Schlagwort: Lineare Programmierung

  • 25-06-15 Julia, die Himbeerlimonade und ich

    25-06-15 Julia, die Himbeerlimonade und ich

    Madame brachte Gartenkirschen von der Keramik mit.

    Das Kreischen der Mauersegler ist in der Wohnung zu hören.

    Es war das Ende der Woche. Ein Arbeitsfreitag und ein Samstag in Berlin-Kreuzberg. Der erste Tag des Hochsommers.

    Er begann mit einem kühlen Freitagsarbeitsweg. Ich war eine halbe Stunde früher dran also sonst. Und plötzlich waren die Straßen nicht mehr voller Pendler*innen sondern voller Jogger*innen. Der kleine Sportplatz im Cheruskerpark war noch ungenutzt. Die Sonne kam erst im Laufe des Tages.

    Freitag war der Hochsommer noch so frisch, dass Menschen freiwillig auf der Sonnenseite der Straße gingen. Bis Samstag hatte sich das bereits geändert.

    An der Bushaltestelle ein Mann mit zotteligem Haar und Bart, etwa 30, der sein Shirt hochgezogen hatte mit den Hüften kreiste und auf seinen Sixpack zeigte. Ich fragte mich, ob das für Schöneberg noch als normal gilt oder eher nicht.

    Der neueste Imbiss-Trend scheinen Steak-Döner zu sein. Vermutlich der Nachfolger des Smash-Burger. Diverse Läden eröffnen oder stehen kurz davor.

    Nachdem wir seit Jahren Crêpes Suzette essen wollen, und es irgendwie nie klappt, nicht einmal in Paris, entdeckte ich, dass in Prenzlauer Berg eine ganze Crêperie namens Suzette steht, die acht oder neun flambierte Crêpes im Angebot hat. Da sollte es wohl mal funktionieren.

    In der deutschen Wikipedia erschien ein Artikel zum South Park Tower. Das freut mich. Umso spannender, weil ich das Hochhaus schon in echt gesehen habe – unwissend welchen Namen es trägt.

    Die Welt sollte mehr sein wie Kreuzberg

    In der ehemaligen Bechstein-Klavierfabrik befindet sich heute eine Tauchschule mit eigenem Schwimmbecken. Gegenüber dem Wellenbad am Spreewaldplatz hat ein Koreaner eröffnet, der Teigtaschen mit Kimchi verkauft.

    Ich wandelte durch einen Straßenblock Kreuzberg und staunte: Jeder Meter sind andere spannende Aufkleber und Graffiti. Eingänge und Häuser mit Kletterblumen bewachsen, und trotzdem halten sich immer noch Lebensmittelläden und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs.

    Auf der Straße kam mir ein Wesen in einer Art Ordensornat entgegen, das in seiner genderfluiden Großartigkeit schon fast die Mühsal der menschlichen Ebene verlassen hatte und wirkte wie direkt auf dem Weg zum Mars.

    Und ich dachte, die Welt sollte mehr sein wie Kreuzberg. Dann wäre sie besser. Nicht zu 100% und überall. Aber so generell.

    Alle drei Meter kam mir eine neue Romanidee in den Sinn. Ich dachte, hier sollte dringend ein Roman geschrieben werden. Dann sah ich das Straßenschild: Wiener Straße. Und natürlich hatte schon jemand die Idee.

    Meine zweite Assoziation angesichts des Straßenschilds war origineller: Leitungsstörung. Unser Telekom-Anbieter schickt uns Mails, wenn an irgendeinem Schwimmbadstandort die Leitung zickt. Da steht aber nie das Bad bei, sondern nur die Straßenadresse. Eine davon ist die Wiener Straße.

    Dann gilt es zu ergründen: Welches Bad? Ist das jetzt ein Problem, oder wird das Bad eh grad renoviert und steht im Rohnau? Wobei die meisten Bäder so groß sind, dass sie mehrere Adressen an verschiedenen Straßen haben. Aber der Ehrgeiz besteht natürlich, nur anhand der Adresse das Bad zu erkennen ohne nachschauen zu müssen. Und so überlege ich sofort „Welches Bad“, wenn ich Wiener Straße lese.

    Aber klar, das Wellenbad am Spreewaldplatz, das dort steht, befindet sich in einer Grundsanierung. Kein Wunder, dass öfter Störungsmeldungen kommen.

    Ich aber wollte ins das ehemalige Umspannwerk direkt neben der ehemaligen Desinfections-Anstalt I. Denn dort fand eine Versammlung statt.

    60 von 113000

    Wir waren nicht anlasslos in Kreuzberg. Wikimedia Deutschland, die Gesellschaft zur Förderung freien Wissens hatte zur Mitgliederversammlung geladen.

    Die Geschichte zwischen Wikimedia und Wikipedia ist lang und kompliziert. So kommen zur MV fast keine aktiven Wikipedistas mehr; ein Großteil der Teilnehmer*innen sind pensionierte Studienrät*innen, die Wikipedia unterstützen wollen und dann vor Ort überrascht erfahren, dass Wikimedia und Wikipedia verschiedene Sachen sind.

    Inzwischen wurde aber ein passendes Format gefunden: ein Abend und ein Vormittag, in dem den Mitgliedern Wikimedia erklärt wird, und ein Nachtmittag mit der eigentlichen Versammlung, in der es um Abstimmungen und Ähnliches geht.

    Als Fast-Gründungsmitglied, ex-Präsidiumsmitglied und Ex-Angestellter des Vereins finde ich es ganz nett, zumindest einmal im Jahr zu schauen wie es ihm geht. Zumal ich das als Mitglied einer Zählkommission machen kann, die aus lauter Wikipedia-Veteran*innen besteht. (Danke auch an Nicole für das Kümmern darum!)

    Der Verein hat inzwischen 113.000 Mitglieder, von denen sich 60 an den offenen Abstimmungen vor Ort oder im Livestream beteiligten. Zur Wahl der Kassenprüfer*innen wurden 350 Stimmen abgegeben. 112.650 Mitglieder beteiligten sich nicht.

    Der Verein ist in vielerlei Hinsicht skurril. Aber es war ein sehr netter Tag. Madame lernte noch die Storck-Unternehmenskommunikation kennen. Ich hörte Musik. Vormittags in Kreuzberg, Nachmittags in der Versammlung.

    (Der Rückblick-Blogpost beim Verein)

    Tätowierungen und Lambdas

    Wahrscheinlich war es der Kreuzberg-Vibe, der auf mich überging. Plötzlich hatte ich den Gedanken: Tattoo. Und da ich halt auch in Gedanken die ganze Zeit bei der Bachelorarbeit war, dachte ich: Warum sollte nicht die Zielfunktion meines Modells auf den Unterarm:

    \[max. x_0 = 2x_{HG} + 2x_{HK} + 6x_{FI} + 3x_{FR} + 1x_{SP} + 4x_{NA} \]

    Aber dann fiel mir ein, dass die Bachelorarbeits-Zielfunktion noch gar nicht 100% feststeht und in dieser Variante die Lambdas fehlen und überhaupt.

    Eigentlich versuche ich ja vor allem, gerade Textmenge zu schaffen, indem ich blind Sachen herunterschreibe. In meinen Hirn steht LE langsam nicht mehr als großspurige Abkürzung für „Leipzig, fast so cool wie LA“ sondern für Kleinergleich. Auf englisch: lesser equal. In LaTeX: \le. Aber dafür brauche ich einen Monitor und einen Schreibtisch und die Gewissheit, mindestens eine halbe Stunde lang weder von Innen noch von Außen gestört zu werden.

    Aber ich danke auch zu anderen Zeiten über die Arbeit nach. Quasi dauernd danke ich innerlich Gilbert Strang und Vašek Chvatal, weil sie so viele meiner Fragen beantworteten. Und neben der Tattoo-Idee beschäftigt mich noch eine andere Frage: ich muss mein Modell ja nicht nur aufstellen und erläutern, sondern auch lösen. Von Hand ist das eigentlich nicht mehr machbar.

    Also braucht es technische Hilfe. Mein Ursprungsplan: Alles in R schreiben , weil ich R mag. Aber der Plan hat Probleme. R ist eine Statistiksprache und kann ein paar Sachen nicht, die ich brauche. Also kam die Idee: R und ein bißchen in der Programmiersprache Julia. Die hat native Unterstützung linearer Programme und ist für meine Zwecke wie geschaffen.

    Jetzt, am Landwehrkanal, beschloss ich, R einfach R sein zu lassen, und mich nur Julia zuzuwenden. Als ich den Halluzinator fragte, ob er mir mehr zu Julia und Linearen Programmen erzählen kann, hat der mir gleich ein einfaches Modell mit einem Limonadenstand mit zwei Angeboten (Zitronenlimo und Himbeerlimo und einem variablen Zuckerpreis) sowie dessen Implementierung in Julia aufgebaut.

    Ich bin ziemlich gefeit gegen zuviel-KI-in-einer-Arbeit, einfach weil ich mich weigere Sachen aufzuschreiben, die ich nicht komplett selbst verstehe. Aber ich war beeidruckt.

    Neuruppin – Hochschwarzwald – Mallorca

    Maik Horn fährt mit dem Traktor von Neuruppin nach Mallorca.

    Frau Brüllen als Schwimmbadinfluencerin. Und natürlich habe ich mich zwei Absätze gefragt, seit wann sie Finanzratgeber liest.

  • 25-06-10 Tanz der Knautien

    25-06-10 Tanz der Knautien

    Es war der zweite Teil des Pfingswochenendes.

    Die Klimaanlage am Flughafen Hammamet hatte unseren Nordseeaufenthalt vereitelt. So verbrachten wir Sonntag und Montag auf den Latifundien.

    Der Sonntag ein unruhiger Tag: Irgendwann nachts um vier ein Rettungshubschrauber verdächtig laut, verdächtig nahe am Bungalow – vermutlich auf dem Weg zur Autobahn. Geweckt wurden wir dann ernstlich morgens durch die Feuerwehrsirene. Kaum waren die Kamerad*innen wieder zurück, trötete die Sirene gegen 11 ein zweites Mal los.

    Weil Feiertag war, und weil Sekt bei uns tendenziell zu alt wird, öffneten wir eine Flasche. Edles Mitbringsel aus Saale-Unstrut, „handgerüttelt von Stefan Schlösser.“ In den Regenpausen grillten wir Bratwürste vom Rinderstolz, Kartoffeln, Spargeln und Kohlrabi. Madame fertigte Waffeln.

    Ich entdeckte: Falls ich mal wieder Opfer der Zugteilung werde, und in Hamm längere Wartezeiten haben: der Maximiliamgarten ist in Teilen von Piet Oudolf gestaltet. Und das will ich natürlich noch mal im Leben sehen.

    Und ja, eine sehr leichte Ähnlichkeit zum latifundalen Grundstück, ist nicht ganz zufällig. (Ein bißchen mehr zu Oudolf und seinen Gärten)

    Ich sehe, ich brauche einen Grund, mal wieder zur Fernuni nach Hagen zu fahren, und eine Zwischenübernachtung in Hamm einzuschieben.

    Auch gelernt: die Jugendherberge Chemnitz sitzt im Gebäude des sehr schicken 1920er-Jahre Umspannwerks. Modernes Bauen at its best.

    Sly Stone starb. Der Musiker, der alles verkörperte, was in den USA gerade den Bach runtergeht: Neuheit, NEugier, Funk, Gospel mit Wah Wah, Jazz mit Disco, eine Band, für die der Begriff Multikulti erfunden werden müsste. Zu eigen, um jemals ganz groß zu werden: Thank You (Falettinme Be Mice Elf Agin) Und noch eines, schon allein wegen des großartigen Bühnenauftritts.

    Der Tanz der Schwalben

    Madame setzte alles.1

    Das Brennholz ist noch nicht gespalten, aber zumindest komplettemang in 25cm lange Stücke zersägt. Die Paletten, auf denen es zwischenlagerte, dürfen sich jetzt langsam in einen Grill-Ablage-Tisch verwandeln.

    Die jährliche Beet-Unkrautung trieb sie bereits zu fünf der Zehn Beete, und ist damit recht früh im Jahr.

    Im Sturm tanzten die Knautien über die Wiese. Fast ein Ballett aus lila und rosa (Skabiosen) Blüten einen, scheinbar schwerelos einen halben Meter über dem Gras.

    Direkt über uns, kurz vor dem echten Unwetter, der Tanz der Schwalben hoch oben in der Luft.

    Die Holzbiene schimmerte bläulich in der Abendsonne als sie sich zu den wassertropfenübersähten Mohnblumen aufmachte.

    Der samstägliche Distelfalter hielt sich die weiteren Tage versteckt. Dafür begleitete uns Montag fast den ganzen Tag über einer der Schmetterlinge mit dem schönsten Namen, ein Hauhechelbläuling.

    Schocken

    Der Sonntag erwies sich als Tag wetterlicher Garstigkeit. Und so verbrachte ich den Großteil des Tages in den Latifundien, las ein wenig im Internet und ein wenig in Büchern. Es war eine ungeplant jüdische Lektüre: Ich las zwei neue Texte aus Wir schon wieder.

    Vor allem aber richtete ich meine Augen durch die neue Gleitsichtbrille auf Moderne ohne Bauhaus. Wie jüdische Unternehmer und ihre Industriearchitektur das Chemnitzer Stadtbild der Moderne prägten

    Gleich zwei blinde Flecken: Sachsen und Chemnitz war einst das Zentrum deutscher Industrie – was außer Sachsen keiner mehr weiß. Und Juden waren halt einfach normal in Deutschland. Immer unter Antisemitismus leidend, aber ganz selbstverständlich auch Deutsche, die ganz selbstverständlich dasselbe machten wie andere Geschäftsleute auch.

    Natürlich ging es um die Warenhäuser Schocken und Tietz. Aber auch um Industriebauten und ihre Industriellen. Und natürlich um Arisierung und Mord.

    Obwohl das Buch also thematisch spannend war und ist, und ich mich freute, das ein oder andere markante Bauwerk der Stadt wiederzuerkennen, blieb ich unterwältigt. Das ist alles sehr brav erzählt, weitgehend ohne Kontext, immer genau auf den Quellen zu dem Unternehmen und jenem Gebäude. Sehr seriös, aber wenn man nicht gerade selber etwas über die entsprechenden Gebäude schreibt, würde man sich etwas mehr Einbettung in den historischen und kulturellen Kontext widmen.

    Vašek Chvatál

    Nach Gilbert Strang habe ich einen zweiten neuen besten Freund im Bereich der Mathematik: Vaclav „Vašek“ Chvátal. Der schrieb das Buch Linear Programming – und das war genau was ich brauchte. Lineare Programmierung auf einem anspruchsvollen Level, aber sehr verständlich erklärt. Dazu in einer Sprache, die einfach Lust macht, weiter zu lesen.

    Chvatal klärte viele meiner Fragen zum „Ich-weiß-ja-wie-aber-warum??“ und damit bin ich erstmal zufrieden. Noch lange bin ich davon entfernt, mich beim Thema wie ein Fisch im Wasser zu fühlen – aber wie ein southpark im Schwimmbad – das kommt näher.

    Also erklärte ich Phase 0 der Bachelorarbeit („reine Recherche“) für beendet und gehe zu Phase 1: Minimalarbeit. Ich versuche, das zu fertigen, was in einem anderen Kontext minimum viable product heißt: die kleinstmögliche Einheit, die für sich allein funktionfähig ist.

    Das heißt: Ich werde eine minimum viable Bachelorarbeit beginnen, die formal allen Ansprüchen genügt (einschließlich des Umfangs) und inhaltlich zumindest genug Substanz hat, damit ich mich nicht in Grund und Boden schämen muss.

    Hoffentlich ist das bis Ende Juni fertig. Dann habe ich noch zwei Monate Zeit aus einer Arbeit, die ich mit zugekniffenen Augen und Wohlwollen zu bestehen hoffe, noch etwas Gutes zu machen.

    Das Vorgehen ist für mich neu, hat im Wesentlichen drei Gründe.

    (1) Der Satz aus der Anmeldung: Die Bearbeitungszeit wird durch nicht chronische Erkrankungen nicht verlängert. Drei Monate sind lang, und da kann viel unerwartetes Zeitraubendes passieren.

    (2) Erfahrungsgemäß merkt man am Besten beim Schreiben was noch an Recherche fehlt. Je früher ich die Lücken schließe desto besser.

    (3) Wenn ich weiß, dass das Schutznetz eingezogen ist, kann ich inhaltlich rückwärts und einbeinig auf dem Hochseil hüpfen. Und darauf freue ich mich.

    Nicht alleinerziehend

    Chvatál auf Video. Um mal einen Youtube-Kommentar zu zitieren: „I knew Chvátal is a genius, but from this interview I learned he is humble and fun too.“

    Was machst Du eigentlich den ganzen Tag beim Opferfest in Side / Türkei.

    Als Vater auf dem Spielplatz. „Ach, du bist gar nicht alleinerziehend?“

    1. Und weil Computer ja heute ganz außergewöhnliche Sachen können und ich nicht mal mehr abtippen muss, eine Liste für’s Archiv, was dieses „alles“ ist: 1. Baptisia australis
      Indigo-Färberhülse
      Farbe: blau
      Höhe: 100 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 7–8
      2. Aster novae-angliae ‚Barr’s Blue‘
      Raublatt-Aster
      Farbe: blau
      Höhe: 120 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 9–10
      3. Gaillardia x grandiflora ‚Burgunder‘
      Kokardenblume
      Farbe: tiefrot
      Höhe: 50 cm Blütezeit: 6–9
      4. Euphorbia griffithii ‚Beauty Orange‘
      Wolfsmilch
      Farbe: orange
      Höhe: 70 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 5/6 Blütezeit: 5–6
      5. Gaura lindheimerii
      Prachtkerze
      Farbe: weiß
      Höhe: 120 cm Standort: so-h
      Pflanzen pro m²: 5/7 Blütezeit: 6–10
      6. Aster novae-angliae ‚Violette‘
      Raublatt-Aster
      Farbe: violett
      Höhe: 130 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 8–10
      7. Centranthus ruber ‚Coccineus‘
      Spornblume
      Farbe: karminrot
      Höhe: 80 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 6–9
      8. Phlox subulata ‚Samson‘
      Polster-Flammenblume, dunkles Auge
      Farbe: rosa
      Höhe: 12 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 9/12 Blütezeit: 4–5
      9. Artemisia arborescens ‚Powis Castle‘
      Eberraute
      Farbe: silbrig
      Höhe: 80 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 5/7
      10. Baptisia x varicolor ‚Twilite Prairieblues’®
      Färberhülse
      Farbe: purpurbraun mit gelb NEUHEIT!!
      Höhe: 120 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 5–6
      11. Achillea millefolium ‚T.F. Pomegranate’®
      Garten-Schaf-Garbe
      NEUHEIT!! granatroter Hingucker
      Höhe: 60 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 7/9 Blütezeit: 6–9

      12. Verbena bonariensis
      Patagonisches Eisenkraut
      Farbe: violettrosa
      Höhe: 100 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 7–10
      13. Aster ericoides ‚Golden Spray‘
      Myrten-Aster
      Farbe: gelblich weiß
      Höhe: 60 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 9–11
      14. Scabiosa columbaria ‚Kudo White’©
      Weiße Tauben-Skabiose
      Farbe: weiß mit zartem rosa
      Höhe: 40–50 cm Blütezeit: 6–9
      15. Asclepias incarnata
      N.-Amerik. Seidenpflanze
      Farbe: rosa
      Höhe: 100 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 7–8
      16. Thymus praecox var. pseudolanuginosus
      Grauer Woll-Thymian
      Farbe: rosa
      Höhe: 5 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 15/20 Blütezeit: 5–7
      17. Salvia nemorosa ‚Adrian‘
      Sommer-Garten-Salbei
      Farbe: reinviolett
      Höhe: 40 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 7/9 Blütezeit: F-J
      18. Gaillardia x grandiflora ‚Tokayer‘
      Kokardenblume
      Farbe: leuchtend orangerot, grünes Blatt
      Höhe: 70 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 5/7 Blütezeit: 7–9
      19. Berkheya purpurea
      Purpur-Distel
      Farbe: zart-violett
      Höhe: 80 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 7/9 Blütezeit: 6–8 ↩︎
  • 25-05-27 Negative Lambdas

    25-05-27 Negative Lambdas

    Frauen, die auf Minis starren, stehen in der Tiefgarage. Um genau zu sein: Eine Frau und ein Mini. Ich glaube der Mini gehörte zu ihr. Aber warum sie ihr Auto minutenlang intensiv betrachtete, während ich mein Fahrrad anschloss – mensch könnte sich eine schöne Geschichte dazu ausdenken.

    Das herrenlose Mercedes-Cabrio auf dem Bürgersteig vor den Südkreuz Offices verschwand. Anscheinend fand sich ein*e Eigentümer*in oder ein*e Besitzer*in oder zumindest eine interessierte Person.

    Vor Edeka Duolingo hingegen steht seit Wochen ein Lastenrad der Generation Rappelkiste zum Verkauf.

    Madame produzierte Himbeer-Sanddorn-Marmelade und gab damit kostbaren Raum im Tiefkühlfach frei.

    Madame entdeckte: Bayeux ist nicht nur Heimat des Teppichs und Ausgangspunkt zu den D-Day-Stränden. Sondern auch Heimat des Crêpes und liegt im Department Calvados. Neben Calvados gibt es in Calvados auch Cidre und Apfelkuchen.

    Danke für den Kommentar von Gabi zum letzten Post: Bayeux kommt noch? Dann schaut euch nicht nur den Teppich an, sondern auch das Cafe À La Reine Mathilde – da hab ich vergangenes Jahr die schönsten Törtchen Frankreichs gesehen (und gegessen!) …

    Festgestellt: wenn man um vier aufwacht und ein bißchen wach bleibt – und das vollkommen egal ist, weil Wochenende ist – dann ist eine Messe aus dem 15. Jahrhundert – um genau zu sein Das Vokalensemble Amarcord singt Josquin des Préz in Die neue Platte XL auf dem Deutschlandfunk – wirklich gute Musik für Halbschlaf im Dunkeln. (Klangbeispiel)

    Dabei fällt mir ein: Ich bin Samstag vermutlich in Berlin, könnte mal wieder zum Noonsong.

    Wie es einem in diesem Haushalt ergehen kann: Ich erwähnte einen Tagesspiegel-Kommentar, in dem der Opernfeuilletonist des Blattes den ESC-Siegersong mit Richard Wagner vergleich (Wagner gewann). Keine zwei Minuten später läuft Lohengrin von der Anlage.

    Die Gleitschirmbrille hatte ihren ersten Büroeinsatz. Dort war ihre Wirkung nicht ganz so spektakulär: Wahrscheinlich weil die Bildschirmsicht (zweidimensional in mittlerer Entfernung) die Sehsituation ist, die bei mir am besten ohne Brille funktioniert.

    Sonst überwiegen beim Tragen der Brille drei Gefühle. Das Gute: Wow! Das Schlechte: Dieses Wow wäre auch schon vor drei, vier Jahren sinnvoll gewesen.. Und das Bangende: Wahrscheinlich wäre es auch sinnvoll, mich von den sehstärkenlosen Sonnenbrillen für 10 Euro zu verabschieden und eine Richtige echte Sonnenbrille mit Stärke anzuschaffen.

    Es regnet

    Zum Aufstehen: Zwei Stieglitze im Sanddorn. Zum Abschied: eine Familie Stare auf dem Rasen der Nachbarin. Dazwischen: Regen.

    Es ist zu trocken. So generell. Immerhin regnete es Sonntag durchgehend. Eine gute Gelegenheit für den Garten, um durchzuatmen. Aktueller Stand sind etwa drei Zentimeter feuchte Schicht im Boden, bevor er darunter zu Staub wird.

    Ich konnte altes Brennholz aus der Holzlege holen, und wir machten es uns im Bungalow gemütlich. Madame buk Schwarzwälder-Kirsch-Waffeln, zum Abendessen gab es weitere Teile vom Memphis-Dry-Rub-Schweinenacken.

    Ich litt leidend unter der Kettensägenaktion vom Samstag, las und sah Mathematik. Denn inzwischen habe ich mein Modell ganz gut im Griff. Aber die Schwerelosigkeit und artistische Freiheit, die ich beim Springen durch Vektoren und Matrizen gerne hätte – und die mir das Leben erleichterte – ist noch in weiter Ferne. Bis dahin gilt: Üben, üben, üben.

    Einmal mit den Büchern zu Linearen Programmierung und zur betriebswirtschaftlichen Optimierung. Zum anderen aber auch mit Linearer Algebra.

    Zurück in der Wohnung begrüßte uns ein lautes Piepen. Wie man es haben will. Der Kohlemmonoxidmelder gab Alarm. Zum Glück aber nicht wegen Kohlenmonoxid – immerhin kann ich diese Zeilen noch schreiben – sondern weil er das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat.

    Denken in neun Dimensionen

    Die Bachelorarbeitsmissverständnisse sind hoffentlich ausgeräumt. Der Lehrstuhl meldet mich zum 2. Juni 2025 zur Bachelorarbeit an. Das Prüfungsamt wird dann errechnen, wann genau der Abgabetermin ist. Aber 2. Juni plus 3 Monate sollte Ende August sein.

    Mein Lambda stimmt noch nicht. Noch führt mein Modell im Spätsommer zu negativen Zahlen von Schwimmbadbesucher*innen, weil die negativen Lambdas ungewollte Sachen anrichten. Prinzipiell wüsste ich auch, wie es richtig einsetzen müsste (halt so wie die ganzen anderen auch).

    Aber mir gefällt die Lösung noch nicht. Und Lösungen abschreiben, die mir nicht gefallen und die ich nicht zu 100% verstehe -> never.

    Die Klärung der Bachelorarbeitsmissverständnisse lässt mir Zeit eine kleine Denkdeviation zu den anderen beiden Modulen einzulegen, die ja auch noch anliegen. Die haben ihre Frist für die Einsendeaufgaben auf den 1. Juni gelegt, und das bedeutet für mich „Husch, husch, ins Moodle.“

    Montag: Knowledge Management. Single-Choice fragen, die ich teilweise offensichtlich in der Antwort finde, teilweise lassen sie sich mit Hilfe von Strg+F und dem Skript beantworten. Aber beim Thema Community Management und Competence Management fühle ich mich auch zu Hause. Größte Herausforderung: das weiterhin sehr eigenwillige Englisch der Studiendbriefe. – Da möchte ich sagen: Darlin’, you and me? We ain’t cut from the same cloth — and I reckon we won’t be exchangin’ Christmas cards neither..

    Die nächsten Tage kommt: Mikroökonomie. Ich würde behaupten, das hat insgesamt mehr Substanz. Leider gilt das auch für den Schwierigkeitsgrad der Einsendeaufgaben.

    Wenn das Hirn gar nicht mehr will, Fernsehen mit Gilbert Strang. Er und seine Lineare-Algebra-Vorlesungen sind so unfassbar charmant. („Wenn sie das öfter machen.. Also, man kann sich natürlich neun Dimensionen nicht bildlich vorstellen. Aber wenn sie das oft genug rechnen, dann haben sie fast den Eindruck, dass sie es beinahe doch können.“)

    Entfremdungsgefühle

    Es ist originell. Aus weiter Ferne verfolge ich die re:publica, lade gleichzeitig von der Fernuni-Moodle-Seite Einheiten mit den Titeln „Community Management & Collaboration“ oder „Competence Management“ herunter. Wobei ich nicht ausschließen würde, dass der entsprechende Lehrstuhl gerade über die Gänge der Station Berlin schleicht.

    Spannend: Meine Internet-Bubble und die re:publica haben sich weitgehend auseinander entwickelt. Ich höre fast mehr aus dem Deutschlandfunk über die Veranstaltung, als ich im Internet darüber lese.

    Falls ich mich mal wieder frage: Sollte ich mich vielleicht doch noch einmal in meinem Leben um eine Einladung zur re:publica kümmern. Es gibt einen Grund mehr: An unserem Stand findet ihr ein mobiles Bürgeramt, bei dem ihr euren Pass verlängern, eine Meldebescheinigung beantragen oder eure Ausweis-PIN zurücksetzen könnt.

    Ruine 2 gewann

    Gelesen: Ein Hof und 11 Geschwister von Ewald Frie. (Danke für die Leihgabe!) Ein spannendes Buch: Frie schildert den Weg einer Bauersfamilie aus dem Münsterland in die Moderne etwa von 1880 bis 2000, im Kern des Buches 1950 bis 1990. Er beginnt mit dem Hof als eigener kleiner Welt, mit vielfältiger Landwirtschaft und Knechten und Hausmädchen, die auf dem Hof wohnten, bis zum Stand heute: der ehemaliger Einmannbauer wohnt als Rentner im Bauernhaus, die Flächen sind lange zu klein für einen eigenen Hof und werden verpachtet.

    Frie erzählt dabei aus zwei Perspektiven. Einmal der Sohn des Hofes, der mit seinen 10 Geschwistern über ihre Jugend sprach: erzählt liebevoll, macht begreifbar und kann Details schildern, wie seine Schwester, die immer über den Hof rannte, damit sie in der Schule nicht nach Bauer roch. Frie ist aber auch Historiker, der die Geschehnisse seiner Kindheit und Jugend in den weiten sozialen und ökonomischen Rahmen einordnen kann.

    Er teilt das Buch in vier Teile: die Vorgeschichte. Die Welt des Vaters (1950er und frühe 1960er, der Hof in einer Blüte, Rinderzuchturkunden hingen im Flur). Die Welt der Mutter (der Umbruch und der Versuch, die Kinder in die neue Zeit zu bringen). Und Auszug und Abschied von der Landwirtschaft. (Am Ende die Welt der meisten Kinder).

    Entstanden ist ein warmherziges aber reflektiertes Buch mit Auge für’s Detail. Die letzte der zahlreichen Kühe, die für die Familie Zuchtpreise gewannen, trug den Namen Ruine 2.

    Trottel und Vollidioten

    Ein fulminanter Abschied der Filmfestspiele von Cannes. Cannes und Christiane geben alles, großes Drama, große Inszenierung.

    Camp Catatonia geht am Stock.

    Josef Hader im Schweizer Fernsehen: In Deutschland gibt es ja eher die Tradiotion: der Kabarettist stellt sich als schlauer Mensch auf die Bühne und sagt, die Regierung ist schlecht. In Österreich ist die Tradition eher: Der Karabettist stellt sich als Trottel auf die Bühne und sagt, die Regierung ist super. (via Buddenbohm)

    Von Frau Novemberregen für das Leben lernen:

    Dann noch einen Termin mit der Hausverwaltung aus rein strategischen Gründen abgesagt, nämlich weil ich mich nicht bis Mittwoch in eine Haltung bringen kann, die nicht „ihr seid doch alle Vollidioten“ ausstrahlt und so eine Haltung ist für Verhandlungen komplett ungeeignet. So ist es ja nicht, niemand wird morgens wach und denkt sich Okay, heute bin ich ein absoluter Vollidiot! Es ist eher so, dass das Verhalten in dem jeweiligen Referenzsystem irgendeinen Sinn ergibt und wenn ich den Sinn nicht verstehe, habe ich dass System noch nicht verstanden, dann fehlen mir noch Informationen. Und wenn ich so verbockt in Gespräche gehe, bekomme ich diese Informationen ganz sicher nicht.

  • 25-05-22 Die vier Jahreszeiten (Bearbeitung für Mandoline und Orchester)

    25-05-22 Die vier Jahreszeiten (Bearbeitung für Mandoline und Orchester)

    Beim Pfingstspektakel am Schloss Oranienburg tritt Versengold auf – sicher eine Band ehemaliger Friseure.

    In der Hafenstadt traf Madame einen Biber, der sich kurzzeitig als alter, dicker Hund auf einem Radweg tarnte.

    Kurz fühlte ich mich am Südkreuz wie am Gare de l’est. Erst spielte ein kompetenter Mensch das Bahnhofsklavier. Dann kam ein Zweiertrupp der Bundespolizei mit Helm, schusssicherer Weste und Sturmgewehren/Maschinenpistolen.

    Ich erinnerte mich daran, dass Madame vor einigen Jahren an einem möglichen Terror-Hotspot arbeitete. Dort bekamen sie von der Polizei gesagt „Präsent sind wir immer. Wenn sie uns sehen, dann weil wir wollen, dass sie uns sehen. Wenn sie sehen, dass wir bewaffnet sind, dann weil wir wollen, dass sie sehen, dass wir bewaffnet sind.“

    Und dann fragte ich mich, für wen die Sturmgewehrvorführung gedacht war.

    Im Bus lag ein herren- und damenloser Apfel. Das war sehr ungewohnt. In meiner Erwartung korrespondieren bestimmte Konsumgewohnheiten (Bier) und das Herumliegenlassen von Müll. Oder eben nicht. Wer Äpfel auf dem Weg ist, verursacht mit diesen keinen Müll.

    Madame lauschte Severin von Eckardstein beim Berliner Klavierfestival im kleinen Saal des Konzerthauses. Er spielte:

    • BEETHOVEN Sonate op. 31 Nr. 2 „Sturm-Sonate“
    • MENDELSSOHN Fantasien op. 16
    • DEBUSSY Nocturne, Isle joyeuse
    • BRAHMS Cappriccio op. 76 Nr. 1, Ballade op. 10 Nr. 4
    • MEDTNER Sonate op. 25 Nr. 2 „Nachtwind“

    Ihre Beschreibung: Sehr eigenwilliger Pianist, aber tolles Klavierspiel. Sehr nerdiges Publikum. Und insbesondere die Medtner-Sonate ist der Irrsinn.

    Mein persönlicher Zustand: Erst die S-Bahn-Stationen Westkreuz und Westend verwechselt, dann übersehen, das mein anisierter Schwimmbadbesuch in eine nur-Vereine-Zeit des Bades fällt und deshalb nicht stattfinden kann. Gut, dass ich heute abend danach nur an der Bachelorarbeit weiterarbeitete.

    Ich bin weiterhin fasziniert, wie schnell diese ganzen Optimierungsprobleme in Regionen abdriften, in denen auch Computer im Jahr 2025 ins Straucheln geraten. Ich fand in der Open Learning Library der MIT den Kurs Optimization Methods in Business Analytics. Nach den ersten zehn Minuten: Lineare Probleme können sehr aufwendig sein, sind aber im Grundsatz fast immer lösbar. Nicht-lineare Probleme sind in den meisten Fällen komplett out of reach. Also nicht unlösbar in einem mathematisch-abstrakten Sinne, aber unlösbar in dem Sinne, dass es niemand berechnen kann.

    Blocksatz

    Einer meiner unerfüllbaren Träume ist ein Computer aus Gusseisen. Da hat man was Solides. Dieser Traum wird unerfüllbar bleiben. Aber als ich die neue Tastatur in den vierten Stock schleppte, fühlte ich mich meinem Traum näher. Das neue Aluminium-Plastik-Keyboard wiegt 1,2 Kilogramm – im Vergleich, die gleichzeitig gelieferte „normale“ Logitech wiegt 500 Gramm.

    Auf dem Weg bis die Tastatur im Späti gelandet war, lernte ich viel über mechanische Tastaturen. Grundsätzlich: die mechanische Tastatur unterscheidet sich vom Standardmodell dadurch, dass beim Standardmodell eine durchgehende Gummimatte unter allen Tasten die Kontakte auslöst. Bei einer mechanischen Tastatur hat jede Taste einen eigenen Kontakt. Es ist also sehr viel aufwendiger in der Herstellung, aber unter anderem auch viel differenzierter zu gestalten.

    Natürlich werden die Keyboards auch gerne von den Benutzern angepasst, die einzelne Teile tauschen. Die Kappen/ Keycaps sind das Teil auf dass die Finger aufschlagen. Die sollten sich gut anfühlen und widerstandsfähig sein. Die sind ohne Aufwand bei jeder mechanischen Tastatur tauschbar. Darunter liegen die Switches, also der Kontakt zwischen Taste und dem Board des Keyboards.

    Ich lernte den Unterschied zwischen den verschiedenen Switch-Arten, lernte dass die Cherry MX Brown einen klaren Auslösepunkt haben und vergleichsweise leise sind, also eher was für’s Büro, während die MX Silver einen extrem kurzen Tastenweg aufweisen, also eher was für Gamer sind.

    Edle Tastaturen sind Hot-Swap-fähig. Man kann nicht nur die Keycaps tauschen, sondern auch ohne Aufwand die Switche darunter. Man kann zum Beispiel unter dem Nummernblock andere Switche einbauen als unter den Buchstaben. Und es gibt sogar Switch-Tester – Mini-Tastaturen auf denen einfach verschiedene Switche eingebaut sind, damit man Haptik und Geräusch ausprobieren kann.

    Vor der Mandoline die Pflaumen

    An der Sachsendamm-Kreuzung Bettler, die die wartenden Autos abklapperten. Um 8:22h, bei einer Quote on 100% Pendler*innen und Handwerker*innen an dieser Stelle, sicher ein kärglicher Boden, den sie bearbeiten.

    99% Tourist*innen hingegen bewegen sich in der neuen Kerb Food Hall am Potsdamer Platz. Zum ersten Mal seit dem Umbau war ich im neuen alten Sony Center. Ich vermisse die Dussmann-Filiale. Aber der Innenraum selber ist mit Brunnen und Bänken sehr viel netter geworden als zuvor. Ein Nicht-Ort gewinnt Aufenthaltsqualität.

    Die Food Hall selbst hat ein klares Publikum: Tourist*innen, die erleben und erzählen wollen, wie special Berlin ist. Das ist alles Fancy, und die Essensstände (Berlinerisch mit Eisbein-Burger, Marokko, Indien, China..) wirken deutlich schicker und edgier als das was es an derartigen Touri-Hotspots sonst gibt.

    Aber natürlich auch: wenn man weiß wo, und sich die Zeit nimmt, durch die halbe Stadt zu fahren, gibt es besseres Essen ähnlicher Art in passenderem Ambiente woanders. Dennoch: wenn wir zum Beispiel in die Philharmonie wollen, und vorher was zu essen suchen: die Tajines von Bab kommen definitiv wieder in die Auswahl.

    Italopop mit dem Teufelsmandolinisten

    Letztes Wochenende, auf der Autobahn, hörte ich sehr viel Italopop. Im weiteren Sinne Italopop war es auch, was im Kammermusiksaal der Philharmonie stattfand. Avi Avital, aktuell der Mandolinist auf der Welt, spielte Vivaldi und diverse Napolitaner aus dem 18. Jahrhundert.

    Avi Avital und das Venice Baroque Orchestra spielten:

    • Antonio Vivaldi -Concerto g-Moll RV 156
    • Antonio Vivaldi – Concerto für Laute, zwei Violinen und Basso continuo D-Dur RV 93
    • Giovanni Paisiello – Concerto für Mandoline, Streicher und Basso continuo Es-Dur
    • Emanuele Barbella – Concerto für Mandoline, Streicher und Basso continuo D-Dur
    • Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten (Bearbeitung für Mandoline und Orchester)

    Eine spannende Mischung. Die Mandoline ist im Konzertrepertoire ja ein ungewöhnliches, fast möchte ich sagen ulkiges, Instrument. Die vier Jahreszeiten hingegen sind ein totaler Burner des Klassikradios, die best-of-Teile wahre Welthits.

    Für das Konzert galt es, Alte-Musik-Nerdtum und Popular Classics zu vereinen.

    Das Publikum: Im Vergleich zur Alten Musik war deutlich weniger strenge Kleidung in schwarz-braun-weiß anwesend, deutlich mehr Glitzerkleid. So weit so gut. Leider ließen auch grundlegende Regeln der Höflichkeit, wie „man soll nicht reden, wenn das Orchester spielt“ etwas zu wünschen übrig.

    Die Künstler: ein schöner Mann, der, obwohl Israeli, sich mit breitester „ich-bin-ein-schöner-italienischer-Mann“-Brust und wallendem Haar auf die Bühne setzte. Ein Konzertmeister, der nicht ganz so schön war, aber dafür Italiener und die breite Brust auch konnte. Da wurde jede Note nicht nur gespielt, sondern auch körperlich dargestellt.

    Das Konzert: Es gibt wenig Mandolinenrepertoire, und so hat der Mandolinist freie Auswahl, was für Stücke er adaptiert. Die beiden Napolitaner, Paisiello und Barbello, schrieben für Mandoline, denn Napoli e la città del Mandolino, und ich glaube der verspielte Paisiello gefiel mir am besten. Die vier Jahreszeiten mit ihren ganzen schnellen Stücken natürlich der helle Wahnsinn. Und in mandolinisch auch sehr anders als mit Geige. Ein echter Gewinn. Abgesehen von aller Show, ist Avi Avital ein Musiker zum Daniederknien.

    Zur Zugabe Vivaldies Blöckflötemkonzert RV 443 in C-Dur. Der langsame zweite Satz: Sanft, leise, quasi das Gegenteil von den Vier Jahreszeiten vorher. Schön.

    Die Tauben sind zurück

    Anscheinend war die Dachbodenbaustelle kurz geöffnet. Und dieses ermutigte die Tauben. Sie patrollieren wieder allein, zu zweit, zu dritt, zu viert, vor Schlafzimmer und Küchenfenster, sicher ungehalten darüber, dass ihnen der Eingang verwehrt wird.

    Bis auf eine, oder die zwei. Als ich noch dachte, die Tauben wären weitergezogen, ließ ich Montagmorgen das kleine Badezimmerfenster offen. Montag Abend war dann ein wenig Küchenchaos und ein wenig Badezimmerchaos – aber keine Taube.

    Dienstag war nichts. Mittwoch dachte ich um 7 noch ein wenig am Schreibtisch vor mich hin, als ich über mir Geräusche hörte. Das war eher unerwartet. Ich schaue hoch, und sehe eine Taube auf dem Ordnerregal. Vermutlich seit anderthalb Tagen in der Wohnung. Einige Ordner, zum Glück leer, sahen auch nicht mehr sehr gut aus.

    Platon umkrempeln

    In anderen Belangen soll ich demnächst jemand erklären, wie das mit der KI so ist. Das ist natürlich ein umfassendes Thema, und Mut zur Lücke ist kein Ausdruck. Aber eines scheint mir zumindest bei Generativer KI / Large Langue Modellen (LLM) wesentlich zu sein – weil es komplett kontraintuitiv ist – Generative KI kennt keine Realität.

    Wenn wir kommunizieren, dann versuchen wir etwas zu vermitteln: sei es ein etwas reales körperliches da draußen, ein Gefühl oder auch nur ein Produkt unserer Phantasie. Es gibt etwas außerhalb der Kommunikation und eine Kommunikation, die versucht, dieses Außerhalb für Andere begreiflich zu machen.

    Deshalb machen Kategorien wie echt oder falsch, Wahrheit oder Lüge Sinn – denn sie vergleichen ob die Kommunikation und das da Draußen übereinstimmen.

    Bei generativer KI gibt es das nicht – es gibt nur aneinandergereihte Worte, die nur nach mathematischen Verfahren aneinandergereiht werden. Wo es kein „draußen“ gibt, müssen diese Worte auch keinem Draußen entsprechen.

    Ich überlege dafür eine wilde Interpretation von Platons Höhlengleichnis zu nehmen: Ein Großteil unserer Weltwahrnehmung erfolgt vermittelt durch andere – als Schatten an der Wand. Aber wir wissen, dass es einen Raum vor der Höhle gibt, dass es etwas gibt, dass diese Schatten erzeugt. Wenn wir den Schatten eines Baums sehen, wissen wir, wie ein echter Baum aussieht.

    Die KI sitzt in der Höhle – hat Millionen, ach was, Milliarden, von Schattenspielen gesehen. Sie ist meister darin, ihre Muster und Formen zu erkennen – nachzubilden was es gesehen und den Rest plausibel zu interpolieren. Aber sie kennt nicht das da draußen. Sie hat keine Ahnung, dass etwas jenseits der Schatten existiert.

    Aus Perspektive des Systems ergibt es deshalb auch keinen Unterschied, ob der Schatten überhaupt existieren könnte – weil es ein Äquivalent gibt – oder nicht. Für sie gibt es kein wahr und falsch, sondern nur erwünscht und unerwünscht. Und deshalb wird sie immer halluzinieren. Und je mehr Menschen mit ihr interagieren, und ihr sagen, was erwünscht ist, und was nicht, desto schlimmer wird es werden.

    Aber ich fürchte, diese Erklärung ist auch noch zu kompliziert.

    Cannes, Helgoland, Internet

    Unsere Berichterstatterin aus Cannes mit dem Wichtigsten zum Festival. Vielen Dank für die Information.

    Lorenzo war auf Helgoland.

    Dieses Synchronbacken scheint aufregender als ich dachte: von ESC bis Notaufnahme.

    Frau Landlebenblogs Auto versucht sie umzubringen: Master of the Universe.

    An ongoing archive of Abandoned Blogs. (via Messy Nessy)

    Im Standard ein schöner Artikel zu dritten Orten: Beisl, Fitnessstudio, Bücherei: Warum wir einen „dritten Ort“ brauchen (via Ligne Claire)

  • 25-05-20 Croissants schnabulieren, Kirschrosinen (Dithmarschen – Berlin)

    25-05-20 Croissants schnabulieren, Kirschrosinen (Dithmarschen – Berlin)

    Es ist zu trocken. Der Zierapfel setzt keine Früchte an. Die Mirabellen beginnen zu vertrocknen.

    Madame nahm das Linientaxi auf die Latifundien. Der Fahrer: Ein Landsmann von Jenseits des Limes. Dort entkrautete sie Beet 1R und hing ein Foto eines Berliner Ponys an die Wand.

    Am Morgen stand sie Aug in Aug mit einem Reh direkt hinter dem Zaun.

    Der Kaptain beginnt ernstlich mit Packen.

    Mit dem ESC bin ich nach dem Finale wieder versöhnt. Sehr schöne, witzige Show der Schweizer Gastgeber, ein verdienter Gewinner und eine deutlich vielfältigere Songauswahl. Spannend: wie oft der ARD-Moderator „Stefan Raab“ sagte – bis dann die eher mäßige Platzierung des deutschen Titels offensichtlich wurde, und auch der Heilsgott des deutschen ESCs nicht mehr angerufen werden musste.

    Bei der EBU werden viele Menschen tief durchgeatmet haben, dass Israel nicht gewann. Den Stress, den ESC in einem weltemotionalisierenden Kriegsgebiet auszurichten, wird sich dort niemand antun wollen.

    Die Shell-Tankstelle am Sachsendamm soll abgerissen werden und einem zehnstöckigen Bürohaus weichen. Ich möchte jemand am Kragen nehmen, schütteln und sagen „Wohnungen! Berlin braucht Wohnungen!“

    Wir haben Peak Franzbrötchen erreicht. Es gibt jetzt Franzbrötchen-Likör namens Franzi.

    Waldmeistereis am Multimediabrunnen

    Zum Abschluss, ein Gang durch die Sommermetropole Dithmarschens: Büsum. Ich bewunderte Baustellen, Schuhgeschäfte und natürlich das Meer.

    Vor dem Rathaus saß ich mit Waldmeistereis und betrachtete den Multimediabrunnen: ein kleines Wasserspiel, mit LEDs beleuchtet, die am frühen Abend mehr zu erahnen als zu sehen waren. Mich freute, dass in dieser tiefschwarzen bis ehemals tiefbraunen Gegend ein Regenbogen geflaggt war.

    Noch mehr freute mich allerdings der Anblick des Rathauses an sich. Saßen doch vor 13 Jahren Madame und ich mit einer sehr motivierten Standesbeamtin hinter diesen Mauern. Während wir noch im Modus waren, dass Heiraten ja auch ganz nett sein könnte, war die Dame fest gewillt und sofort und unter allen Umstüänden zu vermählen.

    Es dauerte dann doch noch ein paar Wochen – aber die Entscheidung und damit das Rathaus machen mich immer noch glücklich. Ich saß also gut.

    Auch gut saß ich auf einer Bank am Strand, Wind in den Haaren, das Meer vor mir, las ich in meinem bisherigen Modellentwurf für die Bachelorarbeit und überarbeitete ihn innerlich.

    Der perfekte Ort, um über so etwas nachzudenken. Leider allerdings nicht der perfekte Ort, um es dann strukturiert niederzuschreiben: Also zurück an den Schreibtisch, zurück nach Berlin.

    Ho fatti salti mortali

    Abfahrt Dithmarschen: 10:15h, Ankunft in den mittelmärkischen Hamptons: 15:45. Zwischendurch: Gemüse am Hofladen kaufen, A23/ A7/ Hamburg/ A24/ Latte Macchiato in Schaalsee/ A24/ A10/ Tanken/Spargelhof/ Latifundien.

    Ich wollte ja nur eine Kleinigkeit, dachte, das geht auch an direkt an der Autobahn. Aber naja, bei 7,50€ für ein belegtes Käsebrot werde selbst ich preissensibel und verzichte.

    An der Autobahn lagen tote Waschbären.

    Weiterhin begleitete mich Annalisas Italo-Pop-CD E Poi Siamo Finiti Nel Vortice. Wenn man diese nur oft genug hört, fällt auf, dass Bellissima eigentlich ein Sport-lied ist, das sich als Liebeslied tarnt: ich kämpfe darum, elastischer zu sein // Ich habe Salti Mortali gemacht // Ich gehe ins Bett in Adidas-Shorts // Lass uns die Sport-Musik auflegen.

    Zum Ende der Fahrt eine kurze Einkehr am Hofladen des Spargelhofs. Mir war zu Ohren gekommen, dass die Milchorräte ausgingen. Hier fand ein kleiner Clash der Kulturen statt.

    Ich dachte „Der Hofladen halt ein nahe gelegener Supermarkt mit speziellen Angebot, der Sonntags geöffnet hat. Ich will nach Hause und muss auf Klo.“ Die meisten anderen Besucher*innen dachten: „Oh Tagesausflug! Ah! Zum Spargelhof! Uh! Da haben wir Spargel gegessen! Und es gibt auch noch Andenken! Und nicht nur Spargellikör und Erdbeernudeln, sondern sogar Käse, Milch, Fleisch und Gemüse! Wow! Lass uns jede Milchtüte einzeln betrachten!“

    Aber ich blieb höflich und habe auch niemand aus dem Weg geschoben. Mit Milch und Croissants verließ ich den Laden.

    Im Duft der Abelie

    Und dann die Latifundien: Noch ist alles grün. Ein wenig Regen unter der Woche ließ den Mohn sprießen, der Ginster zeigt Blütenansätze, die Pfingstrosen sind auf. Die Erbsen wachsen weiter, die Abelie betört alles in mehreren Metern umkreist. Man möchte nur die Arme ausbreiten und Aah sagen.

    Aber auch: es ist zu trocken. Am Kirschbaum hängen eingetrocknete Früchte, eher an Rosinen erinnernd als an Kirschen. Eine Blüte erlebt auch der Rosentriebbohrer (entweder Blennocampa elongatula – aufwärtssteigend; oder Ardis brunniventris – abwärtssteigend) frisst die Rosenknospen auf. Das ist insbesondere bei den einmalblühenden Alten Rosen misslich, denn dieses Jahre werden es Nullmalblühende Rosen – so zerstörerisch ist die Wespe.

    Auf dem Schreibtisch wartete Vašek Chvátal auf mich; also vielmehr sein Buch Linear Programming, frisch mit der Post eingetroffen aus der UB Hagen. Mir ist noch nicht ganz klar, wann ich es lesen werde. Aber es ist wichtig – und zitieren sollte ich es auf jeden Fall.

    Entschuldigt das leicht monothematische derzeit zur Linearen Programmierung. Aber ich kann versprechen, dass es noch schlimmer werden wird.

    Milli Vanilli und die brüllende Sonne

    Christiane bei den Filmfestspielen in Cannes. Die Eröffnung. Und wie sie versuchte, den Film Amrum on Faith Akin zu sehen.

    Kieselblog in Neustadt. Eine Installation über abgerissene Bauten im Ruhrgebiet. Mit Schwimmbad natürlich.

    Farnientes finden das beste italienische Eis Frankfurts. In einer japanischen Eisdiele.

    Bei Kreuzkümmel-Lamm war ich gekauft.

    Julia Pracht fuhr mit dem Zug on Sarajevo nach Mostar.

    Die BBC mit einem bezaubernden Gartenvideo von 1979: “All I know is you put the hairy end of the plant in the garden”. Via Messy Nessy.

    Markus über die Sonne. Gäbe es schallwellenübertragende Luft zwischen uns und ihr, würde sie mit 100 Dezibel brüllen:

    Würde in einem solchen Szenario plötzlich die Sonne erlöschen, würden es noch 14 Jahre dauern, bis die letzten Schallwellen die Erde erreicht haben. Wir würden also 14 Jahre lang auf einem finsteren, vereisten Planeten verbringen, während uns 14 Jahre lang eine gestorbene Sonne mit hundert Dezibel anbrüllt.

  • 25-05-13 Die Stunde des Gartenfalken

    25-05-13 Die Stunde des Gartenfalken

    Madame brachte ungesponnene Schafwolle auf den Beeten aus. Dabei bestimmte sie einen Wiesenbocksbart.

    Meine Holzhacktechnik verbessert sich. Das Körpergedächtnis kehrt zurück.

    Beim Erholen vom Holzhacken gelesen: Ein Hof und 11 Geschwister. Dolles Buch. Nachdem mich quasi schon die gesamte Familie dazu gedrängt hatte. Später mehr. Ich habe mich extra nach dem ersten Drittel gestoppt, damit ich länger etwas vom Text habe und demnächst weiterlesen kann.

    Es ist zu trocken. Die mittelmärkische Flora legte eine Blühpause ein. Die Äpfel sind endgültig durch. Aber Mohn, Pfingstrosen und andere machen keine Anstalt nachzulegen. Einzig Knautzien und Skabiosen – beide auch wild in der Wiese – zeigen erste Blüten.

    Das Essen blieb saisontypisch: geschälter Spargelbruch direkt vom Spargelhof. Am Samstag mit Rührei, am Sonntag mit Merguez. Madame hatte aus Frankreich noch rosa Kekse mitgebracht, auf deren Packung zwei Gläser Sekt abgebildet waren. Wir griffen die Anregung Samstagabend auf.

    Der Spargelhof weiß wie das mit den Verkaufen funktioniert. Er stellte die duftenden Erdbeeren genau in den schmalen Durchgang. Wir wurden schwach, haben das teure Vergnügen aber nicht bereut: sie schmeckten so herrlich wie sie rochen.

    Berlin-Nachklänge

    Im Berliner Treppenhaus mal wieder ein neuer Briefkasten. Diesmal mit chinesischen Nachnamen. Wir vermuten, dass durch die Hauserwerfungen der letzten Jahre viele Schlüssel der Originalbriefkästen verloren gingen, neue Mietparteien jetzt immer gleich einen neuen Briefkasten statt eines Schlüssels bekommen.

    Ein Nachtrag zu Samstag: Madame war in den 2010ern noch im Baerwaldbad Schwimmen und Aquagymnastiken. In den letzten Jahren seiner Öffnung, als Stadt und Bezirk das marode Bad schon erfolgreich an einen privaten Verein abgeschoben hatten, hatte dieser Hallenzeiten an den Unisport der TU Berlin untervermietet.

    Der Unisport war auch für nicht Uni-Angehörige offen (und ist es immer noch, vielleicht auch ein Tipp für andere Städte) und so landete Madame im besondersten aller damaligen Berliner Bäder – und war nachhaltig beeindruckt.

    Meermoabit sammelt rote Kastanien. Vor dem Baerwaldbad steht eine.

    Das Rätsel des nächtlichen Besuches ist gelöst

    Am Wochenende war Stunde der Gartenvögel. Diese ließen uns etwas hängen. Dafür hätten wir jede Menge Garteninsekten und selbst Säugetiere bieten können.

    Noch auf dem Parkplatz in Berlin: Eine Hornisse.

    Auf der Anfahrt zu den Latifundien: ein Fuchs am hellichten Tag am Straßenrand. Als wir anhielten um zu filmen, ging er faul durch den Grünstreifen auf das nächste Feld, hat sich da erstmal hingesetzt und am Ohr gekratzt.

    Auf der Rückfahrt: ein gigantischer Igel, der vor uns die Straße kreuzte. Bei seinem Anblick konnte ich vollumfänglich den englischen Begriff „hedgehog“ für den Igel nachvollziehen.

    Im Garten viele Bienen aller Art, viele Solitärwespen und besonders zutrauliche Holzbienen. Die eigentlichen Vögel hörten wir eher als dass wir sie sahen: Nachtigall, Rotschwanz, Kuckuck. Wirklich gesehen: eine Kohlmeise, zwei Spatzen, vermutlich Elstern.

    Großer Star unserer Zählung war ein eher ungewöhnlicher Gartenvogel: der Turmfalke. Dieser jagte anderthalb Tage lang über den Nachbaräckern, flog mal tief über den Garten, dann hoch in der Luft rüttelnd. Dann in unruhigen Flug in weiter Entfernung, dann wieder knapp hinter dem Zaun.

    Einen anderen Besucher haben wir immer noch nicht Aug-in-Aug gesehen. Aber seit Jahren haben wir, sobald wir Nachts das Auto abstellen, am nächsten Morgen lehmige Pfotenspuren auf Rückfenster und Dach sowie eine Rutschspur-mit-dem-Arsch auf der Frontscheibe. Unser Verdacht war eine Katze – aber eine recht dreckige.

    Die Wildkamera löste dieses Rätsel: Die Dreckspatz-Katze ist in Wahrheit ein Marder.

    150/180

    Die Note für die letzte Fernuni-Klausur des Wintersemesters kam. Informationsmanagement ist bestanden. Damit ist der aktuelle Stand im Bachelor Wirtschaftsinformatik.

    Pflichtveranstaltungen

    • BWL 35 von 35 nötigen ECTS ✅
    • VWL 5/15
    • Mathematik 20/20 ✅
    • Informatik 30/30 ✅
    • Wirtschaftsinformatik i.e.S. 40/40 ✅

    Wahlpflicht

    • Seminar 10/10 ✅
    • Freies Modul 10/10 ✅
    • Wirtschaftsinformatik-Modul 0/10

    Bachelorarbeit 0/10

    Damit sind 150 von 180 ECTS erworben.

    Nach Plan kommen die letzten 30 ECTS dieses Semester. Subplan: Fast alle Zeit und Energie geht in die Bachelorarbeit. Die beiden „normalen“ Klausuren (Knowledge Management und Mikroökonomie) werden halt Augen zu und knirsch.

    Auch entdeckte ich in den letzten Wochen: Würde ich dieses Semester einfach alle geplanten Sachen lassen und nur das freiwillige Modul „Lineare Algebra“ belegen, würde mir die Bachelorarbeit leichter fallen. Irgendwie schreibe ich nominell im Bereich BWL, ein Großteil meiner Literatur stammt aber aus der Mathematik. Gerade lud ich aus der Bibliothek das PDF zu „Linear Programming – Foundations and Extensions“ herunter.

    Falls die Bachelorarbeit nichts wird, hab ich durch das Buch dennoch einen persönlichen Gewinn. Denn „The latest edition now includes … an application of integer programming to solve Sudoku problems“.

    Sizzle Drizzle und Riz Casimir

    Die Financial Times wirft einen kritischen Blick auf Sam Altmans (OpenAI/ChatGPT) Küche: His kitchen is a catalogue of inefficiency, incomprehension, and waste. If that’s any indication of how he runs the company, insolvency cannot be considered too unrealistic a threat.

    Frau Zimtkringel kocht ein Schweizer Traditionsgericht, und genau das wird es Montag Abend bei uns zum Essen geben: Riz Casimir – Kindheitserinnerungen

    Poupou stellt veganes Pistazieneis her.

    Die Kaltmamsell wandert durch Wolfratshausen und Schäftlarn. Die einzige Gegend im Großraum München, in der ich mich dank elincognito ein wenig auskenne. Die Hälfte der Lektüre erwartete ich halb, dass elincognito hinter einem Busch hervorspringt und „buh!“ ruft.

    south spielt mit dem Großen Halluzinator

    Hallo namenloser Halluzinator. Bitte gib mir eine Illustration und Empfehlungen passend zum oben stehenden Artikel. (Anbei eine kuratierte Auswahl, in Wahrheit laufen etwa 25 Prompts mit einer hohen zweistelligen Anzahl an Empfehlungen. Ich nehme natürlich das, was ich am spannendsten finde.)

    Empfehlungen

    Der Halluzinator hat diesmal heftig halluziniert. Jede Menge nicht vorhandene Bücher, Filme, Schwimmbäder und Seen vorgeschlagen.

    Andererseits: die Verbindung von Song und Duft war auch seine Idee – und die ist ziemlich genius.

    Eine wieder durch mich vorgenommene subjektive Auswahl der Empfehlungen:

    Film

    Le quattro volte“ (2010, Italien)
    Begründung: Vier Lebenskreise in Kalabrien – Baum, Ziege, Mensch, Rauch. Wie ein verlängertes Beobachtungswochenende. Ein leiser, fast wortloser Film über Ziegen, Erde, Zeit und Wandel im ländlichen Kalabrien. Warum: Er spricht mit Turmfalken, nicht mit Erklärungen.

    Essen

    Pfannen-Merguez mit lauwarmem Linsensalat und Senfkräuter-Vinaigrette.
    Begründung: Nährt und wärmt nach dem Holzhacken, würzig wie der Marderbesuch.

    Buch

    Gertrud Kolmar – Lyrik und Prosa (z.B. aus Die Frau und die Tiere)

    Warum:
    Kolmar, die stille Schwester von Walter Benjamin, schreibt in einem Mischton aus Naturbetrachtung und innerem Beben. Ihre Tiere sind keine Metaphern, sondern Gegenüber. In einem ihrer Texte: ein Igel im Garten. Ihre Sprache hat etwas von der Wolle: rau, strukturiert, warm. Und sie kennt den Rand von Berlin besser als jede andere Schriftstellerin ihrer Zeit.

    Essay

    John Berger: Why Look at animals // Kurzer, kluger Essay über Tiere im Kapitalismus, auch geeignet für Turmfalken und Marderanalysen. (Lange Werkbesprechung)

    Songs

    Brìghde Chaimbeul – „Thèid mi lem òn“ (mit Colin Stetson) Begründung: Gälische Pipes & Bassklarinette – archaisch und akademisch zugleich. // Anmerkung: Gibt es gar nicht. Aber es gibt Brìghde Chaimbeul featuring Colin Stetson – Pìobaireachd Nan Eun | The Birds

    Beth Ditto – „I Wrote the Book“ // ?️ Duft: Roter Pfeffer, Lippenstift, heißer Drucker // Notiz: Du denkst: Ich kann alles. Selbst Wirtschaftsinformatik.

    Seu Jorge – „Chatterton“ // Duft: Nasses Gras und Orangenhaut // Notiz: Madame trocknet das Handtuch auf dem Balkon. Du hörst das Schwimmbad in der Ferne. (Ich bin schockverliebt in diese Aufnahme mit Ana Carolina)

    Angèle – „Libre“ // ? Duft: Reife Erdbeere mit Spritzer Champagner // Notiz: Samstagabend, du öffnest die rosa Keksverpackung und fühlst dich überraschend glamourös.

    Computerspiel

    “Mutazione” von Die Gute Fabrik

    Genre: Mutantensoap, Gärtnern, Zwischenmenschliches
    Plattform: PC, Switch, PS4, iOS
    Spielzeit: ca. 6–8 Stunden (perfekt für ein langes Wochenende)
    Warum passt’s zum Text?

    • Garten als Ort der Resonanz: Du pflanzt Dinge an, beobachtest, wie sie reagieren. Es gibt Krankheiten, Wetter, Gespräche – genau wie beim Wiesenbocksbart.
    • Tierhafte Wesen mit Geschichten: Kein Turmfalke, aber viele andere. Und sie reden. Und manchmal schweigen sie besser.
    • Stille, Rhythmus, Textfragmente: Alles ist langsam, seltsam, liebevoll kaputt. Wie eine Hornisse, die sich verflogen hat.

    Beim Spielen:
    – Iss rosa Kekse.
    – Mach dir Notizen auf echten Papierzetteln.
    – Wenn der Marder auftaucht: keine Panik. Der ist Teil des Spiels.

  • 25-05-08 Ein zweischneidiges Pferd

    25-05-08 Ein zweischneidiges Pferd

    Ein FlixBus nach Krakau fuhr an mir vorbei.

    Madame brachte Grünen Spargel, Mohnkäsekuchen (oder Käsemohnkuchen) und Heringssalat vom polnischen Stand auf dem Wochenmarkt mit.

    Bei ÖzGida hatte ich im Kühlregal semifertige Böreks gefunden. Also fertig gerollte Böreks, die zu Hause nur noch finalisiert werden mussten. Ich war natürlich neugierig und dachte an Finalisierung im Backofen. Die Packungsaufschrift allerdings verlangte eine Fritteuse oder eine Pfanne mit viel Fett.

    Die Börek selber waren okay, Aber wenn ich aus der Haustür trete, habe ich in „Notfalls-kann-man-die-Strecke-noch-im-Schlafanzug-zurücklegen“-Entfernung gleich zwei Quellen sehr guter fertig produzierter Böreks; wird also keine Wiederholung.

    Mir träumte, ich saß in einer Schwimmbadkasse und zusammen mit der Kassiererin müssten wir kleine Phiolen mit einer hellblauen gefährlichen Chemikalie entsorgen, indem wir sie in gefütterte Briefumschläge steckten und mit der Post an einen sicheren Ort verschickten. Als mir auffiel, dass Glasphiolen mit Chemikalien in Briefumschlägen keine gute Idee ist, fiel mir auch auf, dass ich gerade träume, im Traum eh alles egal ist, und ich ja einfach weiter machen kann.

    Der Song Strange Fruit, im Original von Billie Holiday, hat in meinem Herzen einen besonderen Platz. Umso faszinierter war ich als ich die reduzierte, fast sakrale Version von Dominique Fils-Aimé entdeckte.

    Schöne Mailadressen: sekretariat.gegenwartsdiagnosen@

    Von diesem Sekretariat bekam Madame die Mitteilung, dass sie am Seminar Religion in der späten Moderne der Fernuni Hagen teilnehmen wird.

    Vielleicht gönne ich mir den Absender für eine meiner Domains. Die Mailadresse sekretariat.gegenwartsdiagnosen@zitronenpresse.info würde mir gefallen.

    Madame ließ auf ihrem Laptop eine Fernuni-Veranstaltung mitlaufen und ich hörte zu. Wir hörten ein Referat um das Konzept des Sexuellen Kapitals, das angelegt an Bordieus Soziales und Kulturelles Kapital gedacht wird. In der Nachbesprechung kam irgendjemand auf Reiten und Ställe und es folgte der schöne Satz des Professors „Das ist ein zweischneidiges Pferd.“

    Mittagspause auf der Bürorückseitengrünfläche neben den Spielplatz-Holz-Kühen mit Abrissbaggersoundtrack. Nicht nur wir haben Probleme mit Tauben, die an Scheiben fliegen. Ein Mann veranstaltet Schattenspiele, während er Glasscheiben mit Mustern beklebt, die Vögel abhalten sollen.

    Dantzig – von Neumann – Nash

    Für den Freundeskreis englischer Vorlesungen über Lineare Programmierung machte ich eine neue Entdeckung: 24. Linear Programming and Two-Person Games Diese ist besonders. Professor Gilbert Strang ist zum Zeitpunkt der Veranstaltung 84 Jahre alt und er hat nicht ganz den Zug und das Tempo von Srinivas Devadas in 15. Linear Programming: LP, reductions, Simplex.

    Dafür grübele ich seit zwei Tagen, ob der Kernpunkt von Strangs Vorlesung jetzt super spannend oder super banal ist.

    Denn Lineare Programme sind zweischneidige Pferde. In der BWL-Normalvariante geht es darum den Ertrag maximal zu gestalten. Das geht aber einher damit, dass die Verschwendung (Schattenpreise) durch brachliegende Kapazitäten minimiert werden soll.

    Im Normalfall der Ingenieurwissenschaften („minimiere Kosten“) lautet die quasi-Rückseite „maximiere die Menge nicht benötigter Ressourcen.“

    Am Ende hat man in beiden Fällen für ein Problem zwei Gleichungssysteme. Je nachdem wie mensch es aufstellt, hat man entweder ein Maximierungsproblem oder ein Minimierungsproblem. In genau einem Fall – dem Optimum – ist das Ergebnis für das Minimierungs- und das dazugehörige Maximierungsproblem identisch.

    Für die praktische Berechnungen ist das relevant, da sich meist eines der beiden System leichter ausrechnen lässt und mensch ohne Verluste zwischen beiden Systemen hin- und herspringen kann.

    Strang vergleicht dies nun mit dem klassischen Problem der Spieltheorie, dem Zwei-Personen-Nullsummenspiel, bei dem eine Seite versucht den Gewinn zu vergrößern, die andere versucht, den Verlust zu verkleinern.

    Leider ist die Zeit der Vorlesung zu Ende bevor Strangs Gedanken zu Ende gekommen sind, so dass mir nun jenseits des Offensichtlichen der echte mathematische Zusammenhang zwischen beiden Phänomenen fehlt.

    Auf nach Codeocean

    Schön ist es, wenn einem das Land Berlin einen spontanen Feiertag schenkt. Nicht so schön ist es, wenn Brandenburg nicht mitmacht und wir trotzdem um 5:40h beim Frühstück sitzen, damit Madame rechtzeitig in die Hafenstadt kommt.

    Immerhin hätte ich dadurch einen frühen Start in den Tag, wenn ich nicht so müde wäre.

    Mein Plan ist es, den R-Kurs diese Woche möglichst zu vollenden. Eigentlich war der mal mit vier Wochen je 3 bis 7 Stunden pro Woche angesetzt.

    Nun ist mein letzter Versuch ein paar Jahre her und seitdem habe ich R nie wieder ernsthaft angeschaut. Aber seitdem sind sowohl mein Wissen über Statistik wie auch über das Funktionieren von Programmiersprachen gestiegen ist. Ich hoffe, ich werde 12-Stunden-Aufwand-Variante durchleben.

    Schön: das gute am Kurs waren damals die zahlreichen Übungsaufgaben. Während die Integration der Aufgaben direkt nach RStudio kaputt zu sein scheint, findet sich noch eine Web-Browser-Variante auf Codeocean. Die lässt sich zurücksetzen und neu lösen und bewerten.

    Ob ich den großen Halluzinator dazu bringen kann, Aufgaben zu stellen und zu bewerten? Eigentlich müsste er das doch können.

    Abreißen, Umbauen, Radfahren

    Ich hatte davon schon länger gelesen und es für eine wirre Wettbewerbsidee von Architekten gehalten. Aber anscheinend soll es wirklich passieren: MVRDV und Zecc Architecten haben den Wettbewerb zur Umnutzung der Kirche St. Franz von Assisi im niederländischen Heerlen gewonnen. Aus dem leerstehenden Gotteshaus soll ein öffentliches Schwimmbad werden. Das Projekt trägt den Namen »Holy Water«

    Ein verwunschenes Mini-Eckchen Schöneberg liegt fast am Innsbrucker Platz am Ende der Kärtener Straße im schmalen Bereich zwischen Ringbahn, Nord-Süd-S-Bahn und Stadtautobahn. Dort liegen vielleicht acht Schrebergärten und eine handvoll Häuser und Kleinindustriebauten. Der Zugang ist nur von einer Seite unter einer S-Bahn möglich, und sobald man die Brücke durchschritten hat, fühle ich mich wie in einer anderen Welt.

    Nicht mehr lange: Neues Stadtquartier „SCHÖNEWERK“: PRIMUS plant gemischt genutztes Areal in Schöneberg

    Auch Büsum baut fleißig.

    Direkt gegenüber den Südkreuz Offices wird die erste Senior Mass – wir bleiben Mobil – Fahrraddemo für Senioren stattfinden.

    southpark spielt mit dem Halluzinator

    Hallo namenloser Halluzinator. Erstelle mir eine Illustration passend zum Text und verschiedene Empfehlungen.

    Empfehlungen

    Ein Ort

    Ort: Bydgoszcz (Bromberg), Polen

    Warum?

    – liegt auf der Bahnstrecke Berlin–Krakau, aber niemand spricht darüber.
    – hat eine alte Papierfabrik, ein Wasserfiltermuseum (!) und ein Exploseum, das ehemalige Sprengstoffwerk von Dynamit Nobel.
    – perfekte Kulisse für postindustrielle Spaziergänge mit Heringssalat im Beutel.
    – sehr gute Pierogi und Mohnkuchen, besonders im Kawiarnia Kogel Mogel.
    – jede dritte Ecke sieht aus wie der Traum mit den Chemikalienbriefen.
    – die Stadt hat ein Wasserwerk, das wie eine Fernuni aussieht, und eine Fernuni, die aussieht wie ein Wasserwerk.

    (Anmerkung southpark: Bydgoszcz (Bromberg) liegt nicht an der Bahnstrecke nach Krakau, ich finde kein Wasserfiltermuseum (sondern ein „Museum zur Geschichte der Seife und des Schmutzes“ und ein Wasserleitungsmuseum in einem imposanten Wasserturm). Eine Fernuni scheint es auch nicht zu geben. Aber das Exploseum und Kogel Mogel existieren wirklich.)

    Ein noch zu schreibendes Computerspiel

    Titel: “Schattenpreis.exe”

    „Du bist müde. Du hast Hunger. Du bist die Variable.“


    ? Genre

    ? Postbalkan Point & Click + Linear-Programming-Puzzle-Adventure + Surreal Simulator
    Stell dir „Disco Elysium“ vor, aber mit Börek, Open-Source-Statistik und inneren Stimmen wie „Madame“ und „Der Halluzinator“.


    ? Spielwelt

    • Berlin-Altbau in ISO-Perspektive, bei Regen. Jede Tür führt in ein eigenes logisches System:
      • Küche = Budgetrestriktion
      • Flur = Dualitätssatz
      • Balkon = Schattenpreise vs. Schlafmangel
    • Marktstände mit NPCs, die dir Mohnkuchen verkaufen, aber nur, wenn du vorher eine Lektion über das Konzept des Sexuellen Kapitals bestehst.
    • Albtraum-Level: Schwimmbadkasse, bei dem du im Traum mit einem Kassenscanner gefährliche Chemikalien sortierst.

    ? Mechaniken

    • Dual Decision Trees: jedes Gespräch führt zu einem linearen Optimierungsmodell.
    • Ermüdungs-Simulation: Je länger du spielst, desto „weicher“ wird die Sprache und desto surrealer die Spielwelt.
    • CodeOcean-Modul: Du musst echte R-Statistikrätsel lösen, um Türen zu öffnen.
    • Mail-Adressen-Bastler: Sammle Begriffe im Spiel, kombiniere sie zu würdigen Domains, unlocke geheime Räume.
      Tipp: „sekretariat.gegenwartsdiagnosen@zitronenpresse.info“ bringt dich ins Bonuslevel.

    ? Endgegner

    • Gilbert Strang als NPC-Boss, der sich in einen alten Nadeldrucker verwandelt, während er erklärt, warum dein Modell nicht lösbar ist.
    • Du musst die Gleichungen neu formulieren – mit Augenringen und Kekskrümeln auf der Tastatur.

    ? Release-Plattform

    Nur als open beta auf itch.io, nie finalisiert.
    Der letzte Patch heißt „codeocean-nash.bugfix4.r“.