Schlagwort: Bridge over troubled water

  • 26-03-10 Laughing with mockery The Edge of Reality

    26-03-10 Laughing with mockery The Edge of Reality

    Linke Übermacht in Zürich schürt bürgerliche Ängste“ erzählt mir der SRF nach den Wochenend-Abstimmungen in der Schweiz. Und mit dieser guten Nachricht könnte ich auch wieder aufhören mit diesem Blogpost.

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    Wobei ich das Schweizer politische System zwar ganz grundlegend verstehe. Wenn es dann aber mal ins konkrete Detail geht und ich zum Beispiel an einem Wahlabend all‘ die Abstimmungen und Ergebnisse sehe, wirkt das auch mich doch sehr verwirrend.

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    Kaum verständlicher scheint mir der irrlichternde Kulturstaatsminister und sein entschiedenes Vorgehen gegen inhabergeführte Buchhandlungen. Zur schwankenden Weltkugel (Berlin), Rote Straße (Göttingen) und Golden Shop (Bremen) gehen jetzt juristisch dagegen vor. Es gibt eine Infoseite mit Spendenlink für die Prozesskosten.

    Damit konnte ich auch gleich mal per QR-Code und Banking-App etwas überweisen. Schickes Verfahren!

    Schön auch das Statement der anderen 115 Buchhandlungen: […] . Wir haben uns entschieden, zusammenzulegen, um den Kolleginnen und Kollegen ihr Preisgeld zu ersetzen. Mehr als die Hälfte der nominierten Buchläden erklärte sich bei einem ersten spontanen Rundruf bereit, Geld ans Sozialwerk des Deutschen Buchhandels zu überweisen, damit auch diese Buchhandlungen ihren Preis bekommen. Außerdem laden wir die Kollegen aus Göttingen, Bremen und Berlin zur Preisverleihung nach Leipzig ein, um mit uns gemeinsam zu feiern. […]

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    Madame konnte nicht zu Bett, denn sie wartete auf Offenburg. Den letzten auszuzählenden Wahlkreis aus Baden-Württemberg.

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    Ich konnte die Rolltreppen am Südkreuz nicht benutzen, denn sie funktionieren weiterhin nicht. Immerhin wurden keine neuen Geht-nicht-Schilder aufgestellt. Vermutlich, weil die Schilder-Aufsteller*innen damit beschäftigt waren, einen Bahnhof nördlich bereits freigegebene Rolltreppen wieder aus dem Betrieb zu nehmen.

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    In Brandenburg fallen Züge aus aufgrund „defekter Bahnsteigkanten“. Das ist neu.

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    Es war ein Garten-Kino-Sonntag und ein Arbeitsmontag.

    Pleasure ground

    Poupou wurde von einer Nachbarin auf den „Naturgarten“ angesprochen, was zu grundsätzlicherem führte:

    Ein Garten ist von seinem Konzept her das Gegenteil von Natur. Wäre unser Garten Natur, das heißt, würden wir nicht mehr eingreifen, würden ihn wohl zuerst Brombeeren überwuchern, irgendwann würde sich ein Birkenhain etablieren, darunter würden junge Buchen hochkommen und schließlich wäre da ein Wald. Weil wir eingreifen, ist es ein Garten.

    Uns erfreut, wenn wir selten gießen, jäten, spritzen oder düngen müssen. Weniger, weil wir das generell ablehnen würden, sondern weil es uns noch mehr erfreut, die Zeit im Garten damit zu verbringen, zu lesen, zu sinnieren und dabei immer wieder den Blick schweifen zu lassen. (Kein Naturgarten)

    Noch befindet sich der Garten im Nachwintermodus, noch bestimmen die schwarzen Stauden des letzten Jahres, gefallenes Laub des Herbstes und das 2025 gewachsene Gras das Bild. Der Frühling recht sich zwar empor, zeigt sich an Knospen, dem rückkehrenden Hausrotschwanz, ersten Hummeln und Schneeglöckchen.

    Aber wie die Schneeglöckchen zwischen braunem Laub und leeren holzigen Rosenstämmen sich emporrecken so gilt es noch den Winter zu überwintern.

    Madame machte fast-winterliches, indem sie umgefallene Stauden des Vorjahres einsammelte – wenn sie liegen, sind sie kein Architekturelement mehr. Sie rückte weiter Bäumen, Hecken und Sträuchern mit Säge und Heckenschere zu Leibe. Denn es ist zwar ein entspannter please ground, aber eben ein bewusst und gewollt gestalteter.

    Und vielleicht sehen wir dieses Jahr erste unbrandenburgische Pfirsichfrüchte.

    Knospen eines Pfirsichbaums an roten Ast. Im Hintergrund ein Gartenbungalow, eine Hecke und blauer Himmel

    Elvis the third

    Es ist möglich, E.P.i.C., den Baz-Luhmann-Elvis-Presley-Konzertfilm dreimal zu sehen. Es ist sogar sinnvoll. Langsam arbeiten wir uns in der Bild- und Tonqualität nach oben. Nach Kant Kino Saal 2 – beste beengtes 70er-Jahre-Feeling in Butzenkino, immerhin mit Stimmung – und dem sehr angenehmen Adria Steglitz landeten wir in der Astor Premium Lounge am Ku’damm: Bequemer als das Adria, umwerfender Sound und Bild, und eine Stimmung, die beinahe Kant-Kino-Niveau erreichte.

    Wieder sprach er. Wieder sang er. Wieder staunten wir über eine Versalität, die von Elvis-Klassikern über Gospel bis zu Bridge over troubled water reichte, staunten über das Zusammenspiel von ihm und Band. Alles nahbar, menschlich, Musiker halt – was mir bisher alles unter dem seltsamen Mythos verborgen blieb.

    Und mit jedem mal schauen, entdecken wir mehr. Diesmal zum Beispiel in den kurz gezeigten Filmausschnitten aus seiner Film“karriere“, die trotz dem Mitspielen in einer erstaunlich großen Auswahl wirklich schlechter Filme erstaunlicherweise nicht komplett seine Karriere zerstörte. Neu entdeckt: Im Song Edge of Reality aus dem Film Live a Little, Love a Little (1968) sind Musik und Set nicht nur abgefahren psychedelisch (der Hund!). Sondern ihnen gelingt auch das Kunststück Elvis (Elvis!) hüftsteif wirken zu lassen.

    Dersdorf bis Wählscheibentelefon (IHK)

    Zu Fuß über Brenig, Dersdorf, Waldorf bis Kardorf.

    Mit dem Zug nach Husum.

    Viele Links: Internet ist kaputt, und die KI hat ein Problem mit Frauen

    Einerseits gar nicht überraschend, mich aber dann doch überraschend. Es existiert die Weiterbildung KI Manager (IHK) (oder Fraunhofer oder Haufe)

    So dystopisch kann man gar nicht mehr denken: Polymarket verdient sein Geld nicht mit Lebensmitteln. Genau deshalb kann es sie verschenken. Die Ware ist hier kein Sortiment, sondern Werbemittel. Brot als Kampagne. Milch als Akquisitionskosten.

    Was aber richtig cool ist: Ich habe nicht nur ein Wählscheiben-Telefon hier zuhause, nein, noch besser: Es funktioniert sogar! … Die Gegenstelle (auch son Begriff) hängt im Nachbarhaus in der Küche. Dort wohnten seinerzeit meine Schwiegereltern. Da in diesem Inselnetz nur zwei Anschlüsse existieren, muss man (leider) auch keine Nummer wählen: Nimmt man auf einer Seite den Hörer ab, dann klingelt es auf der anderen Seite.

    Nicht in E.P.i.C. aber zum Thema wie schwarz kann Elvis klingen: Stranger in My Own Hometown

  • 24-04-23 Jenseits von Afrika

    24-04-23 Jenseits von Afrika

    Die Wahlplakate zur Europawahl hängen. Hier vor allem die CDU, gefolgt von der SPD. Ich sah bisher nur vier AfD-Plakate. Die hängen aber gemeinerweise direkt vor dem Büroeingang. Noch gemeinererweisen hängen sie hoch und die Stelle ist viel zu gut einsehbar.

    Am Sachsendamm schloss ein unauffälliger Döner-Burger-Laden. Hätten sie nicht das alte Schild hängen lassen, wüsste ich nicht einmal, was es war.

    In der Hauptstraße eröffnete Barber Broz. Damit dürfte an der Straßenecke langsam die Zahl der Friseure die Zahl der Dönerläden überbieten.

    Gelesen:

    Joe Moran: On Roads. Ein perfektes Reisebuch. Moran schreibt eine Art gutgeschriebene Wikipedia-Artikel über die Kulturgeschichte englischer Straßen (vor allem der Autobahnen): Von der Entwicklung der Verkehrzeichen und ihrer Typographie („the north“) bis zu den Autobahnraststätten. Kurze Kapitel, die recht unverbunden sind, unterhaltsam, lehrreich, und beim Zugfahren kann man natürlich immer gleich hochschauen und vergleichen.

    Madame las:

    Barrie Kosky/ Rainer Simon: Und Vorhang auf, Hallo! Die Autobiographie von Barrie Kosky. Sie ist begeistert. Sehr. Ich werde noch lesen. Stelle aber erfreut fest, dass Kosky großer Muppet-Show-Fan ist. Und da die Muppets ebenso wie Kosky zu den Privatheiligen dieses Blogs gehören, ist es umso schöner, dass sie zusammenfanden.

    Your time to shine has come

    Im April 1974 führte Willy Brandt seine letzte Auslandsreise als Kanzler durch. Am Ende des Monats wurde der DDR-Spion Günter Guillaume enttarnt. Damit war Brandts Kanzlerschaft vorbei. In denselben Tagen erlebte der Steglitzer Kreisel seine erste Insolvenz. Das spielte alles am Wochenende keine Rolle. Denn obwohl wir am Wochenende intensiv in den April 1974 zurückschauten, ging es um Anderes.

    Irgendwie zu heiraten bekommen viele hin. Fünfzig Jahre durchhalten, auch when times get rough and when evening falls so hard, das ist eine besondere Leistung, die musste gefeiert werden. Eine Feier, die immer noch so voll und groß ist, dass ich ihrer Erinnerung nur schwer handhabbar werde. Einige Szenen:

    Das weiße Geschirr mit blauem Rand ist Orga-Geschirr und kann genutzt werden, ohne mit dem Festivitätsgeschirr in Konflikt zu geraten.

    Um zum Lokal zu kommen: Nach der Unterführung links-rechts-links. Parken am Friedhof. Der nächste Parkplatz zur Kirche ist neben der Gewerbeschule, die direkte Durchfahrt nach dort aber eine Baustelle.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    Pizzeriagespräche über das Fotografenehepaar in Rente, das Koryphäen für die Reparatur von BMW-Z-Cabrio-Verdecks ist. Sie können nichts anderes, aber das können sie gut.

    Das Strauß-Transportgefäß.

    In der Kirche wurde Stuhlreihe um Stuhlreihe ergänzt.

    Eine außergewöhnlich gute Predigt, begleitet vom begeistertem Nicken des Jungen Glücks. Fürbitten der neuen Generation.

    Eine Liveschaltung zum Korintherbrief.

    Die Gute-Worte-Torte.

    Das Max-Raabe-Stand-Up.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    English Liquorice.

    Like a bridge over troubled water I will lay me down.

    Menükarte auf Goldener-Hochzeits-Tisch

    Panoramawagen

    Langstreckenfahrten mit der Deutschen Bahn werden auch objektiv immer abenteuerlicher. Diesmal aber in der für mich erfreulichen und dennoch absurden Situation, dass ich durchgehend auf reservierten 1-Klasse-Plätzen schaukelte, während um mich herum Chaos ausbrach.

    Berlin->Basel. 6.30h am Bahnhof die Mitteilung: Ihr Zug (ICE 995) fällt aus. Ersatzlos gestrichen. Der Anschluss an den EC9 ist damit natrülich auch perdü. Während sich am Bahninfo-Schalter eine Schlange bildet, versuche ich so schnell ich kann, noch Plätze im nächstbesten Zug (ICE 279) zu reservieren. Ich erwische einen der letzten vier freien Plätze in der Ersten Klasse. Im weiteren Verlauf des Tages fallen weitere Züge aus. Unser Zug hält länger in Eisenach, weil er überfüllt ist, die Fluchtwege nicht mehr frei sind und sich doch bitte alle etwas besser verteilen sollen. Selbst 8in der Ersten Klasse stehen Menschen im Gang. Währenddessen trinke ich Kaffee am Platz und lese ein schönes Buch.

    Nebenentdeckung: Frau Unterwegs-ist-das-Ziel existiert wirklich. Huschte aber leider nur kurz durch den Waggon, so dass ich sie nicht ansprechen konnte.

    Basel->Berlin. Man sollte meinen, eine Stunde Umsteigezeit in Mannheim reicht. Ich hatte absichtlich den Eurocity gewählt, denn er wird von Schweizern betrieben. Auch fährt dort der Gotthard-Panoramawagen mit. Leider werden die Waggons bis Hamburg von der SBB gestellt, die Lokomotive aber ab Basel von der DB. Und dort begann das Elend.

    Wenn die Deutsche Lok vor den Schweizer Waggons im EC8 schon 40 Minuten braucht, um zum Einsatzort zu kommen und dann zwischendurch wieder streikt, wird es eng. Freundlicherweise überholte der nachfolgende ICE (ICE72) in Karlsruhe am selben Bahnsteig, so dass wir spontanes Zughopping machen konnten, In Frankfurt nutzten die zusammengeschrumpfte Umsteigezeit von 7 Minuten in den ICE596.

    Beides am Ende nette Fahrten, aber beide begannen mit viel Chaos. Auch wenn ich glimpflich davonkam. Ich fände es apart wenn Bahnfahren auch funktionieren würde, ohne dass man die halbe Fahrt mit Spontan-neu-planen beschäftigt ist.

    Einbürgerung Welfencreme

    Die Muppet-Macher*innen noch alberner als sonst: „The Muppet Show“ Season 1 CREW VIDEO 1976

    Mequito scheiterte an Einbürgerungstestterminen in Berlin und weicht nach Brandenburg aus.

    Ilka war im Hallenbad Feuerbach und ich! bin! neidisch!

    Gabi Frankemölle bereitete Welfencreme zu.

    Anke Gröner derweil über den Sinn in Sternerestaurants zu gehen.