Schlagwort: Baraka

  • 26-06-09 Fast dringliche Fokussierung der Strategie zur Steigerung der Resilienz

    26-06-09 Fast dringliche Fokussierung der Strategie zur Steigerung der Resilienz

    Es gibt noch Bierbikes in Berlin.

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    In der U-üc ein kleiner Junge im Dinosaueriershirt. Ein wenig war ich neidisch. Zum Glück trug ich mein Bären-Narwal-Shirt und konnte mich daran trösten.

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    Notiz: „Mir träumte – Auto Schuhe, Schlamm, Fazit: andere dürfen ihre Schuhe“ – eventuell sollte ich meine Notizen nicht ganz so kursorisch kurz schreiben.

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    Die leicht übergriffige Deutschlandflagge von Nachbar canineri ist mittlerweile arg ausgefranst und ausgeblichen. Langsam kann ich eine emotionale Beziehung zu ihr herstellen: „Wir alle, Deutschlandflagge, wir alle.“

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    Es war ein Wochenende zwischen menschlicher Wissensstrategie in Fernost-Kreuzberg und dem Tanz der Knautien.

    Weder Gorgo noch Schreinern

    Als ich im letzten Post etwas vom „Töpfermodus“ des Hirns schrieb, begab ich mich in ein bloggerisches Mikroabenteuer. Ich habe keine Ahnung vom Töpfern, und dementsprechend frei improvisiert war der Vergleich.

    Madame hingegen hat viel Ahnung vom Töpfern und challengte mich erwartbarerweise, wie ich genau diese Metapher meine. Und ich habe halt keine Ahnung. Mein Gedanke über Gedanken war: „Struktur aus dem formlosen Nichts erschaffen. Anders als bei einer Schreiner- oder Ingenieur-Metapher, geht es mir dabei weniger um das planen, passend machen von Einzelteilen und Zusammensetzen, sondern mehr um ein ganzheitliches System, das erst durch den Prozess selbst gedacht werden kann.“

    Auch nachzutragen: GIORGIO. Nachdem mir der letzte Post mit Moroder und Armani gleich zwei Giorgios zum Benennen bot, habe ich den Vornamen nicht ein einziges Mal korrekt geschrieben. Immerhin tauchten verschiedene Varianten auf. GIORGIO, zwei I, ein R, zwei O. So schreibt er sich.

    Die von Pfuel’sche Badeanstalt

    Es ergab alles Sinn. Kaum war ich vom Schlesischen Tor ein paar Meter gelaufen, hatte ich innerhalb von 15 Minuten die Uber Arena, die Oberbaumbrücke, die Straße des Wikibären und das Bi Nuu gesehen. Alles Orte, die ich mir als irgendwo-im-nirgendwo gemerkt hatte, und die ich nur mit Suchen auf einer Berlinkarte finden würde.

    Gerade die UberArena und der Platz drumherum wirken selbst dann noch wie vom-Ufo-abgeworfen wenn man in ihrer Mitte steht. Der ist so un-Berlin wie ein städtischer Ort nur sein kann. Sie zerstören meine innere Orientierung jedes mal. Aber jetzt habe ich ein Gebiet vor mir: Am nördlichen Spreeufer das Ex-Niemandsland des Mauerstreifens, nach der Wende bereit mit Ufos verfüllt zu werden; am südlichen Spreeufer Industriegebiet-Rand-Kreuzberg, wo sich Kleinfabriken, Entsorger und die entlegensten Ecken der Kreuzberg-Szene sammelten – nach 1990 teils-gentrifiziert und teils auch nicht.

    In so eine Gegend passen Entertainment-Exklave, Kellerclubs, irgendwo-im-nirgendwo-Feeling, Ausgehstraße, das Gefühl der Verlassenheit, ein U-Bahn-Hof, der wirkt als hätte er sich aus Zehlendorf oder Wannsee hierher verirrt und der ikonischste Brückenanblick der Stadt.

    Für mich als Schwimmbadinteressierter natürlich auch spannend: die Stelle an der Spree, wo knapp unterhalb der Oberbaumbrücke ehemals Berlins erste Badeanstalt lag, die von Pfuel’sche Badeanstalt.

    Ich war geflasht. Nur zehn Meter laufen und so viele spannende Stadtgeschichte in mehreren Lagen direkt vor meinen Augen. In jede Richtung anders aufregend. Oder wie mein Thüringer mit-Zählkommissionsmitglied meinte „Und in jeder Richtung widerlich.“

    So verschieden lässt sich Gegend interpretieren.

    AI Agents Summit

    Beim Kreuzberg-Wandeln sah ich in gelben Schuhen mit Bären-Narwal-Shirt, den langsamen Schritten und dem staunenden Blick aus wie der letzte Tourist auf Erden. Was gut ist: Der Tourist an sich ist ja entspannt, gut gelaunt, offen für Neues und außerdem außerordentlich unbeliebt.

    Inhaltlich war der Touristenlook korrekt: Diese Straßenzüge waren mir komplett unbekannt und ich war hier zum Entdecken. Er war aber auch vollkommen falsch: Immerhin war ich in „meiner Stadt“ mit „meiner U-Bahn“ zur Versammlung „meines Vereins“ gefahren, an der ich mich als Mitglied der Zählkommission auch noch semi-inhaltlich beteiligen wollte, während Madame es auf sich genommen hatte, die Versammlungsleitung zu geben. Noch untouristischer geht es nicht.

    Aber erst galt es den Ort zu erkunden:

    Die letzten Jahre hatte die MV im bUm stattgefunden. Das bUm in einem ehemaligen Umspannwerk entstand aus Protesten gegen einen geplanten Start-Up-Hub an diesem Ort und sieht sich als „ein Raum für Engagement und solidarisches Miteinander“.

    Dieses Jahr waren wir im Spielfeld – einem Start-Up-Hub im ehemaligen Postamts-Backstein-Schloss Kreuzberg SO 36, gegründet von Roland Berger und Visa. Hatte es im bUm noch die drei Toiletten „Flinta*“, „Alle“ und „Behindert / alle“ gegeben, gab es nun „Men“, Piktogramm einer Frau und „Staff only“. Wer eine Behindertentoilette suchte, musste den eigentlichen Veranstaltungsort verlassen und durchschritt dabei eine Tür ohne Wiederkehr – aka, eine die sich nur von innen beim Verlassen des Ortes öffnen ließ.

    Es war ein Ort, der Kaffee nicht als Infrastruktur des Lebens begriff, sondern als Genußmittel, das nur von Barangestelten ausgegeben werden durfte („staff only“) und während bei der Veranstaltung betont wurde, wie sehr Wikipedia und co. menschengemacht sind und sich von „KI“ so weit wie möglich distanzieren, war der Rest des Start-Up-Hubs natürlich voll davon.

    Schöne Architektur, sonst eher fragwürdig dort.

    Vor Wachstum? Durch Wachstum?

    Bei der 31. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland fand statt, was aus Mitgliederversammlungen so stattfindet: Die Mitglieder wählten ein neues Präsidium, hörten sich Berichte der einschlägigen Gremien an und berieten über Anträge.

    Alles einmal auf „schräg“ gedreht, dass Wikimedia Deutschland zwar zur Wikipedia gehört und von dieser geprägt ist – inhaltlich aber nichts mit ihr zu tun hat und auch kein Betreiber ist. Das führt dazu, das ein Großteil der „Vereinsinhalte“ ausgelagert ist und gar nicht zur Befassung durch den Verein geeignet ist. Es führt auch dazu, dass WMDE 116.000 Mitglieder hat, von denen etwa 50 stimmberechtigte Mitglieder zu einer MV kommen.

    Inhaltlich geht es dann auch um Inside-Baseball to the extreme. Aber in Entwicklung. Nachdem sich in den letzten Jahren die hauptamtlich durchgeführte Organisation der Veranstaltung in fast schon absurde Höhen professionalisierte, zieht langsam auch die Mitgliedschaft nach.

    Nach divesern Erklär- und „Warum Wikimedia- nicht Wikipedia“-Formaten am Vorabend und Vormittag, hatten es bis Mittags alle verstanden. Nicht ein einziger verwirrten Diskussionsbeitrag tauchte auf, der beides verwechselte. Überhaupt habe ich es selten in irgendeinem Kontetx erlebt, dass quasi alle Diskussionen on point waren, dass alles was als Frage deklariert war, auch eine echte Frage war und ich nach 90% der Beiträge ernstlich das Gefühl hatte, klüger zu sein. Chapeau.

    Richtig glücklich war ich, weil der Verein nach Jahrzehnten der Irrungen und Wirrungen endlich eine Strategie verabschiedete, die sich nicht mehr als „und dann machen wir noch das und dann das und das auch noch“ las, sondern als „das ist unser Ziel, das sind die Umweltbedingungen und deshalb fokussieren wir uns auf drei Punkte, die wir langfristig umsetzen wollen.“ Oder anders gesagt: 22 Jahre nach Vereinsgründung hat WMDE das erste Mal eine Strategie, die ich als solche erkennen würde.

    Anstrengend war der 7-Stunden-Ritt in stickiger Luft dennoch. Wir im Publikum litten am Ende ziemlich, ich hatte mehr als Respekt für alle auf dem Podium und natürlich Madame, die sieben Stunden vorne saß, on und präsent sein musste.

    Für den Heimweg Käsekuchen

    Danach Schlafwandeln. Wieder ins Baraka beim Görli, diesmal Mezze-Platte und Künafa, für den nächsten Tag steckten wir beim Waffle-Brother-becomes-baskischer-Käsekuchen-Laden noch zwei Stück Käsekuchen ein, wir fuhren mit der Bahn nach Wilmersdorf und dann über die nächtliche Autobahn zu den Latifundien. Als wir um 23:48h auf den Latifundien die Autotür erst halb geöffnet hatten, stellte Madame schon fest „Oh wie das duftet.“

    Die Knautien tanzen wieder

    Nach der Marathon-Performance des Vortags war Madame den Sonntag über Knülle. Bei mir reichten ganz ohne Performance die Nachwirkungen von vielen Stunden intensiver Diskussion, erlebt auf einem Stuhl mäßiger Langfristsitzbarkeit.

    Wir wachten auf, dösten, wachten, schliefen, dösten und haben uns am Ende kurz vor Mittag zu den Brötchen begeben. Der Rest des Tages änderte sich wenig. Madame kochte und stellte fest, dass auch sie das „zuviel! zuviel!“ im Garten erleidet. Mittlerweile bestimmte sie mit Flora incognita 86 Pflanzenarten, nicht nur aber vor allem im Garten und zunehmend nehmen die Doppelbestimmungen zu. Zuviele Pflanzen zum Merken.

    Und während wir den Sonntag low and slow verbrachten, blühte, kreuchte und fleuchte es wie auf einem wildgewordenen Wimmelbild. Selbst der geruchlose Jasmin bequemt sich unter voller Blüte zum Duften.

    Die Knautien begannen, sich zu entfalten. Gerne an den Wiesenrändern, an den Wegen, fast immer dort wo Wege dreieckig zusammenlaufen. Dutzende Blüten? Hunderte! Sie stehen an dünnen Stängeln bis zu einem Meter über der Wiese. Sobald ein Wind aufkommt, fangen sie an zu tanzen.

    Links

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    Leider auf englisch. Wer schreibt die Liste auf deutsch: The 100 Greatest Bird Names of All Time (via Curious about everything) Aus derselben Quelle. Ich habe die höchst wundervolle Autorin Caity Weaver wiedergefunden. Sie ist bei The Atlantic gelandet und schrieb: I Found It: The Best Free Restaurant Bread in America:

    But still. It is impossible to lock eyes with a Frenchman, after he has just spent minutes delicately extolling the virtues of 16 different breads, and ask, “Could I do one of each?” without feeling ridiculous, no matter how evenly he responds, “Absolutely!”

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    readinginsweden seeing in der Neuen Nationalgalerie: „Brancusi, Sie sollten sich unbedingt Brancusi anschauen.“

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    auf eine art bin ich üb­ri­gens froh, dass bei uns vor der tür die ben­zin-as­sis ihre mo­to­ren in der (theo­re­ti­schen) fahr­rad­stras­se auf­heu­len las­sen um (sehr) lau­te fehl­zün­dun­gen zu pro­vo­zie­ren. den gan­zen tag über, aber am liebs­ten nach mit­ter­nacht. so­lan­ge die­se as­sis hier noch woh­nen und fah­ren, stemmt der wed­ding sich noch ge­gen die gen­tri­fi­zie­rung.

  • 26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    Abendessen zum srieh srieh der Mauersegler.

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    Tage mit knapp 30 Grad verschaffen mir einen Stand über das aktuelle Tattoo-Geschehen. Besonders schick: die schulterblattgroße Gottesanbeterin.

    Auch ohne 30 Grad habe ich noch nie eine komplett tätowierte Hand-Innen-Fläche gesehen. Jetzt schon.

    Dabei fiel mir im Hallenbad auf, dass dies – im Gegensatz zum Freibad – normalerweise eine tattooarme Zone ist. Hat das schon jemand erforscht? Warum gehen Menschen, die Tätowierungen mögen, nicht ins Hallenbad? Warum lassen sich Hallenbadfans keine Tätowierungen stechen?

    Denn der Mikro-Urlaub begann nass. Nach dem freitäglichen Besuch im Potsdamer blu und dem samstäglichen Besuch im Insulanerbad, mussten wir natürlich auch noch einmal ins eigene Hausbad.

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    In eben jenem Hallenbad wartete ich im Foyer auf Madame, sah die Mutter-Sohn-Gruppe die leicht hektisch, aber mit viel Enthuasiasmus durch die Drehkreuz eilte, nur um fünf Minuten später entsetzt wiederzukehren, weil das Hallenbad kein Freibad ist.

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    Madame und Kellerkind unternahmen dem Anlasse des Besuches nach eine religiös-touristisch-kulturelle Berlintour. Sie begann mit dem Noonsong in der Kirche am Hohenzollernplatz und beinhaltete eine Bötchenfahrt auf der Spree, Kaffee auf dem Dach des Humboltforumschlossesn, die Besichtigung der neu renovierten St. Hedwigs-Kathedrale.

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    Es waren Besuchstage zwischen Huhn (geschmort), Raupen (krabbelnd) und Mauerseglern (sriend).

    Tajine Oase

    Mein Fernuni-Modul Dienstleistungsmanagement stimmte mich auf die Tage ein: „Analog zum Denken und Fühlen des Kunden durchlaufen auch die Restaurantmitarbeiter Denkprozesse und haben Gefühle, die für den Kunden nicht sichtbar sind“ – das war in dem Fernuni-Kontext natürlich als sachliche Info gemeint, liest sich aber auch wie ein leicht verzweifelter Appell an das Benehmen der Kundschaft.

    Wir allerdings sind ja ebenso herzensgute wie ausgesprochen höfliche Menschen, würden immer auf Denken und Gefühle der Mitarbeiter*innen Rücksicht nehmen.

    Wir hatten gedacht, dass, wenn wir schon Besuch aus anderen Gegenden Deutschlands haben, dann suchen wir uns für den Berlin-Abend etwas aus, was mehr BERLIN sagt als das eher dörfliche Alt-Wilmersdorf. Kreuzberg sollte es sein. Es wurde Kreuzberg 36. Es wurde sogar noch kreuzbergiger als geplant, wenn wir gerieten ungeplant in die Ausläufer des Karnevals der Kulturen.

    Das war auf der Straße schick anzuschauen, in der U3 zeitweise ziemlich kuschelig und wir lernten im vorbeihören, dass die U3 auf berlin-türkisch die „U üç“ ist. Wir allerdings fuhren so tief in das ehemalige Mauer-Kreuzberg, an das der revolitionäre Postbote noch lebhafteste Erinnerungen hatte, dass wir den größten Teil des Karnevals schon wieder uns ließen.

    Am Ort des Geschehens, dem Baraka am Görli, waren wir weit genug entfernt von den Feiern, so dass wir Platz haben, und nur vereinzelte Kulturkarnevalist*innen vorbezogen. Der revolutionäre Postbote mopperte, dass die U-Bahnen zu seiner Zeit noch viel mehr quietschten und es dafür auch noch andere Geschäfte als nur Restaurants in der Ecke gab – aber those are the times.

    Die Stimmung war ausgezeichnet, denn wir waren vollzählig geworden: Team Hamburg und Team Ist-das-noch-Brandenburg-oder-schon-Sachsen? waren auch dazu gestoßen.

    Oase-Platte für 3 Personen oder so. Im Uhrzeigersinn, um 12:05h beginnned: Kartoffelsalat, Joghurtsauce, Hummus, so Tomaten-Paprika-Zeugs (Ayvar?), Falafel, Rote Beete, Bohnen, Baba Ganoush, Reis, Hallumi, in der Mitte Hähnchen-Tajine.

    Die Raupen. Der Fuchs.

    Kellerkind kehrte zur pfingstsonntäglichen Messe mit Bischof am Sonntag zurück in die St. Hedwigs-Kathedrale.

    Da religiösen, kulturellen und gastronomischen Gelangen ausreichend Rechnung getragen wurde, sollten biologische Belange folgen. Der Botanische Garten liegt nicht nur vage auf halber Strecke zwischen Wilmersdorf und Potsdam, sondern bietet auch hitzeangemessene Schattenbereiche.

    Amerikasee

    Wir schlenderte, ließen uns schnell mit Fernuni-Skript und Büchern am Amerikasee nieder. Das wogen der Bäume, das Rascheln des Grases, das Quäken der landenden Enten und die Schreie der beraupten Gartenbesucher*innen.

    Vom See vertrieben nicht die Mücken, sondern die Raupen. Ob sie Speed-Kletterer waren? Ob sie von den Bäumen fielen? Es waren viele und wir fanden sie auf Hosen, Hemden und Schuhen. Optisch ähnelten sie dem Eichenprozessionsspinner, was die Lage nicht sympathischer machte – allerdings waren sie nicht allergieauslösend, sonst würde ich jetzt nicht mit einem perfekt normal aussehenden Unterarm diese Zeilen tippen.

    Falls jemand diese Raupe bestimmen kann? Bisher am nächsten scheinen Brombeerspinner oder Distelfalter, die es aber beide nicht sein können.

    Japanwald

    Also gingen wir in friedlichere Bereiche. Wir staunten, dass nicht nur die Bäume so aussehen wie in der jeweiligen geographischen Region, sondern auch das Unterholz. Wir staunten, dass so auch die Region Japan frei von den üblichen mitteleuropäisch-brandenburgischen Beikräutern ist, die sich sonst gerne sofort in jedem Wald ansiedeln. Hier im Japanwald waren diese japanisch.

    Ich wunderte mich, warum sind wir nicht öfter da? Der Garten ist sehr schön, unglaublich entspannend, und selbst an eine heißen Pfingsttag verläuft sich das Publikum sofort, sobald man die Hauptwege verlässt. Wir könnten an einem freien Tag sofort in den Bus steigen und wandeln.

    Da fiel es mir ein: Freie Tage, da war was. Sie sind selten, und wenn sie stattfinden, sind wir auf den Latifundien. Wenn es draußen zu ungemütlich für die märkischen Hamptons wird, wird es auch zu ungemütlich für den Botanischen Garten.

    Verdammte Axt.

    Aber wo ich schon mal da war: Lauschen, riechen, atmen, Fernuni lesen.

    Zum Abschied bewarf ich Madame mit Kaffee

    Irgendwann in all das atmen, lauschen und riechen hinein rief Potsdam: „Ihr habt eine Tischreservierung.“ Das erinnerte an Hunger und Durst, und bevor wir mit 101er-Bus, S1, S7 und Tram 96 den neuerlichen Weg zum Nauener Tor antraten, hielten wir vor den großen Gewächshäusern am Kaffeemobil an, wo es neben den üblichen „Kaffeespezialitäten“ auch geeistes, wie den Eis Strawberry Matcha Latte gab.

    Wir suchten uns eine Bank, und stellten fest, dass zumindest ich zu alt für Selfies bin und mir die dafür erforderlichen Grundfähigkeiten fehlen. Beim Versuch, uns selfiegerecht zu arrangieren, bewarf ich Madame mit heißem Kaffee, verfehlte sie jedoch zum Glück knapp.

    Während wir uns sortierten, direkt gegenüber den Gewächshaus, am Kaffeestand, beim zentralen See, an der größten Menschenansammlung des Gartens, sprang ein Fuchs von hinten auf die Bänke. Schaute ein bißchen, roch ein bißchen mehr, trottete zur Freude aller Spontanfotgraf*innen einmal quer über den Platz, roch ein wenig an den Bänken gegenüber, stolzierte über ein Mäuerchen, und verschwand im Gebüsch.

    Gemütlich logieren

    Es wurde Zeit für Potsdam. Wieder in ein Lokal, das in seiner deutsch-mediterran-asiatischen Ausrichtung geeignet für heterogrene Gruppen ist, und darüber hinaus nett am Rande des Holländischen Viertels liegt.

    Das Tomasa liegt im Logenhaus der Potsdamer Freimaurer, das, anscheinend anders als der PotsdamWiki-Artikel suggeriet, sogar noch im Logenbetrieb ist.

    Die Runde bekam angesichts ihrer katholischen Entstehungsgeschichte eine überraschen kenntnisreiche Diskussion über das Freimaurertum hin. So lernten wir, dass die meisten Logen noch reine Männerlogen sind. Es gibt aber auch Frauenlogen und gemischte Logen. Aber: deren Mitglieder dürfen keinen freimauer-sozialen Kontakt zu den reinen Männerlogen haben.

    Was dazu führt, dass in den gemischten Logen de facto auch fast nur Frauen sind, da die Männer, wenn sie schon Freimaurer werden, auf den Kontakt zu den großen, alten Logen verzichten wollen.

    Dazu Rotwildklößchen Königsberger Art und Backhendl. Über uns kreischten die Mauersegler. Wie schon zwei Tage vorher an ähnlicher Stelle vertrieben uns schließlich die Mücken.

    Wir ließen die Residenzübernachtenden zurück und nahmen den Regio nach Wilmersdorf. Am nächste Tag ging es los in die zwei Tage Urlaub-Urlaub in die märkischen Hamptons. Ich packte meinen Koffer und nahm mit: Badehose, Fernuni-Skript und zwei Opernkarten.

    Links

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    Rate das Land: Was aber recht billig war, war, was ich danach gemacht habe, nämlich in ein öffentliches Schwimmbad gehen. Ich wusste ungefähr nichts darüber, außer dem, was mal in der Sendung mit der Maus war: dass da ALLE hingehen. Ständig. Mir waren von den Einheimischen Hot Tubs versprochen worden und Hot Tubs habe ich bekommen. Aber was für welche! In verschiedenen Temperaturen, 38, 40, 42, 44 Grad und einer in Meerwasser. Das ganze Ding war letztendlich ein (großes) Freibad, das komplett auf angenehme Temperaturen aufgewärmt war und dann eben Hot Tubs und ein richtig großes Becken mit 38 Grad, in dem man gemütlich abhängen konnte.

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    Und natürlich das Wichtige: Klatsch und Tratsch aus Cannes

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    Weiter oben in Frankreich: AZ13 – Adieu La Rochelle, Bienvenue Ile de Ré

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    Schicke Zusammenfassung mit vielen Links zur re:publica. Die Idee eines gedruckten Readers zum Ende möchte ich unterstützen: #rp26, tag 3 und fa­zit

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    Hm, denke ich beim nächsten Concept Store, die Bäckerei, die vorher hier drin war, die hatte ein Konzept: Brote, Brötchen, Backwaren produzieren und verkaufen.