Schlagwort: Heidelberger Platz

  • 26-03-28 Schokohimbeeren mit Sahne

    26-03-28 Schokohimbeeren mit Sahne

    Warum ist Jens Spahn noch im Amt?

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    Die Dammstraße zu den Latifundien ist repariert. Das Otterwechsel-Schild ist zurück!

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    Das Schlafzimmerradio ist kaputt. Der Whiskey ist alle. Selbst falls sich das Radio als irreparabel erweist, kann es sein, dass der Whiskey-Ersatz teurer wird als der Radio-Ersatz.

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    Schlechtes Zeichen: Ich gebe in den letzten Wochen zu oft mein Arbeitspasswort in den Privatrechner ein. Mein Geist hat Bürolösungsprobleme.

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    Dort hatten wir ein Datenstrukturgespräch mit dem technischen Service: Ich habe in kurzer Zeit erstaunlich viel über die eigentliche Schwimmbadtechnik mit ihren Pumpen, Filtern und Flockungsmitteln gelernt.

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    Am U-Bahnhof, eine Säule ist mit Folie abhängt. Darauf ein gedruckter Zettel „Achtung, chemische Behandlung.“ Auf dem Zettel eine handschriftliche Ergänzung „Zauber“. Vermutlich das einzige, was der Infrastruktur noch hilft.

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    U-Bahn-Gedanke 1: Immerhin kein Meth. Gedanke 2: Auch Alkohol kann verdammt kaputt machen.

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    An der Tankstelle: der erste Elektro-LKW, den ich bewusst sah1. Mit großer E-Power-Aufschrift und erkennbarer Batterie unterhalb der Ladefläche.

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    Die Einzugsparty führt zu verstärkten Sozialleben auch außerhalb der Party, mit den ganzen Menschen, die am 20.3. keine Zeit hatten. Am Donnerstag gab es Familienessen mit Kindern. Wir erfuhren, wie es sich bei Siemens Energiy arbeitet. Die Kinder freuten sich an der Bolognese und nicht so sehr an den eingelegten Tomaten der Vorspeise. Spontankreation am Tisch: Himbeeren mit Schokoüberzug, die dann mit Sahne übergossen wurden. Schmeckte wohl nicht so gut, wie sich die kleine Kreativgestalterin das vorher dachte.

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    Es war ein Donnerstagabendessen, ein Arbeitsfreitag und ein Gartensamstag.

    Die Männer kummen alleweil wieder zurück

    Ich frage mich, wie ich Jahrzehnte mit Tomaten auf den Augen, bzw. eher auf den Ohren, herumlaufen konnte. Warum entging mir Joy Fleming? Spätestens, dass sie als einzige Deutsche eine Veröffentlichung beim Label of all Labels, Stax, hatte, hätte mich aufwecken müssen.

    Aber irgendwie war da zuviel „Ein Lied muss eine Brücke sein“ und schlechte Schlagerjahre, um zu entdecken wie großartig sie ist. Naja, nachdem ich heute morgen im Radio2Ich sing fer’s Finanzamt“ entdeckte und dann gleich zum Neckarbrückeblues vorstieß, war ich hin und weg.

    Deutschland hatte Weltniveau und hat es nicht gemerkt.

    Einzelne Narzissen blühen, die Forsysthie bildet einen leuchtenden Block gelb im Hintergrund

    Auf dem Sanddorn: ein Rotkehlchen in Augenhöhe. Auf der Ramblerrosenunterlage: eine wild randalierende Blaumeise.

    Auf der Terrasse unter dem Vordach: Toni, die Nachbarskatze, von der Sitzwarte aus auf das Ende des Regens wartend.

    Vom Himmel: Der Regen. Madame nutzte kurz eine Regenpause, um mit der Heckenschere weiter zu arbeiten. Ich drehte die Runde zwischen E10-Benzin, dem Fleischereiwagen (mit Wildschinken) und dem Eierautomaten.

    Danach sitzen wir im Bungalow, freuen uns an den sichtbaren Knospen an den Birnen und den ersten zartgrünen Blättern des Zierapfels. WIr hören Musik, lesen Buch lesen, lesen Lokalzeitung, trinken Tee trinken, Kaffee trinken, Whiskey trinken, mehr Buch lesen, Internet lesen.

    Respect the Dressing room

    Aus dem Kino lernen wir: Zum Beispiel: Auf dem Boden liegen und Musik hören. Der Nachhall des Donnerstagsfilms3 bot sich an. Mo‘ Better Blues lief bei Boulevard Noir, den wie Robin, der großartige Kurator der Serie vor Beginn der Vorstellung anmerkte: Es passt atmosphärisch zum Vibe, den ich mit der Reihe schaffen möchte. Mo‘ Better Blues gehört zu den Musikfilmen mit dem besten Soundtrack. Eingespielt von Branford Marsalis und Terence Blanchard.

    Außerdem hatte der Film mir etwas zum Denken gegeben. Einerseits ein Meisterwerk. Tolle Musik, wahnsinnig gut gut gespielt, großartige Kostüme und emotional ergreifend. Das Ende ist so seltsam, dass es auf jeden Fall denkwürdig ist.

    Andererseits: Die Juden und die Frauen.

    Spike Lee spielt den glücklosen Hallodri

    Um die Grundlagen zu schaffen. Der Film konzentriert sich auf den Jazz-Trompeter Minifield „Bleek“ Gilliam (Denzel Washington) und das Bleek Quintett, das in einem New Yorker Nachtclub auftritt. Bleek ist von seiner Musik besessen, vernachlässigt sein Leben, seine „Freunde“, seine Frauen (plural) und eigentlich alles aus sich und seiner Musik. Der Film folgt ihm, wie sein Leben aufgrund dieser Egozentrik langsam zerfällt bis er vor dem Nachtclub mit seiner Trompete zusammengeschlagen wird, dabei so schwer verletzt wird, dass er nicht mehr spielen kann.

    Dann kommt das überraschende Ende, dass er mit Nervigkeit eine der beiden Frauen doch noch herumkriegt, sie romantisch heiraten, einen kleinen Trompetersohn kriegen und glücklich im Brownstone wohnen. Ist das ernst gemeint? Regisseur Spike Lee doesn’t tell.

    Uneasyness

    Problem eins, Wikipedia informiert mich: For his portrayal of Jewish nightclub owners Moe and Josh Flatbush, Lee drew the ire of the Anti-Defamation League (ADL), B’nai B’rith, and other such Jewish organizations. The ADL claimed that the characterizations of the nightclub owners „dredge up an age-old and highly dangerous form of anti-Semitic stereotyping“. – Ja, stimmt, das ist offensichtlich.

    Unübersichtlicher wird es bei den Frauen. Der Film spielt in einem misogynen Milieu, er ist sich nur irgendwie uneins, ob er es kritisiert, neutral darstellt oder doch mitträgt.

    Dem Film ist bewusst, dass das Milieu frauenfeindlich ist und manchmal kritsiert er es. Faszinierend die Szenen, in denen einerseits maskuliner schlimmer „Dressing room talk“ in der Garderobe zu hören ist, geschnitten mit dem Auftritt eines Black American Fips Asmussen, der so den Dressing-Room-Talk so schlimm und unerträglich auf die Spitze treibt, dass es jedem Film-Sehendem auffallen muss.

    Dass Bleeks Beziehungsmodell egoistisch und selbstbezogen ist, wird auch deutlich.

    Anderseits sind die Jazzer halt trotzdem unfassbar cool im Film, bei allem Scheiß den sie machen.

    Trotzdem schafft der Film nicht einmal den Bechdel-Test.

    Trotzdem sind die Frauen auch in der Filmästhetik Spiegel für Bleek und keine eigenständigen Charaktere. Trotzdem wird die eine Frau, die einfach selber in die Garderobe kommt, als unfassbar ’nagging‘ dargestellt, und jedem Zuseher ist nachvillziehbar, dass sie die Heiligkeit der Garderobe kurz vor dem Auftritt verletzt.

    Eingang zum großen Saal des Yorck Kinos, an der Tür ein Plakat von Mo Better Blues

    Exhalation

    There always have been arguments showing that free will is an illusion, some based on hard physics, others based on pure logic. Most people agree that these arguments are irrefutable, but no one really accepts the conclusion. The experience of having free will is too powerful for an argument to overrule. What it takes is a demonstration, and that’s what a Predictor provides.

    Eine der Philosophie-Studiums-Diskussionen, die mir in Erinnerung blieb, war die Diskussion, ob wir nicht nur Philosophie im engeren Sinn lesen sollten, sondern auch Literatur. Edel-Science-Fiction wie Stanislaw Lem wurde gerne als Beispiel genannt.

    Derzeit fiel mir ein ähnliches Buch in die Hand. Ted Chiangs: Exhalation. Eine vielfach preisgekrönte (Hugo, Nebula, Locus Awards) Kurzgeschichtensammlung. Das Buch schillert zwischen eleganter Erzählung und Gedankenexperiment; stellt philosophische Fragen in Geschichten verpackt.

    Manchmal vielleicht zu schwebend und ins spekulative abgleitend. Aber eine bereichernde Lektüre. BHätte ich es nicht aus der Bibliothek geborgt, wäre es ein Buch zum behalten.

    Wirklich Palmöl?

    Markus schrieb über die 30 verschiedenen Pflanzen, die man in der Woche aufnehmen soll. Sofort stellten sich mir Definitionsprobleme: Zählt Zucker wirklich mit? Was ist mit dem veganen Zwiebelschmalz von heute morgen? Zählen da alle 9 erkennbaren Pflanzen der Zutatenliste? Oder nur die Hauptzutaten Palmöl und Zwiebel? Zählt Palmöl überhaupt?

    Aber wie so oft, nur weil etwas theoretisch unmöglich ist, kann es praktisch trotzdem funktionieren. Und bei Sicherheit, dass ich auch konservativ gezählt in einer Woche weit jenseits der 30 landen werde, fing ich heute morgen an:

    • 1- Weizen (Party-Reste, aufgetaute Laugenstangen)
    • 2- Zwiebel (das Schmalz + Zwiebel (Bolognese) + Röstzwiebel (zum Salat))
    • 3 – Ölpalme (das Schmalz)
    • 4- Ananas
    • 5-13 Pflücksalat aus dem Plastikschälchen mit neunerlei Grünzeug (Rucola, Bull’s Blood, Tatso-Mizuna, Batavia rot, Batavia grün, Baby Spinat, roter Mangold)
    • 14 – Tomate (Bolognese)
    • 15 – Knoblauch (Bolognese)
    • 16 – Ernteanteil-Karotte (Bolognese)
    • 17 – Ernteanteil-Sellerie (Bolognese)
    • 18 – Ernteantel-Pastinake (Bolognese)
    • 19 – Pfeffer (Bolognese)
    • 20 – Oregano (Bolognese)
    • 21 – Lorbeerblatt (Bologense)
    • 22 – Olivenöl (Bolognese)
    • 23 – Ernteanteil-Kartoffeln
    • 24 – Tee (getrunken)
    • 25 – Wein (Weiß – Bolognese; Rot -getrunken)
    • 26 – Rapsöl (Salat)
    • 27 – Mais (Bourbon-Whiskey)
    • 28 – Bockshornklee (im Käse)
    • 29 – Kümmel (im Käse)

    Selbst wenn man um den Mais und Batavia grün/rot diskutieren kann. Ich bin recht zuversichtlich, dass wir in den nächsten sechs Tagen weit über 30 kommen.

    Die albanische Nationalkrabbe möchte Swingtanzen. Oder so.

    Wo ich schon beim Surfen in alter deutscher Musik war: Die allererste Sendung vom Talentschuppen aus Baden-Baden (1967).

    Auch in meiner ausgewählten RSS-Timeline las ich das zweite Blog, bei dessen Post ich von vorne bis hinten dachte „Das ist dieses typische Haselanten-Gesülze. Wie langweilig!“ Beide gehen eher in die semiprofessionelle Richtung, und eigentlich schätze ich ihre Attitüde. Aber irgendwie sehe ich trotzdem nicht, warum ich mich durch die entsprechenden Texte arbeiten soll. Wenn ich den Haselanten direkt befrage, bekomme ich wenigstens personalisierte Antworten.

    Eine unverkennbare eigene Stimme haben:

    Gelesen wird immer weniger (Auch gleich zum Zusammenhang zwischen lesen und schreiben)

    Es sollte allgemein mehr über Arbeit geschrieben werden: Gemeinsam konstruktiv

    Ich hatte ja keine Ahnung. Von Nichts! Aber jetzt ist mein Leben reicher: Ein Hoch auf japanischen Rock und Pop: Das Tsuta Rock Festival

    Flusskiesel sichtet die albanische Nationalkrabbe und mir beschwert das mindestens eine halbe Stunde gute Laune.

    Just do it! Ich möchte fast doch wieder mit dem Swingtanz anfangen, wenn ich das höre, ich möchte mich spontan irgendwo anmelden. Dieses Gefühl wird sich gleich wieder geben, ich weiß, aber dennoch … Ich würde behaupten, dass Männer, die alleine irgendwo beim Tanzen auflaufen, vermittelt sind, bevor sie auch nur „Ach ich weiß nicht“ denken können.

    Anmerkungen

    1. Nicht an der Zapfsäule. Am Halten, um Kaffee und ne Bockwurst zu kaufen. ↩︎
    2. Klassik, Pop et cetera natürlich. Die beste Sendung für augenöffnende Musikentdeckungen. ↩︎
    3. Yorck-Unlimited-No 17 – damit 14€ pro Karte. Das ist bei Yorck der Normalpreis-an-der-Abendkasse-für-einen-Film-mit-Überlänge. ↩︎
  • 25-10-11 Vollzeiteinfädeln

    25-10-11 Vollzeiteinfädeln

    Es hat Pfumb gemacht. Das Auto springt an. Der Subaru hat nach drei Wochen des Nicht-Bewegtwerdens im Jahre 2025 problemlos den Sprung in die Herbst der kühlen Temperaturen geschafft. Damit verläuft dieser Herbstbeginn besser als der von 2023 (Ausfall wegen Batterie) und der von 2024 (Ausfall wegen Benzinpumpe).

    Auch sonst lief und bewegte sich eine Menge. Aus dem Urlaubsrhythmus kommend, versuchte ich mich in ein derzeit wildbewegtes Alltags- und Arbeitstempo einzufädeln, ohne überfahren zu werden.

    Gefühlt war Kalenderwoche 41 meine erste echte Vollzeit-Arbeitswoche seit Mitte Juli – Wochen in denen vieles gestartet wurde, das nun mit voller Wucht auf mich hereinkam. Ich konnte weder sagen „ich bin schon wieder weg“ oder „dann bin ich ja im Urlaub“, sondern es kam alles auf mich. Der Lackmeister, mein Halt-mir-den-Rücken-frei-Kollege, hat extra mit seinem Urlaub gewartet, bis ich wieder voll ansprechbar bin, aber nun es ist soweit. Er ist weg, ich geriet in eine bewegte Woche.

    Nicht das Wichtigste, aber erinnernswert an einer erlebnisreichen Woche: Meine überraschend lang andauernde Erklärung, dass sich ein defektes Kabel auch in Fällen hoher Dringlichkeit nicht remote reparieren lässt.

    Immerhin konnte ich fast das komplette Wochenende damit verbringen, in eine Decke eingehüllt auf die Latifundien zu schauen, Kraniche und Stare(?) zu bewundern, etwas zu lesen und etwas mehr zu schlafen.

    Nachdem ich jetzt eine Woche Zeit hatte, mich wieder im Alltag einzufinden, mich selbst, Arbeit und sonstige Umwelt wieder in einen zueinander passenden Rhythmus zu bringen, geht es auch das Blog wieder richtig. Ich schreibe am Sonntag über die Woche, die Sonntag zu Ende geht.

    Es war eine Berliner Woche der Arbeit und anderthalb Tage des Schlafens in den märkischen Hamptons.

    Während vor mir ein Farbbeispielkatalog liegt, macht auch das Wetter deutlich: der graue Alltag hat mich wieder.

    Auf dem Weg zur Arbeit passierte ich den Möbel-Hoffi. Quer über den Parkplatz des noch leeres Geschäfts dröhnt ununterbrochen eine automatisierte Lautsprecherdurchsage „Herr .. bitte sofort zum Kontrollpunkt kommen. Herr … bitte sofort zum Kontrollpunkt kommen. Herr … bitte sofort zum Kontrollpunkt kommen.“ – so beginnen Horror- oder Zombiefilme.

    Das ehemalige Café Lavazza am Bahnhof Südkreuz verwandelt sich in ein Café Einstein. Im Rahmen der bahnhofsbedingten Systemgastronomie scheint mir das das Beste, was passieren konnte.

    Berlin semisperrte eine weitere Autobahnbrücke. In besseren Nachrichten: die neue Show im Friedrichstadtpalast lief an.

    Direkt neben der semigesperrten Brücke erhielt ich eine Führung durch das Stadtbad Wilmersdorf I selbst inklusive des Chlorgasraums. Madame kaufte kurz darauf Forellenkaviar in Berlins Kaviar-Epizentrum, dem Ledo am Heidelberger Platz.

    Die Gemüslichkeit entschuldigte sich fast für den Herbst und den Wechsel des Ernteanteils von Tomaten und Zucchini hin zu Möhren und Kartoffeln. Wobei ich denke: Noch empfinden die meisten den Wechsel als abwechselnd. Viel spannender wird es ja, wenn es im März immer noch Möhren und Kartoffeln gibt.

    Ich bearbeitete die Möhren, die schon fast klischeehaft klein und verknorzt waren. Aber ich glaube noch nie stand ich in einer derartigen Wolke Karottendurft einfach nur beim Putzen des Gemüses. Ich bin begeistert.

    Café-Literaturpreis

    Weiter gelesen in Moritz Klopsteins Effi-Briest-Adaption. Dabei das schöne Wort Haselant gelernt1 und beschlossen, es in meinen aktiven Wortschaft aufzunehmen.

    Gelesen. Das zum Geburtstag geschenkte Buch Ein Bauch spaziert durch Paris – nach dem Besuch von Paris und von Vincent Klinks Wielandshöhe in der Vorwoche natürlich die perfekte Nach-Reise-Lektüre.

    Etwas anstrengend: das Füllmaterial, das sich sehr nach einer Paraphrase der entsprechenden Wikipedia-Artikeln zu Paris anhört. Lohnend: Seine eigenen Schilderungen, Begegnungen, seine Obsession mit Hotelbars und natürlich die zahlreichen Restaurantbesuche.

    Mit besonders in Erinnerung geblieben:

    Das Café Les Deux Magots, das seit 1933 einen eigenen Literaturpreis vergibt. Obwohl es seit dem 1950ern Stammgast eines jeden Reiseführers ist, soll es laut Klink immer noch sehens- und erlebenswert sein. (Salat um die 25-30€))

    Das Grand Véfour, in dem schon Danton und Robespierre aßen, später dann Jean Concteau, Colette und andere. Heute betrieben von Guy Martin und laut Klink immer noch eine Empfehlung. (Drei-Gang-Mittagsmenü aktuell 70€ plus Getränke)

    Das Jules Verne. Nachdem ich es schaffte, Paris hemmungslos zu verfallen, und dabei den Eiffelturm komplett zu ignorieren2, brachte mich Klink auf die Idee, dass man sehr viel Touri-Entertainment vermeiden, und dabei hervorragend essen kann, indem man das Turm-Restaurant besucht. Das hat zwei Sterne und eine hervorragende Aussicht. (und hier kostet das Vier-Gang-Mittagsmenü aktuell 180€ plus Getränke. Die Website weist nachdrück auf den Dresscode hin)

    Neben vielen spannenden Infos über Paris, hat es mir aber auch geholfen, unser Essen letzte Woche noch besser zu verstehen. Denn im Buch wird deutlich: Zwei Herzen schlagen ach in seiner Brust: der bodenständige-fast-puratinische-Schaffer-Schwabe, und derjenige, der hemmungslos Pariser Großartigkeit und Darstellungsgabe verfallen ist. Beides findet sich in seiner Karte.

    Musik

    Im ehemaligen Mecca-Klavierbau zieht Miamorflora ein.

    Ein Klavierbauer besuchte die Wohnung. Er begutachtete das geerbte Zimmermann-Klavier, das der ehemalige Mecca-Klavierbauer3 als irreparabel defekt bezeichnet hatte. Die gute Nachricht: Der Zweitmeinungs-Klavierbauer sieht das nicht so. Die schlechte Nachricht: Jetzt müssen wir es wohl mal in Ordnung bringen lassen.

    Aus der Konserve läuft beim Schreiben dieses Textes die CD Monika Roscher – Witchy Activities; auch ein Geburtstagszugang dieses Haushalt und ein sehr hörenswerter. Vielen Dank!

    Text

    Juna, irgendwie jüdisch, Der siebte Oktober. 7. Oktober 2025

    Beim Durchirren von Stuttgart 21 fragten wir uns, was eigentlich aus dem angekündigten Neubau des Bahnhofs Altona wurde. Stern.de lieferte eine aktuelle Antwort: Was Stuttgart kann, kann Hamburg auch: Bahnhof Altona wird Jahre später fertig

    Hätte ich den Samstag nicht unter Kranichen verbracht, dann im Erinnern an den Türkischen Bazar im Bahnhof Bülowstraße: Ein U-Bahnhof als Herzstück deutsch-türkischen Lebens in Berlin Ich hoffe jetzt auf die kommenden Jahre.

    Ding, ding, ding! – oder: warum ich versuche, möglichst alte Autos zu fahren, oder: niemals wusste die Menschheit mehr über die Gestaltung von Bedienoberflächen und niemals war sie schlechter darin.

    Hurra, lesenswerter Popjournalismus: Lola Young ist nicht Amy Winehouse! (via holy fruit salad)

    Lorenzo unaufgeregt: Sanktionen beim Bürgergeld verschärfen: Wissenschaftliche Kritik und Befunde

    So wichtig: dazwischen ausreichend freiraum, spielraum für später. da alles, damit hatte ich nicht gerechnet. // um meine imaginationsräume zu öffnen. so sage ich, und genau so stimmt es.

    Anmerkungen

    1. „Der Wallache war ein richtiger Haselant! Und als solcher nicht vertrauenswürdig“ ↩︎
    2. Weil ich es kann! ↩︎
    3. Der gar kein ausgebildeter Klavierbauer war, wie wir jetzt lernten. ↩︎

  • 25-09-20 Edelweiss, every morning you greet me

    25-09-20 Edelweiss, every morning you greet me

    Madame wurde von einem hitze-un-beständigen Marmeladenglas angegriffen, überstand dies aber glücklicherweise unverletzt.

    In Berlin gibt es 27 Influencer:innen pro 1.000 Einwohner:innen. Das erklärt einiges.

    In unserer Straße sah ich den ersten Mensch, der am hellichten Tag in einen Hauseingang gelehnt, eine Crack-Pfeife rauchte. Und auch ansonsten habe ich gerade den Eindruck einer deutlichen Zunahme von Menschen-mit-großen-Problemen in der Gegend. Wurden sie woanders vertrieben?

    In der BioCompany sah ich einen Kassierer offenbar an seinem ersten Arbeitstag allein an der cmKasse. Das war sehr langsam aber auch sehr niedlich.

    Es war ein betriebsfeiernder Donnerstag, ein arbeitender Freitag und ein halber Samstag im Kino.

    Auf der Arbeit gehe ich langsam die Sachen aus dem Juli und August an, die in meinem inneren Ordner mit „Ist nicht dringend und auch nur mittelwichtig, ich muss Bachelor machen“ gelandet waren und dann von mir ignoriert wurden. Spannende Sachen finden sich da!

    Tolanor ist wieder Wikipedia-Admin und lyzzy bekommt das Bundesverdienstkreuz.

    Madame und ich passierten eine Großautowaschanlage von 1966 und staunten über die feschen Autos, die dort an einem Freitagabend gewaschen werden. Unsere Diskussion über die Farbtöne Dead Salmon und Templeton Pink bewegte sich Richtung Setting Plaster. („Ein Rosa mit deutlichen historischen Bezügen, das dank seiner gelben Pigmente eine sehr weiche Anmutung hat.“)

    Aus dem solidarischen Gemüse kochte sie Tempura-Gemüse-Pfannkuchen nach Jacques Pépin (via Nils Minkmar). Die waren extrem lecker, aber auch deutlich aufwendiger als es dem Video anzusehen ist.

    Meine Gruppe war „17 – rot“

    Einst vor einigen Jahre hatte ich ein Sommerfest einer Ex-Arbeitgeberin am Beach Mitte in Berlin Mitte. Es bestand daraus, dass es etwas zu Essen gab und wir miteinander reden durften.

    Am Donnerstag absolvierte ich ein Sommerfest meiner aktuellen Arbeitgeberin am Beach Mitte in Berlin Mitte. Beide Feste hatten gemein, dass ich wie wie immer wenn ich am Berliner Nordbahnhof bin, heillos durch die Gegend irre, weil ich das mit den beiden Bahnhofseingängen nicht sortiert bekomme. Diesmal aber rettete mich die karibische Schweizerin.

    Vor allem wurde wieder geredet: Aber es gab ein Tischtennisturnier, Beachvolleyball, die Fotoecke und zum Ende hin den DJ zu dem wild getanzt wurde. Ein Volleyballer schaffte es – angeblich aus Versehen – mir mit einem wohlgezielte Ball meine Bierflasche aus der Hand zu schlagen. Spektakulär!

    Meine derzeitige Arbeitgeberin ist deutlich unterhaltsamer.

    Davor gab es sogar eine Betriebsversammlung, die im wesentlichen dazu dienen sollte, die ganzen Menschen in den Außenstandorten über das große Ganze zu informieren. Was mir eine Standschicht am Das-große-Ganze-in-der-IT einbrachte – aber ich mag ja meine Kolleg*innen sehr und hab ich mich gefreut, denen etwas erzählen zu können.

    Danach Bratwurst und Wan Tan, die Riesenschaukel benutzen, und wer wollte konnte glaube ich am großen Klettergerüst in der Mitte klettern – genau weiß ich das nicht, ich wollte nicht.

    Vorgeschichte: Rauchschwaden über der Salzach

    Es war ein Silvester, so kurz nach 2010. Wir besuchten Snotty in Salzburg, und dieser klagte uns sein Leid: „Die Besucher der Salzburger Festspiele – ganz furchtbar!“ und dann „die ganzen Mozart-Touristen, noch furchtbarer!“ aber „Und am allerfurchtbarsten: Die The-Sound-of-Music-Touristen. Überall und dauernd, belagern alles und singen die ganze Zeit.“

    Wir beide: „The.. was?“ Nie gehört. So lernte ich von The Sound of Music. Einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, spielend in Österreich mit Nazis, immer noch Kultfilm im Anglophilen Raum – und in Deutschland und Österreich (außer Salzburg selbst) nahezu unbekannt.

    Wir wurden neugierig. hatten aber keine Gelegenheit diese Neugier auszuleben.

    Dann wurden wir noch neugieriger.

    Naja, und jetzt ist der FIlm 60 Jahre alt, es gibt einen 4K-Re-Release für die Kinos und die Yorck Kinos machen zwei Tage Dauerprogramm mit TSOM. Wir sahen den Film am Samstag um 13.30h in einem fast vollbesetzten Saal im delphi lux.

    Follow the rainbow

    Was für ein Film. Oder vielleicht eher zwei Filme. Vielleicht gar vier. Wir entdeckten einen Cinderella-Plot, in dem das arme Kindermädchen den reichen Adligen heiratet. Und einen – damit komplett unzusammenhängenden – anderen Plotbogen, wo es um Anschluss und Flucht vor den Nazis geht. Und es ist ein teilweise sehr reaktionärer Heimatfilm, und gleichzeitig eine subversive Vorwegnahme der Muppet Show.

    Wahrscheinlich liegt in dieser Ambivalenz das Geheimnis des FIlm. Großes Kino.

    Die Hintergrundgeschichte ist in Deutschland eher durch die von-Trapp-Filme bekannt, die wie the Sound of Music an der Familiengeschichte der von Trapps orientiert sind: Ein halbverarmeter Adliger mit vielen Kindern, der mit diesen und der Governante als Familie singt, vor den Nazis nach Amerika flieht und dort eine weitere Gesangskarriere betreibt.

    Die ganze Geschichte ist in ihrer Schrägheit in der realen Variante schon unterhaltsam – angefangen damit, dass er ausgerechnet in Salzburg lebt und österreichischer(!) Marinekapitän ist – wird durch die Verdichtung und Überspitzung im Film noch unterhaltsamer.

    Mit Stilbrüchen und Exzentrizitäten könnte ich Seiten füllen – ach, ich glaube alleine auf der Analyse des FIlms lassen sich komplette wissenschaftliche Karrieren begründen. Aber ich glaube eh noch, es war so much, dann muss noch ein paar Tage sacken.

    Und nachdem wir dann drei Stunden lang im Kino in den Salzburger Alpen unterwegs waren, alle sich lieb hatten und schöne Harmonien sangen, verließen wir das Kino, waren direkt am Bahnhof Zoo mit Blaulichtautos, einem hochzeitsinduzierten Hupkonzert, Buddenbohmschen Gestalten auf dem Gehweg und drei Millionen Marathonläufer*innen und anderen Tourist*innen. Zurück in Berlin.

    Taschen, Algen, Kekse, die vom Himmel fallen

    Technisch verstehe ich bestenfalls ein Drittel, aber das Konzept fasziniert mich: Hosting a WebSite on a Disposable Vape.

    Entdeckt: Die Tasche, die ich täglich mit mir herumtrage, gehört zu den wenigen Produkten, auf die es eine lebenslange Garantie gibt: Gear Brands With a Lifetime Warranty: 14 That Stand Behind What They Make

    Joel beobachtete die Verladung der Algen.

    Die reine Leere suchte Kaffeetassen. Später fielen Kekse vom Himmel.

    Herr Feinanteil redete mit seinem iranischen Barbier.