Schlagwort: Feuerwehr

  • 26-05-02 Flossenprothesen Schtetldämonen (Berlin->Köln)

    26-05-02 Flossenprothesen Schtetldämonen (Berlin->Köln)

    Ich stieg aus der U-Bahn-Station, konnte keinen Straßennamen erkennen. Also öffnete ich Organic Maps. Dann lud ich die Köln-Karte herunter. Dann versuchte ich mich zu orientieren, wo ich bin. Dann versuchte ich mich zu orientieren, wo das Hotel ist. Dann schaute ich in die von mir bestimmte Richtung. Dann sah ich 20 Meter direkt vor mir ein großes Schild „HOTEL“. Okay.

    *

    Freude zum 1. Mai: Nicht nur Bollerwagentrupps und Damengruppen mit kleinen Fläschchen in der Hand waren unterwegs, sondern auch ein Aufrechter, der mit Parteifahne auf dem Bahnsteig Genoss*innen einsammelte.

    *

    Madame erzählte, dass die Kornellkirsche in der Schweiz auch Tierlibaum genannt wird, wegen der ganzen Tierli, die dort herumsummen. Wir dachten, das bezieht sich auf Blüten und Früchte. Aber auch jetzt, im reinen Blattstadium, ist der Baum voller Insekten. Uns ist unklar warum. Eine mysteriöse Freude.

    *

    Madame bestimmte einen rötlichen Spatz als Bluthänfling. Von den Latifundien erzählte sie, dass ein einziges Summen im Apfelbaum herrscht. Sie erzählte dies, während mehrere Vögel versuchten, sich lautstark in unser Telefonat einzumischen.

    *

    Es war ein Bahnfahrfeiertag, davor die Berliner Harfe der Kabbala, danach der Kölner Gesang der Sirenen.

    S5 Richtung Mahlsdorf

    Mein Handy piepte. Die Bahn teilte mir mit, dass es auf meiner Verbindung über Spandau nach Köln ein Problem gibt. Die S3 nach Spandau fällt aus. Stattdessen fährt die S 3.

    Damit konnte ich leben. Zumal ich entgegen dem Wunsch der Bahn gar nicht nach Spandau fuhr, sondern den Hauptbahnhof ausgewählt hatte, um in den ICE940 nach Köln zu besteigen.

    Und weil ich so früh dran war, fuhr ich in der S-Bahn am Hauptbahnhof vorbei gleich weiter zum Ostbahnhof. Denn:

    • Ich bin Unordnungsreisender und wenn ich die Auswahl habe zwischen einem Weg den ich nahezu auswendig kennen (Hbf) und einem, den ich nur wenig kenne (Ostbahnhof) neige ich zu letzterem.
    • Wurde die Bahnfahrt bezahlt und geplant von jemandem-der-nicht-ich-bin. So hatte ich einen Platz in einem Zug „mit hohem erwarteten Fahrgastaufkommen“ in der zweiten Klasse. Ich hoffte darauf, mich bereits häuslich einrichten zu können, bevor am Hauptbahnhof die Massen kommen.
    • Schrumpfte meine exorbitant großzügige Reiseplanung durch den Umweg auf eine Reiseplanung zusammen, die normale Menschen als großzügig ansehen. Ich konnte mich an jedem Punkt an dem die S-Bahn auf freier Strecke stockte oder sich die Türen nicht schließen liessen, mit Adrenalin microdosen.

    Belohnt wurde ich mit einer faszinierenden Tirade einer älteren Dame, die einen komplett ratlosen freundlichen jungen Mann zehn Minuten lang beschimpfte, warum Berlin schlimm ist, und alle weg wollen, und Bürgergeldempfänger alle zwei Fernseher geschenkt bekommen und in Berlin alle unhöflich sind und niemand mehr Geld hat.

    Ich glaube es begann damit, dass jemand die Dame am Alex leicht rüpelig vor den Augen der Polizei auf der Treppe hat, ohne dass die Polizei einschritt. Ich glaube der Hauptgrund für die unstoppbare Gefühlsaufwallung war, dass jetzt auch die zweite Tochter der Dame samt Enkelkind aus Berlin wegzieht und sie alleine zurücklässt.

    Wofür allerdings der junge Mann nichts konnte.

    ICE940 Richtung Köln

    Aus dem Zug betrachtet, ist Düsseldorf gar nicht so glamourös wie ich immer dachte. Duisburg hingegen entsprach ungefähr meinen Vorstellungen. Beide Bahnhöfe waren mir komplett unbekannt. Anscheinend bin ich bisher immer durch einen Tunnel nach Köln gefahren.

    Da ich im gebuchten Zug auf dem gebuchten Platz am Ziel ankam, gilt die Bahnreise als erfolgreich absolviert. Ich sah eine frühlingshafte Landschaft und las Vilnius – eine Stadt in Europa zu Ende. Weierhin eine große Empfehlung.

    Im Großraumwagen waren viele Familien mit jungen Kindern. Abstrakt fand ich das gut, weil ZUKUNFT. Ganz konkret in diesem Moment über sechs Stunden hinweg möchte ich anmerken, dass die Zukunft doch recht laut war.

    Dank Tiptoi und Marcel dem Feuerwehrmann konnte ich mein Wissen über die Feuerwehr runderneuern. Allerdings machte es mir Sorgen, dass der Lieblingssatz des tiptoienden Kindes war „Hilfe, ich bin in der Tür eingeklemmt! Helft mir!“

    Leah steht für die Zahl 36

    Zeitlich vor dem Maiausflug lag das Walpurgisnachtkonzert in der Philharmonie. Kaum hatte das Klavierfestival mit dem besten Konzert des Festivals geendet, lied das DSO zum Casual Concert.

    Ich kannte niemand

    Unser Konzerthinterunssitzer musste sich auskennen. Immerhin kannte er drei Philharmoniker persönlich, teilte er seiner Begleitung mit. Leider spielten die gar nicht, sondern das DSO. Aber würden die Philharmoniker auftreten, würde er drei von ihnen persönlich kennen.

    Wenig überraschend konnte er sich nur mühsam beherrschen, die Einführung ins Programm nicht durch ein geflüstertes Co-Referat zu ergänzen, und natürlich hatte er zwei Sekunden nach Ende des Konzerts eine quasi druckreife und abschließende Meinung zum Gehörten.

    Auch desöfteren erwähnt: Dirigent Kent Nagano war ein Bernstein-Schüler

    So sehr es mich schmerzte, ihm innerlich zuzustimmen. In einem hatte er Recht. Die Einführung war schlecht. Es ist mir ein Rätsel, wie mensch ein Stück, das insgesamt nur 40 Minuten dauert, 50 Minuten lang einführen kann, und dabei dann fast nicht über Musik redet.

    Dabei hatte der Abend alle Chancen.

    • Ein sperriges Stück von Leonard Bernstein, das seit seinem Erscheinen 1974 bis zu diesem Abend noch nie in Deutschland aufgeführt wurde.
    • Mit Ausflügen in die Atonalität interpretiert durch Kabbala und Zahlenmystik.
    • Die zum Ballett gesetzte Legende des Dybbuk – eine alte jüdische Legende; wie Romeo und Julia im Schtetl, nur das zwischendurch gebrochene Versprechen, Dämonen und Rabbiner, die einen Exorzismus betreiben, vorkommen.
    • Allein der Anblick der Instrumente versprach einiges: Sechs Bässe, Harfe, Flügel und 10 bis 15 Meter Percussion einschließlich Glockenspiel, Xylophon und zwei Gongs.
    • Auch eher selten im Ballett: in der Besetzungsliste standen auch zwei Sänger: Bass und Bariton.

    Eigentlich bietet das Casual Concert eine hervorragende Gelegenheit, um solche sperrigen Stücke zu vermitteln. Die Einführung findet im Saal mit dem kompletten Orchester auf der Bühne statt. Es gibt zum Beispiel die Gelegenheit:

    • einzelne Stimmen oder Instrumente herauszunehmen, allein zu besprechen und dann im Zusammenklang (z.B. warum klingt diese Harfe anders als normale Harfen im Konzert)
    • Stellen, die zeitlich auseinanderliegen, direkt hintereinander zu spielen und so zu zeigen, wie bestimmte Motive immer wieder auftauchen, sich aber im Laufe des Konzerts ändern und verwandeln.

    Stattdessen: Ein ewiges Wiederkauen und nochmaliges Wiederkauen und wiederwiederkauen der Handlung.

    Leider war danach die Luft ein wenig raus. Ob wir ermattet waren, ob das Orchester ermattet war, oder ob das Stück nach dem Motto funktionierte „hm-irgendwas-stimmt-noch-nicht-ach-dann-pack-ich-halt-noch-ein-Percussioninstrument-dazu“ war nicht mehr ganz klar.

    Spannendes Stück; ich würde es gerne mal unter besseren Umständen hören. Bleibt zu hoffen, dass es bis zur nächsten deutschen Aufführung nicht wieder 52 Jahre dauert.

    Am Ende: Kiemen

    Auch in Köln blieb es bei kultureller Exorbitanz. Es blieb dabei, dass ich dachte „eine halbe Stunde kürzer wäre auch okay gewesen“, es blieb in einer Zwischenebene zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem.

    Nach Köln-Begehungen beendete ich den Abend im Programmkino Filmpalette. Es lief Sirens Call.

    Vor dem Kino hatte mich der Kellner im Café nebenan noch gefragt, was ich für einen Film sehen wollte. Ich hatte Probleme, es zu formulieren. Danach hätte ich noch mehr Probleme gehabt.

    Der Film geht um die real existierende Mermaid Una und die Gruppe der Merfolk in Portland.- einer Gruppe von Wesen, die davon ausgehen falsch im Körper eines Menschen gelandet zu seien, da sie eigentlich Meerfrauen/-männer/-wesen sind.

    In selteneren Teilen ist der Film Dokumentation, in der der Mensch um Una spricht, eine Doktorin der Psychologie, die mit Strafgefangenen arbeitet, und die Merfolk bei Veranstaltungen und Protesten in den USA unter Trump gezeigt werden.

    In häufigeren Teilen versucht der Film eine Una-Erzählung: aus der Perspektive der Meerjungfrau, die sich im komischen Körper eines Menschen findet, gleichgesinnte sucht und sich zu orientieren versucht. Es ist eine sehr träumerische, surreale Nachstellung von Unas Jugend, wie sie durch New York, Florida, Las Vegas driftete, immer mit dem Gefühl, nicht dazu zu gehören.

    Keine Dokumentation; denn eine Mermaid würde keine Dokumentation drehen, sondern etwas zwischen Meditation und Traum, in Blau, spielend in billigen Hotels, Diners und mit sehnsuchtsvollem Blick in Aquarien.

    War es ein guter Film? Ich bin nicht sicher. War es ein inspirierender Film: Ganz unbedingt!

    Kernkompetenz alles mit Klavier

    poupoulab zum Klavierfestival: Berliner Klavierfestival 2026. Marc-André Hamelin

    Been there, done that: „Zugegebenermaßen liegt meine Kernkompetenz eher bei Eisbären. Aber Eisbären interessierten an dem Abend niemanden.“

    Manchmal wenn ich die Informatik-Module durchblättere, kommen mir die ganzen „KI“-Diskussionen in den Sinn, dass Vibecoding mit KI programmieren überflüssig macht. Und mir kommen noch mehr die ganzen frisch-arbeitslosen Programmierer*innen auf Mastodon in den Sinn, die gerade neue Jobs suchen. Dann frage ich mich: Lerne ich gerade das richtige. Dann denke ich an reale Software mit der ich 39 Stunden in der Woche zu tun habe, gehe in mich und denke „auf jeden Fall!“ In anderen Worten bei Thomas: Coding, Viben und Probleme

    was ge­blie­ben ist: blog­gen ist wei­ter­hin ein rand­phä­no­men. und das ist auch nicht wei­ter schlimm. im ge­gen­teil.

  • 24-07-09 $ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} (x_i – \mu)^2} $

    24-07-09 $ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} (x_i – \mu)^2} $

    Teile eines Autos liegen auf dem Hinterhof. Wir fanden kein dementsprechend beschädigtes Auto. Vermutlich ist der Gaffa-Tape-Mercedes weiter auseinandergefallen bevor er sich vom Hof schleppte.

    Handwerker handwerken auf dem Dachbodenausbau im Hinterhaus.

    Der Bäcker im benachbarten Hinterhof erzeugte eine mächtig gewaltige Dampfwolke – aber harmlos.

    10 Minuten Wochenendgewitter. Eindrücklich genug, damit ganze Äste auf der Autobahnabfahrt liegen und wir einen Parkplatz fernab eines Baums suchten.

    Hans Dampf stellte fest, dass das indische Essen gar nicht so scharf ist, bestellte aber vorsichtshalber auf halber Strecke ein Joghurtgetränk.

    „Unleserlich!“

    Oft stehen wir den auf den Schultern von Riesen. Und manchmal stehen wir auf unseren eigenen Schultern. Anscheinend habe ich letztes Semester etwas gelernt.

    Am Wochenende der Studientag Mathematische Grundlagen. Jenes Modul, das mich letztes Semester einigen Schlaf kostete und an dem ich doch um zwei lächerliche Punkte scheiterte.

    Dieses Semester denke ich die ganze Zeit „Passt scho“. Seltsames Gefühl. Normalerweise kann ich mich auf mein Gefühl in solchen Sachen verlassen. Ich ermahne mich selbst, es nicht zu sehr auf die leichte Schulter zu nehmen.

    Am Studientag zu sehen: Handgeschriebene Lösungen der Anderen. Ein Teilnehmer hat originell mit Standard-Textverarbeitungsmitteln Formeln geschrieben. Jede Formel auf drei Zeilen und mit Word-Bordmitteln gestaltet. Aber komplett lesbar. Anders als so manch handschriftliche Lösung.

    Mich motiviert es, mir endlich TeX in der Form von TeXworks anzueignen.

    Mein Übungsobjekt: Die zweite Einsendeaufgabe** stochachistische Simulation im Modul Planen mit mathematischen Modellen. Es beginnt mit der Standardabweichung:

    \[ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} {(x_i – \mu)^2}} \]

    Im TeXworks geschrieben als $ \sigma = \sqrt {\frac {1}{N} \sum_{n-1}^{N} {(x_i – \mu)^2}} $ . Ich stelle fest: Die wohlgesetzte Klammerung beschäftigt mich im späteren Leben weit mehr als ich als Jugendlicher gedacht hätte.

    Die erste Wespe

    Marmeladenwespenpremiere 2024.

    Eine veränderliche Krabbenspinne erjagte eine Biene.

    Der Bienenwolf (Käfer) ist wieder da. Jetzt zirpen auch die Grillen.*

    Martin Luther steht in 5R.

    Der Rasenmäher leidet an Antriebslosigkeit. Ich schaute auf dem Tablet Analysis und linste immer mal wieder in den Garten.

    Kugeldisteln vor dem Hintergrund des Gartens. Etwa ein halbes Dutzend Bienen und Schwebfliegen sind in den Disteln unterwegs.

    Für Warmduscher*innen

    Ach, Wien, du Stadt der Bade-Träume: Field Writing Nr. 7: ’s Tröpferlbad (via Kieselblog)

    Am Bahnhof Weil am Rhein finden Baustellenbesichtigungen statt. (12. Juli und 16. August)

    *Ich bin stolz darauf auf das Wortspiel mit den grillenden Zirpen verzichtet zu haben. Ach, habe ich ja jetzt nicht mehr. Egal.

    ** Wie die Uni es so will. Während ich das hier schreibe, kommt die Bewertung für Einsendeaufgabe 1. Locker bestanden, damit darf ich die Klausur schreiben. Einsendeaufhabe 2 ist jetzt nicht mehr notwendig, sondern nur noch aus Spaß-an-der-Freud.

  • 23-08-29 Lichterlohes Lodern über Dithmarschen

    23-08-29 Lichterlohes Lodern über Dithmarschen

    Die Dachbaustelle im Hinterhaus bekommt einen erkennbaren Balkon.

    Auf unserem Dachboden, den ich eigentlich für komplett leer halte, sind neuerdings Abends nach 22 Uhr oder morgens vor 7 Uhr kleine Männergruppen und machen irgendwas. Ich vermute, dort findet fortgeschrittenes Hallodritum statt.

    Fortgeschrittenes Fensterputztum fand in der Wohnung statt, dank eines Profis mit Leiter und norddeutschem Migrationshintergrund.

    Der italienische Feinkostladen in der Straße eröffnete. Stilecht mit grün-weiß-roten-Luftballons. Angesichts der übrigen Kleineinzelhändler dieser Straße vermute ich trotzdem, dass er im Hintergrund einer türkischstämmigen Familie gehört. Aber es waren Leute anwesend. Viele.

    Wir sind Zeugen einer Transformation: Wirkten die Geschäfte dieser Straßenzeile (Wettbüros, Sportschuhe, Gastrogroßbedarf) bisher so als wären sie nicht auf Laufkundschaft – oder überhaupt auf Kundschaft – angelegt, hat die rapide Transformation in den letzten Wochen viel Neues gebracht: Hühnerwald, „Medien + Reisebüro“, der neue Inder und jetzt auch der Feinkostladen wirken ernstlich so, als sollten Leute hineinkommen. Nur der „Barbershop-Großbedarf“ verströmt weiterhin das Flair einer geschlossenen Gesellschaft.

    Gepreppt: The one and only Coffee Chili. Als Nachtisch: James Grieve aus eigenem Anbau. Unter dem anderen Apfelbaum wächst Borretsch. Der hat sich freundlicherweise ohne unsere direkte Intervention dort angesiedelt.

    Heute morgen beim Frühstück warnte mich die Katwarn-App: Feuerwehreinsatz in Dithmarschen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen. Eines der beiden Wesselburener Wahrzeichen brannte. Und da im Getreidesilo immer wieder Getreide nachrückte, war es quasi unlöschbar. Drama in Wesselburen. Anruf beim Kaptain: „Ach, deshalb riecht es so. Ich hab mich schon gefragt, wer so früh am Morgen grillt.“

    Der Geruch in der Tiefgarage der Südkreuz Offices wird intensiver. Soweit ich verstehe, scheitert eine Taubenbekämpfung am Taubenschutzverein, der Nester mit Eiern entdeckte. Als Mieter eines Berliner Balkons sage ich: Herrje. Natürlich. Sobald man drei Minuten nicht hinschaut, haben sich Tauben angesiedelt, ein Nest gebaut und Eier gelegt. Das ist ihre Superkraft.

    Taube im Parkhaus: Darunter Taubendreck.
    Die Höhenwarnung schaukelt. Ein Eigenschaft, die die Stadttaube offensichtlich schätzt.

    Mutter von Welt, Zug in Griechenland

    Kitty Koma war in Nachbarschaft unserer Latifunden auf einer Einschulungsfeier. Sie entdeckte: Die Mutter von Welt trägt bei so einer Veranstaltung um 9:30 Uhr langes Abendkleid, silberne High Heels und falsche Wimpern zu ihren üblichen Tatoos.

    Ich finde Karens Zugreise durch halb Europa ebenso cool wie inspirierend. Und auf meiner eigenen Löffelliste landete sofort der Plan: Mit dem Zug an den griechischen Strand: Turku-Istanbul mit dem Zug: (13) Kineta

    Strong, striving, great, more, wider

    Überraschenderweise bin ich ja in meinem Leben aktuell im öffentlichen Dienst gelandet – und den Vorurteilen nach soll dort nicht alles immer rasend schnell gehen. Umso mehr freut es mich, dass mein Ex-Arbeitgeber, Wikimedia Deutschland, sich das „10-Wochen-Jetzt“ angewöhnte. WMDE bloggt We are excited to announce that Wikimedia Deutschland (WMDE) now has a new strategic direction until 2030!

    (Formell beschlossen am 17. Juni, gebloggt am 29. August)

    Zu meiner Zeit war es so, dass WMDE ein disparater Verein war, mit reichlich verschiedenen Abteilungen. Um ein Bild zu nutzen: Wäre es ein „Verein zur Förderung des Sports gewesen“, hätte es eine Abteilung für Schwimmen gegeben, eine zur Entwicklung von Kufen für Rennrodeln, eine zur Erforschung des Sports im Nationalsozialismus und eine für internationale Beziehungen.

    Dementsprechend schwierig waren alle Strategiedebatten. Meistens endeten sie darin, dass unter Hinzuziehung mehrerer Arbeitsgruppen mit großem Aufwand und in schönen Worten gesagt wurde „Wir müssen Wassersporttreibende ohne Sportgerät fördern und schnellere Verbindungen zwischen durch Schwerkraft angetriebenen Renngeräten und dem Eis entwickeln und das Wissen über das Wesen des Sports im Nationalsozialismus vertiefen und das alles in einen internationalen Kontext stellen.“

    Meine Zeit ist lange vorbei. Aber wenn ich mir die Strategie so betrachte: Nicht viel hat sich geändert seitdem.

    Viel Geld

    Die 1990er haben angerufen und möchten ihre Standort-Deutschland-Debatte zurück. Einziges Zeichen des ökonomischen Wandels seitdem: Das Schimpfwort der „Vollkaskomentalität“ wandelte sich zur „Flatratementalität.“ Eine Nation der Autobesitzer verwandelte sich in eine Nation der Handynutzer.

    Wobei sowohl Vollkaskoversicherungen wie auch Handy-Flatrates nur existieren, weil sie für die Anbieter gewinnbringende Geschäftsmodelle sind. Die Kunden zahlen im Schnitt mehr einzahlen als sie entnehmen. Menschen schätzen es, wenn sie keine finanzielle Unsicherheit erfahren. Sie sind bereit, dafür Geld zu auszugeben.

    Die New York Times berichtet, dass Dänemark überlegt zwei nationale Wirtschaftsbilanzen aufzustellen: Eine mit Novo Nordisk, dem Entwickler von Ozempic und Wegovy, (Gesamtes Nationales Wirtschaftswachstum mit NN knapp 2%) und eine ohne (Wirtschaftswachstum 0%). Zwei Diätmedikamente machen genug Umsatz und Gewinn um komplette europäische Volkswirtschaften aus dem Rahmen zu werfen.

    Um fast soviel Geld geht es im New-York-Times-Feature The Inheritance Case That Could Unravel an Art Dynasty (Geschenklink ohne Paywall) – die Welt aus gigantischem Reichtum (mehrfache Milliardärsklasse), einem kulturell-distinguierten Lebensstil weit über jede Karikatur hinaus, totaler Verschwiegenheit und Organisierter Kriminalität auf Eliteniveau fasziniert mich. Ähnlich fasziniert mich aber auch seit Jahren Feuilletonberichterstattung über moderne Kunst, die ohne die Wörter Schwarzgeld, OK und Mafia auskommt.

    Die Zeit entdeckte (hinter der Paywall), dass ausgerechnet der Veltener Bernsteinsee ein „Trendsee“ sein soll. Da kommen auch Journalismuszweifel auf: Von den etwa zehn Badeseen in der Nordwestecke Berlins, die mir einfielen, liegt der Bernsteinsee irgendwo zwischen Platz 9 und 10.

  • 22-12-12 Zwei Käfige voller Narren

    22-12-12 Zwei Käfige voller Narren

    Heute lernte ich: Das Löschmittel aus CO2-Feuerlöschern verlässt diesen mit -78Grad Celsius. Man muss aufpassen, wo man dieses Gerät festhält. Überhaupt: ein phänomenales Spielzeug. Leider zu teuer zur reinen Freizeitgestaltung.

    Der Feuerwehrmann empfiehlt Feuerlöschsprays (zB aus dem Baumarkt). 600ml aus der Spraydose löschen bis zu 15 Liter brennendes Friteusenfett.

    Madame sprenkelte Mandeln. Der Kaptain begutachtete Glasuren.

    Italienisches Wort des Tages: Coltelleria.