Schlagwort: Autobahn

  • 26-05-05 Treffen der Wissens-Nerds in Ehrenfeld (Köln->Berlin)

    26-05-05 Treffen der Wissens-Nerds in Ehrenfeld (Köln->Berlin)

    Auf der Kölner Domplatte: Drei jung jungerwachsene Betreuer einer Pfadi-Gruppe stürmten so enthuasiastisch wie es nur beseelte Jungerwachsene können aus dem Bahnhof in die Stadt Köln. Ihnen folgte eine Gruppe Kinder, die so eindrucksvoll schlurften wie nur vom Leben und von enthusiastischen Erwachsenen gebeutelte Kinder schlurfen können.

    30 Meter weiter: die Polizei erläuterte einem Krishna-Trommler, dass er zwar Krishna-trommeln darf, aber nicht oben auf einer geschlossenen Containermulde.

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    Madame nutzte Sonnenlicht auf den Latifundien, um Familie Tigerschnegel in die Winkel des Wasserrohrlochs zu vertreiben, bevor Madame selbst dorthin hinabstieg.

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    Der Kölner Wikipedia-Treffpunkt liegt gegenüber der einzigen Karnevalshutfabrik der Stadt.

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    Einer Schokoladen-Zutatenliste verdanke ich das tolle Wort Schwarzbrotbrösel. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden ob ich einen Roman oder eine Art-Pop-Band so nenne.

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    Es war ein Jury-Samstag und ein Jury-Reise-Sonntag.

    In einer anderen Betonwüste: Ein Eichhörnchen

    Von J.G. Ballard existiert ein Roman Concrete Island/ Die Betoninsel. Dieser schildert wie ein Jaguar-Fahrer nach einem Unfall in einem Stückchen Grasland zwischen mehreren Autobahnstücken gefangen ist und dort eine Robinsonade erlebt.

    Nicht ahnte ich, dass das entsprechende Grasland in Köln liegt. Und dass ich als Fußgänger dorthin geraten kann, wenn ich einfach nur vom malerischen Park mit Schwimmbad den Kilometer bis zum Rhein laufen möchte. Dort, wo Open Street Map Park/Zoo/Park titelte traf ich inmitten von Hektotonnen Beton keinen einsamen Jaguarfahrer, sondern ein Obdachlosencamp.

    Köln – du Stadt der Überraschungen!

    Am Ende der Betonschluchten gelangt ich zum Fast-Sommerrhein im Feiertagsmodus! Die Pollux mit Heimathafen Hamburg überholte auf dem Fluss die am Ufer liegende Viking Gymir mit Heimathafen Basel, und das war eine schöne Nordsee-Oberrhein-Connection via Köln.

    Dann, der nächste Park, den ich ich im Nachhinein vielfach als Brennpunkt beschrieben fand. Ich fand ein stolzes Sanierungsschild neben einem traurigen wasserlosen Brunnen. Problemlos hätte ich meinen Restlebensbedarf an illegalen Drogen decken können.

    Köln- du Stadt der Überraschungen!

    Dann Café mit Kölsch-Radler und Programmkino und zentral gelegenes Hotel mit Grün drumherum. Du Stadt der Überraschungen! Love ya ein bißchen.

    Eisschwimmhalle

    Mit wehendem nassen Haar verließ ich das Lentbad? (Lentpark-Bad? Bad im Lentpark? Nur Lentpark – aber ist das nicht der Park an sich?) Durch den frühlingssonnenbeschienen Park tönten nicht nur die Rufe der Vögel – auch ein lange gehaltener Blasinstrumententon wehte herbei – entweder eine tiefe Trompete oder ein hohes Alphorn.

    Während ich meine Schritte abwandte, wurden die verblassenden Töne vielfältiger – offenbar doch eine Trompete deren Klang über das Gras klang.

    Es konnte kaum besser kommen, denn ich kam bereits aus einem schönen Bad.

    Schwimmschwimmhalle mit Eiskuck

    Das Lentbad (Lentpark-Bad? Bad im Lentpark? Nur Lentpark -aber ist das nicht der Park an sich?) liegt im Lentpark an den Ausläufern des Rheinufers. Der Rhein ist nah genug, damit in der Schwimmhalle nachträglich eine Hochwassermarke vom Rheinhochwasser 1784 angebracht wurde, und fern genug, um den Fußweg zum Rhein abenteuerlich zu gestalten.

    Seit 1936/1937 steht dort eine Eislaufhalle, zwischenheitlich war sie Heimat der Kölner Haie. Aufgrund von Baufälligkeit wurde das Gebäude 2007 abgerissen und dann nach Protesten der Bürger gegen ihr verschwinden neu 2011 (Gebäude) bzw. 2012 (Freibad) gebaut.

    Das Gebäude vereint Schwimmbad, Eislaufhalle (sichtbar vom den Stiefelgängen im Bad) und vor allem eine Eishochbahn in der ersten Etage, der durch Glas getrennt durch Schwimmhalle und Eishalle führt.

    Never seen this before, aber ich bin hochgradig beeindruckt.

    Ich möchte mich bedanken: ein Bad, das den Spagat zwischen funktionell und schick schafft.

    Kabinen, Duschen, Becken, alles sagt mir: Hier ist Schwimmen. Nichts wirkt architektonisch exorbitant. Und trotzdem ist da noch ein netter kleiner Warmwasserwhirlpool inmitten der Becken. Die Aussicht ist Grüne ist super. Alles wirkt schön. Und das special ist wirklich special.

    Selber schwimmen, und oben die Eisläufer vorbeihuschen sehen. Das ist schick.

    Schwimmbad-IT-Menschen finden sowas spannend. Es gibt keine eigene Eintrittskarte, sondern der QR-Code für das Schwimmbaddrehkreuz wurde direkt auf den Kassenbon gedruckt.

    Vieles zum Bau in alt und neu Archiv des Badewesens: Eislauf und Baden unter einem Dach.

    Fokus auf das alte Bad im KStA: Die Geschichte des alten Kölner Eis -und Schwimmstadions

    Meine Köln-Kreiselungen führten nach Ehrenfeld

    Ein Besuchskind auf den Latifundien fragte, warum ich nicht anwesend bin. Es verstand als Antwort: „Schiri-Treffen“. Das war nicht komplett abwegig.

    Allerdings ging es nicht um Fußball, sondern um Wikipedia-Artikel.

    Weder war ich zum Schwimmen noch zum Stadtstromern nach Köln gekommen, sondern für eine ernsthafte Angelegenheit. Die Jury des Wikipedia-Schreibwettbewerbs traf sich im wichtigsten deutschen Wikipedia Community-Treffort: dem Lokal K in Köln.

    Oder, wie einst eine Lokalzeit titelte, deren Ausschnitt noch an der Pinnwand hing: „Wissens-Nerds treffen sich in Ehrenfeld.“

    Enzyklopädieartige Schilderung des Schreibwettbewerbs

    Der Schreibwettbewerb ist eine Institution der Wikipedia. Er findet zweimal im Jahr statt (März und September eines jeden Jahres). Autor*innen können Artikel ihrer Wahl einreichen, bewertet wird das Beste was in diesem Monat entstannden ist.

    Dies war die 44. Ausgabe des Schreibwettbewerbs. Ich war soweit ich rekonstruieren kann, bereits zweimal in der Jury. Bei der allerersten Ausgabe 2004 und dann noch mal bei der fünften Ausgabe 2006, die fast die Jury und den Schreibwettbewerb gesprengt hatte. Danach hatte der Wettbewerb 39 Ausgaben Ruhe vor mir bis jetzt.

    An den Artikel und dem Ablauf lässt sich schön die Geschichte der Wikipedia verfolgen: wie intensiv oder nicht-intensiv teilgenommen wurde, welche Preise ausgelobt wurden, wie stilistisch die ausgezeichneten Artikel aussahen, und vor allem, was im Umfeld des Preises diskutiert wurde.

    Diesmal war es ein Alt-Treffen. Von den sechs Jurymitgliedern waren zwei schon damals in der ersten Jury, zwei weitere waren 2004 schon aktiv in der Wikipedia, eine kam nur wenig später und nur eine Jurorin war mit ihrem ersten Edits in den späten 2010ern ein echter Jungspund.

    (Dafür allerdings hat sie den Wettbewerb seitdem öfter gewonnen als alle anderen Juroren in allen Jahren zusammen)

    Nicht ganz so enzyklopädieartige Schilderung des Schreibwettbewerbs

    Diesmal gab es drei Sektionen (Natur und Technik // Kunst und Kultur // Geschichte und Gesellschaft) mit je zwei Juror*innen und insgesamt 23 nominierte Artikel.

    Die Jury vergleicht dabei nicht Äpfel mit Birnen, sondern wortwörtlich Organe mit Völkerschauen, Messer mit nicht realisierten Bahntrassen und antike Theatergattungen mit Spinnenarten.

    Es sind Artikel, die tief aus einem wissenschaftlichen Fachdiskurs kommen und nur mühsam gewöhnliche Leser*innen mitdenken, oder spannend zu lesende Artikel mit schwieriger Quellenlage. Es sind exorbitante Abhandlungen zu umfassenden Themenbereichen oder tief gebohrte Nischenthemen.

    Jede Bewertung ist hier natürlich hoch subjektiv, die Diskussion darüber aber ein großer Spaß. Und es ist erstaunlich, dass sich die Jurys doch am Ende einigen können. (Außer beim legendären fünften Schreibwettbewerb)

    Die 44. Ausgabe

    Jede Jury hatte ihre Sektion komplett gelesen und ihre Lieblingsartikel vorgestellt. In „meiner“ Sektion Geschichte & Gesellschaft hatten wir uns auf Hagenbecks Völkerschau der „Bella Coola“ 1885/86, das Mithräum am Ballplatz, die Ostalpenbahn, das Mimos und das Plattform-Sutra geeinigt.

    Die anderen beiden Jurys gingen ebenso mit Vorschlagslisten in die Sitzung. Alle Jurymitglieder hatten bis zur Sitzung alle Artikel gelesen und dazu Anmerkungen, Kritiken und Stellungnahmen formuliert.

    Jede Jury stellte „ihre“ Artikel vor und dann gab es jeweils eine ausgiebige Diskussion. Sind die Quellen valide? Ist das verständlich? Ist das aktuell? Stimmt es überhaupt? Ist es sinnvoll aufgegliedert und geordnet? Fehlt eine Karte? undsoweiter. Das ging so für jeden Artikel. Danach hatten wir schon mal eine gute gemeinsame Einschätzung ob ein Artikel eher ganz nach oben, oder eher unten oder vielleicht doch so in die Mitte kommt.

    Und weil das sowieso alles subjektiv ist, und undifferenzierte Wertungen feige, einigen wir uns am Ende auf eine Reihenfolge. Bis 19 Uhr waren wir fertig, konnten nach nebenan ins Brauhaus.

    Am nächsten Tag: Nach einmal drüber schlafen: Sind wir uns immer noch einig (eine Folge des 5. Schreibwettbewerbs); bei ein oder zwei Fakten haben wir noch mal recherchiert, nicht dass wir peinlicherweise etwas Falsches auszeichnen, und es galt ja auch noch, das Votum zu begründen und in die Wikipedia zu setzen.

    Wir haben einen Gewinner: Die Milz. Und alles was ihr jemals darüber wissen wolltet und noch viel mehr.

    Going home

    Wie kann man einen kompletten Bahnsteig aufwecken, der nach 30 Minuten warten auf den verspäteten ICE1055 in einer Art Dämmerzustand dahingesunken ist? Man lösche den Zug einfach komplett von der elektronischen Anzeige. Menschen, ich, schaue hektisch gleichzeitig auf die Anzeigentafel, auf ihr Handy und auf andere Reisende, ob deren Handy vielleicht schlauer ist.

    Nach einer Minute war der Spuk vorbei.

    Der Kölner Hauptbahnhof hatte Weiche, Notarzteinsatz und Signal und „mein“ ICE1055 deshalb verspätet anreisendes Personal. Mit Jurorin Nina hatte ihr Glück nach Berlin bereits Richtung Frankfurt versucht, ich wollte aber am Unordnungsreisen festhalten: ein ICE, der in Recklinghausen, Osnabrück und am Bahnhof Zoo hält, nicht aber in Wolfsburg oder Spandau, muss doch wohl Glück bringen.

    Am Ende schrumpften 40 Minuten Verzögerung bei der Abfahrt auf 15 Minuten bei der Ankunft. Ich saß auf dem gebuchten Platz im gebuchten Zug, damit gilt die Fahrt als Erfolg. Zumal ich ein gutes Buch hatte: Joseph Roths Das Spinnennetz.

    Dritter Ort – ein Schafskrimi

    Sari bei der Premiere von Glennkill – ein Schafskrimi. Den Film möchte ich auch noch sehen.

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    Florian Heinz über das „Netz war nie ein dritter Ort“ – nicht unspannend. Aber „das Netz“ ist mindestens genau so unspezifisch wie „die Stadt“. Die Stadt ist auch kein dritter Ort, aber dort gibt es solche. Das Netz ist kein dritter Ort, aber dort gibt es solche. Es kommt darauf an, mehr davon zu schaffen.

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    Doppelblog-Facharztmisere. Hier in der Buddenbohm-Kafka-Interpretation:

    Aber man sieht es sofort vor sich, finde ich, wie etwa der berühmte Schlusssatz aus Kafkas „Vor dem Gesetz“ in diesem Zusammenhang ins Satirische gedreht werden kann, vielleicht am Ende eines bissigen, bösen Einakters, gesprochen von einer Arzthelferin, in der Tür des Wartezimmers lehnend: „Hier konnte niemand sonst behandelt werden, denn dieser Termin war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und vergebe ihn neu.“

  • 26-04-11 Spandau-Süd, Hamburg-Ost (Berlin -> Dithmarschen)

    26-04-11 Spandau-Süd, Hamburg-Ost (Berlin -> Dithmarschen)

    Lachgas ist aus. Verboten. Gut, dass wir noch einen 10-Jahres-Vorrat zur Herstellung von Schlagsahne gebunkert haben.

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    Versprochen lachgasfrei: Wilde Nächte mit wilden Träumen; für meinen Geschmack zu arbeitsthematisch. Abwechslungsreicher wurde es, als mir träumte, wir würden durch den nebligen Schwarzwald wandern und dabei die dort heimischen Baby-Elefanten sehen.

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    Im Bus, zwei junge Frauen direkt hinter mir, unterhielten sich über ihren Wasserschaden und die Versicherung, über verschiedene Enthaarungsmethoden, und über die Reportage über den ghanaisch-deutschen Fußballtrainerexspieler Otto Addo, an der eine von ihnen arbeitet. Als sie sich voneinander verabschiedeten, war ich kurz davor, ihnen zum Abschied die Hand zu drücken, weil ich sie innerlich bereits in meinen Bekanntenkreis aufgenommen hatte.

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    Vielleicht war ich besonders aufmerksam, weil Otto Addo einst ein Held von Hannover 96 war, ein Verein von dem ich gerade wieder mehr mitbekomme, weil 96 sich mit Hertha und diversen Anderen ein Nagelbeißer-Fotofinish um den Aufstieg in die 1. Männer-Fußball-Bundesliga liefert.

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    War es, mit Dota Kehr, der erste Samstag im Frühling? Ich weiß es nicht, denn ich war den größten Teil des Samstags auf der Autobahn. Aber auch wenn Boote auf den Straßen und im Wasser, Menschen an allen Plätzen und Stühle auf den Wegen, dafür sprachen: Die hohe Jackendichte und das fluchtartige Verlassen der Außenplätze bei Schattenwurf sprachen noch dagegen.

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    Es war ein Kleinreisearbeitsfreitag und ein Großreisesamstag.

    Sense and Usability

    Bei der Kaltmamsell las ich ein Lob des Lernens von „Nutzlosem“.

    Ich musste spontan an unseren Schulprakti denken, dem wir gerade erklärt haben, dass viele Tätigkeiten im Arbeitsleben – egal bei welcher Arbeitgeberin – sich währenddessen reichlich sinnlos anfühlen oder sich im Nachhinein als reichlos sinnlos herausstellen werden. Wobei der Zusammenhang zwischen beidem locker ist. Wir versuchten, eine wichtige Lektion für’s Leben zu vermitteln, aber ich weiß nicht wie begeistert sie aufgenommen wurde.

    Ebenjener Prakti führte auch zur internen Fragestellung: Liebe Kolleg*innen mit den zweistelligen E-Nummern im Arbeitsvertrag: Welche eurer Tätigkeiten kann auch ein 17jähriger nach einer Stunde Einweisung erledigen?

    The Lifecycle of Software Objects (2007)

    Gelesen: Ted Chiangs The Lifecycle of Software Objects – eine Novelle, die sich in Chiangs Kurzgeschichtensammlung Exhalation geschmuggelt hatte.

    Der 2007 veröffentlichte Text behandelt eine Zukunft in der KI als eine Art Wesen geschaffen wird. Bestehen aus einem „Genom“ wird sie trainiert ähnlich wie ein Tier oder ein Mensch, entwickelt dann Fertigkeiten und eine Intelligenz. Erzählerin der Geschichte ist Ana, promovierte Biologin/Ex-Tierpflegerin im Zoo, der das Training der ersten Gruppe dieser KIs, Digients, obliegt.

    Die Frage „was ist es“, „wie reagiert es“ und „wie reagieren Menschen darauf?“ sind zentrale Thesen des Textes. Am Ende geht es um Software, die eine Selbstwahrnehmung besitzt, Gefühle zumindest ausdrückt und im Laufe der Novelle immer mehr einen eigenen Willen und eigene Pläne entwickelt.

    Dabei wurde sie programmiert, extrem niedlich zu sein – sie wird verkörpert durch Avatare in einer Second Life/Metaverse ähnlichen Umgebung und später durch Roboter, die die Software laden und sich dann entsprechend verhalten können.

    Chiang dekliniert es durch, umfassend, in vielen Facetten – bis es im „sexual turn“ und der Frage inwieweit die Software selbstverantwortlich handeln darf, endet. Die Frage steht dahinter: Was macht den Mensch zum Mensch, was das Tier zum Tier und wie weit kann, darf und soll Software dort hineinragen.

    Das Problem: Chiang kann keine Menschen. Als belletristisch aufbereitete philosophische Gedankenexperimente sind seine Texte eindrucksvoll, als Belletristik im engeren Sinn mit handelnden, emotionalen, körperlichen Menschen, fallen sie flach.

    Auch hier werden auf der Menschenseite der Geschichte Pappmachéfiguren hin- und hergeschoben, und wenn schon der Autor Probleme hat, die Menschlichkeit der Menschen darzustellen, fällt auch die ganze Maschinen-Menschlichkeits-Diskussions ins Wasser.

    Als Denkansatz ist das spannend. Als Idee, was KI sein könnte außer Plapperbots, ist es inspirierend. Als durchdekliniertes Gedankenexperiment fällt es weitgehend aus, weil es schon an der Frage scheitert, wann eine fiktive Menschenfigur menschlich wirkt.

    Go West

    Es gibt Gründe dagegen, zwei Stunden Fahrzeit zu imvestieren, um Arbeitssachen in Person zu machen, die im Prinzip auch remote gingen. Aber es gibt auch sachliche Gründe dafür, es zu tun.

    Und es gibt den Grund dafür, dass ich endlich mal als Mitfahrer die Heerstraße von Berlin-Westend Richtung Spandau-Süd entlang fahre und aus dem Fenster schauen kann. Ich sehe die Ausläufer des Olympiageländes, die einstigen Villengegenden im Wald, die sich nach dem Ausbau der Heerstraße zur fünf- bis achtspurigen Magistrale verkümmerten und die dazwischen gesetzten Wohnblocks des utopischen sozialen Wohnungsbaus. Alles inmitten einer Brandenburger Hügel-Wald-Landschaft.

    Schild "Anlegestelle Leiter" an einem Großwohngebäude der 1970er/1980er

    Und es gibt den Grund, dass ich ein weiteres Bad von innen- und hinten kenne: Gut, dass mir jemand den Weg vom Badleitungsbüro zum Konfi-Raum zeigte, ich hätte mich in alle den Treppen, Hintertüren und Personalausgängen dieses Bades hoffnungslos verlaufen. Juhu, Spandau-Süd!

    Bootobahn

    Es gibt sehr gute Gründe dafür, insgesamt etwa 11 Stunden Fahrzeit zu investieren, um den Kaptain wieder nach Dithmarschen zu bringen. Am letzten Hotelfrühstück nahmen wir teil, trafen im Saal eine Gruppe Lautern-Fans, die tenhaag Road-Show on tour beim Frühstück und eine Freundesgruppe im Nahrentenalter, die sich im sächsischen Singsang über Berliner Sehesnwürdigkeiten unterhielt.

    Nachdem der Kaptain vor den Augen des Hotelmanagers zwei Kulis hatte mitgehen lassen, ließen wir alle Berliner Sehenswürdigkeiten hinter uns, fuhren nach einem kurzen Zwischenstopp auf den Latifundien und einem Eis am Trauerspiel Autobahnraststätte Gudow über die Autobahnkreuze Oranienburg, Hamburg-Ost und Hamburg-Nordwest nach Dithmarschen.

    Wo letzte Woche die WoMos aller Größen dominiert hatten, war dieser Samstag der Tag der Bootverbringung nach Norden. Aus Plastik und Holz, mit Segel und Motor, in Groß und Klein, Heimathafen Berlin oder Rostock – es war das Wochenende der Boote auf den Hängern.

    Folgerichtig endeten wir bei den großen Booten im Büsumer Hafen: wo es nach der Ankunft in Brandenburg Spargel direkt beim Spargelhof gegeben hatte, gab es nun Krabbe und Scholle direkt auf dem Werksgelände der Fischerfamilie. Fisch Möller tischte wie immer herrlich auf.

    Danach an den Wesselburener Marktplatz.

    Zum Abend verfielen wir dem Dithmarschen-Brauch und sahen analoges Fernsehen. Zum Einschlafen tanzte Miss Marple Charleston.

    Wesselburen, St. Batholomäus und Marktplatz und Blauer HImmel fotografiert aus dem Eiscafe.

    A Brimful of Georgien

    Habt ihr je von Asha Bhosle gehört? Ich auch nicht. Sie starb, und wie ich lernte, if you’ve been alive in the last eighty years, no matter in which country, then it’s quite likely that you heard the voice of Asha Bhosle, one of the greatest singers in Indian historiy. Im Westen namentlich bekannt vor allem bekannt durch Cornershops A Brimful of Asha.

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    Blogs lesen erlaubt Einblicke in fremde Welten: Eigentlich erwarte ich in nicht allzu ferner Zukunft die Entrückung.

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    Östlich von Istanbul: Wie sehr sich die Berichte vom sowjetischen Vorgehen gegen die georgische Unabhängigkeit 1989 und die Demoberichte aus Georgien 2024 gleichen; Lasst uns heute an Märchen glauben

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    Das Faraday’sche-Käfig-Experiment im Deutschen Museum: Unvergesslich! Seitdem seit 40 Jahren plus nicht mehr dort gewesen. Zum Glück kann ich bei Readinginsweden nachlesen: 10.4.2026 Moomins im Weltall oder so

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    Fazit: Ein metaphorisches Reh.

  • 26-04-04 Odometer 200000 (Berlin->Dithmarschen(Hamburg ?))

    26-04-04 Odometer 200000 (Berlin->Dithmarschen(Hamburg ?))

    Auf der Autobahn: Riesen-Pick-Ups mit Riesen-Wohnwagen. Ich versuche mir kurz eine Version meiner selbst vorzustellen, die in ihrer Jugend so abbog, dass sie heute.. NEIN!

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    Madame erzählte, warum sie Hosentaschen junger Männer mustert und warum ihre Prüflinge gerne mit Schlumpfhosen und Moon Boots zur Prüfung erscheinen.

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    Der Kaptain buk Mandelkuchen.

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    Die Küstenseeschwalben sind noch auf Wanderschaft. Bisher kehrten nur die Lachmöwen in die Kolonie zurück.

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    Es waren konzertante Reiseostertage, oder Osterreisetage.

    Sand im Salatgetriebe

    Manchmal versuche ich Sand-im-Getriebe des globalen Kapitalismus zu sein, indem ich bei McDonalds Mehrwegbecher bestelle. Das ist möglich, aber offenbar so wenig McDonalds-durchrationalisiert, dass selbst der Feld-Wald-und-Wiesen-AöR-Prozessmensch in mir weint, wenn er die Umstandskrämerei betrachtet, die diese Bestellung und die Pfandeinlösung in der Filiale auslösen.

    Dazu auch noch Salat. Wenn wir die Filiale schon mit unvorhergesehen Wünschen irritieren, dann konsequent. Wir lieben es funky. Zumal ich mit einer Salat-Bestellung die Pflanzen-der-Woche-Liste gleich um fünf erweitern konnte:

    • 57 – Eisbergsalat
    • 58 – Lollo Rosso
    • 59 – Endivie
    • 60 – Frissee
    • 61 – Radicchio (sagt das Internet dass er drin wäre. Ich habe keinen gesehen)

    Also deshalb lieber die echte 61 aus dem Falafel-Wrap vom Vortag:

    • 61 – Kichererbsen

    Geisterautos

    Für’s Protokoll: Autogas kostet derzeit für uns zwischen 1,08€ und 1,12€. Das ist gerade von Belang, denn wir müssen deutlich öfter tanken als normal.

    Ein Geisterauto auf der nächtlichen A24 ganz ohne Beleuchtung, das sich auch durch Signale anderer nicht zur Lichtentzündung bewegen lassen wollte.

    Ein anderes Auto auf der A23, das immer wieder mit Warnblinker auf den Standstreifen fuhr, um uns wenige Minuten später mit 180km/h zu überholen.

    Zahlreiche Freunde1 der Lichthupe quasi überall. Ich überlegte kurz, ob es überzeugte Christen sind, die ob der nahenden höchsten Feiertage in emitionale Aufwühlung gerieten. Aber ich verwarf den Gedanken. Wahrscheinlich war die Lichthupe ein fast schon verzweifeltes Hilfesignal „Die Zivilisation überfordert mich! Ich wäre jetzt viel lieber in einer Höhle und würde von Mammuts träumen! Helft mir!“

    Erlebnisse, die im Moment irritierend waren, aber nicht den Eindruck der Fahrt von Berlin nach Dithmarschen verwässerten, die aller Vorösterlichtkeit zum Trotz entspannt und ruhig war.

    Abgerundet wurde dieses im Ganzen friedlich entspannte Reisegefühl durch das ein- oder andere Osterfeuer, das sich entlang der Strecke sehen oder riechen ließ.

    Bereits kurz nach der Abfahrt erreichte der Subaru seinen Kilometer 200.000. Damit wird er dieses Jahr nicht nur volljährig, sondern erreichte auch einen Kilometer-Meilenstein.

    Einzig der Geruch nach Gummi, störte. Aber das wurde erst ein Thema für den nächsten Tag.

    „Ist halt Subaru“

    Machen ADAC-Techniker Fortbildungen, in denen sie lernen, das Auto des Clubmitglieds zu loben? „Unser“ Techniker bestand diese Fortbildung offenbar mit Sternchen.

    Der leichte Gummigeruch des Vorabends hatte sich über Nacht zu einem veritablen „Es fährt nicht los“ entwickelt. So standen wir also mit dem Techniker vor der offenen Motorhaube. Er sah sich das einmal an, holte ein Art Gartenschere aus seinem Kofferraum, griff in den Motor und sagte „Geht wieder.“ Auf unsere ungläubigen Blicke folgte ein „Ist halt Subaru.“

    Er führte aus „Dieser Motor ist ein Geschenk“, weil alles so zugänglich und leicht erreichbar ist. Auch die defekte Klimaanlage, deren Keilriemen hier das Problem auslöste. Ein Schnitt mit der Gartenschere. Keilriemen und Klimaanlage waren damit zwar endgültig außer Effekt gesetzt, der Rest des Motors blieb unbeeindruckt. Frage „Stört das die Funktionsfähigkeit des Autos?“ Er: „Nur wenn sie in die Wüste Gobi fahren.“

    Wir diskutierten kurz, ob eine Klimaanlage notwendig oder Luxus ist, er warf den Wiederverkaufswert des Autos ein. Der interessiert uns wenig, denn wir gedenken, den Forester zu fahren bis er auseinanderfällt oder der TÜV uns gewaltsam trennt.

    Er „Stimmt. Sowas kriegen sie nie wieder.“ und „Die Subarus waren da ja für die Ewigkeit gebaut.“

    Und so kam es, dass wir den ADAC rufen mussten, erfuhren, dass das Auto einen Schaden um 1000-1500-Euro-Bereich hat, und wir trotzdem danach ein gutes Gefühlt hatten.

    Well played, Autoclub, well played.

    Christus am Ölberge

    Es stürmte auf der Südseite der Plaza. Kaum waren wir bei unserer Umrundung der Elbphilharmonie um die Ecke gebogen, erkauften wir uns den Blick, mit einem Gegenwind, der mich an abbrechende Äste gemahnte. Aber der Blick war es wert.

    Oder auch die Blicke: Innen, Außen, Oben und Unten. Der Bau der Elbphilharmonie war ein ähnliches Drama wie der Bau des Berliner Flughagfns, das Ergebnis erhebt sich über die Vergessbarkeit des Verkehrsgebäudes in Brandenburg. „Spektakulär“ kein anderes Wort lässt sich sagen.

    Der Blick auf Hafen und Stadt gleichzeitig, eine Perspektive, die viele autochthone Hamburger gefühlt immer haben, aber sie kaum sehen. Der Blick auf alle Kirchtürme. Die Barkassen und Hafenfähren, die Miniatur-Wunderland gleich, weit unten fahren. Die Treppenhäuser und Foyers; das Innere des großen Saals, der wirkt wie die Berliner Philharmonie, neugestaltet von Jonathan Ive und nach Erfindung der CNC-Technik. Komme herein, Bauer und Städter, Hamburger, Berliner und Kopenhagener: Komme herein und staune.

    Und so kamen wir uns sie. Der Mann, der bei mir dezenten Sakkoneid auslöste durch seinen Sakko im Design der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder eines anderes geometrischen Glasfensters; der kleine Junge, der tapfer einen Beethoven und einen halben Haydn durchhielt bevor der doch Super Mario aus der Tasche zog; die junge Frau, die die Dramödie „meine erste steile Treppe in hohen Absätzen“ aufführte.

    Überhaupt waren viele Familien anwesend. Und ein echtes Symphoniekonzert am Karfreitag zog anscheinend eine deutlich festlichere Konzertgemeinde an als Herr Buddenbohm sie erlebte.

    Vielleicht das spektakulärste des Spektakels war der Klang. Egal, auf welches Instrument wir fokussierten: Es hörte sich an, als würden wir direkt daneben sitzen. Als der Trompeter einmal mit dem Fuß den Takt klopfte, wir hörten es vier Etagen weiter oben. Aber auch; jeder Huster irgendwo im Publikum, jedes vibrierende Handy einmal quer durch den Saal. In der klanglichen Überwältigung des Raumes reden wir hier von Weltwunderniveau.

    Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze

    Vorweg: Berührend war die Herzlichkeit mit der Dirigrent, Orchester und Vokalensemble vor und nach den Stücken miteinander umgingen. Das war um so beeindruckender, weil das musikalische Karfreitagsprogramm nicht herzlich war: Ringend, aufbrausend, schmerzend, feierlich, ruhig, donnernd – aber nicht herzlich.

    Der Altmeister der alten Musik Jordi Savall führte mit seinem Orchester Le Concert des Nations und dem Vokalensemble La Capella Nacional de Catalunya ein Programm auf, das Ostern erst nahm.

    Beethovens Oratorium: Christus am Ölberge – die dramatischen letzten Stunde Jesu im Garten Gethsemane bis zu seiner Verhaftung und Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, feierlich, getragen fast schmerzlich in seiner Intensität. Der Moment als alles vorbei scheint, der Kampf vorüber und das Ende der Geschichte nah ist.

    Von vielen vielen beeindruckenden Momenten vielleicht der gänsehautigste: Das Vokalensemble, ohne Orchester, steht und intoniert „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

    Akustisch gestaltete Wand der Elbphilharmonie

    Badeanzug-Bärchenemoji

    Haben sie diese amerikanische Kleinstadt schon einmal gesehen? ‘Courthouse Square’ auf dem Universal-Gelände spielte schon die Kleinstadt in Filmen von Tarantula bis Zurück in die Zukunft. (Oder To Kill a Mockinbird, Magnum, Knight Rider, Bruce Almighty.. you name it. Vermutlich haben Dutzende Millionen von Menschen diese Kulisse vor Augen wenn sie „US-Kleinstadt“ denken: Look familiar? ‘Courthouse Square’ is a regular character in film, tv

    Menschen, die ich bewundere. Conny unterhält sich seit 2017 mit wildfremden Menschen am Telefon, die irgendwas von Wikipedia wollen:

    Badeanzüge, die nicht schwarz sind und in denen frau trotzdem schwimmen kann. Ein ewiges Thema. Auch in Potsdam.

    Ich lachte laut: „Für mich fühlt sich Spielen mit einem Controller immer ein bisschen an wie ein Alptraum: Ich werde auf einen Stuhl gesetzt und soll ein Verkehrsflugzeug sicher landen während gleichzeitig die Landebahn unter schweren Beschuss steht. Dazu drückt man mir eine Banane in die Hand, auf die jemand sämtliche Emojis geklebt hat, die es gibt. Dann erklärt man mir die Mechanik: „Um vorwärts zu fahren: Kotz-Emoji + Bärchen + Schraubendreher + abwechselnd Schildkröte von vorne und Clownsgesicht. Schildkröte von vorne!“

    Anmerkungen

    1. Ich konnte die Fahrersitze nicht sehen. Aber glaubt irgendwer, dass hier gegendert werden müsste? ↩︎
  • 23-04-06 Höschen hoppelt. The end of BWL.

    23-04-06 Höschen hoppelt. The end of BWL.

    In Hohenfinow war heute großer Flohmarkt.

    Ende der Woche kam die nächste Klausurnote: Internes Rechnungswesen. Bestanden. Und damit bin ich durch die BWL-Pflichtmodule durch. Ein verwirrendes Gefühl. Fertig, zumindest in einem Teilbereich.

    Ich bekam Anmeldedaten für die extracurricular activities an der Uni Essen-Duisburg.

    Ich buchte ein Hotel in Riga. Dann stornierte ich es. Dann buchte ich ein anderes Hotel.

    Die Batterien neigen sich dem Ende zu.

    Zusammen mit einer Sprechstundenhilfe rätselte ich über das Baugerüst.

    Es galt noch Osterdank auszurichten. Leider machte die Autokorrektur aus einem hoppelnden Häschen ein hoppelndes Höschen.

    Aufbruch heute um 8:15h auf den Latifundien. Nach fünf Autobahnen, einem Schiffshebewerk, zwei Autobahnraststätte, einer Autobahnvollsperrung und einer Elbtunnelsperrung Ankunft an der Nordsee um 19:15h.

    Mit uns an Bord eine goldene Hochzeit. (Auf dem Schiff, nicht auf der Autobahn).

    Madame organisierte.

    Gehört: Alles gesagt? mit Florence Gaub. Von mir komplett unter Niveau und grob peinlich möchte ich feststellen: Sie ist eine coole Socke.

    Gehört: Bundesliga im Radio. Mich gefragt, ob die Katastrophe bei Bayern München groß genug, dass sie demnächste eine Frau als Trainerin zum Aufräumen der Trümmer anstellen.

  • 22-12-29 Die weiße Ledercouch verschwand

    22-12-29 Die weiße Ledercouch verschwand

    „Weiter geht’s auf der A7. Weiter geht’s in Richtung Nord.“ – Was heute nicht stimmte. Aber sobald ich vor meinem inneren Auge Autobahnfahrten Revue passieren lasse, legt sich sofort dieser Soundtrack darüber. Immerhin fuhren wir heute auf der A7. Etwa anderthalb von insgesamt 430 Kilometern. Und in Richtung Süd. Aber A7!

    Zum Abschied aus Dithmarschen bekamen wir das absurdeste eon-Gasschreiben des ganzen absurden Gas-eon-Vorgangs. Zum Glück war dieses Schreiben harmlos und zu kompliziert, um seine Absurdität zu erklären. Aber ich sollte darüber ein Musical verfassen.

    Wir ließen den Kaptain mit etwas Frischem zurück, und hoffen, dass sie sich schnell wieder von unserem Besuch erholt. Mit zwei kurzen Boxenstopps (Autogas in Heide für 1,10€ sowie in Kremmen für 0,98€) und einem längeren Halt (es gibt jetzt Mehrwegbecher bei McDonalds! Spektakulär! Die Besatzung war mit dem Konzept Mehrweg noch überfordert) arbeiteten wir uns vom regenerisch-stürmischen Dithmarschen in die regnerisch-stürmische Mittelmark vor. Weiter gehts auf der A23, A7, diversen Hamburger Stadtstraßen, A24, A10, weiter gehts in Richtung Südost!

    Ein kurzer Kontrollblick zum Bungalow: Steht noch. Wir luden erste Silvesterutensilien ab, stellten fest, dass der Nachbar Wakeboard auch Silvester in der Siedlung ist. Wir erfuhren, dass es in 40 Kilometer Umkreis keinerlei Wasseruhren mehr zu kaufen gibt. Offensichtlich haben die Helden des Wasserverbandes allen Wasseruhrbesitzern, deren Uhr in den knapp 3 Jahren seit Corona aus der Eichung fiel, jetzt gleichzeitig eine vier-Wochen-Frist gesetzt, diese zu ersetzen. (Was über den Daumen gepeilt mehr als die Hälfte aller Wasseranschlussbesitzenden sein dürfte).

    Ich drehte unser Wasser wieder auf, soll ja bis Neujahr frostfrei bleiben, und traf einen niedlichen Wasserkellerbewohner.

    Kleine Echse / Salamander auf Styroporplatte im dunklen Keller. Ausgeleuchtet mit Blitzlicht.

    Weiter geht’s auf der A10, A115 Weiter geht’s in Richtung Südost. Nach Berlin. Die Wohnung war unverändert, aber kalt. Die weiße Ledercouch, die uns seit Monaten erst auf dem Innenhof, dann auf der Busspur begleitete, verschwand. Entweder entschied doch jemand, sie sei ein schönes Weihnachtsgeschenk. Oder ein gütiges Sperrmüllweihnachtswesen half aus. Sie ist weg weg.

    Jahrzehnte des Deutschlandfunk-Hörens lehrten mich: Niemand gibt so unterhaltsame Interviews wie Sopranistinnen im Herbst ihres Lebens: ein Paradebeispiel lief heute Abend: Zeitzeugen im Gespräch: Die Opernsängerin Edda Moser.

    Ich versprach die Weitergaben eine Breakfast-Strata-Artikels. Und wo ich ihn schon ent-paywalled habe, hier auch der Link: This Easy Breakfast Strata Is the Ultimate Way to Start the Year.

    Glücklicherweise laufen Tröt-Twitter-Meta-Diskussionen nur am äußersten Rande meines Augenfelds. Aber faszinierend finde ich die These, dass Viralität/Algorithmische Ordnung mehr Diversität in die Debatte bringen sollen. Meiner Erfahrung nach machen diese Mechanismen Alles platt, indem sie es in ein homogenes Aufregung-Gegenaufregungs-Muster zwängen, in dem die Inhalte komplett austauschbar werden.

    Dementsprechend werden die Themen des Tages (der Stunde?) dauernd ausgetauscht, ohne dass die Debatte auch nur einen Schritt nach vorne (oder hinten oder halt in irgendeine Richtung) kommt. Jegliche Unterschiede, Abschweifungen, Abstufungen oder differente Herangehensweisen werden sofort vom Algorithmus wegsortiert. Sie maximieren ja nicht die Aufregung. Es entsteht ein homogener Brei, auf dem die Lautesten nach oben treiben.

    Okay, gefühlt sind es vor allem jene Lautesten, die jetzt den Verlust des Twitter-Algorithmus beklagen.

    Nachdem Arkansas im Liberty Bowl eine Minute vor Schluss noch mit 15 Punkten führte, ging das Spiel noch in die dritte Verlängerung(!) Arkansas gewann am Ende den Liberty Bowl in Memphis gegen Kansas mit 55 zu 53. Ich glaube, ich muss noch eine längere Zusammenfassung des Spiel suchen und anschauen.