Schlagwort: Landschilf

  • 26-07-04 Schachbrettfalter-Gammaeulen-people

    26-07-04 Schachbrettfalter-Gammaeulen-people

    Hühnerwald in der Hauptstraße hat wieder geschlossen. Miamor Flora ist nie bis zur Eröffnung gekommen, einzig das Schild an der Ladenfront konnten sie anbringen bevor die Projekt schon wieder starb. Unser alter Hinterhof bleibt weiterhin ein magischer Anziehungspunkt für Bauschutt aller Art.

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    Currywurstand Ruhige Tag macht einen Monat Urlaub.

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    23 Grad Außentemperatur plus viel Erholungszeit in den letzten Tagen. Ich bin wieder halbwegs betriebsfähig. Jetzt muss es sich nur noch ändern, dass ich herumhuste wie ein heiserer Seeelefant kurz vor dem Ableben.

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    Beim Fußball-Tippspiel bin ich auf Platz 10 von 46. Das ist zu schlecht um damit anzugeben und zu gut, um darüber eine schöne Geschichte zu erzählen.

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    Es war ein Homeoffice-Pizza-Freitag und ein Regen-Brennessel-Samstag.

    Ecke Berliner/Brandenburger-Straße

    Dazu ein Helm in weiß

    Lastenrad

    Noch zeigen sich die Folgen der Hitze. Als ich den Fahrradmeister verließ, hörten wir lautes Brüllen vom Ende der Straße. Ich musste eh dort entlang und sah einen Mann neben einem liegenden Lastenrad, einen anderen der gerade von seinem parkenden schwarzen Kleinwagen wegging.

    Die Vorgeschichte erschloss sich mir nicht genau. Ich konnte raten und dabei das Wort Dooring in meine imaginierte Geschichte einbauen, beziehungsweise, da meine imaginierten Geschichten eher im vorsprachlichen Raum entstehen, mir Bilder vorstellen wie das Lastenrad knapp der sich öffnenden Tür am Kleinwagen auswich, dabei ins Schlingern kam und der Radfahrer stürzte. Aber es kann auch ganz anders gelaufen sein. Auf jeden Fall stieß der Lastenradfahrer eine Schimpfkanonade in deutsch und arabisch aus, die ich so seit Jahrzehnten nicht mehr hörte; minutenlang. hörbar bemüht den anderen in seinem tiefsten Inneren zu treffen. Es war so verstörend wie beeindruckend.

    Böttcherrad

    Glücklicherweise konnte ich mich von der Situation ablenken, indem ich mein neues himmelblaues Fahrrad anhimmelte. Der Fahrradmeister hatte mein Böttcher Safari – Farbe himmelblau dormant erhalten, mir fertig eingestellt und übergeben. Er selbst war ja skeptisch gewesen ob der Farbwahl (Arbeitstitel: Farbton Schwimmbadkachel), jetzt aber staunte er und ich. Es war gar nicht so pastellig wie gedacht, eher eine Mischung aus schönen Sommerhimmel meets Schwimmbad meets Glaskugel – die Farbe hat eine Tiefe und scheint fast von allein zu leuchten. Ich bin geflasht.

    Die eigentliche Substanz des Rads steht ja ohnehin nicht zur Diskussion. Ich geriet mit einer anderen Fahrradmeisterin-Besucherin ob der Farbe ins Plauschen. Sie fragte nach einiger Zeit verwundert, wieso ich 1500 Euro für ein normalen Fahrrad ohne E ausgebe, und ich konnte einfach sagen, weil ich mit dem Vorgängermodell 26 Jahre lang hervorragend gefahren bin.

    Noch überwiegt die Begeisterung auch den Gedanken, dass ich auch gleich ein großes „Klau Mich!“ Schild am Rad befestigen könnte, statt der auffallenden Farbe. Aber irgendwas ist immer.

    Auf jeden Fall schwang ich mich auf’s Rad und ich war ganz schön aus der Übung es war sehr starker Gegenwind.

    Kein Foto. Gerade dieses Leuchten ist nicht fotografabel. Und wenn es wieder anders aussieht als ich schreibe, denkt ich noch ich würde mir hier vielleicht Sachen ausdenken.

    Ohne Wirtschaft und Gesellschaft

    Beim Mecklenburger-Käse-Toast am Frühstückstisch mit Kornellkirschenaussicht höre ich im Deutschlandfunk vom „Reformpaket“ des „Koalitionsausschusses.“ Es scheint das Opus Magnum der aktuellen Bundesregierung, und ich bin mir unschlüssig, ob ich darüber nachdenken will, aus Furcht, damit dann nicht mehr aufhören zu können.

    Wartezimmerärger

    Wirklich überraschen mich die gewollten Änderungen bei der Krankschreibung. Ich gehe davon aus, dass ich persönlich dank Öffentlichem Dienst mit Tarifvertrag und Personalrat niemals direkt von der Krankschreibung am ersten Tag betroffen sein werde. Und trotzdem bekomme ich auffallend schlechte Laune nur bei dem Gedanken daran.

    Ich gehe davon, dass diese schlechte Laune fast jede Arbeitnehmer*in dieses Landes trifft, und viele die mit diesen zu tun haben, und frage mich, wie genau die Idee zustande kam, sich willentlich und wissentlich einen Shitstorm quasi aller Arbeitenden Deutschlands zu erschaffen? Wer dachte, das sei eine gute Idee?

    Palastfreude

    Zweifeln tue ich an mir selber und der Koalition beim Begriff „Reichensteuer“. Offenbar haben sie und ich einen verschiedenen Begriff von Reichtum.

    Mein Begriff beruht auf dem Vermögen – also der Bestandsgröße, die an Mitteln schon da ist. Reich ist, wer allein Kraft seines Vermögens eine „Distanz zum Notwendigen“ (Bordieu) hat – wer also nie wieder arbeiten muss und dennoch nie im Leben über Geld wird nachdenken müssen. Reichtum bringt unerschütterbare Sicherheit ohne Gefahr.

    Diesen Reichtum, also meines Erachtens, echten Reichtum, lässt die Regierung in Ruhe. Ihr geht es um höhere (Arbeits-)Einkommen. Also hier reden wir von Einkommenshöhen, die Sicherheit bringen – so lange das Einkommen fließt. Dieses aber ist immer gefährdet, kann von einem Tag auf den anderen vorbei sein, wenn das mit der Arbeit nicht mehr geht. Zumal diese Arbeitseinkommen nach oben gedeckelt sind. Jenseits von DAX-Vorständen bewegen sie sich im menschlich vorstellbaren Rahmen.

    Einkommen, die aus Vermögen entstehen können menschlichen Vorstellungsvermögen komplett sprengen, und sind sehr viel sicherer. Diese werden aber zukünftig genauso wenig besteuert wie bisher. „Reichensteuer“ ist bestenfalls missverständlich, schlechtestensfalls der Versuch eine soziale Gerechtigkeit zu simulieren.

    Bibliothekshoffnung

    Mit etwas Suche finde ich online den Text Vermögensforschung: Reichtum und seine philanthropische Verwendung, der meine Gedanken etwas theoretisch nachfundieren kann. Ich aber fühle mich inspiriert wieder mehr zum Thema zu lesen, mal schauen ob die örtliche Bibliothek vielleicht Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft im Regal stehen hat.

    Ich radele mit dem neuen Rad zur Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek in Wilmersdorf City. Ich finde ein Soziologie-Regal, dieses aber scheint mir klassikerarm. Ich sehe ein Buch von Judith Butler, ein Buch über Max Weber (nicht von ihm), eine ganze Menge Stoff, den ich als Talkshow-Begleit-Literatur bezeichnen würde und eine ganze Menge zu aktuellen Themen, dessen Substanz ich auf den ersten Blick nicht einschätzen kann.

    Für eine Bezirksbibliothek – in einer Stadt mit drei großen Universiäten und einer Staatsbibliothek zudem – sinnvoll für die Zielstellung der Bibliothek – für mich in dem Moment aber trotzdem bedauerlich.

    Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek

    Aus dem Lautsprecher: Adriano Celentanos Azzurro. Und es passte.

    Zum Ende der Woche lud mich Madame zur Pizza. Auf halber Strecke zwischen Wohnung und dem Sommerbad Wilmersdorf hatte sie Taormina Tavola Calda entdeckt. Ein kleiner Laden, von dem wir beide dachten, er ließe sich sofort mit Personal, Häuschen, Möbeln und Publikum in eine italienischen Bergdorf beamen könnte und sofort als Dorfimbiss/Trattoria durchginge.

    Bellissima!

    Wir hatten starke Italiengefühle – nicht mare/Roma/grande Piazza sondern Dorfzentrum-am-Wochenende. Und es war so schön. Dazu guter Haus-Weißwein, eine Geburtstagsparty lief, wir hatten ordentliche Pizza1 und Espresso – sahen nebenan durchaus einladenden Salat und Pasta.

    Hinter dem Zaun das Taormina

    Der Sauerampfer schießt, die Clematis eindrucksvoll wie nie, Rosa Goldelse hat plötzlich Volumen

    Ich: Es ist herrlich.

    Madame: Herbstlich.

    Ich: Herrlich herbstlich.

    Im Nachbardorf findet dieses Woche das Dorffest steht. Letzte Woche wäre dieses in der Hitze geschmolzen, vermutlich waren die Veranstalter*innen glücklich über den Termin diese Woche – nur damit es dieses Wochenende in einem Herbststurm untergeht.

    Das mit dem Sommer ist schwierig dieses Jahr. Aber ich liebe den dieswöchigen Herbst. Wir kuscheln uns im Bungalow ein. Abends besucht uns eine Gammaeule.

    Manchmal geht Madame kurz raus, um die abgeblühte Rosenblüten abzuschneiden. Noch manchmaliger gehe ich kurz raus, um große Brennesseln zu rupfen.

    Von der Terrasse aus sehen wir eine schöne Gräser-Trikolore aus Strohgelb (halb hohes verstrohtes Gras) im Westen, dem flauschig-ätherischen rot-grau-braun des Landschilfes in der Mitte und dem kräftigen Gelb des Labkrauts im Osten.

    Auf der Kaffeegartenrunde konnten wir sehen, dass viele Quadratmeter des Labkrauts von rosa-weißen Platterbsen überwachsen sind, bestaunen die Beete, sehen am Dost Dutzende von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln.

    Gelesen

    Paul Robbins: Lawn People – einst mir empfohlen, durch eine Bemerkung in einem Michael Polan Buch. Lawn People ein Buch, das bei amerikanischen Vorgärten startet und schon nach wenigen Seiten bei den Theoretikern Louis Althusse und Antonio Gramsci ist. Noch habe ich erst wenige dieser Seiten gelesen, aber ich vermute, das Gras wird noch als handelnder Akteur hinzukommen.

    Grass, nicht lawn

    Links

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    Manchmal fällt es mir schwer, mit kleinen Kindern umzugehen. Ich ziehe es meist vor, mit Beziehungsaufbau zu beginnen, wenn die Kinder sprechen und mich verstehen können und wenn sie ein wenig Selbstverantwortung auf sich nehmen können. Das war bei meinen Enkeln so. Bei meinen Urenkeln, so meine ich, habe ich dafür zu wenig Zeit (immerhin bin ich 91, da hat man keine Zeit mehr, zu warten).

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    Blogs sind schön, um in komplett andere Leben zu sehen. Der Kaptain liest ja gerne unendlich viele Bücher über Kindle Unlimited. Im Blog kann ich leben, wie diese entstehen: Ein Tag in meinem Leben. anmdere leben:

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    Ich muss jetzt nicht schreiben, warum ich feierte: Die Lichtspielhäuser der Nippon Connection 2026: Historisch Kino gucken

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    Team Durchkopplung feierte auch hier:

    „Keine Kunden

    Toiletten vorhanden“

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    Number Stations are my secret passion. Über die (vermutlich israelische) Station 4XZ: These numbers stations are deliberately low key, so to speak, as they exist in a shadowy world. Sending sloppy CW on top of two of the world’s most recognized shortwaves stations (WWV and WWVH) is not a clandestine action. Is this a deliberate provocation?

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    Die Kaltmamsell war bei solidarischer Landwirtschaft für Fortgeschrittene: Journal Mittwoch, 1. Juli 2026 – Ein sehr lautes Kleid und mehr aus der Kartoffelkombinat-Generalversammlung

    Anmerkungen

    1. Alleine wäre diese kein Grund wiederzukommen. Aber auch kein Grund, nicht zu gehen. ↩︎

  • 25-07-01 Glamour war Zoopalast, Spaßbad war Blubb, die U1 war die U2

    25-07-01 Glamour war Zoopalast, Spaßbad war Blubb, die U1 war die U2

    Wir tranken Bier (alkoholfrei) und Buttermilch.

    Es war ein latifundaler Sonntag und ein arbeitlicher Montag, weiterhin im Juni-Hochsommer. Die kurze Brutalhitze begann sich langsam anzukündigen.

    Am Montagmorgen passierte ich den Späti mit dem handgeschriebenen Corona-Gedächtnis-Schild: Dieser verkauft Masken, Klopapier und Küchenpapier.

    In Voraussicht der Hitzetage transportierten wir den Ventilator aus der Mittelmark nach Berlin. Madame bestellte Kälteschals.

    Montag war es schwül.

    In letzter Zeit häuft sich Besuch. Montagabend versuchte sich ein Gas-Vertrags-Verkäufer. Aber anscheinend war er neu im Job. Er hatte versäumt wieder zu Atem zu kommen, bevor er in unserem Stockwerk die Klingel drückte. Und so stand ein schwer hechelnder junger Mann vor mir, der kaum in der Lage war, sein Sprüchlein aufzusagen.

    Bachstelze am morgen

    Die Hausrotschwänze besuchen uns dieses Jahr weiterhin seltener in den märkischen Hamptons. Dafür kommen regelmäßig Bachstelzen. Offenbar haben sie ein Domizil in der Nähe bezogen.

    Als leichte Andeutung des Herbstes sammeln sich Stare zu schwärmen und ziehen am Himmel über die Kolonie.

    Auch der Marder kommt weiterhin. Etwas Regen letzte Woche, weichte den Boden genug auf, dass unser komplettes Auto von seinen schlammigen Fußabdrücken gezeichnet wird. Andere Menschen müssen so etwas notdürftig mit Aufklebern simulieren.

    Spaß mit dem Halluzinator: Ich nehme ein Bild eines grün-gelben Käfers auf, frage ihn: „Was ist das?“ Er antwortet mit einem Käfer, der immer rot-schwarz ist.

    Rückfrage von mir: „Hä?“

    Antwort: „Das hast Du sehr gut beobachtet!“ Diese Mischung aus kompletten Gaga-Antworten mit ewiger Lobhudelei – der Nutzwert generativer KI scheint mir weiter stark eingeschränkt, aber unterhaltsam ist sie auf jeden Fall.

    Spannender (und soweit ich beurteilen kann auch richtiger): Die Antwort des Halluzinators auf die Frage, warum auf der Wiese mal Knautien wachsen und mal Land-Reitgras (auch Landschilf). Auch wirkt seine Auskunft kompetent, was Boden, Mikroklima und verschiedene Mahd-Regime der Vergangenheit im Platterbsenbereiche von den vier Brennesselecken unterscheidet.

    Auch spannend: Dass ein eigentlich kleines Gelände so eine Vielfalt an verschiedenen Wuchszonen auf der Wiese bietet. Aktuell breiten sich Labkraut und Knautien aus, während Reitgras stabil bleibt, Glatthafer potenziell auf dem Rückzug ist.

    Eines haben die Halluzinator-Auskünfte der Wikipedia voraus: Der Halluzinator weiß, dass das rötlich blühende Reitgras in der Abendsonne poetisch aussieht. Wikipedia verschweigt das.

    Unbekannter Käfer. Auf jeden Fall kein Oulema melanopus

    Gedanken schwirren lose wie Fruchtfliegen um mich her

    Während ich dies schreibe, mache ich mich für den Teamtag am Wannsee bereit; in einem Team voller gebürtiger Berliner wird das zum Teil ein Trip down memory lane. Passend dazu läuft das Dota-Kehr-Lied zur Westberlin-Nostalgie:

    Und ich bin im alten Westberlin / das es komischerweise immer noch gibt .. Komm wir verschleudern die gute Laune am U-Bahnhof Bundesplatz / Bleiben am Steintisch sitzen / oder fahren raus zum Wannsee mein Schatz .. Wir waren im Linientreu, waren im Rock-it / mit Schülerausweis 16 und drei Getränken frei / Glamour war Zoopalast, Spaßbad war Blubb, die U1 war die U2

    Denn die Post brachte Dota die Triple-Deluxe-Box von Dotas crowdgefundetem Albun Springbrunnen. Es kamen das Album, das Bonus-Album, das Live-Solo-Album (mit Westberlin) und das Liederbuch – und jetzt bin ich beschäftigt. Soviel Text. Soviel Musik. Quasi alles davon spannend, interessant, bedenkenswert. (Besprechung im Rolling Stone von Album 1: Obwohl Dota Kehr schon zweimal den Deutschen Kleinkunstpreis gewonnen hat, ist der Pop auf „Springbrunnen“ viel zu groß, um noch als Kleinkunst durchzugehen.)

    Falls ihr nichts mehr von hört, ich bin Dota hören und lesen.

    Essen bei Hitze

    Als Erinnerung (auch an mich selbst): Der Crocky bleibt beim Kochen ziemlich kühl – gut wenn man nicht noch Zusatzgrad in der Küche produzieren will: Gabi Frankemölle mit Die 10 besten Slowcooker-Gerichte für den Sommer

    Noch besser: Das Restaurant im Fluss: Chef Dean Baldwin Lew was looking to host a dinner of an invasive species. The Ministry of Natural Resources told him that it was illegal to carry the Rusty Crawfish over land as a single pregnant animal could extend the population to another watershed. His only option to cook & serve was to do the whole thing in the actual river where they are caught. (via Messy Nessy Chic)

  • 24-10-21 Chillen und Grillen

    24-10-21 Chillen und Grillen

    Montag Morgen begann with a bang. Vermutlich war den Dachbodenbauarabeitern etwas umgefallen. Punkt 7 begann das Hämmern und Bohren. The marvelous Frau Z, die zum Putzen kam, hatte Mitleid mit uns.

    Aber ich freue mich über jedes Anzeichen, dass die Dachbodenbaustelle weitergeht. Ihr stetiger Arbeitsbeginn genau um 7, spricht zudem für eine Grundprofessionalität, die in diesem Hause ungewöhnlich ist.

    Am Südkreuz recherchierte ich Parkplätze. Es gibt Ebenerdig-Tempelhof, Ebenerdig-Schöneberg und Parkhaus-Süd. Alle drei kosten denselben Stundenpreis (2,50€)1, haben aber alle verschiedene Tagespreise (E-T: 27€, E-S 30€, PH: 25€). Mein Lieblingsparkplatz dort ist allerdings das Parkhaus-Nord: Dem gönnte die Bahn nicht einmal eine Auffahrt, so dass es seit Jahren als Lost Place mitten am ICE-Bahnhof steht.

    Die Bahn spendierte Madame eine knappe Stunde Aufenthalt in Zeuthen. Das war nicht der Tagesauftakt, den sie sich vorstellte.

    Der tip besuchte das Botanische Bistro Talea. Langsam wird es peinlich, dass wir immer noch nicht da waren. Vermutlich wird es in der New York Times stehen, bevor wir hinkommen.

    Roastbeef? Rumpsteak?

    Madame und Euphegenia sammelten die letzten Schlehen und setzten Sloe Gin an.

    Samstag bei Donna Rosa fragte Mio macchina, was der Platz für den Rest des Wochenendes sei? Nichts. Chillen. Ach ja. Und Grillen. Ausnahmsweise weder Gemüse noch Schweinekamm, noch Spezialbratwürste sondern Steaks.

    Es gab Unklarheiten, was wir gekauft hatten: Roastbeef oder Rumpsteak. Anforderung an die Verkäuferin war gewesen: „Ein ganzes Stück Rindfleisch aus dem man gut Steaks schneiden kann.“ Wir bekamen ein Kilostück schön aussehendes Fleisch. Auf dem Schild stand Rumpsteak. Der Metzger sprach von Roastbeef. Wikipedia klärte auf: Rumpsteak ist Roastbeef.2

    Am Ende egal. Aufgrund mangelnder Steak-Übung schlug ich nach: Beide Sorten fallen unter „mittelfestes Rindfleisch“.

    Ich schnitt das Kilostück in zwei Scheiben (500 Gramm, etwa 4 cm dick), heizte den Grill auf etwa 280 Grad.

    Die Scheiben kamen einige Minuten direkt über die Hitze (etwa 3 Minuten von jeder Seite – bis sie recht aussahen) und etwa 20 Minuten bei 270 Grad in die indirekte Hitze. Vor dem Servieren wurden beide Scheiben geviertelt und über den Salzstein gezogen.

    Werden wir wiederholen.

    Die Gottesanbeterin vom Samstag tauchte wieder auf, selbe Zeit, selber Ort. Auf den Astern machte es sich ein Distelfalter bequem. Madame bezwang in herkulischer Aufgabe den nicht-mehr-nötigen Maschendrahtschutz um Apple Blossom. Bei der Gelegenheit dezimierte sie auch verschiedene der Fremdbäume, die sich im Rambler-Konglomerat angesiedelt hatten.

    Die Mathe-Tafel feierte ihre Premiere auf der Terrasse. Wir müssen mit dem Wind aufpassen, sonst ist sie ebenso praktisch wie ausnehmend dekorativ. Überhaupt gönnte der Oktober zum Hochzeits-Nachtag unseren Gästen einen ausgesprochen dekorativ-spätsommerlichen Abschied.

    Harzen

    Über das Wochenende las ich zwei Filmbesprechungen, die mich interessieren: Zone und Rumours.

    Zone spielt im Nachkriegsharz. Versucht sich daran, die deutsche Geschichte mit ihren beiderlei Lagern auszutreiben:

    Friedrich exorziert die deutsche Geschichte, aber sie tut es in Bildern, die man so noch nicht gesehen hat. In der Zone herrschen die beiden Wächter (Tobias Ofenbauer und Jonas Schlagowsky) in ihren Großvater-Pullovern. Beim täglichen Putzritual müssen die Kacheln mit Essiglösung geschrubbt werden, die besonders hartnäckigen Flecken auch mit der Rasierklinge. Alles muss picobello sein! Zum Abendbrot gibt es Blut- und Leberwurstbrote. Draußen lebt ebenfalls unter strenger Aufsicht der Wächter ein russischer Soldat in einem Hundezwinger. Nur manchmal tut sich ein Fenster auf: In einer Szene liegt das Mädchen da, nackt auf dem Boden, nur bedeckt mit Blättern, und beißt in eine Ananas. (Peter Neumann: Zum Fürchten gut)

    Beim Lesen dachte ich noch: Nanü? Wie kommt dieser Film auf diese Website? Das ist viel zu sehr außerhalb des Gängigen für deutsches Feuilleton. Der Film kommt mir deutlich zu sperrig vor, um in gängingen Diskursen anschlussfähig zu sein.

    Weitere Recherchen erbrachten, ich hatte Recht. Die Filmbesprechung kam offenbar nicht über die üblichen Marketingkanäle zustande. Filmstart war am 3. Oktober. Eigentlich ist Zone schon wieder aus den Kinos raus. Offenbar hat ein Autor/ ein Hinweisgeber den Film gesehen, und dann überzeugt.

    Kurze Recherche nach dem Autor: Schreibt auch über die Soziologin Eva Illouz, Lyotard + Snoop Dogg (in einem Artikel), Interview mit der Philosophin Maria-Sibylla Lotter über Rache – passt.

    Der zweite Film spielt auch im Harz, ist anders ungewöhnlich. Aber immerhin hat er dank Cate Blanchett Star-Power. Ich warte auf den deutschen Kino-Release:

    [Rumours] a stylized and self-aware satire set during a G7 summit hosted by the German prime minister (played by Blanchett); things go horribly and hilariously wrong when these leaders of the world’s most advanced economies find themselves lost in a primeval forest and are set upon by onanist bog-men, Scandinavian witches, and a giant glowing brain, as well as their own petty, childish regrets. (Bilge Ebiri: How Did Cate Blanchett Wind Up in the Year’s Funniest Movie?)

    Schnitzel und Elternzeit

    Die FAZ veröffentlichte einst ein Best of Google Streetview Berlin 2008. Ich werde meine Bibliothekszugänge durchforsten müssen, um den ganzen Artikel zu sehen.

    Vincent Klink über Wiener Schnitzel: Wiener Schnitzel, seltenes Vergnügen (via Nils Minkmar/der Siebte Tag)

    Elternzeit und Berufsleben. Für einen Mann im Bildungssystem Österreichs: Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr und für eine Frau bei einer deutschen Behörde. (Zurück ins Berufsleben – ein neuer Alltag)

    Ach du Scheiße. Haltet durch!

    Anmerkungen

    1. Für vorsichtig-regeltreue Menschen könnte der Preis im Parkhaus besser sein, da nur die wirklich geparkte Zeit bezahlt wird; im Gegensatz zur Vorauskasse des Parkplatz-Parkscheins. Für verwegen-rücksichtlos Parkende gilt das Gegenteil. ↩︎
    2. Zumindest wenn ich dem Roastbeef-Artikel der Wikipedia glaube. Der Rumpsteak-Artikel sieht es schon wieder anders. ↩︎