Schlagwort: Lassenpark

  • 23-09-16 Hund, Rollator, Kinderwagen

    23-09-16 Hund, Rollator, Kinderwagen

    Madame hat Handgelenksmuskelkater.

    Die wilde Brombeere verschwand. Kein neuer Widergänger der Unausgrabbaren zeigte sich im Gehege. Naja, nächstes Mal wieder und dann werden wir sie wieder ausgraben. Dafür übersahen wir eine Goldrute auf der Wiese, die bereits blüht. Es wird höchste Zeit.

    Die Regionalbahn pries ihre „INDERSPIELECKE“ an.

    Wir vergaßen die Lurex-Schwämme.

    Über den Latifundien im Tiefflug ein Rotmilan. Wir hofften, er jagt die Wühlmäuse und nicht den Starenschwarm. Über dem Doppelnachbargrundatück eine Drohne.

    ETTI

    Ein freier Wochentag erwartete mich am Freitag. Welch ungeahnter Luxus seit Fernstudiumsaufnahme. Er war allerdings auch nötig, um die Klausuranspannung wieder loszuwerden.

    Noch bin ich so im Tunnelmodus, dass ich gleich versuchte, die Altklausuren für meine nächsten Kurse zu finden. Es wird: BWL – ist halt BWL, Sollte machbar sein. Modellierung von Informationssystemen – die Klausur verwirrt mich, aber im letzten Semester hat bei 140 Schreibenden eine*r nicht bestanden – sollte auch lösbar sein. Mathe – machbar aber wahrlich kein Selbstläufer. Technische und theoretische Grundlagen der Informatik – Ich finde nichts Konkretes nur Erfahrungsberichte zwischen „ganz normal“ bis zu „rechnet damit, dass Euch allein dieses Modul 2 Semester kostet.“

    Wer mitzählte, wird merken, dass das 4 Module sind – was bei der Fernuni ein Zeichen absoluten Größenwahns ist. Und 400 Euro kostet (4 x 80 plus diverse allgemeine Semestergebühren.) Wir werden sehen.

    Sitzwiese

    Kopf freikriegen:

    Plan A – Strandbad Wannsee – scheiterte an der Verbrennung. Die ist auf dem Weg der Besserung, aber größere Wunde plus Seewasser plus Sand erschien mir keine erfolgversprechende Mischung.

    Plan B: Freibad ohne Becken. Ich schnappte mir recht wahllos etwas vom Stapel ungelesener Lektüre (Granta 161 – Sister, Brother) radelte zum Lassenpark, der ungefähr Freibadwiesenformat aufweist und las.

    Mitrags kurzer Aufbruch, Essen (Sucuk-Pide) und eine kurze Fahrradrunde durch Schöneberg drehen, dann zurück auf meine Parkbank.

    Gesehen: Vormittags nur Menschen im Park, die etwas ausführten: Hund, Kinderwagen oder Rollator. Bis auf den stark tätowierten jungen Mann in Boxershorts mit Goldkette, der durch den Park in einem Tempo joggte, in dem Normalsterbliche sprinten – Respekt.

    Auf der Bank neben mir: Die geheime Parkbürgermeisterin. Auf jeden Fall konnte sie sämtliche Parkbesuchende Ü60 namentlich anrufen und in Gespräche verwickeln – vorzugsweise über Nicht-Anwesende.

    Sister, Brother

    Gelesen: Granta.

    Als in der vorletzten Geschichte des Literaturmagazins zwei Schwestern ausgehen, und auf halber Strecke eine als krebserkrankt offenbart wird, dachte ich nur noch: Come on. Müsst ihr jetzt in jedem einzelnen Text das emotionale Level voll aufdrehen? Geht es nicht mal etwas drunter?

    Was schade ist: Die Vielzahl verschiedener Geschwisterbeziehungen in den vielfältigsten Familienkonstellationen bietet eigentlich gute Lektüre.

    Mir besonders erwähnenswert: Viktoria Lloyd-Barlow, die in einem autobiographischen Text präzise-humorvoll-empathisch eine Kindheit beschreibt, die mit „Horror“ untertrieben dargestellt wäre.

    Und Karolina Ramqvist über ihr Leben als Einzelkind mit vier Halbgeschwistern und ihre schwierigen männlichen Vorfahren. Dort der Satz über ihren Großvater Theodor Svedberg, der mich als Wikipedia-Autor besonders berührt:

    His biographical section on Wikipedia ends with my own name. It has been there for years now and yet it still shocks me when I see it on the screen, that I have written myself into his story, worked up my way alongside the other names.

    Nicht James Krüss

    Nachdem ich Granta ausgelesen hatte, war ich neugierig wie andere es fanden. Ich fütterte Duckduckgo mit „Granta sister brother“. Neben dem Wikipedia-Artikel zu den Great Giana Sisters fand ich natürlich die Kaltmamsell sowie das Harrcross-Blog, das neben Granta-Besprechungen vor allem Berichte von Leeds-United-Fußballspielen enthält.

    Hotel Mama war wieder in der Volksbühne. Es war weniger laut.

    Ich bin neidisch. Sowas von.

  • 23-09-02 Maximales Matching?

    23-09-02 Maximales Matching?

    Madame besuchte ein Konzert. (Nicht die Premiere, den Abend danach, selbes Programm, selbe Energie). Zuvor aß sie mit Professor Transformation in den Galeries Lafayettes.

    Vor vielen Jahren – Jahrzehnten geradezu – war ich einmal als Gruppen-Gast einer Bundestagsabgeordneten in Berlin. Der ganze Trip war hochgradig abstrus (was vor allem an der hochgradig eigenwilligen Reiseleitung lag, die uns der Bundestag stellte) – aber in Erinnerung blieb das Essen im Alt-Berliner Biersalon.

    Das Gericht war, es gibt kein anderes Wort und ist nun auch lange her, eine wirklich eklige Matschepampe aus halbglasigen zerkochten Kartoffeln, Fleisch, das ebenso zerfallen wie zäh war und einer hellbraunen dünnen Sauce. Nur die Vegetarier hatten Glück: Frisches Gemüse in vielen Farben, eine aromatische Käsesauce und krosse Bratkartoffeln.

    Ich erinnere mich daran, weil ich damals vegetarisch lebte und vegetarisches Restaurantessen in jenen Jahren gerne auch aus Rührei mit Kartoffelbrei oder ähnlichem Bestand. Aber nicht hier!

    Niemals hätte ich geahnt, dass ich einst vom Altberliner Biersalon aus einmal über den Ku’damm gehen würde, in die Hinterhöfe des Neuen Kranzler-Ecks schlendere und dort Mathe-Klausuren schriebe. Wie die Fernuni ausgerechnet in dieses Gebäude kam – die Geschichte wüsste ich gerne.

    Injektiv, Surjektiv, Bijektiv

    Aber vor der Klausur kommt die Vorbereitung. Ich wiederholte alles noch einmal, und noch einmal. Ich überlegte, welche Teile ich wirklich dringend wissen sollte. Dann ging ich alte Klausuren durch, schrieb alles an Sätzen, Formeln und Definitionen auf, die ich für diese gebraucht hätte, aber nicht im Kopf hatte, Die schrieb ich auf den erlaubten Spickzettel.

    Danach googlete ich nach anderen Sprickzetteln zur selben Klausur – hatte ich noch etwas vergessen, was andere Leute aufgeschrieben hatten?

    Beim Suchen fand ich zwei weitere „Wirtschafts-informatik-Uni-Hagen-Blogs“, die beide mit Uni-Abschlüssen enden: FernUni Blog (Bachelor Informatik, Master Wirtschaftsinformatik) und der peripherstudent (Bachelor Wirtschaftsinformatik) sowie das schon bekannte Blog zur Wirtschaftsinformatik Uni Hagen (Bachelor Wirtschaftsinformatik, Master Praktische Informatik, Master Wirtschaftsinformatik).

    Wobei ich nicht weiß, was ich spannender finde: Die gemeinsame Erfahrungen zu bestimmten Kursen, Dozenten und der „Fernlernexperience“ oder die Unterschiede war Lernart und Lerntyp und persönlichen Hintergrund angeht.

    Dann abendliches Kopf-Leer-Bekommen. Erst zu Fuß durch den Schöneberger Nachbarschaftspark: dort ein lauer Abend aus dem Bilderbuch: Junge Herren, die Frisbee spielen ein französisch sprechender Junge mit Mutter(?) in dezenter Punkkleidung am Fußballspielen, kleine Hunde tollen herum, Paare/Zweiergruppen (m/w/d) schlendern zusammen über die Wege.

    Mich führte der Weg ins Stadtbad Schöneberg: ein paar Bahnen schwimmen, ein paar Bahnen planschen, und zwischenzeitlich war es leer genug für zwei Bahnen auf dem Rücken.

    Heute dann, vor der Klausur: Für keine andere der Fernuni-Klausuren habe ich so intensiv gelernt. Und vor keiner anderen war im direkten Vorfeld meim Kopf so leer/frei – die Gedanken so sehr bei anderen Themen und so wenig bei der Mathematik.

    Vier Kugeln, drei davon Schwarz

    Zur Klausur immerhin waren die Mathe-Gedanken wie geplant wieder zurück.

    Die Klausur hat einige Eigenheiten. Unter anderem: Es sind immer 12 Frageblöcken zu 12 Themengebieten. Die Fragen ändern sich, die Themengebiete bleiben im großen und ganzen identisch.

    Wichtiger: Es ist eine 3-Stunden-Klausur mit zwei Stunden Bearbeitungszeit. Das heißt, wer ein volles 2-Stunden-Programm schafft (also 60 von 90 Punkten) bekommt 100%, wem die Hälfte davon gelingt (also 30 von 90 Punkten) besteht. Oder anders gesagt: Wenn man ein Drittel der Klausur komplett richtig hat, kann man zwei Drittel vollkommen ignorieren.

    Ich hatte eine Klausurstrategie entwickelt: Ich lerne zwei Drittel der Themen. Ich lasse das Drittel weg, das (a) aufwendig zu lernen ist und (b) für dessen Lösuing viel Schreiberei und Rechnerei nötig ist – es also kostbare Klausurzeit kostet und potenziell Punkte kostet für blödsinnige Verrechner.

    Der Plan ging weitgehend auf, die Fragen waren im Wesentlichen wie erwartet. Nur dass ich bei der Wahrscheinlicheitsrechnung überraschend strauchelte, das ist mir schon etwas peinlich. Wenn jeder meiner Sätze und Aussagen komplett richtig ist, habe ich 49 Punkte – zu den 30 zwingend nötigen Punkten existiert ein gewisser Sicherheitsabstand.

    Andererseits lief der ganze Kurs so abstrus, dass man nie weiß was passiert.

    Wind im Haar, Sonne im Rücken

    Selten bin ich so dankbar, in Berlin zu wohnen wie an diesen Klausur-Tagen. Während Kommiliton*innen teilweise Stunden anfahren müssen, dann in Berlin ein Hotel nehmen (und das auch noch währned Ifa stattfindet!) und im Zweifel auch noch den Rückreisezug erreichen wollen, kann ich morgens auf das Fahrrad steigen. Ich radle tiefenentspannt durch die halbleere Stadt Richtung Kranzler-Eck und komme mit frisch freigeblasenem Kopf und einmal aktiviertem Kreislauf an.

    Fahrrad anschließen vor Käthe Wohlfahrt, noch einmal Beine vertreten und durchatmen vorbei an Ralph Lauren, dem Altberliner Biersalon und dem Theater des Westens. Und dann hinein in die Challenge.

    Fahrrad vor Schuld "Blvd KU'damm" und Buddy Bears. Im Hintergrund ein Käthe-Wolffahrt-Geschäft.

    Ordner und U-Boote

    Der Kaptain war ihrer Zeit voraus. Das Ordner/Datei-System auf Computern hat sie immer abgelehnt. Und ist damit voll in der heutigen Zeit angekommen: File not found. A generation that grew up with Google is forcing professors to rethink their lesson plans.

    Ich lernte: bei diesem fatal geplatzten U-Boot wusste nicht nur die komplette Community vorher, dass es platzen würde (aber konnte nichts Entscheidendes dagegen machen), sondern die zahlenden Gäste waren auch „Mission Specialists“, also offiziell Besatzungmitglieder. Nicht etwa nur aus Marketinggründen und weil es cooler klingt, sondern auch weil im Seerecht Besatzungsmitglieder weit weniger Schutzrechte genießen als zahlende Gäste: The Titan Submersible Disaster Was Years in the Making, New Details Reveal

  • 23-03-23 Cinque latte macchiato

    23-03-23 Cinque latte macchiato

    Madame bestellte 31 Collegeblöcke.

    Währenddessen saß ich hier im Wesentlichen zwei Tage herum, atmete aus und dachte „Erstmal Ruhe für die nächsten paar Monate.“ Little did I know.

    Ich machte was man so im Urlaub-in-der-eigenen-Stadt macht:
    FMSE-Impfung (Teil 1), Termin für die Fahrradinspektion machen, endlich die Schlichtungsstelle Energie in Bewegung setzen, den verschwundenen Bonuspunkten hinterherjagen, Blutspendetermin buchen, länger unbeantwortete Privatmails beantworten, VHS-Kurse Italienisch recherchieren.

    Ich las und saß im Lassenpark. Passend zu meinen Bummeltagen schaltete die Sonne auf Frühjahr. So konnten ich, die Three Men on a Bummel (die Nachfolger von Three Men in a Boat), und mein Notizbuch lange auf wechselnden Parkbänken sitzen und Menschen und Hunden zusehen.

    Das Beste an den Tagen: Ich saß im Café und trank Latte Macchiato. Einfach so am hellichten Vormittag, über Stunden mit Buch und Notizbuch. Es fühlte sich herrlich dekadent an.

    Der Besuch der Traglufthalle im Kombibad Seestraße fiel aus. Ich liebe die Atmosphäre unter diesem Hallendach. Sehr eigen, sehr besonders. Aber: Streik!

    Streik ohne mich: Wer urlaubt kann nicht streiken – soweit klar. Aber wäre es ein Streikbruch wenn ich privat als Kunde in ein Hallenbad gehe an Tagen an denen die BBB eigentlich streiken? Die Frage stellte sich nicht, denn das Bad war geschlossen.

    Also planten wir um und nutzten die Gelegenheit um auf die Dachterrasse des Humboldforums/Stadtschlosses zu gehen. Berlin spielte weiterhin mit und bescherte perfektes Aussichtsterrassenwetter.

    Blick auf sonnenbestrahlten Fernsehtirm, Nikolaukirche, Park Inn vor einem dunklen Gewitterhimmel.

    Das Forum/Stadtschloss selber: meine Spontanassoziation war „Repräsentatives Geschäftshaus mit Geld in München“ – keine Preußenherrlichkeit, keine Restauration, aber auch keinerlei Berlin-Flair. Madame assoziiert „Flughafen Zürich.“

    Fernuni

    Kellerkind fragte: Warum Fernstudium. Ich habe die Frage schon mal beantwortet, aber da die Antwort anscheinend nicht hängen blieb, gelobe ich ausführlichere Behandlung in Zukunft.

    Einer der Gründe, „warum Wirtschaftsinformatik“ war, dass ich mir Mathe/Informatik nicht mehr zutraue. Der Mathe-LK ist Jahrzehnte her. Ich ging davon aus, dass man die sehr saubere, schnelle Art des Denkens, die für Mathe notwendig ist, mit dem Alter graduell verliert. Sprich: mein 20-jähriges Ich ist dem jetzigen Ich mathematisch deutlich überleben. Ich ging davon aus, dass Wirtschaftsinformatik was den Mathe-Logik-Teil angeht eher „Mathe light“ wird.“

    Und dann – stellte ich fest, dass es mit Alter und Mathematik wohl komplizierter ist. So gibt es auch Studien, die sagen, Menschen können einfache Arithmetik am besten wenn sie 50 sind.

    Und ich bekam den Kurs „Algorithmische Mathematik“ für das Sommersemester 2023 ins Haus geliefert, der seine Literaturtipps beginnt mit „Dieses Buch empfehlen wir insbesondere den Wirtschaftsinformatikern. Sie können damit ihre mathematischen Defizite gegenüber den Informatikern nacharbeiten.“ Und auch sonst wirkt der ganze Kurs als folgte er dem Motto „Keine Gefangenen. Hier wird sauber und logisch gedacht und wer nicht sauber und logisch mitdenkt, mag ein toller Mensch sein – aber hier nicht.“

    Mich kickt das. Aber ich fühle mich auch wie vor dem Aufsitz auf einem Rodeobullen. Es wird a wild ride. Es kann sehr viel Spaß machen. Aber die Chancen, dass ich vor dem Ende runterfalle und mich in Sicherheit bringen muss, sind hoch. Meine Chancen auf Fernuni-Ruhe sanken natürlich auf 0%, sonst rast der Bulle schon los, bevor ich mich auch nur festhalten konnte.

    Vorbeigeschwommen

    Uta Bräuer postete wieder ein Schwimmbadvideo. Das Stadtbad Spandau Nord bezeichnete ich einst als „das schönste Berlins“ und dank Uta könnt ihr auf Youtube sehen, warum.

    Bevor ich in die ultimative Lobhudelei auf das Panzermuseum ausbreche, poste ich einfach einen Link.

    Dank des Museums holte ich meinen zweiten Oscar-Film nach: Im Westen nichts Neues. Den Film habe ich noch nicht gesehen. Aber eine 80-minütige-Besprechung der fünfminütigen Panzerszene aus dem Film durch das Museum. Ich habe so krass viel gelernt über den ersten Weltkrieg und den Grabenkrieg und Strategie dahinter und über Panzer in Filmen.

    Zum Glück hatte ich die Zeit um dann im Panzermuseums-Youtubekanal zu versacken, mir die sowjetisch-russische Panzerstrategie erklären zu lassen, die Frage erläutert zu bekommen, ob der Tiger 1 ein Bauhauspanzer aus der Industriedesignschule ist und mir Klassiker wie The Face of Battle nahebringen zu lassen.

    Wer sich mehr für manchmal konfliktgeladenes Zivilleben interessiert. Frau Klugscheisser erzählt was hinter den Kulissen eines Langstreckenfluges interessiert. Teil 1 und Teil 2 und Teil 3.

    Worüber ich schon wieder vergaß zu Schreiben: Das Basketball-Team der University of Alabama. Das ist gerade heißer Favorit die College-Meisterschaften zu gewinnen; obwohl einer von Ihnen wegen einer Schießerei mit Todesfolge in Unterschungshaft sitzt und drei andere Spieler auch bei der Schießerei anwesend waren. Ganz wilde Geschichte.

  • 23-03-19 Park + Learn

    23-03-19 Park + Learn

    Endspurt. Noch eine Klausur am Dienstag und dann ist das intensive Gelerne vorbei. Jetzt also Steuern, Buchhaltung und Jahresabschluss. Mir fällt deutlich der Unterschied zwischen den Abschnitten und ihren Autoren auf.

    Buchhaltung: Sorgfältig aufbereitet. Zusätzlich: Ich hätte es nicht geglaubt: Ich musste mehrfach beim Lesen lachen. Beispiel „Die Bilanzierung teilausfallender Forderung ist bei Ihnen erfahrungsgemäß unbeliebt, bei uns in Einsendeaufgaben und Klausuren aber sehr beliebt. Deshalb noch einige Beispiele..“

    Jahresabschluss: Pflegt ungefähr den Stil, den ich an den Tag lege, wenn ich komplexe Zusammehänge aufschreibe und dann nicht mehr korrekturlese. Sicher kompetent. Aber auch verworren. Voll mit Gedankensprüngen und Wiederholungen. Und mehr vom Geiste geprägt: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Beispiel, die komplette „Lösung“ zu einer Übungsaufgabe: „Wenn Sie die angegebene Literatur gelesen haben, erschließt sich das Ergebnis von selbst.“

    Ich lese, denke, lese, schreibe und höre RAI Tutta Italiano. Im Bekannten Kreisel zwischen den Lernorten 1 (Schreibtisch) 2 (Wohnzimmertisch) und 3 (Schaukelschaf). Der Sound bringt die Dauerschleife des italienischen ESC-Beitrags Due Vite. Daneben scheint die RAI auch gerade in Oldie-Coverversionen zu machen. Dauernd läuft eine Italo-Version von (Here comes the) Hotstepper – Interpret noch nicht gefunden – und die mir Spaß bereitete Umwandlung von Downtown (Petula Clark) in Ciao Ciao.

    Madame betrachtete derweil Stuttgart 21 von oben und schlug sich tapfer durch das Bahnhofslabyrinth Stuttgart.

    Gegen meine stets drohende Lernverhöhlung sorgte das Wetter. Ich raffte mich zu Lern + Park auf. Am Eingang des Lassenparks, gleich neben der Bibliothek bescherte der Bezirk uns neue Sitze – und das auch noch mit Schwimmbadausblick.

    Im Vordergrund: Einzelsitze im Parkbankstil. Am Boden befestigt und Drehbar. Dahinter ein Sandweg, dahinter das Stadtbad Schöneberg.
    Sitze vorne neu, Schwimmbad rechts im Hintergrund alt. In gelb hinter den SItzen ahnbar: Der Spielplatz.

    Neben mir nutzte ganz Schöneberg das gute Wetter. Der Spielplatz war überfüllt, auf der Wiese stritten Badmintonspieler und Fußballer um Plätze, jede*r dritte Parkbesucher*in hatte eine Eiswaffel in der Hand.