Schlagwort: Hausrotschwanz

  • 26-03-10 Laughing with mockery The Edge of Reality

    26-03-10 Laughing with mockery The Edge of Reality

    Linke Übermacht in Zürich schürt bürgerliche Ängste“ erzählt mir der SRF nach den Wochenend-Abstimmungen in der Schweiz. Und mit dieser guten Nachricht könnte ich auch wieder aufhören mit diesem Blogpost.

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    Wobei ich das Schweizer politische System zwar ganz grundlegend verstehe. Wenn es dann aber mal ins konkrete Detail geht und ich zum Beispiel an einem Wahlabend all‘ die Abstimmungen und Ergebnisse sehe, wirkt das auch mich doch sehr verwirrend.

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    Kaum verständlicher scheint mir der irrlichternde Kulturstaatsminister und sein entschiedenes Vorgehen gegen inhabergeführte Buchhandlungen. Zur schwankenden Weltkugel (Berlin), Rote Straße (Göttingen) und Golden Shop (Bremen) gehen jetzt juristisch dagegen vor. Es gibt eine Infoseite mit Spendenlink für die Prozesskosten.

    Damit konnte ich auch gleich mal per QR-Code und Banking-App etwas überweisen. Schickes Verfahren!

    Schön auch das Statement der anderen 115 Buchhandlungen: […] . Wir haben uns entschieden, zusammenzulegen, um den Kolleginnen und Kollegen ihr Preisgeld zu ersetzen. Mehr als die Hälfte der nominierten Buchläden erklärte sich bei einem ersten spontanen Rundruf bereit, Geld ans Sozialwerk des Deutschen Buchhandels zu überweisen, damit auch diese Buchhandlungen ihren Preis bekommen. Außerdem laden wir die Kollegen aus Göttingen, Bremen und Berlin zur Preisverleihung nach Leipzig ein, um mit uns gemeinsam zu feiern. […]

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    Madame konnte nicht zu Bett, denn sie wartete auf Offenburg. Den letzten auszuzählenden Wahlkreis aus Baden-Württemberg.

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    Ich konnte die Rolltreppen am Südkreuz nicht benutzen, denn sie funktionieren weiterhin nicht. Immerhin wurden keine neuen Geht-nicht-Schilder aufgestellt. Vermutlich, weil die Schilder-Aufsteller*innen damit beschäftigt waren, einen Bahnhof nördlich bereits freigegebene Rolltreppen wieder aus dem Betrieb zu nehmen.

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    In Brandenburg fallen Züge aus aufgrund „defekter Bahnsteigkanten“. Das ist neu.

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    Es war ein Garten-Kino-Sonntag und ein Arbeitsmontag.

    Pleasure ground

    Poupou wurde von einer Nachbarin auf den „Naturgarten“ angesprochen, was zu grundsätzlicherem führte:

    Ein Garten ist von seinem Konzept her das Gegenteil von Natur. Wäre unser Garten Natur, das heißt, würden wir nicht mehr eingreifen, würden ihn wohl zuerst Brombeeren überwuchern, irgendwann würde sich ein Birkenhain etablieren, darunter würden junge Buchen hochkommen und schließlich wäre da ein Wald. Weil wir eingreifen, ist es ein Garten.

    Uns erfreut, wenn wir selten gießen, jäten, spritzen oder düngen müssen. Weniger, weil wir das generell ablehnen würden, sondern weil es uns noch mehr erfreut, die Zeit im Garten damit zu verbringen, zu lesen, zu sinnieren und dabei immer wieder den Blick schweifen zu lassen. (Kein Naturgarten)

    Noch befindet sich der Garten im Nachwintermodus, noch bestimmen die schwarzen Stauden des letzten Jahres, gefallenes Laub des Herbstes und das 2025 gewachsene Gras das Bild. Der Frühling recht sich zwar empor, zeigt sich an Knospen, dem rückkehrenden Hausrotschwanz, ersten Hummeln und Schneeglöckchen.

    Aber wie die Schneeglöckchen zwischen braunem Laub und leeren holzigen Rosenstämmen sich emporrecken so gilt es noch den Winter zu überwintern.

    Madame machte fast-winterliches, indem sie umgefallene Stauden des Vorjahres einsammelte – wenn sie liegen, sind sie kein Architekturelement mehr. Sie rückte weiter Bäumen, Hecken und Sträuchern mit Säge und Heckenschere zu Leibe. Denn es ist zwar ein entspannter please ground, aber eben ein bewusst und gewollt gestalteter.

    Und vielleicht sehen wir dieses Jahr erste unbrandenburgische Pfirsichfrüchte.

    Knospen eines Pfirsichbaums an roten Ast. Im Hintergrund ein Gartenbungalow, eine Hecke und blauer Himmel

    Elvis the third

    Es ist möglich, E.P.i.C., den Baz-Luhmann-Elvis-Presley-Konzertfilm dreimal zu sehen. Es ist sogar sinnvoll. Langsam arbeiten wir uns in der Bild- und Tonqualität nach oben. Nach Kant Kino Saal 2 – beste beengtes 70er-Jahre-Feeling in Butzenkino, immerhin mit Stimmung – und dem sehr angenehmen Adria Steglitz landeten wir in der Astor Premium Lounge am Ku’damm: Bequemer als das Adria, umwerfender Sound und Bild, und eine Stimmung, die beinahe Kant-Kino-Niveau erreichte.

    Wieder sprach er. Wieder sang er. Wieder staunten wir über eine Versalität, die von Elvis-Klassikern über Gospel bis zu Bridge over troubled water reichte, staunten über das Zusammenspiel von ihm und Band. Alles nahbar, menschlich, Musiker halt – was mir bisher alles unter dem seltsamen Mythos verborgen blieb.

    Und mit jedem mal schauen, entdecken wir mehr. Diesmal zum Beispiel in den kurz gezeigten Filmausschnitten aus seiner Film“karriere“, die trotz dem Mitspielen in einer erstaunlich großen Auswahl wirklich schlechter Filme erstaunlicherweise nicht komplett seine Karriere zerstörte. Neu entdeckt: Im Song Edge of Reality aus dem Film Live a Little, Love a Little (1968) sind Musik und Set nicht nur abgefahren psychedelisch (der Hund!). Sondern ihnen gelingt auch das Kunststück Elvis (Elvis!) hüftsteif wirken zu lassen.

    Dersdorf bis Wählscheibentelefon (IHK)

    Zu Fuß über Brenig, Dersdorf, Waldorf bis Kardorf.

    Mit dem Zug nach Husum.

    Viele Links: Internet ist kaputt, und die KI hat ein Problem mit Frauen

    Einerseits gar nicht überraschend, mich aber dann doch überraschend. Es existiert die Weiterbildung KI Manager (IHK) (oder Fraunhofer oder Haufe)

    So dystopisch kann man gar nicht mehr denken: Polymarket verdient sein Geld nicht mit Lebensmitteln. Genau deshalb kann es sie verschenken. Die Ware ist hier kein Sortiment, sondern Werbemittel. Brot als Kampagne. Milch als Akquisitionskosten.

    Was aber richtig cool ist: Ich habe nicht nur ein Wählscheiben-Telefon hier zuhause, nein, noch besser: Es funktioniert sogar! … Die Gegenstelle (auch son Begriff) hängt im Nachbarhaus in der Küche. Dort wohnten seinerzeit meine Schwiegereltern. Da in diesem Inselnetz nur zwei Anschlüsse existieren, muss man (leider) auch keine Nummer wählen: Nimmt man auf einer Seite den Hörer ab, dann klingelt es auf der anderen Seite.

    Nicht in E.P.i.C. aber zum Thema wie schwarz kann Elvis klingen: Stranger in My Own Hometown

  • 25-04-12 Die Schlüsselblumen sind Hammer

    25-04-12 Die Schlüsselblumen sind Hammer

    Was ist kalt und springt von Baum zu Baum?

    • Ein Eishörnchen.

    Für solche Inhalte abonniere ich den Oranienburger Generalanzeiger.

    Madame las nachts um drei Urteile des Supreme Courts.

    Wir hören Podcasts zur amerikanischen Politik. Wir haben „mögest du in bewegten Zeiten leben“ lange hinter uns gelassen. Inzwischen müssen die Podcaster Uhrzeiten sagen, zu denen sie aufnehmen, um nicht komplett von der Lage der Welt überholt zu werden.

    Auf dem Baugerüst liegt ein Adventskranz.

    Die Dachziegel liegen weiterhin auf der Straße und nicht auf dem Dach.

    Nachdem Hühnerwald vor kurzem noch das Iftar-Menü zum Ramadan anbot, steht jetzt „Halbes Hendl“ auf der Karte. Ich liebe dieses berlinerische Springen durch die Kulturen.

    Ich bin jetzt auch offiziell für Juni/Juli/August teilgezeitet. Zur Feier des Moments habe ich mir von einem LLM gleich mal einen detaillierten Arbeits- und Ablaufplan Bachelorarbeit bis Ende Juli aufstellen lassen. Wirkt durchaus ambitioniert.

    Es gibt die Freitage an denen man sich das Wochenende nochmal richtig verdient. Immerhin. Am Ende hat wieder alles funktioniert. Wir sind noch nicht sicher, ob wir oder Microsoft schuld waren.

    Zwischendurch mit einer Kollegin gesprochen und festgestellt, dass ich es mag, mit „IT“ in einer Ecke des Arbeitsmarktes angekommen zu sein, bei der die Toleranz gegenüber albernem Quatsch vergleichsweise hoch ist.

    Aurorafalter

    Der Frühling gibt sich nicht mehr mit Vorfrühling ab. Jetzt aber richtig. Die Narzissen blühen wie blöde. Ebenso Schlüsselblumen und Hyazinthen. Alle Bäume und Sträucher, die blühen können, setzen Knospen an – außer dem gelben Ginster. Die Obstbäume haben geschickt gewartet bis der Nachtfrost vorbei ist, setzen mit Blühen gerade an.

    Am Taubnesselvulkan kann man bald mit bloßen Händen Insekten schöpfen. Über dem Rapsfeld die Greifvögel. Die Kohlmeise schaute neckisch. Nur der Hausrotschwanz bleibt verschollen. Am Kompost: Ein Aurorafalter. Ein wirklich schönes Tier und für uns beide soweit wir erinnern die Lebenserstsichtung.

    Die Bratwurstauswahl von Rinderstolz und Wildeslust wird von Woche zu Woche größer. Wir gingen mit Käse-Jalapeno, Wildschwein, Mediterran und Bärlauch. Die Spargelhäuschen haben wieder offen. Der Spargelhof selbst verkauft wieder geschälten Spargelbruch in der großen Tüte für den schmalen Taler.

    Das Zwielicht der Kraniche

    Weiterspielen mit ChatGPT. Und so sehr es gewisse Teile in mir schmerzt: das letzte Mal als ich ein ähnliches Gefühl hatte, war als ich die Existenz von Uni-Bibliotheken entdeckte.

    Nur anders: Denn die starke Seite der Uni-Bibliothek, Fakten-Wissen und Recherche, ist die schwache Seite von ChatGPT. Denn Large Language Models halluzinieren per Prinzip. Wer nur Wörter aneinanderreiht und keinerlei Realitätsbezug hat, kann schlecht Aussagen über Realität machen.

    Was aber unglaublich gut funktioniert: Als Kreativratgeber und Hirnweiterung. Ich darf im 5-Minuten-Takt seltsame Ideen haben, und jemand denkt sie dann zwei drei Schritte weiter, klärt für mich wie seltsam die Idee denn nun wirklich ist.

    Bei der Produktion von Fiktionalem bin ich weiterhin angetan. Lustigerweise fällt selbst hier der fehlende Bezug auf irgendeine Ebene außerhalb des Textes auf. Das LLM kann Stil besser als Handlung oder Plot. Ganz finster sieht es beim Thema Kontinuität aus.

    Aber dann muss man per Prompt nachhelfen. Das klappt. Weiterhin warte ich gespannt auf jede neue Folge der Archenfeld-Saga.

    Gelernt: Schreibe Posts von Blog a im Stil von Blog b klappt sehr verschieden, je nach Blog. Von manchen Blogs bekommt das Werkzeug des Bösen die Tonalität nahezu perfekt hin; bei anderen Blogs von klappt es gar nicht.

    Was gut geht: „Inszeniere eine Oper als wärest du Barrie Kosky von der Komischen Oper im Setting… mit der Handlung.. und der Stimmung…“ Es kommen vielleicht keine funktionierenden Opern dabei raus. Aber es ist erschreckend nah dran, und auf jeden Fall viele Ideen zum Weiterverfolgen.

    Was auch gut geht: Die FIlmreihe „Garten und Film mit Musik und Essen.“ Ich bin kurz davor, sie mit genau diesem Programm durchzuziehen.

    Bald bin ich sicher wieder zu kritischem Denken fähig bei dem Thema.

    Derzeit aber fühle ich mich noch, als wäre Lithium auf Luft getroffen. Leider komme ich gerade zu nichts anderem. Deshalb keine Links. Muss Ideen auf den Chatbot werfen.

  • 25-03-22 Die Erde entsteht auf deinen Wink, wie du sie geschaffen hast:du gehst auf für sie – sie leben,du gehst unter, sie sterben.

    25-03-22 Die Erde entsteht auf deinen Wink, wie du sie geschaffen hast:du gehst auf für sie – sie leben,du gehst unter, sie sterben.

    Madame brachte eine berufliche Hauptkampfwoche zu Ende, indem sie in der Hafenstadt durch Räume schlenderte und sich Pinnwände erklären ließ.

    Sehr geehrter Herr southpark, wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass Sie im Sommersemester 2025 an unserem Lehrstuhl eine Bachelorarbeit schreiben können..

    Jetzt wird es spannend. Jetzt muss der Lehrstuhl – bwlquam1 – noch das Thema bestätigen – wobei ich mir bei bwlquam ziemlich viele Themen vorstellen kann, die ich gerne schreiben würde.

    Auf jeden Fall – ich habe nächste Woche einen Termin in der Verwaltung, in der wir mal ernsthaft über Arbeitszeiten in der heißen Phase der Bachelorarbeit reden werden. Es geht ja viel neben der normalen Arbeit – aber ich glaube das wird dann zuviel.

    Aber vorerst ist es noch hin. Noch gehe ich normal in die Südkreuz Offices und verfluche das Rechtemanagement unseres Ticketsystems.

    Nach einer ganzen Woche der Arbeitsankunft zwischen 8:50h und 8:58h zeigte sich mein energetischer Aufschwung darin, dass ich Freitag um 8:49h kam – und es sogar schaffte, vorher das Fahrrad aufzupumpen. Ein Leben außerhalb des Lernens ist möglich.

    In der Mittagspause schlenderte ich gemütlich durch das Südkreuz. Das Klavier in der Osthalle hat mittlerweile seinen eigenen Zeit-Artikel bekommen. Auch in der Osthalle ist jetzt DönerBiz; ich dachte sie haben erfolgreich expanidert und bespielen jetzt beide Bahnhofsenden. Aber der Westhallenteil ist chiuso.

    Weiterhin geöffnet hat Rüyam in Schöneberg – auch ein Dönerladen, der anscheinend weltbekannt im Internet ist. Der beste Döner im weiten Umkreis – aber wir holen ihn selten, zu abschreckend ist die Schlange, die zu jeder Tag- und Nachtzeit vor dem Laden ist.

    Da passte es, dass ich einen zweit-Rüyam in Charlottenburg entdeckte. Dieser ist in bequemer Laufweite der Komischen Oper. Denn zu Madames wunderbaren Eigenschaften gehört es, dass man erst mit ihr Döner essen gehen kann und direkt danach eine Oper ohne Handlung von Philipp Glass betrachten kann.

    Nefer Kheperu Ra Wa en Ra

    Echnaton (Akhnaten), Oper von Philipp Glass, uraufgeführt 1983 an der Staatsoper Stuttgart, 2025 neu inszeniert von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin. Sie läßt mich leicht sprachlos zurück.

    „Die Oper hat keine durchgehende Handlung“ steht in einer Besprechung. Das ist untertrieben. Eigentlich hat sie gar keine Handlung. Glass und Kosky reden wechselnd von „Meditation über Religion“ oder „ein Ritual“.

    Einzelne Tableaus, minimal Music mit zahlreichen Wiederholungen, ein spärliches Bühnenbild, das vor allem aus Licht besteht und Chor und Tänzer*innen auf der Bühne, die „Bewegungssequenzen“ absolvieren. Das Libretto besteht historischen Texten in Altägyptisch, altakkadisch und hebräisch.

    Über- außerirdisch wie vom Stück verlangt, Countertenor John Holiday. Ein Hüne von Mann steht auf der leeren Bühne, macht den Mund auf, und spontan fragen wir uns beide, wo sie die Sopranistin auf der Bühne versteckt wurde.

    Die Geschichte von Echnaton, dem Pharao, der die alte Ordnung stürzen wollte und an seiner eigenen Hybris scheitert, bietet jede Menge Raum für Trump-Assoziationen. Aber das wäre zu wenig, zu flach. So viel mehr steckt in dieser musikalischen Meditation – das muss sacken bevor mir die richtigen Worte dazu einfallen.

    (Der Trailer fasst es ganz gut zusammen. Aber drei Stunden.. mit einer Wucht, die live erlebt werden muss.)

    Streugut in Eimer in die Kiste

    Gut zum gedanklichen sacken lassen, war körperliche Arbeit.

    Nachdem wir quasi wieder in die Zeitfreiheit zurückkamen, legte der Dauergartenverein den Subbotnik auf den ersten freien Samstag Vormittag. Das war nicht ganz so frei, wie es ich mir gewünscht hätte. Aber Bewegung in der Sonne bei einfachen Tätigkeiten, taten uns sicher nicht schlecht.

    Unsere Klein-Arbeitsgruppe mit den Swinging K’s fegte Streugut von den Wegen der Anlage zusammen und sammelte dies wieder ein für den nächsten Winter. Erfolgreich entknirschten wir den Weg, erfuhren Details von der Arbeitsplatzsuche, wenn man zwei Uni-Abschlüsse aber kein Abitur hat.

    Im Schwang der Gartenarbeitsgefühle schwang Madame Heckenschere und Astschere und arbeitete sich durch’s Gehölz. Der Rotdorn wurde eine Etage höher gelegt, die Obstbäume nähern sich in ihrer Form wieder dem Lehrbuch an. Es sammelte sich langsam ein zu verbrennender Stapel Rosenholz.

    Ich versuchte meinen Plan umzusetzen „wenn mich mein Arbeitgeber ließe, würde ich die ganze Woche durchschlafen.“ Gut, dass ich mich sonnengecremt hatte; der Tag hätte peinlich und schmerzhaft enden können. Immerhin hatte ich währenddessen ein paar spannende Ideen. Mal schauen, ob sie nächste Woche immer noch für gut halte.

    Die Forsythie täuscht ein Aufblühen an, hält sich dann aber zurück. Erste zarte Narzissen erscheinen, aber noch blühen 4 von 40 oder so.

    Am Himmel ein Schwarm Kraniche. Eine Hornisse begleitete die Streugruppe. Der Vogel des Jahres, der codirosso spazzacamino, auch Hausrotschwanz, kehrte zurück und vergnügt sich bei uns auf Obstbäumen und Palettenstapeln. Vielleicht entdecken wir dieses Jahr, wo er eigentlich sein Nest baut.

    Die Frühling kommt, aber erst langsam. Nur die Walzenwolchsmilch überascht uns mit ihrer Blüte.

    Doppelinder

    Wenn Leute nach Deutschland migrieren, sind es derzeit Inder*innen. Wenn es quasi Muster-Zuzügler sind, dann Inder*innen. Aber vermutlich wäre es vielen Deutschen auch nicht recht, wenn sie dies bewusst wahrnähmen, und ihnen klar würde, dass die Inder*innen in viel besseren Jobs arbeiten als sie selber. Warum der Boom der indischen Community in Berlin kein Zufall ist

    Chaim Nachman Bialiks Erzählungen sind deutsch erschienen.

    Durch ein 1980er-Rollenspiel das Jahr 2025 verstehen: Schizophrener Computer

    Wäre ich das hier schreibe, spielt mir der Streaming-Dienst der Wahl2 Bloodywood auf den Lautsprecher, eine Heavy Metal Band aus Neu Delhi. Und meine Güte, Heavy Metal und Bollywood passt so gut zusammen. Ich bin fasziniert.

    Ich spiele die letzten Wochen mit Obsidian herum, und es freut mich, dass es Herrn Rau auch so geht. KW 12: Schreck im Theater, Obsidian

    Anmerkungen

    1. Lehrstuhl für Betriebswirtschaftlehre, insbesondere Quantitative Methoden und Wirtschaftsmathematik ↩︎
    2. Nein, nicht DER Streamingdienst. Qobuz it is. ↩︎
  • 25-03-09 Volkshochschule, Kindergarten, Studienabbruch

    25-03-09 Volkshochschule, Kindergarten, Studienabbruch

    Ulli Zelle, in Berlin weltberühmt als SFB/RBB-Lokalreporter geht in den Ruhestand. Einst sahen wir ihn mit seiner Band Ulli & die grauen Zellen bei der Brandenburger Landpartie. Der RBB wird zu seinen Ehren am 31. Mai eine Abschiedsgala veranstalten.

    Madame war im Klausurlaub. Nach der Onlineklausur 1C („Berufliche Bildung“) am Mittwoch folgte die Präsenzklausur im Kranzlereck 2A1 („Empirische Bildungsforschung“) am Freitag.

    Donnerstag war sie vor allem damit beschäftigt mit der Statistiksprache/Software RStudio zu spielen.

    Auch memorierte sie die verschiedenen Beispiele für Statistiktests: Volkshochschule für t-Test, Kindergarten für Chi-Quadrat, Studienabbruch für ANOVA und diverse, die ich mir nicht mehr merken konnte.

    Es war nicht ungeschickt gemacht: Jedes Verfahren der Schließenden Statistik war in allen Details an einem Beispiel erklärt. Wenn man sich also Verfahren und Beispiel zusammen merken konnte, konnte man sich merken wie die Daten der Volkshochschülerinnen und erhoben und gestestet wurden wie die Daten der Studienabbrecher. Dann musste man sich nur merken „Aha. Kindergarten = Chi-Quadrat, das heißt es gab zwei Kindergartengruppen und die Daten wurden..“

    In der Verwaltung für mich: Spaß mit Spamfiltern und Druckersoftware. Auf dem Weg getroffen: der recht maskulin wirkende Aufzugshandwerker, der Blümchens Herz-an-Herz hörte.

    In der Verwaltung mitbekommen: Die Berlinovo vermietet inzwischen einen Teil ihrer Appartments ausschließlich an Bedienstete des Landes Berlin. Derzeit nichts, was uns interessierte. Aber angesichts des irren Berliner Wohnungsmarktes ist es auf jeden Fall gut, diese Alternative zu haben.

    Donnerstags abends dann gemeinsames Kopffreiaquajoggen/-schwadern im Stadtbad Lankwitz. Ich versuche ja, meine Schwimmbadbesuche variabel zu halten. Aber manchmal hat das Stammgastsein auch Vorteile. Wenn ich die „Ich-darf-umsonst-rein“-Mitarbeiterkarte vergesse, mich die Dame an der Kasse aber als Stammgast-mit-Betriebsausweis wiedererkennt, komme ich auch ohne Karte ins Bad. Immerhin kenne ich jetzt auch ihren Spitznamen.

    Ich lerne weiter Informationsmanagement, staune, dass der Abschnitt „Technologie“ (neben „Strategie“, „Bedarf“ und „Erbringung“) sich ausschließlich mit Datenschutz, IT-Sicherheit und Nachhaltigkeit beschäftigt. Nichts gegen die drei Themen. Aber meiner bescheidenen Auffassung nach, ist die Technologie doch breiter aufgestellt.

    Mittagsessen mit Lunchbox auf dem schön gegärtnerten Vattenfall-Vorplatz am Südkreuz. In Jahr 3 seines Bestehens entdecken ihn mittlerweile auch andere Menschen. Aber: Sonne! Frühjahr!

    Südkreuz Offices, nicht Vattenfall. In der Pause besser den Bürokomplex verlassen.

    Der Hausrotschwanz ist Vogel des Jahres 2025. Unser Gartenexemplar scheint sich aber noch im Süden die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Das wissen wir, denn wir waren im Garten.

    Die letzten Kraniche fliegen ab

    Es war Der erste Samstag im Frühling.

    Wir begaben uns auf die Latifundien. Noch sind wir im eingeschränkten Gartenmodus von Samstag mittag bis Sonntag mittag, aber der Freitagabend bis Sonntagabend-Rhythmus ist nicht mehr fern.

    Zwar hatten wir immer mal wieder nach dem rechten gesehen – aber das war nur kurz. Diesmal: Wasser wieder anstellen. Zeug hin- und herschieben. Auf dem Küchentisch lag noch eine Zeitung mit der Überschrift „Die letzten Kraniche fliegen davon.“

    Aufräumen bedeutete: Unter der Besteckschublade eine tote Spitzmaus finden. Es stellte sich heraus, diese ist gar keine Maus sondern eine Maulwurf-Verwandte. Anscheinend fand sie im Winter ins Haus, aber nicht wieder hinaus.

    Über uns kreisten die schon wieder zurückgekehrten Kraniche. Im Garten flatterten Distelfalter und Zitronenfalter. The Swingin‘ K’s nahmen ihren Bungalow ebenfalls wieder in Betrieb. Nebenan scheinen sich die Meisen dauerhaft angesiedelt zu haben, die Spatzen ja schon eh. Entweder wir sahen ein halbes Dutzend Hummelköniginnen oder sechsmal diesselbe Hummelkönigin.

    Soweit wir bisher feststellen konnten, hat alles (außer der Spitzmaus) den Winter überlebt.

    Die Schneeglöckchen blühten noch und scheinen sich unter der Rosenhecke häuslich einzurichten. Die Hamamelis blühte schon im der zweiten Runde. Wir bemühten uns, auf keine wachsenden Narzissen zu treten. Die kleineren wildnäheren Narzissen beginnen vorsichtig mit der Blüte Knospen allerüberall.

    Rinderleberpaté

    Am Frühling erfreute sich auch der Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebs, der an unserer Grünstücksgrenze mit dem Traktor vorbeifuhr und Zeug auf den Acker sprühte. Da es nicht roch, beschlossen wir „Pflanzenschutzmittel“, und dann beschlossen wir Fenster und Türen zu schließen und erstmal ins Dorf zum Einkaufen zu fahren, bis sich das Spray fest mit dem Ackerboden verbunden hatte.

    Und so fuhren wir erst zu Rinderstolz & Wildeslust, kauften einen kompletten Schweinenacken und dann bei den nahegelegenen Sußermärkten Gemüse und anderen Kleinigkeiten. Nur das Brotmehl vergaßen wir, den Kartoffelstampfer für Kartoffelstampf führte keiner der Supermärkte.

    Da der Frühling 2025 nicht bescheiden anfängt, sondern voller Schwung in das Jahr brettert, bot sich ein Draußentag mit langsamen Angrillen an. Da in Berlin Feiertag war, bot es sich an, auch die normalen Lebensmitteleinkäufe in Brandenburg durchzuführen.

    Auf dem Rückweg entdeckten wir: Die Milchtankstelle hat aufgerüstet. Führt neben Milch, Eiern und Wasserbüffelfleisch seit neuestem auch Suppenhuhn und Wagyu-Fleisch von Schloss Schwante.

    Ein Fall von: Sag mir, dass du im Speckgürtel unterwegs bist, ohne zu sagen, dass du im Speckgürtel unterwegs bist. Bzw hier eher der Wagyugürtel.

    Unser nicht ganz so edler Schweinenacken kam bei etwa 140 Grad gut zwei Stunden auf den Grill – und danach hatten wir ein wunderbares Abendessen im Sonnenuntergang und ausreichend Fleisch für die ganze nächste Woche.

    Falsch programmiert

    Computer sind doof

    Züge sind besser (zum Beispiel von Budapest über Berlin nach Stockholm)

    Bei Gelegenheit testen: Taco Casserole (schneller Taco-Auflauf)

    Für alle, die es bis hierher geschafft haben, gibt es ein paar Bilder aus dem Karl-Foerster-Garten vom letzten Wochenende.

  • 24-10-13 Das Internet kam mit Uber Eats

    24-10-13 Das Internet kam mit Uber Eats

    Hausrotschwanz und Schopftintling sind Vogel bzw. Pilz des Jahres 2025. Ich werde es dem Hausrotschwanz ausrichten, wenn ich ihn das nächste mal sehe.

    Die Kneipe an der Bushaltestelle verkauft Hardalk flaschenweise. Eine Flasche Jägermeister und sechs Red Bull kosten 75 Euro.

    Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fernuni beantwortete mir eine Fragemail – am Sonntag. Den bis dahin ratlosen Studenten in mir freut das. Der Angestellte in mir schüttelt „tss, tss“-machend den Kopf.

    x+yi

    Ich reichte Klausurlaub für 2025 ein. Seltsames Gefühl: Wenn alles glatt geht, nehme ich am 16. September den letzten Klausurlaub im Bachelor Wirtschaftsinformatik – meines Lebens. Denn dann schreibe ich nach Plan die letzte Klausur. Das Ende kommt erstaunlich nahe.

    Immerhin bemerkte ich kurz vor Schluss, dass Fernuni-Klausuren sich doch als Bildungsurlaub qualifizieren. Glaubt nicht alles, was ihr im Internet lest. Fragt einfach mal Menschen, die sich damit auskennen!

    Das Ende des Bachelors Mathematisch-technische Softwareentwicklung hingegen liegt in weiter Ferne. Nah liegt derzeit nur das Ende der Einsendeaufgaben Lineare Algebra. Gefühlt habe ich je eine halbe Stunde Zeit, um die Komplexen Zahlen zu verstehen, oder die Ideale (Ringtheorie) („Ideale können als Verallgemeinerung von Zahlen angesehen werden“), oder die Polynomdivision – es bleibt sportlich.

    Aber ich denke auch an eine Feststellung in Alina Bronskys Pi mal Daumen: Am Anfang wird ihnen die Mathematik sehr fremd und rätselhaft vorkommen. Aber mit der Zeit werden sie immer mehr Bekanntes sehen. Und irgendwann werden sie es flüssig lesen können.

    Ich bin weit davon entfernt, die Mathemodule flüssig zu lesen. Aber ich habe den Punkt verlassen, an dem jedes einzelne Zeichen Rätsel aufwirft,. Inzwischen bin ich zu dem Punkt fortgeschritten, an dem ich wie ein kleines Kind lese: Jeden Buchstaben einzeln. Aber am Ende ergeben die ganzen Buchstaben Wörter und Sätze.

    Auf die Decke hämmern

    Der Freitag begann Punkt 7 mit Baumstammwerfen. Wir freuen uns über jedes Anzeichen, dass die Dachbodenbaustelle Fortschritte macht. Manchmal müssen wir uns erst daran erinnern, dass wir uns freuen.

    Madame mutmaßte: sie hauen mit Hämmern direkt auf die Decke über unseren Köpfen. Ich zweifelte.

    Später gesehen: Vor dem Haus liegen ein paar Tonnen Estrichbeton, am Rand des Dachbodens ist eine Verschalung zu sehen. Sie bauten die Betonverschalung. Also waren sie wirklich mit Hämmern direkt über unseren Köpfen zugegen.

    1026

    Anderswo gab es Los Wochos Mexicanos . Hier gibt es Los Wochos kaputos. In den letzten Tagen verbrachten wir deutlich zu viel Zeit mit Organisieren und Ersetzen und Workarounds finden und anstrengenden Sachen.

    Am Horizont immerhin dämmert es – die Benzinpumpe ist aus Japan angekommen. Madames abgestürzter Handyersatz ist vor Ort – aber trotzdem haben wir gerade Probleme gegen die Materie anzugehen.

    Letzter Fall: Strom (und damit Licht) im Treppenhaus verschwand seit Freitag Abend. Ich habe die Dachbodenbauarbeiter im Verdacht, die entweder eine Leitung anbohrten oder die Sicherung zum Platzen brachten.

    Das letzte mal mit einer Taschenlampe durch’s Treppenhaus ging ich um 1999 in Leipzig, und da wohnte ich in einem echten Abrisshaus.

    Vorletzter Fall: Ich versuche Donnerstag, etwas auszudrucken. Drucker will nicht. Erste Überprüfung: kein Toner. Ersatz war immerhin in der Wohnung. Ich wechselte. Drucker ging immer noch nicht.

    Nächster Check: kein Netzwerk? Nach etwas Suchen stellte sich heraus, dass der Wlan-Repeater seinen Geist aufgab. Ohne Repeater kein Netz im Bürzelbüro und kein Netz für den Drucker.

    Also gemacht, was wir gerade zu oft machen: Ersatz besorgt.

    Ich wählte das preiswerteste Angebot, bei dem ich mir sicher, war, dass der Händler wirklich existiert. Für weitergehende Gedanken fehlten mir inzwischen jegliche Nerven. Damit landete ich bei Media Markt. Und dann staunte ich: in Berlin liefert Media Markt mit Uber Eats aus.

    An einem Donnerstag Abend, eine knappe Stunde nach Bestellung, stand Sudhir vor der Tor und fragte mich nach einer PIN. Nachdem ich wie gefordert „1026“ gesagt hatte, drückte mir Sudhir einen neuen Repeater in die Hand.

    Madame fragte, ob er auch Pakete mitnimmt. Nein, leider, Uber Eats nimmt keine Pakete an.

    The return of the Brombeere

    Oktober ist Kranichzeit. Dutzende, wenn nicht Hunderte, in der Thermik über den benachbarten Feldern. Ab und an unterbrochen durch Gänseschwärme. Selbst Stare fliegen noch durch die Kolonie.

    Wir haben einen neuen Überraschungs-Garten-Bewohner. Und wie geplant: Wenn Gäste um die Ecke gehen, dann sind sie überrascht und erfreut. Selbst wenn ich um die Ecke gehe, bin ich nicht überrascht, aber erfreut.

    Nach fünfmaligen Ausgraben scheinen wir uns unserer höchsteigenen Brombeere erfolgreich erwehrt zu haben. Dafür warf uns die Welt, oder eher, der Dauergartenverein, neue Brombeeren in die Wege.

    Ein Brombeergetüm auf dem Weg entlang der Ausgleichsfläche Nord. Ein weiteres auf dem anderen Weg entlang der Ausgleichsfläche Süd. Und das Grundstück, von dem wir immer dachten, es gehört gar nicht zum Verein, das sich in eine einzige Brombeerhecke verwandelt hatte. So viele wehrhafte Brombeeren.

    Der Vereins-Subbotnik verschaffte mir Wiener und Bratwurst und Bier, sowie 10.000 Schritte Komposttransport zwischen Parkplatz und Komposthaufen sowie lahme Arme durch Überkopfastscherennutzung. Er verschaffte mir auch viele neue Erkenntnisse.

    Erstaunlich viele der Erkenntnisse mündeten in: Die Brombeerhecke muss weg. Und die andere Brombeerhecke auch.

    Immerhin: Zwoi, die Hausbrombeere, bleibt verschwunden.

    Quittengelee

    Es empfiehlt sich, Rezepte ganz zu lesen bevor man mit dem nachkochen beginnt. So auch das Rezept für Quttengelee nach Art von Herrn Raus Eltern:

    […] Die ein wenig abgekühlten Quittenteile und ihr Saft kommen dann in eine solche Saftpresse.. (Wenn man keine solche Saftpresse hat, kann man kein Quittengelee nach Art meiner Eltern machen.) […]

    So sollen Rezepte sein. Ist halt nur blöd, wenn man das erst auf halber Strecke bemerkt.

  • 24-06-15 Südsee zu Südklee (Goldammerästling)

    24-06-15 Südsee zu Südklee (Goldammerästling)

    Gestern Abend begann das Opferfest.

    Vor zwei Wochen trank ich noch Espresso Tonic in einer hippen Stettiner Donutlocation. Jetzt schon lese ich in der Süddeutsche, dass es das Trendgetränk des Sommers wird.

    Der Wohnküchenblick auf die Paul-Gerhardt-Kirche bleibt ein Einzelfall – kein Balkon.

    Mir träumte, ich fuhr mit The Boss und Dr. Fieselschweif im Urlaub. Plötzlich fielen am Rückreisetag alle Züge aus. Für die beiden kein Problem – sie waren mit dem Auto. Ich versuchte mit dem Fahrrad einem Linienbus zu folgen, um den Busbahnhof zu finden. Aber er bog auf eine Stadtautobahn-Hochstraße ein. Ich verlor mich in Hinterhöfen.

    Bei den Fernuni-Datenbanken kann ich mir inzwischen merken, dass in der Relationen Algebra Pi/Projektion die Spalten auswählt (also die einzelnen Werte) und Sigma/Selektion die Zeilen, also die Datensätze. Am spannendsten sind aber Bowtie beziehungsweise kartesisches Produkt – da läuft es kontraintuitiv.

    Auch kommt nun SQL mit der Struktur SELECT – FROM – WHERE, wo Select der Projektion entsprecht, Where der Selektion und From der Bowtie entspricht.

    Bei 16 Grad Außentemperatur waren wir nur noch sieben Personen im Schwimmbecken des Insulanerbads. Zeitweise hatte ich allein eine 50-Meter-Doppelbahn für mich alleine. 16 Grad, beste Freibadtemperatur. Selbst für Rückenschwimmen im Zick-Zack reichte es. Schwalben beobachten vor einem William-Turner-Himmel. (Saisonkabinennutzung Nr. 10 / 8€ pro Nutzung).

    Nach Art Helenio Herrera

    Lebenspremiere: Ich nehme an einer Büro-Tipprunde zur Fußball-EM teil. Soweit ich mich erinnere, ist dies das erste Mal, dass ich an einem Ort arbeite, an dem es solche Tipprunden gibt.

    Ich verlegte mich auf den Catenaccio des Fußballtippens: Ich tippte einfach jedes Spiel als 1:0 für den Buchmacher-Favoriten. Im Vertrauen darauf, dass 1:0 das häufigste Ergebnis ist und langfristig die Statistik individuelle Analysebrillanz besiegen wird.

    Nur Polen-Österreich tippte ich 7:4. For a little crazyness, *zwinker* *zwinker*.

    Ich bin so sehr vom Fußball entfernt, dass ich von der Existenz Jamal Musialas erst vor zwei Tagen durch die Nike-Wandgemälde-Werbung erfuhr. Der Spruch „Eure Verteidiger sind meine Zuschauer“ war schon etwas großtönend.

    Wenig ahnte ich, dass er zwei Tage später genauso spielen würde. Wir hörten das Spiel im Radio während der Fahrt auf die Latifundien und die Kommentatoren bekamen sich gar nicht mehr ein. Messi-Vergleiche waren das Mindeste. Jetzt habe ich wirklich Lust auf die EM.

    Beetbraunelle

    Auf dem Baumarktparkplatz hatten sich Burgerbräter und Feuerwehrinfostand aufgebaut. Sie standen im Sturzregen. Bad timing.

    Madame beschäftigte sich mit Ansätzen von 1972 zum Thema Teaching Machines (überraschend ähnlich den heutigen), ich kaufte mal wieder 100 Kilogramm Kies. Der Sturzregen verhinderte den größeren Teil des Samstags Gartenarbeit.

    Erfreulich, dass wir auf den Latifundien einen handwerklich arbeitenden Schlachter in Fahrradentfernung haben. Ich fuhr mit dem Auto vorbei. Sollte ich einen Drang verspüren mich dafür rechtfertigen zu wollen, könnte ich das sogar.

    Auf dem verlandeten Südsee im Nachbaracker bildet sich eine durchgehende Kleefläche.

    Der Hausrotschwanz liebt die Südwestecke des Floratempels als Sitzwarte. Manchmal sitzt dort auch die Ringeltaube.

    Das englische Wetter – ungewöhnlich feucht, nie zu heiß, nie zu kalt, beflügelt den ganzen Garten. Selbst die Hundsrosen kriegen sich gar nicht mehr ein. Die Brennesselkolonie bei den Mülltonnen erreicht locker Schulterhöhe, Rosa Rosarium Uetersen leuchtet in Farben, die kann man vermutlich noch am Ortsschild sehen.

    Madame beetet und freut sich, dass die unerwünschten Beikräuter sich so einfach entfernen lassen.

    In der Pergola saß eine Kreuzung aus Spatz und Kanarienvogel: Der Kopf eines Kanarienvogels befand auf dem Körper eines Spartzen. Er wirkte recht alert und gesund. Nur ist es seltsam, wenn ein Vogel auf dem Präsentierteller sitzt und einfach sitzen bleibt, wenn Menschen sich nähern.

    Anscheinend ein Goldammer-Ästling. Schon begrenzt flugfähig und schon begrenzt nach Goldammer aussehend – aber noch nicht so richtig. Wir ließen ihn sitzen, wie das Internet sagt, flüchteten vor dem nächsten Regenschauer, und später war er verschwunden.

    Was machen Kroos?

    Die Kaltmamsell trägt stylish Superheldenhemd.

    Der albanische Römer ist wenn es hart auf hart kommt, Albaner.

    Kieselblog schaut Rainald, das alte Brauereipferd, Grebe in Dortmund.

    Herr Buddenbohm schaut Möwen und vermisst den unvergleichlichen Nils Koppruch. Und wie er fehlt.

    Was machen Kroos? Via Alex.

  • 24-05-28 Unter der Sitzwarte (Lila Flecken auf der Wetterkarte)

    24-05-28 Unter der Sitzwarte (Lila Flecken auf der Wetterkarte)

    Sind zwei Armlehnen soviel wert wie ein Schubkarrenrad? Der Markt sagt ja.

    Was ist Dein Lieblingsartikel im Grundgesetz?

    Für Fortschgeschrittene: Was ist Dein Lieblingsartikel (Grundrechte ausgenommen)?

    Ich hätte kochen sollen, konnte meinen Blick aber nicht von den Mauerseglern abwenden, die vor dem bald-kommt-das-Gewitter-Himmel ihre Runden drehten.

    Mir träumte, ich fahre im Reisebus nach Kiew. Um uns herum Feuergefechte. Uns im Bus passierte nichts. Aber die Stimmung war angespannt. Das war das Stichwort – volle Anspannung. Mit einem Krampf im Bein wachte ich aus dem Traum auf. Bein gelockert, todmüde ohne Bürgerkriegsträume wieder eingeschlafen.

    Eine Ente transportierte Lehm von Glien (altslawisch für Lehm) nach Wochenend-West (neuberlinerisch für Sand).

    Montag richtete Madame zwei Quadratmeter Steglitz häuslich mit Badenhandtuch und Poolkit ein. (Besuch 5 / 16€ pro Besuch).

    Einst hängte ich im Spätsommer „Nazis raus“-Plakate an Laternenpfähle in Kampen auf Sylt. Selten sagt mir der Weltgeist so deutlich, dass ich meiner Zeit voraus war.

    Ich mag Schmalkalden. Zwei Leben vor diesem Leben kannte ich einen coolen Menschen aus Schmalkalden. In unserer aufrührerischen Gruppe der Weltverbesserer war er vielleicht der weiseste.

    Diese Schmalkalden-Zuneigung wurde bei der Thüringer Kommunalwahl bestätigt: SPD-Bürgermeister gewählt mit 66%, im Landkreis Schmalkalden-Meiningen eine direkt gewählte SPD-Landrätin.

    Ich glaube wir sollten dort hin und die Stadt ein Wochenende lang näher untersuchen. Wir könnten es kombinieren mit einem Besuch der Viba Nougat-Welt, die in der Nougat-Allee 1 in Schmalkalden liegt. Vielleicht hilft Schokolade auch einfach gegen Faschismus.

    Waschbärspuren

    Wir weihten Laubola Floratempel mit Hefezopf und Zitronenwasser ein. Vor uns hatte bereits der Hausrotschwanz die Dachbalken als Sitzwarte bezogen.

    Sonntag setzte Madame Frauenmäntel an die Alten Rosen.

    Eine Solitärwespe schleppte in Form einer Raupe – doppelt so groß wie die Wespe – Vorräte für die Kinder an.

    Das neue Ettenbühl-Video zeigt Bilder, wie Scarmans Himalayan Musk große Walnussbäume und Häuser überwächst. Toi, toi, toi, dass wir unseren frischgepflanzten Rambler jemals in den Griff bekommen.

    Ich widmete mich meinen Lieblingshobby: Endgültiges Ausgraben der Brombeere. (Genau – diejenige Brombeere, die wir schon im Mai ’23, August ’23, Oktober ’23, März ’24 und im April 2024 endgültig ausgruben. Ich glaube es ist verständlich, warum wir Furcht vor ihrem Ausbreitungsdrang haben.)

    Letztens vermuteten wir eine Waschbärsichtung. Dann dachten wir: Das kann nicht sein. Wären hier Waschbären unterwegs, hätten uns die Nachbarn schon Schreckgeschichten von ihnen erzählt.

    Dieses Wochenende erzählte Frau Tegel Schreckgeschichten vom Waschbär.

    Madame brachte Blumen mit und weihte die neue Vase vom Prellbock ein.

    All‘ das fand statt in einer Luft so dick, dass sie Widerstand leistete, gehen erschwerte. Am Himmel sahen wir Gewitterwolken, auf der Wetterkarte vorbeiziehende lila Gewitterflecken. Aber sie alle umgingen uns.

    Im Hintergrund dröhnte der Speedway-Ring.

    Blick durch Holzbalken auf einen stark wolkigen Himmel

    Skandinavienkai

    Jon Worth fuhr mit dem Fahrrad auf eine Finnlines-Fähre ab Travemünde.

    Auf der anderen Seite der Nordsee wird in Norwegen gestreikt. Das läuft anders als in Deutschland. Streik mit Streikpflicht und Ausnahmegenehmigung und einer wird die IT weggenommen während des Streiks.

    Google like it’s 2001 mit Erklärung.