Schlagwort: DHM

  • 26-05-09 cellphones are NOT REAL

    26-05-09 cellphones are NOT REAL

    Auf der Kreuzung: Sushi.

    Lachs und Reis hielten noch zusammen, wirkten aber verloren auf der schwarzen Fahrbahn.

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    Für mehr Zylinder mit Totenkopfmotiven in der Bahn. Für mehr Transport von duftendem Obst.

    In der Ringbahn: Ein Radfahrer mit leicht blutendem Finger stieg ein, sofort sprang eine Reisende mit Rollkoffer auf und bot ihm ein kleines Pflaster aus ihrem Vorrat.

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    Madame übersetzte einen Liszt-Sonaten-Artikel für Wikipedia.

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    Die neuen Saisonkräfte für die Freibadsaison arbeiten sich ein. Es ist mir seit Jahren nicht mehr passiert, dass ich in dieser meinen Organisation ganz leicht von oben herablassend gesiezt wurde.

    Im Schwimmbadfoyer, ein Erwachsener fragte ein kleines Mädchen, ob sie noch ein Schwimmabzeichen machen wird. Sie, sehr schüchtern: „Ich kann nicht. Ich hab schon Silber.“

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    Der Parkplatzfuchs ist jetzt zwei Füchse. Donnerstagabend entdeckte ich großen Fuchs und eine halbe Länge schräg dahinter einen kleinen Fuchs, auf dem Parkplatzgarten. Wie schön.

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    Es waren zwei klavierkonzertfreie Arbeitstage zwischen Neukölln und Hohenschönhausen.

    Die Auferweckung der reitenden Leichen

    Nach dem netten Schreibwettbewerbswochenende überlege ich, mal wieder an der Wikicon teilzunehmen. Die liegt ausnahmsweise nicht an meinem Geburtstagswochenende, sondern findet vom 18. bis 20. September in Regensburg statt.

    (Hinweis: Auch wenig oder nicht-Aktive Wikipedia-Interessierte sind sehr willkommen).

    Wenn ich schon hinfahre, kann ich auch etwas anbieten. Derzeitig unter dem Arbeitstitel: „Die Auferweckung der reitenden Artikelleichen.“ Es soll eine Art Workshop werden (vor Ort, vermutlich mit Vorbereitung schon online onwiki), zum Thema „Wichtige Artikel, die sehr schlimm veraltet sind.“

    Leider hat Wikipedia mehr dieser Artikel als die Community jemals wird überarbeiten können.

    Deshalb der Workshop: Ziel ist es zu erarbeiten, welche der Artikel den größten Schmerz verursachen. Ziel soll es sein, einerseits eine Einigung zu haben, was am meisten Schmerz verursacht (Zentraler Artikel, Aktuelles Thema, keine Quellen, Inhaltlich stark veraltet) und eine Liste mit 10 am meisten schmerzenden Artikeln.

    Mit dem Ziel: Wir zeigen uns auf der Wikicon 2027 wie stark sie sich verbessert haben.

    Hohenschönhausen

    Ende letzter Woche war das Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia in Berlin. Ich merkte dies, weil ich meine Tram Richtung Sportforum Hohenschönhausen mit diversen Gruppen Jugendlicher mit Jacken wie Sportland NRW oder Team Schleswig-Holstein oder „schwarz-aber-auf-einem-Koffer-steht-handschriftlich-Cottbus“ teilte.

    Mit mir zusammen reisten die besten Schul-Jugendhandballmannschaften Deutschlands in der Tram an. Denn das Sportforum hat nicht nur eine Schwimmhalle des Olympiastützpunktes Schwimmen (mein Ziel), sondern auch eine Eislaufbahn, eine Bogenschießanlage, eine Rollschuhbahn und eine große Sporthalle zum Beispiel für Handball.

    Ich aber wollte weder Handball spielen noch schwimmen, sondern mal wieder in ein Büro. Der eigentliche Grund meiner Anwesenheit lief erfreulich schnell und glatt ab, und weil ich gut in der Zeit lag und es Freitagmittag war und die BBL (Badbetriebsleitung) super ist, bekam ich noch eine kleine Führung durch die Anlage:

    • Mit dem großen 50-Meter-Becken
    • Und dem Sprintbecken für Startübungen
    • Und der Gegenstromanlage
    • Und dem ehemaligen Sprungbecken und und dem anderen ehemaligen Sprungbecken
    • Und der ehemaligen 50-Meter-Schwimmhalle in deren umgebauten Ex-Becken jetzt die Bogenschützen trainieren
    • Und dem Technikkeller: größflächiger und heller als in „unserem“ Bad, aber mit all den Rohren, Pumpen, Filtern und Leitungen immer wieder faszinierend.
    • Sehr faszinierend: Die Leinensäcke: Die Bahnleinen hängen unter dem Becken in großen Säcken und können von oben herausgezogen werden.

    Nur schwimmen dort wird schwer. Für Training am Olympiastützpunkt reicht es bei mir nicht.

    Karl-Marx-Döner

    In der U-Bahn-Station Karl-Marx-Straße in Neukölln eine Kunst-Installation, irgendwas kritisches zur neuen Zeit mit Handies und Handy-Hüllen und so. Groß wird es allerdings erst, wenn die Installation in direkten Dialog mit ihrer Umgebung, einer Neuköllner U-Bahn-Station tritt, und zweisprachig verkündet „cellphones are NOT REAL / handy sind ATTRAPPEN“.

    Vorher: Karl-Marx-Straße. Beste Hauptstraße Neuköllns; weniger langweilig als die Hermannstraße, diverser als die Sonnenallee, Karl-Marx kann Hipster und little Arabia gleichzeitg.

    Vorher: Der türkischsprachige Film hatte mich inspiriert, ich setzte mich in einen Dönerstand, aß ganz hervorragenden Döner und freute mich am älteren enthusiastischen Alleintouristen aus Süddeutschland, den das alles etwas überforderte, der aber mit großer Begeisterung seine Halal-Currywurst aß.

    Vorher: Saal 3 im Passage-Kino. Der große Fernsehsaal. Ich werde mir merken, in diesem Saal nur noch die ersten drei Reihen zu buchen. Berlinale-2026-Gewinner Gelbe Briefe von İlker Çatak lief im After-Work-Kino um 18.10h.1 Ein Film, der viele Vorschusslorbeeren einsammelte, meinem Eindruck nach nach seinem echten Kinostart aber eher sang- und klanglos versackte.

    Ich verstand warum.

    Ein Film über Staatskunst

    Gelbe Briefe hat zehn richtig gute Minuten. Leider muss man knapp zwei Stunden auf sie warten, und der gute Filmpart kann sich nicht bis ins Ende retten.

    Gelbe Briefe handelt von einem Künstlerehepaar (Sie, Derya: Schauspielerin, Er, Aziz: Drehbuchschreiber mit Unilehrstuhl), die in einer autorität regierten Türkei leben. Genaue Details zum politischen System bleiben eher vage.

    Sie eiern sich so durchs System wie es die meisten Menschen machen würden: Mit genug Meinung, um noch in den Spiegel sehen zu können, aber angepasst genug um noch auf der „richtigen“ Seite der roten Linie zu sein, es reicht für die Stelle am Nationaltheater und an einer staatlichen Universität.

    Dann passiert etwas Politisches im Hintergrund. Die rote Linie verschiebt sich. Plötzlich finden sich die beiden auf der falschen Seite wieder. Sie verlieren Jobs und Wohnung, sie ziehen zusammen mit ihrer 14jährigen Tochter Ezgi zu seiner Mutter in die Wohnung nach Istanbul und eiern dann dort genauso herum, nur unter finanziell schlechteren Umständen.

    Verpasste Chancen

    (1) Er könnte das Herrschaftsinstrumentarium zeigen, wie sich die Schlinge um sie zusammenzieht, wie Freunde auf Abstand gehen, die Familie sich in Sicherheit bringt etc.Das passiert nicht: Die Schilderung des Downfalls bleibt schematisch,. Ihr gesamtes soziales Netz bleibt erhalten. Die Kleinfamilie beginnt Streit untereinander, aber nie so sehr, dass es bedrohlich wirkt, immer mehr: so streiten halt Familien. Ja, vom Unilehrstuhl zum Taxifahrer ist ein Fall. Aber ich konnte den Gedanken nicht ablegen, dass es genug Künstler gibt, die auch ganz ohne autoritäte Regime Odds Jobs arbeiten müssen, um ihr Leben zu finanzieren.

    (2) Der Film könnte das Rumeinern thematisieren. Also: wieviel Stolz ist möglich? Wieviel ist nötig? War ihr Verhalten vor dem Absturz eigentlich okay? Wie gehen sie mit der Situation um? Das Thema steht eigentlich im Raum, wird aber nie so wirklich thematisiert. Einige alte Weggefährten, schon länger auf der „falschen Seite“ sprechen es kurz an, nie aber wird es wirklich Thema.

    Nur zehn Minuten lang, Derya bekommt ein Angebot als Hauptrolle in einer erschlechten Soap Opera, wenn sie Präsidentenfeindliche Social Media Posts löscht, wird es thematisiert: Wie steht Selbsterhalt und Unabhängig im Verhältnis zu politischen Prinzipien? Ist es Politik was Aziz macht oder nur Ego? Die beiden streiten direkt vor der Tochter, und es wird spannend. Die Tochter rennt davon und Aziz wirft sofort alle Prinzipien über den Haufen, um Kontakte zur Polizei zu nutzen, um die Tochter zu finden.

    Da tut es mal weh, da wird nicht nur geeiert.

    Und nachdem Ezgi wieder gefunden wurde, haben sie alle wieder lieb und eieern halt weiter durch ihr Leben.

    Mein Bauchgefühl ist, dass Çatak zu viele türkische Freund*innen hat, denen ähnliches wiederfuhr und die ihm gegenüber seinen Filmfiguren zur Beißhemmung führten. Irgendwie ist der Film dauerhaft zu nett zu ihnen.

    Links

    Im Nu hatte ich meine stets bereite Wikipedia-Präsentation (Obsidian) gezückt

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    Juna bei einer Kurator:innenführung für Internetmenschen im Deutschen Historischen Museum: Ausstellungsbetrachtung: Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung des dhm Berlin

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    Wir hörten ein rauschendes Klavierkonzert. Nein, anders: Wir versuchten ein Klavierkonzert in Deutschlandfunk Kultur während der Fahrt zu den Latifundien zu hören, das UKW-Rauschen des Autoradios machte aber jedes Hören zunicht. Zum Glück leben wir im Zeitalter der Mediatheken: Marc-André Hamelin beim Berliner Klavierfestival

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    Wo wir bei Hamelin sind: ein Fundstück. Hamelin erklärt auf Youtube warum nahezu unspielbare Stücke nahezu unspielbar sind: Super-Virtuoso Breaks Down 9 Impossible Piano Pieces (ft. Marc-André Hamelin)

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    was es alles nicht mehr gibt in der großen stadt [Berlin]. eine unvollständige liste.

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No. 23 – 10,35€ pro Kinobesuch. ↩︎

  • 25-02-04 Klausur naht, trotzdem da – Teilzeitstudi-Antifa

    25-02-04 Klausur naht, trotzdem da – Teilzeitstudi-Antifa

    Fiat Lux! Madame testete, ob der Baustellenschmodder an unseren Fenstern eher abwaschbarer Schlamm oder eher ewig bliebender Betonmatsch ist. Es sieht nach Schlamm aus. Sie bekam die Fenster ein gutes Stück sauberer.

    Fiat Lux! Selbst an längeren Bürotagen gehe ich im Hellen aus dem Haus und verlasse zumindest in der Dämmerung die Südkreuz Offices.

    Happy office days because of zwei neue Kolleg*innen.

    (Auch Du kannst Nummer 3 werden, wir suchen noch eine:n Teamleiter:in IT-Infrastruktur (d/w/m))

    Mir träumte, dass Anna-Maria aus Bielefeld mir einen bösen Brief schickte, weil ich ihre Rezepte nicht mehr in meinem Blog verlinke. Anna-Maria, ich weiß nicht wer du bist und ob du jenseits des Traums existiert – aber sorry.

    „Bier ist mein Yoga“ titelte ein LKW, der an mir vorbeifuhr. Und damit bringt er viele Probleme von Männlichkeit auf einen Punkt.1

    Letztens gab es eine Suche nach einem Slow Medium, dass die US-Ereignisse zusammenfasst. Ich neige zum neuen Rebecca Solnit-Newsletter Meditations in an Emergency – weil Rebecca Solnit großartig ist. Und weil sie niemals nie dieses verzweifelte Doomscrolling von sich gibt. Gedanklich ist sie schon einen Schritt weiter:

    Underlying all this is an old assumption by many elites, especially the authoritarian and fascist variety, that ordinary people are weak, timid, fearful and pretty much collapse if you say boo to them. They also tend to think we are selfish and operate only out of self-interest because they think we’re like them. They are very often wrong in very consequential ways..

    Some resistance is going to look familiar: protests, marches, demonstrations, blockades. New tactics may emerge, and there is reason to fear that the lawless people who’ve seized our federal government–or rather parts of it–will be ruthless in new ways against civil disobedience. But that’s far from all that’s happening. …

    Some resistance is not going to look like anything at all because we will not see what goes on inside some of those government offices or how a medical worker doesn’t comply with an unjust or inhumane mandate or how local police rebuff ICE (though it’s been great to local police say publicly „here’s how we do not with ICE“), will not see a neighbor quietly reaching out to a targeted individual. All this matters.

    Die Partei die Linke hat 71.000 Mitglieder und damit so viele wie seit 2010 nicht mehr. Vor zwei Wochen waren es noch 60.000. In 14 Tagen 11.000 Mitglieder zu gewinnen ist ein nie dagewesener Rekord. Bei Bündnis90/Die Grünen waren es 5000 neue Mitglieder in fünf Tagen. Sie müsstem damit bei 165.000 Mitgliedern sein: „Seit November haben wir eine riesige Eintrittswelle, seit letzten Mittwoch ist daraus ein regelrechter Ansturm geworden.“

    Oha, das Wikipedia:Café wurde gelöscht. Die eine Seite, die frei von jedem Enzyklopädie- oder Arbeitsgedanken rein der Laberei diente. Prinzipiell fand ich das Konzept sympathisch – praktisch waren die „Diskussionen“ dort meistens komplett unerträglich. Diese Meinungen teilten viele Wikipedistas, wie sich der epischen Löschdikussion entnehmen lässt.

    Über die Mengenlehre zu SAP

    Samstag teilte sich unser temporäres Sextett auf.

    Der jung-dynamische Teil verschwand Richtung Olympiastadion, eine Stadionführung mitmachen. Der ältere gebildete Teil ging erst zum Noonsong und dann ins Museum. Ich ging ein Café suchen.

    Nach kurzen Einkäufen rosenkohliger Art suchte ich mir ein friedliches Café zum Lernen. Samstagnachmittag war die Suche nach einem freien Platz überraschend schwierig. Aber am Ende landete ich im Wiener (Offenbacher) Feinbäcker im Eingang von Rewe. Der Kaffee war vollkommen okay, ich hatte Platz, um mich auszubreiten, ich hatte alle Ruhe der Welt zum Lernen und konnte ab und an Leute schauen. Triple Win.

    Lernen aber tut not. NUR NOCH ZWEI WOCHEN BIS ZUR KLAUSUR! und ich komme immer noch mit der Struktur des Moduls Betriebliche Informationssysteme nicht klar – finde sie im Aufbau so komplett fremdartig und eigentümlich, so wild im Niveau schwankend, dass ich mich nur schwerlich eingrooven kann.

    Er definiert wirklich von ganz unten „Was ist Information?“, „Was ist ein Betrieb?“, „Was ist ein automatisches System“ und bastelt sich langsam hoch. Der Versuch einer mathematischen Denkweise, in der wirklich jeder Schritt sicher und schlüssig auf dem Vorhergehenden aufbaut und ganz genau definiert ist – aber angewandt auf ein realweltliches System. Das ist schräg.

    Noch schräger die gelegentlichen wilden Ausflüge in Mathematik oder Code, die nirgendwo eingeführt werden und dann auch plötzlich wieder enden.

    Aber ich mache glaube ich Fortschritte. Ich glaube zu verstehen, was genau dieser Aufbau und Ablauf beabsichtigen will. Ich finde es immer noch falsch – aber zumindest erkennen ich ein System; es kommen nicht mehr wild blaue und rote Stangen auf mich zu, sondern ich erkenne die gesteckte Slalomstrecke.

    Und am Ende landet alles bei SAP.

    Antipasti Baba Ganoush

    Abends galt es, das Sextett wieder zusammenzusammeln. Nach unseren verschiedenen Exkusionen (Olympiastadion/Hackesche Höfe oder DHM mit zwei Ausstellungen (Aufklärung und Roads not taken) oder Café und lernen) trafen wir uns im Marienkäfer an der Marienstraße. Die osteuropäische Kellnerin servierte uns von Arabern zubereitete Pizza, und es war wie immer großartig.

    Für Mitte-Mitte, für eine Lage nahe von Friedrichstadtpalast, Berliner Ensemble und drölf Millionen Hauptstadtsitzen von Lobbyorganisationen, ist der Laden extrem nett, die Pizza überdurchschnittlich und selbst das Ambiente und die Deko wirklich schön. Wir hörten Erzählungen vom Deutschen Stadion (dem Vorgängerbau des Olympiastadions) und den Wendepunkten deutscher Geschichte.

    Heimfahrt mit dem 100er Bus, noch einmal vorbei an Brandenburger Tor, Reichstag, Schloss Bellevue und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Mit den M46 nach Schöneberg.

    Danach: Alle platt. Alle Bett.

    Plakate mit Faltanleitungen auf der Rückseite

    Sonntag: Platt. Nicht im Bett.

    Denn die CDU und Friedrich Merz nötigten mich zum Aufstehen. Auf zum Reichstag, demonstrieren.

    Die Zahlen sind müßig, wenn Du auf der Straße des 17. Juni stehst und weder ein Ende noch ein Anfang der Demo erahnbar sind; wenn selbst die breite Prachtschneise mit ihren 45 bis 85 Metern Breite nicht mehr ausreicht, die Demo aufzunehmen und diese auf Parallelstraßen ausweicht.

    Ich glaube außer „Silvester 2000 – oh Gott wie bin ich hier hingekommen“ auf derselben Straße war ich noch nie in annähernd so großen Menschenmengen. Und es war komplett friedlich und entspannt. Wieder einmal staunte ich darüber wie normal alle waren. Wie jede zweite Gruppe IKEA oder Umzugs-Kartons wiederentdeckt hatte und mit eigenen Sprüchen verziert. Da war nichts zentral organisiert, nichts gelenkt – es waren einfach sehr sehr viele Menschen, die die Ereignisse der letzten Tage sehr scheiße fanden.

    Zwei Plakate fielen mir besonders auf:

    Kein Lillet trotzdem da – Nina Chuba Antifa. Eine Prise Humor, eine Prise Hedonimus, und ein Zeichen dafür, dass der Protest weit über die üblichen Kreise hinaus trug.2

    Meine Vorfahren kamen nicht her, haben dieses Land aufgebaut und für die Demokratie gekämpft, damit jetzt dies passiert. (Sinngemäß, der Spruch war vergleichsweise lang und komplex). Endlich einmal ein Faschismus-Protest, der anerkennt, dass in Deutschland auch Menschen leben und mitzureden haben, deren Vorfahren 1933 noch nicht in Deutschland lebten. Die haben auch eine deutsche Geschichte und die muss erzählt werden. Davon gibt es auch auf den Demos viel zu wenig.

    Montag nach dem Wochenende: Alle platt. Alle Bett.

    Kafka Zombie Kürbiseintopf

    Die Washington Post gedachte Jimmy Carter mit einem Rezept und Frau Küchenlatein adaptiert: Kürbis-Erdnusseintopf.

    Thomas Gigold räumt auf: Wenn auf einer internationalen Seite mit 30.000 Followern pro Post noch 3 Likes zusammenkommen weißt du: Organische Reichweite beim dicken blauen Flaggschiff [Facebook] ist tot.

    Herr Rau hadert mit einem Theaterbesuch.

    Sari fährt sehr tapfer sehr oft zum Fußball.

    1. Muss ich erklären, warum? Ich hoffe nicht. ↩︎
    2. Der Wikipedia-Erklärartikel für dienigen, die sich fragen: Lillet? Nina Chuba?: Wildberry Lillet (Lied) ↩︎