Autor: southpark

  • 25-12-13 Seeteufel, Crème brûlée und Schwimmbadkaffee

    25-12-13 Seeteufel, Crème brûlée und Schwimmbadkaffee

    Wilmersdorf war einst ein Fischerdorf. Was um so erstaunlicher ist, weil heutzutage nicht einmal mehr der See existiert, in dem die Wilmersdorfer jahrhundertelang fischten.

    Auch die neue Wohnumgegend steckt voller Geschichten.

    Ich habe die Hoffnung, dass ich langsam dahin komme, diese Geschichten erkunden zu können.

    Es gibt da beispielsweise das Stadtbad Wilmersdorf, über das der rbb einen Film anlässlich seiner Eröffnung 1961 wieder ausgrub: Hallenbad Wilmersdorf eröffnet

    Am Samstag um 20:54h hatte ich das erste Mal seit dem Umzug das Gefühl: Jetzt schwimmen. Jetzt bin ich körperlich erledigt. geistig entspannt und habe vor allem nicht mehr das Gefühl unbedingt in der Wohnung räumen zu müssen, ich traue mir sogar zu mit nassen Badesachen das Chaoslevel zu vergrößern – ich würde jetzt gerne in ebenjenem Stadt WIlmersdorf baden gehen.

    Allerdings war die zu diesem Zeitpunkt der Ende-der-Badezeit-Gong bereits vor vier Stunden und vierundzwanzig MInuten ertönt.

    Es waren zwei Werktage des Nachumzugs. Einer mit Werken, einer mit Nachumziehen.

    Am Ende des zweiten Werktags wünschte mir ein Weihnachtsmann auf einer weißen Vespa Merry Christmas. Er war der Teil der Weihnachtsbiker und das war sehr schön.1

    An der Panke

    Zum Ende des Jahres durfte ich mir etwas schenken: Eine Schwimmbadexkursion. Ausgestattet mit einer handvoll Fidokeys, einem Ersatzkabel und einem Ersatzlaptop galt es die Segnungen der Digitalisierung bis in den letzten Winkel Berlins zu evangelisieren: Dorthin, wo die Windräder stehen, nach Buch.

    Wobei ich gleichzeitig ein sehr schlechter und ein sehr guter Digital-Evangelisator bin.

    Einerseits bin ich vermutlich in der ganzen Abteilung derjenige, der am wenigsten sagen würde: Digital ist besser. Gemessen an Beruf und Bildung lebe ich ausgesprochen analog, überlebe einmal alle drei Monate, ob mein Alltag ohne Smartphone machbar wäre2 und verstehe jeden, der damit nichts zu tun haben will. Andererseits kann ich aber voll Überzeugung sagen „so wie wir das gerade machen, ergibt es tatsächlich Sinn.“

    Na egal, eigentlich freue ich mich, mal in verschiedenen Bädern hinter die Kulissen zu schauen, zu sehen, wo Teamräume und Büros sind, am Rand die Diskussionen mitzuhören, wer den nächsten Saunaufguss macht und den Kaffee aus der Badmaschine angeboten zu bekommen.

    Dafür fahre ich auch gerne zwei Stunden S-Bahn hin- und zurück und schleppe zwei Laptops anderthalb Kilometer die Panke entlang bis ich endlich im Bad bin.

    Immer wieder lustig: in kompletter Straßenkleidung mit Jacke und Taschen (aber Überziehern an den Schuhen!) einmal quer durch die Schwimmhalle zu laufen, weil die relevanten Personen in der anderen Hälfte des Gebäudes sind.

    Und irgendwann Hummer thermidor

    Irgendwie verlief dieses Jahr unerwartet. Die letzten Wochen ganz besonders. Aber dass Madame beim Essen in der Wilmersdorfer Brasserie Pastis sagen würde „Klingt alles gut, aber hatte ich dieses Jahr schon so oft in Paris“ – auch das war unerwartet.

    Wenn mein runder Geburtstag schon zwischen Bachelor, Tübingen-Konferenz und Wohnungs-Zusage etwas unterging (nicht böse drüber), so traf es Madame noch untergängiger. Sie ist eh schon mit dem Geburtstag inmitten der Adventszeit gestraft. Aber dieses Jahr fiel er auch noch in die zwei Wochen, die komplett der Umzugsbewältigung dienen.

    Abends gewährten wir uns Ausgang: das Pastis. Eine franzöisches Restaurant am Rüdesheimer Platz, eine U-Bahn-Station von der neuen Wohnung entfernt. In Frankreich wäre es ein unspektakuläres gutes Restaurant, für deutsche Verhältnisse, wo im Schnitt dann doch ein anderes Gastronomieniveau gilt, war es also schon edel.

    Wir hatten einen schönen Tisch neben einer unterhaltsamen bürgerlich-Westberliner-Familienrunde. Kellner und Kellnerin wirkten angemessen charmant französisch. Sie servierten uns Jakobsmuscheln bzw. Geflügelconsommé mit Maispoularde, dann Entenbrust bzw. Seeteufel und zum Ende eine doppelte Crème brûlée. Dazu Cremant rose, ein Bordeaux auf Empfehlung des Kellners und zum Dessert ein Sauternes.

    Eigentlich dachten wir, das Schlimmste wäre überstanden und dann suchten wir zwei Stunden lang nach der großen, sperrigen, unübersehbaren Bodendüse des Staubsaugers

    Am Samstag um 14:00h holte ein freundlicher Mann mit osteuropäischem Akzent 170 leere Umzugskartons ab. Seitdem können wir einen Haken machen: Erste Etappe geschafft.

    In 10 Tagen (davon die allermeisten mit in diesem Fall sehr lästiger Erwerbsarbeit) von „Eigentlich kann man sich in dieser Wohnung nicht mehr bewegen und wir sind begeistert, wenn wir es schaffen in jedem Zimmer durch die Tür zu kommen und noch begeisterter, wenn wir beide gleichzeitig auf je einem freigeräuten Stuhl sitzen“ zu „wir kommen an jede Wand, jeden Schrank, jedes Fenster, und das war noch nicht verräumt ist, war auch schon in Schöneberg ein wenig heimatlos.“

    Noch ist alles provisorisch. Noch sind 30 Kisten nicht ausgeräumt, noch hängen eine ganze Menge Regale nicht (von Bildern, Vorhängen und Lampen will ich nicht anfangen..) aber die grundlegende Zivilisation innerhalb der Wohnung ist wieder hergestellt.

    What a ride.

    Zum Abschluss noch mal nach Schöneberg, Seidenpapier im dortigen Papiercontainer entsorgen (noch zahlen wir dort Miete und Nebenkosten!) und mal nach der Wohnung schauen. Immer wieder staunen, wie sich zwei Wohnlagen, gerade mal zwei Kilometer voneinander entfernt, beide in nahezu identischer Entfernung zum S-Bahn-Ring so voneinander unterscheiden können.

    Wir zogen nicht nur nach Wilmersdorf, sondern auch auf ein Dorf.3

    Warum Digitalisierung so kalt ist

    Feel you: Irgendwann ganz am Ende habe ich dann ergoogelt, dass Outlook zum Darstellen von E-Mails hinter der Kulisse Word benutzt – und Word mehr oder weniger egal ist, wie man einen Absatz in einer Mail ausgerichtet hat.

    Digitalisierung im Arbeitsleben ist Schlimm, Beweisstück 1 (Foto Nr. 4) und Beweisstück 2.

    So gleich und doch so anders: Kurz vorm Erfrieren: Warum unser japanisches Haus so kalt ist

    Kalt war es auch bei Christiane in den französischen Bergen: Same same but different – der Weihnachtsmarkt im Bergdorf

    Nico erinnert sich an Norddeich Radio.

    Außerhalb des Kinos findet in meinem Leben Bewegtbildwerbung nicht mehr wirklich statt. Umso netter von Thomas mich an die Weihnachtsspots zu erinnern und der niedlichste kommt aus Frankreich.

    Anmerkungen

    1. Angesichts der handvoll Zufälle, der es bedurft hatte, mich zu genau dieser Zeit an diese Kreuzung zu bringen, möchte ich fast von Fügung sprechen. ↩︎
    2. Nein ↩︎
    3. Natürlich nur im Vergleich zu Schöneberg/Hauptstraße. Aber da ist der Unterschied krass. ↩︎
  • 25-12-11 In Hausschuhen zur Packstation

    25-12-11 In Hausschuhen zur Packstation

    Die Gemüslichkeit bescherte uns Yacón. Eine offenbar in einschlägigen Foodfluencer-Kreisen begehrte Knolle, die wenig überraschend sehr gesund sein soll. Geschmack, roh: überraschend süß, am Ende ein vorbeihuschen von Ingwerwasser. Geschmack, aus dem Backofen. Äh, wässrig-neutral?

    Durch Berlin fuhr eine S-Bahn mit der Anzeige Rentier-Express.

    Kollege Jean aus dem Controlling wurde Dritter bei der Excel-Weltmeisterschaft. This is peak nerdness – in meinem Büro! Nicht nur, dass es Excel-Weltmeisterschaften gibt, ich arbeite mit einem Meister seines Fachs zusammen. Wie unbelievable ist das? Ich stelle mir die Ganggespräche in Las Vegas vor: „What is your job? Goldman Sachs? KPMG? Google? – No. It’s Berliner Bäder AöR.“ Hier der Link zum kompletten Halbfinale und Finale, Jeans Finaleinlauf beginnt bei 2:55:06h.

    In wesentlichem kleineren Maßstab: Ich setze gerade eine Ankündigung aus meinem „Hallo southpark, Willkommen-im-Job“-Gespräch von 2022 um. Damals hatte ich schon gesagt, irgendwann lasse ich die ganzen Ticketsystemdaten durch R laufen und bekomme automatisiert tolle Statistiken. Naja, erstmal galt Gigo1 und das langfristige Projekt der Daten- und Kategorienbereinigung. Dann brauchte ich ein wenig mehr R-Vertrautheit. Aber jetzt wird es und ich freue mich.

    Gut: Ich lernte, wo im Wohnschwimmbad der Team-Raum ist und wer die einladenden Gerüche aus der Teamküche hervorruft. Ungewohnt: Ich weiß das wegen eines abendlichen IT-Supporteinsatzes. Aber c’est la vie – es kommt nicht überraschend.

    Es waren drei Tage zwischen Nachumzug und Erwerbsarbeit.

    Wir stellten fest: Die neue Wohnung fühlt sich deutlich mehr nach Latifundien/Bungalow an als die alte: Raumgrößen und Schnitt sind ähnlich, wir blicken jetzt aus niedriger Höhe (1. Stock) ins Grüne. Durch die Lage, getrennt durch den grünen Parkplatz von der Straße, wirkt es überraschend ruhig und dunkel. Und der Sozialzusammenhalt und die soziale Kontrolle innerhalb eines Schwimmbadteams sind mindestens so ausgeprägt wie in der Dauergartenkolonie. Wenn ich spätabends am Küchenfenster auf der Leiter stehe, weiß das am nächsten Morgen das halbe Bad.

    Aber auch: Wenn wir mal einige Tage nicht gesehen werden, fällt es auf und Leute werden nachforschen.

    Selbst das Autobahngeräusch zwischen Latifundien und Wohnung hat gewisse Ähnlichkeiten. Allerdings fehlt dem Bungalow der Gong, der das Ende der Badezeit ankündigt und die benachbarte Autowaschanlage.

    Paketzustellgeschichten

    Lobend sei erwähnt: UPS war der erste Paketdienst, der auf Anhieb in der Lage war, uns an der neuen Adresse ein Paket zukommen zu lassen.

    Geschichten aus Schöneberg. Ein DHL-Paket kam noch an der alten Adresse an und wurde an eine Späti-Post geliefert. In der türmten sich gut sichtbar die Pakete. Allerdings hing im Fenster ein handgeschriebener Zettel: „Post aus technischen Gründen außer Betrieb. Wir wissen nicht, wann sie wieder funktioniert.“ Das Späti-Personal mochte auch keine Fragen dazu beantworten, weigerte sich allerdinsg beharrlich etwas aus dem prominent platzierten Paketstapel auszugeben, denn „Post außer Betrieb.“

    In Wilmersdorf gelang es mir, das erste Paket in Hausschuhen und nur notdürftigen ausgehfeinem Dress aus der grundstückseigenen Packstation zu bergen. Es hat Vorteile, die Paketstation in 10 Metern Entfernung von der eigenen Haustür stehen zu haben.

    Wahrhaftig ist die Packstation näher an unserer Haustür als unser eigener Briefkasten. Dieser hängt am Schwimmbad-Haupteingang. Damit hat er eine andere Straßenadresse als die Haustür und als unsere Meldeadresse. Und, wie Madame erfuhr, liegt er zu allem Drama auch noch räumlich in einem anderen Briefzustellbezirk als unsere Meldeadresse. Der bisherige Stand ist, dass „unser“ Briefträger (Zuständig für den Eingang Meldeadresse), die Post an seinen Kollegen (Zuständig für den Haupteingang Schwimmbad) übergeben müsste, der sie dann in den Briefkasten wirft.

    Mir scheint, das Thema ist noch nicht beendet.

    Bordsteinkantengeschichten

    Die Nachfragen im Bad werden häufiger, wenn ich denn mal schwimmen kommen. Und es ist absurd. Seitdem ich im Schwimmbad wohne, war ich noch nicht einmal baden. So sehr rufen Kartons und unaufgebaute Regale in der Nachumzugswohnung nach Liebe und Aufmerksamkeit als dass ich es über mich brächte, diese noch einmal zu verlassen und dann mit mehr Chaos (nasse Klamotten, nasse Handtücher – wohin?) zurückzukommen.

    Überhaupt bleiben es Wohnungstage. Gut dabei: die CDs sind gefunden und im Regal, dabei sogar besser erreichbar als in der alten Wohnung, das Küchenradio (mit CD-Player) ist eingerichtet und ich kann einfach so CDs rausziehen.

    Aktueller Zufallsfund: muff.potter – Bordsteinkantengeschichten. Melancholisch-poetischer Poppunk aus dem Münsterland der späten 1990er. Manchmal denke ich „Jo, schmerzt ein bißchen das Klischee, aber sie waren jung.“ Oft denke ich: „Hat sich überraschend gut gehalten, diese Provinzjugendverzweiflung und alles was sie dazu singen.“ Ich entdecke: Sänger und Texter Nagel schreibt mittlerweile recht erfolgreich Romane. Ich bin nicht überrascht.

    Es werde Dunkelheit

    Am Wochenende war das Canapee nicht einmal sichtbar, jetzt kann ich schon regelmäßig darauf sitzen! Jetzt kommt aber die Zeit des Denkens. Es sind noch viele Bücherkartons übrig. Diese müssen in Regale. Die können wir aber sinnvoll erst einräumen, wenn wir wissen, wo sie hinsollen. Das wissen wir erst, wenn wir wissen wie die Schreibtisch im Kaminzimmer stehen werden. Um die Schreibtisch im Kaminzimmer zu stellen, ist aber kein Platz, weil alles voller Kartons ist.

    Immerhin gelang es Madame, die Schrankschlüssel in einem Karton zu finden deren Fehlen bisher verhindert hatte, dass wir die Kartons auspacken können, in denen dann die Schlüssel lagen.

    Jeden Tag herrscht etwas weniger Sonderzustand und etwas mehr Alltag. Zum Entertainment aller Vorübergehenden stieg ich in der Küche auf die Leiter, hangelte hinter die Verkleidung vom Dunstabzug und mit viel Balance und wenig Fluchen gelang es mir, die IKEA-Fernbedienung Rodred mit der IKEA Unterbaubeleuchtung Irsta zu koppeln. Das ist gut, denn bisher konnten wir das Licht nur über die Sicherung an und ausschalten.

    Das war misslich. Noch misslicher war es, wenn der Sicherungskasten einen Großteil der Zeit von Umzugskartons versperrt ist.

    Anmerkungen

    1. Garbage in – garbage out. Oder anders gesagt: wenn die zugrunde liegenden Daten unvollständig, fehlerhaft und zufällig sind, dann kann die beste Datenauswertung nicht mehr viel machen. ↩︎
  • 25-12-09 New York State of mind

    25-12-09 New York State of mind

    Der Wiener Feinbäcker im Südkreuz schloss. Damit wird gerade das ganze Carree durchgetauscht (Döner wird zu Sandwich, Lavazza zu Einstein Kaffee und der Wiener Feinbäcker zu ??)

    Das erste Mal nahm ich die Direttissima von der Arbeit über die Ringbahn zur Wohnung. Am Gleis am Südkreuz hörte ich vom Bahnhofsklavier Billy Joels New York State of Mind. Das ist unbedingt ein gutes Zeichen.

    Madame bearbeitete DHL- und Hermes-Boten, die sie auf der Straße aufsuchte: „Bei uns wohnt wer! wirklich!“. Beide waren sehr nett und versprachen, zu versuchen, sich daran zu erinnern, dass unsere Adresse existiert. Von beiden kam der Tipp in unserer Situation „Greift euch den örtlichen Boten und redet mit ihm.“ Das machen mir.

    Nicht nur ist die ganze Wohnung ungewöhnlich, sondern stand anscheinend auch viele Jahre leer.

    Was habt ihr beim Umzug gemacht? Gelesen.

    Lesen geht immer. Es braucht keinen Platz. Es verlangt keine Aktivität und bringt mich doch erfolgreich für eine Viertelstunde in einen New York State of Mind. Oder genauer: Erst in einen Kiew state of Mind, jetzt in einen Niederschlesien state of mind

    Ausgelesen: Eine Formalie in Kiew. Ein schönes Buch. Mal rührend, mal analytisch, mal humorvoll. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst und seinen entfremdeten Eltern zwischen deutscher Ausländer-Bürokratie und ukrainischer Entdankung. Der Wendepunkt kommt, als er sich selbst bei Bauarbeitern entdanken muss, damit diese ihn durch die Baustelle zum Arzt seines Vaters lassen. Die Umstände bleiben so desaströs wie sie sind, aber die Familie in all ihrer Unvollkommenheit, die auch bis zum Ende bleibt, findet einen anderen Umgang. Ein schönes Buch, vielleicht am Ende einen Tick zu nett, vielleicht hätte ich öfter einmal weniger „ja, ja“ nicken wollen und mich mehr fragen wollen „Was ist das jetzt?“

    Ein Buch zum Behalten: Eher nicht.

    Danach angefangen: Tomasz Duszyński: Glatz. Ein polnischer Krimi, der 1920 in der niederschlesischen Stadt Glatz spielt. Im Setting liegt das überraschend nah an Effi Briest und der Vampir, literarisch-stimmungsmäßig ist es aber eindeutig hard-boiled-Krimi der 2000er. Vielleicht wird es mir zu formalhaft. Mal schauen.

    Der kleine Stehtisch hat keinen Platz

    Noch ein Monat und wir laden die Frühschwimmer*innen hier jeden Dienstag früh zum Kaffee ein. Natürlich stehen vor der Tür immer dieselben, die warten und sie und Madame beginnen sich gerade besser kennenzulernen.

    Ironischerweise waren wir immer noch nicht schwimmen. Noch tackert uns der Anblick der Kartons in der Wohnung fest, lieber nochmal ein wenig Räumen und schauen, ob wir die DVDs finden..

    Stand des Umzugs: um die 70 Kartons müssen noch ausgepackt werden. Mir ist es immer noch nicht gelungen, alle Kartons konsistent zu zählen. Aber mir scheint, aus den 160 Kartons des ursprünglichen Angebots wurden in der Realität ungefähr 200. Die Schränke und Billys fassen mehr als mensch von außen so denkt – selbst bei Profis.

    Es waren zweieinhalb Tage des Nachumzugs.

    Madame bereitete das erste warme Essen in der Wohnung. Sonntag: Weißwürste (bedürfen nur eines Wasserkochers), Montag: Aldi-Fertigpizza (Funktionstest neuer Ofen). Nur die Kochplatte ist noch so vollgeräumt, dass es wohl dauern wird.

    Es macht Fortschritte: Konnten wir am Wochenende das Canapee nicht einmal sehen, ist es inzwischen sogar ab und an sitzbar. Auch in dem vollsten Raum, The Study, vielleicht auch das Kaminzimmer, kommen wir mittlerweile an alle Fenster. Außer den Putzlappen ist alles Vermisste aufgetaucht.

    The Study. Kamin schaffen wir auch noch.

    Sogar für die Gelehrten

    Wenn ich einmal richtig alt bin, wird vermutlich das letzte woran ich mich erinnere, der Anfang von Die Weihnachtsmaus sein. Vielleicht sollte ich noch einmal das ganze Gedicht wiederlernen. Aber schön zu sehen, dass es auch anderswo Erinnerungen auslöst.

    Deutsche-Bahn-Stories gibt es viele. Diese hoffentlich nur einmal. Meine Güte. Ach du meine Güte. Meine Güte: 2025-11-30 Sonntag