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  • 25-07-10 Some users may experience a loss of freshness (Berlin-> Dithmarschen)

    25-07-10 Some users may experience a loss of freshness (Berlin-> Dithmarschen)

    Ich könnte Spagetti mit Tunfisch zubereiten, dazu etwas Gemüse aus dem Frigidär. Danach eine Jogurt-Polonäse! Allein aus vehementen Protest gegen den Rat für deutsche Rechtschreibung, der Spagetti, Tunfisch, Frigidär, Jogurt, Polonäse, Panter, photogen und andere „nicht oder kaum genutzte Fremdwort-Varianten“ wieder aus der Liste erlaubter Schreibungen streichen möchte.

    In Kronprinzenkoog wurden dieses Jahr Sachen im Maifeuer deponiert, die dort nicht hineingehören. Das nächste Maifeuer wird aber trotzdem stattfinden. In Dithmarschen lebt der Lokaljournalismus.

    Es waren drei Arbeitstage, einer in Berlin, zwei im ausgesprochen mobilen Arbeiten im Nordsee-Office. In 22-Grad-Sommertagen wie sie früher einmal waren, und eigentlich immer sein sollten.

    Alle Autos und Personen sind in den letzten Tagen wohlbehalten dort angekommen, wo sie sein sollen. Jetzt Party. Die Markgräfler auf den Latifundien konnten auch gleich die Anbringung eines neues Terrassengeländers begleiten. Auch dieses kam wohlbehalten dort an, wo es sein soll.

    Tipp für’s Leben: Falls ihr einen Rollator benötigt, oder jemand kennt, der dies tut: Bitte nehmt etwas Geld in die Hand. Der Unterschied zwischen einem leichten Modell mit großen Schlauch/Luftreifen und dem schweren Krankenkassen-Standard mit kleinen Plastikreifchen ist immens. Außerdem freut ihr Euch quasi jedes Mal über diese Entscheidung, wenn ihr das Plastikreifchen-Modell in freier Wildbahn seht und denkt „Gott sei dank, habe ich etwas Anderes.“

    Wenn man vor dem Krankenhaus sitzt, zum Abschied Kaffee trinkt, Leute schaut, und eine Gruppe kommt heraus mit ganz unmetaphorisch todernsten Mienen.

    Das Strandbad Wannsee als Videokonferenz-Hintergrundbild

    Microsoft schickt eine Fehlermeldung in die Welt: Some users may experience a loss of freshness for some data sources mit geschickten Zeilenumbruch direkt hinter freshness. Ich denke: Some users may experience a loss of freshness – ein passendes Thema für die Wochen kurz vor dem Sommerurlaub. Hier wirken doch einige User arg ausgewrungen.

    Eine demnächst-Ex-Kollegin fragt, ob sie auch nach dem Ausscheiden mit privaten PC-Problemen kommen darf. Hell No!

    Prince2 – das Projektmanagementmodell hat diesen Namen angenommen, kurz nachdem Two Princes von den Spin Doctors in den Charts war. Zufall?

    Dota-CD vergessen

    Die Steigerung von „auf der Toilette mit dem Handy daddeln“ ist „Auf der McDonalds-Toilette mit dem Handy und Lautsprecher telefonieren“, so dass der ganze Raum das Gespräch aus dem abgeschlossenen Kabuff mitbekommt. Leider fand es in einer mir nicht verständlichen Sprache statt.

    Der McDonalds in Wittenburg war in seiner üblichen Überfüllung angekommen, bot keinen Salat an, aber immerhin Mehrwegbecher. Ich überlege mal wieder ob mir an A100/A10/A24/Hamburg/A7/A23 – bzw. halt auf den 50 Kilometern ungefähr in der Mitte der Strecke – ein anderer geeigneter Pausenplatz direkt an der Autobahn einfällt – aber nein.

    Außerdem bietet der McDonalds das übliche geschätzte Maß an Entertainment durch Mitreisende.

    Selbst der Panzertransport auf der Autobahnauffahrt fand genau wie letztes Mal wieder statt. Diesmal begleitet von einer langen Kolonne von Militär-Geländewagen ohne erkennbares Kennzeichen. Von der Optik der Autos würde ich auf die US Army tippen.

    Die Airbeat-OneMain-Camp-Wegweiser auf der Autobahn hingegen führen gar nicht zu einem NATO-Manöver, wie von mir gedacht, sondern zu drei Tagen Party. Oder wie Wikipedia im besten Stil toter Studienräte schreibt, zu einem Festival der elektronischen Tanzmusik in Neustadt-Glewe, Mecklenburg-Vorpommern. 

    Ungünstig gelegene Tiden

    Edeka Wesselburen zieht um. Am Freitag/Samstag ist Schlußverkauf am alten Standort in der Stadtmitte. Eine Woche später große Neueröffnung beim Kohlosseum.

    Die Turniere der Ringreiter*innen lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie finden gerade auf allen Plätzen und Feldern statt.

    Die Zahnpasta fährt elektrisch. Das kleine Züglein zwischen Heide und Büsum wirbt damit, dass es jetzt „elektrisch ohne Oberleitung“ fährt. Das ist ein deutlicher Vorsprung in Sachen Mobilität. Leider ging die Umstellung auch mit einer neuen Farbgestaltung einher, jetzt sieht der Zug gar nicht mehr aus wie ein Streifen Zahnpasta direkt aus der Verpackung gedrückt.

    Des Kaptains Garten ist ein einziger Traum. So viel Leben auf so wenigen Quadratmetern! Auch 15 Jahre nach Geschäftsverkauf wird sie von Fremden begeistert auf den damaligen Pflegedienst angesprochen.

    Büsum gestaltet sich um. Beim Umlaufen der großen toten Baustelle direkt am Museumshafen komme ich mir vor, wie im Berliner Verkehr. Alle Strandkörbe sind ausgerollt, Watt, Sonnenuntergang und heimkehrendes Helgoland-Schiff ergänzen sich in ihrer Optik auf das Liebreizendste.

    Im Hafen ein seltener Besuch: die Janne Yerseke, niederländischer Muschelkutter, der den Besatz für Muschelbänke durchführen kann. Sie kannsich mit beiden Ankerpfählen am Boden verankern kann und so standorttreu Arbeiten durchführen.

    Crack in Hamburg, Tee in Brandenburg

    Madame wird zum Teppich von Bayeux fahren und kurz darauf wird dieser nach London reisen. Kein innerer Zusammenhang.

    Kaum bin ich am Deich, bloggt Christiane über Schafe: Transhumance

    Zum Glück sind die Crack-Geplagten in Schöneberg noch nicht so häufig. Aber doch zu häufig. Menschen in einer irritierenden Mischung, die einerseits wirken als wären sie körperlich nicht einmal mehr in der Lage aufzustehen und 10 Schritte zu laufen. Andererseits erfüllen sie jedes Klischee für „Scheiß unheimlich“. Herr Buddenbohm schildert aus Hamburg.

    Mein Verhältnis zu Auberginen ist kompliziert. Da freue ich mich doch sehr über das bulgarische Moussaka-Rezept auf Kartoffelbasis.

    Zwei Jahre nach ihrer Eingebung im portugiesischen Hochland kniet Antje Kühnle in der Brandenburger Tiefebene und vergräbt Schafwolle im märkischen Sandboden. „Das dämmt und düngt die Camelia sinensis“ – also die Teepflanzen. 6,4 Hektar Land haben Antje und ihr Ehemann Rüdiger gekauft, auf dreieinhalb davon sollen bald 20.000 Tee­pflanzen blühen. (Wo Brandenburg wie Japan schmeckt)

  • 24-07-20 Algenöl 3000

    24-07-20 Algenöl 3000

    Die ehemalige Spielhalle Neptun wird umgebaut.

    Neben dem Druckertonerladen eröffnete noch ein Smash-Burger-Laden: Diesmal sind es Devil’s Burger.

    Nicht weit entfernte parkte ein martialisches Sport-Motorrad mit Diplomatenkennzeichen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten fährt man gern rasant.

    Der Teeküchenschrank unterscheidet jetzt zwischen Weiße Tassen und Bunte Tassen.

    In der S-Bahn fuhr ein Hipster ungefähr in meinem Alter, der mit amerikanischem Akzent über Softwareverträge redete. Sein T-Shirt sagte „I read the liner notes“. Mir schien das eher eine Aussage über sein Alter als über sein kulturelles Kapital zu sein.

    Während wir am letzten Wochenende im Bungalow vor uns hin wochenendeten, verpassten wir eine Palästina-Krawall-Demo die an unserem Haus in Berlin die Fassade erklettern wollte; wir vermuten weil Nachbarn wieder eine Israel-Flagge vom Balkon hängten.

    Von anderen Nachbarn erfuhren wir von einem guten Fallafel-Laden, der auch von Palästinensern betrieben wird, aber auch dann freundlich bleibt wenn man im Laden hebräisch redet.

    Das Reformhaus am Kaiser-Richard-Platz verkauft Algenöl 3000. Das klingt für mich mehr nach Jacques Tati als nach Lebensreform.

    Madame verbrachte unsere Abende an der Ecke Ebersstraße/Gustav-Freytag-Straße.

    Donnerstag: der erste Wikipedia-Stammtisch in der Resonanz seit 2019 oder so. Ohne Plan, Ziel, Produktivitätsanforderungen. Einfach nur Quatschen. Erstaunlich: GodeNehler, der vor knapp zwei Wochen von „unserer“ Reise zurückkam und die zeitnächsten Informationen zum Fahrkartenkauf Valga->Riga hatte.

    DerHexer konnte beistauern, dass er den Pizzaautomaten am Flughafen Helsinki empfiehlt. Aber dort werden wir nicht vorbeikommen.

    Freitag dann dieselbe Straßenecke, gegenüber der Resonanz. Madame hatte im Café ILOstan eine Georgische Weinprobe mit Amphorenwein und Chinkali gebucht. Die Organisation war eher improvisiert. Aber der Wein war gut, die Leute waren ausgesprichen sympathisch, die Chinkali geradezu spektakulär.

    Gute Fernuni-News. Mein Vabanque-Spiel – dieses-Seminar-oder-keines zahlte sich aus. Ich darf nächstes Semester das Seminar Angewandte Optimierung belegen. So richtig drei Tage in Hagen mit Menschen und Kommilliton*innen und einem Professor und so wie ein normales Präsenzstudium. Ich bin sehr gespannt.

    ¬Kritis

    Immer mal wieder haben wir Team-Diskussionen, wie sehr man sich von den großen Tech-Anbietern abhängig macht und abhängig machen muss.

    Freitag verbrachte ich einen gänzlich ereignislosen Arbeitstag. Das größter aller Probleme war, dass ich mich einen halben Tag vor Urlaub nicht mehr wirklich motivieren konnte, um das Problem „SAP auf Rechner 250 produziert keine druckfähigen PDF-Dateien mehr“ lösen zu wollen.

    Nur am Rande bekam ich während der Arbeit mit, dass es anderswo anders lief.

    Erst gegen Abend las ich nach, wie anders sich die Situation andernorts darstellte: Weniger in Deutschland, wo „nur“ ein paar Flughäfen und Bankterminals ausfielen, war anderswo mehr los. Ein bisschen fühlt es sich an, als entdeckte man nachträglich den Blumentopf, der knapp neben einem Herniederging. Crowdstrike gab es große Mühe global Infrastruktur lahmzulegen und das möglichst nachhaltig:

    Undoing this update requires some users to have to individually go to each computer, loading up safe mode (a limited version of Windows with most non-essential software and drivers disabled), and manually removing the faulty code. And if you’ve encrypted your computer, that process gets a lot harder. …If you’re on a small IT team and you’re supporting hundreds of workstations across several far-flung locations — which isn’t unusual, especially in sectors like retail and social care — you’re especially fucked. Say goodbye to your weekend. Your evenings. Say goodbye to your spouse and kids. You won’t be seeing them for a while. Your life will be driving from site to site, applying the fix and moving on.

    Auch wenn wir nur 60 Standorte innerhalb Berlins haben – die Aussicht, dass unser kleines Team jeden einzelnen Rechner manuell vor Ort wieder arbeitsfähig machen müsste.. nein Danke. Und extra Danke, dass wir keine Kritis / kritische Infrastruktur sind. Ganz kurz dachte ich darüber nach, was dieses Problem zum Beispiel bei den Wasserbetrieben anrichten könnte, dann wollte ich schon nicht mehr darüber nachdenken.

    Ein Lob auf meinen ereignislosen Arbeitstag.

    Große Kaskade

    Nach ein paar Jahren traf ich GamerQ am Lietzensee. Erstaunlich was sich inzwischen in ihrem Leben ereignete. Es reicht, um den Rest des Lebens davon Stories zu erzählen und ich bewundere ihre Toughness. Wünsche ihr aber auch, dass es bald vorbei geht.

    Wir umrundeten den Lietzensee links herum und rechts herum und wieder links herum. Zwischendurch Einkehr zu Vanilleshake und Veganem Milchkaffee.

    Ich staunte, dass der bürgerliche Lietzensee in Charlottenburg eine große Kaskade besitzt, die eher nach Schlosspark aussieht als nach Berliner Wohngegend. Noch mehr staunte ich, dass diese schon 1912 zur Wasseraufbereitung gebaut wurde. Nach Q in die S-Bahn ging, wollte ich spontan noch Kaskadenfotos machen – gelangt aber nur bis zwei sich balgenden Füchsen im Seegebüsch. Einer verzog sich Richtung Straße und einer Richtung See.

    Wrocław / Barcelonette

    Mehr zum Thema Crowdstrike-Update und „wir sind alle abhängig“ bei Edward Zitron: CrowdStruck– (via Buddenbohm)

    Karen und Familie fuhren aus Tschechien über Polen und das Baltikum nach Finnland. Das Timing finde ich sympathisch. Während wir also von Finnland aus über das Baltikum und Polen nach Berlin fahren werden, können wir die Rückwärtsreise lesen. Nur Breslau werden wir nicht sehen – was schade ist, Wrocław ist toll. Aber immerhin lesen: Halbeuropatour ’24 (6): Wrocław

    Früher habe ich viel Tour de France im Fernsehen geschaut, allein schon wegen der tollen Landschaftsaufnahmen. Der Tour ist dieses Jahr Christianes Bergwelt ganz nah, es inspiert sie zum Artukel über die höchst erstaunliche und eindrucksvolle Villa Puebla in Barcelonette.

    Auch unterwegs: mit dem Segelboot vor Anker im Wattenmeer. Schlickspur: Planänderung.

    Eine langjährige Blogaktion sind die Freitagsblümchen. In besonders charmant bei fadenspiel und fingerwerk.