Schlagwort: Bachelurlaub

  • 25-09-03 Ergebnisse_D_alle.csv

    25-09-03 Ergebnisse_D_alle.csv

    T Null. Tag der Abgabe des Deadlineendes der Bachelorarbeit. Sie ist abgegeben.

    Madame kehrte aus Hamburg zurück und berichtete überrascht von dortigen Leberkässemmelständen.

    Der Kaptain wurde zu Doppelkohlrouladen eingeladen.

    Es war der letzte Sonntag und der letzte Montag des Bachelurlaubs. Theoretisch sind seit gestern meine drei 80%-Monate vorbei und ich lebe wieder vollzeitarbeitend. Praktisch aber habe ich noch unbezahlten Klausurlaub, denn die nächsten Klausuren sind nah und ich habe noch gar nichts für sie gelernt.

    Nach der Abgabe folgte ein kurzer Kiezspaziergang. Dabei entdeckt: Auf der Rückseite von Öz Gıda befindet sich eine Mischung aus Biergarten, Beach Bar und Palettenlager. Vielleicht kann es auf die Könnten-wir-mal-Liste.

    An den Laternen wurden die ersten „Dies-ist-die-Marathonstrecke“-Plakate aufgehängt. Vielleicht bleiben wir dieses Jahr doch in Berlin am Marathonwochenende und schauen vom Balkon aus zu? Außerdem könnten wir die ungewohnte Ruhe genießen, weil alle Straßen im Umkreis gesperrt sind.

    Nachmittags: Gartenparty in Wochenend-West bei Zia sociale in trauter Runde. Es ging um Einschulung und Urlaub, Berliner Wohnungsmarkt (natürlich), Berliner Arbeitsmarkt für spezialisierte Naturwissenschaftler, die Wirren der Gewerbeanmeldung und das Gastspiel der Komischen Oper im Flughafen Tempelhof.

    Der Küchenkalender zeigt im September einen Großen Tümmler. Fast bin ich ein wenig traurig. Ich hätte mir den Wal doch im Geburtstagsmonat gewünscht. Aber dann nehme ich den Tümmler als Glücksomen für den Monat der Bachelorarbeit und der Klausuren.

    Vor dem Fenster ein riesiges Spinnennetz – gesponnen im Baugerüst mit imposanter Spinne. Im WInd schwankt es wild durch die Gegend. Wartet sie auf Tauben?

    Parametrische Programmierung

    Eingeschickt habe ich die Arbeit am Montagmittag. Fertig war sie Sonntagabend. Aber ich kenne es ja: Sobald ich auf „final“ gedrückt habe, fällt mir noch etwas ein, was ich noch dringend hätte ändern wollen.

    Also fertig: Sonntagabend.

    Abklingzeit Sonntagnacht.

    Montagvormittag dann wirklich noch Kleinigkeiten geändert.

    Montagmittag 14:11h. Abgabe.

    Dabei fiel mir wieder auf, wie sehr ich LaTeX schätze. Auch nach vielen Jahren erinnere ich mich noch deutlich daran, dass ich die letzten Tage der Magisterarbeit vor allem damit verbrachte, Word zu verfluchen. Im Jahr 2025, Bachelorarbeit in MikTeX: Alles lief genau wie es sollte. Das Programm machte zuverlässig genau was ich ihm sagte und der Text sieht dazu noch optisch phänomenal aus.

    Aber okay: Erkauft ist es damit, dass der Quelltext zusätzlich zu den 11000 Wörtern der Arbeit auch noch gefühlt 22000 Steuerzeichen enthält.

    Endstand: 10700 Wörter, sieben Tabellen, zwei Abbildungen und siebzig Formeln.

    Letzte Handlung: die Dateien Ergebnis_D_alle.cvs, Parameter_alle_Bereiche_einzel_in_Plot.jl, und Parameter_zusammen_in_CSV.jl in eine Zip-Datei packen und als Anhang hochladen. Danach erstmal ein Gefühl der Leere: Was nun?

    Aber das wird sich geben. Immerhin bot die Gartenparty die Gelegenheit, eine Flasche Sekt mitzubringen.

    Screenshot der Fernuni-Website. Bestätigung der Abgabe der Bacheloarbeit

    Dann bestellte er ein Bier, das war perfekt.

    Notes on Managing ADHD – Ich weiß gar nicht, ob die so ADHS-spezifisch ist. Aber vieles davon betreibe ich inzwischen auch, und es hat sich als sinnvoll erwiesen. Ich glaube insbesondere Inbox zero und eine ausgeprägte Neigung dazu, alles vorherzuplanen und diesen Plan quasi ununterbrochen innerlich durchzugehen.

    Um beim Thema zu bleiben: ADHS bei Frauen: Wenn 100 % Perfektion nur Fassade ist

    Die Farben für derzeit moderne Männerklamotten sind ganz furchtbar und sehen aus wie mehrfach zu heiß gewaschen. Quasi Haferflockenfarben. (und danke für’s Erwähnen)

    Role model Papa N: Die Waffel war außen knusprig und innen weich-fluffig, nicht zu süß und knallheiß. Papa N fand sie zu heiß, er aß nur die Sahne und die Kirschen. Und seinen Eiskaffee zu kalt, von dem aß er auch nur die Sahne und dann noch die Eiswaffel. Dann bestellte er ein Bier, das war perfekt.

    Marcus im Braunkohleland. Erinnert mich stark daran, wie ich 1990 als 15jähriger zusammen mit unser Leipziger Partnergemeinde durch die gerade verlassenen Braunkohltagebaue kraxelte.

    Falls wir nächstes Jahr die Grand Tour machen, steht Triest auf der Liste. Wir können uns schon mal einstimmen mit Gulasch alla Triestina.

    Falls wir mal Geld spenden, geht es mit hoher Wahrscheinlichkeit an Reporter-ohne-Grenzen oder Sanktionsfrei oder den Freiheitsfonds. Bei letzterem kann man hier lesen, warum Kein Geld fürs Busticket und deshalb in Haft: Freiheitsfonds kauft 100 Häftlinge frei.

    Rebecca Solnit in ihrem Newsletter mit einer Reprise zu ihrem wunderbaren Buch Orwell’s Roses unter dem Titel Circuses vs. Roses: Notes on Pleasure and Scold Culture:

    I have been blessed to be around drag queens, who are clearly dedicated to the more baroque possibilities of eyeliner and hairspray, often make much of being gossipy about celebrities even when they’re not dressing up as them, and who are often the most dedicated and valiant organizers around.

  • 25-08-30 Bin ich Bernd?

    25-08-30 Bin ich Bernd?

    T minus 3. Noch drei Tage bis zur Abgabefrist der Bachelorarbeit.

    Im Bus fragte mich eine Frau: „Entschuldigung, aber heißt Du Bernd?“. Äh, nein. Ich bilde mir ein, diese Frage vor ein paar Jahren schon mal bekommen zu haben. Anscheinend habe ich einen Doppelgänger in Berlin.

    Madame zeigte Fotos aus Halle und berichtete von einem Ministeriumsvorbereitungsgespräch. Später kaufte sie einen italienischen Terrassenvorhang und fuhr damit auf eine Party nach Hamburg.

    Im Motzkiez ist Folsom Europe. Ich fuhr zufällig mit dem Bus vorhin und freute mich sehr an den ganzen Männern in Leder, Latex und anderen phantasievollen Anzügen. Nachdem meine Wahrnehmung entsprechend ausgerichtet war, erfreute ich mich fast noch mehr daran, auch im ganzen weiteren Stadtgebiet Männer in eher kurzen Lederoutfits zu sehen. Meine Lieblinge aber war das Pärchen in Ganzkörperleder mit Hundemasken am Bahnhof Zoo. Mehr Folsom wagen!

    Unabhängig vom Folsom(?) eine Frau mit zerrissene-Strumpfhose-Tattoo am Bein. Spannend.

    Am Steinplatz wunderte ich mich über eine aparte aber am Ort überraschende Statue einer Kröte auf der Rasenfläche. Bis sie sich bewegte und sich als liegender Mops herausstellte.

    Es war ein Freitag und ein Samstag des Bachelurlaubs.

    Das Hygrometer im Wohnzimmer zeigt bei geöffneter Balkontür knapp 80% Luftfeuchtigkeit. Das erklärt das tropische schweißfreundliche Feeling, selbst bei gemäßigten Temperaturen.

    Freitag führte der Weg ins Insulanerbad. Alle Wege waren noch regennass. Aber ich kam trocken ins Becken. Wir teilten uns eine Doppelbahn zu zweit und damit war natürlich alles wunderbar. Sogar ein weiterer Regenschauer war mir vergönnt. Denn es gibt kaum etwas jauchzerinduzierendes als eh schon im Wasser zu sein und dann im Regen zu schwimmen. Nur das Handtuch litt etwas.

    Wann führt Berlin endlich ein Badeschluss-Lied ein? Zu den vielen, vielen Sachen, die Wien besser hinbekommt als jede deutsche Stadt, gehört der Schwimmbadbetrieb eindeutig dazu.

    Samstag ein kleiner Spaziergang wieder auf den Spuren von Carlo Levi und Håkan Nesser.

    10961

    Zum Soundtrack der Arbeitet entwickelt sich deutlich der Song Occhi a Spillo auf Dauerschleife.

    Aktueller Stand: 10961 Worte. Wortvorgabe des Lehrstuhls sind 9000 bis 11000. Für die Zählung von Formeln etc. bin ich gerade zu erschöpft.

    Aber: Die Wörter stimmen. Es gibt ein Fazit und ein echtes Literaturverzeichnis. Ich finde keine Fehlrechnungen mehr. Die Arbeit ist quasi fertig. Ich könnte sie mit gutem Gewissen so einreichen.

    Jetzt habe ich noch drei Tage Zeit, um den Text noch ein wenig schöner machen.

    Das Literaturverzeichnis wurde spannend. Der Lehrstuhl sagt „Hardvard-Stil.“ Menschen, die sich damit auskennen, werden jetzt kurz auflachen. Es gibt ungefähr zwei Dutzend Zitierstile, die sich „Harvard“ nennen. Das vom Lehrstuhl gegebene Paxisbeispiel einer Literaturangabe entsprach keinem dieser zwei Dutzend Stile.

    Zum Glück besitzt eine Suchoption, bei der ich einstellen kann „Namen in Kapitälchen – Check.“, „Jahreszahl in Klammern – Check“, „Keine typographische Auszeichnung des Aufsatztitels – Check“. Und so weiter. Es fanden sich drei ungefähr passende Stile: „Berichte über Landwirtschaft“, „geoLoge“ und „HNI-Berlag“. Ich entschied mich für einen modifizierten geoLoge.

    Erudiendae Artibus Iuventuti

    Es funktioniert recht gut, den Kopf im Wechsel mit Schwimm- und Spaziereinheiten freizubekommen. Nachdem Freitag Swimming in the rain angesagt war, also am Samstag wieder ein längerer Spaziergang. Erstmals im Bachelurlaub hatte ich alle 46 Seiten (35 Text, 11 Seiten Klimbim wie diverse Verzeichnisse) ausgedruckt und wollte diese in anderer Umgebung – einem Café – mit Stift in der Hand korrekturlesen.

    Die Fortsetzung der Levi/Nesser-Tour bot sich an. Denn so grundverschieden deren Bücher „Die doppelte Nacht“ und „Elf Tage in Berlin“ sind – sie spielen in sich überlappenden Teilen Berlins.

    Die Route führte vom Zoo (beide) über die Hardenbergstraße zur Fasanenstraße. Dort die Fasanenstraße hinauf und hinunter, auf den Spuren von Nesser. Mit tiefem Durchatmen und Platz-genießen am Fasanenplatz.

    Zurück in der Hardenbergstraße folgten ein paar Meter zum Steinplatz. Hier hatte Levi 1958 in der Intellektuellenkneipe Volle Pulle so manchen Abend verbracht. Auch dieser Platz war einladend. Ich strich spontan den Korrektur-im-Café-Plan. Immerhin saß ich direkt im Schatten der Hauptgebäudes der Universität der Künste. Über mir der Spruch Erudiendae Artibus Iuventuti/Der in den Künsten zu unterrichtenden Jugend, nahm den einladenden Platz und das gute Karme der UdK als gutes Omen und korrigierte hier.

    Blick entlang eines geplasterten Teils des Steinplatzes hin zum Hauptgebäude der UdK. Ein großer wilhelmischer Prachtbau. Wild bewölkter Himmel.

    Zurück dann über den Savigny-Platz (Levi) und den Ku’damm (auch hier war Levi ein eifriger Bummler). Am Hard-Rock-Café strich ich einen weiteren Punkt von der könnte-ich-mal-Liste. Der Ausblick von dort auf die Ku’damm-Bummelant*innen war nett, der Rest nicht wiederholenswert. Dann weiter Reste des 1950er-Ku’Damm suchen, den Levi beschrieb. Am Europa-Center stieg ich wieder in den Bus zurück an den Rechner.

    Lieber Bücher als Scooter

    Weil ich so tapfer Wörter strich, nehme ich damit an der Blogparade „Weniger ist mehr“ teil. Oder auch nicht. Bildchen und Blogtitelmodifikation überfordert mich.

    Weniger ist mehr gilt auch oft für E-Scooter. Via Mastodon entdeckt: der Melder für unmögliche abgestellte Jeräte: Scooter-Melder.

    Daniel besorgte sich seinen ersten Bibliotheksausweis. Und das ich finde ich töfte!

    Margrit und Wally besuchten das Poet*innenfest Erlangen, das seit einigen Jahren auch in die Heime kommt.

    Campcatatonia sang Strada da Sole in Leipzig.

    Herr Rau trägt Hut.

    Spannender System-Admin-Kram trifft Mastodon: Die Rettung vom Troet.Cafe (via onli blogging)

  • 25-08-28 Brot- Käse- und Gemüsebedingungen (D nur auf der RHS)

    25-08-28 Brot- Käse- und Gemüsebedingungen (D nur auf der RHS)

    T minus 5. Noch fünf Tage bis zur Abgabe der Bachelorarbeit.

    Heute pulle ich einen All-Nighter. Zumindest wenn ich aus dem Fenster schaue. Die Uhrzeit (15:17h) spricht gegen die Nacht; die Tatsache, dass alle Lampen dieser Wohnung brennen, spricht stark dafür, dass schon Nacht ist.

    Ich habe Respekt: In Ostsachsen ehrenamtlich ein Freibad betreiben, dass dann auch noch politische Diskussionsveranstaltungen beherbergt oder wo Menschen von ihrer Arbeit in der Flüchtlingshilfe berichten: Wie ein Schwimmbad der AfD trotzt.

    Gelegenheit für eine Kurzpredigt: Menschen radikalisieren sich nicht, weil es ihnen selbst schlecht gibt, sondern wenn sie den Eindruck haben, dass es in ihrer Umgebung bergab geht. Das geschlossene Schwimmbad ist ähnlich wie die geschlossene Post oder der Supermarkt sehr wirkmächtig. In related news: In der Berliner Reinhardtstraße ist ein Wohnhaus geräumt worden, weil der Dachstuhl einzustürzen droht. Nun werden Teile des Dachs abgetragen.

    Unser Dach-Bauleiter des gerade neu aufgebauten Dachstuhls kam, sah sich Schäden an Er will, sobald ihre Bauten an den Dach-Außenanlagen fertig sind (sehr bald!), unsere Wohnung renovieren lassen. Das ist an sich sehr löblich. Nur leider sind die nächsten Wochen, gar Monate, so vollgestopft, dass wir alles brauchen können, nur keine Handwerker, die hier noch Zusatzchaos verursachen.

    Der Tagespresse entnehme ich, dass der durchschnittliche Single auf 68 qm lebt, der durchschnittliche zwei-Personen-Haushalt auf 104 qm. Da liegen wir mit der Wohnung deutlich drunter; mit Wohnung und Bungalow zusammengerechnet kommt es ungefähr hin. Im Sommer können wir auch noch den dreiviertel Quadratmeter der Schwimmbadkabane dazu rechnen!

    Es waren drei Tage des Bachelurlaubs.

    Dienstag: ein abendlicher Hops mit Madame ins Insulanerbad. Strahlender Sonnenschein. Aber die 20 Grad Wassertemperatur ermunterten zur Bewegung. Premiere: Madame überholte aquajoggend eine Kraulschwimmerin. Es lag nicht daran, dass Madame in Speedjogging ausgebrochen wäre. So bizarr.

    Mittwoch: Wir waren beide etwas neben der Spur. Zum Ausgleich ein Feel-good-Mittagessen an einem weiteren Punkt, der „könnten-wir-mal“-Liste: Nonna Anna. Auch am Südkreuz. Es spricht für italienische Restaurants, wenn der Karte eine regionale Färbung anzumerken ist. Nonna Anna ist offenbar Römerin oder kommt zumindest aus dem Latium.1 Dementsprechend bekamen wir sensationelle Spaghetti Carbonara und Spaghetti all’amatriciana serviert.

    Abends fühlten wir uns beide davon überfordert bei schwülen 29 Grad noch mal den Weg ins Bad auf uns zu nehmen. Dann auch noch durch das Bad laufen und die ganze Umzieherei! Noch haben wir bis zum 7. September. Jeder Tag der Kabane wird genutzt werden!

    Madame versucht’s mal mit Gemüslichkeit2 und unterschrieb dafür einen Vertrag über die Brot- Käse- und Gemüsebedingungen. Solang wir aber das solidarische Gemüsli noch nicht bekommen, brachte sie Pfifferlinge aus der Hafenstadt mit.

    Heute besichtigt Madame im Dauerregen die Himmelsscheibe. Vielleicht bringt sie Salz mit.

    Eingang zum Sommerbad am Insulaner. Ein schmales Kassenhäuschen, unter einem Dach mit zwei Durchgängen links und rechts.

    scatter!(xs2, ys2; label  = „D nur auf der RHS“, marker = :utriangle, )

    Aktueller Stand der Arbeit: 11700 Wörter (Ziel: 9000 bis 11000), 42 Seiten (Zielwert: 30 bis 35), 104 Formeln, fünf Tabellen, zwei Grafiken und null unklare Rechnungen.

    Zwischenzeitlich gab es von allem wieder mehr. Selbst die falsch berechneten 2/19, die ich nun schon mehrfach gelöscht hatte, tauchten an einer weiteren Stelle im Text auf. Nachdem ich die Zahlen alle sortiert haben, kommen jetzt die griechischen Buchstaben dran.

    Mein Plot-Erstellungs-Game hat sich stark verbessert: Ich könnte innerhalb von wenigen Stunden die Seitenzahl der Arbeit von 42 auf 84 steigern, indem ich alles nur mit sinnlosen Plots (Plotten?, Plotoi?) überziehe. Aber eigentlich will ich ja bei 35 Seiten enden, nicht bei 84.

    Noch sind es erst zwei Plotoi. Ein Plot mit D in allen Szenarien, ein Plot mit D auf der RHS. Aber noch habe ich Zeit.

    Langsam biege ich auf die Zielgerade ein. Der Anteil der Straffungen überwiegt inzwischen den Anteil der Ausbauten.

    Das bedeutet auch: Ich verbringe viel Zeit damit, meine alte Arbeit durchzulesen, und freue mich: Sie wirkt kompetent. Leider ist der bestwirkendste Teil derjenige, der ein wenig ins Nichts führt und wohl weiteren Kürzungen zum Opfer fallen wird. Aber noch kann ich mich nicht trennen.

    Karton in Wohnung, Fahrrad nicht zu Grundschule, Essen auf Förderband

    Frau Wunnibar zog um.

    Es gibt immer noch einen Ort, wo das mit dem Radfahren noch schlimmer ist: Mit dem Fahrrad zur Grundschule – ein Follow up

    Ein Mastodon-Thread: Das Vagina-Museum zum Thema wie generative KI funktioniert „and how it can tell you you’ll give birth out of your penis-rectum.“

    Drive-in vollautomatisiert: The “Motormat” Was a Drive-In in Los Angeles, Where the Food Tray Was Sent Out on Rails Right to Your Car

    I’ve spent the better part of two decades dealing with people trying to dox and harass the volunteers who make Wikipedia the incredible resource it is today. I liked it better when they weren’t in Congress.

    Mein innerer Freund mathematischer Modellierung liest erfreut Holgers Gedanken dazu, wie er von Dieppe weiter nach Westen segeln kann. (Gegen den Wind, aber zeitweise mit dem Tidenstrom)

    Anmerkungen

    1. Habe inzwischen die Website konsultiert und fühle mich bestätigt: „Wir begrüßen Sie herzlichst bei Nonna Anna – Un Gusto Etrusco, dem Restaurant, das Sie in die Aromen und Traditionen Nord-Latiums entführt. Lassen Sie sich von Gerichten inspirieren, die nach den Rezepten meiner Schwiegermutter, Anna di Russo, aus Cerveteri zubereitet werden.“ ↩︎
    2. SCNR ↩︎
  • 25-08-14 La Chimera

    25-08-14 La Chimera

    Reminder to myself: Handfächer besorgen.

    Auch wichtig: Minrozendud. Sagen zumindest meine Notizen.

    Madame kaufte einen Koffer im Farbton Eiscafé-Stuhl.

    Ich erinnerte mich an die Worte meines ehemaligen Professors. Dieser sagte, dass ein Politikwissenschaftler immer ein Grundgesetz in der Tasche haben sollte. Mit einiger Verspätung folgte ich seinen Worten und installierte die Grundgesetz-App.

    Ich bin Mitglied von DB Kundenblick – dort kann ich immer mal wieder Umfragen zu meinen Erlebnissen mit der Bahn ausfüllen oder meine Meinung zu zukünftigen Entwicklungen geben. Bei der aktuellen Umfrage wurde erschreckend oft danach gefragt, ob man das Mitbringen eines Koffers (neben dem Handgepäck) für essenziell hält oder für einen Luxus, der auch extra kosten darf. Liebe Bahn – komme mir nicht auf schlechte Ideen!

    Der Segafredo im Bahnhof Südkreuz hat geschlossen. Das ist schade. Das war der einzige Ort des Bahnhofs an dem mensch halbwegs nett einen Kaffee trinken konnte.

    Bessere Nachricht: Im September startet die neue Show im Friedrichstadtpalast.

    An der Autowaschanlage: Ein Mann putzte seinen BMW mit etwas, das verdächtig nach Slimy aussah. Seine Partnerin stand andächtig daneben und reichte Slimy an.

    In der Buchhandlung: Otto Waalkes hat einen Spiegel-Bestseller über bildende Kunst geschrieben. Warum?

    Es waren zwei Tage des Bachelurlaubs und eine erste Rückkehr zur Arbeit – noch mobil.

    Wenn mensch soviel abwesend ist bei der Arbeit wie ich derzeit, und so wenige Stunden anwesend – dann werden die wenigen Stunden der Anwesenheit doch recht intensiv.

    Ci sono cose che non sono fatte per gli occhi umani

    Zum Abschied des Bachelurlaubs ging es noch einmal ins Kino. Im Kant-Kino lief ein Sommerfestival mit Klassikern und Kultfilmen und zum Abschluss sollte es einen Überraschungsfilm geben.

    Erstmal gab es aber ein Überraschungsgeschenk zum Ende des Festivals: ein Freigetränk. Und eine Anmoderation, die den Film nicht erwähnte, aber sie erwähnte, dass viele Besucher*innen sich den Film gewünscht haben. Obwohl er noch viel zu jung ist, um Kultfilm oder Klassiker zu werden.

    Und dann begann der Film. Die erste Szene öffnete in einem italienischen Zug der 1980er mit einem rauchenden Schaffner und ich war hin und weg. Dann folgten die ersten Dialoge und ich fragte mich „Was ist das? Warum? Warum ist das so großartig?“ und zwei Stunden später war ich darüber noch nicht hinaus. Ich hatte viele Fragen, die ich seitdem versuche, mir soweit wie möglich zu beantworten.

    Alice Rohrwachers La Chimera wird in Besprechungen immer als magischer Realismus beschrieben. Mir kommt es so vor, als hätte sie die Realität genommen, einmal kräftig dagegen getreten und dann aus den Bruchstücken etwas zusammengesetzt was irgendwie real ist, irgendwie auch eine unwirkliche Traumlandschaft.

    Deshalb fehlen mir auch etwas die klaren Worte, um die Geschichte von Arthur, Beniamina, Italia und den Grabräubern wirklich wiederzugeben. Ich sammle noch Eindrücke:

    • Ist der Film traurig? – Durchgehend.
    • Ist er lustig? – Ziemlich oft.
    • Erinnerte er an Gaunerklamotten der 1970er von der Olsenbande bis zu französischen Gangsterfilmen? – Auf jeden Fall.
    • Ist der Film politisch? – Aber hallo!
    • Ist er vielschichtig? – Unbedingt.
    • Ist das Zentrum des Verbrechens ein Tierheim? – Ja.
    • Werden Teile der Handlung als gesungene Ballade erzählt? – Aber ja.
    • Hat die Figur, die am realsten wirkt, den irrealsten Namen, nämlich Italia – ja.
    • Hast du schon je so eindrückliche Handlungsorte in einem spielt-auf-dieser-Welt-Film gesehen? – Vermutlich nicht.
    • Spielen Schlüsselszenen im Zug und auf dem Schiff? – Ja.
    • Ist der einzige Ort, der nicht traurig ist, ein halb verfallener besetzter Bahnhof? – Ja.
    • Bleiben die Bilder aus den etruskischen Gräbern im Gedächtnis? – Aber ja.
    • Kommen im Soundtrack Claudio Monteverdis Orfeo (Unterwelt!), eine Mozart-Arie, Kraftwerk, Tito Puente, ein Tango und Franco Battiatos Gli Uccelli vor? – ja.

    Weiter in ihrer Wortfindung sind das Magazin Strandgut (Wem gehört die Geschichte Italiens? »La chimera« von Alice Rohrwacher) aber auch sie kämpfen noch:

    Aber noch zwischen diesen Geschehnissen passiert so viel, manches davon bleibt rätselhaft und offen, dass man kaum mitkommt. Jede Einstellung hat drei Bedeutungen, mindestens.

    Ganz gut trifft den Film meines Erachtens bohema wien: La Chimera: Zwischen Fabel und harter Realität

    Ein, für ihre Filme charakteristisches, märchenhaftes Je-ne-sais-quoi lädt dazu ein mit den Figuren mit zu träumen und der Abbildung einer eigentlich sehr harten Realität ein Stück weit den Rücken zu kehren.

    Primal = Dual nicht egal

    Um in Radfahrmetaphern zu reden, befindet sich die Bachelorarbeit gerade auf einem steilen Anstieg zum nächsten Gipfel und es geht im Schritttempo vor sich. Tatsächlich bin ich mal wieder zurück am rechnerfreuen Schreibtisch mit Stift und Papier und versuche, Gleichungen zu verstehen. Aber ich habe die Hoffnung: wenn ich oben angekommen bin, öffnet sich mir eine weite fruchtbare Ebene weiterer Erkenntnisse.

    Aktueller Endgegner: \[ ^\rho\Delta c_j \] Wobei gilt: \[ ^\rho\Delta c_j = (c^T_B * \rho a^j) – c_j \]

    Und noch verstehe ich nicht wirklich, wo das a herkommt und warum dann später relevant ist, dass c undabhängig von b ist. Aber das wird

    Blick auf den Schreibtisch. Ein aufgeschlagenes Buch Wirtschaftsmathematoik von 1973, zwei Zetteln mit Notizen dazu und eine Kaffeetasse und ein Stift.

    Spandau-Sarajevo

    Vor dem Konzert aßen wir in der Innenstadt von Spandau eine Kleinigkeit. Das war für mich ein bißchen skurril, da man sich wie in einer typischen Kleinstadt vorkommt, aber von Berlinern umgeben ist, die aussehen, wie man sich Berliner eben so vorstellt und sich dort hinzu dann noch die ganzen Konzertbesucher gesellen, die auch noch einen Happen essen wollten. Das war interessant.

    Mit dem Zug von Mostar nach Sarajevo: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (13) Mostar – Sarajevo

    Falls ihr eine Woche Zeit habt, das Internet nachzulesen: The Curious About Everything Newsletter #53

  • 25-08-12 \setcounter{MaxMatrixCols}{17}

    25-08-12 \setcounter{MaxMatrixCols}{17}

    Madame kämpfte mit einer Power-Festplatte und Windows-11-Updates.

    Allgemeiner Stand auf dem Berliner Wohnungsmarkt: [Der Vermieter] will seinen Untermieter in Neukölln loswerden. .. Tür aufgetreten, Pfefferspray ins Gesicht. Mit einem Cuttermesser .. Schnitte am linken Mittelfinger .. Bargeld, Mobiltelefone und Schlüssel.. entwenden.. Schwester des Untermieters mit Pfefferspray angegriffen und in den Bauch getreten. Der Untermieter wohnt weiterhin dort. Besser als eine neue Wohnung finden..

    Falls ihr je versucht, eine 17-spaltige Matrix in LaTeX darzustellen und eine halbe Stunde der Fehlermeldung Extra alignment tab has been changed to \cr. hinterhersucht, dann wisset: Es gibt eine natürliche Begrenzung der möglichen Spalten in Matritzen und diese lautet: 10!

    Nachdem ich das wusste, fand ich auch schnell den Befehl, die Grenze hochzusetzen: \setcounter{MaxMatrixCols}{17} . Und das beste: Die 17-spaltige Matrix passt auch noch auf eine Hochformat-A4-Seite und ist gut lesbar. Anders als eine 19-spaltige-Tabelle. Aber das bekomme ich auch noch hin.

    \[ \begin{equation} %formelumgebung A = \begin{pmatrix} 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ \tfrac{7}{2} & 2 & 4 & 12 & 8 & \tfrac{1}{2} & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 \\ 2 & 2 & 1 & 2 & 2 & 1 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 & 0 \\ 12 & 12 & 0 & 30 & 20 & 25 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 & 0 \\ 2 & 1 & 1 & 3 & 2 & 3 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 25 & 5 & 3 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 1 \end{pmatrix} \label{AlleNebenMatrix} \end{equation} \]

    Es waren zwei Tage des Bachelurlaubs mit kleinen Exkursionen ins Schwimmbad und in die Stadt.

    Die Baustelle bohrt fröhlich um 7.30h. Aber es geht voran und noch steht die Wohnung.

    In Nord-Mazedonien steht sogar schon ein Denkmal für unsere Bauarbeiter: Siehe hier.

    Fast hätte ich am Wohnungsbestand Zweifel gehabt. Während ich Sonntag im Wohnzimmer saß, roch es heftig nach Grillgeruch. Ich schaute vom Balkon und sah Rauchschwaden aus Wohnung 2L. Okay, den Bewohner*innen dort traue ich auch Balkongrillen zu, aber trotzdem. Ich überlegte: Feuerwehr? Runtergehen und Fragen? Und wenn ich runtergehe und es brennt, muss ich das Haus verlassen, vorher noch was einpacken?

    Naja, während ich überlegte, ließ der Rauch nach und ich hörte fröhliche Stimmen vom Balkon. Glück gehabt.

    Fast nach Wilmersdorf, knapp nach Steglitz

    Die Verzottelungs-Verhinderungs-Exkursionen führten mich bis zu den Extrempunkten von Schöneberg. Ein abendlicher Spaziergang am Sonntag nach Nordwesten endete bei Anna Urania in Sichtweite des KaDeWes und damit in Sichtweite der Bezirksgrenze nach Wilmersdorf. Vorher das abendliche bürgerliche Schöneberg mit Altbau-Wohngegenden, dem einen Ausgehviertel (Akazienstraße), dem anderen Ausgehviertel (Nollendorfkiez) und der ein oder anderen neogothischen Kirche auf dem Weg.

    Dabei im Vorbeigehen entdeckt: Das Restaurant Elefant, das ordentliche bürgerliche Küche zu kredenzen scheint und ein wirklich einladendes über-uns-Foto auf der Website hat. Und die Pizzeria El Mastro. Die lag nun jenseits von allem, sah aus wie der seltsamste Lieferdienst im Industriegebiet, aber war randvoll. Sie muss ein Geheimnis haben.,

    Montag kam the marvelous Frau Z. Und damit die alleine in der Wohnung wirken konnte, startete ich meinen Ausflug an das andere Ende Schönebergs. Das Insulanerbad liegt in Steglitz, aber nur knapp 200 Meter von der südöstlichen Bezirksgrenze entfernt.

    Auch wenn die Uhrzeit Zufall war. Manchmal passt alles. Als ich um 11:20h ins Becken ging, zogen die renitenten Rüpelrentnerpaare gerade ihre letzten Bahnen und verschwanden. Als ich gegen 12:10 nach 1500 Metern das Becken verlies und gen Ausgang lief kamen mir die Großfamilien mit ihren Kinderwagengeschwadern entgegen.

    Dazwischen: Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, 25 Grad, leer genug um vollkommen entspannt Schwadern zu können, und voll genug um beim Schauen Entertainment zu haben. Manchmal gibt es doch perfekte Sommertage.

    Danach ein Menemen bei Café Peri. Madame hatte recht: genau so stelle ich mir auch ein Hipstercafé in Istanbul vor. Das war schon alles sehr türkisch dort, aber auch sehr schick und stylish und kilometerweit von der üblichen Dönerladen-Gemütlichkeit entfernt.

    Ein Stück grüner Wiese vor Büschen. Darauf links eine ehemalige Miniaturrutsche in Form eines Krokodils, erkennbar in die Jahre gekommen und mit Flatterband zum Rutschen gesperrt, rechts ein Tuff rot blühender Blumen.

    10000 Wörter

    Eine Woche Bachelurlaub fühlt sich an wie 10 Wochen. Habe ich je in meinem Leben etwas Anderes gemacht?

    Der Wort-Zähl-Stand ist bei 10.000. Das ist genau der Zielpunkt. Noch fehlen Einleitung und Schluß, und ich habe tolle Ideen für bisherige inhaltliche Lücken. Aber noch sind auch eine ganze Menge Dopplungen im Text.

    Knacknuss 4 und 5 sind geknackt. Diese waren nicht ganz so existenziell wie die ersten drei. Aber ihr Nichtknacken führte doch zu einigem inhaltlichen Rumlavieren in der Arbeit. Bildlich gesprochen ruhte sie auf drei zusammengebundenen Gartenklappstühlen und jetzt ziehe ich gerade ein ordentliches Fundament ein. Es wird. Und wenn die Zeit noch reicht für alles was ich mir vorgenommen habe, wird es richtig gut.

    Schuld ist (Gal, 1973)1, bei dem es jetzt im vielfachten Verstehensversuch plötzlich click machte und ich dachte „Ach, so geht das!“. Und damit waren alle meine Probleme gelöst.

    Jetzt halt „nur“ noch alles im Detail durchgehen und einarbeiten und Schlussfolgerungen daraus ziehen. Noch 21 Tage bis Abgabe, davon 7 inklusive Erwerbsarbeit.

    Island Mostar Civil Service

    „Fasten“ klingt irgendwie viel edler als „nichts essen“. Ein bisschen wie „Hungern“, aber von Manufactum.

    Dazu passend: Die Apotheken-Umschau über Gewicht: Über Gewicht (Folge 1 von 4) – „Ich bin Arzt und dick“ (via Heiko)

    Nic auf Island

    Karen hat die Tourismuszentren Kroations hinter sich gelassen und schreibt gleich wieder viel lebendiger: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (12) Mostar

    Terence Eden über Arbeit: I hate being introspective. But I’m told it’s good for me. A few months ago, I handed in my notice to Cabinet Office. And now I’m no longer a Civil Servant.

    Arne Semsrott kommt in die Bücherei.

    Anmerkungen

    1. Gebraucht übrigens für knapp 20 Euro erhältlich, statt der 200, die der Verlag aktuell aufruft. Wissenschaftsverlage.. Und eine sehr wertvolle Anschaffung soviel wie ich da inzwischen drin rumgemalt habe. ↩︎
  • 25-08-10 Neuntausend Wörter

    25-08-10 Neuntausend Wörter

    Die Dachbauarbeiter befestigen eine Regenrinnenhalterung an der Hauswand. Das ist prinzipiell gut, dann fließt der Regen vielleicht irgendwann nicht mehr direkt an unsere Fenster. Allerdings bedeutete es auch Männer mit Bohrmaschinen, die Samstag um acht mehr oder weniger direkt vor dem Schlafzimmerfenster standen und an der Außenmauer bohrten. Naja, ich wollte ja eh an der Bachelorarbeit weiter schreiben.

    In drei Tagen acht Jahreszeiten. Erst hat die LP mit Vivaldis Vier Jahreszeiten eine bedeutende Rolle im Film Vermiglio gespielt – zu dem später mehr – dann wurden Ausschnitte des Werks im Deutschlandfunkgottesdienst gespielt samt Klimawandelpredigt.

    Es waren zweieinhalbtage Bachelurlaub, unterbrochen durch einige kurze Exkusionen ins Kino und ins Schwimmbad.

    Nachdem es mit der Kabane lange schwierig war, kann ich diese mittlerweile nutzen und kam auf die Kabanenbesuche drei (Freitag – 25 Grad – bedeckt, Bad leer) und vier (Samstag – 30 Grad – Sonne, Bad knallevoll). Am Freitag die Premiere, dass ich gleich zwei Kolleginnen im Becken getroffen habe, eine davon sogar in ihrer Freizeit.

    Trümmelbachfälle

    Madame setzte ihren Interrailurlaub in der Schweiz fort.

    Sie ließ sich mehrfach koreanisch bekochen.

    Tagesüber besichtigte sie einen Indoor-Wasserfall. Die Trümmelbachfälle haben sich so tief in den Berg hinein geschnitten, dass sie inzwischen ihre eigene Höhle gebaut haben. Über zehn einzelne Fälle fällt das Wasser der Gletscher von Eiger, Mönch und Jungfrau insgesamt 140 Meter tief. Die oberen der Fälle erreicht kein Tageslicht mehr, so tief liegen sie im Berg.

    Wenn es realiter nur halb so spektakulär aussieht wie auf Madames Fotos und Filmchen bin ich schwer beeindruckt.

    Aber die brachte auch die Erkenntnis mit: Lauterbrunnen, quasi der Startpunkt „nach oben“ Richtung Eiger, Mönch und Jungfrau, ist in den Sommerferien ganz schön voll.

    Vermiglio

    Nachdem meine dritte Knacknuss geknackt war, dachte ich, ich mache mir etwas Schönes und gehe ins Kino. Es folgte eine Triangulation aus „beste Zeit“ und „schöner Film“ und „Kino, in dem ich noch nicht war“ und es wurde Vermiglio am Donnerstag Abend im Cinema Paris.

    Das Cinema Paris gehörte einst zum Institut français im Maison de France, ist mittlerweile unabhängig vom Institut und wird – wie das Odeon bei uns um die Ecke – von den Yorck-Kinos bespielt. Ich stellte fest: an diesem Ende des Ku’damms an dem das Kino liegt, war ich quasi noch nie. Es ist überraschend viel frankophonie noch vorhanden.

    Vermiglio, ein italienischer Film, dem mehrere Filmbeschreibungsseiten sogar einen Plot attestieren. Ich habe ihn zwar den Plot gefunden. Da er aber keineswegs handlungstreibend ist oder sonst von großer Relevanz für den Film, werde ich ihn einfach ignorieren.

    Am Ende schildert Vermiglio ein knappes Jahr (Winter 1944 bis Herbst 1945) einer zwölfköpfigen Lehrerfamilie in einem Bergdorf der italienischen Alpen. Die Berge sind großartig, die Räume sind eng und kalt. Es wird gehungert. Andauernd trifft man dieselben Menschen. Alle paar Wochen stirbt jemand. Gefühlt war es eine Mischung aus Heidi (die Alpen-Kulisse, die Kostüme) in dunkel, eng und deprimierend und Ein Hof und 11 Geschwister in gebildeter entlegener Armut.

    Mehr oder weniger die drei Hauptpersonen sind die Schwestern Lucia (vielleicht 18), Ada (15/16) und Flavia (12/13), die versuchen für sich einen Platz in der Welt zu finden – die vor allem aus diesem Dorf besteht; eine Welt, die durch den Zweiten Weltkrieg im Tal noch beengter ist. Schlüsselszenen sind die drei, die Abends unter Kerzenschein in ihrem Holzbett liegen und Geheimnisse austauschen.

    Wirklich großartig. Aber fröhlich ist echt was anders. 1

    Abend/nächtliche Frontansicht des Maison de France. "Maison de France" und "CInema Paris" auf der Fassade in klassischen Neonbuchstaben, unten im klassischen Kinowechselbuchstabenformat angekündigt "Vermiglio"

    Da isser wieder der Gilbert

    Die Bachelorarbeit hat inzwischen 9000 Worte. Damit ist die geforderte Mindestanzahl geschafft. Es sind noch nicht die richtigen 9000. Noch gibt es auch die ein oder andere inhaltliche Lücke – aber ich weiß, wie ich sie füllen will.

    Es nähert sich. Ich kann beim Überarbeiten jetzt auch mit gutem Gewissen Absätze streichen, und Füllmaterial ausbauen. Es wird.

    Zwischendurch eine lustige Wiederentdeckung. Ich habe ja während der Vorarbeiten diverse Videos zu Linearer Algebra mit Gilbert Strang, dem Matheprofessor, der immer so wirkt, als wäre er dein bester Freund, geschaut. Leider hat er keinen direkten Bezug zu meinem Thema.

    Einen direkten Bezug hat aber die Programmiersprache Julia, weil ich in der ein bißchen rechnen werde. Und als dieser Sprache hinterher recherchierte, stieß ich auf den Aufsatz, in dem sie quasi der akademischen Welt vorgestellt wird:

    Bezanson, J., Edelman, A., Karpinski, S. & Shah, V. B. (2017). Julia: A Fresh Approach to Numerical Computing. SIAM Review, 59(1), 65–98. https://doi.org/10.1137/141000671

    Diesen Aufsatz las ich nichtsahnend und dann dieser Absatz:

    Julia has symmetric tridiagonal matrices as a special type. For example, we may define Gil Strang’s favorite matrix (the second-order di fference matrix; see Figure 1) in a way that uses only O(n) memory.“ ..

    Figur eins ist ein Foto einer 11×11-Matrix aus beschrifteten Cupcakes, definiert im Beschreibungstext als strang(n) =

    Anderes Fundstück für mich: A comprehensive study of Mixed Integer Programming with JuMP on Julia (Part 1) AUf jeden Fall praktisch, aber ist das zitabel?

    Nicht zitabel, aber eine Hilfe bei den elenden Rechnungsmarathon, den Lineare Programme so mit sich bringen: Simple Pivot Tool

    Radeln

    Der Herr Flusskiesel ist Schuhfluencer. Als ich Bus einem Bär-Schuhgeschäft vorbeifuhr, wäre ich fast spontan aus dem Bus gesprungen, weil er schon so überzeugend von diesen Schuhen schwärmte.

    Lebensberatung von Frau Novemberregen: [E]s gibt nur eine einzige Strategie: die innere Haltung. Sich voll hineinwerfen und im Kopf keine andere Wirklichkeit zulassen.“ Kein „aber was, wenn“, keinen doppelten Boden mitdenken, all-in gehen. Ist das anstrengend? Ja, sehr! Kann das schiefgehen und man steht hinterher blöd da? Absolut! Das ist der Preis. Plus anschauliches Beispiel.

    Inzwischen haben viele Teilnehmer*innen des Transcontinental Race 11 dieses beendet und gut 4000 Kilometer quer durch Europa in 10 bis 14 Tagen auf dem Fahrrad zurückgelegt. Alle Fähr- und Brückenprobleme sind überwunden. Mir neu waren die Hundeprobleme mit großen frei laufenden und lebenden Hunden in Südosteuropa, denen mensch nachts auch nur so mittelgern auf dem Fahrrad begegnet.

    Dabei entdeckt: Letztes Jahr drehte das ZDF eine Dokumentation zum Rennen: Das verrückteste Radrennend er Welt. Insbesondere beeindruckt von Jana Kesenheimer, die einfach unfassbare Leistungen vollbringt und dabei halt auch noch ne nette, bodenständige Frau aus dem Schwarzwald ist.

    Noch weiter mit dem Rad fährt Rebis. Diese verließ Almaty.

    Karen fuhr diesmal gar nicht mit dem Zug: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (11) Dubrovnik – Mostar

    Für mehr osteuropäische Gemüseküche. Magentratzerl bespricht das Buch Kapusta.

    Fundstück:

    Also, I am NOT the author of More Than a Mom: Living a Full And Balanced Life When Your Child Has Special Needs. I’ve asked Goodreads to remove it from my page several times but it keeps getting re-added. If you have questions about this title, please direct them to the other Heather Fawcett!

    Anmerkungen

    1. Es gibt einige Szenen immerhin, die unglaublich komisch sind. Und die ihren Reiz auch daher beziehen, dass die beteiligten Personen im Film jegliche Wahrnehmung der Komic fehlt. Beispiel: Ein Baby, das an Keuchhusten leidet (extrem unkomisch) und mit Kohlwickeln behandelt wird, die sich als eine Art Krone aus Kohlblättern auf des Babys Kopf entpuppen. Ein Anblick zum Schreien – aber natürlich würde niemand in der Situation im Film auch nur Lächeln. ↩︎
  • 25-08-03 Bachelurlaub

    25-08-03 Bachelurlaub

    Madame lernte Hillary kennen, Singer-Songwriterin aus New Mexico, später dann ein sächsisches Ehepaar, das Steak tartare essen wollte.

    Ich traf den Bauleiter unserer Dachbaustelle. Gute Nachricht: Wenn sie mit dem Dach fertig sind, ist unsere Wohnung zur Renovierung vorgemerkt – was nötig ist, angesichts der ganzen Schäden, die sich über die letzten zweieinhalb Jahre Baustelle über unseren Köpfen angesammelt haben. Schlechte Nachricht: Wenn sie mit dem Dach fertig sind, ist unsere Wohnung zur Renovierung vorgemerkt – leider stehen Wohnung renovieren und gleichzeitige wohnen in einer Wohnung in einem gewissen inneren Spannungsverhältnis.

    Es war ein letzter dreiviertel Arbeitstag und ein erster Tag der freien Tage zur Vorantreibung der Bachelorarbeit – der Bachelurlaub. Ich machte aber erstmal Urlaub vom Bachelor und verbrachte den Samstag auf den Latifundien.

    Trotz Urlaub, Strohwitwertum und potenzieller Lernverhöhlung gelang es mir bisher, Struktur im Alltag aufrecht zu erhalten. Vier von fünf Abendessen waren ordnungsgemäß gekocht und hatten jeweils drei Gänge. (1 – immer Gemüserohkost, 3 – immer Obst. Ich will auch nicht übertreiben)

    Ausgelesen: Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen. Die letzten drei Texte. Einer (der der Herausgeberin) ein bißchen belanglos, Ljudmila Ulitzkajas Dankesworte an die Antisemiten eindrucksvoll, aber irgendwie mehr Statement als literarischer Text und Was hättest du getan?, der Deutschland 2025 gut und schmerzhaft trift. Erst beim Nachsehen wird mir bewusst, dass der Text von Dana Vowinckel ist, deren Gewässer im Ziplock hier länger von Madame im Bungalow gelesen wurde.

    Ratatouille verpönt

    Wenn wir verreisen, stelle ich fest, vor lauter Reiserei komme ich nicht zum Schreiben und es passiert eh zu viel, um es zu würdigen.

    Dies passiert selbst, wenn ich gar nicht mitfahre. Alleine Madames Telefonerzählungen aus Paris-Versailles-Bayeux sprengen jeden Blograhmen. Allein die Serenade in Versailles bietet genug Stoff für eine ganze Reihe.

    Deshalb nur ein Detail: der Potager du roi – der königlichen Küchengarten. Der ist durch alle Revolutionen und politischen Verwerfungen seit dem 17. Jahrhundert im Betrieb – Obst und Gemüse wollten alle Versailles-Zuständigen.

    Madame bekam eine Führung auf französisch. Sie erfuhr: Aus bürokratischen Gründen fördert der Staat den Garten – Weltkulturerbe seit 1979 und Teil von Versailles – nicht, so dass sie alleine von Eintrittsgeldern leben und dem Verkauf ihrer Erzeugnisse.

    Denn es gibt einen Stand, an dem frisches königliches Obst und Gemüse verkauft wird.

    Der Klimawandel zeigt sich auch hier: der Anbau wechselt weg vom Obst hin zum Gemüse.

    Eine Änderung gegenüber der Geschichte: Ludwig XIV war größer Obst und Gemüsefan. Aber zu seiner Zeit war mediterranes Gemüse (im Wesentlichen alle Zutaten der Ratatouille) verpönt. so dass hier Feigen und Äpfel wuchsen.

    Original Reise Ratatouille

    Der Bachelurlaub begann im 248er Bus vom Südkreuz in den Bergmannkiez. Schon vor vielen Wochen hatte ich Original Sin: President Biden’s Decline, Its Cover-Up, and His Disastrous Choice to Run Again in der Hammett-Buchhandlung bestellt und dann über viele Wochen nicht abgeholt. Endlich Zeit es zu ändern.

    Wie es sich für eine gute Buchhandlung gehört: Ich betrat den Laden. Und während ich noch in der Tür stand, sah Christian mich, drehte sich sofort um, und holte das Buch aus dem Vormerkregal. Beste Buchhandlung.

    Und weil ich nicht anders kann, also in einer Buchhandlung spontan ein Buch zu kaufen, kam ein antiquarisches Exemplar von Rainer Erlers Reise in eine strahlende Zukunft (Verlag das neue Berlin, 1986) hinzu.

    Und weil ich ja Urlaub habe, wandelte ich in die neben gelegene Marheineke-Markthalle. Im Gedenken an Madames Frankreichtour entdeckte ich Le Bretagne, die mir ein vortreffliches Ratatouille-Galette servierten und dazu eine überzeugende französische Konditorei-Auswahl im Tresen stehen hatten.

    Der Schrei des Rotmilans

    Fahren auf die Latifundien in dichtem Bodennebel. Der Regen hinterlässt spuren. An der Raststätte Stolper Heide1 sucht der Kassierer jeden möglichen Rabatt heraus, den er noch finden kann. Dabei ist die Raststätte eh schon die preiswerteste Quelle für Autogas.

    Wöchentliches Mähen im August – das Wetter ist ernstlich kaputt. Der Garten wirkt so üppig wie nie – zumindest was das leuchtende Grün angeht, bewegt er sich überraschend stark in Richtung englischer Landhausgarten. Nur wächst das Gras auf den Wegen auch wie blöde.

    Nach Mäh- und Falläpfelrunde folgte die Besorgungsrunde: Die letzten Bratwürste vor dem Urlaub der Metzgerei, Rasenmäherbenzin, Altglasverbringung, Gemüse und alkoholfreies Bier, ein Stück Erdbeerschnitte am Kremmener Marktplatz. Über dem Marktplatz kreiste ein Storch.

    Nachmittag eine Geräuschkulisse aus dem Schrei des Rotmilans und herüberwehenden Fetzen der Speedwaybahn.

    Fast beinahe lasse ich alle selbstgesteckten Regeln sausen und werde üppig. Der Garten zeigt sich nach all‘ dem Regen in paradiesischer Paradiesheit zudem mit besten Wolken. Meine Regel: 1 Post – 1 Bild wankt. Denn welches nehmen?

    Aber egal. Ich bleibe bei einem Bild. Ich entscheide mich für zwei Mitbewohner*innen, die sich bisher allen halbwegs scharfen Fotos entzogen: Chorthippus brunneus (aka brauner Grashüpfer – sehr häufig, aber halt sprunghaft im Versuch ihn zu fotografieren) und eine Schwebfliege (Ehrlich gesagt, keine Ahnung, wie häufig sie sind – wir haben so viel gelb-schwarze Insekten aller Art, dass ich nur noch selten bestimme)2. Auch habe ich immer keine Lust, sie zu fangen, einzufrieren und dann ihre Geschlechtsteile unter dem Mikroskop zu bestimmen.

    Chorthippus brunneus an Armbanduhr
    Schwebfliege an Wilder Möhre

    Teletext und Blitz nach oben

    Aharoni kann etwas, was vermutlich niemand sonst auf dieser Welt: Wirrwarr-Text, der auf englisch geschrieben wurde, aber auf hebräisch ausgegeben wird, fließend lesen. My Useless Super-Power: Reading Incorrectly Encoded Teletext

    I guess this is BookTok speaking: eine geschlossene Veranstaltung um 23:00h zur Präsentation einer neuen Young Adult Reihe.

    Konstantin freut sich: In einem Raum mit über 3 Meter Höhe und 99 Jahren an Geschichte aufwachen. – und da sagt der Berliner Altbaubewohner: Ha! Das habe ich jeden Morgen!

    Ein Blitz nach oben, fotografiert aus der ISS. (via Das BlaBlog)

    Urlaub in der Normandie scheint im Trend zu liegen: Saint-Valéry-en-Caux: kleines Küstenstädtchen in der Normandie

    Urlaub im Balkan. Karen verlässt ausnahmsweise den Zug: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (9) Split – Dubrovnik

    Mit dem Boot. Über Geld wird eh zu selten geredet: Was kostet ein Bootsurlaub in Friesland?

    Mehr als Urlaub: Holger und Angela geben den Schlüssel zum Liegeplatz ab und steigen für 13 Monate aufs Boot.

    Anmerkungen

    1. Ich glaube eine der wenigen Autobahnraststätten, die nicht zum Tank&Rast-Imperium gehört. ↩︎
    2. Der Halluzinator lässt sich übrigens nur mühsam davon abbringen, dass es sich bei dem Tier um eine Wespe handelt. Selbst wenn ich dazu sage, dass es eine Schwebfliege sein soll. Er verweist dabei jedes Mal auf die Wespentaille als ausschlaggebendes Merkmal. Und was sehen wir auf dem Foto NICHT: Genau, eine Wespentaille. ↩︎