Schlagwort: Klempner

  • 25-12-18 Wegfindungen (oben unten/ Türzu, Türauf / aus Süd oder Ost)

    25-12-18 Wegfindungen (oben unten/ Türzu, Türauf / aus Süd oder Ost)

    Die Schweine. Seit zweieinhalb Jahren hatten wir das Baugerüst samt in ihm wohnender Taubenkolonie vor der Nase. Kaum ziehen wir aus, fangen sie an, es abzubauen.

    Andererseits sagt die Erfahrung, dass der Irrsinn im Schöneberger Haus zwar gelegentlich die Form wandelt, in seiner Grundsubstanz aber erhalten bleibt. Auch insofern: Gut, dass wir raus sind.

    Kurz vor dem Urlaub musste Madame noch einmal geballte Hirnermüdung bei geistigem Anwesenheitszwang über sich ergehen lassen.

    Besser: Die Fernuni-Einsendeaufgaben Digitale Diversität sind bestanden. Damit darf ich an der Klausur teilnehmen.

    Die Dienstleister verteilen Weihnachtsgeschenke. Es hätte auch VIP-Karten für Alba Berlin gegeben. Aber weil wir ja öffentlicher Dienst sind und jeder Anschein einer irgendwie gearteten Bestechlichkeit vermieden werden soll, gab es für elf Mann insgesamt drei Tassen und fünf Kulis.

    Es waren drei Tage der Arbeit zwischen Umzugskartons und kultureller Encore.

    Entdeckt: das DB-Reisecenter im Südkreuz öffnete wieder. Es ist sehr holz. Spontanassoziation: Aus McDonalds wird jetzt McCafé.

    Bei Percy Puddletree entdeckte ich einen Link auf einen Mid-Century-Möbel-Insta-Account. Ohne eigenen Insta-Account kann ich ja immer nur die ersten acht Bilder sehen, aber musste lachen. Das Kuchenbuffet von Bild sechs kannte ich. Das steht in ähnlicher Form – allerdings weit weniger herausgeputzt und abgewohnter – hier im Klavierzimmer.

    (Übrigens auch der ultimative Endgegner aller Möbelpacker, wie es bei inzwischen schon zwei Umzügen unter Beweis stellen durfte)

    Zufällig entdeckt: Huah! spielen wieder. Die beste, schönste und einzig wahre Band der Hamburger Schule hat ein Best-of-Album herausgegen und gibt dafür zwei Konzerte. Eines heute(!) in Hamburg (bei allem Wünschen, das wird zu schwierig..) und eines am 18. April in Stade beim Hanse Song Festival.

    Ich glaube ich wollte schon immer mal im April nach Stade.

    Ich zitiere einfach mal die ultimative Lobhudelei der Plattenfirma, bei der ich jedes Wort bestätigen würde:

    Was Huah! neben ihrem spleenigen Stil-Eklektizismus zur Ausnahmeband macht ist ihre Zusammensetzung: in der vornehmlich männerdominierten Szene sind sie das einzige gemischte Kollektiv, das weder reine Jungs-Gang noch Frauenbande ist. In den Texten wird zwischen naiv und radikal hin- und hergesprungen, sich verliebt, agitiert, analysiert – nicht selten im selben Song. Das theoretische Rüstzeug und linke Gewissen sind die gleichen wie bei Weggefährten von z.B. Blumfeld (auf deren „Verstärker“-Single ein Passbild von Knarf das Covermotiv ist) oder den Goldenen Zitronen, nur werden sie anders eingesetzt, unverkrampfter, undidaktisch, spielerischer, tanzbar, […] das fehlende Bindeglied zwischen dem späten Adorno und dem jungen Otto.

    Die Hamburger-Schule-Zeit war auch die Zeit als ich noch über Musik schrieb. Spannenderweise bin ich sowohl mit Tocotronic wie auch Blumfeld für mich ungewöhnlich im Interview aneinander geraten und wir trennten uns im Unfrieden. Mit Knarf: Sofort ein Herz und eine Seele.

    wege rohre schrauben

    Wir bewirteten die ersten Nacheinzugsgäste, denn sie wollte eh schwimmen gehen, brachte ihre Familie mit.

    Ich kann improvisiert und mit Kisten in den Rücken drückend wieder am normalen Rechner arbeiten. Ich vermute die Tage kommt noch eine Regalbrett-an-Wand-Schraube-Session auch mich zu.

    Vor allem sind es Tage der Wegfindung.

    1 – der S-Bahn-Weg: Wir testen ob der Weg durch die U-Bahn-Station zur Ringbahn besser oder schlechter als der Weg oben entlang ist. Für den U-Bahn-Weg spricht: Oben ist eine Kreuzung mit Gewerbegebietsambiente, unten eine wettergeschützte Kathedrale des Nahverkehrs im herausragenden wilhelminischen Prunkdesign.

    Andererseits bietet zumindest die Autowaschanlage mir immer unterhaltungswert.

    Oben ist ebenerdig, unten mit Treppe und Rolltreppe. Oben ist mit Warten an der Ampel, dafür glaube ich ein paar Meter weniger zu laufen. Wir werden testen.

    2 – der Schwimmbadweg. Vielleicht wird es doch nichts mit unseren Frühschwimmerfreundschaften. Denn anscheinend ist je nach diensthabender Kassenkraft, der Schwimmbadausgang zu Madames Zeiten auch noch abgeschlossen. Dann muss sie außen herum gehen und trifft die wartenden Frühschwimmer gar nicht.

    3 – Der Weg des Wassers. Quasi während ich dies schreibe, hängt ein fluchender Techniker unter der Spüle und versucht sich an der Herausforderung, den allgemeinen Abfluss und den Spülmaschinenanschluss gleichzeitig zu verrohren. Diese sind so über Kreuz gelegt, dass bisher schon Umzugsunternehmen und southpark scheiterten. Deshaln können wir noch nicht spülen.

    4 – Der Weg der Daten. Heute soll der Schwimmbad-DSL-Zugang freigeschaltet werden. Der herzzerreissend erkältete Telekom-Techniker gerade am Telefon meinte, es sieht alles gut aus und bis 20 Uhr wird alles werden. Aber noch will der Router nicht.

    The drama departments expecting an encore, and I’m ready!

    5 – der Kinoweg. Unser – wir-treten-aus-der-Haustür-und-lassen-uns-nach-links-fallen-Kino ist plötzlich zweieinhalb S-Bahn-Stationen entfernt. Auch hier gilt es einen neuen Weg zu finden: zwei S-Bahn-Stationen oder drei nehmen?

    Vor allem aber Staunen. Im Rahmen seiner RomCom-HighSchool-Film-Musical-Reihe Fetch mussten wir trotz aller Umstände den Dezemberfilm schauen. Auch wenn er uns beiden komplett unbekannt war. Damit waren wir die einzigen. Denn wir im Kino waren wir beide und dazu 263 andere Zuschauer*innen, die den kompletten Film mitsprechen und mitsingen konnten, Küsse, memorable Quotes und den Erstauftritt von Villain Sharpay mit Gejohle kommentierten.

    What a show. Und wir wussten nichts.

    Irgendein preiswert produzierter 2006er-Disney-Film von vielen, der in den Folgejahren einen großen Kultstatus entwickelte. Vermutlich weil sie den Glückstreffer hatten, viele memorable Szenen zu schreiben, und vor allem mit Sharpay/Ashley Tinsdale einen wirklich erinnerungswürdigen Fiesling.1 Das Kino war – außer uns – gefüllt mit Frauen plusminus33 und die konnten die beste Party.

    Bildungslücke geschlossen. Eine Bildungslücke von der ich vorher nicht einmal wusste, dass ich sie habe. Und wie viel Spaß dieser Lückenschluss machte.

    Darauf einmal bop to the top.

    dən

    Aharoni entdeckte einen Fehler. Im Wörterbuch: Not everyone reads Explanatory Notes in dictionaries, but I do.

    Herr Rau liest sich durch den unbekannten Teil des Terry-Pratchett-Werks und entdeckt schöne Zitate.

    Wer schon immer mal Perücken im Zustand nach der Theateraufführung sehen wollte („abgespielt“). Bei Joel gibt es Bilder.

    I just finished my first semester of law school Tuesday evening…only eight more to go! People say that the first year of law school is the worst, and I certainly hope that’s true.

    Anmerkungen

    1. Angeblich mittlerweile ein feministisch-queeres Camp-Idol sagen nicht-vertrauenswürdige Internetquellen. Aber ich habe ja sowieso keine Ahnung von dem Film. ↩︎
  • 25-11-18 Pain au chocolat mit Meise

    25-11-18 Pain au chocolat mit Meise

    Im Schrank ein Karton mit 200 Versandtaschen. Der war überraschend.

    Die Bratsche ist bereits in Wilmersdorf. Sherry, Brandy und Whiskey werden zeitnah folgen.

    Uns verließen viele – also mehrere hundert – Bücher.

    Und es fühlt sich gut an. Denn in den zweiten Regalreihen und unter den Stapeln tauchten lauter Favoriten wieder auf. Derzeit denke ich bei fast jedem von „meinem“ Büchern im Regal – dieses Buch würde ich sofort gerne und mit Gewinn nochmal lesen. Der aktuelle Zustand unseres Bücherregals macht mich sehr happy.

    Mein kurzer Arbeitsweg streift Cheruskerpark und Euref-Gelände. Heute war dort viel Polizei, also sehr viel. Auf dem Nachhauseweg war alles voller Taxis. Ich dachte schon, ach gott, was hier los, so viele wichtige Menschen offenbar. Und siehe da, ich hatte zweimal den Summit of European Digital Sovereignty passiert. Bei einer Teilnehmerliste mit Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger, Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff, EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen sowie Digitalministerinnen und -minister aus 23 EU-Mitgliedstaaten weiß ich dann auch, warum die Polizei so zahlreich meinen üblichen Spazierpark bewachte.

    Etwa 100 Meter vom Eingang zum Euref-Gelände entfernt sucht die Polizei Zeugen eines Drive-by-Shootings vor Ort. Ich würde nie behaupten, hier einen Mangel an Abwechslung zu haben.

    Abwechslung bringt auch der Hallodri-Plan im Schöneberger Haus ein ordentlich bürgerliches Haus zu suggerieren, indem die Hoftür seit neuestem abgeschlossen wird. Leider stoppt das geschlossene Tür auch die BSR – und nichts suggeriert so erfolgreich bürgerliche Ordnung, wie Hinterhofcontainer, die vor Müll in alle Richtungen überquellen, weil sie niemand mehr leeren kann.

    Das ist nicht mehr lange unser Problem.

    Madame erhöhte die Zahl der Buchstaben in diesem Haushalt. Während ich letztens das B.Sc. hinter meinem Namen erkämpfte (aber noch nicht formal tragen darf), darf Madame ein O mehr vor dem Namen tragen. Sie ist jetzt ORR (Oberregierungsrätin) Madame, M.A.

    Zeitverwerfungen

    Zustand: Ich muss mir mehrmals täglich bewusst sagen: „Heute ist Dienstag. Das bedeutet, gestern war Montag. Morgen ist Mittwoch. Heute ist Dienstag.“ Denn eigentlich funktioniert mein Hirn gerade nur mit dem Tunnelblick Umzug und zählt Tage danach.

    Es ist übrigens T-15. Dann geht es endgültig auf nach Wilmersdorf.

    Eigentlich will mein Hirn nur funktionieren nach „Heute ist Küchenrest-kommt“, „Morgen ist Umzugsunternehmen kommt schauen.“, „Übermorgen ist Küchenbauer kommen“, „Den Tag danach ist Ummelden-im-Bürgeramt“. Alles was nicht in dieser Schiene hängt, bedarf extra Aufmerksamkeit und bewusster Steuerung, um durchzudringen.

    Insofern war es nicht schlecht, dass wir heute Teammeeting hatte, und ich bewusst darüber nachdenken musste, was eigentlich letzte Woche in der Arbeitszeit passierte.

    Aber erstmal fange ich mit dem Tunnel an.

    Noch 6 Stopps dann da

    Sie haben es geschafft. Die letzten zehn Einzelteile Küche kamen an.

    Die IKEA/Rhenus-Livetracker-Lieferanzeige ist ein Witz. Entgegen aller Absprachen und vielfach hinterlassener Telefonnummern, rief auch niemand an. Aber der dienstägliche Küchenauslieferfahrer war fitter als derjenige vom letzten Donnerstag, und fand den Schwimmbadeingang – und damit auch unsere Wohnung.

    Halleluja!

    Alle Teile sind (vermutlich) angekommen, die Küchenbauer dürfen bauen.

    Und weil es so schön war, standen dann noch die Klempner vor der Tür, „sie wären eh grad im Gebäude und wollten mal schauen, ob sie jetzt den Boiler anschließen können.“

    Halleluja!

    Handwerker, die von der Hausverwaltung geschickt werden, und dann selber kommen, weil sie eh grad im Gebäude sind. Ein komplett unbekanntes Phänomen in den letzten 17 Jahren Berlin.

    Halleluja!

    Mittlerweile entdeckte ich auch, dass Service&more gar nicht der generische Claim der Küchenbauer ist, sondern ihr Firmenname. Seitdem weiß ich wo sie wohnen, und unter welcher Telefonnummer ihr Büro erreichbar ist – und auch das erleichtert unser Leben.

    Halleluja!

    Fast schade, dass wir keine weitere Küche benötigen. Ich glaube, mit Service&more eine Küche von Anfang an zu planen und bauen zu lassen, würde richtig Spaß machen.

    Die Wohnung sparkt Joy

    Warten auf und Betreuung von Lieferdiensten und Handwerkern bewegte uns vielfach in die Wilmersdorfer Wohnung. Auch wenn Madame dankenswerterweise einen Großteil dieser Aufgaben übernahm, fuhr ich auch nach Wilmersdorf, sofern mein Arbeitgeber erlaubte.

    Da die üblichen Verdächtigen gerne ein Ankommen „ab 7“ ankündigen, fuhren wir dementsprechend früh. Und da dachten wir, wir können ja auch dort frühstücken, uns an der S-Bahn ein Pain au chocolat kaufen und dann wenigstens nett warten.

    Wie nett! Die Wohnung liegt in der Innenstadt. Theoretisch sehen wir auf einen Parkplatz. Praktisch fühlt es sich an, als würden wir einen Park betrachten, so grün ist das alles. Im Baum direkt vor dem Fenster kommen Meisen, abends läuft der Fuchs vorbei. Ein großer Fortschritt gegenüber den Schöneberger Randaletauben.

    Mit 10-Meter-Turm in der Halle. So wow.

    Denkwürdig war dann doch, dass ich mal Ausgang bekam. Normalerweise arbeite ich ja für Schwimmbäder, aber nicht in diesen. The Verwaltung is my home.

    Aber ich hatte mir eine Exkursion erkämpft. Und dann sogar ins Forumbad, das selbst in der Berliner Landschaft vieler besonderer Bäder ganz besondrig ist.

    Das Bad wurde noch vor den Nazis konzipiert, aber 1934 eröffnet, ist architektonisch auf jeden Fall eindrucksvoll. Es liegt im Olympiapark neben dem Olympiastadion – eine gottverlassene Gegend voller Hertha-Insignien, die bestenfalls semiöffentlich ist. Auf dem Weg zum Bad passierte ich verschiedene Tore und Zäune, alles hatte Vibes von „Bist du sicher, dass du hierhin darfst?“

    Und wie es sich dann gehört, ist das Bad für die Öffentlich nicht offen, sondern ist reiner Ort für Spandau 04 und die Sportschule nebenan. Die Berliner Bäder sind zwar irgendwie präsent – aber so wenig, dass ich vor dem Bad stehend in der Technik anrufen musste, damit ich einen Kollegen finde – und der kam dann durch abgeschlossene Stahltüren aus dem Keller heraus.

    Dafür hat das Bad gigantische Katakomben, im Stil der 1930er. Und ein großes, leeres Büro. Und eine Belegenschaft, die durch den eigentümliche Ort, die Abkapselung von der normalen Öffentlichkeit, und die Tatsache, dass das Bad in jeder Hinsicht entlegen ist, auch besonderer ist als andere Belegschaften.

    Es war großes Kino. Ich will da wieder hin! Und ich will davon bei einem Bier erzählen!

    Schütteln, schreiben und grüßen

    Das „Schöneberger Dreieck“, also der Ort wo die alte Wohnung liegt, soll Klimaquartier werden.

    Andere Menschen fragen sich desöfteren „warum blogge ich?“, Ich eigentlich nicht. Ich frage mich ja auch nicht, warum ich atme. Aber ich stelle fest; Wenn ich lese „..wie ich heute bei iberty las und mich kurz schüttelte„, dann freut das mein kleines Herz. Ehrlicher Impact! (und beste Grüße an den Rhein)

    Robin Rendle definierte, welche Art von Science Fiction ich mag und gab ihr einen netten Namen: „Cardigan Sci-Fi“:

    The science or the tools or the spaceships do not sit at the heart of Cardigan sci-fi — it’s all about the people that wear the cardigans instead.

    (via Ligne Claire)

    In Wikipedia können User kleine Kästchen, sogenannte Babel-Boxen, auf ihre Userseite stellen. Diese können mal sinnvoll sein im Rahmen kollaborativer Zusammenarbeit („Diese Userin spricht Friesisch“, „… kann Algebra lesen“, „.. kann Sütterlin lesen“, mal halbwegs seriös „..wohnt in Thüringen“, „.. hat Katzen“, mal albern. Damit kann mensch spielen und versuchen, cooler und interessanter zu sein andere. Das Spiel allerdings ist zu Ende: Astro_Christina hat gewonnen.

    Zumal von Christina auch die erste Wikipedia-Bearbeitung stammt, die aus dem Weltraum heraus (an Bord der ISS) vorgenommen wurde.

    Früher am Telefon musste ich „Grüß Gott“ sagen, denn der Auftraggeber saß in München. Heute bin ich schriftlich-dienstlich bei „Liebe/r“, mündlich – sofern ich das Gegenüber kenne und mag, also in 99% der Fälle, bei einem „IT, southpark, Hi!!!“ Herr Rau trat eine epische Diskussion zum Thema Grußformen los.

  • 24-11-07 Kalter Nebel, Schwarzer Schaum

    24-11-07 Kalter Nebel, Schwarzer Schaum

    Ich versuchte, Mandeldrink zu kaufen. Leider war dieser schon geöffnet. So kaufte ich den Mandeldrink nicht, sondern schüttete ihn fröhlich über ein Kassenband.

    Gegrimpft.

    (Leider gab es nur Grippe beim Betriebsarzt, kein Corona)

    Haupt-Huhn feiert 20-jähriges Jubiläum. Das heißt, sie waren noch fast neu als wir hier einzogen.

    Seminarlektüre kam mit der Post. Schönes an der Fernuni-Unibibliothek: ich muss nicht zu den Büchern kommen, die Bücher kommen zu mir. (Beziehungsweise zur Packstation).

    Freut ihr Euch auch so auf den nächsten CSU-Verkehrsminister?

    Das Berliner Wahlamt wird jubeln. War die nächste reguläre Bundestagswahl doch – wie schon die Unglückswahl 2021 – gleichzeitig mit dem Berlin-Marathon angesetzt. Das hätte gehießen, gesperrte Straßen, Probleme mit dem Material, Probleme zu den Wahllokalen zu kommen. Es wird einfacher im März.

    Kreistage werden den Faschismus stoppen. Die USA sind noch viel föderaler organisiert als Deutschland – und das wird der wirksamste Faktor sein, der ein Trump-durchregieren a la Ungarn stoppen kann.

    Wenn jeder Bundesstaat, jedes County eigene weitreichende Entscheidungsbefugnisse hat, kann das Trump-Lager auch nicht hineinregieren. Das wird sogar innerhalb der Republikaner funktionieren, denn auch zum Beispiel ein republikanischer Gouverneur wird wenig Lust haben sich Anweisungen aus D.C. erteilen zu lassen.

    Denkt daran, wenn nächstes Mal wieder jemand föderale Strukturen vereinheitlichen und abschaffen will.

    Emily in Paris redet seit 2024 französisch. Also die Serie, nicht der Charakter Emily. Aber wenn in der Serie Franzosen untereinander reden, haben sie in Staffel 4 alle Französisch gelernt. Überhaupt scheint die Zeit der Covid-Popcorn-Ablenkungs-Phase von Emily vorbei. Es beginnt etwas wie eine normale Fernsehserie mit leichtem Realitätsbezug.

    Kalter Nebel umhüllt mich auf dem Weg zu den Südkreuz Offices. Winterliches Zwielicht umhüllt die Welt.

    Die schlechte Radfahrjahreszeit beginnt. Bald schon muss ich mich ausstaffieren wie ein Michelin-Männchen, dass sich als Weihnachtsbaum verkleidet hat. Innerhalb von Tagen werden alle Berliner Autofahrer*innen vergessen, wie sich Radfahrer*innen im Verkehr verhalten.

    Die gute Radfahrjahreszeit beginnt. Endlich keine anderen Radler mehr auf der Straße.

    Kommunizierende Röhren

    Manche Ereignisse haben das Vermögen, den Alltag innerhalb kurzer Zeit komplett zum Erliegen zu bringen. Sie ziehen alle Aufmerksamkeit und Energie auf sich. Diese Ereignisse sind nur selten angenehm, meist sind diese von existenzieller Bedrohlichkeit – Unfall, Krankheit, Jobverlust.

    Manchmal sind sie nicht ganz so schlimm, aber trotzdem unangenehm. Sie gewinnen ihre Bedeutung daraus, dass sie den Alltag selbst lahmlegen; Sand im Getriebe – oder hier: Bauschutt in den Rohren.

    Kurz vor Chemnitz-Aufbruch hatte die Spüle schon Abflussprobleme gemacht. Aber da wollten wir ja los, in drei Tagen können sich viele Probleme von alleine lösen.

    Nach der Rückkehr ging in der Küche nichts mehr.

    Spüle, Waschmaschine und Geschirrspüler waren in einem System kommunizierender Röhren verbunden; verschwand das Wasser aus der Einen, tauchte es sofort in den beiden anderen wieder auf. Wasser verließ das System nur, wenn es vom Geschirrspüler aus und auf den Küchenboden lief.

    Also verbrachten wir Sonntag damit, alle haushaltsüblichen Methoden der Rohrfreilegung durchzuspielen bis wir Angst um die Rohre bekamen – ohne Erfolg. Wir produzierten zwar zwischenzeitlich Schwarzen Schaum, der aus dem Rohr hervorquoll – aber das brachte in die andere Richtung keinerlei Verbesserung. Das Auseinanderbauen aller erreichbaren Leitungen machte deutlich, dass das Problem nicht in diesen lag.

    Montag dann der Trip zum Baumarkt – mit besserem Gerät weiter gearbeitet ohne Erfolg. Nach zwei Tagen Dauerrohrreinigung samt Nervenkitzel „Ist diese Wohnung noch bewohnbar? und wie lange nicht?“ waren wir beide komplett durch. Auf zum Profi.

    Dienstag rackerten sich zwei Klempner zwei Stunden lang mit Profiwerkzeug ab. Ihr Erfolg: übersichtlich. Immerhin fanden sie noch zwei weitere Rohre zum Auseinanderbauen. Die Küche ist wieder eingeschränkt nutzbar.

    Der Klempners Prognose: Problem liegt in der Hauptfallleitung. Das bedarf noch größeren Profigeräts und eines Auftrags durch die Hausverwaltung.

    Mittwoch beauftragte die Hausverwaltung in ungeahnten Speed-Aktionen eine neue Sanitärfirma. Auf die warten wir jetzt.

    Stand aktuell: Toilette und Badewanne laufen. Spüle und Geschirrspüler laufen unter strikter Beobachtung mit angehaltenem Atem. Für die Nutzung der Waschmaschine waren wir noch nicht mutig genug. Waschbecken im Bad steht.

    The Pain

    Auch nicht vergessen: As a former East German athlete doped by the state, I see how our past pain is fuelling the far right

    Wer im US-Wahl-Entsetzen Gemeinschaft benötigt, kann wahllos irgendein Blog öffnen. Viele zur Auswahl stehen im Blogring uberblogr.

    Wer hat uns verraten? Google. Ich bin so froh, dass mir Traffic-Zahlen komplett egal sein können. The deterioration of Google:

    What I discovered was that web media companies can’t count on any of the traffic coming from Google or Facebook any more. Very few, even one that are frugally run, are capable of surviving on the traffic that remains.

    The problem doesn’t seem limited to a few sites. What seems to have happened is that Google tried to “fix” their search engine results by using machine learning to rank sites.

    But this does not seem to be working properly. Anybody who has used Google for search over the past year knows that it lets a lot of LLM-generated spam through and blogs and small sites have basically disappeared from most results. Those sites have effectively been delisted by the machine learning model and nobody seems to know exactly why.