Schlagwort: Bachhuber

  • 24-03-28 bln.local

    24-03-28 bln.local

    Momega bewahrte 23 Kilogramm Blöcke für uns auf.

    Madame beendete ihr kurzes Studium der Kulturwissenschaften. Die Verwaltung entschuldigte sich.

    Madame faltete Berge.

    Der Kaptain beobachtete Elstern.

    Wir unterschrieben für eine Lieferung geformten Holzes.

    Ich fehlberichtete: das neue Café am Südkreuz wird gar nicht Café exclusive heißen sondern Exclusive Coffee – denn was gibt es exklusiveres als einen amerikanisch gebrandeten Coffeeshop am Fernbahnhof?

    Der Staudenmarkt ist zurück. Er zog vom Botanischen Garten in die Domäne Dahlem und wird am 6./7. April stattfinden.

    Ein Staat, der im Fernsehen Menschen foltern lässt, ist innerlich verrottet und wird sich früher oder noch früher selbst verzehren.

    Die Berliner Politik diskutiert, ob ins ehemalige Straßenbahndepot Schöneberg ein Polizeimuseum oder eine Probebühne einziehen soll. Ich überlege, was davon brauchen die Menschen wirklich und komme auf „Abreißen und Wohnhochhäuser bauen.“

    Staunen über die Let’s Dance Italonight. Sie brachten gar nicht die alten in Deutschland bekannten Klassiker von Eros Ramazotti und Gianna Nannini, sondern die Paare tanzten zu dem, was gerade auf RAI Tutta italiana rauf und runter läuft: Von Disco Paradise (Fedez, Annalisa, Articolo 31) bis Italodisco (The Kolors).

    Ich möchte anmerken, dass die Let’s-Dance-Jury sich totgelaufen hat, langweilt, und dringend gewechselt werden sollte.

    Madame spendierte dazu ein Reisemitbringsel vergangener Zeiten: Wiener Trilogie vom Bisamberg.

    Iberty.de schrieb letztes Jahr: „Meine leichte Befürchtung – kurz vor Ostern, nix los, was mach ich dann? – zerschlug sich schnell. Die Menschen, die schon in den Osterferien sind wurden ersetzt durch die Gehetzten, die noch vor ihrem Osterurlaub alles fertig bekommen wollen.“ – das ist die Erfahrung dieses Jahres. Ich erkenne ein Muster.

    Wobei es nicht hilft, dass Ostern und Quartalswechsel auf dasselbe Datum fallen. Zeit für’s lange Wochenende.

    TwinDos 2 ist aus.

    Irren durch das Bärenbrot

    Mir träumte, Deutschland hätte mitten am Tage Linksverkehr eingeführt und dieses würde zu gigantischen Staus führen. Woher die Traumbilder kommen ist klar: Auf der Berliner Stadtautobahn führt eine Osterbaustelle zu gigantischen Staus. Auf meinem Arbeitsweg staut sich der Autobahnvermeidungsverkehr. Ein Hoch auf das Fahrrad.

    Der strömende Regen der letzten Wochen zieht sich zurück. Die Klausuren haben sich ganz zurückgezogen. Und trotz Ostervorbereitungen nehme ich mir wieder Zeit, etwas durch den Bezirk zu radeln.

    Auf zur ehemaligen Bärenbrotfabrik neben der ehemaligen Malzfabrik, Super-8-Filme abgeben. Es folgte ein mehrmaliges Umrunden des Gebäudes und ratloses Stehen vor dem verschlossenen Eingang neben dem historischen Schornstein. Ein weitere Fabrikumrundung folgte bis ich den offenen Eingang finde.

    Er führte mich in einen Co-Working Space, der auch als Drehort für die nächsten Squid-Games-Staffel durchgehen könnte. Metal, weiß, große Metalltüren, ein spärlich aufgehübschtes leeres Foyer. Patrollierende Menschen in Uniform hätten gut in das Ambiente gepasst.

    Am letzten Ende des letztes Ganges die Film-Abgabestelle: die Tür öffnete sich und es sah aus wir bei künstlerisch interessierten Handwerkern: nette Menschen, geordnetes Chaos, Farbe. Die Filme fühlten sich gut aufgehoben an.

    Auf zum Osterbraten. Bayerisches Viertel und Bayerischer Platz im Sonnenuntergang. Fleischer Bachhuber schlug vor, Osterhasensalami zu kaufen. (Die aber gar nicht aus Hasen bestand, sondern aus Schwein und Geflügel). Ich blieb bei Bratwurst und Schweinenacken.

    Auf dem Platz waren alle Bänke besetzt. Im nahegelegenen Café war die Außengastronomie voll. Der Rückweg über die Akazienstraße. Junge Menschen belagerten die schmalen Platz um die Apostel-Paulus-Kirche und genossen den sonnigen Frühlingsabend.

    An einer Kreuzung sah ich eine Dreiergruppe, die anscheinend zu einem Purim-Fest wollte. Und mein Herz erfreute sich.

    Kawai*i

    Auf einem meiner Wege zum Bayerischen Platz kam ich am China-Laden vorbei. Und der wirkt so aus der Zeit gefallen, so bevor-es-das-Internet-gab, dass ich mich wundere mit welch geheimnisvollen Mysterien seine noch-Existenz zu erklären ist. Drei Tage später informierte mich der Tagesspiegel-Schöneberg-Newsletter. Es gibt keine Mysterien: Am 31. März wird [nach 45 Jahren] ein Ort des kulturellen Austauschs und ein Stück chinesischer Präsenz in Berlin-Schöneberg geschlossen: Es ist der Chinaladen des Vereins Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Berlin. Und da der Artikel inzwischen gepaywalled ist, der Link zum Verein: Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Berlin.

    Das Baltimore Banner stellte fest: wenn ein Containerschiff gegen eine Brücke fahren kann, wird früher später ein Containerschiff gegen eine Brücke fahren. Spektrum der Wissenschaft erklärt weiter: Wie man große Schiffe von Brücken fernhält

    Margaret Atwood über Stephen Kings “Carrie“: Stephen King’s First Book Is 50 Years Old, and Still Horrifyingly Relevant

    Claudias Blog mit Auftragszeichnungen und mindestens 50% mehr Kawaii.

    Herr*in Rau war auf der Leipziger Buchmesse.

    Am 12. Mai bekommen die Palmen ausgang. Ilka war schon vorher in der Orangerie.

  • 23-06-11 Bienenwolf auf Transabed (Wollschweber)

    23-06-11 Bienenwolf auf Transabed (Wollschweber)

    Unsere Haftpflichtversicherung erhöht ihre Gebühr um 10%. Der Bungalow-Stromabschlag sinkt mächtig gewaltig. Madame warf einen Brief in Richtung NRW in den Briefkasten.

    Madame richtete ihren Doppellaser auf vier Liter Milch und wenig später hatte sie Frischkäse im Salatsieb. Erstaunlich, was Madame mit einfacher Küchentechnik alles anstellen kann. (pdf)

    Wir holten Dr. Dolittle und Euphegenia D am Südkreuz ab, um zum Bungalow zu fahren. Es folgten zwei Tage liegestuhlen, gartenstuhlen, Lavendelbratwürste, vierstündig gegrillräucherter Nackenbraten, viele Kaffee-Gartenrunden und fast so viele Gin-Tonic-Gartenrunden.

    Fast wäre ich entspannt gewesen, säßen mir nicht die vermaledeiten Einsendeaufgaben im Nacken. Montag 23:59h ist die Zeit der Wahrheit. Wenn ich die Abgabe erfolgreich schaffe, bin ich für die Klausur qualifiziert. Wenn nicht – dann vermutlich nicht.

    3 von 3 ?

    Zur Wahrung meiner geistigen Gesundheit habe ich mich entschlossen die nächsten zwei Wochen auf jedem Fall mit dem Thema Einsendeaufgaben auszusetzen. Dann hätte ich noch eine letzte Chance. Ob ich für die wieder genug Schwung bekomme – fraglich.

    Aber ich muss auch nur noch einmal bestehen. Nummer 2 von 3 ist durch. Nummer 3 von 3 folgt hoffentlich heute und morgen.

    Während wir schon die Latifunden mit Ginkaffeetonic umrundeten, kam die Mail mit dem Ergebnis von Runde 2:

    Gedanke 1: FUUUCK. So knapp vorbei. Um 1,8% gescheitert. Echt jetzt???

    Gedanke 2: Halt! Stop! Du brauchst 30% zum Bestehen, nicht 33%. Um 1,2% geschafft. FUUUCK.

    Call me the Indiana Jones der Algorithmische-Mathematik-Einsendeaufgaben.

    Dafür, dass mir die vermaledeiten Einsendeaufgaben die ganze Zeit im Nacken saßen, hielt ich mich überraschend entspannt. Mir gelang es desöfteren, länger als zwei Stunden nicht an die Jacobi-Matrix zu denken.

    Flieder ist aus

    Flieder ist aus. Rosen sind in. Gallica versicolor und Pink Moss scheinen jetzt angekommen, und richten sich nach mehreren Jahren zur Größe empor. Im Wiesenteil hat sich ein erstaunliches vier Quadratmeter großes Kornraden-Feld gebildet, das jetzt aufblühte. Höchst erstaunlich – aber wenn mir Wikipedia von „austrocknungstolerant“ und 85cm tiefen Pfahlwurzeln erzählt, weiß ich was die Pflanze an unserer Wiesentrockensteppe schätzt.

    Die Trockenheit stoppte das Gras – auch die Mähwege mussten nicht mehr gemäht werden, denn kein Gras war nachgewachsen.

    Innerhalb von zwei Stunden entdeckten wir im Garten sowohl einen Bienenwolf (Käfer) als auch einen Wollschweber. Bei dieser Dichte an Solitärbienenschädlingen scheint unser Bestand an Solitärbienen und Solitärwespen etwas zu bieten. Den Bienenwolf hielt ich angesichts seiner Zeichnung kurz für eine Wanze. Aber Bewegung und Körperbau passten nicht. Der Wollschweber als illegitimes Kind zwischen Kolibri und Hummel ist natürlich einfach zu erkennen.

    Weil der Kaptain sich beschwert, dass es eine keine Insektenfotos mehr von mir gibt, bitte:

    Bienenwolf (Käfer) auf türkisem Stoffbezug

    (Der Grund ist einfach: Fotografieren mit der echten Kamera ist mir zu aufwendig – vor allem in der Nachbearbeitung. Für ‚mit Handy‘ sind Insekten aber zu schnell.)

    Sonstige Sichtungen: 28 Kraniche, die mal im Trupp, mal in Einzelgruppen am Garten vorbeiflogen. Die ersten sich formierenden Starenschwärme. Ringeltauben im Schauflug und sich zoffende Elstern in Nachbars Fichte. Dutzende von Schwebfliegen. Viele Bienen und Wespen aller Art. Morgens eine Hornisse vor dem Schlafzimmerfenster, die aber den Vorhang nicht überwand.

    Zecken prügeln

    Wir waren bei einer Feier eingeladen. Aber die würde jetzt den Rahmen sprengen.

    Hotel Mama und Kellerkind schliefen schlecht.

    Herr Buddenbohm versuchte Selbstmitleid moralisch zu relativieren.

    Das mit dem Prügeln ist aus heutiger Sicht nicht vorbildhaft.

    Ich freue mich, wenn Profis mir zustimmen. Seltener gießen aber dafür mehr.

    Das RKI sammelt Zecken.

    Wäre ich entspannter gewesen, hätte natürlich Dota auch das richtige Lied für das Wochenende: Brandenburg laziness.

    Maximaltemperatur Küche (Berlin): 27 Grad. Maximaltemperatur Bungalow: 37 Grad. (Bei Ankunft)