Schlagwort: Treppenhaus

  • 23-05-19 Milchstraßen

    23-05-19 Milchstraßen

    Im Treppenhaus liegt eine Karotte.

    Als Berliner mit norddeutschem Migrationshintergrund möchte ich schreiben „liegt eine Wurzel“. Aber für eine potenziell DACH-weite Leserschaft wäre das zu uneindeutig.

    Im Treppenhaus liegt also eine Möhre. Aber wie sie dorthin kam, was sie dort macht? Alles bleibt offen.

    Madame entdeckte an Brandenburger Straßen und Wegen zwei Alpakas und zwei Steinpilze. Letztere waren überraschender. Aber wenn es aussieht wie ein Steinpilz, sich bewegt wie ein Steinpilz und schmeckt wie ein Steinpilz, dann war es ein Steinpilz. Zumal wir jetzt mehr als 24 Stunden seit dem Verzehr gesundheitlich unbeeindruckt überstanden haben.

    Die Erdbeere am Südkreuz hat eröffnet.

    Braveheart war zu Besuch und erzählte von Südkorea. Wir unterhielten uns über Finanzbeamt*innen in Filmen. Neben Everything everywhere und Stranger than Fiction fiel uns wenig ein. Für Tipps wären wir dankbar. Nicht geklappt hat es, Braveheart und die Königin gleichzeitig hier zu haben. Zu sehr war sie damit beschäftigt, einen Chatbot zu bauen.

    Abends betrachteten wir Venus und ISS am Himmel. Die Milchstraße erwies sich schnell als Wolkenband, das die nahe gelegene Berliner Großstadtlichtkuppel widerspiegelte.

    Über die Kleinstadt Velten kann man, oder zumindest ich, einiges an Schlechtem sagen. Aber die weißen Wände der Bahnstrecke kurz hinter Velten, voll von Weißdornhecken, möchte ich uneingeschränkt Loben. Im Garten zeigen Stacheldrahtrose und Stanwell Perpetual erste weiße Blüten. Die Wege voll von Gänseblümchen. Weiße Tage.

    Gänseblümchenreicher Blick entlang von Gartenweg und Beeten

    Eine der positiven Entdeckungen von Corona war das Autokino. Wir bedauern das schnelle Verschwinden desselben. Im Internet entdeckte ich nun das Autokino Zempow. Dieses wurde durch Corona wieder zum Leben erweckt. Es bietet für Brandenburger Dorfkinoverhältnisse ein spektakulär gutes Programm.

    Durch eine FAZ-Überschrift (Rest: Paywall) entdeckte ich Jessica Wynne und ihr Fotoprojekt/Buch Do Not Erase – über Tafelbilder von Mathematikern. Und ich glaube es enthält vieles dessen, was ich an Mathematik großartig finde.

    Herr Buddenbohm schrieb einen Nachruf. Frau Tibertaunus diskutiert mit dem Römer über Brioche und Brioche.

    Die ersten TwinDos sind fast alle. Die Agragenossenschaft um den Garten herum feiert das lange Feiertagswochenende mit einer mehrfachen Gülleausbringung.

  • 23-04-18 Wohlgeklammerte Ausdrücke

    23-04-18 Wohlgeklammerte Ausdrücke

    Eine Expedition fand ein jähes Ende.

    Vor etwa zehn Jahren schenkte uns eine ehemalige Nachbarin im Haus einen langen Beistelltisch. Dieser diente Neuneinhalbjahre als improvisiertes Flurregal. Vor einem halben Jahr beschlossen wir, dass der Flur seriös werden sollte und kauften ein echtes Flurregal.

    Der Tisch stand seitdem im Weg. Versuche ihn auf den gängigen Onlinewegen loszuwerden, scheiterten. Ebenso erfolglos blieb das Fragen bei Bekannten. Heute also machten wir, die Glasplatte des Tisches, das Gestellt des Tisches, drei alte Energiesparglühbirnen und ein kaputter Klemmstrahler uns auf den Weg zum BSR-Recyclinghof einen Stadtbezirk weiter. Es fühlte sich ein wenig an, wie eine Polarexpedition. Aber bereits nach kurzer Strecke fand sie ein Ende.

    Madame schlug vor, einfach bei Alpha & Omega zu klingeln. Deren Tisch war, für uns unbekannt, letzte Woche kaputt gegangen. Und so freuten sie sich über den Nachfolger. Unsere kleine Expedition endete nach 23 Treppenstufen.

    Ich kapitulierte.

    Nachdem ich gestern mehrere Stunden mit den Einsendeaufgaben-Aufgaben herumgebracht hatte, gelangte ich zur Überzeugung, dass ich nie im Leben die notwendigen Punkte erreichen werde. Es bleiben weitere Chancen.

    Heute gab es die Lösungen: Inhaltlich war ich auf dem richtigen Weg (soweit so beruhigend), aber noch weit davon entfernt, es so formal ausdrücken zu können, wie gewünscht. Gerade bei den induktiven Beweisen. Besser als umgekehrt. Immerhin konnte ich korrekt begründen, warum die Wahrscheinlichkeit zwei Töchter zu haben größer ist, wenn jemand sagt „ich besitze eine Tochter, die an einem Dienstag geboren wurde“ als wenn nur gesagt wird „ich besitze eine Tochter.“ (Was eine Variante des Ziegenproblems ist).

    In der heutigen Post waren die Kursunterlagen Teil 3. Es geht um Bäume, Matchings und wohlgeklammerte Ausdrücke.

    Was IST mit den Menschen?

    Auf dem Weg zum mittäglichen Blumenfisch-Lunch laufen wir über eine Autobahnbrücke und schauten hinunter auf den Stau. Im Hintergrund ein Martinhorn, eine Rettungsgasse bildet sich. Eine junge Frau in einem Auto der Kompaktklasse schert vor dem Polizeiwagen aus und tuckert durch die Rettungsgasse.

    Nach etwa 50 Meter bemerkt sie, dass ein Auto mit Blaulicht und Martinhorn direkt hinter ihr ist und zieht zur Seite. Polizeiwagen hält kurz neben ihr an und sagt ihr vermutlich unfreundliche Sache.

    Polizeiwagen fährt weiter. Frau schert wieder aus, versucht hinter der Polizei weiter durch die Rettungsgasse zu fahren. LKW zieht vor ihr zu. Die Frau gestikuliert wild und verärgert.

    Stau auf der Autobahn und Autobahnabfahrt

    Fundstücke

    MMBs Freundin wurde ihr parkendes Auto kaputt gefahren. Heute kam der Sachverständige der Versicherung. Leider fuhr er zur Meldeadresse der Freundin nach Brandenburg. Das Auto stand bei MMB vor der Haustür im Wedding.

    Madame war im Museum und empfiehlt nachdrücklich die Ausstellung Retrotopia – Design for Socialist Spaces.

    Die Uni empfiehlt dieses Video zu Parking Funcations. Inhaltlich finde ich es total spannend. Aber andererseits, damit war selbst Telekolleg Mathematik meiner KIndheit Multimedia-Entertainment-Overkill: Lecture 15 . Enumerative Combinatorics (Federico Ardila)

    A Holy Day for Hat People!