Schlagwort: Rote Insel

  • 25-10-25 Würden nicht tote Kraniche vom Himmel fallen, wäre es perfekt

    25-10-25 Würden nicht tote Kraniche vom Himmel fallen, wäre es perfekt

    Beim Auf- und Umräumen fiel mir eine handvoll Schwimmbadquartetts in die Hand. Jetzt muss ich nur darin erinnern, wer alles eines haben wollte, und ich habe gesagt „Nein, ich hab‘ nichts mehr.“

    Der kennzeichenlose Hinterhof-Audi wurde durch eine kennzeichenlose alte B-Klasse abgelöst. Die B-Klasse fuhr vor einigen Monaten noch knatternd im Hinterhof ein- und aus. Böse innere Gedanken in mir fragen sich, ob die Haus-Hallodris vielleicht einfach die B-Klassen-Kennzeichen an an den Audi… aber das wäre ja illegal, das würden sie sicher niemals machen.

    Die neuen Nachbarn, die angeblich 300.000€ für eine 30 Quadratmeter-Wohnung im ausgebauten Dachstuhl des Hinterhauses ausgegeben haben, haben das mit dem Papiercontainer anscheinend aufgegeben; ihre IKEA-, Baumarkt- und amazon-Kartons liegen jetzt einfach so im kleinen Beet.

    Ich las die ersten Fernuni-Seiten zum Thema Imperative Programmierung. Beruhigenderweise habe ich noch nichts erfahren, was ich nicht schon vorher wusste.

    Aus beruflichen Gründen schaute ich mehrere YaSM-Erklärt-Videos mit demselben Erklärbär – und ich vermute, dass soll nicht so sein, dass man ab dem vierten Video latente Aggressionen gegen den Erklärbär entwickelt?

    Generell würde ich aber sagen: Nachdem ich Donnerstag um 18 Uhr ins Bett ging, und dann auch weitgehend bis zum nächsten Morgen durchschlief, geht es mir deutlich besser. Auf zu mehr Action.

    Es war ein Freitag der Arbeit und ein Samstag auf den Latifundien.

    Geräucherte Schollen

    Ein kleiner Amrum-der-Film-Nachtrag. In Teilen verstand ich den Film erst mit Abstand. Beim Sehen dachte ich noch, dass die Handlung zwar stattfinden muss, damit der Film nicht statisch bleibt, aber sonst ziemlich egal ist. Erst im Nachhinein ging mir auf: die Handlung ist wichtig.

    Zentrale Figur des Films ist der kleine Junge Nanning, modelliert nach den Kindheitserinnerungen Hark Bohms, der darüber den Roman Amrum schrieb.

    Nanning versucht seinen Platz zu finden zwischen den ideologischen Bildungsbürger-Nazi-Eltern aus Hamburg und der friesisch redenden pragmatisch-konservativen Inselbevölkerung. Der zentrale Plotbogen dreht sich darum, dass Nannings Mutter nach dem gleichzeitigen Suizid Adolf Hitlers und der Geburt seiner kleinen Schwester, das Essen verweigert, es sei denn es gibt ein weißes Brot mit Butter und Honig. In den letzten Kriegstagen 1945 auf der an sich schon bitterarmen Insel Amrum natürlich ein utopischer Wunsch.

    Nanning versucht nun das Brot zu beschaffen, und bedient sich dazu des inselüblichen Tauschhandels: Er sammelt Gänse-Eier, die der Bäcker zu Kuchen verbacken kann, dafür bäckt der Bäcker das Brot. Er hilft dem Fischer bei der Robbenjagd, bekommt dafür geräucherte Schollen („Amrumer Geld“), die er gegen Zucker eintauschen kann, den er wiederum gegen Honig tauschen kann. Einzig die Butter bekommt er von seinem Nazi-Onkel Onno – dort muss er im Tausch auch eine ideologische Leistung bringen (den Schwertspruch der Pimpfe aufsagen), keinen handfesten pragmatischen Tausch.

    Er selbst findet also so seinen Weg in die Inselgemeinschaft hinein.

    Gemerkt habe ich das alles erst, als ich in der Jungle-World-Besprechung des Film den Satz fand: Im Buch bringt es ein Amrumer im Gespräch mit dem Vater auf den Punkt: Wir haben hier eine Tauschwirtschaft, wie die alten Germanen – und du hast keine Ahnung davon.

    Go West

    Ein halbes Bett wanderte zwei Kilometer von Schöneberg nach Wilmersdorf und wir probierten danach eine neue Pizzeria. Ich deutete es eventuell schon an. Unsere aktuelle Wohnung in Schöneberg ist sehr schön – aber die ganze Situation drumherum sehr besonders bis schwierig.

    Nun ist der Berliner Wohnungsmarkt wie er ist, wir hatten uns innerlich schon halb damit abgefunden, dass wir irgendwann eine von uns beiden ungeliebte Eigentumswohnung erwerben würden müssen. Denn eine Wohnung, die

    • innenstädtisch liegt
    • zumutbare Fahrzeiten in die Hafenstadt und zu den Südkreuz Offices bietet
    • und nicht das Dreifache an Miete wie unsere aktuelle Wohnung kostet

    schien komplett utopisch. Naja, manchmal muss man Glück haben. Etwas fiel mir vor die Füße, wir versuchten, hatten noch mehr Glück, und haben seit Anfang Oktober die Schlüssel einer Wohnung, die all‘ diese Anforderungen erfüllt und noch viel mehr. Es ist alles komplett absurd aber sehr schön. Noch steht die Wohnung bis auf das halbe Bett und einen Klapptisch mit zwei Klappstühlen leer. Aber es wird.

    Stadtbild Schöneberg

    Ein Schmetterling fliegt noch

    Wir leben also privat gerade ein schönes Leben und genießen jede Minute, die wir davon haben – während die weitere Welt von einer Katastrophe in die nächste stürzt.

    Auffallend auf den Latifundien: Wo die tiefe Herbstsonne das Purpurpink der Astern, die braunroten Samenstände verschiedener Pflanzen, die bernsteinfarbene Sonnenblumenreste und hellgrünes Gras ins beste Licht setzt. Einzelne Schmetterlinge und Insekten fliegen noch. Es riecht nach Natur, die Arbeit mit Rasenmäher und Freischneider Wiesenreste abzumähen, dabei vollkommen neue Sichtachsen zu schaffen, ist befriedigend.

    Aber der Gedanke ist nah: Die Kraniche, die gerade zu hunderten (tausenden?) an der Geflügelpest sterben, sind die Kraniche, die sonst bei uns über den Garten fliegen. Die gekeulte Gänseherde aus dem Fernsehen, gehört zu „unserem“ Spargelhof, wir haben die Gänse oft genug über die Felder laufen sehen. Auch Wildgänse und -enten, die hier immer wieder vorbeifliegen sind Opfer. Vögel, die tot vom Himmel fallen – mehr Peak Dystopie geht kaum.

    Währenddessen sitze ich ein Buch lesend am Eichhörnchenofen mit dem lodernden Feuer, wir hören eine schöne CD, haben von der Feinbäckerei Otto Forduhn aus Groß-Ziethen Puddingschnecken mitgebracht, durchs Fenster sehe ich drei Elstern auf dem Apfelbaum.

    Es gibt nur cool und uncool und den Wikipedia-Treff

    Ich finde es so so super, dass Herr Rau und der Münchner Wikipediatreff zusammenfanden. Und diese Geschichte kommt mir bekannt vor:

    Beim ersten Mal habe ich Fragen gestellt, beim zweiten Mal geplaudert, beim dritten Mal hatte ich mir Literatur mitgebracht, um an ein paar Seiten zu arbeiten.

    Alphathiel fordert von Blogger*innen: Zeigt euch da draußen .. danke (ich überlas es im eigenen Feed-Reader, wurde aber von onli blogging dorthin gestupst)

    Ich glaube die italienische Haltung ist dazu „Wir haben schon fermentierte Amselzungen mit Besteck aus orientalischem Zedernholz und Damaszener Stahl gegessen, als ihr Deutschen noch in Fellen bekleidet in feuchten Erdhöhlen gehaust habt“: Der Dottore und das Vorurteil

    Frei nach Tocotronic: Es gibt nur cool und uncool und welche KI mensch nutzt: Jemand sein, der Claude nutzt (via Thomas )

    Aber wo ich das Thema Dystopie gerade schon anspreche. Rage aus den USA über die USA: Notes from the Circus: Elon Musk Discovers What Hierarchy Actually Means, tiefer aber nicht weniger wütend Rebecca Solnit: This Wreckage Courtesy of the Enshittification Administration: Notes On Late-State Trumpism

  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind

  • 24-07-04 Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors

    24-07-04 Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors

    Martin Luther steht auf dem Balkon.

    Neben der Papiertonne liegt ein gebrauchter Corona-Test.

    Dem Hoftor wurde ein Schloss anmontiert.

    Im Hinterhaus läuft kein Kabelfernsehen mehr. Und kein Internet. Das lief darüber. Im Vorderhaus läuft das Internet weiter.

    Zwei ältere Herren machen gemeinsame Nachtschicht. Ich stelle mir das romantisch vor, mit Lagerfeuer und Bringdienstpizza im Serverraum. Vielleicht wird es aber auch ganz anders.

    Ich bohrte ein Buchenbrett.

    Der Reisebank-Geldautomat im Südkreuz möchte jetzt auch Gebühren, wenn ich mit der Kreditkarte Geld abhebe.

    Die Lietuvos geležinkeliai, die litauische Staatsbahn, schickt mir Werbemails auf litauisch. Soweit ich verstehe soll ich in der 3. Klasse für 13,60€ von Vilnius nach Klaipeda fahren.

    Die Prinzessin saß auf der Buschbohne.

    Es gibt im Biomarkt wieder Buschbohnen aus Europa. Edeka Duolingo hat derweil serbische Pfifferlinge im Angebot.

    Zwei Füchse: Einen Fuchs – dünn und etwas struppig – traf ich auf der Carl-Zuckmayer-Brücke. Ich war unterwegs von Süd (Innsbrucker Platz) nach Nord (Rathaus Schöneberg), er unterwegs vom Ostzipfel des Volksparks in den Westzipfel. Ich nickte kurz, er blieb kurz stehen und unsere Wege trennten sich.

    Der zweite Fuchs in der heimischen Tiefgarage des Lockenkopfs. Aber, nein, die Geschichte erzähle ich nicht, die ist alptrauminduzierend.

    Vor Ort in Hagen

    Zwei Seminare: Wie aufregend. Nach den ganzen Einsendeaufgaben – Klausur – Modulen kommt nach Plan ein Seminar. Mit vor Ort und Seminararbeit. Es kommt hoffentlich; anscheinend sind die Plätze immer sehr begehrt. Die Vergabe wird mit Hilfe einer Formel gesteuert.

    Ratschlag: „Wenn sie sicher in irgendein Seminar wollen, schreiben sie viele Seminare in die Anmeldung. Dann bekommen sie ziemlich sicher ein Seminar, aber vielleicht nicht dasjenige, welches sie gerne hätten. Wenn sie ein bestimmtes Seminar wollen, wählen sie wenige Auswahlmöglichkeiten. Dann steigen die Chancen auf das Wunschseminar. Aber es gibt auch die Möglichkeit dass sie kein Seminar bekommen und ein Semester warten müssen.“

    Ich bin noch sehr früh im Gesamt-Zeitplan des Studiums und beschränkte mich auf zwei Seminarwahlen: Angewandte Optimierung beim Lehrstuhl bwlquam und Modellierung und Entwicklung betrieblicher Informationsysteme am Lehrstuhl evis. Für bwlquam sollte ich auch schon einen Themenwunsch aus der vorgegebenen Liste angeben. Ich würfelte auf Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors.

    In der Hoffnung, dass ich bis zu Seminarbeginn verstehe, worum es dabei geht,

    Hohenfriedbergstraße

    Ich bastle weiter daran, mir eine nette 5-Kilometer-Radstrecke durch die Berliner Rushhour zur Arbeit zu finden. Dabei gelten folgende Randbedingungen:

    Abfahrt zu Hause, Ankunft in der Verwaltung (logisch).

    Die Gegend ist von einem Autobahnkreuz, S-Bahn und ICE-Strecken durchsetzt die sich nur an manchen Stellen queren lassen. Richtung Osten kommt der Kreuzberg (Hügel), der für Berlin ungewöhnlich markante Steigungen ins Stadtbild platziert.

    Keine Albernheiten (also weder die Verwaltung passieren ohne anzuhalten, identische Wege erst hin und dann zurückfahren). Keine blöden Linksabbiegungen, keine Radsperren, keine Abwärtsstrecken, die gerade auf einer Hauptstraße enden. Möglichst wenig dichter Verkehr.

    Ein paar Abschnitte der bisherigen Route mag ich (Carl-Zuckmayer-Brücke; Seltsame Querung des JFK-Platzes, die letzten 200 Meter leicht bergab rollern bis zur Tiefgarageneinfahrt). Die sollen Teil der Strecke bleiben.

    Aktuell bin ich bei 4,3 Kilometern Strecke angekommen, mit Schlenker über Langenscheidtbrücke, Monumentenstraße und Hohenfriedbergstraße.

    Wenn die Strecke steht, kommt der Rückweg dran. Wegen der Linksabbiegebedingung wird der auf jeden Fall ein Anderer werden.

    Blick die Hohenfriedbergstraße hinunter. Berliner Wohnstraße, fünfstöcker, vollgeparkt, einige Radler und Fußgänger auf der Straße. Im Vordergrund: 3 Poller, die die Durchfahrt für Autos sperren, für Fußgänger und Räder offen halten.
    Hohenfriedbergstraße

    Monumentenstraße

    Kaum entdecke ich die Monumentenstraße für meinen Arbeitsradweg, schon entdecke ich eine Demonstration am Wochenende: Monumenten-Fahrradstraße jetzt!

    Das Klavierkonzert von Marc-André Hamelin, das wir im Konzerthaus sahen, ist jetzt auch online zu hören bei Deutschlandfunk Kultur: Marc – André Hamelin beim Berliner Klavierfestival

    Nach der Wahl ist vor der Wahl in Frankreich. Zwischen den Wahlen.

    Geld für Wesselburen und Kotzenbüll.

    Zum Feierabend Erschöpfung mit Käse.