauchte ich doch noch ein paar Tage, um zu bemerken: „Moment! Mann geht in die Unterwelt, um verschwundene Frau wiederzufinden? Das ist schon sehr direkt die Geschichte aus Orpheus und Eurydike!“ Zu meiner Ehrenrettung: Arthur, der Held aus La Chimera, singt nicht.

    Weiterhin habe ich sehr viele Fragen, zum Film La Chimera. Und ich dachte, vielleicht kann ja die Youtube-University ein paar beantworten.

    Naja, ich suche nach einem Film, der vielschichtig ist, und in einer semirealen Traumwelt verfangen, die einem dauernd den Boden unter den Füßen wacklig werden lässt.

    Dann mache ich Youtube an, dann kommt so ein Erklär-Bro mit „Ich erzähl euch mal genau wie das ist..“ und dann denke ich „Falscher Stil. Wir finden nicht zusammen.“

    Immerhin fand ich ein kurzes Gespräch mit Regisseurin Alice Rohrwacher herself, die Filme aufzählt, die La Chimera beeinflusst haben:

    Skandalöserweise ist keiner der Filme auf Filmfriend. Dabei hatte ich gerade dort auf Europäisches gehofft.

    Vermiglio II

    Spannend auch, dass ich mit Vermiglio und La Chimera gerade zwei sehr ähnliche und doch verschiedene Filme gesehen habe.

    Beides sind aktuelle Filme einer italienischen Regisseurin (Vermiglio: Maura Delpero, La Chimera: Alice Rohrwacher). Beide spielen im ländlichen Italien (V: Trentino, C: Südliche Toskana), im 20. Jahrhundert (V: 1940er: C: 1980er). Die Handlung setzt ein weil ein Fremder (V: Sizilianer, C: Engländer) am Beginn des Winters im Dorf/der Kleinstadt ankommt. Ein um-Weihnachten-herum-Fest (V: Santa Lucia, C: Epiphanias) spielt eine wichtige Rolle. Aber wo Vermiglio karg und spröde ist, ist La Chimera ausufernd und phantasievoll.

    Vom Dual zur Sensitivität

    Vierundrölfzig Millionen Grad Außentemperatur helfen nicht beim Denken.

    Die Bachelorarbeit bewegt sich im Kriechtempo. Ich schrieb einfach Donnerstag dieselbe halbe Seite nochmal, die ich Mittwoch schon geschrieben hatte und ging Freitag zurück an die Quellen. Sie kriecht, aber in die richtige Richtung. Und ich weiß, dass hier ein entscheidender Punkt der Arbeit liegt, und dass jede Stunden, die dort hineingeht sinnvoll investiert ist.

    Nach Diskussionen über die Arbeit und Erinnerungen an meine ehemalige Magisterarbeit, bin ich wieder froh, in LaTeX zu schreiben. Da habe ich zwar am Anfang ein paar Monate geflucht. Aber ich erinnere mich, und werde bestätigt, dass man in Word dann halt am Ende vor der Abgabe flucht. Und: Lieber ein Jahr vor der Abgabe über die Software die Haare raufen als eine Woche vor der Abgabe.

    Während ich jetzt denke: Ganz unabhängig von der Qualität des Inhalts: Die Arbeit wird auf jeden Fall toll aussehen.

    Noch sinnvoller: Kopf freibekommen, mit den Händen arbeiten, ab auf die Latifundien – dabei weder Bachelorbücher noch das Spielzeug mitnehmend.

    Alkmenes verstecken sich im Gras

    Abfahrt in Berlin Freitag Abend um 21 Uhr bei 29 Grad. Ankunft auf den Latifundien eine halbe Stunde später bei 23 Grad. Liebe Berliner Stadtplanung, mache bitte etwas gegen die Hitzefalle, die diese Stadt im Sommer wird.

    Am Morgen begrüßten mich zwei Störche kreisend über der Schlehe. Später: Dann die kleine Nachbarskatze, die ihre Leine ausgedehnt hatte, um ein halbes Meter auf unser Grundstück zu kommen.

    Der ganze Regen im Juli war ja schon sehr nass: Aber meine Güte ist das alles grün! Erstaunlich wie spektakulär der Garten aussehen kann. Selbst alle Pflegehortensien rafften sich zur Blüte auf, die ganzen normalen Blühstauden zu dieser Zeit sowieso.

    Zeichen des Spätsommers: Ich musste erste einen 10-LIter-Eimer Falläpfel aufsammeln bevor ich unter dem Baum rasenmähen konnte. Zeichen des ungewöhnlichen Spätsommers: ich musste überhaupt rasenmähen zu einer Jahreszeit, da die gemähten Wege sich sonst immer in brau-gelbe-Stoppel verwandelt haben und nichts nirgends wächst.

    Ich las Falläpfel auf, richtete sie in der Küche her, und der ganze Bungalow roch intensiv nach Apfelaroma. Welch ein Traum. Alkmene-Äpfel sind wahrlich Nachfahren von Cox Orange. Um mich selbst aus Wikipedia zu zitieren:

    Alkmene ist eine Sorte des Kulturapfels.[1] Sie wurde für den Anbau in trockenerem Klima als Ersatz-Sorte für den Cox Orange gezüchtet. Die Kreuzung aus Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg ist in Europa im Frühherbst Anfang/Mitte September pflückreif.[1] Im Erwerbsanbau wird Alkmene vor allem wegen seines Geschmacks und des damit erzielbaren Preises gepflanzt, obwohl die Erträge nicht an andere Sorten heranreichen.[2

    (Auch Entdeckung: Die Äpfel noch am Baum waren recht säuerlich. Die können noch ein wenig).

    Geerntet: Alle drei Mirabellen. Der Baum ist mittlerweile ziemlich groß, investiert seine Energie aber lieber in Äste und Blätter als in Früchte.

    Die Pergola begrünt sich langsam.

    Blick von unten aus der Pergola. Zu sehen: ein oranges Schattiernetz. Durchscheinend Schatten der Pergolabalken und der ersten Kletterrosen über den Balken. Sonne und am Rande blauer Himmel.

    Lucy in Prague with Selam

    Where it was filmed ‚La chimera‘

    Lucy kommt aus Äthiopien das erste Mal nach Europa. Zusammen mit Selam wird sie ab vom 25. August bis 23. Oktober in der Ausstellung „People and their Ancestors“ in Prag zu sehen sein. Das ist erste der zweite Aufenthalt des Lucy-Skeletts überhaupt außerhalb Äthiopiens.

    Ich habe jetzt jeden Tag einen Song in meiner Inbox: Ein Song reicht (via Andre Pitz). Seitdem ich den Newsletter abonnierte kommen natürlich nur noch Songs, die mich nicht abholen. Aber das wird noch.

    Beim Stöbern durch’s dortige Archiv entdeckt: Die aufgrund ihres Friseursalonesken Namens hier schön bespöttelten Versengold performen den Song, den Heidi Reichinnek empfiehlt: Sie spielen Braune Pfeifen.

    Thomas Gigold mit einer überraschend frankophilen Liste der besten Car Chases im Kino.

    Frau Brüllen und die Jagd nach den Fledermäusen.

    Nic auf Island.

    High-School-Baseball. Bester Sport zum Sitzen und Denken. In Japan ein nationaler Event: Sommer, Sonne, Highschool Baseball!

    1962 gelang ihr zusammen mit ihrem Mann die Flucht in den Westen. Sie waren beide ausgebildete Ingenieure, so fand er bald Arbeit.

  • 25-08-14 La Chimera

    25-08-14 La Chimera

    Reminder to myself: Handfächer besorgen.

    Auch wichtig: Minrozendud. Sagen zumindest meine Notizen.

    Madame kaufte einen Koffer im Farbton Eiscafé-Stuhl.

    Ich erinnerte mich an die Worte meines ehemaligen Professors. Dieser sagte, dass ein Politikwissenschaftler immer ein Grundgesetz in der Tasche haben sollte. Mit einiger Verspätung folgte ich seinen Worten und installierte die Grundgesetz-App.

    Ich bin Mitglied von DB Kundenblick – dort kann ich immer mal wieder Umfragen zu meinen Erlebnissen mit der Bahn ausfüllen oder meine Meinung zu zukünftigen Entwicklungen geben. Bei der aktuellen Umfrage wurde erschreckend oft danach gefragt, ob man das Mitbringen eines Koffers (neben dem Handgepäck) für essenziell hält oder für einen Luxus, der auch extra kosten darf. Liebe Bahn – komme mir nicht auf schlechte Ideen!

    Der Segafredo im Bahnhof Südkreuz hat geschlossen. Das ist schade. Das war der einzige Ort des Bahnhofs an dem mensch halbwegs nett einen Kaffee trinken konnte.

    Bessere Nachricht: Im September startet die neue Show im Friedrichstadtpalast.

    An der Autowaschanlage: Ein Mann putzte seinen BMW mit etwas, das verdächtig nach Slimy aussah. Seine Partnerin stand andächtig daneben und reichte Slimy an.

    In der Buchhandlung: Otto Waalkes hat einen Spiegel-Bestseller über bildende Kunst geschrieben. Warum?

    Es waren zwei Tage des Bachelurlaubs und eine erste Rückkehr zur Arbeit – noch mobil.

    Wenn mensch soviel abwesend ist bei der Arbeit wie ich derzeit, und so wenige Stunden anwesend – dann werden die wenigen Stunden der Anwesenheit doch recht intensiv.

    Ci sono cose che non sono fatte per gli occhi umani

    Zum Abschied des Bachelurlaubs ging es noch einmal ins Kino. Im Kant-Kino lief ein Sommerfestival mit Klassikern und Kultfilmen und zum Abschluss sollte es einen Überraschungsfilm geben.

    Erstmal gab es aber ein Überraschungsgeschenk zum Ende des Festivals: ein Freigetränk. Und eine Anmoderation, die den Film nicht erwähnte, aber sie erwähnte, dass viele Besucher*innen sich den Film gewünscht haben. Obwohl er noch viel zu jung ist, um Kultfilm oder Klassiker zu werden.

    Und dann begann der Film. Die erste Szene öffnete in einem italienischen Zug der 1980er mit einem rauchenden Schaffner und ich war hin und weg. Dann folgten die ersten Dialoge und ich fragte mich „Was ist das? Warum? Warum ist das so großartig?“ und zwei Stunden später war ich darüber noch nicht hinaus. Ich hatte viele Fragen, die ich seitdem versuche, mir soweit wie möglich zu beantworten.

    Alice Rohrwachers La Chimera wird in Besprechungen immer als magischer Realismus beschrieben. Mir kommt es so vor, als hätte sie die Realität genommen, einmal kräftig dagegen getreten und dann aus den Bruchstücken etwas zusammengesetzt was irgendwie real ist, irgendwie auch eine unwirkliche Traumlandschaft.

    Deshalb fehlen mir auch etwas die klaren Worte, um die Geschichte von Arthur, Beniamina, Italia und den Grabräubern wirklich wiederzugeben. Ich sammle noch Eindrücke:

    • Ist der Film traurig? – Durchgehend.
    • Ist er lustig? – Ziemlich oft.
    • Erinnerte er an Gaunerklamotten der 1970er von der Olsenbande bis zu französischen Gangsterfilmen? – Auf jeden Fall.
    • Ist der Film politisch? – Aber hallo!
    • Ist er vielschichtig? – Unbedingt.
    • Ist das Zentrum des Verbrechens ein Tierheim? – Ja.
    • Werden Teile der Handlung als gesungene Ballade erzählt? – Aber ja.
    • Hat die Figur, die am realsten wirkt, den irrealsten Namen, nämlich Italia – ja.
    • Hast du schon je so eindrückliche Handlungsorte in einem spielt-auf-dieser-Welt-Film gesehen? – Vermutlich nicht.
    • Spielen Schlüsselszenen im Zug und auf dem Schiff? – Ja.
    • Ist der einzige Ort, der nicht traurig ist, ein halb verfallener besetzter Bahnhof? – Ja.
    • Bleiben die Bilder aus den etruskischen Gräbern im Gedächtnis? – Aber ja.
    • Kommen im Soundtrack Claudio Monteverdis Orfeo (Unterwelt!), eine Mozart-Arie, Kraftwerk, Tito Puente, ein Tango und Franco Battiatos Gli Uccelli vor? – ja.

    Weiter in ihrer Wortfindung sind das Magazin Strandgut (Wem gehört die Geschichte Italiens? »La chimera« von Alice Rohrwacher) aber auch sie kämpfen noch:

    Aber noch zwischen diesen Geschehnissen passiert so viel, manches davon bleibt rätselhaft und offen, dass man kaum mitkommt. Jede Einstellung hat drei Bedeutungen, mindestens.

    Ganz gut trifft den Film meines Erachtens bohema wien: La Chimera: Zwischen Fabel und harter Realität

    Ein, für ihre Filme charakteristisches, märchenhaftes Je-ne-sais-quoi lädt dazu ein mit den Figuren mit zu träumen und der Abbildung einer eigentlich sehr harten Realität ein Stück weit den Rücken zu kehren.

    Primal = Dual nicht egal

    Um in Radfahrmetaphern zu reden, befindet sich die Bachelorarbeit gerade auf einem steilen Anstieg zum nächsten Gipfel und es geht im Schritttempo vor sich. Tatsächlich bin ich mal wieder zurück am rechnerfreuen Schreibtisch mit Stift und Papier und versuche, Gleichungen zu verstehen. Aber ich habe die Hoffnung: wenn ich oben angekommen bin, öffnet sich mir eine weite fruchtbare Ebene weiterer Erkenntnisse.

    Aktueller Endgegner: \[ ^\rho\Delta c_j \] Wobei gilt: \[ ^\rho\Delta c_j = (c^T_B * \rho a^j) – c_j \]

    Und noch verstehe ich nicht wirklich, wo das a herkommt und warum dann später relevant ist, dass c undabhängig von b ist. Aber das wird

    Blick auf den Schreibtisch. Ein aufgeschlagenes Buch Wirtschaftsmathematoik von 1973, zwei Zetteln mit Notizen dazu und eine Kaffeetasse und ein Stift.

    Spandau-Sarajevo

    Vor dem Konzert aßen wir in der Innenstadt von Spandau eine Kleinigkeit. Das war für mich ein bißchen skurril, da man sich wie in einer typischen Kleinstadt vorkommt, aber von Berlinern umgeben ist, die aussehen, wie man sich Berliner eben so vorstellt und sich dort hinzu dann noch die ganzen Konzertbesucher gesellen, die auch noch einen Happen essen wollten. Das war interessant.

    Mit dem Zug von Mostar nach Sarajevo: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (13) Mostar – Sarajevo

    Falls ihr eine Woche Zeit habt, das Internet nachzulesen: The Curious About Everything Newsletter #53

  • 25-08-12 \setcounter{MaxMatrixCols}{17}

    25-08-12 \setcounter{MaxMatrixCols}{17}

    Madame kämpfte mit einer Power-Festplatte und Windows-11-Updates.

    Allgemeiner Stand auf dem Berliner Wohnungsmarkt: [Der Vermieter] will seinen Untermieter in Neukölln loswerden. .. Tür aufgetreten, Pfefferspray ins Gesicht. Mit einem Cuttermesser .. Schnitte am linken Mittelfinger .. Bargeld, Mobiltelefone und Schlüssel.. entwenden.. Schwester des Untermieters mit Pfefferspray angegriffen und in den Bauch getreten. Der Untermieter wohnt weiterhin dort. Besser als eine neue Wohnung finden..

    Falls ihr je versucht, eine 17-spaltige Matrix in LaTeX darzustellen und eine halbe Stunde der Fehlermeldung Extra alignment tab has been changed to \cr. hinterhersucht, dann wisset: Es gibt eine natürliche Begrenzung der möglichen Spalten in Matritzen und diese lautet: 10!

    Nachdem ich das wusste, fand ich auch schnell den Befehl, die Grenze hochzusetzen: \setcounter{MaxMatrixCols}{17} . Und das beste: Die 17-spaltige Matrix passt auch noch auf eine Hochformat-A4-Seite und ist gut lesbar. Anders als eine 19-spaltige-Tabelle. Aber das bekomme ich auch noch hin.

    \[ \begin{equation} %formelumgebung A = \begin{pmatrix} 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ \tfrac{7}{2} & 2 & 4 & 12 & 8 & \tfrac{1}{2} & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 2 & 2 & 1 & 2 & 2 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 \\ 12 & 12 & 0 & 30 & 20 & 25 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 \\ 2 & 1 & 1 & 3 & 2 & 3 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 25 & 5 & 3 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 \end{pmatrix} \label{AlleNebenMatrix} \end{equation} \]

    Es waren zwei Tage des Bachelurlaubs mit kleinen Exkursionen ins Schwimmbad und in die Stadt.

    Die Baustelle bohrt fröhlich um 7.30h. Aber es geht voran und noch steht die Wohnung.

    In Nord-Mazedonien steht sogar schon ein Denkmal für unsere Bauarbeiter: Siehe hier.

    Fast hätte ich am Wohnungsbestand Zweifel gehabt. Während ich Sonntag im Wohnzimmer saß, roch es heftig nach Grillgeruch. Ich schaute vom Balkon und sah Rauchschwaden aus Wohnung 2L. Okay, den Bewohner*innen dort traue ich auch Balkongrillen zu, aber trotzdem. Ich überlegte: Feuerwehr? Runtergehen und Fragen? Und wenn ich runtergehe und es brennt, muss ich das Haus verlassen, vorher noch was einpacken?

    Naja, während ich überlegte, ließ der Rauch nach und ich hörte fröhliche Stimmen vom Balkon. Glück gehabt.

    Fast nach Wilmersdorf, knapp nach Steglitz

    Die Verzottelungs-Verhinderungs-Exkursionen führten mich bis zu den Extrempunkten von Schöneberg. Ein abendlicher Spaziergang am Sonntag nach Nordwesten endete bei Anna Urania in Sichtweite des KaDeWes und damit in Sichtweite der Bezirksgrenze nach Wilmersdorf. Vorher das abendliche bürgerliche Schöneberg mit Altbau-Wohngegenden, dem einen Ausgehviertel (Akazienstraße), dem anderen Ausgehviertel (Nollendorfkiez) und der ein oder anderen neogothischen Kirche auf dem Weg.

    Dabei im Vorbeigehen entdeckt: Das Restaurant Elefant, das ordentliche bürgerliche Küche zu kredenzen scheint und ein wirklich einladendes über-uns-Foto auf der Website hat. Und die Pizzeria El Mastro. Die lag nun jenseits von allem, sah aus wie der seltsamste Lieferdienst im Industriegebiet, aber war randvoll. Sie muss ein Geheimnis haben.,

    Montag kam the marvelous Frau Z. Und damit die alleine in der Wohnung wirken konnte, startete ich meinen Ausflug an das andere Ende Schönebergs. Das Insulanerbad liegt in Steglitz, aber nur knapp 200 Meter von der südöstlichen Bezirksgrenze entfernt.

    Auch wenn die Uhrzeit Zufall war. Manchmal passt alles. Als ich um 11:20h ins Becken ging, zogen die renitenten Rüpelrentnerpaare gerade ihre letzten Bahnen und verschwanden. Als ich gegen 12:10 nach 1500 Metern das Becken verlies und gen Ausgang lief kamen mir die Großfamilien mit ihren Kinderwagengeschwadern entgegen.

    Dazwischen: Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, 25 Grad, leer genug um vollkommen entspannt Schwadern zu können, und voll genug um beim Schauen Entertainment zu haben. Manchmal gibt es doch perfekte Sommertage.

    Danach ein Menemen bei Café Peri. Madame hatte recht: genau so stelle ich mir auch ein Hipstercafé in Istanbul vor. Das war schon alles sehr türkisch dort, aber auch sehr schick und stylish und kilometerweit von der üblichen Dönerladen-Gemütlichkeit entfernt.

    Ein Stück grüner Wiese vor Büschen. Darauf links eine ehemalige Miniaturrutsche in Form eines Krokodils, erkennbar in die Jahre gekommen und mit Flatterband zum Rutschen gesperrt, rechts ein Tuff rot blühender Blumen.

    10000 Wörter

    Eine Woche Bachelurlaub fühlt sich an wie 10 Wochen. Habe ich je in meinem Leben etwas Anderes gemacht?

    Der Wort-Zähl-Stand ist bei 10.000. Das ist genau der Zielpunkt. Noch fehlen Einleitung und Schluß, und ich habe tolle Ideen für bisherige inhaltliche Lücken. Aber noch sind auch eine ganze Menge Dopplungen im Text.

    Knacknuss 4 und 5 sind geknackt. Diese waren nicht ganz so existenziell wie die ersten drei. Aber ihr Nichtknacken führte doch zu einigem inhaltlichen Rumlavieren in der Arbeit. Bildlich gesprochen ruhte sie auf drei zusammengebundenen Gartenklappstühlen und jetzt ziehe ich gerade ein ordentliches Fundament ein. Es wird. Und wenn die Zeit noch reicht für alles was ich mir vorgenommen habe, wird es richtig gut.

    Schuld ist (Gal, 1973)1, bei dem es jetzt im vielfachten Verstehensversuch plötzlich click machte und ich dachte „Ach, so geht das!“. Und damit waren alle meine Probleme gelöst.

    Jetzt halt „nur“ noch alles im Detail durchgehen und einarbeiten und Schlussfolgerungen daraus ziehen. Noch 21 Tage bis Abgabe, davon 7 inklusive Erwerbsarbeit.

    Island Mostar Civil Service

    „Fasten“ klingt irgendwie viel edler als „nichts essen“. Ein bisschen wie „Hungern“, aber von Manufactum.

    Dazu passend: Die Apotheken-Umschau über Gewicht: Über Gewicht (Folge 1 von 4) – „Ich bin Arzt und dick“ (via Heiko)

    Nic auf Island

    Karen hat die Tourismuszentren Kroations hinter sich gelassen und schreibt gleich wieder viel lebendiger: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (12) Mostar

    Terence Eden über Arbeit: I hate being introspective. But I’m told it’s good for me. A few months ago, I handed in my notice to Cabinet Office. And now I’m no longer a Civil Servant.

    Arne Semsrott kommt in die Bücherei.

    Anmerkungen

    1. Gebraucht übrigens für knapp 20 Euro erhältlich, statt der 200, die der Verlag aktuell aufruft. Wissenschaftsverlage.. Und eine sehr wertvolle Anschaffung soviel wie ich da inzwischen drin rumgemalt habe. ↩︎
  • 25-08-10 Neuntausend Wörter

    25-08-10 Neuntausend Wörter

    Die Dachbauarbeiter befestigen eine Regenrinnenhalterung an der Hauswand. Das ist prinzipiell gut, dann fließt der Regen vielleicht irgendwann nicht mehr direkt an unsere Fenster. Allerdings bedeutete es auch Männer mit Bohrmaschinen, die Samstag um acht mehr oder weniger direkt vor dem Schlafzimmerfenster standen und an der Außenmauer bohrten. Naja, ich wollte ja eh an der Bachelorarbeit weiter schreiben.

    In drei Tagen acht Jahreszeiten. Erst hat die LP mit Vivaldis Vier Jahreszeiten eine bedeutende Rolle im Film Vermiglio gespielt – zu dem später mehr – dann wurden Ausschnitte des Werks im Deutschlandfunkgottesdienst gespielt samt Klimawandelpredigt.

    Es waren zweieinhalbtage Bachelurlaub, unterbrochen durch einige kurze Exkusionen ins Kino und ins Schwimmbad.

    Nachdem es mit der Kabane lange schwierig war, kann ich diese mittlerweile nutzen und kam auf die Kabanenbesuche drei (Freitag – 25 Grad – bedeckt, Bad leer) und vier (Samstag – 30 Grad – Sonne, Bad knallevoll). Am Freitag die Premiere, dass ich gleich zwei Kolleginnen im Becken getroffen habe, eine davon sogar in ihrer Freizeit.

    Trümmelbachfälle

    Madame setzte ihren Interrailurlaub in der Schweiz fort.

    Sie ließ sich mehrfach koreanisch bekochen.

    Tagesüber besichtigte sie einen Indoor-Wasserfall. Die Trümmelbachfälle haben sich so tief in den Berg hinein geschnitten, dass sie inzwischen ihre eigene Höhle gebaut haben. Über zehn einzelne Fälle fällt das Wasser der Gletscher von Eiger, Mönch und Jungfrau insgesamt 140 Meter tief. Die oberen der Fälle erreicht kein Tageslicht mehr, so tief liegen sie im Berg.

    Wenn es realiter nur halb so spektakulär aussieht wie auf Madames Fotos und Filmchen bin ich schwer beeindruckt.

    Aber die brachte auch die Erkenntnis mit: Lauterbrunnen, quasi der Startpunkt „nach oben“ Richtung Eiger, Mönch und Jungfrau, ist in den Sommerferien ganz schön voll.

    Vermiglio

    Nachdem meine dritte Knacknuss geknackt war, dachte ich, ich mache mir etwas Schönes und gehe ins Kino. Es folgte eine Triangulation aus „beste Zeit“ und „schöner Film“ und „Kino, in dem ich noch nicht war“ und es wurde Vermiglio am Donnerstag Abend im Cinema Paris.

    Das Cinema Paris gehörte einst zum Institut français im Maison de France, ist mittlerweile unabhängig vom Institut und wird – wie das Odeon bei uns um die Ecke – von den Yorck-Kinos bespielt. Ich stellte fest: an diesem Ende des Ku’damms an dem das Kino liegt, war ich quasi noch nie. Es ist überraschend viel frankophonie noch vorhanden.

    Vermiglio, ein italienischer Film, dem mehrere Filmbeschreibungsseiten sogar einen Plot attestieren. Ich habe ihn zwar den Plot gefunden. Da er aber keineswegs handlungstreibend ist oder sonst von großer Relevanz für den Film, werde ich ihn einfach ignorieren.

    Am Ende schildert Vermiglio ein knappes Jahr (Winter 1944 bis Herbst 1945) einer zwölfköpfigen Lehrerfamilie in einem Bergdorf der italienischen Alpen. Die Berge sind großartig, die Räume sind eng und kalt. Es wird gehungert. Andauernd trifft man dieselben Menschen. Alle paar Wochen stirbt jemand. Gefühlt war es eine Mischung aus Heidi (die Alpen-Kulisse, die Kostüme) in dunkel, eng und deprimierend und Ein Hof und 11 Geschwister in gebildeter entlegener Armut.

    Mehr oder weniger die drei Hauptpersonen sind die Schwestern Lucia (vielleicht 18), Ada (15/16) und Flavia (12/13), die versuchen für sich einen Platz in der Welt zu finden – die vor allem aus diesem Dorf besteht; eine Welt, die durch den Zweiten Weltkrieg im Tal noch beengter ist. Schlüsselszenen sind die drei, die Abends unter Kerzenschein in ihrem Holzbett liegen und Geheimnisse austauschen.

    Wirklich großartig. Aber fröhlich ist echt was anders. 1

    Abend/nächtliche Frontansicht des Maison de France. "Maison de France" und "CInema Paris" auf der Fassade in klassischen Neonbuchstaben, unten im klassischen Kinowechselbuchstabenformat angekündigt "Vermiglio"

    Da isser wieder der Gilbert

    Die Bachelorarbeit hat inzwischen 9000 Worte. Damit ist die geforderte Mindestanzahl geschafft. Es sind noch nicht die richtigen 9000. Noch gibt es auch die ein oder andere inhaltliche Lücke – aber ich weiß, wie ich sie füllen will.

    Es nähert sich. Ich kann beim Überarbeiten jetzt auch mit gutem Gewissen Absätze streichen, und Füllmaterial ausbauen. Es wird.

    Zwischendurch eine lustige Wiederentdeckung. Ich habe ja während der Vorarbeiten diverse Videos zu Linearer Algebra mit Gilbert Strang, dem Matheprofessor, der immer so wirkt, als wäre er dein bester Freund, geschaut. Leider hat er keinen direkten Bezug zu meinem Thema.

    Einen direkten Bezug hat aber die Programmiersprache Julia, weil ich in der ein bißchen rechnen werde. Und als dieser Sprache hinterher recherchierte, stieß ich auf den Aufsatz, in dem sie quasi der akademischen Welt vorgestellt wird:

    Bezanson, J., Edelman, A., Karpinski, S. & Shah, V. B. (2017). Julia: A Fresh Approach to Numerical Computing. SIAM Review, 59(1), 65–98. https://doi.org/10.1137/141000671

    Diesen Aufsatz las ich nichtsahnend und dann dieser Absatz:

    Julia has symmetric tridiagonal matrices as a special type. For example, we may define Gil Strang’s favorite matrix (the second-order di fference matrix; see Figure 1) in a way that uses only O(n) memory.“ ..

    Figur eins ist ein Foto einer 11×11-Matrix aus beschrifteten Cupcakes, definiert im Beschreibungstext als strang(n) =

    Anderes Fundstück für mich: A comprehensive study of Mixed Integer Programming with JuMP on Julia (Part 1) AUf jeden Fall praktisch, aber ist das zitabel?

    Nicht zitabel, aber eine Hilfe bei den elenden Rechnungsmarathon, den Lineare Programme so mit sich bringen: Simple Pivot Tool

    Radeln

    Der Herr Flusskiesel ist Schuhfluencer. Als ich Bus einem Bär-Schuhgeschäft vorbeifuhr, wäre ich fast spontan aus dem Bus gesprungen, weil er schon so überzeugend von diesen Schuhen schwärmte.

    Lebensberatung von Frau Novemberregen: [E]s gibt nur eine einzige Strategie: die innere Haltung. Sich voll hineinwerfen und im Kopf keine andere Wirklichkeit zulassen.“ Kein „aber was, wenn“, keinen doppelten Boden mitdenken, all-in gehen. Ist das anstrengend? Ja, sehr! Kann das schiefgehen und man steht hinterher blöd da? Absolut! Das ist der Preis. Plus anschauliches Beispiel.

    Inzwischen haben viele Teilnehmer*innen des Transcontinental Race 11 dieses beendet und gut 4000 Kilometer quer durch Europa in 10 bis 14 Tagen auf dem Fahrrad zurückgelegt. Alle Fähr- und Brückenprobleme sind überwunden. Mir neu waren die Hundeprobleme mit großen frei laufenden und lebenden Hunden in Südosteuropa, denen mensch nachts auch nur so mittelgern auf dem Fahrrad begegnet.

    Dabei entdeckt: Letztes Jahr drehte das ZDF eine Dokumentation zum Rennen: Das verrückteste Radrennend er Welt. Insbesondere beeindruckt von Jana Kesenheimer, die einfach unfassbare Leistungen vollbringt und dabei halt auch noch ne nette, bodenständige Frau aus dem Schwarzwald ist.

    Noch weiter mit dem Rad fährt Rebis. Diese verließ Almaty.

    Karen fuhr diesmal gar nicht mit dem Zug: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (11) Dubrovnik – Mostar

    Für mehr osteuropäische Gemüseküche. Magentratzerl bespricht das Buch Kapusta.

    Fundstück:

    Also, I am NOT the author of More Than a Mom: Living a Full And Balanced Life When Your Child Has Special Needs. I’ve asked Goodreads to remove it from my page several times but it keeps getting re-added. If you have questions about this title, please direct them to the other Heather Fawcett!

    Anmerkungen

    1. Es gibt einige Szenen immerhin, die unglaublich komisch sind. Und die ihren Reiz auch daher beziehen, dass die beteiligten Personen im Film jegliche Wahrnehmung der Komic fehlt. Beispiel: Ein Baby, das an Keuchhusten leidet (extrem unkomisch) und mit Kohlwickeln behandelt wird, die sich als eine Art Krone aus Kohlblättern auf des Babys Kopf entpuppen. Ein Anblick zum Schreien – aber natürlich würde niemand in der Situation im Film auch nur Lächeln. ↩︎
  • 25-08-07 For D in 0:0.1:10

    25-08-07 For D in 0:0.1:10

    Es hat seit über 24 Stunden nicht geregnet.

    Zum Merken: in der Crellestraße befindet sich eine Schuhmacherwerkstatt – vielleicht sogar noch geöffnet.

    Der schnarchigste Späti Schönebergs hat sich seiner selbst bewiesen. Drei Besuche an drei Tagen bedurfte es, bis einer der Angestellten doch das GLS-Paket fand.

    Was die Frage aufwirft: Was macht mensch in so einem Fall, wenn das Paket wirklich verschwunden wäre? Anzeige wegen Diebstahls erstatten?

    Während die Bachelorarbeit gerade einen großen Schritt nach vorne macht, wollen die Dachbauarbeiter für Abwechslung sorgen. Aktuell bohren sie und werfen Balken direkt über meinem Kopf.

    Es waren drei Tage Bachelurlaub zwischen Arbeitszimmerkammer und gelegentlichen Exkursionen.

    Internet wie 2010: Beim #tcrno11 rätselt halb Mastodon, wann die letzte Donaufähre bei Chichiu in Rumänien fährt, und ob Victor Borsoni (150 Kilometer Vorsprung, aber auf der falschen Seite der Donau) noch rechtzeitig eine Fähre erwischen wird. Die diskutierende Mastodon-Fahrradbubble kennt sich mittlerweile bestens mit Donauquerungen aus und dem desaströsen Zustand der „Freundschaftsbrücke“ über den Fluss zwischen Giurgiu und Ruse.

    Aspendos hat geschlossen. Der vielleicht beste Dönerladen in Schöneberg, auf jeden Fall der beste Gözleme-Laden, Stammausgeh-Ort seit 2008, ist plötzlich zu. Am Fenster nur ein Plakat: Hier eröffnet demnächst La Fiamma – immerhin scheinen sie den Ofen weiterbenutzen zu wollen. Aber was aus Aspendos wurde? Bisher wissen weder Google noch Tripadvisor, dass Aspendos nicht mehr existiert. Ob er vielleicht umzieht? Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.

    Als Madame begann, Normandie-Reisepläne zu entwickeln, wurde ich ja neugierig und dachte Le Havre klingt spannend. Da würde ich ja gerne hin. Ich hab aber nichts gesagt, war ja ihre Reise. Nachdem Madame jetzt vor Ort war, erwähnte sie, dass sie Le Havre spannend fände. Ich glaube wir haben ein gemeinsames Reiseziel.

    Auch noch auf der Liste: Triest. Es gibt eine tolle Berg-Tram nach Slowenien.

    Sur les plages

    Während des Bachelurlaubs durchlebe ich ja ein wenig wieder Studentenzeit, aber mit mehr Geld und mehr Plan. Während ihrer Frankreichfahrt durchlebt Madame Urlaub wie zu Studiumszeiten, aber mit mehr Plan und mit mehr Geld. Ein klassischer „ich-fahr-mit-dem-Zug-und-großen-Augen-durch-die-Welt-und-schau-sie-mir-an“-Urlaub, aber mit 1. Klasse-Interrail, Hotels und der Möglichkeit bei Bedarf jederzeit ein Restaurant zu besuchen oder einen Kaffee zu kaufen.

    Oder mit der Möglichkeit, eine Minibustour an die Strände des D-Days zu buchen. Einen Tag lang an Omaha Beach und Gold Beach. Madame, ein britisches Musiker/Künstler-Ehepaar mit Teenager und ein junger französischer Historiker, der gleichzeitig als Fahrer und als Guide diente.

    Eindrücklich: Sowohl die Strände, Mahnmale und Soldatenfriedhöfe (so unterschiedlich gehen Amerikaner, Briten und Deutsche mit dem Thema um), aber auch die Möglichkeit einen ganzen Tag lang einen aufgeschlossenen, kompetenten und gebildeten Ansprechpartner zu Allem zu haben.

    Dabei erfuhr sie: Während jüngere Amerikaner, Kanadier und Briten oft entrüstet sind, dass an diesen Stränden halt Strandsachen passieren („Historischer Ort! All das Blut!“) freuen sich die echten Veteranen eher. („Dafür, dass hier Kinder unbeschwert baden können, haben wir gekämpft“).

    Abends dann Zufallstreffen mit den Briten im Restaurant. Dabei erfuhr sie: Britische Livemusik ist weitgehend tot. Corona tötete die kleinen Venues und Veranstaltungsorte im Vereinigten Königreich, in denen die Musiker auftreten könnte, der Brexit macht es quasi unmöglich, als britischer Musiker in Europa aufzutreten.

    Ein hoch auf paneuropäische Zusammenarbeit. Diese ermöglichte Madame die Weiterfahrt über Paris (St. Lazare / Gare du Lyon) und Basel SBB nach Bern.

    Menschen, die auf Beispielcode starren

    Die Bachelorarbeit der letzten Tage fühlte sich an wie Cha-Cha-Cha: Viel Bewegung, aber es ging nicht richtig von der Stelle. Statische Action ohne Ergebnis.

    Knacknuss 3 erwies sich als widerspenstig. Und mir war und ist klar, wenn ich die nicht Knacke fehlt ein entscheidender Teil der Arbeit – eigentlich fehlt der Schlussstein, der alles andere zusammenhält. Und während ich so an Nummer 3 herumbastelte, passten Knacknüssen 1 und 2 plötzlich auch nicht mehr. Also nochmal drei Schritte zurück und überlegen, wo ich falsch abbog.

    Und während ich also herumknackte, lange und intensiv Codebeispiele nachlas und mich fragte, warum sie alle nicht wirklich meine Probleme lösen, dämmerte es langsam.

    Das Paket ParametricOptInterface.jl ist zu überdimensioniert für meine Zwecke. Irgendwie sah das immer so aus als wäre es in meinem Anwendungsfall einfach eine sehr komplizierte Art, eine einfache Schleife zu bauen.

    Und dann dachte ich: Also mache ich es mal einfach und bastel nichts drumherum, sondern sage nur: „Berechne das für alle Werte von 0 bis 10 in Schritten von 0,1“ bzw. For D in 0:0.1:10. So einfach, man muss es nur sehen.

    Jetzt habe ich meinen Schlussstein und damit habe ich alles zusammen, was ich benötige. Jetzt gilt es alle Steine und schon halb gebauten Teile der Arbeit zusammenzubringen. Das wird auch noch mal Aufwand und nicht ohne das ein oder andere „warum passt das nicht?“ abgehen. Aber ich bin mir sicher, dass ich alles an Material habe und alles an Fertigkeiten, um es zusammenzusetzen. Kein Chillen, aber Arbeiten im Flow.

    22 Bahnen

    Zwischendurch: Weiterhin Programm gegen die Lernhöhlenverzottelung: ein Spaziergang am Tag außerhalb der Wohnung und ein abendliches 3-Gänge-Menü.

    Tag 1: Crellestraße, zweimal über die ICE-Trasse, am Lokdepot vorbei und zurück. Dabei das Lokdepot näher betrachten. Mich wundern, dass die Sackgasse unter der Straßenbrücke – eigentlich klassischer Ort für alle, die keine Heimat haben aber nicht gesehen und gestört werden wollen – von Liebespaaren bis hin zu obdachlosen Junkies – so ungemein aufgeräumt wirkt. Anscheinend ist das Haus der Parität schuld, das dort im Versteck seinen Eingang hat.

    Blick im Eisenbahndepot des Berliner Technikmuseums nach schräg oben. Oben links eine Metallschild in Form einer alten Dampflos mit Pfeil nach Links. Darunter ein Backsteingebäude des Depots. Im Hintergrund ein roter Neubau, das Design des Depots aufgreifend. Blauer Himmel mit einzelnen Wolken.

    An Tag 2 hatte ich die Nuss bereits geknackt. Weg vom Spaziergang, der immer so ein bißchen provisorisch nach „nur kurz“ wirkt, hin zu einer echten Aktivität: Auf zur Kabane, auf ins Insulanerbad!

    Das Bad war erfreulich sonnig und erfreulich leer. Ich schwamm sehr entspannte 22 Bahnen. Freute mich kurz am halb mitgehörtem Gespräch zwischen Rettungsschwimmer und Badegast über den richtigen Wlan-Router für den Rettungsschwimmer.

    Freute mich in dem Moment noch mehr, dass der Rettungsschwimmer mich anscheinend nicht kannte, und ich deshalb keinen Privat-IT-Support leisten musste.

    Danach weiter mit dem Bus zur Kaiserin – einem Laden, der sich laut Schild nur auf Kaiserschmarrn spezialiert hat. Ich will die Zeit ja auch nutzen, um mal verschiedenste „Ich könnte mal ausprobieren“-Punkte tatsächlich auszuprobieren.

    Bei der Kaiserin wird es aber wohl bei einem Besuch bleiben. Der Schmarrn sparkte wenig Joy. Immerhin, zwei der drei Wespen, die mich umschwärmten, hat es gefallen. Es half dem Essen nicht, dass ich dauernd befürchtete die Wespe zu verschlucken, die mir in den Mund fliegt. Die dritte hat sich zu ihrem Unglück selbst in der Vanillesauce versenkt. Für mich hatte es den Vorteil, dass sie mir nicht mehr in den Mund fliegen konnte.

    Der Nord-Ostsee-Kanal ist nicht in der New York Times

    Worlds collide: Dexter Holland, Sänger der Punkband The Offspring hat ein anderes Leben als Molekularbiologe. Nach Millionen von Plattenverkäufen in den 1990ern hat er 2017 seine Doktorarbeit geschlossen. Diese Arbeit zur Sequenzierung von mRNA in HIV wurde „heavily cited“ in den Studien zum Corona-Impfstoff und spielt jetzt auch eine entscheidende Rolle bei den neusten Entwicklung in der HIV-Bekämpfung. (via Andre Pitz)

    Mehr von Angelas und Holger 13-Monats-Tour, so ganz grundsätzlich: Für uns ist es anders. Drei Jahre lang hat Angela Arbeitszeit angespart und mindestens ebenso lange beschäftigen wir uns mit der Auszeit. All die Zeit haben wir überlegt, abgewägt, Probleme erkannt, Lösungen gesucht, ein Boot hat uns gefunden.

    Weniger grundsätzlich, aber spannend: Wie läuft eine Fahrt mit dem Sportboot durch den Nord-Ostsee-Kanal ab: AZ13 – NOK, NOK. Wer da?

    Hotel Mama beim Filmfestival in Locarno.

    Letztlich war ich noch am Landwehrkanal, kam zufällig am La Maison vorbei und dachte, das ist ja ganz schön voll. Nicht ahnend, dass La Maison das neue Berghain ist. Sagt zumindest die New York Times (Geschenklink).

    Nicht ganz die New York Times ist die B.Z. Aber ich fühle mich in meiner letzten Kommunalwahlentscheidung darin bestätigt, dass der B.Z. bei der grünen Bezirksstadträtin Saskia regelmäßig der Speichel läuft. Seitdem sie im Amt ist, geht es mit dem Radfahren und ÖPNV hier endlich vorwärts.

    Zugost mit Triest-TRam https://zugpost.org/zugschau-56/

  • 25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    Zeichen des Herbstes: Die Komische Oper schickt ihren ersten Programmflyer für die Saison ’25/’26.

    Zeichen des Sommers: Endlich wurden die Saisonkabinen im Insulanerbad zur Vermietung freigegeben und noch freudiger gelang es mir sogar, eine zu mieten. Die Kabane ist zurück.

    Zeichen des Sommers: Madame wechselte in die sommerfrische Frisur.

    Mittwoch hatte sie ein Gespräch mit ihrem Dienstherrn, das einen leichten Hoffnungsschimmer auf irgendwannige Aufwertung meines Grabsteins umfasste. Immerhin möchte ich da im Falle eines Falles „Gatte einer Superobergeheimregierungsrätin dritten Grades“ drauf stehen haben.

    In der Ebersstraße eröffnete Cosmetique Susanne.

    Direkt am Innsi wurde das Gerüst am Platz-Umrandungs-Haus abgeräumt.

    Ich erläuterte einem DPD-Paketboten, dass man mit polnischer SIM-Karte im Handy nicht nur die +49 für Deutschland vorwählen muss, sondern auch die führende Null bei der Ortsvorwahl weglassen.

    Es gelang mir, ein wenig zu lesen. Weiter in Granta 163 Best of Young British Novelists 2023. Die Geschichte Ivor von Camilla Grudova blieb hängen. Die ist gleichzeitig verstörend, originell und gewinnt ihre Spannung daraus, dass der Ich-Erzähler das alles für vollkommen normal hält.

    Schiefgelesen.net hat mehr zu Grudova und verweist auf einen anderen Text von ihr in Granta: My art has often been criticised for being too gross, too bodily, but I am only recounting what I have seen and cleaned up in the service industry.

    Es waren drei Arbeitstage, überwiegend im Büro, in einem angenehm kühlen Juli

    Bewunderung auf dem Arbeitsweg für die Erzieher*innen und Lehrer*innen die größere Kindergruppen durch die Straßen lotsen. Ich würde Panik bekommen bei dem Gedanken, jetzt für 30 kleine Kinder verantwortlich zu sein, die über die bevölkerten Bürgersteige einer stark befahrenen vier- bis sechsspurigen Straße wandern müssen.

    Mein Arbeitsweg führt mich die meisten Tage direkt am abgebrannten Haus ein paar Straßen weiter vorbei. Jedesmal mit dem Gedanken: „Und ich bin morgens noch vorbeigelaufen, habe gesehen wie sie am Baugerüst gearbeitet haben und einfach nur ‚interessant‘ gedacht. Meine Fresse, ein paar Minuten unachtsam, jetzt ist ein ganzes Mehrfamilienhaus unbewohnbar und muss vermutlich abgerissen werden. Menschen sind innerhalb weniger Minuten obdach- und besitzlos geworden.“

    Ich denke natürlich auch: „So ein Baugerüst und so eine Dachbaustelle haben/hatten wir auch. Die haben da oben auch mit Feuer gearbeitet. Glück gehabt.“

    „Unsere“ Dachbaustelle fährt leere Paletten und abgeschnittenes Holz ab. Das weckt in mir die Hoffnung, dass irgendein Abschnitt fertig ist und Zwischen-Aufgeräumt wird.

    Erfreulicherweise funktioniert derzeit auch Warmwasser.

    Jemand beschwerte sich auf Mastodon über dienstliche Mails, die mit „Brudi“ anfangen. Ich glaube ich habe eine neue Mail-Standardbegrüßung gefunden. Muss nur noch überlegen, wie ich mit Schwesti umgehe.

    Zeichen des Herbstes: Es wird eine Arbeitsdeadline am 30. Oktober angesprochen und jemand sagt „wenn man die Urlaube rausrechnet, ist das quasi nächste Woche.“

    Bauzaun und Beginn des Tunnels unter eine Brücke mit verschiedenen Graffitti. Unter anderem "FCK Afd" und "Nazis Boxn". Im Hintergrund ein halber Bagger und das Dach eines historischen Schulgebäudes.

    Ohne Nüsse mit Märkischer Landmann

    Nach vielfachen Verschiebungen fand der Treff der Karpfentruppe1 in der Resonanz statt. Erfreulicherweise dieselbe Resonanz, die schon den Wikipedia-Stammtisch beherbergt. Und auch dieses mal fand die Wahl der Lokalität ohne meinen Beitrag statt – ist halt einfach schön dort.

    Wir begannen mit veganer Pizza ohne Nüsse bei der unkomplizierten Pizzeria nebenan, betrachteten aus der Ferne das abgebrannte Haus („die gute andere Pizzeria!“) und zogen auf die Resonanz-Terrasse weiter. Reden und Technik und Organisation, Projekte und Sternzeichen, die Oberlausitz und die AfD.

    Gerne wieder.

    optimize!.jl

    Meine eigene Woche Urlaub steht bevor und findet mich im inneren Driespalt. Einerseits ist diese Woche fest als „Wirklich, wirklich Urlaub“ vorgemerkt, denn es wird die einzige Woche dieses Sommers werden, in dem ich bachelorarbeitsfrei nehmen wollte.

    Andererseits sah der Zeitplan halt auch vor, dass ich in der Bachelorarbeit schon an anderen Stellen unterwegs bin als ich gerade bin. Und da ich ab nächsten Montag viel arbeitsfrei habe und nur sporadisch arbeite, aber eigentlich auch gerade vieles Spannendes in den Südkreuz Offices anliegt, überlege ich, wann ich die Arbeit eigentlich machen soll. Eine Woche – so viele Möglichkeiten.

    Aber noch bin ich im Alltag und kann ohne schlechtes Gewissen bachelorieren.

    Nach der gut einwöchigen Pause bewege ich mich gedanklich zurück zur Bachelorarbeit. Das bedeutet das ich VS Code/Julia öffne und erstmal

    msg = "Hello World"
    println(msg)

    vorfinde.

    Das reicht noch nicht, bringt aber gedanklich Gewöhnung zurück. Schnell aber bin ich wieder im JuMP-Tutorial und gehe noch einmal durch, wie das mit der Linearen Optimierung via JuMP funktioniert.

    (der folgende Abschnitt kommt vor allem, damit ich es einmal aufschreibe und es mir so besser merken kann). Im einfachen Beispiel:

    model = Model(HiGHS.Optimizer) #- Sagen, dass jetzt ein Optimierung kommt und diese per HiGHS gelöst werden soll
    @variable(model, xHG >= 0) #- Variablen festlegen
    @objective(model, Max, 4xHG + 2xHK + 2xSP + 2xFI + 6xFR + 4xNA) #- Zielfunktion aufschreiben, festlegen ob Minimierung oder Maximierung
    @constraint(model, c1, 3.5xHG + 2xHK + 4xSP + 2xFI + 8xFR + 0.5xNA <= 100) #- Nebenbedingungen aufschreiben
    optimize!(model) #- Modell wird gelöst. Leider ist das Ergebnis kaum entzifferbar und es bedarf weiterer Befehle, um damit etwas sinnvolles herauszubekommen
    
    #- Bei komplexeren Modellen lohnt es, sämtliche Zahlen vorher in einer CSV oder ähnlichen Datei zu schreiben und die im ersten Schritt zu importieren. -#
    

    Wenn ich das Modell jetzt einmal komplett durch JuMP/HiGHS laufen lassen, habe ich folgendes Ergebnis (das mir in der Form nicht viel mehr sagt als Euch vermutlich):

    Activating project at `C:\Users\dirki\.julia\environments\v1.11`
    Running HiGHS 1.11.0 (git hash: 364c83a51e): Copyright (c) 2025 HiGHS under MIT licence terms
    LP   has 11 rows; 6 cols; 32 nonzeros
    Coefficient ranges:
      Matrix [5e-01, 3e+01]
      Cost   [2e+00, 6e+00]
      Bound  [0e+00, 0e+00]
      RHS    [1e+00, 5e+01]
    Presolving model
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    Presolve : Reductions: rows 5(-6); columns 6(-0); elements 26(-6)
    Solving the presolved LP
    Using EKK dual simplex solver - serial
      Iteration        Objective     Infeasibilities num(sum)
              0     0.0000000000e+00 Ph1: 0(0) 0s
              5    -1.5442105263e+01 Pr: 0(0) 0s
    Solving the original LP from the solution after postsolve
    Model status        : Optimal
    Simplex   iterations: 5
    Objective value     :  1.5442105263e+01
    P-D objective error :  0.0000000000e+00
    HiGHS run time      :          0.02

    Stadt-Druide mit dem Zug

    Der umgezogene Edeka Wesselburen bekommt sogar eine Pressemitteilung aus der Konzernzentrale spendiert: Kaufmann Alexander Kemper eröffnet neuen EDEKA-Markt in Wesselburen

    Berlin hat eine Stadt-Druidin: Kaa Faensen – Stadt-Druide in Berlin

    Jonas hat das Talent, irgendwohin zu gehen und es sieht auf den Fotos immer einladend und interesseweckend aus: Ein sommerlicher Tag im liebreizenden Luxemburg.

    Karen wieder on Tour: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (1) Turku – Stockholm – Berlin – Prag

    „Temu greift mit Tütensuppen an“, steht in der Zeitung. Auch das noch.

    Anmerkungen

    1. Fragt nicht. Es ist kompliziert. Und ich kriege auch nicht mehr zusammen, woher der Name stammt. Es hat irgendwas mit generativer KI zu tun. ↩︎