Schlagwort: Openhpi

  • 25-05-08 Ein zweischneidiges Pferd

    25-05-08 Ein zweischneidiges Pferd

    Ein FlixBus nach Krakau fuhr an mir vorbei.

    Madame brachte Grünen Spargel, Mohnkäsekuchen (oder Käsemohnkuchen) und Heringssalat vom polnischen Stand auf dem Wochenmarkt mit.

    Bei ÖzGida hatte ich im Kühlregal semifertige Böreks gefunden. Also fertig gerollte Böreks, die zu Hause nur noch finalisiert werden mussten. Ich war natürlich neugierig und dachte an Finalisierung im Backofen. Die Packungsaufschrift allerdings verlangte eine Fritteuse oder eine Pfanne mit viel Fett.

    Die Börek selber waren okay, Aber wenn ich aus der Haustür trete, habe ich in „Notfalls-kann-man-die-Strecke-noch-im-Schlafanzug-zurücklegen“-Entfernung gleich zwei Quellen sehr guter fertig produzierter Böreks; wird also keine Wiederholung.

    Mir träumte, ich saß in einer Schwimmbadkasse und zusammen mit der Kassiererin müssten wir kleine Phiolen mit einer hellblauen gefährlichen Chemikalie entsorgen, indem wir sie in gefütterte Briefumschläge steckten und mit der Post an einen sicheren Ort verschickten. Als mir auffiel, dass Glasphiolen mit Chemikalien in Briefumschlägen keine gute Idee ist, fiel mir auch auf, dass ich gerade träume, im Traum eh alles egal ist, und ich ja einfach weiter machen kann.

    Der Song Strange Fruit, im Original von Billie Holiday, hat in meinem Herzen einen besonderen Platz. Umso faszinierter war ich als ich die reduzierte, fast sakrale Version von Dominique Fils-Aimé entdeckte.

    Schöne Mailadressen: sekretariat.gegenwartsdiagnosen@

    Von diesem Sekretariat bekam Madame die Mitteilung, dass sie am Seminar Religion in der späten Moderne der Fernuni Hagen teilnehmen wird.

    Vielleicht gönne ich mir den Absender für eine meiner Domains. Die Mailadresse sekretariat.gegenwartsdiagnosen@zitronenpresse.info würde mir gefallen.

    Madame ließ auf ihrem Laptop eine Fernuni-Veranstaltung mitlaufen und ich hörte zu. Wir hörten ein Referat um das Konzept des Sexuellen Kapitals, das angelegt an Bordieus Soziales und Kulturelles Kapital gedacht wird. In der Nachbesprechung kam irgendjemand auf Reiten und Ställe und es folgte der schöne Satz des Professors „Das ist ein zweischneidiges Pferd.“

    Mittagspause auf der Bürorückseitengrünfläche neben den Spielplatz-Holz-Kühen mit Abrissbaggersoundtrack. Nicht nur wir haben Probleme mit Tauben, die an Scheiben fliegen. Ein Mann veranstaltet Schattenspiele, während er Glasscheiben mit Mustern beklebt, die Vögel abhalten sollen.

    Dantzig – von Neumann – Nash

    Für den Freundeskreis englischer Vorlesungen über Lineare Programmierung machte ich eine neue Entdeckung: 24. Linear Programming and Two-Person Games Diese ist besonders. Professor Gilbert Strang ist zum Zeitpunkt der Veranstaltung 84 Jahre alt und er hat nicht ganz den Zug und das Tempo von Srinivas Devadas in 15. Linear Programming: LP, reductions, Simplex.

    Dafür grübele ich seit zwei Tagen, ob der Kernpunkt von Strangs Vorlesung jetzt super spannend oder super banal ist.

    Denn Lineare Programme sind zweischneidige Pferde. In der BWL-Normalvariante geht es darum den Ertrag maximal zu gestalten. Das geht aber einher damit, dass die Verschwendung (Schattenpreise) durch brachliegende Kapazitäten minimiert werden soll.

    Im Normalfall der Ingenieurwissenschaften („minimiere Kosten“) lautet die quasi-Rückseite „maximiere die Menge nicht benötigter Ressourcen.“

    Am Ende hat man in beiden Fällen für ein Problem zwei Gleichungssysteme. Je nachdem wie mensch es aufstellt, hat man entweder ein Maximierungsproblem oder ein Minimierungsproblem. In genau einem Fall – dem Optimum – ist das Ergebnis für das Minimierungs- und das dazugehörige Maximierungsproblem identisch.

    Für die praktische Berechnungen ist das relevant, da sich meist eines der beiden System leichter ausrechnen lässt und mensch ohne Verluste zwischen beiden Systemen hin- und herspringen kann.

    Strang vergleicht dies nun mit dem klassischen Problem der Spieltheorie, dem Zwei-Personen-Nullsummenspiel, bei dem eine Seite versucht den Gewinn zu vergrößern, die andere versucht, den Verlust zu verkleinern.

    Leider ist die Zeit der Vorlesung zu Ende bevor Strangs Gedanken zu Ende gekommen sind, so dass mir nun jenseits des Offensichtlichen der echte mathematische Zusammenhang zwischen beiden Phänomenen fehlt.

    Auf nach Codeocean

    Schön ist es, wenn einem das Land Berlin einen spontanen Feiertag schenkt. Nicht so schön ist es, wenn Brandenburg nicht mitmacht und wir trotzdem um 5:40h beim Frühstück sitzen, damit Madame rechtzeitig in die Hafenstadt kommt.

    Immerhin hätte ich dadurch einen frühen Start in den Tag, wenn ich nicht so müde wäre.

    Mein Plan ist es, den R-Kurs diese Woche möglichst zu vollenden. Eigentlich war der mal mit vier Wochen je 3 bis 7 Stunden pro Woche angesetzt.

    Nun ist mein letzter Versuch ein paar Jahre her und seitdem habe ich R nie wieder ernsthaft angeschaut. Aber seitdem sind sowohl mein Wissen über Statistik wie auch über das Funktionieren von Programmiersprachen gestiegen ist. Ich hoffe, ich werde 12-Stunden-Aufwand-Variante durchleben.

    Schön: das gute am Kurs waren damals die zahlreichen Übungsaufgaben. Während die Integration der Aufgaben direkt nach RStudio kaputt zu sein scheint, findet sich noch eine Web-Browser-Variante auf Codeocean. Die lässt sich zurücksetzen und neu lösen und bewerten.

    Ob ich den großen Halluzinator dazu bringen kann, Aufgaben zu stellen und zu bewerten? Eigentlich müsste er das doch können.

    Abreißen, Umbauen, Radfahren

    Ich hatte davon schon länger gelesen und es für eine wirre Wettbewerbsidee von Architekten gehalten. Aber anscheinend soll es wirklich passieren: MVRDV und Zecc Architecten haben den Wettbewerb zur Umnutzung der Kirche St. Franz von Assisi im niederländischen Heerlen gewonnen. Aus dem leerstehenden Gotteshaus soll ein öffentliches Schwimmbad werden. Das Projekt trägt den Namen »Holy Water«

    Ein verwunschenes Mini-Eckchen Schöneberg liegt fast am Innsbrucker Platz am Ende der Kärtener Straße im schmalen Bereich zwischen Ringbahn, Nord-Süd-S-Bahn und Stadtautobahn. Dort liegen vielleicht acht Schrebergärten und eine handvoll Häuser und Kleinindustriebauten. Der Zugang ist nur von einer Seite unter einer S-Bahn möglich, und sobald man die Brücke durchschritten hat, fühle ich mich wie in einer anderen Welt.

    Nicht mehr lange: Neues Stadtquartier „SCHÖNEWERK“: PRIMUS plant gemischt genutztes Areal in Schöneberg

    Auch Büsum baut fleißig.

    Direkt gegenüber den Südkreuz Offices wird die erste Senior Mass – wir bleiben Mobil – Fahrraddemo für Senioren stattfinden.

    southpark spielt mit dem Halluzinator

    Hallo namenloser Halluzinator. Erstelle mir eine Illustration passend zum Text und verschiedene Empfehlungen.

    Empfehlungen

    Ein Ort

    Ort: Bydgoszcz (Bromberg), Polen

    Warum?

    – liegt auf der Bahnstrecke Berlin–Krakau, aber niemand spricht darüber.
    – hat eine alte Papierfabrik, ein Wasserfiltermuseum (!) und ein Exploseum, das ehemalige Sprengstoffwerk von Dynamit Nobel.
    – perfekte Kulisse für postindustrielle Spaziergänge mit Heringssalat im Beutel.
    – sehr gute Pierogi und Mohnkuchen, besonders im Kawiarnia Kogel Mogel.
    – jede dritte Ecke sieht aus wie der Traum mit den Chemikalienbriefen.
    – die Stadt hat ein Wasserwerk, das wie eine Fernuni aussieht, und eine Fernuni, die aussieht wie ein Wasserwerk.

    (Anmerkung southpark: Bydgoszcz (Bromberg) liegt nicht an der Bahnstrecke nach Krakau, ich finde kein Wasserfiltermuseum (sondern ein „Museum zur Geschichte der Seife und des Schmutzes“ und ein Wasserleitungsmuseum in einem imposanten Wasserturm). Eine Fernuni scheint es auch nicht zu geben. Aber das Exploseum und Kogel Mogel existieren wirklich.)

    Ein noch zu schreibendes Computerspiel

    Titel: “Schattenpreis.exe”

    „Du bist müde. Du hast Hunger. Du bist die Variable.“


    ? Genre

    ? Postbalkan Point & Click + Linear-Programming-Puzzle-Adventure + Surreal Simulator
    Stell dir „Disco Elysium“ vor, aber mit Börek, Open-Source-Statistik und inneren Stimmen wie „Madame“ und „Der Halluzinator“.


    ? Spielwelt

    • Berlin-Altbau in ISO-Perspektive, bei Regen. Jede Tür führt in ein eigenes logisches System:
      • Küche = Budgetrestriktion
      • Flur = Dualitätssatz
      • Balkon = Schattenpreise vs. Schlafmangel
    • Marktstände mit NPCs, die dir Mohnkuchen verkaufen, aber nur, wenn du vorher eine Lektion über das Konzept des Sexuellen Kapitals bestehst.
    • Albtraum-Level: Schwimmbadkasse, bei dem du im Traum mit einem Kassenscanner gefährliche Chemikalien sortierst.

    ? Mechaniken

    • Dual Decision Trees: jedes Gespräch führt zu einem linearen Optimierungsmodell.
    • Ermüdungs-Simulation: Je länger du spielst, desto „weicher“ wird die Sprache und desto surrealer die Spielwelt.
    • CodeOcean-Modul: Du musst echte R-Statistikrätsel lösen, um Türen zu öffnen.
    • Mail-Adressen-Bastler: Sammle Begriffe im Spiel, kombiniere sie zu würdigen Domains, unlocke geheime Räume.
      Tipp: „sekretariat.gegenwartsdiagnosen@zitronenpresse.info“ bringt dich ins Bonuslevel.

    ? Endgegner

    • Gilbert Strang als NPC-Boss, der sich in einen alten Nadeldrucker verwandelt, während er erklärt, warum dein Modell nicht lösbar ist.
    • Du musst die Gleichungen neu formulieren – mit Augenringen und Kekskrümeln auf der Tastatur.

    ? Release-Plattform

    Nur als open beta auf itch.io, nie finalisiert.
    Der letzte Patch heißt „codeocean-nash.bugfix4.r“.


  • 23-12-14 Tuba mirum Multiplex

    23-12-14 Tuba mirum Multiplex

    Dunkel so dunkel. Morgens zu Dunkel zum Aufstehen. Mittags so dunkel im Büro, dass trotz Sitzplatz neben bodentiefen Fenstern weiterhin künstliches Licht notwendig ist, um nicht über Kollegen zu stolpern.

    Anlässlich eines Anlasses aßen wir französisch. Das verdient aber eine ausführlichere Würdigung als mir gerade möglich ist.

    Durch alle Stadien des Berliner Verfalls, von S-Bahn-Ausfällen bis zu einstürzenden Schwimmbaddächern blieb die BVG ein ewiger Schein des hellen Lichts. Nicht mehr. Die letzten beiden Wochen konnte ich nicht Radfahren. Und ich habe glaube ich länger auf den Bus gewartet als in den zehn Jahren davor zusammen.

    Bushaltestellen an denen eigentlich Gefährte im fünf-Minuten-Takt kommen müssten, mit einer halben Stunde Wartezeit. Buslinien, die alle 20 Minuten fahren in Dreierkombos direkt hintereinander.

    Neues von den Tiefgaragentauben: der Taubenschutzverein spannte jetzt Netze unterhalb von Heizungs- und anderen Rohren, um den Tauben den Zugang zu diesen Sitzplätzen zu verwehren. Jetzt sitzen die Tauben auf den Autos. Nur ein bedingter Fortschritt im Sinne der Parkenden. (Leider stehen dort auch die Fahrräder, die nicht Taubenhinterlassenschaftsimmun sind).

    Ich bekam Schonfrist bis zum 12. Januar

    Das Stadtbad Schöneberg wird am 1. Januar 2024 in Renovierung gehen. Ich glaube, das dritte Mal seitdem wir in der Nachbarschaft wohnen.

    (Kino)

    Laut Wikipedia ist ein Multiplex (Kino), ein „größeres Kino mit mehreren Sälen“. In einem solchen, im CineStar Treptow fand die Personalversammlung der BBB statt. Nun ist Vormittags im Multiplex eine seltsame Zeit, und bei allem gebotenen Respekt, das CineStar Treptow hat offensichtlich auch schon bessere Zeiten gesehen. Es war ein besonderer Ort.

    Die Leinwand wurde genutzt, um während des Ankommens noch einen Lehrfilm über Hautkrebsvermeidung am (Freibad-)Beckenrand zu zeigen.

    Es herrschte Video-, Foto- und Audiomitschnittverbot. Und ich vermute, auch meine Notizen sollten organisanistionintern bleiben. Bademeister*innen Fachangestellte für Bäderbetriebe sind ein besonderer Schlag Menschen, und mehrere hundert von ihnen auf einmal, verstärkt das noch.

    (Verfahren)

    Laut Wikipedia sind Multiplexverfahren Methoden zur Signal- und Nachrichtenübertragung, bei denen mehrere Signale zusammengefasst und simultan übertragen werden. Multiplexverfahren sind Teil des aktuellen Moduls zum Thema „Rechnernetze„. Und das finde ich schon alleine deswegen spannend, weil ich einst ein OpenHPI-Kurs zum Thema „A Half Century of Internet: How it works today“ gemacht habe.

    Beim OpenHPI fragte ich mich schon damals, wie er wohl im Verhältnis zu einem „echten“ Unikurs steht. Mein Fazit nach dem Durchlaufen von beidem: das Anspruchsniveau der Erklärungen erscheint mir ähnlich. Tatsächlich kam mir Hagen sogar leichter vor – das mag aber daran liegen, dass ich mit mehr Vorwissen (u.a. der OpenHPI-Kurs) hineingegangen bin.

    Den Umfang würde ich bei OpenHPI etwas höher einschätzen. Zum Teil andere Schwerpunkte (Hagen: mehr Mobilfunk und Multiplexing, mehr Satelliten, OpenHPI mehr Wlan, mehr Ethernet, mehr OSI-Modell). Aber ich hatte oft den Eindruck, dass OpenHPI noch einen halbe Schritt weiter gegangen ist.

    Der Abschnitt Rechnernetze in Hagen umfasst ein Viertel Modul (also etwa 2,5 ECTS), ich würde OpenHPI also vom Umfang her mit 3 bis 4 ECTS ansiedeln.

    Der Nachweise in Hagen ist aber schwerer. Nicht nur weill es eine Klausur unter kontrollierten Bedingungen sein wird, sondern weil die sich auch auf die gut prüfbaren Teile (Mathe mal wieder, berechnen von Satellitengeschwindigkeiten und ihrer Zentrifugalkraft) fokussiert, während OpenHPI eher auswendiglernen war.

    2DB

    Anstehfreier Blitzeinkauf mit der Deutschen Bahn: 24/7, aber 08/15?

    Als Zugbegleiterin im GDL-Streik.

  • 23-07-06 Ein miauender Gerüstbauer

    23-07-06 Ein miauender Gerüstbauer

    Ein Dithmarscher Klempner lässt sich Zeit. Ein Hannoveraner Stromversorger ist schneller.

    Madame macht ein Examen in generativer KI. Mein eigenes „Data Science Bootcamp“ musste ich aus Zeit und Energiemangel abbrechen. Dafür reichte ich die letzten Fernuni-Einsendeaufgaben ein. Bis Anfang Oktober habe ich Einsendeaufgabenfrei. Allerdings weiß ich in beiden Kursen weiterhin nicht, ob ich klausurqualifiziert bin.

    Ich bekam Post von Krabbenkutter Hauke.

    Frau Novemberregen schildert den Unterschied zwischen „Briefe schreiben“ und „Korrespondenz führen.“ Sie schreibt Briefe an Politiker*innnen. Ich schreibe Briefe an BVG und eon, die beide Organisationen seit Monaten ignorieren. Die eon scheint das auch durchhalten zu wollen, wenn sie Briefe von der zuständigen Schlichtungsstelle bekommt. Bei der BVG bin ich noch eine Eskalationsstufe darunter.

    Eskalieren sollte ich mit meinen zuständigen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses. Diese helfen fröhlich mit, den dringend notwendigen und seit Jahren überfälligen Radweg auf der Hauptstraße zu verhindern. In den entsprechenden Wahlkreisen Tempelhof-Schöneberg 1,2 und 3 sind dies Wiebke Neumann (SPD), Orkan Özdemir (SPD) und Katharina Senge (CDU). Auch ein Adressat wäre Michael Biel (SPD), der kurzfristig MdA war, bevor er in die Senatsverwaltung wechselte.

    Eine Dame mit Helm auf Fahrrad (geschätzt Ü50) und ein Herr mit Hund (Ü70) schrien sich auf dem Fuß-/Radweg an. Soweit ich verstanden habe, hatte die Dame den Radweg in die falsche Richtung befahren, während Hund und Leine sich darauf befanden. Alle Beteiligten wirkten unverletzt. Unentschieden würde ich sagen.

    Der Gerüst wächst. Auf der Hofseite hat es unsere Wohnungshöhe überwunden. Auf der Straßenseite ist es kurz davor. Es gibt doppeltes Baustellenfernsehen. Wir sehen fasziniert den Gerüstbauern zu + sie können uns aus nächster Nähe in die Wohnung schauen.

    Wir aber haben Fernsehen mit Ton: Menschen, die vom vierten Stock aus rufend mit dem Team am Boden kommunizieren. Einer hat dabei seine eigene Sprache entwickelt und miaut, wenn sie neue Teile auf den Weg schicken wollen. Wenn ich die Herren betrachte, wie sie 15 Meter über dem Boden ohne Sicherung oder Geländer auf schmalen Weg Bauteile wuchten, bin ich von ihrer Katzenhaftigkeit beeindruckt.

    Gerüst aus dem Fenster heraus fotografiert mit angebrachtem Minikran.

    Deutsche Bahn 2023: Selbst eine Umsteigezeit von 19 Minuten macht mich nervös. Ich zweifele, ob die DB es schafft, den Fahrplan nur um 15 Minuten zu verpassen.

    Meine Nervosität scheint gerechtfertigt. Jetzt verrät Bahn.de mir: „Reparatur an der Weiche zwischen Wolfsburg Hbf und Berlin Hbf. Züge fahren langsamer. Züge erhalten aktuell im Streckenabschnitt eine zusätzliche Verspätung von etwa 15 Minuten.“ Damit ist meine Umsteigezeit auf 4 Minuten geschrumpt.

    Vergesst Social Media. Das beste Soziale, was das Internet hervorbrachte, sind Foren. Ich fragte mich: „Falls ich den IC-Anschluss verpasse und die Zugbindung aufgehoben ist, darf ich dann einen ICE benutzen?“ Und ich fand dieses Forum in dem sich anscheinend Zugbegleiter’innen austauschen: ICE Aufpreis bei Aufhebung Zugbindung. Inhaltliches Fazit: Passt ’scho. Es sei denn das Zugbegleiter:in hat einen sehr schlechten Tag. Aber viel schöner: Menschen aus einem anderen Leben bei ihrer Unterhaltung mitlesen zu dürfen.

    Vielleicht sollte ich im Forum fragen, ob überhaupt noch irgendein:e Zugbegleiter:in auf die Zugbindung achtet, wenn man sich in Zug >1 einer Umsteigeverbindung befindet.

    Zwei Hinweise zum Insulanerbad. Mein Sommerwohnzimmer ist im Fernsehen: Die aspekte-Sendung Das Freibad als Glücksversprechen wurde dort gedreht. Im ZDF, 07.07.2023, 23:25 – 00:10 In der Mediathek verfügbar ab 07.07.2023, 21:00.

    Direkt am Wochenende danach ist die Lange Nacht des Insulaners mit Planetarium, Shakespeare-Company und Freibad. Das Freibad bietet Nachtschwimmen ab 21 Uhr bis 23:30h. Ab 21:30h sind Darsteller der Shakespeare-Company im Schlauchboot dabei und lesen Texte.

    Tröt ergeht sich in er einer Tröt-untypischen Aufregungs-Welle darüber, dass Facebook einen Twitter-Klon aufmacht, der Tröt-Verbindungen aufweisen könnte. Ich entdecke mit Freude an mir: Die Debatte interessiert mich inhaltlich nicht. Ich kann so neugierig und leidenschaftslos zuschauen, wie bei der Hundeleinen-Fahrrad-Diskussion von weiter oben. Social Media im kommerziellen Sinne hat in meinem Leben keine Bedeutung mehr.

    Entdeckt: Der Chatbot im Amtsdeutsch: https://amtsgpt.de/ . Erstaunlich, was Sprache macht: Nach ungefähr drei Minuten des Rumspielens fange ich an, den Bot zu Siezen.

    Herr Rau fotografiert Full English Breakfast. Claudia fährt Rickscha durch Asakusa. H.R. Giger verzweifelt am Prop-Department am Alien-Filmset.

  • 23-06-08 Denk-Jan

    23-06-08 Denk-Jan

    In den Notizen für das Blog steht Denk-Jan. Ich denke länger: „Was wollte ich mir selber sagen?“, scheitere aber an der Antwort.

    In der Wohnungsbaustelle im zweiten Stock sind die Maler. Ein Zeichen dafür, dass diese Baustelle sich ihrem Ende nähert. Letztens empfing Madame den Schornsteinfeger. Und dieser meinte „Ist schon ein besonderes Haus. Immer so viele Baustellen.“ Das Mittelhausdach bekam derweil in seiner Westhälfte neue Dachpappe. Was noch immer die beiden Szenarien „Dach undicht“ oder „Einbau einer Dachterrasse“ offenlässt.

    Wahrscheinlich wird die Zweite-Stock-Wohnung demnächst möbliert. Und danach für Fantastillarden monatsweise an planlose Neu-Berliner vermietet.

    Wenn ich mich jemals einsam, alleine und verlassen fühle, dann kann ich mich auf den Blutspendedienst des Roten Kreuz verlassen. Kaum bin ich drei Wochen überfällig, schon schreiben sie nicht nur Briefe und Mails sondern rufen auch an.

    Über meine Büro-Gegend schrieb „Entwicklungsstadt Berlin“: Neubau: Am Südkreuz sind Gewerbe- und Wohnquartiere entstanden. Die Entwicklungsstadt-Website verdient ihr Geld von Immobilieninvestoren und dementsprechend lobhudlerisch sind die Artikel normalerweise. Außer wenn es um einen ganz besonderen Bürobau geht:

    Architektonisch wurde hier, zumindest was die Fassadengestaltung angeht, wenig Kreativität eingesetzt. Auch die Gestaltung der Außenräume ist ungemein nüchtern. … Unter den bisher umgesetzten Projekten finden sich sowohl gelungene als auch weniger gelungene Beispiele moderner Architektur. Kommende Projekte sollten aus den Erfahrungen der bisherigen Bauvorhaben ihre Lehren ziehen – und dürfen durchaus mehr Mut bei der Gestaltung der Gebäude zeigen.

    Von meinem ungemein nüchternen Bau aus war ich auf der anderen Seite des Bahnhofs – den Subaru aus der Werkstatt abholen. (Ölwechsel und Inspektion bei 182.000 km) Dort stieß ich auf eine Jelbi-Mobilitätsstation. Wie damals am Ullsteinhaus. Nur dass das Ullsteinhaus noch spannender war als der Bahnhof. Und ich direkt darin arbeiten durfte.

    Wenn die Bahn jemals eine Besenkammer im Südkreuz ausmistet und als Co-Working-Space vermietet: Ich wäre dabei.

    Mehrere Leih-Elektroroller und ein Aufsteller einer "Monilitätsstation" auf Bahnhofsvorplatz

    Ich stellte fest: Fahrten in die Werkstatt sind neben Bahnhofs-Absetz-Fahrten unsere einzigen Autofahrten, die innerhalb des S-Bahn-Rings beginnen und enden.

    Beim Schreiben fiel mir inzwischen auf, dass Denk-Jan wohl Denk-Jam bedeuten sollte. Also so etwas wie Stau im Hirn. Das Gefühl, dass sämtliche Denkwege von linearer Algebra verstopft sind.

    Ich wollte zur Stauauflösung kurzzeitig etwas komplett Anderes unternehmen. Also erfreute ich mich am Deutschlandticket (Ich kann mich einfach so in den Bus setzen und irgendwohin fahren. Und wieder zurück. Wie krass ist das denn!) und fuhr nach Steglitz, Baumarktluft einatmen.

    Madame traf währenddessen eine alte Bekannte – und die hatte Überraschendes zu erzählen. Sie trafen sich unter anderem im Café Peri. Erster Eindruck: Wirkt so wie sie Madame sich Cafés in hippen Istanbuler Stadtteilen vorstellt.

    Herr Rau schrieb einen Wikipedia-Artikel. Und einen Blog-Artikel wie er den Wikipedia-Artikel schrieb. Außerdem empfahl er einen Billy-Joel-Podcast. Den ich mangels ruhiger Hörzeit und wegen zuviel Denk-Jan aber noch nicht hörte.

    Aus Gründen, die ich nicht mehr verstehe, habe ich mich beim Data Science Bootcamp von Openhpi des Hasso-Plattner-Instituts angemeldet. Das startete ausgerechnet jetzt. Und die beiden Bootcampenden sind hinreißend.

    Die Neben-der-Toilette-Kräuter-Gewächshauskästen im Edeledeka Steglitz sind weg. Der Betreiber verschwindet unter bösem Blut aus Europa. „Deutschlands erstes Lebensmittel-Start-Up mit einer Bewertung von über 1 Milliarde US-Dollar“ (=Infarm) hatte 2020 Fünf Millionen Euro Umsatz (das sind 0,5% von einer Milliarde) bei Kosten von 53Millionen (das ist das 10,5-fache des Umsatzes). Seltsam finde ich, dass ein Startup, welches sich Nachhaltigkeit auf Fahnen und Website schreibt an „zu hohen Energiekosten“ scheitert. Aber oh well, so ist das Leben. Aufgefallen ist mir Infarm vor allem, weil ihr ehemaliges Welthauptquartier an meinem Mittagspausenspaziergang am Ullsteinhaus lag.

    Die re:publica ging vorbei und sie lehrt mich etwas über Bubbles. Ich verbringe mein Leben seit Jahren unter gelernten Fachinformatiker*innen (=Ausbildungsberuf). Von denen bisher keiner je von „Europas größter Digitalkonferenz“ gehört hatte. Und wenn man erzählt, klingt es für sie wie so eine typische Laberveranstaltung auf der Chef*innen ihre Zeit verdödeln, um nicht arbeiten zu müssen.

    Karen erzählte etwas über Zeugnisausgaben in Finnland.

    Die Mauersegler fliegen wieder durch den Hinterhof.