Schlagwort: Kopfhörer

  • 25-09-11 Felder, die auch Säulen sind

    25-09-11 Felder, die auch Säulen sind

    Madame holte eine solidarische Experimentalmelone ab.

    Sie stellte fest, dass wir noch nie zusammen bei Caruso waren.

    Auf unsere Dachbaustelle wurden Solarpaneele angefahren. Da sich diese Dachbaustelle langsam ihrem Ende zuneigt, entsteht die nächste. Auf dem Mittelbau bauen sich Menschen mit Dachpappe und Brennern auf. Als erstes installierten sie ein improvisiertes Geländer auf dem Dach.

    Madame entdeckte die Gestaltungslinie „Leberwurst mit Griffmulde“.

    Die Welt verändert sich. Zu merken, daran, dass selbst vor dem Baumarkt der Fahrradständer komplett überfüllt ist. Aber wenn mensch wie ich nur ein solides Vorhängeschloss benötigt oder ein paar Oberflächen sehen will, muss man halt nicht mit dem Auto kommen.

    In Anbetracht der Tatsache, dass ich auf den Latifundien nicht eine Mücke sah, sind meine Beine erstaunlich zerstochen.

    Im Cheruskerpark am Erwachsenen-Spielplatz den Sportgeräten erstmals zwei geparkte Kinderwagen. Am anderen Sportparcours ein Grüppchen mit Warnwesten, die wild Fotos machten und Sachen notierten.

    Der Bahnhof Südkreuz besitzt ein gewisses Gewerbegebietsflair. Das wird aktuell dadurch verstärkt, dass ein Großteil aller Aufzüge und Rolltreppen weiträumig von Baustellenabsperrungen umgeben sind.

    Es waren zweieinhalb Werktage des Arbeitens und Lernens. Denn soweit ich meinen Urlaub dieses Jahr mit bezahltem Urlaub, unbezahltem Urlaub und Bildungsurlaub ausgedehnt habe – er ist immer noch endlich. Der letzte Klausurstoff muss neben die Arbeit passen.

    Normalerweise verbringe ich die ersten Arbeitstage nach dem Urlaub in einer Art Staunen: „Wer bin ich? Wo bin ich? Was mache ich hier? Woraus besteht überhaupt meine Arbeit?“. Dieses mal hatte ich dazu keine Chance. Es ging in zwei Minuten von Null auf Hundert und ist auf dem Tempo durchgängig die ersten Tage geblieben. Am ersten Tag gegen 15 Uhr hatte ich einen Großteil meiner verschiedenen Tätigkeiten einmal durch.

    Gute Nachricht: Offenbar wurde ich vermisst.

    Noch bessere Nachricht: Trotzdem hat sich niemand in meinem Urlaub hinein gemeldet,

    Immerhin steht demnächst echter Urlaub-Urlaub an. Mit Zwischenstopp in dem Land in dem gestern Ganzlandesblockade aufgerufen war, mit der Ankündigung, „Das ist erst der Anfang.“ Es wird spannend: Werden wir nach Paris kommen? Und noch spannender: Werden wir es wieder verlassen können?

    Vor den Urlaub allerdings setzte die FernUniversität in Hagen die letzte Klausur des Semesters: Knowledge Management.

    The problem is not the language

    Dieses Modul ist einigermaßen kurios.

    Es ist Wahlpflicht, also sogar von mir ausgesucht. Inhaltlich bin ich wohl in keinem anderen Modul so zu Hause. Der Lehrstuhl gewinnt auch regelmäßig Wahlen, wenn die Student*innen ihre liebsten Wiwi-Veranstaltungen wählen. Da wurde ich neugierig.

    Allerdings ist das Modul selber gewöhnungsbedürftig.

    Es beginnt damit, dass es auf Englisch geschrieben ist, und das sehr offensichtlich von Nicht-Muttersprachlern. Satzbau und Wortwahl sind so unfassbar deutsch – ich hätte nicht gedacht, dass so etwas im Rahmen einer prinzipiell korrekten englischen Grammatik überhaupt möglich ist. Ein einziger Stolperparcours durch die Sprache.

    Und ja, leider, die Reihenfolge der Wörter im Satz ist im Englischen bedeutungstragender als im Deutschen. Es macht etwas mit Inhalten wenn die Wörter wild durch die Gegend aneinandergereiht werden. Mehr als einmal habe ich Mühe zu enträtseln, was mir ein Satz nun wirklich sagen will.

    Denn was will mir Folgendes sagen?

    Regardless of the community type, most communities experience through three lifecycle phases comprising various sub-processes:

    Aber je mehr ich mich aber in das Modul hineinarbeite, desto mehr stelle ich fest: Die Sprache ist gar nicht das Hauptproblem. Der Text würde so auch auf deutsch durch die Gegend holpern.

    Es steht dort: Buzzwords, such as growing competition .. are only some of the challenges

    Und nein, herrje. Buzzwords sind bestenfalls eine Challenge für die Sprache. Andernfalls bezeichnen Wörter vielleicht Herausforderungen. Aber sie sind es nicht selber.

    While various values.. take their time to unfold fully

    Weiterhin nicht klar ist es mir, wie ein kultureller Wert sich entfalten kann. Seine Wirkung vielleicht. Aber Werte entfalten sich nicht.

    Das ist einfach wirr. Man möchte sie schütteln „You know, words have meaning!“ Und das in einem akademischen Kontext!

    Es sind nicht auch nicht nur die Worte: Selbst die Infografiken sind alle unscharf, als wären sie zwischendurch von einem Bildschirm gescreenshottet und dann wieder groß gezogen worden. Wahrlich ein seltsames Modul.

    Naja, egal, inzwischen habe ich mich damit arrangiert, das Modul einfach nur als exzentrisch anzusehen und werde versuchen, die Klausur im selben exzentrischen Stil zu beantworten.

    Nachts in der Bibliothek

    Überraschend hilfreich beim Hineindenken in das Modul war der Lesesaal der Stabi (Langform: Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz – Standort Potsdamer Straße). Den entdeckte ich nach einigen Jahren der Absenz wieder.

    Vom Südkreuz kann ich mich kurz in die S-Bahn schwingen, zwei Stationen später am Potsdamer Platz wieder aussteigen, beim Pseudo-Tanzfestival am indischen Stand ein Butter Chicken kaufen und dann an der Spielbank vorbei zur Bibliothek laufen.

    Der Leseaal hat sich meinem letzten Besuch verbessert: Ich glaube es sind mehr Plätze. Es kostet keine Gebühr mehr. Und er hat bis 22 Uhr geöffnet. Ich ahnte, dass ich nach 18 Uhr problemlos einen Platz finden kann. Und ich ahnte richtig. Nach einiger Zeit des Herumirrens erinnerte ich mich sogar wieder, dass mein liebster Platz an der Empore ist.

    Über mir thronte der TVöD – offenbar war ich grad an den Regalen mit dem Verwaltungsrecht angekommen, um mich herum die genau richtige Mischung aus einigen Menschen, Bewegung, einer leisen Geräuschkulissen, die aber alle noch nicht störten.

    Wobei die Zahl der Anwesenden mit Kopfhörern auffällig war. Ich glaube, das letzte Mal als ich dort war, wäre noch jede*r hochkant hinausgeflogen, die auch nur den Anschein erweckt hätte, Musik abspielen zu wollen – und sei es über Kopfhörer.1

    Und so versuche ich auswendig zu lernen, dass die vier Action fields nach Riempp die Fields Content Collaboration Competence Culture sind, beziehungsweise sind Content Collaboration Competence auch drei der vier main pillars, in die die Architektur aufgeteilt ist.

    Und als die Nacht dann tiefer wurde, konnte ich durch die Scheibe sogar noch den Mercedes-Stern auf dem Europa-Center sehen. Gerne wieder.

    Blick vom Schreibtisch in der Stabi Potsdamer Straße. Im Vordergrund ein Stück leerer Schreibtisch und eine dunkelrot/braune Schreibtischlampe. Der Tisch steht an einer Brüstung, der Blick geht nach unten in den Lesesaal, im oberen Bildteil Deckenlampen.

    Genua statt Chatbot

    People in the Middle East Disagree About a Lot of Things, But I’m Quite Sure That They All Agree That This Is the Silliest Android Bug Ever

    Social Media und der Halluzinator klauen Daten. Aber vor allem klauen sie Zeit: Diebe deiner Lebenszeit:

    Social media platforms have been stealing our time using a sneaky trick: they’ve been speeding up our sense of time […].A sinister thing about social media is that it speeds up your time both in the moment and in retrospect. It does this by simultaneously impairing your awareness of the present and your memory of the past.

    Thomas berichtet: Mensch darf Hakenkreuze übermalen solange das nicht die Sachbeschädigung vergrößert. Man sollte also auf die Verhältnismäßigkeit achten. Und nun viel Spaß da draussen!

    Jedes mal wenn Frau Maultauschenravioli aus Genua postet, denke ich, jetzt müssen wir da aber wirklich mal hin!

    Nun heißt das Buch „STERBEN“ und dieses Wort prangt auch groß auf dem Umschlag. Das sah auf der Notaufnahme natürlich fantastisch aus. Habs dann gleich demonstrativ auf den Tisch gelegt, aber die beiden Frauen interessierten sich nicht dafür, sondern schauten sich Videos auf YouTube an. Sie hörten tatsächlich die ganze Zeit Schlagermusik. Das kann man sich nicht ausdenken: Frakturschrift am Hals und dann hören sie Schlagermusik.

    Anmerkungen

    1. Aber passt: die Massenverbreitung der geräuschunterdrückenden Kopfhörer erfolgte soweit ich herausfinden kann seit 2016 mit den Bose QC35, und vor allem seit den AirPods Pro im Jahr 2019. Meine letzten Lesesaalzeiten waren deutlich davor. ↩︎
  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind

  • 25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    Das Prinzenbad eröffnete die Berliner Freibadsaison am 30. April. Heute zog unter anderem das Insulanerbad nach. Ein schöner Tag.

    Mir träumte, ich hätte an einer wüsten Party teilgenommen. Leider erinnere ich mich nur an das Ende. Ich musste in mehreren abgeschlossenen Räumen mein T-Shirt suchen. Den Mann, dessen Band-Shirt irgendwie an mir gelandet war, musste ich mit einem 16-Euro-Cocktail besänftigen. Die Straße vor dem Partyort funkelte, allein vom Glitzer, den die Partygänger*innen verloren hatten.

    Es ist seltsam wie das Gehirn funktioniert. Das hörte ich ein paar Takte The Cure und sofort war ihr Bild vor mir. Melanie aus der 9. Klasse, komplizierte Liebe aus der Schach AG und riesiger The-Cure-Fan. Bestimmt habe ich seit 30 Jahren nicht mehr an sie gedacht.

    Ich versuchte, politisches Engagement zu zeigen, indem ich den Kolleginnen und Kollegen (KuK) ein kämpferisches MS-Teams-Emoji zum Abschied in den ersten Mai schickte – und es gibt nichts! Kein Gewerkschafts-Emoji, kein Arbeitskampf-Emoji, keine erhobene Faust, nicht einmal die sozialistische Rose.

    Auch irritierte mich, dass ich ein harmloses vielfältig auslegbares Regenbogen-Emoji in MS Teams suchte, und auch dieses erst über Umwege fand.

    Um so erfreulicher ein anderes Fundstück, dass es den auch 2025 noch gibt: der Sennheiser-Kopfhörer-Pride-Edition.

    Weniger erfreulich: das US-Justizministerium möchte ein wenig Faschismus zeigen und schreibt Briefe an die Wikimedia Foundation wegen der Wikipedia. Anscheinend suchen sie krampfhaft einen Grund, um die Gemeinnützigkeit der Foundation abzuerkennen.

    Aus verschiedenen privaten Gründen suchte ich nach diverser Technik, und suchte auch nach Desktop-PCs. Derzeit erste Wahl zum Thema (muss weder Gamen noch Videos bearbeiten, sollte aber wertig sein): das Lenovo Thinkcentre oder der Dell Inspiron.

    Ihr kennt die Regel beim Kochen: Ein Schluck Wein ans Gericht und ein Schluck für den Koch. Aber habt ihr schon mal 10 Kilo Ende-der-Saison-fast-überrreife Crowdfarming-Orangen gehabt, diese dann ausgepresst, um mit dem Saft zu kochen, und den Rest der ausgepressten Orange beim Kochen gegessen. Ein Gedicht!

    In der Berliner Wohnung zogen Schlupfwespen ein.

    Der große Halluzinator

    Gebt ihr Euren KI-Chatbots Eigennamen? Ich wäre tatsächlich nie auf die Idee gekommen, ES IST EINE STATISIKMASCHINE, lese aber zunehmend davon. Und irgendwie ergibt es auch Sinn, wenn man das Ding halt dauernd anspricht. Aber nein, never, niemals einen Namen. Falsche Ebene.

    Dennoch kann eine Statistikmaschine „Persönlichkeit“ haben. Zum Beispiel zu nett sein, und auch den psychopathischsten, zerstörerischsten Ideen begeistert zustimmen. So in den letzten Wochen bei ChatGPT passiert. Sycophancy in GPT-4o: What happened and what we’re doing about it

    Meistens spiele ich mit dem Ding ja rum. Wenn ihr ein Konzept für einen Arthouse-Film mit Tilda Swinton benötigt, die nachts auf Brandenburger Feldern Gülle ausbringt – ich und der Halluzinator have you covered!

    Ich glaube übrigens, ich habe ein sinnvolles Einsatzgebiet für das Ding gefunden. Ich werde es Beschwerdebriefe formulieren lassen! Ich begann mit einer Liste möglicher Beschwerungen.

    • Die Berliner CDU weil sie Tempo 30 auf der Straße vor unserer Wohnung wieder abschaffen will.
    • Der Deutschlandfunk, weil er das Lied- und Chanson-Programm ins allertiefste Nachtprogramm verbannt hat, und es nicht mal in der Mediathek aufrufbar ist.
    • Der Deutschlandfunk, weil er nicht einmal eine Gewerkschaftskundgebung live überträgt. Wer 52+ Gottesdienst-Liveübertragungen im Jahr schafft, könnte auch einen kämpferischen Ersten Mai ins Programm nehmen.

    Ich-als-Rentner-und-Chat-GPT – es wird ein Traumpaar!

    Schon vor dem Renten-Eintritt bemüht Herr Paul das Programm: Nachdem ich vor ein paar Tagen erst so wirklich herausfand, wie ein LLM funktioniert, passte ich gestern/heute meine Konfiguration an um bessere Ergenisse zu erzielen.

    Der Mohn ist aufgegangen

    Der Mohn ist aufgegangen. Also zumindest die erste Blüte. Sagt Madame. Auch wenn es quasi unmöglich sein sollte, Mohnblüten zu übersehen, scheint es mir heute gelungen zu sein.

    Der Garten bietet sein volles Frühlingsprogramm. Als wir Mittwoch abend kamen, roch es (nach) Scheiße, also eher halt Gülle. Aber das verzog sich freundlicherweise im Laufe des Feiertags. Bis wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, war es schon wieder eine Mischung aus Apfelblüte und Raps.

    Freundlicherweise ist dieses Jahr alles zwei Wochen später dran als 2024, so dass wir die volle Wucht erst nach dem Paris-Urlaub erfahren. Der Flieder beginnt zu duften, der Rotdorn wird dieses Wochenende aufblühen und der letzte der drei Apfelbäume hat immer noch Knospen.

    Nachts wachten wir beide unabhängig voneinander auf, weil die Nachtigall so apart lärmte. Zum Frühstück begrüßte uns der Kuckuck.

    Wir beide fragten uns, ob die Insekten die letzten Jahre auch so groß waren.

    Nachdem die Hornisse ihr Nest doch nicht direkt neben der Terrasse baut, fanden wir sie dann im Bungalow. So war das nicht verabredet!

    Leider seit Wochen unberührt wirlt das Vogelnest, das wir in der Holzlege fanden. Ich schaute es doch einnal näher an, bewunderte seine Kunstfertigkeit und Lehmverstärkungen, wir entschieden uns nach diversen Recherchen für ein verlassenes Amsel- oder Singdrosselnest.

    Dafür brütet am Bungelow in einer versteckten Ecke der Außenkostruktion eine Meise. Hurra! Und Störche sowie Turmfalken flogen tief über den Garten. Hurra!

    Ein perfektes Mai-Wochenende kann kommen.

    CDs in Japan und Boba in New York

    Blogs lesen lohnt, dank Hotel Mama entdeckte ich den Klaviersalon Christophori, den wir sicher demnächst aufsuchen, dank eines Kommentars bei der Kaltmamsell die Kurpfalz-Weinstuben in Charlottenburg.

    Mit Frau MaultaschenRavioli bei der Karfreitagsprozession in Madrid.

    Japan kauft noch CDs. In letzter Zeit sogar wiede mehr. Karen erklärt.

    Legos Boba Quest in New York geht weiter: As I wrote about last week, one of my favorite boba shops, Shiny Tea, is closing soon .. Fazit: man kann verschiedene Bubble-Tee-Geschmäcker haben und trotzdem Freunde bleiben.

    Letztens Gespräche über Karrierewege als Technical Expert oder als Manager. Markus fasst den Unterschied sehr schön zusammen: Die beiden Bewerbungsgespräche liefen gut. Allerdings komme ich nur für eine der beiden Firmen infrage. Für die andere bin ich überqualifiziert, wie der Herr meinte. Ich würde mich nur langweilen, sagte er. Überqualifikation finde ich in meinem Fall eine lustige Formulierung. Als Manager oder Führungskraft bin ich in Wahrheit zu inkompetent, um die richtige, fachliche Arbeit durchzuführen. Ich kann aber gute Emails schreiben und die Leute zusammenhalten. Überqualifikation ist natürlich der schönere Begriff.

    Den ultimaten Lebens- und Jobtipp verdanke ich allerdings einer Kollegin. Vielen Dank: Self-help Singh- Make Mistakes

    south spielt mit ChatGPT

    Hallo, Statstik-Maschine, der ich keinen Namen geben werde, erstelle mir eine Illustration sowie diverse Empfehlungen passend zum vorhergehenden Blogpost:

    Empfehlungen

    Outfit: Gut gealterte Jeansjacke über Streifenshirt, Leinenschal – Hommage an 80er-Melancholie und DLF-Verdruss.

    Kulinarisch: Selbstgemachte Rhabarber-Limonade mit einem Hauch Rosenwasser – wie Apfelblüte im Glas.

    Film: The Garden (mit Tilda Swinton) (Derek Jarman, UK 1990) – queere Ikonographie trifft Naturgewalt – ein Gartenfilm gegen Faschismus.

    Musik: The Cure – Charlotte sometimes– – The Cure: direkt aus der Schach-AG der Erinnerung.

    Sachbuch: Kleine Geschichte des politischen Liedes in Deutschland – für DLF-Ärger und 1.-Mai-Rhetorik