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  • 25-12-25 Schlafe in himmlischer Ruh! (Berlin->Baden)

    25-12-25 Schlafe in himmlischer Ruh! (Berlin->Baden)

    Sechzehn Tage und vier Stunden nach Einzug in ein Schwimmbad gingen wir das erste Mal schwimmen: Am 23. Dezember um 19:30h. Die Erschöpfung nach diesem Tag war nicht ganz so schlimm. Die Aussicht auf mehrere freie Tage in einem Haushalt in dem alles funktioniert und alles dort steht, wo es stehen soll, beflügelten zu Abenteuern.

    Zum Abschied sahen wir beim folgendem Abendessen aus dem Fenster auch noch einmal den Parkplatz-Fuchs. Es war ein gutes Omen.

    Aber vor allem ging es auf die Reise. Tage der Aufgeräumtheit, der Ruhe und des Ausschlafens kündigten sich an.

    Es war Heiligabend und der erste Weihnachtstag.

    Heiligabend morgen war Geruchsintensiv. Im U-Bahn-Fahrstuhl musste ich sofort an Frau Brüllens zitierte blumigen Parfümbeschreibungen denken, wollte innerlich den Geruch mindestens so würdigen wie ihr Adventskalender es schafft. Ich brachte aber nur zusammen „Es ist zu früh. Ich bin zu müde.“ Im Zug ein neues Geruchserlebnis. Wieder fehlten mir die Formulierungen, beziehungsweise kondensierten sich zu einem einzigen Wort der Geruchsbeschreibung: Es riecht nach Erdbeerjoghurt.

    Heiligabend abendtrafen wir Familie und werden weitere Treffen. Das war wie immer schön, ich habe schon großes Glück, wo ich einheiratete. Dazu bewährte Klassiker wie Fondue chinoise und Schäufele mit Kartoffelsalat. Wir konnten der Versuchung nicht wiederstehen, Madames Patenkind aus Autofahrerhaushalt für den ÖPNV zu agitieren.

    Über Offenburg nach Paris

    Ich vergaß, vor der langen Bahnfahrt die Glückssocken anzuziehen. Sogleich beschloss die Bahn uns zu testen: Die Ringbahn fiel aus, unser Standardweg zum Hauptbahnhof war nicht mehr möglich. Da wir noch zu neu in der Wohnung sind, um wirklich alle Alternativen sicher zu beherrschen, brach etwas Hektik aus, aber wir packten alles ein, setzten nicht mit den Adventskerzen die Wohnung in Brand und auch das aus Versehen aus dem Fenster geflogene Platzset sammelten wir wieder ein.

    Also statt Ringbahn lieber U-Bahn. Statt S42 und Stadtbahn, lieber U3, U9 und Stadtbahn. Zum Glück hielt die BVG alle Beförderungsversprechen, wir waren pünktlich am ICE371 Berlin-Basel.

    Dieser war erwartungsgemäß leer. Neben uns saß ab Braunschweig eine Familie (Tochter am Ende des Studiums aus Leipzig, Vater aus Freiburg, Oma aus Salzgitter), die zu „Jan“ nach Wiesbaden fuhren. Der Vater hatte einen großen Aufstand veranstaltet, damit alle zusammen plus Omas Rollator einen Vierersitz hatten, nur damit er sich die ganze Fahrt über woanders aufhielt und Tochter, Oma und Rollator alleine ließ.

    In Karlsruhe wurde es voll. Anscheinend war eine Strasbourg-Paris-Verbindung gescheitert, ICE371 plus dem Regionalzug Offenburg-Strasbourg bildeten den Ersatz. Und so schoben sich plötzlich Gruppen asiatischer Frauen durch unsere Waggons oder die griechische Kleinfamilie mit acht großen Schrankkoffern im Gepäck, auf dem Weg über Strasbourg nach Disneyland Paris. Und kaum hatten sie sich alle eingerichtet, waren wir auch schon in Offenburg. Die ganze Karawane aus aller Herren und Damen Länder verließ wieder den Zug.

    Auch ohne Glückssocken hielt sich die Verspätung im Bereich unter 30 Minuten, was als voller Bahnreiseerfolg zählt.

    Essen in Zeiten der Schwierigkeiten

    Auch wenn wir gerade 20 Meter Buch weggegeben haben, irgendwie verirrten sich zwei Exemplare für mich unter den nicht vorhandenen Tannenbaum verirrt:

    Mehr dazu, wenn ich sie gelesen habe. Noch lese ich mich durch schon vorhandenes.

    Im Zug angelesen: Frank Schätzing: Der Schwarm. Einst ehedem in einer Bücher-Telefonzelle gefunden und jetzt als dicken Reisewälzer eingesteckt. Nach 15 Seiten genervt beschlossen, dass ich und dieses Buch nicht zusammenfinden. Zuviel Schlaubi-Schlau-Attitüde, zuviel schlechter Schreibstil, zuviel Mansplaining und null Empathie gegenüber den eigenen Figuren.

    Im Zug angelesen: Nigel Slater: Toast. Die durch Essen erzählte Kindheits- und Jugenderinnerungen des bekannten Kochbuchautos Nigel Slaters. Das Buch gewann beim Erscheinen 2012 zahlreiche Preise, und das vollkommen zurecht. Die Geschichte einer schwierigen Kindheit anrührend erzählt, eine Hommage an Essen und Geschmack, mit jeder Zeile großartig.

    Dazu passt die Lektüre, die zu Hause blieb: High on the Hog. Auch dort Geschichte durch Essen erzählt, und die Kraft die Essen und seine soziale Bedeutung auch in widrigsten Zeiten bringt.

    Weder Esel noch Krippe

    Weihnachten feiern ohne explizit christlichen Bezug ist wie das Tragen eines Band-T-Shirts ohne je etwas von der Band gehört zu haben: Falsch.

    Die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn erlaubte uns den Besuch der Christvesper in der Lörracher Kirche im Quadrat. (formerly known as Christuskirche). Die nun vollbrachte das Kunststück eines christlichen Bezugs weitgehend unter Auslassung von Weihnachten.

    Weihnachtsgeschichte – nada. Weihnachtslieder – ganz am Ende noch einmal Stille Nacht. Ansonsten gab es thematisch sehr viel Licht in der Dunkelheit, was man nun irgendwie auch auf Weihnachten beziehen kann. Aber quasi auch an jedem anderen Gottesdienst des Jahres sinnvoll als Thema vor vortragen könnte. Nicht einmal als Absage an Weihnachtskitsch ging es durch, dadurch war es inhaltlich leider auch zu belanglos.

    Immerhin, die Keyboardspielerin/Sängerin und der geigende Konfirmant, die aus Gründen der Organistenknappheit eingesprungen waren, waren beide gut, der Konfirmant auch noch ganz großartig herzig.

    Es wird mehr gesungen

    Sonst vermeide ich es ja tunlichst, beim Gehen auf das Smartphone zu schauen, aber ich möchte gerade der Welt mitteilen, dass mir „ARKA‘N ASRAFOKOR“ so gut gefällt, dass ich eine Bordsteinkante vergesse und stolpere. Ich kann mich noch rechtzeitig abstolpern, aber im rechten unteren Lendenwirbelbereich reißt es leicht.

    Wo ich gerne beim Weihnachtessen naschen würde, ist die Asia-Schweizerin Wilma: Schweizer Wintergemütlichkeit trifft auf asiatische Herzlichkeit – geschmolzener Käse, langsam gekochte Brühen, duftende Gewürze und Gerichte zum Teilen.

    Bester Weihnachtsbaum bei Maik.

    Matthias fragt: Eine Wikipedia-Seite für einen dahergelaufenen Blogger? – und als Wikipedia-Autor sage ich „Nein.“ Unter anderem weil man als Objekt eines Artikels keinen Einfluss mehr hat und dann jahrzehntelang zähneknirschend ertragen muss, wenn unausgegorene Halbwahrheiten im Artikel stehen. (Was ich auch gerne im Blog kommentiere würde, aber dafür müsste ich mich bei WordPress.com anmelden)

    Kalle fragt: gibt es überhaupt eine nennenswerte anzahl an bloggern, die nicht mit helmut schmidt oder helmut kohl als kanzler aufgewachsen sind?

    Hamburg-Korrespondent Percy Puddletree stellt fest: Es wird mehr gesungen. Und als ob das nicht schon absonderlich genug wäre, wurde auch mehr getanzt.

  • 24-04-23 Jenseits von Afrika

    24-04-23 Jenseits von Afrika

    Die Wahlplakate zur Europawahl hängen. Hier vor allem die CDU, gefolgt von der SPD. Ich sah bisher nur vier AfD-Plakate. Die hängen aber gemeinerweise direkt vor dem Büroeingang. Noch gemeinererweisen hängen sie hoch und die Stelle ist viel zu gut einsehbar.

    Am Sachsendamm schloss ein unauffälliger Döner-Burger-Laden. Hätten sie nicht das alte Schild hängen lassen, wüsste ich nicht einmal, was es war.

    In der Hauptstraße eröffnete Barber Broz. Damit dürfte an der Straßenecke langsam die Zahl der Friseure die Zahl der Dönerläden überbieten.

    Gelesen:

    Joe Moran: On Roads. Ein perfektes Reisebuch. Moran schreibt eine Art gutgeschriebene Wikipedia-Artikel über die Kulturgeschichte englischer Straßen (vor allem der Autobahnen): Von der Entwicklung der Verkehrzeichen und ihrer Typographie („the north“) bis zu den Autobahnraststätten. Kurze Kapitel, die recht unverbunden sind, unterhaltsam, lehrreich, und beim Zugfahren kann man natürlich immer gleich hochschauen und vergleichen.

    Madame las:

    Barrie Kosky/ Rainer Simon: Und Vorhang auf, Hallo! Die Autobiographie von Barrie Kosky. Sie ist begeistert. Sehr. Ich werde noch lesen. Stelle aber erfreut fest, dass Kosky großer Muppet-Show-Fan ist. Und da die Muppets ebenso wie Kosky zu den Privatheiligen dieses Blogs gehören, ist es umso schöner, dass sie zusammenfanden.

    Your time to shine has come

    Im April 1974 führte Willy Brandt seine letzte Auslandsreise als Kanzler durch. Am Ende des Monats wurde der DDR-Spion Günter Guillaume enttarnt. Damit war Brandts Kanzlerschaft vorbei. In denselben Tagen erlebte der Steglitzer Kreisel seine erste Insolvenz. Das spielte alles am Wochenende keine Rolle. Denn obwohl wir am Wochenende intensiv in den April 1974 zurückschauten, ging es um Anderes.

    Irgendwie zu heiraten bekommen viele hin. Fünfzig Jahre durchhalten, auch when times get rough and when evening falls so hard, das ist eine besondere Leistung, die musste gefeiert werden. Eine Feier, die immer noch so voll und groß ist, dass ich ihrer Erinnerung nur schwer handhabbar werde. Einige Szenen:

    Das weiße Geschirr mit blauem Rand ist Orga-Geschirr und kann genutzt werden, ohne mit dem Festivitätsgeschirr in Konflikt zu geraten.

    Um zum Lokal zu kommen: Nach der Unterführung links-rechts-links. Parken am Friedhof. Der nächste Parkplatz zur Kirche ist neben der Gewerbeschule, die direkte Durchfahrt nach dort aber eine Baustelle.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    Pizzeriagespräche über das Fotografenehepaar in Rente, das Koryphäen für die Reparatur von BMW-Z-Cabrio-Verdecks ist. Sie können nichts anderes, aber das können sie gut.

    Das Strauß-Transportgefäß.

    In der Kirche wurde Stuhlreihe um Stuhlreihe ergänzt.

    Eine außergewöhnlich gute Predigt, begleitet vom begeistertem Nicken des Jungen Glücks. Fürbitten der neuen Generation.

    Eine Liveschaltung zum Korintherbrief.

    Die Gute-Worte-Torte.

    Das Max-Raabe-Stand-Up.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    English Liquorice.

    Like a bridge over troubled water I will lay me down.

    Menükarte auf Goldener-Hochzeits-Tisch

    Panoramawagen

    Langstreckenfahrten mit der Deutschen Bahn werden auch objektiv immer abenteuerlicher. Diesmal aber in der für mich erfreulichen und dennoch absurden Situation, dass ich durchgehend auf reservierten 1-Klasse-Plätzen schaukelte, während um mich herum Chaos ausbrach.

    Berlin->Basel. 6.30h am Bahnhof die Mitteilung: Ihr Zug (ICE 995) fällt aus. Ersatzlos gestrichen. Der Anschluss an den EC9 ist damit natrülich auch perdü. Während sich am Bahninfo-Schalter eine Schlange bildet, versuche ich so schnell ich kann, noch Plätze im nächstbesten Zug (ICE 279) zu reservieren. Ich erwische einen der letzten vier freien Plätze in der Ersten Klasse. Im weiteren Verlauf des Tages fallen weitere Züge aus. Unser Zug hält länger in Eisenach, weil er überfüllt ist, die Fluchtwege nicht mehr frei sind und sich doch bitte alle etwas besser verteilen sollen. Selbst 8in der Ersten Klasse stehen Menschen im Gang. Währenddessen trinke ich Kaffee am Platz und lese ein schönes Buch.

    Nebenentdeckung: Frau Unterwegs-ist-das-Ziel existiert wirklich. Huschte aber leider nur kurz durch den Waggon, so dass ich sie nicht ansprechen konnte.

    Basel->Berlin. Man sollte meinen, eine Stunde Umsteigezeit in Mannheim reicht. Ich hatte absichtlich den Eurocity gewählt, denn er wird von Schweizern betrieben. Auch fährt dort der Gotthard-Panoramawagen mit. Leider werden die Waggons bis Hamburg von der SBB gestellt, die Lokomotive aber ab Basel von der DB. Und dort begann das Elend.

    Wenn die Deutsche Lok vor den Schweizer Waggons im EC8 schon 40 Minuten braucht, um zum Einsatzort zu kommen und dann zwischendurch wieder streikt, wird es eng. Freundlicherweise überholte der nachfolgende ICE (ICE72) in Karlsruhe am selben Bahnsteig, so dass wir spontanes Zughopping machen konnten, In Frankfurt nutzten die zusammengeschrumpfte Umsteigezeit von 7 Minuten in den ICE596.

    Beides am Ende nette Fahrten, aber beide begannen mit viel Chaos. Auch wenn ich glimpflich davonkam. Ich fände es apart wenn Bahnfahren auch funktionieren würde, ohne dass man die halbe Fahrt mit Spontan-neu-planen beschäftigt ist.

    Einbürgerung Welfencreme

    Die Muppet-Macher*innen noch alberner als sonst: „The Muppet Show“ Season 1 CREW VIDEO 1976

    Mequito scheiterte an Einbürgerungstestterminen in Berlin und weicht nach Brandenburg aus.

    Ilka war im Hallenbad Feuerbach und ich! bin! neidisch!

    Gabi Frankemölle bereitete Welfencreme zu.

    Anke Gröner derweil über den Sinn in Sternerestaurants zu gehen.

  • 24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    Hossa. Was ein Wochenende. Jetzt erstmal drei Tage Schlaf- und Badekur. Auch, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

    Die Rahmenhandlung:

    Freitag: ICE995 -> EC9 // ICE 279 -> Schwalbenäscht -> Abends Pinocchio (Pizza Nordstadt). Zwischendurch das Ergebnis der Technische-/Theoretische-Informatik-Klausur: Bestanden. Damit Bergfest: 90 von 180 ECTS errungen!

    Samstag: Christuskirche -> Schwalbenäscht (Morchelsauce und Krokotten) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Zuger Kirschtorte und Rüblimuffins) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Dolomiti).

    Eigentlich könnte ich die nächsten drei Wochen Blog nur mit Samstagsrückblicken füllen. Mal schauen.

    Sonntag: Schwarzwälder Kirschtortenfrühstück -> EC8 -> Überraschungsintermezzo ICE72 -> ICE596. In Berlin vom ersten Europawahlplakat (SPD) begrüßt worden.

    Vogelperspektive auf gedeckten Festtisch.