Schlagwort: Angelina Mango

  • 24-10-15 Waffeln im Sturm

    24-10-15 Waffeln im Sturm

    When life gives you Mangoes – eat them. Dieses Jahr treffen im Wochentakt Mangos unserer Crowdfarming-Adoptionsbäume ein. Ich könnte mich daran gewöhnen, den Herbst mit Mangos einzuleiten. Die Mango-Festwochen erscheinen mir als gutes Übergangsritual aus dem Sommer heraus.

    Gleich mal den Italopop rausholen und Angelina Mango abspielen.

    Von den ehemals sechs Tonnen Betonestrich vor dem Haus sind fünf Tonnen bereits auf dem Dachboden gelandet. Bisher scheint das Dach zu halten.

    Ein Dachboden-Baustellenchef rief an: Er würde gerne in unserer Wohnung etwas machen. Meine spontanen Gefühle rufen gleichzeitig aus: „Geh weg! Lass unsere schöne Wohnung mit Deiner Baustelle in Ruhe!“ und „Sehr gut, es wirkt koordiniert und planvoll und gut wenn sie wissen was sie tun.“

    Auf jeden Fall wird es sinnvoll sein, einen direkten Kontakt mit dem Baustellenchef zu haben und nicht über den Umweg Wir-> Vermieter -> Hausverwaltung -> Dachbodeneigentümer -> Baustelle kommunizieren zu müssen.

    Die Taschenlampenzeit im Treppenhaus ist vorbei. Strom und Licht im Treppenhaus, ebenso wie im Hinterhof, funktionieren wieder. Leise frage ich mich, welcher Handwerker zwischen 20 und 21 Uhr arbeitet. Aber vielleicht war es wirklich nur eine Sicherung und es dauerte drei Tage, den Mensch mit dem Schlüssel zum Sicherungskasten aufzutreiben.

    Die Hansenet-Zeit in diesem Haushalt nähert sich dem Ende. In einem größeren Paketaustausch mit verschiedenen Nachbarn gelangte der neue Router in den Haushalt. Das O2-Gerät wird uns demnächst zusammen mit O2 verlassen. Wir wechseln pragmatisch-langweilig zu einer Fritzbox.

    Am Wochenende auf dem dörflichen Herbstfeuer gelernt: Im Schneewinter 1978 haben sie in den Märkischen Hamptons Wege quer über die Felder freigeräumt. Auf den Straßen war es unmöglich. Der Weg über das Feld war kürzer und an den Seiten waren die Schneeberge noch nicht so hoch.

    Ich glaube der Erzähler war auch froh, dass wir die einzigen Anwesenden waren, die die Geschichte noch nicht gehört hatten.

    Neben Mangos und Herbstfeuer gehört derzeit auch der Semesterauftakt zum Herbst. Genauer: der Einsendeaufgabeneinsendeschluss. Ich stelle fest, der Kurs geht davon aus, dass ich Linearfaktorzerlegung noch aus der Schule kenne, und sie deshalb nicht erklärt werden muss. Sie wird eigentlich auch nicht abgeprüft – eigentlich geht es um Polynome mit Komplexen Zahlen, die Zerlegung ist da eher Verzierung.

    Ich gehe davon aus, dass ich mich an komplett gar nichts mehr meiner Schulmathematik erinnern kann, und drehe ein paar Extrarunden im Crash-Wiederholungs-kurs Polynome in ihre Faktoren zerlegen.

    Madame joggt derweil durch das Stadtbad Wilmersdorf I.

    Vielleicht sollten wir den Herbst in Mango-Astern-Zeit umbenennen.

    Tausche Rosengarten gegen Kohltrüffel

    Zusammen mit den Wochenend-Westlern traf ein letztes Geburtstagsgeschenk ein: die Rosengarten Zweibrücken wird ihre Ranken zukünftig an der Südwestecke der Pergola ausstrecken, uns mit ihrer Farbe und ihrem Duft betören. Im Austausch erhielten die beiden ein best-of-Dithmarschen-Paket.

    Nachmittag und Abend prägten Lebensphasenübergangsgespräche. Dazu Brandenburger Fleisch und bestes Dithmarscher Gemüse vom Grill. Vorher Zwetschgenkuchen mit Zwetschgen vom Bäcker und Waffeln mit Puderzucker.

    Die für sechs Personen kleine Wohnküche im Bungalow veranlasste dazu, das Kochen nach Draußen zu verlegen. Während das Grillen eh unser Sommer-Ess-Standard ist, zog auch das Waffeleisen nach draußen. Madame und Zia sociale trotzten Sturm und kurzen Regenschauern und entwanden dem Wetter ein Dutzend Waffeln.

    Umsetzungsprobleme

    Aus der Serie Zeitungsüberschriften bestätigen das Offensichtliche: „Riesengemüsezucht ist eine männliche Domäne.“ (und wie das so ist im Journalismus 2024 – die Süddeutsche änderte mittlerweile die Überschrift)

    Eine ganz neue alte Erfahrung: Ich sehe ein neu produziertes Auto und es sparkt innerlich Joy bei mir. Ich stelle fest, dass ich das Gefühl seit etwa 2010 nicht mehr hatte. Aber den Fiat Grande Panda mag ich.

    (Überhaupt ist Stellantis bei mir on a run: Renault 5 electric, Renault scenic electric, Jeep Avenger. Es scheinen alles Autos zu sein, die in ihrer Nutzung Sinn ergeben, und weder totlangweilig sind noch Aggressivität verströmen. Überhaupt „no more grey!“ ist ein Ausspruch auf den ich in der Automobilindustrie seit Jahrzehnten warte.)

    Wenig Joy sparkt Energiewende beim Heizen. Frau Herzbruch über den vergeblichen Versuch, eine Wärmepumpe einzubauen.

  • 24-02-13 denk, denk, plansch, plansch

    24-02-13 denk, denk, plansch, plansch

    Nachzutragen ist: Die Tuba ist Instrument des Jahres 2024. Töröö!

    Madame singt aushäusig.

    Madame buk Gibanica. Und weil wir sie beide aus der Keramikform lieber mögen, gab es Gibanica aus der Metallform. Kommunikation. So wichtig.

    Sonntag gab es eine andere Köstlichkeit, die ich aus Gründen familieninterner Rücksichtnahme nicht beschreiben kann.

    Selbst der Gärtner in mir denkt „Langsam ist es genug mit dem Regen. Wir haben keinen Platz mehr für das Wasser.“

    Besser als Regen: Licht. Nach Feierabend die Verwaltung verlassen und ein Rest Tageslicht leuchtet noch. Das ist schön. Selbst bis ich nach Lankwitz gelangt war, war es nicht stockduster.

    Madame sichtete Bahn-Mitarbeiter*innen mit Bodycam und rotem „Video“-Schild in der S-Bahn.

    Im Südkreuz laufen nun „Bahnhofsläufer:innen – im Auftrag der DB for a better and safer Bahnhof“ durch die Gegend. So lobenswert ich die Idee an sich finde. Ich fürchte, allein der Doppelpunkt wirkt auf das Bahnhofs-Problem-Publikum nicht deeskalierend. Und natürlich noch ärgerlicher, dass die beiden Läufer:innen vermutlich wieder Mindestlohn-Leiharbeiter:innen waren, die durch eine siebenfache Verkettung von Unterauftragnehmern in den Bahnhof kamen.

    Wo ich im Südkreuz war, habe ich Brötchenpreise studiert. Die 5,60€ für eine Wurstbemme letztens waren keine Ausnahme. Krasse Sache.

    Der Kaptain bucht VIP-Zugang.

    Sing, Sing

    Lernexpeditionen der Klausurvorbereitung führten mich in die Gefilde der Youtube-Mathematik. Keine Beweise, wenig Begründung. Hier gibt es die Dienstanweisungen und Rezepte, die in einer Klausur wichtig sind. Verstehen ist wichtig, bei der praktischen Anwendung aber muss man vor allem wissen wie es geht.

    (Jetzt und schnell muss das Wissen vorhanden sein. Wer aus höheren Prinzipien ableiten muss, den erwischt die Uhr).

    Dabei auffallend: Die drei Personen, deren Videos ich am intensivsten schaute, sind alle überdurchschnittlich musikinteressiert.

    Prof. Christian „Inverted Classroom“ Spannagel ist in der Gothic-Szene aktiv und hat eine lustige Soundcloud-Seite.

    Susanne Scherer (MathemaTrick) hat einen eigenen Wikipedia-Artikel – aber nicht über ihren Youtube-Kanal sondern über ihre Symphonic-Metal-Band MoonSun.

    DorFuchs geht den Weg bis ans Ende und singt Mathe-Videos. Das faszinierendste dabei: Es ergibt mathematisch und musikalisch Sinn und funktioniert überrascht gut. Mein Plan ist es, den „Mathe-Song Partielle Integration“ als Ohrwurm mit in die Klausur zu nehmen.

    Lankwitz-San Remo

    Manchmal aber helfen nicht mal mehr lustige Videos. Dann habe ich Denk-Overkill. Ein Stack Overflow droht. Es geht nichts mehr.

    In diesen Momenten versuche ich an Bewegung zu kommen. Die Casey-Johnston-empfohlene „20 Minute Full Body Flexibility and Mobility Routine!“ leistet bisher gute Dienste dabei, das Hirn zu entknoten.

    Noch besser ist, vorsorgend ins Schwimmbad zu gehen. Da es mir gerade überhaupt gar nicht um Sport geht, nehme ich das bequeme Heimatbad(B), das Stadtbad Lankwitz. Drei der Sechs Bahnen waren von Vereinen belegt, eine weitere für Schnellschwimmer vorgesehen und auf den übrigen zwei tummelte sich ganz Südwest-Berlin.

    „WIe immer“, möchte man sagen. Dasselbe Schäkern mit dem Kassierer, wieder war die Chefin gerade nicht da und wieder wurde die All-Gender-Dusche nur von biologischen Männern bewohnt. Selbst der Pseudo-Fahrradmeister im grünen T-Shirt war wieder da.

    Ich konnte ein wenig Planschen, ein wenig Schwimmen (sogar mehrere Kraul-Bahnen ohne Slalom!) und ein wenig tauchen. Kopf frei. Ziel erreicht.

    Stadtbad Lankwitz in der Abenddämmerung

    Und wenn gar nichts mehr geht, geht das San-Remo-Festival. Dessen Ausmaße mir nur langsam bewusst werden: Es finden fünf Abend-Live-Übertragungen statt von Dienstag bis Samstag, die jeweils von 21 Uhr bis weit nach Mitternacht dauern. Die Einschaltquoten liegen bei 60 bis 70%. Der Dresscode im Saal ist „festliche Abendgarderobe“, der Dresscode auf der Bühne „Roter Teppich“ – viermal hintereinander in vier verschiedenen Outfits.

    Das ist selbst für „Wir-brachten-die-Zivilisation-in-die-Welt-Italien“ ein episches Ausmaß an Glamour. Gewinnerin wurde Angelina Mango (kein Künstlername) mit der Pop-Dance-Cumbia La Noia.

    Keine Eins

    Noch 6 Tage bis zur Mathe-Klausur (10 Tage bis ETTI). Müsste ich sofort schreiben hätte ich inzwischen auch unter Normalbedingungen eine Chance. Es wäre eine minimale Chance, aber immerhin wäre sie größer als Null.

    Sicher bin ich, dass ich keine 1 schreiben werde. Sogar aus drei Gründen.

    (a) Der Überraschungssatz. Mindestens eine Aufgabe pro Klausur greift tief in die Trickkiste der Schulmathematik und zaubert so etwas wie den Trigonometrischen Pythagoras \( (sin^2 \alpha + cos^2 \alpha = 1) \) aus dem Hut. Habe ich sicher mal in der Schule gehabt, ist aber 30 Jahre her und ich erinnere mich an Nichts. Aus dem Bereich gibt es Dutzende (Hunderte?) Formeln und Sätze, die unmöglich zu lernen sind. Das scheint mir eine Art spärliches Prüfungs-Easter-Egg zu sein – hier werden einige Punkte liegenbleiben, aber zum Glück nicht viele.
    (b) Konvergierende Reihen. Sollte sogar theoretisch dieses Semester dran gekommen sein. Ich erinnere mich an Nichts und halte es nicht für sinnvoll in sechs Tagen ein komplett neues Themengebiet verstehen zu wollen. Es wird zu konvergierenden Reihen einen kompletten Themenblock geben, den ich komplett ignorieren werde.

    (c) Am wichtigsten: Die Klausur wird nicht benotet. Es gibt nur „bestanden“ oder „nicht bestanden.“ Insofern wird niemand eine 1 erringen.

    Damit ich „bestanden“ erreiche, sollte ich wissen:

    Partielle Integration

    \( \int f(x)*g(x) dx =F(x) * g(x) – \int F(x)*g'(x) \)

    Integration mit Substitution

    Ist mir ehrlich gesagt zu komplex für eine einzige Formel.

    Ableitung / Produkt und Quotientenregel

    Produktregel: \(f‘ (g(x) * h(x)) = g'(x) * h(x) + h'(x) * g \)
    Quotientenregel \(f‘ \frac{g(x)}{h(x)} = \frac{h(x)*g'(x) – h'(x)*g(x)}{h^2} \).

    Und natürlich Lineare Abbildungen

    Die Abbildung \(f: V \rightarrow W \). Der Kern ist eine Teilmenge von V. Das Bild eine Teilmenge von W. Die Dimension von V \( dim(V) \) ist \( dim(Kern)+dim(Bild) \). In Praxis: \( dim(V) \) ist meistens bekannt oder leicht erschließbar. \( Dim(Kern) \) lässt sich errechnen, indem das entsprechende Gleichungssystem Null gesetzt wird – sie entspricht dem Rang der Lösungsmatrix. Daraus dann \( dim(Bild) \) bestimmen. Wenn \( dim(Kern)=0 \), dann ist die Abbildung injektiv. Wenn \( Bild(f) = W \) ist, dann ist sie surjektiv. Wie immer: \( Injektiv + surjektiv = bijektiv. \)

    Geheime Weltregierung

    Falls ich mal in Oslo essen gehen sollte, dann nicht im Dinner.

    Pane-Bistecca bereitete Joghurt-Hühner-Curry aus Bangladesh zu. (Doi Murgi) Und das ist ein Satz, in dem ich jedes einzelne Wort liebe.

    Gabriele Frankemöller bereitete Brisket aus dem Slow Cooker zu. Und das ist ein weiterer Satz, in dem ich jedes einzelne Wort liebe.

    Mühsam widerstehe ich dem Drang, alles mit San-Remo-Videos vollzupflastern. Der deutsche ESC-Vorentscheid wird sicher auch ganz super. Erwähnen möchte ich aber noch, dass Angelina Mango sicher auch deshalb gewonnen hat, weil sie an Abend vier (Coverversionen) ein Cover eines Hits ihren verstorbenen Vaters Pino Mango gesungen hat. Das sind Stories um Herzen zu erweichen und Telefonleitungen zum Schmelzen zu bringen.

    Gut, dass sowieso alle mobil anrufen.

    Verschwörungstheoretiker suchen ja immer die geheime Weltregierung. Die gibt es nicht. Es gibt aber Gremien, die überraschend mächtig und angesichts ihrer Bedeutung Medien-unbekannt sind. Arbitration Courts zum Beispiel. Die New York Times berichtet über den Fall, in dem zwei Jahren vor einem Arbitration Court in London fast 11 Milliarden (11.000.000.000) Dollar von Nigeria gewonnen hätten. (Das entspricht dem fünffachen des nationalen Bildungsetats des Landes). Für die durschschnittliche Verschwörungstheorie taugen Arbitration Courts natürlich nicht: Viel zu technisch und zu unsexy. How Two Irish Businessmen almost took Nigeria for 11 Billion.