Schlagwort: Turmfalke

  • 26-05-28 Ente im Totholz

    26-05-28 Ente im Totholz

    Soargwlbruxh

    (Keine Ahnung, aber steht in den Notizen)

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    Über das Internet trafen die letzten Heimfahrmeldungen der Besuchsgruppe Tauferinnerung ein. Der letzte Endgegner war das defekte Signal bei Lüneburg.

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    Madame pflanzte Zitronenthymian und eine Johannisbeere und säte kalifornischen Mohn.

    *

    Der Kaptain fand Word wieder auf dem Rechner.

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    Es waren drei Tage des Mikrourlaubs in den märkischen Hamptons mit Bussard ohne Oper.

    Grün zu bunt

    Der Bussard schrie, das Gras wogte, der Bauer sprühte Pestizide.

    Der Garten schaltet in den Sommermodus. Noch ist Grün die vorherrschende Farbe. Aber beinahe stündlich konnten wir Sträuchern, Stauden, Rosen und Ausgesähtem beim Aufblühen zusehen. Beim Versuch aufzuschreiben, was alles kreuchte, fleuchte, blühte, loslegte, schlug ich nur irgendwann die Hände über dem Kopf zusammen: „So viel! So viel! Wer soll dem allen Aufmerksamkeit schenken!“

    Selbst die Pfingstrose blühte rechtzeitig zu Pfingsten.

    Wichtig, weil für uns handlungsleitend: Die Rosentriebbohrer bohren weiter und tötet Knospen. Ihre Zahl ist gegenüber dem letzten Jahr zurückgegangen. Aber gerade wenn sie Knospen an den nur einmal blühenden Alten Rosen zerstören, ist das unerfreulich.

    Manchmal allerdings braucht es auch gar keine bohrenden Solitärwespen. Manchmal kann ich das auch alleine. Das von mir geschobene Benzinreh knabberte leider die versteckt gelegenen Knospen und Trieb der Tuscany Superb ab.

    Wichtig, weil Atmosphäre: Anscheinend sind diverse Gräser in der letzten Woche um einen guten halben Meter gewachsen. Wo sie mir bestenfalls bis zum Knie gingen, sind Teile der Wiese schon wieder schulterhoch. Die Wiese wogte im Wind, darüber ein Wölkchenhimmel, Gartengrasmücke und Amsel sangen um die Wette, während darüber ein Miniaturschwarm Stare kreiste.

    Die neu gesetzten Astern sind angewachsen. Scarman’s Himalayan Musk an der Pergola deutet erstmalig an wie buschig und prächtig das einst werden kann.

    Der Greifvogel, der ein wenig wie ein Rotmilan wirkte, aber etwas unruhiger flog, ließ sich anhand seines Schreis als Bussard erkennen.

    Eine Premiere: Enten im Garten. Normalerweise fliegen die gelegentlich am Hinter-dem-Zaun-Acker vorbei. Aber noch nie waren sie im Garten. Jetzt fast mehrfach. Eine setzte sich erst auf den Totholzstapel, dann verschwand sie darin, und wir sahen sie nie wieder.

    Später fand Madame, beim Versuch den Brötchenwagen abzupassen, das Nest des Turmfalken im Dorf. Es befindet sich in einem kleinen Türmchen, der Falke selbst zeigte es ihr, indem er lautstark und entschieden zwei Tauben aus dem Türmchen verjagte.

    Rucola als verbindendes Element

    Am Montag grillte ich experimental. Der Urlaubstag bot sich für Mikro-Abenteuer an, wie den zweiten Einsatz des Grill-Pizzasteins. Mir war nach Lahmacun, also sollte es Lahmacun geben: Hefeteig, eingerieben mit einer Tomaten-Hack-Masse, auf dem Stein kurz gegrillt und dann mit zweilerlei Salat befüllt (1 – Rucola, 2 – Tomate-Käse-Joghurt). Das war sehr fein. Aber es zeigte sich auch, dass ich wenig Übung mit Hefeteig und noch weniger mit den Pizzastein habe. Es war eine Arie der Umständlichkeit. Das schreit nach Wiederholung.

    Soargwlbruxh = Spargelbruch will mir inzwischen scheinen. Den kauften wir beim Spargelhof in der schon geschälten Variante1 für schnelle Zubereitung.

    Am Dienstag nach der Exkursion bereitete Madame ihn zu Salat mit Schinken und Kratzete zu. Mittwoch, zurück in Berlin streckte sie ihn mit Parmesan (Crowdfarming), jungen Zwiebeln (Gemüslichkeit), Sekt (Reste-der-Taufgruppe), und Milchreis-Reis (aus dem Joghurtglas in der Vorratsschublade, keine Ahnung woher ursprünglich: BioCompany? dm?) zu einem höchst schmackhaften Spargelrisotto serviert mit Rucola (Gemüslichkeit).

    Ich packte meinen Koffer und..

    Ich packte meinen Koffer und ich packte ein: Eine Badehose (nicht gebraucht) und zwei Opernkarten (nicht gebraucht) und ein Fernuni-Skript (gebraucht).

    Nymphensee/Waldbad

    Wir dachten, wir sind schlau und verlegen den Badeausflug dieses heißen Pfingstwochenendes auf den Dienstag, den Werktag. Es half wenig. Die 30 Grad schlugen den Werktag. Am Parkplatz des Nymphensees angekommen, sahen null freie Parkplätze und dafür mehrere Autos im Suchkreis fahren. Das sagte uns: Für unseren Geschmack zu voll.

    Aber da wir eh schon fast in Falkensee waren, schlug das Navi noch das Waldbad Falkensee vor. Dies ist mir bisher komplett unbekannt – und das kann nicht so bleiben. Von außen sah es nett aus, ein richtig unkompliziertes übersichtliches Kleinstadtbad. Aber natürlich war es auch viel zu voll.

    Aber es war eine wirklich schöne Landpartie durch den Brandenburger Sommer.

    Der Gesang der Vögel

    Sogar fest mit Termin im Kalender stand Orlando von Olga Neuwirth in der Komischen Oper. Gebucht hatte ich diese im April 2025, nicht bemerkend, dass dies kurz nach Pfingsten war, nicht wissend, dass ich Urlaub haben würde, die Gemüslichkeitsabholung die Logistik verkompliziert und nicht mal ahnend, dass ich den Tag bei perfekten 22 Grad mit Sonne und leichter Brise auf den Latifundien verbringen würde.

    Irgendwann fragte ich mich „Mal angenommen, jemand würde dir jetzt die Karten für heute Abend schenken, würdest du sie annehmen?“ Mein Spontanantwort war „Auf gar keinen Fall!“. Zum Glück dachte Madame ähnlich, und so war der Fall pro Bluthänfling und Contra Oper entschieden.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL

    Wirklich benutzt aus dem Koffer habe ich die Fernuni-Skripte zum Thema Dienstleistungsmanagement. Aus denen lernte ich etwas über Value-in-expectation, value-in-use, den Service Blueprint und die fünf Dimensionen der SERVQUAL lernte.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL beschreiben nicht etwa, wie man Kunden quälen kann, sondern sie stehen für SERVceQUALität.

    Dennoch ähnelt das BWL-Modul Dienstleistungsmanagement in vielem der Anleitung zum Leiden am Dasein. Immer wieder geht es darum, wie Anbieter Kosten verringern können, indem sie nicht-Basis-Leistungen der Dienstleitungen streichen oder Teile des Serviceprozesses an Kunden abgeben („den Kunden stärker in die Value-Co-Creation einbinden“).

    Das klingt im Modul recht sachlich, aber vor meinem inneren Auge sehe ich natürlich sofort Selbstbedienung aus der Hölle, irre Call-Center-Antwortbots und den oft scheiternden Versuch bei irgendeinem Dienstleister irgendwie eine’n kompetente*n Ansprechpartner*in zu bekommen.

    Überhaupt lernte ich, meinen nächsten Restaurant- oder Friseurbesuch in vollkommen neuen Worten zu beschreiben. Service-in-use und Service-in-expectation vielleicht, vermutlich aber nutze ich eher die Sichtbarkeitslinie und das Service Skript. Nur der Ausdruck „Kundenkontaktpersonal“ klingt für mich eher wie eine justiziable Beleidigung, denn wie eine sachliche Beschreibung.2

    „Sie..! Sie…! Sie Kundenkontaktpersonal!!“

    „Kehraus“ ist ein Kurzfilm von 1990 über Straßenkehrer in Leipzig

    Weil Zeit und Energie für Mikroabenteuer war, wollten wir auch endlich den Beamer bezwingen. Wir bauten das Gartenkino auf, und im vierten oder fünften Anlauf lief alles. Wir wussten inzwischen wie sich die Leinwand aufhängt, konnten den Beamer bedienen und schafften es sogar, Filme zu streamen. Ab 21:18 war es dunkel genug, damit auf der Leinwand langsam Figuren erkennbar waren, ab 21:50h war es möglich, ernstlich Filme zu sehen.

    Der Kabel-Adapter-Sammlung sei dank.

    Wir schauten via Filmfriend erst das Kurzprogramm über das Seebad Taucha 1924 zur Beamer- und Leinwand-Kalibrierung, dann Spielfilme:

    Am Montag: Toast – ein Film basierend auf den tragischen Jugenderinnerungen des britischen Food-Autors Nigel Slater: Über Aufwachsen im Großbritannien der 1960er, begeistert von Essen, erst mit einer liebenvollen Mutter, deren größte kulinarische Errungenschaft Toast ist, dann mit einer Stiefmutter, die hervorragend kocht, aber immer in Rivalität und Feindschaft zu Nigel verbunden bleibt. Ein trauriger Film, ein schöner Film, ein Film über eine vergangene Zeit.

    Am Dienstag Wilde Maus von Josef Hader. Ein Film, der uns an Toni Erdmann erinnerte. Sehr tragisch, sehr lustig, sehr gnadenlos zu seinen Figuren und dabei gleichzeitig sehr liebevoll. Wie seltsam Menschen sind, was für bescheuerte Sachen sie machen, wie sehr sie sich lächerlich machen. Der Film nimmt wenig darauf, seine Protagonisten in all ihrer Lächerlichkeit zu zeigen, aber genau deshalb hat er sie lieb. Wirklich schön.

    Noch schöner: Kino unter dem Sternenhimmel mit großem Wagen, Abendstern und Mond, dazu immer wieder die hereingewehte Duftwolke der Abelie.

    Rechner richten

    Zu Hause dann Arbeitstagsvorbereitung (Madame) bzw. Fernuni-Einsendeaufgaben (ich). Beim Blick in den Donnerstagskalender fragte ich mich, welcher Depp mir ein 9-Uhr-Meeting direkt nach der Rückkehr in den Kalender legte; ich kam aber zu dem Schluss, dass nur ich das angesetzt haben könnte.

    Links

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    Ohrenschmaus hatte mehr Erfolg als wir am Nymphensee, ist allerdings auch anständigerweise zu Fuß dorthin gelaufen: 66 Seen Weg I, Pfingsten 2026, 3 Brieselang – Henningsdorf 23,5

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    Frau Herzbruch in Curaçao – Tag 11 und Tag 12.

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    Frau Rabe badet weiter auf Island und empfiehlt das Spa eher nicht.

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    Eine Ausstellung, die ich vielleicht sehen wollte und jetzt ganz sicher sehen will, dank readinginsweden: 23. Mai 2026 Kunst klingt, fühlt, duftet

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    Ich müsste lange nachdenken, um darauf zu kommen, wann ich zuletzt so etwas wie ein veritables Freudentänzchen bei einem erwachsenen Menschen gesehen habe. Zumindest abseits von großen Sportübertragungen und dergleichen, wo so etwas nicht weiter auffällt und in der kollektiven Begeisterung untergeht. Hier aber, in der Wandelhalle, pardon, in der Grand Hall – es kommt mir geradezu spektakulär vor. Und nicht nur mir, einigen Umstehenden geht es ähnlich.

    Anmerkungen

    ~ Der Erdbeerpreis sank unter 10 Euro / Kilogramm.

    ~ Erste größere Ausfahrt des Subarus nach Inspektion in neuer Werkstatt. Er fuhr tadellos und klingt besser als zuvor.

    1. Unser Verdacht: Es handelt sich im Ausschuss aus dem benachbarten Restaurant: Spargel, der beim Schälen in mehrere Teile brach, nicht mehr serviert werden kann, aber noch im Hofladen verkauft. ↩︎
    2. Was ich ja aus nicht-privaten Gründen spannend gefunden hätte: Die Anwedung der Konzepte nicht nur auf übersichtliche Fälle wie „Essen gehen“ sondern auch auf IT-Service-Management. Da wird es nämlich deutlich unübersichtlicher. Aber leider nein. ↩︎
  • 26-05-19 Die Goldglänzenden Rosenkäfer fliegen wieder

    26-05-19 Die Goldglänzenden Rosenkäfer fliegen wieder

    Eine Taube flog über das Feld, verwandelte sich in einen Turmfalken und begann zu rütteln.

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    Auf der Suche nach einem Altkleidercontainer fuhr Madame mit dem Fahrrad einen Sack alter Wäsche zum Ku’damm und zurück.

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    In der S-Bahn eine junge Frau mit stark zerrissener Jeans, Sonnenbrille, Piercings und einem Polizei-Hoodie, der samt seinen Wappen überraschend offiziell aussah. Entweder die bestgetarnte oder die schlechtestgetarnte Zivilpolizistin meines Lebens.
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    Im Garten las ich alte Blogposts, stellte fest, dass die Natur die letzten Jahre zu diesem Zeitpunkt immer weiter war (und oftmals noch trockener), dass mein Alternaria-Allergie-Antritts-Termin gar nicht im Juni liegt, sondern eher Mitte Mai und dass die Arbeitswoche vor Pfingsten immer unerfreulich war.
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    Es war ein Rest Grünwochenende und ein Arbeitstag mit Schwarz-Weiß-Abschluss

    Falls die Person mitliest: Wir suchen die Schenker*innen des Mattei Cap Corse – der ist fein

    Es begann mit fehlenden Kabeln. Zum Samstagabend wollten wir endlich den Gartenbeamer einweihen, der seit mehreren Jahren ein Leben in Schränken und Kisten führt. Aber schnell fiel uns wieder auf, warum er so ein Schattendasein führte:

    Der Beamer war damals fortschrittlich für eine Zukunft gebaut worden, die so nie kam. Sein Betriebsmodus ist kabelloses Screensharing bzw. Chromecast – ein Verfahren bei dem 2026 sämtliche Streamer und Mediatheken (selbst Filmfriend, selbst die ARD mit dem ESC) sofort aus Kopierschutzgründen das Streamen abbrechen. Die Alternative ist „Videoübertragung per USB-C“ – auch ein Technikstandard, der sie nie durchsetzte.

    Unser Abend also setzte sich also ohne Beamer fort, aber dafür mit einer Großbestellung an Adaptern und Kabeln. Wir werden die gescheiterte Zukunft ja wohl besiegen.

    Der Beamer kam zurück in die Kiste. Wir griffen stattdessen in das Regal und zogen den vollanalogen Mattei Cap Corse heraus, der sich auf der Einzugsparty, vermutlich als Gastgeschenk, in den Haushalt schlich, füllten ihn mit Tonic und Zitronentzesten auf und schauten auf dem Laptopmonitor Teile des ESCs. Als wir am nächsten Morgen das Ergebnis mitbekamen waren wir einig: Der Barangaranga-Sieg1 war verdient. Das muss ja wohl ein Dancefloor-Crasher dieses Sommers werden.

    Vor dem Duke-of-Cambridge war das Rosentriebbohrer-Sprühzeug aus

    Frühstück auf der Terrasse im Schlafanzug aber mit Strohhut. Ich glaube das war der Stil Adelsverwahrlosung. (Auch wenn der verwahrloste Adel im Allgemeinen edlere Schlafanzüge trägt als ich, der Strohhut hat das wieder rausgerissen.)

    Ein Admiral flog vorbei. Die Sonnentage lockten sämtliche Insekten, die die Latifundien zur Zeit zu bieten haben, hervor. Miniaturschmetterlinge in braun, schwarz, orange und gelb; Goldglänzende Rosenkäfer und Trauer-Rosenkäfer, die wir vor allem betrunken torkelnd in Rosen- und Abelienblüten kennen, müssen aktuell mangels Rosen- und Abelienblüten noch mit den ersten Skabiosen vorlieb nehmen. Sie wirken deutlich koordinierter als sonst.

    Die erste Pfingsrosenblüte behauptete seit Freitag sich gleich sofort öffnen zu wollen, ohne es je zu machen.

    Luft und Licht liefen zur herrlichsten Frühsommerform auf.

    Madame, die den Gesang der Dorngrasmücke inzwischen auch spontan ohne App erkennt, wies mich in den Vogel ein und so konnte ich ihn auch sehen. Halt braun und sehr klein.

    Und ob mein Körper gerade begann vom Wochenend- in den Urlaubsmodus zu schalten, ob es Allergiedingsnebenwirkungen waren, ob das es komische Wetter war, das irgendwie gleichzeitig zu kalt, perfekt und zu warm war, meine Güte war ich erschöpft, freute mich an Tieren und Pflanzen, die aus der Ferne leuchteten und widmete mich dem Gartentischbestiarium.

    Nach Käsejalapenobratwurst und Zitronenkohlrabi fuhren wir rechtzeitig nach Wilmersdorf für erfolgreiche Entmarderung (Auto) bzw. Entwuschelung (ich).

    Vielleicht setze ich mich auch nur mal einen Nachmittag und Abend ins Foyer und schaue Leute

    In der U-Bahn: „nuschelruschelnuschelngrrss Weichenstörung nuschelruschelnuschelknörz“ Diese Art der Ansagen fehlt mir schon sehr, seit die BVG alles von professionellen Sprecher*innen einsprechen und von Band abspielen lässt.

    Die U2 aber öffnete kurz ein Fenster in die Vergangenheit, bevor sie uns weiter Richtung Mitte brachte.

    Wir waren bis zum Alex gefahren, ich hatte mich dort wie es sich gehört leicht verlaufen, um dann schließlich Richtung Strausberger Platz unter den Platanen2 im Schatten zum Kino zu wandeln.

    Kurz vor dem Kino am verlassenen Laden: Ein Obdachlosencamp. Erstaunlich offensiv gelegen, mitten an der Prachtstraße. Erst beim Näherkommen fiel mir auf, dass der verlassene Laden ein Luxus-Campinggeschäft ist und das Obdachlosencamp seine Bürgersteig-Zeltausstellung.

    Von dort aus konnte ich schon das große Sandra-Hüller-Plakat am Kino sehen, das den Film Rose3 ankündigte.

    Der Weg führte fast auf die Bezirksgrenze Mitte/Friedrichshain in das frisch renovierte Kino International. Das ehemalige DDR-Premierenkino, eine Ikone der Ostmoderne, mit dem vielleicht schicksten Foyer der Yorck-Kinos, ist heute ein Programmkino deluxe. Es lief leiser brasilianischer Bar-Jazz, der mich an dota erinnerte, insbesondere als ein portugiesischer Text mehrfach das deutsch gesungene Wort „Elisabeth“ umspielte.

    Suzanna sang für Rose, Suzanna sang für sich

    Es war ein Film, bei dem ich zögerte. Zu Schwarz-Weiß schien mir die Vorschau, zu sehr „wir machen einen ernsthaften Film über Gender“, zu eindeutig in seiner Aussage, wenig ambivalenzambitioniert.

    Andererseits sprachen gleich zwei Frauen dafür, ihn zu sehen: Madame wollte Rose sehen. Und bei Hauptdarstellerin Sandra Hüller habe ich nicht nur großes Vertrauen in ihre Schauspielerei, sondern auch in ihre Filmauswahl.

    Of course, they were right. Ich war währenddessen angetan, und mit zeitlichem Abstand vergrößert sich die Begeisterung: ein Film zum dauerhaft-im-Herzen tragen.

    The Basics

    Rose ist ein Film, der von einem Österreicher im Harz gedreht wurde, 2026 erst auf der Berlinale einen Preis für die beste Schauspielerin gewann und dann in die Kinos kam.

    Es geht um Rose (Sandra Hüller), die als Soldat aus dem 30jährigen Krieg zurückkehrt, als Mann das Erbe eines Hofes antritt, dort prosperiert. Sie heiratet als Mann Suzanna (Caro Braun), die Tochter des benachbarten Großbauern. Diese bekommt ein Kind. Durch einen medizinischen Notfall fliegt die Geschichte auf. Rose stirbt durch das Schwert, Suzanne im Sack im Fluss.

    Es gab einigen Knatsch, weil der Film auf mehreren Quellen beruht, insbesondere einem Buch von Angela Steidele. Es übernimmt sie aber nicht. sondern führt bedeutsame Änderungen ein, wie vor allem dass die Buch-Rose ihre Männlichkeit samt Sex voll auslebte, in heutigen Worten vermutlich ein Transmann war, die Film-Rose aber in „die Hose schlüpft, um etwas mehr Freiheit zu haben“ – das ist schon eine starke Änderung. In anderen Worten: Die Handlung wurde entqueert.

    Je mehr ich aber den Film sah, desto weniger konnte ich die Kritik nachvollziehen. Das Buch erzählt die Geschichte einer bestimmten Person. Der Film ist eine artifizielle Meditation über Geschlecht und Frauenrollen, durchgeführt an zwei Personen.

    Freiheit durch Kontrolle

    Der Film war in einer Ästhetik, die mich extrem an Tarkowskis Serkalo/Der Spiegel erinnerte, den ich schon im Januar liebte; ähnlich wirklich-unwirklich, durch Künstlichkeit ins emotionale Herz treffend. Die Erzählstimme, die Bildgestaltung, die mal Film sagte, mal Theater, mal Klassikergemälde, und natürlich das Aufgehen von Mensch und Haus in der umgebenden Natur; vermutlich ein glücklicher Zufall, aber als Rose allein durch das verwilderte Feld lief, über ihr ein rüttelnder Falke, der sehr nach der-war-beim-Drehen-wirklich-da aussah: Marvellous.

    Und ach, allein über die Musik werden Abschlussarbeiten geschrieben werden.

    Aber am Ende waren es zwei Menschen:

    Sandra Hüller spielt eine Frau, die vorgibt ein Mann zu sein. Sie spielt zu spielen, und das ist wohl der Punkt, den sie selber spannend fand. Es ist faszinierend zu sehen, wie begrenzt sie spielt, wie kontrolliert, ausdruckslos; sowieso im begrenzteren Ausdrucksrepertoire, das Männern im Normfallfall zu Verfügung steht, hier noch einmal eingeschränkt durch die Vorsicht, nur ja nicht zu expressiv, zu „weiblich“ zu wirken. Der Mann, eingezwängt in dichte Kleidung, fast schon in Starre spielend.

    Wie faszinierend zum Ende hin, nach der Enttarnung, die Rose „als sie selbst“ zu sehen. Immer noch ein Mensch, gezeichnet vom Krieg, trainiert darauf keine Emotionen zu zeigen, und doch so anders als vorher.

    Wie faszinierend Roses Partnerin Suzanna, vorgestellt als „sittsame Frau, in allen weiblichen Belangen kompetent“, gedrängt in eine Ehe mit einem hergelaufenen Krieger. Wie sie auf ihre eigene Art verschlossen und starr ist.

    Wie Suzanna singt, kurz nach der Hochzeit für Rose, fast unmelodiös, schleppend, aus ihrem eigenen Lied fallend. Wie froh und laut sie später singt, als sie verkündet, Schwanger zu sein. Wie sehr der Wandel von in-eine-gezwängter-Frau zu ihre-Rolle-findender-Frau zu Co-Verschwörerin-von-Rose sie immer größer und lebendiger werden lässt.

    Je mehr und je länger ich über Rose nachdenke, desto lieber mag ich den Film.

    Links

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    Cannes – dies und das vom Filmfestival

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    Frau Herzbruch auf Curaçao Teil 7 und Teil 8 und Teil 9.

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    See me fascinated. In diesem Garten läuft alles 180 Grad anders als es mir für unseren eigenen vorstellen kann. Aber um so interessierter lese ich: Ich weiss ja, was alles ansteht (einen Baum wieder ausgraben und höher einsetzen, dafür muss der Rasen aufgeschnitten und wieder zugeklebt werden

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    Alle unsere Baltikumsausflüge scheinen über Travemünde zu führen. Um so spannender zu lesen, wenn jemand dort sogar übernachtet: Travemünde – mit der Fähre zum Frühstück

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    Es gäbe in japanischen Schwimmbädern — die recht seicht sind — eigene Spuren für Aquawalking, das unter älteren Menschen sehr populär wäre, sagt A.

    Notat

    ~ Zugänge: T-Shirt (weiß, Segelboote) und T-Shirt (sand)
    ~ Zugangsnachtrag: Defektes Schlafzimmerradio (Bungalow) ersetzt
    ~ Autogas getankt für 1,19€
    ~ Getestet: Imren-Döner (Hauptstraße) wiederholenswert

    Anmerkungen

    1. Ich liebe, dass sie einerseits selbst im Sieg noch soviel Dance-Choreo hinbekommen und andererseits mega-ausgelassen dabei wirken. Zurecht gewonnen, sag ich ja. ↩︎
    2. Speaking figuratevly, ich hab ehrlich gesagt überhaupt nicht darauf geachtet, welche Bäume mir Schatten spenden ↩︎
    3. Yorck Unlimted No. 25 – damit 9,52€ pro Besuch. ↩︎
  • 26-04-25 Das Klappern der Grasmücke

    26-04-25 Das Klappern der Grasmücke

    Madame sah den Parkplatz-Fuchs wieder. Sie sah den Nachbarschaftsfuchs, den wir in der eisigen Eiseszeit im Januar verloren glaubten. Sie lief abends die Treppe zum Parkplatz hinab, der Fuchs verschwand vor ihr ins Gebüsch. Ich jubiliere.

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    Eine U-Bahn-Mitfahrerin in Höhe Blissestraße informierte empathisch ihr Mobiltelefon: „Lukas, darüber werde ich jetzt nicht diskutieren! Es ist mir Scheißegal!“

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    Im BPAF waren Rolltreppen-Handwerker*innen unterwegs. Vermutlich. Zumindest war die Rolltreppe geöffnet. Aus ihrem Inneren klangen Geräusche, die Handwerker*innen für gewöhnlich beim Handwerken machen.

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    Die Fernuni lädt mich zur Alumni-Feier in die Ufa-Fabrik, 300 Meter von meiner Ex-Arbeitgeberin entfernt, die mich zum Fernstudium inspirierte. Es wird das Saxophonquartett Quadrophon begleiten.

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    Es war ein Arbeits-Schwimm-Freitag, ein halblatifundaler Samstag und ein Arthouse-Donnerstagabend.

    Zwei Bücher über eine Stadt im Wald

    Eher unwillig durchblätterte ich einen unerquicklichen Reiseführer für Litauen. Er war dünn, ich war durchgeblättert bevor ich aufgeben konnte. Warum veröffentlichen Menschen Bücher, die keine Lust auf Schreiben haben? Meine Hoffnung hing am nächsten Buch, das Madame mir aus der Bibliothek mitgebracht hatte:

    Tomas Venclovas Vilnius – Eine Stadt in Europa.

    Alleine schon der erste Satz:

    Der Raum, in dem meine Stadt sich angesiedelt hat, hat keine klaren Grenzen.

    Ich atmete ein, breitete innerlich die Arme aus und ließ mich in den Text fallen. Ich bereute es nicht. So viel klassisch osteuropäische Gelehrsamkeit, soviel Wärme trotz kritischem Denkvermögen. Dieses Buch ist ein Traum.

    Ein Bungalow im Feld

    Mein Geist wandert ab und an Richtung Sommer. Mein Herz lebt im Frühling.

    Aus den Augenwinkeln sah ich beim Rasenmähen1 eine Taube elegant einen halben Meter über den benachbarten Acker gleiten. Später rüttelte die Taube über dem Acker. Ich beschloss, dass die Taube wohl ein Turmfalke war.

    Die Sonne schien, letzte Woche hatte es geregnet, und der Frühling kannte kein Halten mehr.

    Schon bei der Ankunft in den märkischen Hamptons begrüsste uns ein wild singender Vogel. Da es kurz vor Mitternacht war, war es wohl eine Nachtigall und keine Amsel.

    Ein ausuferndes Vogelkonzert begleitete unsere Wege bei Sonnenlicht.

    Besonders fiel mir ein Schmettern auf – ich bedankte mich beim Handy, dass mir innerhalb von einer Minute sagte, dass das Schmettern in Fachkreisen als Klappern (wie das einer Mühle) bezeichnet wird, und klares Anzeichen für die Klappergrasmücke ist.

    Später: Ein Schatten zog über mich. Ich schaute hinauf: Ein Storch kreiste keine Zehn Meter über mir. Später: Ein Schatten neben mir. Ein bisher unbekannter Nachbar hatte sich neben dem lauten Rasenmäher angenähert, fragte, ob er WD40 für ein Anhängerkupplungsschloss leihen kann.

    Erstaunlich, wie die Schlüsselblumen nach Jahren des Zögerns, sich doch entschieden, den Garten zu mögen und sich auszubreiten.

    In der Pseudowiese2 nimmt der Löwenzahn das Gelb der Narzissen auf und tupft diese mit gelben Punkten. In der echten Wiese wachsen die Blätterbüschel der Knautien empor und versprechen den Sommer.

    Erstaunlich, dass die eine rote Tulpe unter dem Rotdorn sich im Laufe weniger Tage in drei rote Tulpen verwandelte. Wir beide könnten schwören, dass auch 2025 dort nur eine Tulpe stand.

    Erstaunlich, wie viele Blüten das kleine Bäumchen der Köstlichen von Charneaux tragen kann.

    Während die Mirabelle schon durch ist, beginnen die Äpfel das volle Programm zu fahren. Zurzeit sind sie halb rose Knospe, halb weiße Blüte. Bällebad ist nichts dagegen.

    Yevgeni

    Kulturelles Überangebot führte Donnerstag zum Split. Während ich Richtung Kreuzberg ins Kino verschwand, fuhr Madame nach Mitte-Mitte ins Konzerthaus zum Berliner Klavierfestival.

    Yevgeni Sudbin spielte Bachs Fantasie & Fuge a-Moll BWV 904, Skrjabins Sonate Nr. 10 op. 70, Chopins Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52, Bach-Rachmaninovs Prélude, Gavotte & Gigue aus der Violin-Partita Nr. 3, Scarlattis Sonaten K. 466, K. 208 und K. 455 und Tschaikowski-Sudbins Fantasie-Ouvertüre zu Romeo & Julia.

    Ich will nicht sagen, dass sich Routine einstellte, oder dass Sudbin jetzt nicht von Eckhardstein heranreichte. Aber sie leuchtete nicht ganz so sehr. Während fast ein Zwischenstück, Skrjabins Sonate Nr. 10 op. 70, sie bis in den Kern bewegte, blieb sie beim eigentlichen Hauptstück des Abends, der Ouvertüre zu Romeo & Julia reservierter.

    Beeindruckend, wahrlich beeindruckend, wie Sudbin die Klangbreite eines kompletten Orchesters von den Flöten über die Streicher bis zum schweren Gerät nur mit einem Klavier erzeugen kann (Hier eine ältere Aufnahme von Sudbin mit demselben Stück)

    Trotzdem konnte sie sich des Kommentars nicht erwehren, dass es ja heutzutage schon Tonaufnahmen gibt und es eigentlich nicht mehr nötig ist, komplette Orchestersätze nur für Klavier zu arrangieren.

    Vera

    Nach dem IMAX-Ausflug vom Montag, war ich zurück in meiner Arthouse-Kuschelwelt3. Es ist eine Welt, in der mensch an einem komplett normalen Donnerstag einen großen Kinosaal durch einen Schwarzweißfilm von 1944 ausverkauft bekommt. Wie schön.

    Laura (Regie: Otto Preminger) lief in der Yorck-Reihe Boulevard Noir im großen Saal im Yorck Kino und war ein Highlight dieser an Highlights reichen Reihe.

    Murder is my favorite crime

    Ein Vergleich mit dem kürzlich gesehen Maltese Falcon drängt sich auf. Beides sind Klassiker des Genres, die vor allem zeigen, wie sich schöne, beneidenswert gut angezogene, Menschen in stilvollen Innenräumen Dialoge zum Auswendiglernen an die Ohren werfen.

    Der Falke spielt in San Francisco, Laura in New York. Beim Falken geht es am Ende um einen Schatz aus dem ausklingenden Mittelalter, bei Laura um den klassischen Femizid. Der Falke ist vermutlich der ikonischere, cleverere, gewitztere der beiden Filme mit den besseren Schauspieler*innen; Laura der klügere und meines Erachtens bessere Film.

    I don’t use a pen. I write with a goose quill dipped in venom.

    Dabei möchte ich den Klassiker Maltese Falcon auf gar keinsten Fall schlechtreden – es ist ein großartiger Film. Aber er bietet sich zum Vergleich an. Wo der Falke alles auf Humphrey Bogart zentriert, er ist die schönste Figur im Film, hat die komplette Bildschirmpräsenz, ist der Good Guy und derjenige mit den coolen Sprüchen, kreiert Laura ein Ensemblestück:

    Der Typ mit den großartigen Sprüchen ist jemand anderes als der Detektiv und wieder jemand anderes ist die schönste Person. Wer die höchste Bildschirmpräsenz, ist streitbar. Aus einem Ensemble, das im Falken um die Sonne Bogart kreist wird in Laura ein instabiles System mehrerer Kraftzentren stets zwischen Explosion und Kollaps.

    Wo der Falke schon mit einer reichlich abstrusen Geschichte anfängt, der Schatz des Malteserordens, und sich dann voll in in diese Absurdität hineinwirft, nimmt Laura die allgegenwärtigste aller Mordgeschichten, der Besitzergreifende Ex-Nicht-mal-Liebhaber war’s, und webt darum ein kunstvolles Netz der Irrungen und Wirrungen. Im Falken spielen Figuren, bei Laura sind es Menschen.

    I never have been and I never will be bound by anything I don’t do of my own free will

    Nur halb war ich dann überrascht, dass der Ursprungstext von Laura von Vera stammte. Überrascht, weil ich nicht gedacht hätte, dass Hollywood 1944 eine Frau an derart prominenter Stelle kommen ließ. Nicht überrascht, weil sich der Film weiblich gedacht anfühlte.

    Vera Caspary, die Frau, die das Buch zu Laura schrieb, ist eines Films würdig. Tochter russisch-deutsch-jüdischer Einwanderer verdiente sie ihr erstes Geld, indem sie den fiktiven „Sergei Marinoff School of Classic Dancing“ Fernlehrkurs und andere Fernlehrkurse erfand von deren Themen sie wenig verstand.

    Zeitlebens hielt sie und sich selbst und ihre Mutter durch fragwürdige Copywriting-Jobs am Existenzminimum am Leben haltend bis sie ihren ersten Erfolg hatte, und die Geschichte Thicker Than Water an Paramount verkaufte. Dieselbe Geschichte verkaufte sie mit kleinen Abwandlungen noch achtmal an andere Abnehmer.

    Ihr Leben blieb bewegt, Erfolg mit Laura, Pleite mit Investitionspech, Blacklisting in der McCarthy Ära, und schließlich ein Leben als mäßig erfolgreiche Romanautorin.

    Laura Hunt: But you write about people with such real understanding and sentiment. That’s what makes your column so good.
    Waldo Lydecker: Sentiment comes easily at 50 cents a word.

    Auto Anker Buch Bus

    poupou war beim Berliner Klavierfestival und sah Yevgeni Sudbin: Berliner Klavierfestival 2026. Yevgeny Sudbin

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    Holger und Angela ankern in der Biskaya: AZ13 – Ankern in der Ria de Cedeira

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    Merken für Potsdam: Die Linie 603 wird auch als Cecilienhof-Linie bezeichnet. Unterwegs kann man die Französische Kirche, das Holländische Viertel, die Gotische Bibliothek, den Treffpunkt Freizeit und den neuen Garten sehen, außerdem das 7. Städtchen, das Fontane-Archiv und enorm viele Villen. Und man muss nicht mal aussteigen, das ist ein Rundkurs. Zwischendurch ist allerdings das Pflaster so schlecht, dass es einem fast die Plomben aus dem Zahn haut.

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    Nichts ist mehr Entertainment als Autowaschstraße: Auto waschen.

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    Zum Welttag des Buches. Der Kaffeehaussitzer blickt auf seine detaillierte Prognose aus dem Jahr 2016 „Der Buchmarkt der Zukunft“ zurück: Im März 2016 erschien ein Text von mir in der Zeitschrift »Streifband«, dem Magazin des Studienganges Buchherstellung an der HTWK Leipzig. Er trug den Titel »Kaffeesatzlesen für die nächste Dekade«. Ich war gebeten worden, einen Beitrag über die Zukunft der Buchbranche zu schreiben

    Anmerkungen

    1. Anmähen für 2026 ↩︎
    2. In der echten Wiese – also dort wo wir nur einmal im Jahr mähen, wächst kein Löwenzahn mehr. Dieser wächst nur auf den Mähwegen und -flächen, die regelmäßig kurz gehalten werden. ↩︎
    3. Yorck Unlimited No. 21. Damit 11,33€ pro Besuch und damit auch preiswertertester als die Online-Karte in den B-Kinos. Oder anders gesagt: Preiswerter als jede reguläre Eintrittskarte. ↩︎
  • 25-05-13 Die Stunde des Gartenfalken

    25-05-13 Die Stunde des Gartenfalken

    Madame brachte ungesponnene Schafwolle auf den Beeten aus. Dabei bestimmte sie einen Wiesenbocksbart.

    Meine Holzhacktechnik verbessert sich. Das Körpergedächtnis kehrt zurück.

    Beim Erholen vom Holzhacken gelesen: Ein Hof und 11 Geschwister. Dolles Buch. Nachdem mich quasi schon die gesamte Familie dazu gedrängt hatte. Später mehr. Ich habe mich extra nach dem ersten Drittel gestoppt, damit ich länger etwas vom Text habe und demnächst weiterlesen kann.

    Es ist zu trocken. Die mittelmärkische Flora legte eine Blühpause ein. Die Äpfel sind endgültig durch. Aber Mohn, Pfingstrosen und andere machen keine Anstalt nachzulegen. Einzig Knautzien und Skabiosen – beide auch wild in der Wiese – zeigen erste Blüten.

    Das Essen blieb saisontypisch: geschälter Spargelbruch direkt vom Spargelhof. Am Samstag mit Rührei, am Sonntag mit Merguez. Madame hatte aus Frankreich noch rosa Kekse mitgebracht, auf deren Packung zwei Gläser Sekt abgebildet waren. Wir griffen die Anregung Samstagabend auf.

    Der Spargelhof weiß wie das mit den Verkaufen funktioniert. Er stellte die duftenden Erdbeeren genau in den schmalen Durchgang. Wir wurden schwach, haben das teure Vergnügen aber nicht bereut: sie schmeckten so herrlich wie sie rochen.

    Berlin-Nachklänge

    Im Berliner Treppenhaus mal wieder ein neuer Briefkasten. Diesmal mit chinesischen Nachnamen. Wir vermuten, dass durch die Hauserwerfungen der letzten Jahre viele Schlüssel der Originalbriefkästen verloren gingen, neue Mietparteien jetzt immer gleich einen neuen Briefkasten statt eines Schlüssels bekommen.

    Ein Nachtrag zu Samstag: Madame war in den 2010ern noch im Baerwaldbad Schwimmen und Aquagymnastiken. In den letzten Jahren seiner Öffnung, als Stadt und Bezirk das marode Bad schon erfolgreich an einen privaten Verein abgeschoben hatten, hatte dieser Hallenzeiten an den Unisport der TU Berlin untervermietet.

    Der Unisport war auch für nicht Uni-Angehörige offen (und ist es immer noch, vielleicht auch ein Tipp für andere Städte) und so landete Madame im besondersten aller damaligen Berliner Bäder – und war nachhaltig beeindruckt.

    Meermoabit sammelt rote Kastanien. Vor dem Baerwaldbad steht eine.

    Das Rätsel des nächtlichen Besuches ist gelöst

    Am Wochenende war Stunde der Gartenvögel. Diese ließen uns etwas hängen. Dafür hätten wir jede Menge Garteninsekten und selbst Säugetiere bieten können.

    Noch auf dem Parkplatz in Berlin: Eine Hornisse.

    Auf der Anfahrt zu den Latifundien: ein Fuchs am hellichten Tag am Straßenrand. Als wir anhielten um zu filmen, ging er faul durch den Grünstreifen auf das nächste Feld, hat sich da erstmal hingesetzt und am Ohr gekratzt.

    Auf der Rückfahrt: ein gigantischer Igel, der vor uns die Straße kreuzte. Bei seinem Anblick konnte ich vollumfänglich den englischen Begriff „hedgehog“ für den Igel nachvollziehen.

    Im Garten viele Bienen aller Art, viele Solitärwespen und besonders zutrauliche Holzbienen. Die eigentlichen Vögel hörten wir eher als dass wir sie sahen: Nachtigall, Rotschwanz, Kuckuck. Wirklich gesehen: eine Kohlmeise, zwei Spatzen, vermutlich Elstern.

    Großer Star unserer Zählung war ein eher ungewöhnlicher Gartenvogel: der Turmfalke. Dieser jagte anderthalb Tage lang über den Nachbaräckern, flog mal tief über den Garten, dann hoch in der Luft rüttelnd. Dann in unruhigen Flug in weiter Entfernung, dann wieder knapp hinter dem Zaun.

    Einen anderen Besucher haben wir immer noch nicht Aug-in-Aug gesehen. Aber seit Jahren haben wir, sobald wir Nachts das Auto abstellen, am nächsten Morgen lehmige Pfotenspuren auf Rückfenster und Dach sowie eine Rutschspur-mit-dem-Arsch auf der Frontscheibe. Unser Verdacht war eine Katze – aber eine recht dreckige.

    Die Wildkamera löste dieses Rätsel: Die Dreckspatz-Katze ist in Wahrheit ein Marder.

    150/180

    Die Note für die letzte Fernuni-Klausur des Wintersemesters kam. Informationsmanagement ist bestanden. Damit ist der aktuelle Stand im Bachelor Wirtschaftsinformatik.

    Pflichtveranstaltungen

    • BWL 35 von 35 nötigen ECTS ✅
    • VWL 5/15
    • Mathematik 20/20 ✅
    • Informatik 30/30 ✅
    • Wirtschaftsinformatik i.e.S. 40/40 ✅

    Wahlpflicht

    • Seminar 10/10 ✅
    • Freies Modul 10/10 ✅
    • Wirtschaftsinformatik-Modul 0/10

    Bachelorarbeit 0/10

    Damit sind 150 von 180 ECTS erworben.

    Nach Plan kommen die letzten 30 ECTS dieses Semester. Subplan: Fast alle Zeit und Energie geht in die Bachelorarbeit. Die beiden „normalen“ Klausuren (Knowledge Management und Mikroökonomie) werden halt Augen zu und knirsch.

    Auch entdeckte ich in den letzten Wochen: Würde ich dieses Semester einfach alle geplanten Sachen lassen und nur das freiwillige Modul „Lineare Algebra“ belegen, würde mir die Bachelorarbeit leichter fallen. Irgendwie schreibe ich nominell im Bereich BWL, ein Großteil meiner Literatur stammt aber aus der Mathematik. Gerade lud ich aus der Bibliothek das PDF zu „Linear Programming – Foundations and Extensions“ herunter.

    Falls die Bachelorarbeit nichts wird, hab ich durch das Buch dennoch einen persönlichen Gewinn. Denn „The latest edition now includes … an application of integer programming to solve Sudoku problems“.

    Sizzle Drizzle und Riz Casimir

    Die Financial Times wirft einen kritischen Blick auf Sam Altmans (OpenAI/ChatGPT) Küche: His kitchen is a catalogue of inefficiency, incomprehension, and waste. If that’s any indication of how he runs the company, insolvency cannot be considered too unrealistic a threat.

    Frau Zimtkringel kocht ein Schweizer Traditionsgericht, und genau das wird es Montag Abend bei uns zum Essen geben: Riz Casimir – Kindheitserinnerungen

    Poupou stellt veganes Pistazieneis her.

    Die Kaltmamsell wandert durch Wolfratshausen und Schäftlarn. Die einzige Gegend im Großraum München, in der ich mich dank elincognito ein wenig auskenne. Die Hälfte der Lektüre erwartete ich halb, dass elincognito hinter einem Busch hervorspringt und „buh!“ ruft.

    south spielt mit dem Großen Halluzinator

    Hallo namenloser Halluzinator. Bitte gib mir eine Illustration und Empfehlungen passend zum oben stehenden Artikel. (Anbei eine kuratierte Auswahl, in Wahrheit laufen etwa 25 Prompts mit einer hohen zweistelligen Anzahl an Empfehlungen. Ich nehme natürlich das, was ich am spannendsten finde.)

    Empfehlungen

    Der Halluzinator hat diesmal heftig halluziniert. Jede Menge nicht vorhandene Bücher, Filme, Schwimmbäder und Seen vorgeschlagen.

    Andererseits: die Verbindung von Song und Duft war auch seine Idee – und die ist ziemlich genius.

    Eine wieder durch mich vorgenommene subjektive Auswahl der Empfehlungen:

    Film

    Le quattro volte“ (2010, Italien)
    Begründung: Vier Lebenskreise in Kalabrien – Baum, Ziege, Mensch, Rauch. Wie ein verlängertes Beobachtungswochenende. Ein leiser, fast wortloser Film über Ziegen, Erde, Zeit und Wandel im ländlichen Kalabrien. Warum: Er spricht mit Turmfalken, nicht mit Erklärungen.

    Essen

    Pfannen-Merguez mit lauwarmem Linsensalat und Senfkräuter-Vinaigrette.
    Begründung: Nährt und wärmt nach dem Holzhacken, würzig wie der Marderbesuch.

    Buch

    Gertrud Kolmar – Lyrik und Prosa (z.B. aus Die Frau und die Tiere)

    Warum:
    Kolmar, die stille Schwester von Walter Benjamin, schreibt in einem Mischton aus Naturbetrachtung und innerem Beben. Ihre Tiere sind keine Metaphern, sondern Gegenüber. In einem ihrer Texte: ein Igel im Garten. Ihre Sprache hat etwas von der Wolle: rau, strukturiert, warm. Und sie kennt den Rand von Berlin besser als jede andere Schriftstellerin ihrer Zeit.

    Essay

    John Berger: Why Look at animals // Kurzer, kluger Essay über Tiere im Kapitalismus, auch geeignet für Turmfalken und Marderanalysen. (Lange Werkbesprechung)

    Songs

    Brìghde Chaimbeul – „Thèid mi lem òn“ (mit Colin Stetson) Begründung: Gälische Pipes & Bassklarinette – archaisch und akademisch zugleich. // Anmerkung: Gibt es gar nicht. Aber es gibt Brìghde Chaimbeul featuring Colin Stetson – Pìobaireachd Nan Eun | The Birds

    Beth Ditto – „I Wrote the Book“ // ?️ Duft: Roter Pfeffer, Lippenstift, heißer Drucker // Notiz: Du denkst: Ich kann alles. Selbst Wirtschaftsinformatik.

    Seu Jorge – „Chatterton“ // Duft: Nasses Gras und Orangenhaut // Notiz: Madame trocknet das Handtuch auf dem Balkon. Du hörst das Schwimmbad in der Ferne. (Ich bin schockverliebt in diese Aufnahme mit Ana Carolina)

    Angèle – „Libre“ // ? Duft: Reife Erdbeere mit Spritzer Champagner // Notiz: Samstagabend, du öffnest die rosa Keksverpackung und fühlst dich überraschend glamourös.

    Computerspiel

    “Mutazione” von Die Gute Fabrik

    Genre: Mutantensoap, Gärtnern, Zwischenmenschliches
    Plattform: PC, Switch, PS4, iOS
    Spielzeit: ca. 6–8 Stunden (perfekt für ein langes Wochenende)
    Warum passt’s zum Text?

    • Garten als Ort der Resonanz: Du pflanzt Dinge an, beobachtest, wie sie reagieren. Es gibt Krankheiten, Wetter, Gespräche – genau wie beim Wiesenbocksbart.
    • Tierhafte Wesen mit Geschichten: Kein Turmfalke, aber viele andere. Und sie reden. Und manchmal schweigen sie besser.
    • Stille, Rhythmus, Textfragmente: Alles ist langsam, seltsam, liebevoll kaputt. Wie eine Hornisse, die sich verflogen hat.

    Beim Spielen:
    – Iss rosa Kekse.
    – Mach dir Notizen auf echten Papierzetteln.
    – Wenn der Marder auftaucht: keine Panik. Der ist Teil des Spiels.

  • 25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    Das Prinzenbad eröffnete die Berliner Freibadsaison am 30. April. Heute zog unter anderem das Insulanerbad nach. Ein schöner Tag.

    Mir träumte, ich hätte an einer wüsten Party teilgenommen. Leider erinnere ich mich nur an das Ende. Ich musste in mehreren abgeschlossenen Räumen mein T-Shirt suchen. Den Mann, dessen Band-Shirt irgendwie an mir gelandet war, musste ich mit einem 16-Euro-Cocktail besänftigen. Die Straße vor dem Partyort funkelte, allein vom Glitzer, den die Partygänger*innen verloren hatten.

    Es ist seltsam wie das Gehirn funktioniert. Das hörte ich ein paar Takte The Cure und sofort war ihr Bild vor mir. Melanie aus der 9. Klasse, komplizierte Liebe aus der Schach AG und riesiger The-Cure-Fan. Bestimmt habe ich seit 30 Jahren nicht mehr an sie gedacht.

    Ich versuchte, politisches Engagement zu zeigen, indem ich den Kolleginnen und Kollegen (KuK) ein kämpferisches MS-Teams-Emoji zum Abschied in den ersten Mai schickte – und es gibt nichts! Kein Gewerkschafts-Emoji, kein Arbeitskampf-Emoji, keine erhobene Faust, nicht einmal die sozialistische Rose.

    Auch irritierte mich, dass ich ein harmloses vielfältig auslegbares Regenbogen-Emoji in MS Teams suchte, und auch dieses erst über Umwege fand.

    Um so erfreulicher ein anderes Fundstück, dass es den auch 2025 noch gibt: der Sennheiser-Kopfhörer-Pride-Edition.

    Weniger erfreulich: das US-Justizministerium möchte ein wenig Faschismus zeigen und schreibt Briefe an die Wikimedia Foundation wegen der Wikipedia. Anscheinend suchen sie krampfhaft einen Grund, um die Gemeinnützigkeit der Foundation abzuerkennen.

    Aus verschiedenen privaten Gründen suchte ich nach diverser Technik, und suchte auch nach Desktop-PCs. Derzeit erste Wahl zum Thema (muss weder Gamen noch Videos bearbeiten, sollte aber wertig sein): das Lenovo Thinkcentre oder der Dell Inspiron.

    Ihr kennt die Regel beim Kochen: Ein Schluck Wein ans Gericht und ein Schluck für den Koch. Aber habt ihr schon mal 10 Kilo Ende-der-Saison-fast-überrreife Crowdfarming-Orangen gehabt, diese dann ausgepresst, um mit dem Saft zu kochen, und den Rest der ausgepressten Orange beim Kochen gegessen. Ein Gedicht!

    In der Berliner Wohnung zogen Schlupfwespen ein.

    Der große Halluzinator

    Gebt ihr Euren KI-Chatbots Eigennamen? Ich wäre tatsächlich nie auf die Idee gekommen, ES IST EINE STATISIKMASCHINE, lese aber zunehmend davon. Und irgendwie ergibt es auch Sinn, wenn man das Ding halt dauernd anspricht. Aber nein, never, niemals einen Namen. Falsche Ebene.

    Dennoch kann eine Statistikmaschine „Persönlichkeit“ haben. Zum Beispiel zu nett sein, und auch den psychopathischsten, zerstörerischsten Ideen begeistert zustimmen. So in den letzten Wochen bei ChatGPT passiert. Sycophancy in GPT-4o: What happened and what we’re doing about it

    Meistens spiele ich mit dem Ding ja rum. Wenn ihr ein Konzept für einen Arthouse-Film mit Tilda Swinton benötigt, die nachts auf Brandenburger Feldern Gülle ausbringt – ich und der Halluzinator have you covered!

    Ich glaube übrigens, ich habe ein sinnvolles Einsatzgebiet für das Ding gefunden. Ich werde es Beschwerdebriefe formulieren lassen! Ich begann mit einer Liste möglicher Beschwerungen.

    • Die Berliner CDU weil sie Tempo 30 auf der Straße vor unserer Wohnung wieder abschaffen will.
    • Der Deutschlandfunk, weil er das Lied- und Chanson-Programm ins allertiefste Nachtprogramm verbannt hat, und es nicht mal in der Mediathek aufrufbar ist.
    • Der Deutschlandfunk, weil er nicht einmal eine Gewerkschaftskundgebung live überträgt. Wer 52+ Gottesdienst-Liveübertragungen im Jahr schafft, könnte auch einen kämpferischen Ersten Mai ins Programm nehmen.

    Ich-als-Rentner-und-Chat-GPT – es wird ein Traumpaar!

    Schon vor dem Renten-Eintritt bemüht Herr Paul das Programm: Nachdem ich vor ein paar Tagen erst so wirklich herausfand, wie ein LLM funktioniert, passte ich gestern/heute meine Konfiguration an um bessere Ergenisse zu erzielen.

    Der Mohn ist aufgegangen

    Der Mohn ist aufgegangen. Also zumindest die erste Blüte. Sagt Madame. Auch wenn es quasi unmöglich sein sollte, Mohnblüten zu übersehen, scheint es mir heute gelungen zu sein.

    Der Garten bietet sein volles Frühlingsprogramm. Als wir Mittwoch abend kamen, roch es (nach) Scheiße, also eher halt Gülle. Aber das verzog sich freundlicherweise im Laufe des Feiertags. Bis wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, war es schon wieder eine Mischung aus Apfelblüte und Raps.

    Freundlicherweise ist dieses Jahr alles zwei Wochen später dran als 2024, so dass wir die volle Wucht erst nach dem Paris-Urlaub erfahren. Der Flieder beginnt zu duften, der Rotdorn wird dieses Wochenende aufblühen und der letzte der drei Apfelbäume hat immer noch Knospen.

    Nachts wachten wir beide unabhängig voneinander auf, weil die Nachtigall so apart lärmte. Zum Frühstück begrüßte uns der Kuckuck.

    Wir beide fragten uns, ob die Insekten die letzten Jahre auch so groß waren.

    Nachdem die Hornisse ihr Nest doch nicht direkt neben der Terrasse baut, fanden wir sie dann im Bungalow. So war das nicht verabredet!

    Leider seit Wochen unberührt wirlt das Vogelnest, das wir in der Holzlege fanden. Ich schaute es doch einnal näher an, bewunderte seine Kunstfertigkeit und Lehmverstärkungen, wir entschieden uns nach diversen Recherchen für ein verlassenes Amsel- oder Singdrosselnest.

    Dafür brütet am Bungelow in einer versteckten Ecke der Außenkostruktion eine Meise. Hurra! Und Störche sowie Turmfalken flogen tief über den Garten. Hurra!

    Ein perfektes Mai-Wochenende kann kommen.

    CDs in Japan und Boba in New York

    Blogs lesen lohnt, dank Hotel Mama entdeckte ich den Klaviersalon Christophori, den wir sicher demnächst aufsuchen, dank eines Kommentars bei der Kaltmamsell die Kurpfalz-Weinstuben in Charlottenburg.

    Mit Frau MaultaschenRavioli bei der Karfreitagsprozession in Madrid.

    Japan kauft noch CDs. In letzter Zeit sogar wiede mehr. Karen erklärt.

    Legos Boba Quest in New York geht weiter: As I wrote about last week, one of my favorite boba shops, Shiny Tea, is closing soon .. Fazit: man kann verschiedene Bubble-Tee-Geschmäcker haben und trotzdem Freunde bleiben.

    Letztens Gespräche über Karrierewege als Technical Expert oder als Manager. Markus fasst den Unterschied sehr schön zusammen: Die beiden Bewerbungsgespräche liefen gut. Allerdings komme ich nur für eine der beiden Firmen infrage. Für die andere bin ich überqualifiziert, wie der Herr meinte. Ich würde mich nur langweilen, sagte er. Überqualifikation finde ich in meinem Fall eine lustige Formulierung. Als Manager oder Führungskraft bin ich in Wahrheit zu inkompetent, um die richtige, fachliche Arbeit durchzuführen. Ich kann aber gute Emails schreiben und die Leute zusammenhalten. Überqualifikation ist natürlich der schönere Begriff.

    Den ultimaten Lebens- und Jobtipp verdanke ich allerdings einer Kollegin. Vielen Dank: Self-help Singh- Make Mistakes

    south spielt mit ChatGPT

    Hallo, Statstik-Maschine, der ich keinen Namen geben werde, erstelle mir eine Illustration sowie diverse Empfehlungen passend zum vorhergehenden Blogpost:

    Empfehlungen

    Outfit: Gut gealterte Jeansjacke über Streifenshirt, Leinenschal – Hommage an 80er-Melancholie und DLF-Verdruss.

    Kulinarisch: Selbstgemachte Rhabarber-Limonade mit einem Hauch Rosenwasser – wie Apfelblüte im Glas.

    Film: The Garden (mit Tilda Swinton) (Derek Jarman, UK 1990) – queere Ikonographie trifft Naturgewalt – ein Gartenfilm gegen Faschismus.

    Musik: The Cure – Charlotte sometimes– – The Cure: direkt aus der Schach-AG der Erinnerung.

    Sachbuch: Kleine Geschichte des politischen Liedes in Deutschland – für DLF-Ärger und 1.-Mai-Rhetorik