Monat: Mai 2026

  • 26-05-30 Bildung ist nicht Vorbereitung auf das Leben; Bildung ist das Leben selbst

    26-05-30 Bildung ist nicht Vorbereitung auf das Leben; Bildung ist das Leben selbst

    In der U-üc eine junge Frau mit zwei großen Liebeskind-Papiertüten, in denen etwas zehn neue Handtaschen waren, die sie aufmerksam betrachtete. Für Privatverbrauch zu viele, für kommerziellen Einkauf zu wenige. Was auch immer die wahre Geschichte hinter dem Transport war, sie war sicher spannend.

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    Vor mir auf der Südkreuz-Treppe – die Rolltreppe funktioniert natürlich immer noch nicht – ein junger Mann, sein Rucksack so behängt mit Hyroxund Athelete-, Aufnähern, Aufklebern und Anhängern als wäre er ein achtzigjähriger russischer General, schleppt sich auch die Treppe hoch als wäre er ein achtzigjähriger russischer General.

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    Was wird früher fertig werden? Die Reparatur der Rolltreppen am Südkreuz oder die daneben liegende Baustelle der BSR-Zentrale des S!nn-Campus?

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    Mir träumte, ich wäre auf einer Abschlussfeier unter einem Zeltdach, bei der fast nur Frauen geehrt wurden. Angesichts der Ereignisse der Tage war dies ein beleidigend unorigineller Traum.

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    Es waren zwei Arbeitstage mit Abschlussfeier.

    S!nn Campus in spe

    Business Applications oder Fachapplikationen?

    Fast hätte ich Freitag ein wenig „Rücken..“ in den Team-Chat gejammert und wäre im mobilen Büro zu Hause geblieben. Aber am einzigen Büroarbeitstag der Woche, nach zwei Tagen Urlaub, wäre mir das dann doch zu peinlich mir selbst gegenüber gewesen.

    Während Madame gleich ein volles back-to-work Programm absolvierte, ging es bei mir außerhalb einiger seltsamer Meetings eh gemächlicher los. Die Freibadsaison startet spätestens Montag, das heißt fast aller Freibadsaisonsvorbereitungsstress ist durch die Organisation durch.

    Ich überstand das donnerstägliche Neun-Uhr-Meeting, das ich selber angesetzt hatte. Zum Glück mussten dort zwei Dienstleister vortanzen, während ich nur ein wenig angesäuert durch die Gegend hmm’en durften.

    Ich überstand sogar das freitägliche 9-Uhr-Meeting im Büro, das ich nicht selbst angesetzt hatte und bei dem ich sogar was machen musste. Und zu meiner großen Überraschung überstand ich selbst das Freitag-14-Uhr-Meeting zum Thema Service-Portofolio.

    Hinter dem Büro

    Reflexionsritual

    Sicher hat es eine karmische Bedeutung, dass ich auf dem Weg zur FernUni-(Abschluss)-Alumni-Feier ausgerechent am Ullsteinhaus aussteigen musste, in dem ich sieben Jahre arbeitete. Aber ich verstand sie nicht.

    So wurde der Donnerstag ein Doppel-Vergangenheits-Abend. Einmal geplant und absichtlich: Ein Rückblick auf die nähere Vergangenheit, das FernUniHagen-Bachelor-Wirtschaftsinformatik-Studium, ein Rückblick auf die fernere Vergangenheit, die Jahre bei Computacenter.

    Für mich aber auch ein Ausblick auf die nähere Zukunft: den Master Wirtschaftsinformatik.

    It’s time to play the music, it’s time to light the lights

    So ein Fernstudium ist ja etwas eigen. Inhaltlich unterscheidet es sich kaum von einem Präsenzstudium, auch die Organisation dahinter ist am Ende eine normale staatliche Universität wie man sie halt so kennt mit ihren Lehrstühlen und Gremien und so. Aber sie ist halt ortlos und damit in gewisser Hinsicht körperlos.

    Kommliton*innen sah ich meist nur während der Präsenz-Klausuren, leibhaftige Professoren nur angesichts zweier Studientage und eines Seminars. So passte es auch, dass das Zeugnis per Post kam.

    Allerdings fiel selbst der FernUni auf, dass das eine arg freudlose Methode ist, so einen prägenden Lebensabschnitt zu beenden, und sie erfand die Alumni-Feier. In jeder Stadt, in der es einen Außenstandort gibt (wie zB Berlin) werden alle Absolvent*innen des letzten Jahres zu einer Feier eingeladen.

    In Berlin dieses Jahr: In die Ufa-Fabrik, ein leicht alternatives Kulturzentrum direkt am Teltowkanal (neben dem Ullsteinhaus) mit einer wirklich schönen Sommerbühne unter dem Zeltdach.

    On the most sensational inspirational, celebrational, Muppetational

    Es begleitete das Saxophon-Quartett Quadrophon, mit schmissig gespielten Jazz-Standards, die mein Herz spätestens gewannen, als sie das Muppet-Show-Theme spielten.

    Es gab drei Reden. Der Universitätsrektor Stefan Stürmer hatte sich höchstpersönlich nach Berlin zum Gratulieren begeben. Dessen Reden war den Umständen nach mehr als gut. Aber wenn er mit einem Zitat eines meiner persönlichen Helden der Politischen Theorie beginnt, muss es ja gut werden. Auch wenn hier John Dewey als Erziehungswissenschaftler zitiert wurde:

    Bildung ist nicht Vorbereitung auf das Leben; Bildung ist das Leben selbst

    Wann ist der richtige Zeit und der richtige Ort, um auch einmal leicht ins Pathos zu fallen, wenn nicht diese Veranstaltung. Und auch sonst gelang es Stürmer, überzeugend zu vermitteln, dass ihm die Fernuni in all‘ ihrer Eigenheit und die Student*innen in all‘ ihrer Verschiedenheit, ein persönliches Anliegen sind.

    Daneben sprach Felix Ackermann, ein ursprünglich aus Berlin stammender Historiker, der die Anwesenheit gleich mal befragte, wer noch gedruckte Zeitung liest (~ 2% der Anwesenden), wer Telegram auf dem Handy hat (~ 20%) und wer Signal (~ 80%), um dann sein Forschungsprojekt über Telegram-Nutzung im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine vorzustellen. Er brachte mich immerhin dazu, nachzuschlagen, was ich machen müsste, um an seiner historischen Exkursion nach „Postpreußen“ teilzunehmen.

    Dazu kam eine Absolventin, die ihren persönlichen, und wie bei den meisten, leicht schiefen, Weg zum Abschluss schilderte.

    Dann durften alle auf die Bühne, einzeln aufgerufen, namentlich genannt, mit einer Pseudo-Urkunde ausgestatte (die echte kam ja schon vor Monaten in der Post) und mit einem kleinen Präsent.

    Endlich mal Komiliton*innen sehen. Endlich mal schauen, wie viele Psycholog*innen hier sind (sehr viele, 50? 60?) und wie viele Wirtschaftsinformatiker (drei), oder Mathematiker*innen (null) oder Bilungdswissenschaftler*innen (~20?) – die alle in spannenden, schicken Interpretationen zwischen „akademisch-festlich“ und „Sommerfest“.

    Und zum Ende, das unwahrscheinlichste Treffen von Allen: 2015 hatte ich mal kurz das ZDF-Hauptstadtstudio dabei beraten, MediaWiki (die Software hinter Wikipedia) einzusetzen, um die Studiotechnik intern zu dokumentieren. Einer der damals beratenden Techniker ist nicht nur Chef des Berliner Alumni-Kreises der Fernuni, sondern hat mich auch gleich erkannt, und sich mit Freude an mich erinnert. Da war ich geplättet.

    Empfang

    Freitag war ereignisloser. Nach der Arbeit Madame treffen, die von dm kam, Milch und Aufbackbrötchen kaufen, packen, und auf die Latifunien fahren.

    Madame begrüßte den Turmfalkenturm. Uns begrüßte die Nachtigall, eine mittelgroße Haustürspinne, der Vollmond und ein Geschwader Mücken. Wo kamen sie her, Dienstag war das hier doch noch weitgehend mückenfrei?

    Links

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    Ich sag ja, IT und Prozesskram ist beides angewandte Arbeitsvermeidung, weil es darum geht, etwas so aufzusetzen, damit es danach möglichst umstandslos läuft. Dank Marc lernte ich dafür den schönen Begriff Zero Maintenance – keine unnützen Aufgaben.

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    Die besten Rezepte: Auf die Fragen was, wie viel, wann, warum kam oft genug die Antwort „Das merksch dann, musch halt probieren.“

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    Katzenfach im Bücherregal. Dieses Regal bleibt mir einfach sympathisch: Bücherliebe – 9 –

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    Ich vielleicht auch: Wäre ich König, so würde ich für jeden Menschen im Reich “Feierabend um drei!“ per Ukas verfügen. Nur ich selber würde bis zum Abend mit Gänsekiesel bei Kernzenschein über Akten und Urkunden brüten und wenn das Lachen der Kinder von der Straße in mein Arbeitszimmer im Palast hereindringen würde, würde ich leise und sehnsuchtsvoll seufzen.

  • 26-05-28 Ente im Totholz

    26-05-28 Ente im Totholz

    Soargwlbruxh

    (Keine Ahnung, aber steht in den Notizen)

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    Über das Internet trafen die letzten Heimfahrmeldungen der Besuchsgruppe Tauferinnerung ein. Der letzte Endgegner war das defekte Signal bei Lüneburg.

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    Madame pflanzte Zitronenthymian und eine Johannisbeere und säte kalifornischen Mohn.

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    Der Kaptain fand Word wieder auf dem Rechner.

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    Es waren drei Tage des Mikrourlaubs in den märkischen Hamptons mit Bussard ohne Oper.

    Grün zu bunt

    Der Bussard schrie, das Gras wogte, der Bauer sprühte Pestizide.

    Der Garten schaltet in den Sommermodus. Noch ist Grün die vorherrschende Farbe. Aber beinahe stündlich konnten wir Sträuchern, Stauden, Rosen und Ausgesähtem beim Aufblühen zusehen. Beim Versuch aufzuschreiben, was alles kreuchte, fleuchte, blühte, loslegte, schlug ich nur irgendwann die Hände über dem Kopf zusammen: „So viel! So viel! Wer soll dem allen Aufmerksamkeit schenken!“

    Selbst die Pfingstrose blühte rechtzeitig zu Pfingsten.

    Wichtig, weil für uns handlungsleitend: Die Rosentriebbohrer bohren weiter und tötet Knospen. Ihre Zahl ist gegenüber dem letzten Jahr zurückgegangen. Aber gerade wenn sie Knospen an den nur einmal blühenden Alten Rosen zerstören, ist das unerfreulich.

    Manchmal allerdings braucht es auch gar keine bohrenden Solitärwespen. Manchmal kann ich das auch alleine. Das von mir geschobene Benzinreh knabberte leider die versteckt gelegenen Knospen und Trieb der Tuscany Superb ab.

    Wichtig, weil Atmosphäre: Anscheinend sind diverse Gräser in der letzten Woche um einen guten halben Meter gewachsen. Wo sie mir bestenfalls bis zum Knie gingen, sind Teile der Wiese schon wieder schulterhoch. Die Wiese wogte im Wind, darüber ein Wölkchenhimmel, Gartengrasmücke und Amsel sangen um die Wette, während darüber ein Miniaturschwarm Stare kreiste.

    Die neu gesetzten Astern sind angewachsen. Scarman’s Himalayan Musk an der Pergola deutet erstmalig an wie buschig und prächtig das einst werden kann.

    Der Greifvogel, der ein wenig wie ein Rotmilan wirkte, aber etwas unruhiger flog, ließ sich anhand seines Schreis als Bussard erkennen.

    Eine Premiere: Enten im Garten. Normalerweise fliegen die gelegentlich am Hinter-dem-Zaun-Acker vorbei. Aber noch nie waren sie im Garten. Jetzt fast mehrfach. Eine setzte sich erst auf den Totholzstapel, dann verschwand sie darin, und wir sahen sie nie wieder.

    Später fand Madame, beim Versuch den Brötchenwagen abzupassen, das Nest des Turmfalken im Dorf. Es befindet sich in einem kleinen Türmchen, der Falke selbst zeigte es ihr, indem er lautstark und entschieden zwei Tauben aus dem Türmchen verjagte.

    Rucola als verbindendes Element

    Am Montag grillte ich experimental. Der Urlaubstag bot sich für Mikro-Abenteuer an, wie den zweiten Einsatz des Grill-Pizzasteins. Mir war nach Lahmacun, also sollte es Lahmacun geben: Hefeteig, eingerieben mit einer Tomaten-Hack-Masse, auf dem Stein kurz gegrillt und dann mit zweilerlei Salat befüllt (1 – Rucola, 2 – Tomate-Käse-Joghurt). Das war sehr fein. Aber es zeigte sich auch, dass ich wenig Übung mit Hefeteig und noch weniger mit den Pizzastein habe. Es war eine Arie der Umständlichkeit. Das schreit nach Wiederholung.

    Soargwlbruxh = Spargelbruch will mir inzwischen scheinen. Den kauften wir beim Spargelhof in der schon geschälten Variante1 für schnelle Zubereitung.

    Am Dienstag nach der Exkursion bereitete Madame ihn zu Salat mit Schinken und Kratzete zu. Mittwoch, zurück in Berlin streckte sie ihn mit Parmesan (Crowdfarming), jungen Zwiebeln (Gemüslichkeit), Sekt (Reste-der-Taufgruppe), und Milchreis-Reis (aus dem Joghurtglas in der Vorratsschublade, keine Ahnung woher ursprünglich: BioCompany? dm?) zu einem höchst schmackhaften Spargelrisotto serviert mit Rucola (Gemüslichkeit).

    Ich packte meinen Koffer und..

    Ich packte meinen Koffer und ich packte ein: Eine Badehose (nicht gebraucht) und zwei Opernkarten (nicht gebraucht) und ein Fernuni-Skript (gebraucht).

    Nymphensee/Waldbad

    Wir dachten, wir sind schlau und verlegen den Badeausflug dieses heißen Pfingstwochenendes auf den Dienstag, den Werktag. Es half wenig. Die 30 Grad schlugen den Werktag. Am Parkplatz des Nymphensees angekommen, sahen null freie Parkplätze und dafür mehrere Autos im Suchkreis fahren. Das sagte uns: Für unseren Geschmack zu voll.

    Aber da wir eh schon fast in Falkensee waren, schlug das Navi noch das Waldbad Falkensee vor. Dies ist mir bisher komplett unbekannt – und das kann nicht so bleiben. Von außen sah es nett aus, ein richtig unkompliziertes übersichtliches Kleinstadtbad. Aber natürlich war es auch viel zu voll.

    Aber es war eine wirklich schöne Landpartie durch den Brandenburger Sommer.

    Der Gesang der Vögel

    Sogar fest mit Termin im Kalender stand Orlando von Olga Neuwirth in der Komischen Oper. Gebucht hatte ich diese im April 2025, nicht bemerkend, dass dies kurz nach Pfingsten war, nicht wissend, dass ich Urlaub haben würde, die Gemüslichkeitsabholung die Logistik verkompliziert und nicht mal ahnend, dass ich den Tag bei perfekten 22 Grad mit Sonne und leichter Brise auf den Latifundien verbringen würde.

    Irgendwann fragte ich mich „Mal angenommen, jemand würde dir jetzt die Karten für heute Abend schenken, würdest du sie annehmen?“ Mein Spontanantwort war „Auf gar keinen Fall!“. Zum Glück dachte Madame ähnlich, und so war der Fall pro Bluthänfling und Contra Oper entschieden.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL

    Wirklich benutzt aus dem Koffer habe ich die Fernuni-Skripte zum Thema Dienstleistungsmanagement. Aus denen lernte ich etwas über Value-in-expectation, value-in-use, den Service Blueprint und die fünf Dimensionen der SERVQUAL lernte.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL beschreiben nicht etwa, wie man Kunden quälen kann, sondern sie stehen für SERVceQUALität.

    Dennoch ähnelt das BWL-Modul Dienstleistungsmanagement in vielem der Anleitung zum Leiden am Dasein. Immer wieder geht es darum, wie Anbieter Kosten verringern können, indem sie nicht-Basis-Leistungen der Dienstleitungen streichen oder Teile des Serviceprozesses an Kunden abgeben („den Kunden stärker in die Value-Co-Creation einbinden“).

    Das klingt im Modul recht sachlich, aber vor meinem inneren Auge sehe ich natürlich sofort Selbstbedienung aus der Hölle, irre Call-Center-Antwortbots und den oft scheiternden Versuch bei irgendeinem Dienstleister irgendwie eine’n kompetente*n Ansprechpartner*in zu bekommen.

    Überhaupt lernte ich, meinen nächsten Restaurant- oder Friseurbesuch in vollkommen neuen Worten zu beschreiben. Service-in-use und Service-in-expectation vielleicht, vermutlich aber nutze ich eher die Sichtbarkeitslinie und das Service Skript. Nur der Ausdruck „Kundenkontaktpersonal“ klingt für mich eher wie eine justiziable Beleidigung, denn wie eine sachliche Beschreibung.2

    „Sie..! Sie…! Sie Kundenkontaktpersonal!!“

    „Kehraus“ ist ein Kurzfilm von 1990 über Straßenkehrer in Leipzig

    Weil Zeit und Energie für Mikroabenteuer war, wollten wir auch endlich den Beamer bezwingen. Wir bauten das Gartenkino auf, und im vierten oder fünften Anlauf lief alles. Wir wussten inzwischen wie sich die Leinwand aufhängt, konnten den Beamer bedienen und schafften es sogar, Filme zu streamen. Ab 21:18 war es dunkel genug, damit auf der Leinwand langsam Figuren erkennbar waren, ab 21:50h war es möglich, ernstlich Filme zu sehen.

    Der Kabel-Adapter-Sammlung sei dank.

    Wir schauten via Filmfriend erst das Kurzprogramm über das Seebad Taucha 1924 zur Beamer- und Leinwand-Kalibrierung, dann Spielfilme:

    Am Montag: Toast – ein Film basierend auf den tragischen Jugenderinnerungen des britischen Food-Autors Nigel Slater: Über Aufwachsen im Großbritannien der 1960er, begeistert von Essen, erst mit einer liebenvollen Mutter, deren größte kulinarische Errungenschaft Toast ist, dann mit einer Stiefmutter, die hervorragend kocht, aber immer in Rivalität und Feindschaft zu Nigel verbunden bleibt. Ein trauriger Film, ein schöner Film, ein Film über eine vergangene Zeit.

    Am Dienstag Wilde Maus von Josef Hader. Ein Film, der uns an Toni Erdmann erinnerte. Sehr tragisch, sehr lustig, sehr gnadenlos zu seinen Figuren und dabei gleichzeitig sehr liebevoll. Wie seltsam Menschen sind, was für bescheuerte Sachen sie machen, wie sehr sie sich lächerlich machen. Der Film nimmt wenig darauf, seine Protagonisten in all ihrer Lächerlichkeit zu zeigen, aber genau deshalb hat er sie lieb. Wirklich schön.

    Noch schöner: Kino unter dem Sternenhimmel mit großem Wagen, Abendstern und Mond, dazu immer wieder die hereingewehte Duftwolke der Abelie.

    Rechner richten

    Zu Hause dann Arbeitstagsvorbereitung (Madame) bzw. Fernuni-Einsendeaufgaben (ich). Beim Blick in den Donnerstagskalender fragte ich mich, welcher Depp mir ein 9-Uhr-Meeting direkt nach der Rückkehr in den Kalender legte; ich kam aber zu dem Schluss, dass nur ich das angesetzt haben könnte.

    Links

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    Ohrenschmaus hatte mehr Erfolg als wir am Nymphensee, ist allerdings auch anständigerweise zu Fuß dorthin gelaufen: 66 Seen Weg I, Pfingsten 2026, 3 Brieselang – Henningsdorf 23,5

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    Frau Herzbruch in Curaçao – Tag 11 und Tag 12.

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    Frau Rabe badet weiter auf Island und empfiehlt das Spa eher nicht.

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    Eine Ausstellung, die ich vielleicht sehen wollte und jetzt ganz sicher sehen will, dank readinginsweden: 23. Mai 2026 Kunst klingt, fühlt, duftet

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    Ich müsste lange nachdenken, um darauf zu kommen, wann ich zuletzt so etwas wie ein veritables Freudentänzchen bei einem erwachsenen Menschen gesehen habe. Zumindest abseits von großen Sportübertragungen und dergleichen, wo so etwas nicht weiter auffällt und in der kollektiven Begeisterung untergeht. Hier aber, in der Wandelhalle, pardon, in der Grand Hall – es kommt mir geradezu spektakulär vor. Und nicht nur mir, einigen Umstehenden geht es ähnlich.

    Anmerkungen

    ~ Der Erdbeerpreis sank unter 10 Euro / Kilogramm.

    ~ Erste größere Ausfahrt des Subarus nach Inspektion in neuer Werkstatt. Er fuhr tadellos und klingt besser als zuvor.

    1. Unser Verdacht: Es handelt sich im Ausschuss aus dem benachbarten Restaurant: Spargel, der beim Schälen in mehrere Teile brach, nicht mehr serviert werden kann, aber noch im Hofladen verkauft. ↩︎
    2. Was ich ja aus nicht-privaten Gründen spannend gefunden hätte: Die Anwedung der Konzepte nicht nur auf übersichtliche Fälle wie „Essen gehen“ sondern auch auf IT-Service-Management. Da wird es nämlich deutlich unübersichtlicher. Aber leider nein. ↩︎
  • 26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    Abendessen zum srieh srieh der Mauersegler.

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    Tage mit knapp 30 Grad verschaffen mir einen Stand über das aktuelle Tattoo-Geschehen. Besonders schick: die schulterblattgroße Gottesanbeterin.

    Auch ohne 30 Grad habe ich noch nie eine komplett tätowierte Hand-Innen-Fläche gesehen. Jetzt schon.

    Dabei fiel mir im Hallenbad auf, dass dies – im Gegensatz zum Freibad – normalerweise eine tattooarme Zone ist. Hat das schon jemand erforscht? Warum gehen Menschen, die Tätowierungen mögen, nicht ins Hallenbad? Warum lassen sich Hallenbadfans keine Tätowierungen stechen?

    Denn der Mikro-Urlaub begann nass. Nach dem freitäglichen Besuch im Potsdamer blu und dem samstäglichen Besuch im Insulanerbad, mussten wir natürlich auch noch einmal ins eigene Hausbad.

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    In eben jenem Hallenbad wartete ich im Foyer auf Madame, sah die Mutter-Sohn-Gruppe die leicht hektisch, aber mit viel Enthuasiasmus durch die Drehkreuz eilte, nur um fünf Minuten später entsetzt wiederzukehren, weil das Hallenbad kein Freibad ist.

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    Madame und Kellerkind unternahmen dem Anlasse des Besuches nach eine religiös-touristisch-kulturelle Berlintour. Sie begann mit dem Noonsong in der Kirche am Hohenzollernplatz und beinhaltete eine Bötchenfahrt auf der Spree, Kaffee auf dem Dach des Humboltforumschlossesn, die Besichtigung der neu renovierten St. Hedwigs-Kathedrale.

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    Es waren Besuchstage zwischen Huhn (geschmort), Raupen (krabbelnd) und Mauerseglern (sriend).

    Tajine Oase

    Mein Fernuni-Modul Dienstleistungsmanagement stimmte mich auf die Tage ein: „Analog zum Denken und Fühlen des Kunden durchlaufen auch die Restaurantmitarbeiter Denkprozesse und haben Gefühle, die für den Kunden nicht sichtbar sind“ – das war in dem Fernuni-Kontext natürlich als sachliche Info gemeint, liest sich aber auch wie ein leicht verzweifelter Appell an das Benehmen der Kundschaft.

    Wir allerdings sind ja ebenso herzensgute wie ausgesprochen höfliche Menschen, würden immer auf Denken und Gefühle der Mitarbeiter*innen Rücksicht nehmen.

    Wir hatten gedacht, dass, wenn wir schon Besuch aus anderen Gegenden Deutschlands haben, dann suchen wir uns für den Berlin-Abend etwas aus, was mehr BERLIN sagt als das eher dörfliche Alt-Wilmersdorf. Kreuzberg sollte es sein. Es wurde Kreuzberg 36. Es wurde sogar noch kreuzbergiger als geplant, wenn wir gerieten ungeplant in die Ausläufer des Karnevals der Kulturen.

    Das war auf der Straße schick anzuschauen, in der U3 zeitweise ziemlich kuschelig und wir lernten im vorbeihören, dass die U3 auf berlin-türkisch die „U üç“ ist. Wir allerdings fuhren so tief in das ehemalige Mauer-Kreuzberg, an das der revolitionäre Postbote noch lebhafteste Erinnerungen hatte, dass wir den größten Teil des Karnevals schon wieder uns ließen.

    Am Ort des Geschehens, dem Baraka am Görli, waren wir weit genug entfernt von den Feiern, so dass wir Platz haben, und nur vereinzelte Kulturkarnevalist*innen vorbezogen. Der revolutionäre Postbote mopperte, dass die U-Bahnen zu seiner Zeit noch viel mehr quietschten und es dafür auch noch andere Geschäfte als nur Restaurants in der Ecke gab – aber those are the times.

    Die Stimmung war ausgezeichnet, denn wir waren vollzählig geworden: Team Hamburg und Team Ist-das-noch-Brandenburg-oder-schon-Sachsen? waren auch dazu gestoßen.

    Oase-Platte für 3 Personen oder so. Im Uhrzeigersinn, um 12:05h beginnned: Kartoffelsalat, Joghurtsauce, Hummus, so Tomaten-Paprika-Zeugs (Ayvar?), Falafel, Rote Beete, Bohnen, Baba Ganoush, Reis, Hallumi, in der Mitte Hähnchen-Tajine.

    Die Raupen. Der Fuchs.

    Kellerkind kehrte zur pfingstsonntäglichen Messe mit Bischof am Sonntag zurück in die St. Hedwigs-Kathedrale.

    Da religiösen, kulturellen und gastronomischen Gelangen ausreichend Rechnung getragen wurde, sollten biologische Belange folgen. Der Botanische Garten liegt nicht nur vage auf halber Strecke zwischen Wilmersdorf und Potsdam, sondern bietet auch hitzeangemessene Schattenbereiche.

    Amerikasee

    Wir schlenderte, ließen uns schnell mit Fernuni-Skript und Büchern am Amerikasee nieder. Das wogen der Bäume, das Rascheln des Grases, das Quäken der landenden Enten und die Schreie der beraupten Gartenbesucher*innen.

    Vom See vertrieben nicht die Mücken, sondern die Raupen. Ob sie Speed-Kletterer waren? Ob sie von den Bäumen fielen? Es waren viele und wir fanden sie auf Hosen, Hemden und Schuhen. Optisch ähnelten sie dem Eichenprozessionsspinner, was die Lage nicht sympathischer machte – allerdings waren sie nicht allergieauslösend, sonst würde ich jetzt nicht mit einem perfekt normal aussehenden Unterarm diese Zeilen tippen.

    Falls jemand diese Raupe bestimmen kann? Bisher am nächsten scheinen Brombeerspinner oder Distelfalter, die es aber beide nicht sein können.

    Japanwald

    Also gingen wir in friedlichere Bereiche. Wir staunten, dass nicht nur die Bäume so aussehen wie in der jeweiligen geographischen Region, sondern auch das Unterholz. Wir staunten, dass so auch die Region Japan frei von den üblichen mitteleuropäisch-brandenburgischen Beikräutern ist, die sich sonst gerne sofort in jedem Wald ansiedeln. Hier im Japanwald waren diese japanisch.

    Ich wunderte mich, warum sind wir nicht öfter da? Der Garten ist sehr schön, unglaublich entspannend, und selbst an eine heißen Pfingsttag verläuft sich das Publikum sofort, sobald man die Hauptwege verlässt. Wir könnten an einem freien Tag sofort in den Bus steigen und wandeln.

    Da fiel es mir ein: Freie Tage, da war was. Sie sind selten, und wenn sie stattfinden, sind wir auf den Latifundien. Wenn es draußen zu ungemütlich für die märkischen Hamptons wird, wird es auch zu ungemütlich für den Botanischen Garten.

    Verdammte Axt.

    Aber wo ich schon mal da war: Lauschen, riechen, atmen, Fernuni lesen.

    Zum Abschied bewarf ich Madame mit Kaffee

    Irgendwann in all das atmen, lauschen und riechen hinein rief Potsdam: „Ihr habt eine Tischreservierung.“ Das erinnerte an Hunger und Durst, und bevor wir mit 101er-Bus, S1, S7 und Tram 96 den neuerlichen Weg zum Nauener Tor antraten, hielten wir vor den großen Gewächshäusern am Kaffeemobil an, wo es neben den üblichen „Kaffeespezialitäten“ auch geeistes, wie den Eis Strawberry Matcha Latte gab.

    Wir suchten uns eine Bank, und stellten fest, dass zumindest ich zu alt für Selfies bin und mir die dafür erforderlichen Grundfähigkeiten fehlen. Beim Versuch, uns selfiegerecht zu arrangieren, bewarf ich Madame mit heißem Kaffee, verfehlte sie jedoch zum Glück knapp.

    Während wir uns sortierten, direkt gegenüber den Gewächshaus, am Kaffeestand, beim zentralen See, an der größten Menschenansammlung des Gartens, sprang ein Fuchs von hinten auf die Bänke. Schaute ein bißchen, roch ein bißchen mehr, trottete zur Freude aller Spontanfotgraf*innen einmal quer über den Platz, roch ein wenig an den Bänken gegenüber, stolzierte über ein Mäuerchen, und verschwand im Gebüsch.

    Gemütlich logieren

    Es wurde Zeit für Potsdam. Wieder in ein Lokal, das in seiner deutsch-mediterran-asiatischen Ausrichtung geeignet für heterogrene Gruppen ist, und darüber hinaus nett am Rande des Holländischen Viertels liegt.

    Das Tomasa liegt im Logenhaus der Potsdamer Freimaurer, das, anscheinend anders als der PotsdamWiki-Artikel suggeriet, sogar noch im Logenbetrieb ist.

    Die Runde bekam angesichts ihrer katholischen Entstehungsgeschichte eine überraschen kenntnisreiche Diskussion über das Freimaurertum hin. So lernten wir, dass die meisten Logen noch reine Männerlogen sind. Es gibt aber auch Frauenlogen und gemischte Logen. Aber: deren Mitglieder dürfen keinen freimauer-sozialen Kontakt zu den reinen Männerlogen haben.

    Was dazu führt, dass in den gemischten Logen de facto auch fast nur Frauen sind, da die Männer, wenn sie schon Freimaurer werden, auf den Kontakt zu den großen, alten Logen verzichten wollen.

    Dazu Rotwildklößchen Königsberger Art und Backhendl. Über uns kreischten die Mauersegler. Wie schon zwei Tage vorher an ähnlicher Stelle vertrieben uns schließlich die Mücken.

    Wir ließen die Residenzübernachtenden zurück und nahmen den Regio nach Wilmersdorf. Am nächste Tag ging es los in die zwei Tage Urlaub-Urlaub in die märkischen Hamptons. Ich packte meinen Koffer und nahm mit: Badehose, Fernuni-Skript und zwei Opernkarten.

    Links

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    Rate das Land: Was aber recht billig war, war, was ich danach gemacht habe, nämlich in ein öffentliches Schwimmbad gehen. Ich wusste ungefähr nichts darüber, außer dem, was mal in der Sendung mit der Maus war: dass da ALLE hingehen. Ständig. Mir waren von den Einheimischen Hot Tubs versprochen worden und Hot Tubs habe ich bekommen. Aber was für welche! In verschiedenen Temperaturen, 38, 40, 42, 44 Grad und einer in Meerwasser. Das ganze Ding war letztendlich ein (großes) Freibad, das komplett auf angenehme Temperaturen aufgewärmt war und dann eben Hot Tubs und ein richtig großes Becken mit 38 Grad, in dem man gemütlich abhängen konnte.

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    Und natürlich das Wichtige: Klatsch und Tratsch aus Cannes

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    Weiter oben in Frankreich: AZ13 – Adieu La Rochelle, Bienvenue Ile de Ré

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    Schicke Zusammenfassung mit vielen Links zur re:publica. Die Idee eines gedruckten Readers zum Ende möchte ich unterstützen: #rp26, tag 3 und fa­zit

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    Hm, denke ich beim nächsten Concept Store, die Bäckerei, die vorher hier drin war, die hatte ein Konzept: Brote, Brötchen, Backwaren produzieren und verkaufen.

  • 26-05-23 Drüberheben von Kindern wird als Betrugsversuch gewertet

    26-05-23 Drüberheben von Kindern wird als Betrugsversuch gewertet

    Aufwachen zum Srieh srieh der Mauersegler.

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    Das Leipziger Wave Gothic Treffen (WGT) zieht seine Spuren durch die Hallen des Bahnhofs Südkreuz. Welch faszinierender Clash of Cultures: Die modernistische Konzernsachlichkeit der Bahnhofshalle gegen Düstere-Romantik-Rüschen-Schleier-Spitzen-Outfits der WGT-Teilnehmer*innen.

    Ganz anders, und doch irgendwie gleich: Der Clash of Cultures zwischen den schreiend farbigen Fußballoutfits der Pokalfinalfans und dem aufgehübschten Hutzeltum des Holländischen Viertels in Potsdam.

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    Im Hallenbad-Umkleide-Spind-Bereich die Auswahl: Mit oder ohne Videoüberwachung?

    Ist Aquacycling noch ein Ding?

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    Madame entdeckte auf unserem Parkplatzgarten einen aufblühenden Strauch des Schwarzen Holunders. Mit einer Aufnahme dessen spielte sie das nächste Flora Incognita Level frei: den Fragebogen zum phänologischen Sommerbeginn.

    Noch schöner ihre Flora-Incognita-Entdeckung via Mastodon: Die Krautschau. „Unkraut“-beschriftung im öffentlichen Raum. Eine so wunderbare Mischung genau auf der Grenze zwischen Aufklärung und Trollerei, dass ich hin und weg bin.1

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    Es war ein vorfeiertäglicher Wochenausklangsübergang mit Hallenschwimmen, Außenessen und Außenschwimmen.

    Finding Europe, not finding Transponder

    Zum ersten mal in vier Jahren vergaß ich mein Dienstgehängsel in der Wohnung. Es war ein Freitag vor den Feiertagen, alles dementsprechend ausgestorben, mein Hoffen auf die Raucher*innen, die vor der Haustür stehen und mich einlassen, brauchte lange um sich zu erfüllen.

    Einpiepen in der Zeiterfassung ging nicht, ebenso wie mir mein eigener Spind mit meinem Rechner verschlossen blieb. Zeiterfassung nachtragen lag ja noch im Bereich des Möglichkeiten. Vorarbeiten ohne Rechner wird bei meiner Tätigkeit schwieriger.

    Die Schlüsselmeisterin hätte einen Zweitschlüssel für meinen Spind. Aber mit dem würde sie aufschließen, mir aber nicht den Schlüssel geben. Nachmittags wenn sie schon gegangen ist, aber ich noch anwesend, hätte ich dasselbe Problem in rückwärts.

    Die Überlegung erledigte sich, weil die Schlüsselmeisterinneninnentür verschlossen war. Bevor ich weiter an Plan C herumdachte (immerhin sitze ich ja an der Hardwarequelle), wurde es mir zu blöd.

    Jetzt weiß ich, wie lange ich wirklich brauche vom Büro zur Wohnung und direkt wieder zurück.

    Da das komplette Gehängsel an einem Ex-re:publica-Lanyard2 von vor vielen Jahren hängt, dachte ich ja erst an irgendwelche karmischen Verwicklungen des Vergessens mit der re:publica, die diese Woche stattfand.

    Einen wahrscheinlicheren Grund meiner geistigen Abwesenheit offenbarte mir aber mein Urlaubskalender. Der letzte echte Urlaub waren zwei Tage Anfang Oktober 2025, danach in den letzten siebeneinhalb Monaten hatte ich zwei Tage Urlaub für die Umzugstage, einen Tag für eine Klausur und einen Tag für die Wohnungsübergabe. Der Rest der sieben Monate danach musste so gehen. Ich glaub‘ ich bin einfach durch(gearbeitet).

    Aber jetzt: Feiertage und zwei ganze Tage Urlaub-Urlaub!

    Nach Groß-Kleinmachnow

    Kaum war ich am Westkreuz in die S7 gestiegen, saß mir gegenüber ein junger Mann mit Potsdam-Royals-Helm neben sich. Ich grüßte gedanklich eine Nachbarbloggerin.

    Mein erster Zwischenstopp nach dem Ausstieg aus der S7 führte mich ins Potsdamer Prunk-Schwimmbad in Wettkampfausstattung (10 Bahnen, 50 Meter), das fast neu gebaute Blu.

    Meine letzten Besuche im Blu waren ein paar Jahre her. Damals war es noch alles kurz nach Eröffnung. Baustellen sorgten für eine seltsame Wegeführung vom Bahnhof zum Bad. Das Außengelände war auch noch eine Baustelle.

    Jetzt ist es acht Jahre später. Erstaunlicherweise liegt auf den 100 Metern zwischen Bahnhof und Blu immer noch eine Großbaustelle. Und selbst die Teile, die offensichtlich fertig gebaut sind, lassen es erstaunlich schwierig erscheinen, den eigentlich extrem simplen Weg von Bahnhof zum Bad zu laufen. Wegeführung aus dem siebten Kreis der Unmotiviertheit.

    blu

    Gesperrt oder auch nicht

    Der Konflikt zwischen urbanem Architekturdesign mit Weltstadtanspruch und Brandenburger Bademeisterherrlichkeit war damals 2017(?) beim letzten Besuch noch nicht entschieden.

    Denn das Schwimmbad-Gebäude ist schick. Einerseits von einer quadratisch-imposanten Sachlichkeit, andererseits mit klug gesetzten Holzbalken, einem durchdachten Farbspiel in Graublautönen mit einzelnen gelben Akzenten – das ist nicht „schön“ im klassischen Butzenfenster-Fachwerkhaus-Denken – aber es hat was.

    Spätestens, wenn ich die einzige Uhr in der Schwimmhalle sehe, bei der ein graublauer Uhrzeiger auf blaugrauem Grund bestenfalls zu erraten ist, weiß ich, dass Pragmatismus nicht das einzige Prinzip bei der Hallengestaltung war.

    Betrieben wird das Blu aber halt nicht von Mailänder Designer*innen sondern von Potsdamer Fachangestellten für Bäderbetriebe – und diese gewannen. Die wohldurchdachten graublauen Proportionen ergänzt um Schwimmgerümpel in allen denkbaren Signalfarben, mehrfaches Testen der Pausenhupe für die Wasserballer, die „intuitive“ Wegeführung ergänzt um zahlreiche Schilder und natürlich die obligatorischen Hinweise was alles notwendig oder verboten ist.

    Unter anderem lernte ich, dass es als Betrugsversuch gewertet wird, Kinder über das Drehkreuz zu heben.

    Es waren zu wenig Schilder. Die 10 Bahnen waren unübersichtlich. An einer hing ein DLRG-Schild und ein Trainer stand am Rand. Das war einfach. Bei anderen stand nur ein*e Trainer*in aber ohne Schild oder es hing ein „gesperrt“-Schild am Startblock einer leeren Bahn; unklar ob es sich auf den Startblock, die Bahn oder die-Bahn-vor-einer-Stunde bezog.

    Ich flüchtete mich in den Treibholzbereich. Der war eindeutig, und da fühle ich mich wohl. Bis sie anfingen Bahnen diagonal abzuleinen des Sprungbretts wegen, ich plötzlich auf einer trichterförmigen Bahn schwamm.

    Eigentlich ein tolles Bad, die Bahnen, die ich schwamm, waren schön. Aber ich sehe noch Verbesserungspotenzial.

    Aus der Serie: Schwimmbadeintrittskarten

    Geschichten aus Britz und Trier

    Aber trotz aller Schwimmbadherrlichkeit war ich aus ganz anderen Gründen in Potsdam. Das Ostertauferinnerungsteam trifft sich über Pfingsten in Potsdam/ Berlin. Die erste Zusammenkunft war für den Freitag im Fliegenden Holländer im Holländischen Viertel geplant.

    Suitable für Tourists, dennoch nett, edel aber nicht überkandidelt, einladend für alle ohne dass Mensch auf Plastikstühlen unter der Klimaanlage sitzt.

    Der revolutionäre Postbote hatte bereits den Park von Sans,souci erkundet. Kellerkind fiel erstaunlich fit wirkend direkt nach 12 Stunden Zugfahrt ins Lokal und Madame holte mich vor dem blu ab, damit wir mit der Tram zum Nauener Tor fuhren.

    Es galt zu feiern, und so starteten wir mit Aperitivs (Campari Amalfi, Rosato, Wildberry Lillet) über Spargelsuppe und Wildkräutersalat hin zu Matjes, Steinbeisser, Kalbsleber und Spargel mit Kalbsfilet: Kartoffeln super, Spargel super, Saucen super. Das Fleisch wäre besser gewesen, wenn es die Pfanne eine halbe Minute vorher verlassen hätte.

    Die Mücken (wo kamen sie her?) vertrieben uns schlußendlich von unserem schönen Außentisch. Kellerkind und Revolutionär blieben in der Residenzstadt, wir fuhren zurück nach Berlin. Auf die Tage, die noch kommen werden.

    Return of Kabane

    Und weil ich das Wochenende so gut mit Schwimmengehen eröffnet hatte, ging es am samstäglichen Sonnentag weiter. Das Insulanerbad öffnete endlich wieder. Denn so schön unsere beiden Wohnzimmer sind, ein Freibaddrittsommerwohnzimmer verbessert die Lage schon.

    Also fuhr ich ins Insulanerbad. Freudige Wiederbegrüßung mit den Kolleg*innen an der Kasse. Aber ich habe mich ein bisschen schlecht gefühlt, weil ich das eine ausgefallene EC-Gerät auch nicht reparieren konnte.

    Kabane gemietet. Unser halber Quadratmeter Freibadherrlichkeit! Diese ist leider dasselbe Modell wie letztes Jahr mit denselben Macken.

    Aber geschwommen: Kaltes, klares Wasser, Sonnenschein, freibadglückliche Menschen und diese wunderbare Außenanlage.

    I’mlovingit.

    Links

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    Hurra, das freut mich! (und sorry für das Nicht-Kommentieren. Irgendwann hat WordPress meine ganzen Anmeldungen gefressen und ich hatte keine Lust, mir noch eine E-Mail-Adresse dafür zu besorgen)

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    Drei Bloggerinnen gingen in eine Ausstellung, zwei kauften eine Jahreskarte, aber nur eine schrieb darüber. Kein Witz, sondern eine Tatsachenbeschreibung. Sie gingen unabhängig voneinander, schrieben aber über alle über die Ausstellung im Museum für Fotografie: Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen. Es schrieb poupou („Auf jeden Fall interessant anzusehen, aber nicht mind blowing.“), die kaltmamsell („Aufmerksam gehängte Ausstellung, gut erklärt und vermittelt,“) und readinginsweden („es gefiel mir außerordentlich„).

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    Postwestfale Carsten war im Le Train bleu in Paris. Damit wächst er natürlich sofort weiter an mein Herz.

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    Über pop64 wurde mir gewahr, dass es möglich ist mit den Fingern binär zu zählen. Ich will das jetzt können. An einer Hand bis 31 zählen. Wie krass ist das denn.

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    Das schöne am Internet ist, dass ich in den letzten Monaten ein starkes Interesse an der geplanten Turkuer Straßenbahn entwickelt habe. Und sie kommt!

    Notat

    Der Subaru ist zurück. Inspektion bei 202.500 Kilometer. Werkstatteindruck blieb gut.

    1. Noch mehr zur Krautschau bei der Senckenberg-Gesellschaft. Es gibt gerade zu Pfingsten auch jede Menge Spaziergänge zum Thema. ↩︎
    2. „Finding Europe“ re:publica No. 9, im Mai 2015 ↩︎
  • 26-05-21 Korkfußbodenverlegeerinnerungen

    26-05-21 Korkfußbodenverlegeerinnerungen

    Mir träumte, eine Kollegin versucht mich vehement zu überreden, dass ich ein perfekter Sportschuhverkäufer im Geschäft ihrer Freundin in Hamburg wäre. Später scheiterte ich daran, in England ein Erbsen-Eis zu kaufen. Immerhin hatte ich beim verlassen der Eisdiele nagelneue gelb glänzende Adidas-Sneaker an, deren Herkunft mit komplett unbekannt war.

    *

    Schlumpfeis heißt jetzt „Blaue Spirulina„, zumindest am Eisstand an der S-Bahn-Station Greifswalder Straße. Zuletzt hatte ich Spirulina vor 20 Jahren als Superfood im Shoppingfernsehen getroffen. Welch Karriere.

    *

    Es ist ein Zeichen der Zeit, dass 104. Deutscher Katholikentag und 20. re:publica identische Motti hatten, nur in komplett verschiedener szenetypischer Formulierung: „Hab Mut, steh auf!“ bzw. „Never gonna give you up!“

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    Ich lernte: Es gibt Menschen mit so breiten Schultern und Oberarmen, dass ich kurz zögere, ihnen die Hand zu geben. Wer weiß ob ich sie zurück bekomme?

    *

    Vor dem Südkreuz wollte mir ein junger Mann mit Schnurbart „eine kommunistische Zeitung“ anbieten. Ich schaute kurz auf die Armbanduhr, welches Jahrzehnt wir haben, erfuhr aber nur, dass in Büsum gerade Niedrigwasser ist.

    *

    Es waren drei Arbeitstage zwischen Kaminzimmeroffice und Prenzlauer-Berg-Exkursionen

    Wilmersdorf-Wilmersdorf-Schöneberg-Prenzlauer Berg-Schöneberg-Schöneberg-Wilmersdorf

    Ein Bettler fragte in der U3 nach etwas Kleingeld „oder trockener Kleidung“. Ich konnte ihn verstehen, weil ich genau das nicht bieten konnte: Selbst Unterwäsche und Socken waren tropfnass, von allen mit dreckigem Wasser am Körper klebenden Lagen darüber gar nicht zu erst zu reden.

    Ich war auf dem letzten Teilstück meiner Donnerstags Hans-im-Glück-Tour: Ich verließ das Grundstück morgens um 7:00h mit einem Auto und kam abends um 18:00h ohne Auto aber mit 310 Gramm Ruccola und einer Tastatur in einer komplett durchgeweichten Verpackung zurück. Zwischendurch transportierte ich Fido-Keys.

    Nur hatte Hans im Glück glaube ich bessere Laune. Meine Stimmung war nach 10 Minuten Wolkenbruch, die ich wartend an einer ungeschützten Bushaltestelle verbracht hatte, doch etwas eingetrübt.

    S-Bahnhof Greifswalder Straße. Noch mit Dach und trocken.

    Nicht der Dacia (Wilmersdorf-Wilmersdorf-Schöneberg)

    Ich: „Schönheit und Wiederverkauf ist egal, der Subaru soll einfach nur gut fahren bis er auseinanderfällt“

    Automeisterin: „gut UND SICHER fahren.“

    Da wusste ich, wir reden dieselbe Sprache.

    Vielleicht war es göttliche Fügung. Den entscheidenen Tipp bekamen wir als wir erfolglos versuchten an der letzten Gemeindekirchenratswahl teilzunehmen. Aber da unsere Wahlberechtigung durch den Wohnungsumzug verschluckt worden war, haben wir uns stattdessen einfach 20 Minuten mit den Wahlhelfer*innen unterhalten – unter anderem über gute Autowerkstätten.

    Nach vielen Monaten, fast Jahren, der Werkstatt-Odysee scheint der Subaru wieder auf eine Werkstatt gestoßen zu sein, die ihn in seiner 18 Jahre alten Autogas-Boxermotor-Eigenheit reparieren möchte, und das ganz ohne ihr Lager auf dem Landkartenstrich der Berliner Stadtgrenze aufgeschlagen zu haben. Da die letzte motivierte Inspektion 2023 stattfand, hatte sich einiges an allgemein Verschlissenem plus einer bekannt defekten Klimaanlage angesammelt.

    Das kostengeschätzte Ergebnis der Erstuntersuchung war, in meinem Worten „unerfreulich aber nicht unerwartet“ – solange er danach wieder gut und sicher fährt, bin ich happy.

    Über den Parkplatz-Seiteneingang ins Bad (Schöneberg-Prenzlauer Berg-Schöneberg)

    Ich kenne die Berliner Bäder noch aus Zeiten in denen ich ausschließlich als Badegast war. Seitdem ich auch hinter die Kulissen schauen darf, darf ich halt auch schauen wie damals Badbesuchsvibe mit dem echten Personal und Arbeitsklima zusammenhängt.

    Ein schönes Beispiel: Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park. Eigentlich ein Bad im Typenbaustil, den ich architektonisch am wenigsten von allen mag, war ich dort immer gern, weil die Vibes alle stimmten.

    Inzwischen kenne ich die Badleitung und diverse Mitarbeiter und durfte Mittwoch meine erste Exkusion dorthin übernehmen: Hinter den Kulissen ist das noch viel besser. Super Leute!

    Der zweite Spargel (Schöneberg-Schöneberg-Wilmersdorf)

    Mit dem Bus ging es zur Gemüslichkeit. Bis ich in den Bus gelangte, war ich ein klebender Wassertropfen, der dann den letzten solidarischen Spargel der Saison abholte, Ruccola, Zwiebeln, zweierlei Schafskäse, Radieschen und Grünen Salat.

    Madame bereitete den einen Schafskäse plus letztewochengemüslichkeitssalat plus Oliven zu.

    Bei Happy Bowl und Gemüseglück

    Wie viel in 30 Jahren passiert. Wie anders die Welt ist, wie anders wir selber sind, was alles passiert ist. Und doch hatte ich keine Sekunde einen Zweifel daran, dass ich Schliepi, the ghost from the past, auch nach 30 Jahren problemlos in einer Bahnhofsvorhalle wiedererkennen würde. Er anscheinend auch nicht.

    Bei der Absprache war dies nie ein Thema. Und das Wiedererkennen war auch keines.

    Mit manchen Menschen funktioniert es einfach. Es war den Umständen geschuldet kurz aber eine große Freude zwischen Erinnerungen an die gemeinsame Verlegung von Korkfußböden bis zu „wie um alles in der Welt bist du jetzt auf einem Weg zum Empfang beim Bundespräsidenten?“ Der Charakter blieb, und der war schon damals großartig.

    Umgeben von Apotheke, Altkleidercontainer und Ufo-Döner

    Madame brachte einen Sack mit Altkleidern mit ins Kino. Wir erinnerten uns noch, dass zwar ganz Wilmersdorf altkleidercontainerfrei zu sein scheint, aber direkt neben dem Odeon ein funktionsfähiges Exemplar steht.

    Also auch auf das Risiko hin, im Zweifel mit einem Sack auseinanderfallender Handtücher in der Bank zu sitzen: Auf ins Kino.

    Es war echtes Wohlfühlfühl-Entspannungskino versprochen1. Der vorletzte Mittwoch des Monats ist Fetch-Tag, der Tag für die RomComs/Teenfilme/Musicals bei Yorck.

    I am not a Malibu therapist

    Ich bewundere die Reihe dafür, oft mit außerordentlich belanglosen Filmen, eine außerordentliche gute Stimmung zu verbreiten. So landeten wir wieder in einem Film, über den wir vorher nichts wussten, ich hatte gerade mal einen Trailer gesehen, aber die Kuratierung ist verlässlich.

    Wild Child (USA, 2008) war, wie ich inzwischen erduckduckgote, ein Star-Vehikel für Emma Roberts, die gerade den Sprung vom Nickelodeon-Star samt TeenChoice Award 2007 zur Filmschauspielerin machte.

    Es geht um ein reiches Malibu-Mädchen, in der Seele verwundet, die das an ihrer Umgebung auslässt. Sie wird auf eine englische Boarding School hoher Mittelmäßigkeit irgendwo in der Countryside geschickt, findet dort nach einigen Verwerfungen echte Freundinnen, die keine Therapeutinnen sind, aber Freundinnen, Seele, Bestimmung und Heilung für ihr inneres selbst.

    Es war kein Film für die Ewigkeit. Und für einen Film, der im ländlichen England spielt und in Yorkshire gedreht wurde, ist Bildästhetik, Plot und die ganze Einstellung zum Leben extrem amerikanisch. Aber er war herziger und niedlicher als ich gedacht hätte, ein ganz klein wenig traurig, etwas melancholisch, lustig. aber vor allem halt etwas zum emotional in den Arm genommen werden.

    Einerseits vergessenswert, andererseits Popcornkino at it’s best.

    Links

    Der Zug auf die Latifundien fiel bis auf weiteres einem Regionalbahnfuchs zum Opfer: Fuchsbau unterm Gleis: Bahnstrecke in Oberhavel vorsichtshalber gesperrt

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    Es sind Brennesselmonate. Während ich aber schon froh bin, wenn ich Teile unserer Brennesselwälder bis zum Kompost bekomme, werden andernorts 2026 #20 – aus Brennnesselstengeln Fasern geholt

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    Meine persönlichen Kuchenpräferenz lautet „Beeren und/oder Creme.“ Da bin ich bei Strawberry Milkshake Pie (ohne Backen) sofort mit im Boot.

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    Ich habe den Eindruck, das Wihelmine-Konzert zog ein ähnliches Publikum an wie die Fetch-Filme. Es endete mit: Ich weiß nicht – ich möchte noch mehr schreiben. Aber ich würde mich einfach nur wiederholen. Es ist ein tolles fröhliches Erlebnis. Alles ist friedlich. Lachende schwitzende und glückliche Gesichter wohin man schaut.

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    In meinem Leben war ich irgendwie immer zu selten oder zu oft im Kino, um groß Interesse an Blockbuster-Filmen zu haben. Aber schön, andernorts einen Überlick zu lesen: Bin das nur ich oder wirken alle großen Filmfranchises derzeit etwas verzweifelt?

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    Ich liebe es, das Haus aus dem Winterschlaf zu holen. Fenster öffnen, Decken schütteln, Strom anschalten, Wasser anschalten. Als Erstes saugten wir aber die Böden und die Regale in der Vorratskammer. Über den Winter leben Feldmäuse im Haus, die Hunderte und Tausende schwarze Knöllchen hinterlassen. Allerdings überwiegend in der Vorratskammer. Meine Frau sagt dauernd: Hantavirus, Hantavirus. Wir finden das lustig

    Anmerkungen.

    1. Yorck Unlimited No. 26 – 9,15€ pro Besuch ↩︎
  • 26-05-19 Die Goldglänzenden Rosenkäfer fliegen wieder

    26-05-19 Die Goldglänzenden Rosenkäfer fliegen wieder

    Eine Taube flog über das Feld, verwandelte sich in einen Turmfalken und begann zu rütteln.

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    Auf der Suche nach einem Altkleidercontainer fuhr Madame mit dem Fahrrad einen Sack alter Wäsche zum Ku’damm und zurück.

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    In der S-Bahn eine junge Frau mit stark zerrissener Jeans, Sonnenbrille, Piercings und einem Polizei-Hoodie, der samt seinen Wappen überraschend offiziell aussah. Entweder die bestgetarnte oder die schlechtestgetarnte Zivilpolizistin meines Lebens.
    *
    Im Garten las ich alte Blogposts, stellte fest, dass die Natur die letzten Jahre zu diesem Zeitpunkt immer weiter war (und oftmals noch trockener), dass mein Alternaria-Allergie-Antritts-Termin gar nicht im Juni liegt, sondern eher Mitte Mai und dass die Arbeitswoche vor Pfingsten immer unerfreulich war.
    *
    Es war ein Rest Grünwochenende und ein Arbeitstag mit Schwarz-Weiß-Abschluss

    Falls die Person mitliest: Wir suchen die Schenker*innen des Mattei Cap Corse – der ist fein

    Es begann mit fehlenden Kabeln. Zum Samstagabend wollten wir endlich den Gartenbeamer einweihen, der seit mehreren Jahren ein Leben in Schränken und Kisten führt. Aber schnell fiel uns wieder auf, warum er so ein Schattendasein führte:

    Der Beamer war damals fortschrittlich für eine Zukunft gebaut worden, die so nie kam. Sein Betriebsmodus ist kabelloses Screensharing bzw. Chromecast – ein Verfahren bei dem 2026 sämtliche Streamer und Mediatheken (selbst Filmfriend, selbst die ARD mit dem ESC) sofort aus Kopierschutzgründen das Streamen abbrechen. Die Alternative ist „Videoübertragung per USB-C“ – auch ein Technikstandard, der sie nie durchsetzte.

    Unser Abend also setzte sich also ohne Beamer fort, aber dafür mit einer Großbestellung an Adaptern und Kabeln. Wir werden die gescheiterte Zukunft ja wohl besiegen.

    Der Beamer kam zurück in die Kiste. Wir griffen stattdessen in das Regal und zogen den vollanalogen Mattei Cap Corse heraus, der sich auf der Einzugsparty, vermutlich als Gastgeschenk, in den Haushalt schlich, füllten ihn mit Tonic und Zitronentzesten auf und schauten auf dem Laptopmonitor Teile des ESCs. Als wir am nächsten Morgen das Ergebnis mitbekamen waren wir einig: Der Barangaranga-Sieg1 war verdient. Das muss ja wohl ein Dancefloor-Crasher dieses Sommers werden.

    Vor dem Duke-of-Cambridge war das Rosentriebbohrer-Sprühzeug aus

    Frühstück auf der Terrasse im Schlafanzug aber mit Strohhut. Ich glaube das war der Stil Adelsverwahrlosung. (Auch wenn der verwahrloste Adel im Allgemeinen edlere Schlafanzüge trägt als ich, der Strohhut hat das wieder rausgerissen.)

    Ein Admiral flog vorbei. Die Sonnentage lockten sämtliche Insekten, die die Latifundien zur Zeit zu bieten haben, hervor. Miniaturschmetterlinge in braun, schwarz, orange und gelb; Goldglänzende Rosenkäfer und Trauer-Rosenkäfer, die wir vor allem betrunken torkelnd in Rosen- und Abelienblüten kennen, müssen aktuell mangels Rosen- und Abelienblüten noch mit den ersten Skabiosen vorlieb nehmen. Sie wirken deutlich koordinierter als sonst.

    Die erste Pfingsrosenblüte behauptete seit Freitag sich gleich sofort öffnen zu wollen, ohne es je zu machen.

    Luft und Licht liefen zur herrlichsten Frühsommerform auf.

    Madame, die den Gesang der Dorngrasmücke inzwischen auch spontan ohne App erkennt, wies mich in den Vogel ein und so konnte ich ihn auch sehen. Halt braun und sehr klein.

    Und ob mein Körper gerade begann vom Wochenend- in den Urlaubsmodus zu schalten, ob es Allergiedingsnebenwirkungen waren, ob das es komische Wetter war, das irgendwie gleichzeitig zu kalt, perfekt und zu warm war, meine Güte war ich erschöpft, freute mich an Tieren und Pflanzen, die aus der Ferne leuchteten und widmete mich dem Gartentischbestiarium.

    Nach Käsejalapenobratwurst und Zitronenkohlrabi fuhren wir rechtzeitig nach Wilmersdorf für erfolgreiche Entmarderung (Auto) bzw. Entwuschelung (ich).

    Vielleicht setze ich mich auch nur mal einen Nachmittag und Abend ins Foyer und schaue Leute

    In der U-Bahn: „nuschelruschelnuschelngrrss Weichenstörung nuschelruschelnuschelknörz“ Diese Art der Ansagen fehlt mir schon sehr, seit die BVG alles von professionellen Sprecher*innen einsprechen und von Band abspielen lässt.

    Die U2 aber öffnete kurz ein Fenster in die Vergangenheit, bevor sie uns weiter Richtung Mitte brachte.

    Wir waren bis zum Alex gefahren, ich hatte mich dort wie es sich gehört leicht verlaufen, um dann schließlich Richtung Strausberger Platz unter den Platanen2 im Schatten zum Kino zu wandeln.

    Kurz vor dem Kino am verlassenen Laden: Ein Obdachlosencamp. Erstaunlich offensiv gelegen, mitten an der Prachtstraße. Erst beim Näherkommen fiel mir auf, dass der verlassene Laden ein Luxus-Campinggeschäft ist und das Obdachlosencamp seine Bürgersteig-Zeltausstellung.

    Von dort aus konnte ich schon das große Sandra-Hüller-Plakat am Kino sehen, das den Film Rose3 ankündigte.

    Der Weg führte fast auf die Bezirksgrenze Mitte/Friedrichshain in das frisch renovierte Kino International. Das ehemalige DDR-Premierenkino, eine Ikone der Ostmoderne, mit dem vielleicht schicksten Foyer der Yorck-Kinos, ist heute ein Programmkino deluxe. Es lief leiser brasilianischer Bar-Jazz, der mich an dota erinnerte, insbesondere als ein portugiesischer Text mehrfach das deutsch gesungene Wort „Elisabeth“ umspielte.

    Suzanna sang für Rose, Suzanna sang für sich

    Es war ein Film, bei dem ich zögerte. Zu Schwarz-Weiß schien mir die Vorschau, zu sehr „wir machen einen ernsthaften Film über Gender“, zu eindeutig in seiner Aussage, wenig ambivalenzambitioniert.

    Andererseits sprachen gleich zwei Frauen dafür, ihn zu sehen: Madame wollte Rose sehen. Und bei Hauptdarstellerin Sandra Hüller habe ich nicht nur großes Vertrauen in ihre Schauspielerei, sondern auch in ihre Filmauswahl.

    Of course, they were right. Ich war währenddessen angetan, und mit zeitlichem Abstand vergrößert sich die Begeisterung: ein Film zum dauerhaft-im-Herzen tragen.

    The Basics

    Rose ist ein Film, der von einem Österreicher im Harz gedreht wurde, 2026 erst auf der Berlinale einen Preis für die beste Schauspielerin gewann und dann in die Kinos kam.

    Es geht um Rose (Sandra Hüller), die als Soldat aus dem 30jährigen Krieg zurückkehrt, als Mann das Erbe eines Hofes antritt, dort prosperiert. Sie heiratet als Mann Suzanna (Caro Braun), die Tochter des benachbarten Großbauern. Diese bekommt ein Kind. Durch einen medizinischen Notfall fliegt die Geschichte auf. Rose stirbt durch das Schwert, Suzanne im Sack im Fluss.

    Es gab einigen Knatsch, weil der Film auf mehreren Quellen beruht, insbesondere einem Buch von Angela Steidele. Es übernimmt sie aber nicht. sondern führt bedeutsame Änderungen ein, wie vor allem dass die Buch-Rose ihre Männlichkeit samt Sex voll auslebte, in heutigen Worten vermutlich ein Transmann war, die Film-Rose aber in „die Hose schlüpft, um etwas mehr Freiheit zu haben“ – das ist schon eine starke Änderung. In anderen Worten: Die Handlung wurde entqueert.

    Je mehr ich aber den Film sah, desto weniger konnte ich die Kritik nachvollziehen. Das Buch erzählt die Geschichte einer bestimmten Person. Der Film ist eine artifizielle Meditation über Geschlecht und Frauenrollen, durchgeführt an zwei Personen.

    Freiheit durch Kontrolle

    Der Film war in einer Ästhetik, die mich extrem an Tarkowskis Serkalo/Der Spiegel erinnerte, den ich schon im Januar liebte; ähnlich wirklich-unwirklich, durch Künstlichkeit ins emotionale Herz treffend. Die Erzählstimme, die Bildgestaltung, die mal Film sagte, mal Theater, mal Klassikergemälde, und natürlich das Aufgehen von Mensch und Haus in der umgebenden Natur; vermutlich ein glücklicher Zufall, aber als Rose allein durch das verwilderte Feld lief, über ihr ein rüttelnder Falke, der sehr nach der-war-beim-Drehen-wirklich-da aussah: Marvellous.

    Und ach, allein über die Musik werden Abschlussarbeiten geschrieben werden.

    Aber am Ende waren es zwei Menschen:

    Sandra Hüller spielt eine Frau, die vorgibt ein Mann zu sein. Sie spielt zu spielen, und das ist wohl der Punkt, den sie selber spannend fand. Es ist faszinierend zu sehen, wie begrenzt sie spielt, wie kontrolliert, ausdruckslos; sowieso im begrenzteren Ausdrucksrepertoire, das Männern im Normfallfall zu Verfügung steht, hier noch einmal eingeschränkt durch die Vorsicht, nur ja nicht zu expressiv, zu „weiblich“ zu wirken. Der Mann, eingezwängt in dichte Kleidung, fast schon in Starre spielend.

    Wie faszinierend zum Ende hin, nach der Enttarnung, die Rose „als sie selbst“ zu sehen. Immer noch ein Mensch, gezeichnet vom Krieg, trainiert darauf keine Emotionen zu zeigen, und doch so anders als vorher.

    Wie faszinierend Roses Partnerin Suzanna, vorgestellt als „sittsame Frau, in allen weiblichen Belangen kompetent“, gedrängt in eine Ehe mit einem hergelaufenen Krieger. Wie sie auf ihre eigene Art verschlossen und starr ist.

    Wie Suzanna singt, kurz nach der Hochzeit für Rose, fast unmelodiös, schleppend, aus ihrem eigenen Lied fallend. Wie froh und laut sie später singt, als sie verkündet, Schwanger zu sein. Wie sehr der Wandel von in-eine-gezwängter-Frau zu ihre-Rolle-findender-Frau zu Co-Verschwörerin-von-Rose sie immer größer und lebendiger werden lässt.

    Je mehr und je länger ich über Rose nachdenke, desto lieber mag ich den Film.

    Links

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    Cannes – dies und das vom Filmfestival

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    Frau Herzbruch auf Curaçao Teil 7 und Teil 8 und Teil 9.

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    See me fascinated. In diesem Garten läuft alles 180 Grad anders als es mir für unseren eigenen vorstellen kann. Aber um so interessierter lese ich: Ich weiss ja, was alles ansteht (einen Baum wieder ausgraben und höher einsetzen, dafür muss der Rasen aufgeschnitten und wieder zugeklebt werden

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    Alle unsere Baltikumsausflüge scheinen über Travemünde zu führen. Um so spannender zu lesen, wenn jemand dort sogar übernachtet: Travemünde – mit der Fähre zum Frühstück

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    Es gäbe in japanischen Schwimmbädern — die recht seicht sind — eigene Spuren für Aquawalking, das unter älteren Menschen sehr populär wäre, sagt A.

    Notat

    ~ Zugänge: T-Shirt (weiß, Segelboote) und T-Shirt (sand)
    ~ Zugangsnachtrag: Defektes Schlafzimmerradio (Bungalow) ersetzt
    ~ Autogas getankt für 1,19€
    ~ Getestet: Imren-Döner (Hauptstraße) wiederholenswert

    Anmerkungen

    1. Ich liebe, dass sie einerseits selbst im Sieg noch soviel Dance-Choreo hinbekommen und andererseits mega-ausgelassen dabei wirken. Zurecht gewonnen, sag ich ja. ↩︎
    2. Speaking figuratevly, ich hab ehrlich gesagt überhaupt nicht darauf geachtet, welche Bäume mir Schatten spenden ↩︎
    3. Yorck Unlimted No. 25 – damit 9,52€ pro Besuch. ↩︎
  • 26-05-16 Merrily we roll along Ohrwurm!

    26-05-16 Merrily we roll along Ohrwurm!

    „13:44: Robbe schaut zu“ – Highlights des Walkadaver-Timmy-Livetrackers.

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    Ex-Neptun-Spielhalle ist jetzt Lonlon Coworking / Eventspace.

    *

    Familientraditionen, so wichtig. Madame hielt diese aufrecht, indem sie wie fast jedes Jahr am Himmelfahrts-Wochenende einen Großteil der Steuerklärung erledigte.

    *

    Familientraditionen so wichtig. Der Kaptain schickte Fotos von der Rendsburger Schwebefähre, und wie immer wenn unsere Familie dieses Verkehrsmittel besucht, fuhr es nicht.

    *

    Es war ein Broadway-auf-Leinwand-Feiertagsabend, ein Gartenofficebrückentag und ein Gartengartensamstag.

    Fische, Drachen, Rote Beete

    Derzeit lese ich Undiné Radzevičiūtės Fische und Drachen. Es handelt sich nur indirekt um einen Vilnius-Roman, da der Roman der litauischen Autorin in einer Altbauwohnung einer ungenannten europäischen Stadt spielt, nachdem diese 50 Jahre bleierne Zeit hinter sich ließ. Die andere Hälfte des Buches spielt im Hofstaat des fünften Kaisers der Qing-Dynastie.

    Nach etwa einem Viertel des Buches kann ich sagen, dass ich das Buch sehr mag, aber emotional noch nicht verstehe. Das kommt vielleicht noch.

    Litauen rückt zeitlich näher. So nahe rückt es, dass ich die Fahrkarte von Warschau nach Kaunas buchen konnte. Dabei erfuhr ich, dass wir mit dem Pink Soup Train fahren werden. Die innerlitauischen Züge dürfen wir erst 30 Tage vor der Fahrt buchen. So nah liegt es noch nicht.

    Warum nicht Kartoffelsalatzug, Deutsche Bahn?

    Außerdem Jagdwurst und Kirschwindbeutel

    Den Feiertag verbrachten wir aus Finnlandausstellungs-Kinokarten-Gründen noch in Berlin. Aber ich hatte genug Vertrauen in die Brückentagsruhe, dass ich entgegen sämtlicher Gewohnheit mit Hotspot ohne Monitor oder Tastatur das mobile Arbeiten aus vom Garten veranstaltete. Es hat zu diesem besonderen Anlass funktioniert.

    Dadurch waren wir Freitag schon da, ab Freitagnachmittag war ich garteneinsatzbereit. Wir konnten den Käsejalapeñobratwurstverkaufswagen ebenso schon Freitag aufsuchen, wie den Supermarkt mit Milch und zweierlei Kartoffeln (Ganz-direkt-aus-der-Erde und als -Chips). Samstag konnte Madame nur aus Jux und Dollerei zu Fuß zum Himbeerkuchenverkaufswagen wandeln, der direkt unseren Weiler zweimal in der Woche aufsucht.

    Aus den vier kleinen Fencheln mit viel Grün, kochte ich Fenchelgrün-Kartoffelsuppe, und da Experiment erfolgreich war und ich mich daran erinnern möchte, wie es funktionierte bloggte ich nebenan darüber, bevor ich vergesse was ich machte. Und wo ich mich schon eingeloggt hatte, stellte ich auch endlich Madames Tomatenkraut aus dem Slow Cooker ein.

    So fühlte sich der Freitag schon an wie Samstag und der Samstag wie Sonntag und morgen haben wir einen ganzen Tag geschenkt!

    Keine Spur mehr von der Hornisse, aber ein papiernes Insektennest

    Offener Kompost, Trockenmauer

    Madame uppte ihr App-Game. Inspiriert durch Frau Brüllen installierte sie die Merlin-App. So konnte sie auch einmal die Dorngrasmücke leibhaftig sehen. Eigentlich ist es einer dieser winzigen braunen Vögel, die immer zu weit weg sind. Aber wenn die App anzeigt, dass sie jetzt singt und man mit ihr triangulieren kann, wo sie sitzen muss, dann kann Madame sie auch sehen.

    Außerdem neu auf dem Handy: Flora Incognita arbeitet zusammen an GartenDiv – zur Bürgerwissenschaftserforschung der Diversität deutscher Gärten unter der Leitung von Dr. Staude [sic]. Erste Feststellung: Mit Ausnahme von „Teich“ hat unser Nicht-Naturgarten jeden in der App vorkommenden Biotoptyp. Zweite Feststellung: Bei einem Tempo von ungefähr fünf bis zehn verschiedenen Pflanzen am Tag (damit 20 Pflanzen in der Woche, da wir nur am Wochende anwesend sind) schaffen wir eine vollständige Liste niemals in einem Monat, ich würde behaupten, nicht einmal in einem Jahr.

    Erstaunlich wie naturnah es wird, wenn mensch eigentlich nur einen Lustwandelgarten für Faule erschaffen möchte.

    Fünfzig Schattierungen des Grüns

    Der Rotdorn hat eine Rot-Grün-Stärke. Das Bäumchen wuchs letztes Jahr für seine Verhältnisse ganz gewaltig. Dieses Jahr blüht er vor allem an den alten Teilen. Das heißt, wir haben ein Bäumchen, das in der unteren Hälfte sehr rot und in der oberen Hälfte sehr grün ist.

    Während der Flieder ganzpflanzenblüht als gäbe es kein Morgen, halten sich die meisten anderen Pflanzen noch zurück. Der rote Ginster hat eine (eine!) Blüte, die immerhin sehr schick ist. Die fünf bereits geöffneten Blüten der Abelie durften ausreichend für einen ganzen Strauch. Der Blütenstaubrand an der Insektentränke ist Zeichen vergangener Pflanzenpracht,

    Die überwiegende Farbe dieses Wochenendes ist weiterhin grün. Die Stauden und das Gras wachsen wie der junge Frühling, die Knospen blasen sich auf, aber noch blühen sie nicht. Der Rosentriebbohrer ist auch zurück, aber wir hoffen, wir haben die meisten seiner Exemplare in die Flucht geschlagen.

    Wir schwelgen in den Grüntönen, die noch oft genug in der Sonne transparent bleiben so frisch wie sie sind.

    Bursting with dreams

    Ich staune über die Yorck-Kinos, dass es ihnen gelingt, obskure Szenen aufzutreiben und ihre Mitglieder in ihr Kino zu locken. Ich staune über die Yorck-Kinos, dass es ihnen gelingt, mich in diese Filme zu locken, obwohl ich gar nicht zur Szene gehöre, null Ahnung habe, was passieren wird, aber denke „das klingt spannend.“

    Merrily we roll along ist ein geflopptes Steven-Sondheim-Musical von 1981. Es lebte als Kult-Classic an den Rändern des Musicalbetriebs und unter Sondheim-Fans weiter, bis es 1991 in London wieder in den größeren Musicalbetrieb aufgenommen wurde, 2022 kam eine Off-Broadway-Inszenierung hinzu, die 2023 an den Broadway umzog.

    Eine echte Verfilmung ist in Arbeit, wird aber aus künstlerischen Gründen bis 2040 brauchen. Wir sahen eine Filmaufnahme der Broadway-Inszenierung.

    Times goes by and hope goes dry

    Neben uns waren vor allem die Mitglieder der englischsprachigen Berliner Theater/Musical-Szene im Odeon anwesend. Nicht nur, dass das Merrily ein Kult-Classic in diesen Kreisen ist, sondern es ist auch ein Meta-Musical über die Musicalproduktion.

    Es erzählt die Geschichte einer Gruppe von drei Freund*innen, die als 20 jährige optimistisch in künstlerischer Vision ins Leben aufbrechen, um 20 Jahre später, zerstritten, desillusioniert, hoffnungslos, zu leben.

    Der Kunstgriff des Musicals: Es erzählt rückwärts. Es beginnt mit einer Party, bei der einer der drei nicht erwähnt werden darf, eine heftig betrunken alle anderen Anwesenden und insbesondere den dritten Freund anpöbelt, der scheinbar irdischen Erfolg hat, aber er ist ausgebrannt und unglücklich.

    Es ist ein Test der Tragödientheorie. Ist in der Tragödie das Ende durch die Ausgangskonstellation schon festgelegt, ist das hier die Frage. Der Plot bewegt sich rückwärts durch die Zeit, besucht Wendepunkte und Schlüsselmomente: Musste es so kommen?

    So wird das geschehen auf der Bühne immer glücklicher, immer weniger schmerzhaft, immer hoffnungsfroher. Es beginnt mit der zerstörten Freundschaft, geht hinüber zum Moment der Zerstörung, dem Kampf gegen die Risse bis schließlich zu den großem Momenten des Glücks.

    Die Menschen auf der Bühne werden immer glücklicher, das Publikum leidet immer mehr, weil immer klarer wird, was sie alles verloren haben. Dabei immer wieder derselbe Song: Merrily we roll along, auch hier in immer fröhlicheren enthuasistischeren Variationen.

    Wie versteckten sie die Mikrofone?

    Ich lernte: Stephen Sondheim ist ein spannender Musicalschreiber. Ich will mehr von ihm sehen.

    Die Möglichkeiten während einer Live-Vorführung einen Film zu drehen, sind meiner „Effi-Briest-im-Deutschunterricht“-Zeit dramatisch besser geworden. Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Film alleine mit seiner Technik und Bildführung so hineinziehen kann.

    Daniel Radcliffe (aka Harry Potter bzw. im Musical Charles Kryngas – einer der drei Freunde) kann Musical spielen.

    Links

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    Jetzt wirklich: Z13 – Biskaya die 2. – der lange Bericht

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    Frau Herzbruch auf Curaçao – Teil 4 und Teil 5 und Teil 6.

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    It’s just a dream: Neben der Zeitung liegt noch ein kleiner Haufen aus Ladekabeln und Netzteilen. Ich lege noch mein eigenes Ladekabel dazu und führe einen Ladekabeltanz auf. Die beste Ex-Frau von allen ist nicht begeistert.

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    In einem Haushalt, der regelmäßig mit Klausuraufsichten zu tun hat, mit besonderem Interesse gelesen: Heute erfahren, dass SuS zur Abiturprüfung nicht gedopt sein dürfen, dass zum Beispiel (reguläre) Ritalineinnahme angegeben werden muss. Vom Bogenschießen kenne ich das, da gehört ein Bier vor dem Schießen zu den verbotenen Substanzen, weil es zu ruhigerer Hand führen kann.

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    Ich erfreute mich an der Kaltmamsell-repulica-Planungs-Heuristik: „Guckte also über alles hinweg mit “CEO”, “Founder”, “Geschäftsführer”, gab Staatssekretärinnen und Abteilungsleitungen den Vorzug vor Ministerinnen, je dröger sich der Jobtitel las, desto attraktiver fand ich ihn“

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    Christiane mit der 12-von-12-Cannes-Filmfestival-Reportage

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    Ich war kurz davor, [die neue Assistenz] zu umarmen, auf ein Rollwägelchen zu stellen und durch alle Flure zu schieben, dabei zu rufen „Schaut her, so macht man das, ihr Irrsinnigen!!“ Aber ich hatte Angst, dass sie das befremdlich findet und sie davonläuft.